Ausgabe 
12.9.1939
 
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Nr. 213 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Dienstag, 12. September 1939

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Bahnlinie Warschau - Giedlce erreicht

Gewaltmarsche der Südtruppe über den San. Großendorf aus Hela beseht. Örtliche Vorpostenkämpfe zwischen Saargemünd und Hornbach. - Am Montag keine Lustangriffe

auf das Reichsgebiet.

V

Berlin, 12. Sept Funkspruch). Das

Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die große Schlacht in Polen geht westlich der Weichsel ihrem Ende entgegen.

Die Südtruppe dringt in Gewaltmärschen gegen und über den San vor. Gebirgs­truppen haben am äußersten Südflügel Lhyrow südlich Przemysl erreicht.

3m Raum zwischen Zwolen, Radom und der Lysa-Gora streckt der Feind die Waffen; Geschütze und Kriegsgerät von wenigstens vier Divisionen stehen als Beute in Aussicht. Die Gefangenenzahl ist noch nicht zu übersehen. Auf dem Ostufer der Weichsel südlich Warschau nahmen Panzertruppen eine An­zahl schwere Geschütze, darunter vier 21- Zentimeter-Wörser.

Verzweifelte Versuche der um Kutno einge- schlossenen starken feindlichen Kräfte, nach Süden durchzubrechen, wurden vereitelt. Der Ring auch um diese feindliche Gruppe ist geschlossen.

Nördlich der Weichsel nähern sich unsere Truppen der Festung W o d l i n.

Rach hartem Kampf ist der Feind auch nord­ostwärts Warschau geworfen. 3n der Ver­folgung haben unsere Truppen mit der Masse die Bahnlinie W arschauB ialysto k über­schritten, mit vorgeworfenen Abteilungen die Bahnlinie WarschauSiedlce er­reicht.

Verbände der Luftwaffe wurden, wie am Vortage, zur Unterstützung des Heeres bei K u t n o und zur Störung der rückwärtigen Verbindungen des Gegners ostwärts der Weichsel mit gutem Erfolg eingesetzt. Line Sturz-Kampfgruppe hat die Ostausgänge von Warschau ab­geriegelt. Der Bahnhof Bialystok wurde zerstört.

Großendorf im westlichen Teil der Halbinsel h e l a und seine Hafenanlagen sind von leichten Seestreitkräften in Besitz genommen.

3m Westen örtliche Vorpostenkämpfe zwischen Saargemünd und Hornbach.

Luftangriffe auf das Reichsgebiet ereigneten sich gestern nicht.

Lomza am Harem genommen.

pen umzingelten Stadt hinausschieben. Diese Bar­rikaden werden aufforderungsgemäß von der be­waffneten Zivilbevölkerung nicht nur errichtet, sondern auch besetzt gehalten. Das grau­same mörderische System der mchtmWärischen Dach- und Kellerschützen soll hier in der polnischen Hauptstadt aufs tiefste ausgebaut werden.

Die von London ausgehaltene Regierung geht dabei auch rücksichtslos über Leben und Eigentum der eigenen Bürger hinweg, die sich nicht in dieses Mordsystem drängen lassen. Während die deutschen Flugzeuge bei ihren Bombenwürfen ausschließlich Militärisch wichtige und befestigte Punkte der Stadt belegten, fchießt die polnische Artillerie

Aus Tschernowitz wird gemeldet, daß an der polnisch-rumänischen Grenze bereits hundert­tausende von Flüchtlingen angekommen seien. Mehrere tausend Polen, unter ihnen besonders zahlreiche Deserteure, hätten die Grenze überschrit­ten. Die rumänische Regierung bereite Konzen­trationslager vor, da sie mit einem Mas- senübertritt der geschlagenen polni­schen Armeen rechne. Besondere Abneigung habe man in Rumänien gegen den Grenzübertritt polnischer Juden, von denen man fürchte, daß sie mit ihrer Millionenzahl das ganze Land über­schwemmten. Auch aus Moskau wird gemeldet, daß sich Kolonnen von polnischen Regierungslast­autos und anderen Fuhrwerken, mit schweren Kisten beladen, in Richtung auf die polnisch-rumänische Grenze bewegen. Es handele sich dabei um Gold, Wertpapiere' und Dokumente, die die polnische Regierung in Sicherheit zu bringen ver­suche.

