kanzler v. B ethmann Hollwey und seinen Ratgebern Verständnis gefunden, weniger schon bei der Obersten Heeresleitung, die Zwar an sich nichts dagegen hatte, aber nicht bereit war, sich deshalb die Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit dem Zarenreiche zu verbauen. Die Aufstellung polnischer Truppenoerbände war nur ein Teil eines Gesamtplanes, denn der andere Teil bestand darin, das Königreich Polen als solches wiederherzustellen. Für diesen Plan mußte die deutsche Presse schon seit 1916 werben, oder doch die öffentliche Meinung in Deutschland darauf oorbereiten. Es gab politische und militärische Kreise, die diesen Plan aufs schärfste bekämpften, vornehmlich deshalb, weil er geeignet war, alle Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit Rußland zu zerstören. Wenn zu Beginn des Krieges der zaristische Oberbefehlshaber, Großfürst Nikolaus, eine Proklamation an das polnische Volk in allen Teilgebieten, also auch in Deutschland und Oesterreich-Ungarn erlassen hatte, so bestand doch bei den Polen selbst kein Zweifel darüber, was es mit dieser Proklamation, mit diesem Gelöbnis einer staatlichen Unabhängigkeit für Polen auf sich hatte. Zu den politischen Zielen des Zarenreiches, zu den Kriegszielen der russischen Imperialisten wie Sasonow und Iswolski, gehörten die Eroberung deutscher und österreichischer Gebiete. Diese russischen Imperialisten waren es auch, di« die Westgrenze des Zarenreiches bis an die Oder und darüber hinaus vorschieben wollten, wobei aber unter keinen Umständen an irgendeine polnische Staatlichkeit gedacht wurde.
Pilsudski und seine Legionen zogen 1914 gegen Rußland schlechthin aus, nicht nur gegen das Zarenreich, nicht nur gegen die slawische Vormacht, sondern sie zogen aus, weil die Neuschöpfung eines polnischen Staates nur gegen Rußland selbst möglich war. Freiwillig hätte ein siegreiches Rußland Kongreß-Polen nicht herausgegeben, den Polen auch nicht Wilna und Suwalki, auch nicht das Eholmer-Land, endlich auch nicht wesentliche Teile der Ukraine überlassen. Als die Heere der Mittelmächte die zaristischen Armeen zertrümmert und die Okkupattonsgrenze über Kongreß-Polen vorgeschoben hatten, war für die polnischen Nationalisten so etwas wie eine Hoffnung gegeben. Wesentlich war hieran nur, daß die polnischen Legionen als Hilfskorps in Kongreß-Polen installiert wurden, wobei sie sich selbst schon als Kern einer polnischen Zukunftsarmee ansahen. Inzwischen waren die Vorbereitungen für die Errichtung eines neuen Königreiches Polen soweit gefördert, daß di« feierliche Ausrufung im November 1916 vor sich gehen konnte. Es läßt sich hinterher nicht mehr feststellen, ob, wenn dies nicht geschehen wäre, ein Sonderfrieden mit dem Zarenreich im Winter 1916/17 nicht außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit lag. Tatsache ist jedenfalls, daß im Herbst 1916 mit dem zaristischen Ministerpräsidenten Stürmer in Stockholm verhandelt wurde, ferner daß als Vertreter Stürmers kein Geringerer tätig war als der zaristische Minister des Innern P r o t o p o p ow. Das ist auch in London und Paris bekannt geworden, das veranlaßte den englischen Botschafter in Petersburg, Sir George Buchanan, alle Hebel und Tausende von Pfund Sterling in Bewegung zu setzen, um mit Hilfe der Duma und der Kreise um den Großfürsten Nikolaus eine Gegenaktton hervorzurufen. Tatsache ist weiter, daß die einflußreichsten zaristischen Verbände im Herbst 1916 Entschließungen faßten, sowie dem Zaren und der Regierung Denkschriften übersandten, in denen offen dazu aufgefordert wurde, den Krieg, der für Rußland ein Unglück sei, zu beenden. Es ist endlich Tatsache, daß Stürmer und seine Mitarbeiter bis zu den Vorgängen in Warschau im November 1916 das unbedingte Vertrauen des Zaren hatten. Da kam die Proklamation über Polen dazwischen, also etwas, was gegen die allrussische Tradition ging. So mußte Stürmer Ende November 1916 zurücktreten, nicht ohne vorher noch eine Deklaration erlassen zu haben, in der er sich gegen alle Gerüchte wandte, daß über einen Sonderfrieden mit den Mittelmächten im In- und Auslande verhandelt worden fei.
