Ausgabe 
12.8.1939
 
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kanzler v. B ethmann Hollwey und seinen Ratgebern Verständnis gefunden, weniger schon bei der Obersten Heeresleitung, die Zwar an sich nichts dagegen hatte, aber nicht bereit war, sich deshalb die Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit dem Zarenreiche zu verbauen. Die Aufstellung polnischer Truppenoerbände war nur ein Teil eines Gesamt­planes, denn der andere Teil bestand darin, das Königreich Polen als solches wiederherzustellen. Für diesen Plan mußte die deutsche Presse schon seit 1916 werben, oder doch die öffentliche Meinung in Deutschland darauf oorbereiten. Es gab politische und militärische Kreise, die diesen Plan aufs schärfste bekämpften, vornehmlich deshalb, weil er geeignet war, alle Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit Rußland zu zerstören. Wenn zu Beginn des Krie­ges der zaristische Oberbefehlshaber, Großfürst Nikolaus, eine Proklamation an das polnische Volk in allen Teilgebieten, also auch in Deutschland und Oesterreich-Ungarn erlassen hatte, so bestand doch bei den Polen selbst kein Zweifel darüber, was es mit dieser Proklamation, mit diesem Gelöbnis einer staatlichen Unabhängigkeit für Polen auf sich hatte. Zu den politischen Zielen des Zarenreiches, zu den Kriegszielen der russischen Imperialisten wie Sasonow und Iswolski, gehörten die Eroberung deutscher und österreichischer Gebiete. Diese russischen Imperialisten waren es auch, di« die Westgrenze des Zarenreiches bis an die Oder und darüber hin­aus vorschieben wollten, wobei aber unter keinen Umständen an irgendeine polnische Staatlichkeit ge­dacht wurde.

Pilsudski und seine Legionen zogen 1914 gegen Rußland schlechthin aus, nicht nur gegen das Zarenreich, nicht nur gegen die slawische Vormacht, sondern sie zogen aus, weil die Neuschöpfung eines polnischen Staates nur gegen Rußland selbst mög­lich war. Freiwillig hätte ein siegreiches Rußland Kongreß-Polen nicht herausgegeben, den Polen auch nicht Wilna und Suwalki, auch nicht das Eholmer-Land, endlich auch nicht wesentliche Teile der Ukraine überlassen. Als die Heere der Mittel­mächte die zaristischen Armeen zertrümmert und die Okkupattonsgrenze über Kongreß-Polen vorge­schoben hatten, war für die polnischen Nationalisten so etwas wie eine Hoffnung gegeben. Wesentlich war hieran nur, daß die polnischen Legionen als Hilfskorps in Kongreß-Polen installiert wurden, wobei sie sich selbst schon als Kern einer polnischen Zukunftsarmee ansahen. Inzwischen waren die Vorbereitungen für die Errichtung eines neuen Königreiches Polen soweit gefördert, daß di« feier­liche Ausrufung im November 1916 vor sich gehen konnte. Es läßt sich hinterher nicht mehr feststellen, ob, wenn dies nicht geschehen wäre, ein Sonder­frieden mit dem Zarenreich im Winter 1916/17 nicht außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit lag. Tat­sache ist jedenfalls, daß im Herbst 1916 mit dem zaristischen Ministerpräsidenten Stürmer in Stockholm verhandelt wurde, ferner daß als Ver­treter Stürmers kein Geringerer tätig war als der zaristische Minister des Innern P r o t o p o p ow. Das ist auch in London und Paris bekannt gewor­den, das veranlaßte den englischen Botschafter in Petersburg, Sir George Buchanan, alle Hebel und Tausende von Pfund Sterling in Bewegung zu setzen, um mit Hilfe der Duma und der Kreise um den Großfürsten Nikolaus eine Gegenaktton hervorzurufen. Tatsache ist weiter, daß die einfluß­reichsten zaristischen Verbände im Herbst 1916 Ent­schließungen faßten, sowie dem Zaren und der Re­gierung Denkschriften übersandten, in denen offen dazu aufgefordert wurde, den Krieg, der für Ruß­land ein Unglück sei, zu beenden. Es ist endlich Tatsache, daß Stürmer und seine Mitarbeiter bis zu den Vorgängen in Warschau im November 1916 das unbedingte Vertrauen des Zaren hatten. Da kam die Proklamation über Polen dazwischen, also etwas, was gegen die allrussische Tradition ging. So mußte Stürmer Ende November 1916 zurück­treten, nicht ohne vorher noch eine Deklaration er­lassen zu haben, in der er sich gegen alle Gerüchte wandte, daß über einen Sonderfrieden mit den Mittelmächten im In- und Auslande verhandelt worden fei.