Hungersnot in Lublin.

Sofia, 11. Sept. (DNB.) Wie ein bulgarischer Reisender, der aus Polen zurückgekehrt ist und in den letzten Tagen auch in Lublin war, zu berichten weiß, herrscht besonders nach dem Eintreffen der aus Warschau geflüchteten polnischen Regierung ein chaotischer Zustand, der namentlich auf die Er- nährungs- und Verkehrsverhältnisse eine ver­heerende Wirkung hatte. So gab es z. B. für die mit der polnischen Regierung nach Lublin gekom­menen ausländischen Diplomaten keiner­lei Lebensmittel, nicht einmal Brot und Kartoffeln konnten aufgetrieben werden, da sich die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in-

rücksichtslos in d i e Wohnviertel hinein. An vielen Stellen steht so Warschau durch diese Beschießung aus polnischen Geschützen in Brand. Der wahnwitzige Barrikadenbau hat jede Hilfstätigkeit der Feuerwehr unmöglich ge­macht. Verzweifelt versuchen die Einwohner dieser Bezirke, mit Wassereimern und Sandsäcken den Kampf gegen die immer stärker um sich greifenden Feuersbrünste aufzunehmen. Das Feuer frißt stän­dig weiter. Die Brandgeschosse der polnischen Artil­lerie krachen weiterhin in die polnische Hauptstadt und in die eigene Zivilbevölkerung hinein. .Auch am Ostufer der' Weichsel, in der Vorstadt P r a g a, werden von den Polen Schützengräben ausgehoben.

folge des Mangels jeder Zufuhr vom Lande und von außen in voller Desorganisation befand. Fast alle Lebensmittelgeschäfte waren ge­schlossen und Gaststätten in ihrem Betrieb lahm- gelegt. Die Weiterbeförderung der Regierung nach dem Südosten des Landes stieß auf die größ­ten Verkehrsschwierigkeiten, da f a ft alle Bahn­verbindungen ' durch die deutsche Luftwaffe z e r st ö r t waren.

Amtlicher Aufruf zum Meuchelmord.

Furchtbare Verantwortung der polnischen Regierung.

Berlin, 11. Sept. (DNB.) Der W il noer Sender gab am Montagmittag um 12 Uhr einen weiteren Aufruf des polnischen Zivil­kommissars Kostet Birnacki bekannt. In ihm wird u. a. die Bevölkerung ausgef-ordert, die von den deutschen Fliegern abgeworfenen Flugblätter auf der Straße zu verbrennen. .Kämpft auch gegen die deutschen Truppen hinter der Front. Jeder schlage mit dem zu, was er gerade in der Hand hat, und niemand fürchte die Folgen für eine solche vaterländische Tat." Dieser Aufruf ist ein neuer furchtbarer Beweis für die amtliche Aufhetzung der Bevölkerung zum Meuchelmord. Die ganze Schuld für die gräßlichen Untaten wie der Bromberger Blutsonn­tag, die solche Aufrufe zur Folge haben, fällt auf die polnische Regierung und das dahinterstehende England.

Rumänien erwartet polnische Flüchtlinge.

Komplizen des Pöbels.