In Warschau war also ein Königreich Polen ausgerufen worden, aber nicht als Ergebnis des „Frei- heitskampfes der polnischen Legionäre", sondern aus ganz anderen Gründen. Die polnischen Legionäre hatten 1914 und später keinerlei militärische Tätigkeit an der Ostfront entfaltet, vielmehr vorgezogen, sich innerpolitisch in einer Weise zu betätigen, daß sie zum Teil aufgelöst werden mußten. Das geschah 1917/18, denn nacheinander wurden die Legionen von den Militärbehörden der Mittelmächte entwaffnet. 2m Frühjahr 1918 gelang es einem Teil dieser polnischen Legionäre unter Führung des Obersten Joseph Haller, nach Südrutzland zu desertieren, was die polnische Legende heute noch damitt beschönigt, es sei das in offener Opposition zu dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk geschehen. Damals wurde ein freier und unabhängiger Staat Ukraine gegründet, der das Eholmer-Land «inschloß, also ein Gebiet, auf das die Polen An- svruch erhoben. Weil dieser Anspruch in Brest- Litowsk nicht anerkannt wurde, zog ein kleiner Teil der polnischen Legionäre vor, über die russische Grenze zu gehen. Frgendwelche militärische Taten konnten diese polnischen Truppen an keiner Front mehr vollbringen, erst recht nichts dazu tun, einen polnischen Nationalstaat aufzurichten, Haller durfte 1919 nicht einmal über Danzig zurück!
darunter Reichstags- und Landtagsabgeordnete pol. nischer Herkunft. Wir nennen hier nur Korj an ty aus Oberfchlesien, der in feiner Eigen,chaf als Reichstagsabaeorneter und als Redakteur vertrau- liche militärische und politische Informationen sich verschaffen konnte. Er hot sie gegen Bezahlung der Entente zugänglich gemacht. Der.polnische Staat von 1918 ist und bleibt -ine Reuschopsung deutscher Heere und Feldherren. Marodeure und Hyänen gibt es leider auf allen Schlachtfeldern.
zeigt, daß für Frankreich die Hilfsstellung für Polen nicht aus der traditionellen Freundschaft Frarck- reichs zu Polen entsprungen war, sondern der nüchternen Erwägung, sich gegen eine mögliche deutsche Revanche zu schützen. Die polnischen Legionen haben also di« Westgrenze Polens ebensowenig erkämpft und festgesetzt, wie die Deserteur« des Obersten Haller die Ostgrenze gegen die Sowiettlmon. Das war schließlich nur das Werk der Botschafterkonferenz, die es fertig brachte, Oberschlesien zu zerreißen, obwohl bei der Volksabstimmung sich
67 o. H. der Bevölkerung für das Verbleiben beim Reich erklärt hatten. .
Es bleibt dabei: Polen verdankt seine staatliche Neuschöpfung den siegreichen Feldzügen, die die deutschen Heere gegen das Zarenreich durchgefuhrt hatten. Polnische Truppen sind daran wenig oder gar nicht beteiligt gewesen, polnische Legionäre erst recht nicht. Sie hätten schon wegen ihrer zaylen- mäßigen Schwäche so gut wie nichts Ausrichten können. Wohl aber haben Polen in Deutschland während des ganzen Krieges Landesverrat geübt,
Oie Wirkung -er Rede Försters.