In Warschau war also ein Königreich Polen aus­gerufen worden, aber nicht als Ergebnis desFrei- heitskampfes der polnischen Legionäre", sondern aus ganz anderen Gründen. Die polnischen Legio­näre hatten 1914 und später keinerlei militärische Tätigkeit an der Ostfront entfaltet, vielmehr vorge­zogen, sich innerpolitisch in einer Weise zu betäti­gen, daß sie zum Teil aufgelöst werden mußten. Das geschah 1917/18, denn nacheinander wurden die Legionen von den Militärbehörden der Mittelmächte entwaffnet. 2m Frühjahr 1918 gelang es einem Teil dieser polnischen Legionäre unter Führung des Obersten Joseph Haller, nach Südrutzland zu desertieren, was die polnische Legende heute noch damitt beschönigt, es sei das in offener Opposition zu dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk ge­schehen. Damals wurde ein freier und unabhängiger Staat Ukraine gegründet, der das Eholmer-Land «inschloß, also ein Gebiet, auf das die Polen An- svruch erhoben. Weil dieser Anspruch in Brest- Litowsk nicht anerkannt wurde, zog ein kleiner Teil der polnischen Legionäre vor, über die russische Grenze zu gehen. Frgendwelche militärische Taten konnten diese polnischen Truppen an keiner Front mehr vollbringen, erst recht nichts dazu tun, einen polnischen Nationalstaat aufzurichten, Haller durfte 1919 nicht einmal über Danzig zurück!

darunter Reichstags- und Landtagsabgeordnete pol. nischer Herkunft. Wir nennen hier nur Korj an ty aus Oberfchlesien, der in feiner Eigen,chaf als Reichstagsabaeorneter und als Redakteur vertrau- liche militärische und politische Informationen sich verschaffen konnte. Er hot sie gegen Bezahlung der Entente zugänglich gemacht. Der.polnische Staat von 1918 ist und bleibt -ine Reuschopsung deutscher Heere und Feldherren. Marodeure und Hyänen gibt es leider auf allen Schlachtfeldern.

zeigt, daß für Frankreich die Hilfsstellung für Po­len nicht aus der traditionellen Freundschaft Frarck- reichs zu Polen entsprungen war, sondern der nüch­ternen Erwägung, sich gegen eine mögliche deutsche Revanche zu schützen. Die polnischen Legionen haben also di« Westgrenze Polens ebensowenig er­kämpft und festgesetzt, wie die Deserteur« des Ober­sten Haller die Ostgrenze gegen die Sowiettlmon. Das war schließlich nur das Werk der Botschafter­konferenz, die es fertig brachte, Oberschlesien zu zerreißen, obwohl bei der Volksabstimmung sich

67 o. H. der Bevölkerung für das Verbleiben beim Reich erklärt hatten. .

Es bleibt dabei: Polen verdankt seine staatliche Neuschöpfung den siegreichen Feldzügen, die die deutschen Heere gegen das Zarenreich durchgefuhrt hatten. Polnische Truppen sind daran wenig oder gar nicht beteiligt gewesen, polnische Legionäre erst recht nicht. Sie hätten schon wegen ihrer zaylen- mäßigen Schwäche so gut wie nichts Ausrichten können. Wohl aber haben Polen in Deutschland während des ganzen Krieges Landesverrat geübt,

Oie Wirkung -er Rede Försters.

Ehrliche Beobachter erkennen die Llnhaltbarkeit der jetzigen Lage um Danzig.

Mit Beklommenheit hat die demokratische und die verwirrte polnische Welt die letzteWarnung ausgenommen, die im Namen Danzigs Gauleiter Forster gegen die polnischen Kriegsdrohungen richtete. Daß die Danziger Bevölkerung wieder heim ins Reich will, daß kein Danziger anders denkt, diese Tatsache ist unvereinbar mit dem polnischen Annerionswahn und den hinter ihm stehenden West- demokratten, und schon die Unterstreichung dieser Wirklichkeit genügt an und für sich, um die Haß- wellen und Lügen zerschellen zu lassen. 2n London und Paris, wo man sehr aufmerksam die Aeußerun- gen des Generalfeldmarschalls Göring», des Reichsministers Dr. Goebbels, des Oberbefehls­habers des Heeres, des Generalobersten von B r a u ch i t s ch, verfolgte und mit einiger Beklem­mung das Zusammentreffen des deutschen und des italienischen Außenministers in Salzburg verzeichnet, hat die Protestrede insofern die infolge der eigenen Kriegsgerüchte etwas sehr durcheinander geratenen Nerven beruhigt, als Forster nicht di­rekt d e n Tag ankündigte, an dem Danzig wieder von Großdeutschlands Mutterarmen ausgenom­men wird. Die starke und selbstsichere Ruhe, mit der die Danziger Bevölkerung und ganz Groß­deutschland den Ruf des Führers erwartet, sticht vor­teilhaft ab von dem aufgeregten Gebaren derer, die uns einkreisen wollen und nunmehr erkennen, daß sie sich selbst durch ihre Lügen eingekreist haben und darunter die Ruhe verlieren.