Pestherd",Feind des Menschengeschlechts", ,Köllenreich des Antichrists",Hunnen" undver­tierte Barbaren" das war Deutschland in der britischen Presse während des Weltkrieges. In der WochenschraftJohn Bull", die der Aben­teurer und Schwindler Sir horace B o t t o m l e y herausgab, wurde nach dem Einmarsch der Deut­schen in Belgien kurzerhand gefordert, alle Deut­schen an die Laternenpfähle zu knüpfen. Dagegen kämpfte England angeblichfür die Unabhängigkeit der kleinen Nationen" (Ministerpräsident Asquith in seiner ersten Kriegsrede!). Es wolle deshalb, wie der Handelsminister Runciman in seiner Rede in Birmingham im November 1915 bekannt gab, Deutschlandaller seiner Kolonien, seiner Kriegs­und Handelsflotte" berauben und ihm nicht einmal Waffen zur Verteidigung belassen. ,Zrn Kriege muß", schrieb Toulmin im vornehmen .^Journal of the Royal Economie Society" vom April 1915,die Regierung diePöbelinstinktedesAbscheues vor dem Feinde wachhalten", sie muß daher, wie Oberst Roß ausführte,auch f a l s ch e N a ch- richten verbreiten und den Gegner bei de? ganzen gesitteten Welt in Mißkredit bringen". Das haben die Briten redlich besorgt, und als int Oktober 1914 der britische Mob die in England an­sässigen Deutschen plünderte und beraubte, schrieb am 13. Mai 1915 die LondonerMorning Post", die als Organ der britischen Gesellschaft in noch größerem Rufe stand als dieTimes":Der Mob hat im Grunde genommen recht; er übt eine rauhe Justiz". Wer erinnert sich dabei nicht des Bromberger Blutsonntags, der von eng­lischen Agenten inszeniert wurde?

Die Lügenprefse wurde genau wie heute von der britischen Regierung unterstützt, sie wurde mit gro­ßen Mitteln schon im Frieden subventioniert, und es ist Tatsache, daß die britische Regierung eine Reihe neutraler Blätter, so denNieuwen Rotter- damschen Courant", dasSvenska Dagbladet" in Stockholm, denCorreo Espanol" in Madrid und andere ausforderte, gegen gute Bezahlung Nach- richten über deutsche Greuel abzu­drucken, was diese Blätter a b l e h n t e n. Da­gegen fanden sich andere Blätter, die britische Pfunde nahmen. Wie sehr England an der Ver­pestung der Weltmeinung lag, erhellt aus der Mit- terlung, daß der französische Gesandte Blonde! 14 Millionen RM. erhielt, um die rumänische Presse in ihrem Weltgewissen zu beschwichtigen. Die Sum­men, die England für die Geneigtheit der neutralen und feindlichen Presse aufwandte, gehen in die Hunderte von Millionen Pfund. Lord N o r t h - cliffe brachte diese niederträchtige Propaganda auf den Gipfel. DerNew York American" vom 15. Oktober 1916 schrieb, Zeitungen, Politiker und Redner in Holland, Schweden, der Schweiz, Spa­nien, Rumänien, überall in der Welt undbeson­ders zu unserer bitteren Scham in den USA." hätten viele Millionen Pfund bezogen« um Englands Greuelhetze gegen Deutschland mitzu. machen. In einem Leitaufsatz vom 18. Februar 1917 berichtete das gleiche Blatt, es feien für die Arbeit in den amerikanischen Zeitungen bisher von London

Berlin. 11. September. (DNB.) Lomza am Narew wurde nach hartnäckigem feind­lichem Widerstand genommen. Ostpreu- ßifche Landwehr war entscheidend an der Erzwin­gung des Narew-Ueberganges bei Wlzna beteiligt und bewies hier ihren hervorragenden An­

griffsgeist.

Generalfeldmarschall Göring begibt sich an die Front.

Berlin. 11. Sept. (DNB.) Generalfeldmarfchall Göring hat nach Erledigung der vordringlichsten Arbeiten» die ihm als Vorsitzenden des Winisierrates für die Reichsverteidigung obliegen, gestern abend fein Hauptquartier verlassen und sich an die Front zu den Verbänden seiner Luft­waffe begeben.

Keine Blumen für den Führer während des Krieges.