Ehrliche Beobachter erkennen die Llnhaltbarkeit der jetzigen Lage um Danzig.
Mit Beklommenheit hat die demokratische und die verwirrte polnische Welt die letzteWarnung ausgenommen, die im Namen Danzigs Gauleiter Forster gegen die polnischen Kriegsdrohungen richtete. Daß die Danziger Bevölkerung wieder heim ins Reich will, daß kein Danziger anders denkt, diese Tatsache ist unvereinbar mit dem polnischen Annerionswahn und den hinter ihm stehenden West- demokratten, und schon die Unterstreichung dieser Wirklichkeit genügt an und für sich, um die Haß- wellen und Lügen zerschellen zu lassen. 2n London und Paris, wo man sehr aufmerksam die Aeußerun- gen des Generalfeldmarschalls Göring», des Reichsministers Dr. Goebbels, des Oberbefehlshabers des Heeres, des Generalobersten von B r a u ch i t s ch, verfolgte und mit einiger Beklemmung das Zusammentreffen des deutschen und des italienischen Außenministers in Salzburg verzeichnet, hat die Protestrede insofern die infolge der eigenen Kriegsgerüchte etwas sehr durcheinander geratenen Nerven beruhigt, als Forster nicht direkt d e n Tag ankündigte, an dem Danzig wieder von Großdeutschlands Mutterarmen ausgenommen wird. Die starke und selbstsichere Ruhe, mit der die Danziger Bevölkerung und ganz Großdeutschland den Ruf des Führers erwartet, sticht vorteilhaft ab von dem aufgeregten Gebaren derer, die uns einkreisen wollen und nunmehr erkennen, daß sie sich selbst durch ihre Lügen eingekreist haben und darunter die Ruhe verlieren.
Es ist sehr peinlich, daß diese in ihrer Selbstsicherheit gemäßigte Rede eine ganze Reihe von Stimmen englischer und französischer Politiker brachte, die das schändliche Spiel von Versailles und d e dort erfolgte Schaffung eines Freistaates Danzig, dem gerade Die Freiheit in Versailles abgesprochen wurde, auf das schärfste verurteilten und den Anspruch Danzigs auf Heimkehr ins Reich glatt unterstrichen. Man kann doch nicht Stimmen wie die Lloyd Georges oder Winston Spencer C h u r - chills gegen die Polen heute als unbedeutend hinstellen, selbst wenn sich diese Politiker jetzt als Dor- kämpfer der Einkreisungsfront gebärden. Eine einmal erkannte Wahrheit wirkt fort,, selbst wenn die Männer, die sie einst fanden, jetzt den Mantel nach dem Winde hängen. Diese Wahrheit aber ist der englischen und französischen Presse derart peinlich, daß kein einziges Blatt seinen Lesern zu sagen wagt, was Lloyd George und Churchill eigentlich über Polen denken. Das ist geradezu ein Verbrechen an ihrer Leserschaft, es ist ein Hohn auf die sog. „freie Meinungsäußerung", es ist die schneidendste Selbstironie, die jemals auf die „Unbestechlichkeit" und „Wahrheitsliebe" dieser Weltmeinungsmacher von ihnen selbst aeschrieben wurde. Wenn der Publizist mit dem slawischen Vornamen Wladimir, d'Ormesson, im Pariser „Figaro" Forster vorwirft, er verdrehe die Tatsachen, dann ist das eine ebenso ungeheuerliche und freche Verfälschung eines klaren Tatbestandes, wie der konservative „Daily Telegraph" in London zu behaupten wagt, Forsters Rede sei „eine durchsichtige Verdrehung der jüngsten Geschichte des Freistaates". Monsieur d'Ormesson und das ehrenwerte Londoner Blatt wagen yar nicht, die von Gauleiter Forster erwiesenen und aller Welt bekannten Dinge ihren Lesern vorzusetzen!