Berlin, 11. 6ept. (DNB.) Die Adjutantur des Führers gibt bekannt: Der Führer wird für Die Dauer des Krieges auf seinen Fahrten keinerlei Blumen e n t g e g e n n e h m e n. Die ihm von der Bevölkerung zugedachten Blumen sollen den So l d a t en der deutschen Wehr­macht gegeben werden.

polnische Artillerie schießt Warschau in Brand.

Bon der Regierung bewaffnete Zivilisten schießen aus Kellern und Luken.

Wilna, 11. September. (DNB.) Alle hier ein- treffenben Meldungen besagen, daß Warschau im= mer mehr zum Schauplatz eines Hjjn* : ofen Kampfes wird. Die wahnwitzige Hetze der polnischen Regierung, die durch Rundfunk, Presse und Flugblätter unter der Zivilbevölkerung betrieben wird, trägt ihre ersten blutigen Fruchte. Das ganze Leben der Stadt ist e r st o r o e n. Ueberall türmen sich auch in der Innenstadt oic Barrikaden. Wagen der Straßenbahnen, Fuhrwerke und das aufgerissene Straßenpflaster sollen den Fall der schon weitgehend von den deutschen Tmp-

Die große Schlacht in Polen.

Oer Führer im Operationsgebiet zwischen hodz und Warschau, t Dom W. B.-Sonderberichierstatter des ONÄ.

Führer-Hauptquartier, 11. September, (DNB.) Der Führer hat sich auch heute wieder i m Flugzeug an d i e vorderste Front be­geben, mitten hinein in das Operations­gebiet zwischen Lodz und Warschau, wo die eingeschlossenen polnischen Truppen sich ver­zweifelt bemühen, nach Osten durchzubrechen. Wie­der wie gestern landet der Führer auf einem der Feldflugplätze wenige Kilometer hinter der Front. Die flache polnische Ebene, die aus- gedchnten Stoppelfelder geben hervorragende Flug­plätze ab. heute ist es der Platz einer Zerstörer­formation. Der Kommandant kann zur Begrüßung dem Führer voll Stolz die Ergebnisse des geftrigen Feindfluges melden. Diese eine Formation hat an einem Tage 44 polnische Flugzeuge vernichtet und dabei zahlreiche weit östlich ge­legene polnische Flugplätze zerstört. Voll Freude hört der Führer diese Meldung tapferen deutschen Fliegertums.

Ganze Arbeit der Lustwaffe.

Auf der Fahrt in die vorderste Front begegnen wir den Spuren der deutschen Luftangriffe. Be­sonders in Rawa, dem Punkt, der für die deut- chen Truppen der Schlüssel für den entscheidenden Vorstoß auf Warschau war, sind die militärisch wichtigen Objekte nur noch Trümmerhaufen aus Stein und Stahl, hier haben die deutschen Bomben ganze Arbeit gemacht. Wir finden aber auch ebenso wie am gestrigen T a g z a h lr e i ch e Z e ugn i s s e d e s B and en kr i ege s. Die deutschen Truppen hatten ja in den ersten Tagen ihres mit ungeheue­rer Energie geführten Vorstoßes nicht die Möglich­keit sämtliche Widerstandsnester systematisch zu er­ledigen. Sie kämmten das Land gleichsam wie eine dünne ununterbrochen vorgehende Treiberkette durch.'Jetzt kommt das große Aufräumen. Wir begegnen ununterbrochen langen Gefange­nen zu gen, die von deutscher Feldpolizei nach hinten geleitet werden. Die wahre Zahl der bereits

gefangenen und der noch in den Wäldern umher­irrenden Polen wird erst in einigen Tagen einiger­maßen feststellbar sein. Eins ist allerdings heute schon sicher: auf den Straßen nach rückwärts mar­schieren die Trümmer einer geschlage­nen Armee.

Sin eiserner Bing.