Schon die einfache Tatsache, daß ein angeblicher „Freistaat" wie Danzig nach der Forderung der Gegner nicht einmal bestimmen darf, zu wem er gehören soll, ist eine angemaßte Gewalt, die niemals Recht wird. Die polnische Kriegshysterie, von Gauleiter Forster so schlagend nachgewiesen, die massiven Drohungen gegen Danzig, die Annexionsgelüste gegen das Reich, auch sie werden totgeschwiegen, und die polnische Presse dreht und wendet sich in ihren Lügen und in ihrem Größenwahn, wie sich die Schlange aus der Faust eines Bändigers vergeblich loszuwinden bestrebt. Die edlen Polensöhne, von denen nach der amtlichen polnischen Statistik noch heute ein volles Fünftel des Lesens und Schreibens völlig unkundig sind und sicherlich weitere Teile nur notdürftig ihren Namen kritzeln und Geschriebenes kaum lesen können, werden von einer winzigen Gruppe von Obersten, denen England nicht genug Pfunde gab, in einen Irrwahn versetzt, der für Europas Ruhe gemeingefährlich geworden ist. Was soll man — abgesehen von anderen Beispielen einer sadistischen und selbstmörderischen Kriegslust — dazu sagen, wenn nach dem Bericht der Posener „Nowy Kurjer" ein Führer der dortigen Legionäre, Professor Iakobski, gesagt hat:
wirklich
„Dort, jenseits der Grenze, schäumt vor Wut der heidnische Wotan. Stellen wir uns daher alle zum Start auf, um den Lauf auf Leben und Tod zu beginnen, mit Ehren, mit einem Lied auf den Lippen, zur blutigen Ernte, zum nationalen Feiertag!"
Um — verkündet dieser irrsinnige Professor weiter, „Polen hinaufzuziehen in schwindelerregende Höhen, die dem Feind nicht erreichbar sind. Stellen wir Polen auf den Sockel des Ruhmes, den es bisher nicht erreicht hat."
Die Höhen dieses Wahnwitzes sind , schwindelerregend, aber wir können eins bestätigen: Den Ruhm, Danzig oder Deutschland zu besiegen, hat Polen bisher noch nicht erreicht, und es wird ihn niemals erreichen. _
Denn ein 80-Millionen-Dolk, der stählerne Kern Europas, stellt das Gesetz des Handelns auf. Wir bestimmen allein, wann Danzig heim ins Reich kehrt. Daß es geschieht, ist so sicher, wie St. Manen in Danzig ein deutsches Bauwerk. E. S.
Stimmen des Auslands.
Warschau steckt den Kopf in den Gand.
Warschau, 11. August. (DNB.) Die Warschauer Blätter vermeiden es, auf die Rede Gauleiters Forsters näher einzugehen. Sie veröffentlichen nur eine Meldung der Polnischen Telegra- phenayentur, die der polnischen Oeffentlichkeit die Ausführungen des Danziger Gauleiters vorenthält und sie nur mit höhnischen Bemerkungen abtut. 2m übrigen klammern sich die polnischen Blätter an die- jenischen französischen und englischen Pressestimmen, die der polnischen Auffassung entsprechen.
England verständnislos.
London, 11.August. (DNB.) Die Rede Bauleiter Forsters wird auch von der Provinzpresse offensichtlich stark beachtet, wenn auch die Plätter fast ausnahmslos in ihren Kommentaren versuchen, das erneute Bekenntnis der alten deutschen Stadt Danzig zum Reich mit den üblichen läppischen Redensarten zu bagatellisieren.
pari« merkt nichts.
Paris, 11.August. (DNB.) Die Forster-Rede findet in Paris weiterhin große Beachtung. Allerdings tun die Mittagszeitungen, wie auch die Früh- blätter, so, als ob der Stein nunmehr nicht ins Rollen gekommen sei. Das in Paris festzustellende Bemühen, die Forster-Rede zu bagatellisieren, geht offensichtlich auf geheime Aengste zurück. Forster sei übrigens gar kein Danziger, sondern Deutscher und im übrigen keine regierungsamtliche Stelle. 2n dieser Art alberner Töne geht es weiter.
Das Echo in Italien.
Rom, ll.Aug. (Europapreß.) Die von Gauleiter Forster am Donnerstag in Danzig gehal- rene Rede findet einen starken Widerhall in der italienischen Presse, ebenso wie die Rede des Oberbefehlshabers des Heeres. Generaloberst von Br auch it sch, in Düsseldorf Die wichtigsten Stellen werden in Kursivschrift wiedergegeben. 2n den Ueberschriften heben die Blätter den entschlosse- nen Willen Danzigs zur Wiedervereinigung mit dem Reich hervor. Ferner wird auf die Entschlossenheit der Danziger hingewiesen, jeden polnischen An- griffsversuch zurückzuweisen. So hebt die „Gazzetta del Popolo" hervor, daß die Danziger die polnischen Kanonen nicht fürchteten und auf den Führer blickten. Der unbeugsame Wille dieser deutschen Stadt, die volle Freiheit wiederzuerlangen, sei in den mannhaften Ausführungen des Gauleiters klar zum Ausdruck gelangt, schreibt der Direktor des halbamtlichen „Giomale d'2talia", Gayda. Dieser Wille sei nicht eine 2mprovisation der letzten Stunden, sondern bestehe feit den ersten Tagen des Diktats von Versailles.
Ungarn sagt: größte Bedeutung.
Budapest, ll.Aug. (DNB.) Die Rede des Gauleiters Forster wird von der ungarischen Presse teils im Auszug, teils im Wortlaut veröffentlicht und deren prägnante Sätze in großen Schlagzeilen hervorgehoben. Hierbei wird die Forderung „Zurück ins Reich" als Kernpunkt der Danziger Rede gekennzeichnet und der Feststellung, daß Großdeutschland und fe-in Führer im Falle eines Angriffs von polnischer Seite an der Seite Danzigs stehen werde, größt« Bedeutung beigemessen.
Spanien hat volles Verständnis.
Madrid, 11. Aug. (DNB.) Trotz der Neubildung der Regierung, welche das 2ntereffe der Oeffentlichkeit im besonderen Maße auf sich zieht,
geben die Madrider Zeitungen ausführlich die Rede des Gauleiters Forster wieder. „ABC" zählt in ihrem Kommentar Vorteile auf, welche Polen wäh- rend der friedlichen Zusammenarbeit mit Deutsch- land gehabt hat und die es nun leichtfertig preis- gegeben habe.
Oie Meinung in Belgien.
Brüssel, 11. Aug. (DNB.) Die Kundgebung der Danziger Bevölkerung gegen die polnischen Drohun- gen findet in der belgischen Presse starke Beachtung. „Libre Belgique" bringt die Ueberschrist: „Wenn Danzig von Polen angegriffen wird, dann wird ihm Deutschland zu Hilfe eilen". Der „Standaard" schreibt, die Rede habe den Zweck gehabt, der ganzen Welt den Willen des Danziger Volkes darzu- tun. Sie fei ein Ruf an die Welt, Danzig die freie Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes zu gewäh. ren. Der marxistische „Peuple" bringt folgende Ueberschrist „Danzig ist eine deutsche Stadt uni) will zu Deutschland zurückkehren."
Starkes Interesse in Holland.
Amsterdam, ll.Aug. (DNB.) Die mit großer Spannung erwartete Rede des Gauleiters Forster steht heute im Mittelpunkt des Znteresfes der holländischen Presse. Die Zeitungen bringen die Rede ausführlich in größter Aufmachung, wobei besonders bi« Warnungen Forsters an Polen in den Vordergrund gestellt werden.
OaS Urteil in Dänemark.