Noch größer allerdings wird die Zahl der Ge­fangenen werden, wenn auch die Divisionen ver­sprengt und entwaffnet sind, die heute noch im Raume zwischen Lodz und War­schau mit letzten Verzweiflungsangriffen gegen die eiserne Umklammerung des deutschen Heeres anren­nen. Je weiter wir an die Front kommen, desto deutlicher erkennen wir, wie dieser unzerreißbare eiserne Gürtel immer stärker und fester wird. Un­aufhörlich ziehen hier frische Truppenmassen nach Norden. Infanterie, Feldartillerie, Flak, schnelle Truppen und schwere Artillerie bewegen sich rasch und unaufhaltsam nach vorn, um das Ende der Polen zu beschleunigen. Wir überholen in rascher Fahrt die vorrückenden Kolonnen. Mit Jubel begrüßen die Truppen den Führer. Das Heil-Rufen reißt nicht ab. Mit Blitzesschnelle eilt die Kunde unserer Wagenkolonne voraus:Der Füh­rer kommt!" Es leuchten die Augen unserer tapferen Soldaten, die nun seit zehn Tagen tm ununterbrochenen Vorgehen sind. Es ist kein müdes Gesicht zu sehen, braungebrannt und in straffer hal- mng grüßen sie den Führer, als er an ihnen vor­überfährt. Doppelt freudig marschieren die Trup­pen nun weiter. Sie wissen, der Führer, der erste Frontsoldat des Reiches, ist mitten unter ihnen. Unter seinen Augen werden sie ihre Siege er­kämpfen.

In der vordersten Artilleriestellung.

In den Straßengräben liegen vereinzelt polnische Geschütze, polnische Munitionswagen, Ausrüstungs­gegenstande und auch einige polnische Tanks, zer­schossen und bewegungsunfähig, z. T. ausgebrannt

Die deutschen Panzer haben sie zusammen- geschossen. Auf den Häusern längs der Straße wehen noch überall die weißen Fahnen der lieb er­gäbe. Dann mehren sich die Zeichen des Kampfes. Auf den Feldern stehen feuerbereit deutsche schwere Batterien, geschützt von Flakforma­tionen. Der Führer fährt mitten durch diese vor­derste Stellung der Divisions-Artillerie. Noch weiter vorne treffen wir auf einen D i v i s i o n s st a b. Er ist in einem halbverfallenen Bauernhaus unter­gebracht, durch dessen schütteres Strohdach die Sonne ins Innere scheint. Voll Stolz kann der Divisions- general dem Führer melden, daß alle Versuche der Polen, die hier mit dem Mute der Verzweiflung anrannten, im deutschen Feuer unter schweren Ver­lusten zusammengebrochen sind. Unter den schauer­lichsten Lügen, was ihnen bei der Gefangennahme beoorftünbe, hatte man die polnischen Truppen noch einmal ins Feuer gejagt.

Gerade als wir diesen vorgeschobenen Divisions« stad verlassen, gehen links von uns quer über die Felder deutsche Panzer vor. Dicht geschlossen folgt Infanterie und leichte Feldartil­lerie. Wir sind jetzt unmittelbar hinter der vor« bersten Linie, noch nicht eineinhalb Kilometer von ben vordersten Stellungen entfernt. Wir hören bas Tacken ber Maschinengewehre. Am Nachmittag erst verläßt ber Führer wieder bie vorberen Linien.

Noch einmal schließt sich ein Frontflug an, ber einen umfaffenben Ueberdlick gibt. Wir sehen deutlich die nachrückenben Einheiten deutscher Trup­pen, aber auch die langen Züge von Gefangenen, die es verstanden haben, sich Zivil zu verschaffen, ohne aber dadurch der Aufmerksamkeit der deutschen Truppen zu entnehm.Die Armee in Zivil", so nennen wir diese Haufen, die z. T. noch militärische Ausrüstungsgegenstände unter der Zivilkleidung verbergen. Als wir von der Front abdrehen, um zum Führer-Hauptquartier zurückzukehren, leuchten in den sinkenden Abend wie riesige Fackeln die Feuersbrünste der Dörfer, die die Polen auf ihrem Rückzug in Brand gesteckt haben,