Kopenhagen, 11. Aua. (DNB.) Die Rede Forsters steht neben der Salzburger Zusammenkunft des deutschen Reichsaußenministers mit dem Grafen Ciano im Vordergrund des politischen 2nteresses. „Politiken" führt aus, daß man der Stimme des Gauleiters überall in her Welt gelauscht habe, wenn man auch im voraus den Wunsch der Danziger Bevölkerung nach einer Rückkehr zum Reich kannte. Forster habe belegt, daß Polen unrechtmäßig fremden Boden und fremde Bevölkerung fordere, seine Ansprüche bis zur Unersättlichkeit steigere und damit der wirkliche Friedensfeind in Europa sei.
Stärkste Beachtung in Schweden.
Stockholm, 11. Aug. (DNB.) Die Rede bes (Bauleiters Förster in Danzig, die hier mit großer Spannung erwartet wurde, findet in der Stockholmer Presse stärkste Beachtung. Die Blätter bringen ausführliche Auszüge aus der Rede. Sämtliche Blätter heben in ihren Berichten hervor, daß- der Wille der Danziger Bevölkerung, ins Reich heimmkehren, in der gestrigen Kundgebung kraftvollen Ausdruck gefunden hat.
„Butterklunipen in polnischer Grütze/
Oslo, ll.Aug. (DNB.) Unter dem Titel „Ent- fpannung in der Danzig-Frage" berichtet die norwegische Presse ausführlich über die gestrige Rede Forsters. Das führende Schiffahrts- und Handelsblatt „Norges Handels og Sjoefartstidende" schreibt u. a.: Wir haben bereits kurz nach dem Weltkriege geschrieben, daß Versailles Kriegsursachen für mindestens hundert 2ahre schaffe und man durch diesen Friedensvertrag den unruhigen Balkan oom Schwarzen Meer bis zum Eismeer ausgedehnt hat. Viele dieser Ungerechtigkeiten find beseitigt worden, aber viele Monumente der Dummheit bestehen noch immer. Einer von diesen ist Danzig und der Korridor. Der polnische Zugang zum Meere ist so schlau angelegt worden, daß er die Küche der Deutschen von ihrer Speisekammer trennt. Dabei hat
Solange die Mittelmächte Kongreß-Polen militärisch besetzt hatten, gab es in Warschau und an anderen polnischen Stätten keine nationalpolnische Bewegung, die sich offen für bi« Entente eingesetzt hätte. Das alles tarn erst zum Durchbruch, als im November 1918 die Westfront zusammenbrach, als die deutsche Regierung auf Grund der 14 Punkte Wilsons die Waffen hatte niederlegen lassen. Mer im November 1918 bis zum Frühjahr 1919 war in Warschau eine rein polnische Regierung gebildet worden unter dem Schutz Pi 1 sudskis, die es für realpolitisch klug und zweckmäßig hielt, die Brücken nach Deutschland nicht ganz abzubrechen. Dafür wurde sie von den polnischen Ultras heftig bekämpft und befehdet, bes Landesverrats geziehen, was alles nicht dazu ausreichte, um sie wegdrän- gen zu können. 2m Frühjahr 1919 kam bann die Erleuchtung über Warschau, es sei doch wohl besser, ein Bündnis mit den Siegern in Versailles einzugehen, um so den polnischen Staat nach Ost und West noch weiter auszubehnen. Der polnische Großrat von Posen faßte um biese Zeit den Beschluß, außer Danzig noch Ermlanb unb Masuren zu fordern, die Polen niemals wieder hergeben würde. Erne stanzösische Militärkommission kam im Sommer 1919 nach Polen, um die Grenze gegen Deutschland nach rem strategischen Erwägungen festzusetzen. Die Dolkstumsgrenze wurde überhaupt nicht beachtet, sondern für diese Kommission war nur maßgebend, daß von Polen aus militärische Angriffe auf die unverteidigte deutsche Ostgrenze verhättnismäßig leicht möglich sein würden. Das
Unser Bild link- zeigt Gauleiter Forster wahrend seiner Rede, das rechte Bild gibt einen Ausschnitt Don der eindrucksvollen Kundgebung. (Scherl-Bild erdienst-M.)
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