Es ist sehr peinlich, daß diese in ihrer Selbstsicher­heit gemäßigte Rede eine ganze Reihe von Stim­men englischer und französischer Politiker brachte, die das schändliche Spiel von Versailles und d e dort erfolgte Schaffung eines Freistaates Danzig, dem gerade Die Freiheit in Versailles abgesprochen wurde, auf das schärfste verurteilten und den An­spruch Danzigs auf Heimkehr ins Reich glatt unter­strichen. Man kann doch nicht Stimmen wie die Lloyd Georges oder Winston Spencer C h u r - chills gegen die Polen heute als unbedeutend hin­stellen, selbst wenn sich diese Politiker jetzt als Dor- kämpfer der Einkreisungsfront gebärden. Eine ein­mal erkannte Wahrheit wirkt fort,, selbst wenn die Männer, die sie einst fanden, jetzt den Mantel nach dem Winde hängen. Diese Wahrheit aber ist der englischen und französischen Presse der­art peinlich, daß kein einziges Blatt seinen Lesern zu sagen wagt, was Lloyd George und Churchill eigentlich über Polen denken. Das ist geradezu ein Verbrechen an ihrer Leserschaft, es ist ein Hohn auf die sog.freie Meinungsäußerung", es ist die schneidendste Selbstironie, die jemals auf dieUnbestechlichkeit" undWahrheitsliebe" dieser Weltmeinungsmacher von ihnen selbst aeschrieben wurde. Wenn der Publizist mit dem slawischen Vor­namen Wladimir, d'Ormesson, im PariserFigaro" Forster vorwirft, er verdrehe die Tatsachen, dann ist das eine ebenso ungeheuerliche und freche Ver­fälschung eines klaren Tatbestandes, wie der kon­servativeDaily Telegraph" in London zu behaup­ten wagt, Forsters Rede seieine durchsichtige Ver­drehung der jüngsten Geschichte des Freistaates". Monsieur d'Ormesson und das ehrenwerte Lon­doner Blatt wagen yar nicht, die von Gauleiter Forster erwiesenen und aller Welt bekannten Dinge ihren Lesern vorzusetzen!

Schon die einfache Tatsache, daß ein angeblicher Freistaat" wie Danzig nach der Forderung der Gegner nicht einmal bestimmen darf, zu wem er gehören soll, ist eine angemaßte Gewalt, die nie­mals Recht wird. Die polnische Kriegshysterie, von Gauleiter Forster so schlagend nachgewiesen, die massiven Drohungen gegen Danzig, die Annexions­gelüste gegen das Reich, auch sie werden totgeschwie­gen, und die polnische Presse dreht und wendet sich in ihren Lügen und in ihrem Größenwahn, wie sich die Schlange aus der Faust eines Bändigers ver­geblich loszuwinden bestrebt. Die edlen Polensöhne, von denen nach der amtlichen polnischen Statistik noch heute ein volles Fünftel des Lesens und Schreibens völlig unkundig sind und sicherlich weitere Teile nur notdürftig ihren Namen kritzeln und Ge­schriebenes kaum lesen können, werden von einer winzigen Gruppe von Obersten, denen England nicht genug Pfunde gab, in einen Irrwahn versetzt, der für Europas Ruhe gemeingefährlich ge­worden ist. Was soll man abgesehen von an­deren Beispielen einer sadistischen und selbstmörde­rischen Kriegslust dazu sagen, wenn nach dem Bericht der PosenerNowy Kurjer" ein Führer der dortigen Legionäre, Professor Iakobski, gesagt hat:

wirklich

Dort, jenseits der Grenze, schäumt vor Wut der heidnische Wotan. Stellen wir uns daher alle zum Start auf, um den Lauf auf Leben und Tod zu beginnen, mit Ehren, mit einem Lied auf den Lippen, zur blutigen Ernte, zum nationalen Feiertag!"

Um verkündet dieser irrsinnige Professor weiter,Polen hinaufzuziehen in schwindel­erregende Höhen, die dem Feind nicht erreich­bar sind. Stellen wir Polen auf den Sockel des Ruhmes, den es bisher nicht erreicht hat."

Die Höhen dieses Wahnwitzes sind , schwindelerregend, aber wir können eins bestätigen: Den Ruhm, Danzig oder Deutschland zu besiegen, hat Polen bisher noch nicht erreicht, und es wird ihn niemals erreichen. _

Denn ein 80-Millionen-Dolk, der stählerne Kern Europas, stellt das Gesetz des Handelns auf. Wir bestimmen allein, wann Danzig heim ins Reich kehrt. Daß es geschieht, ist so sicher, wie St. Manen in Danzig ein deutsches Bauwerk. E. S.

Stimmen des Auslands.

Warschau steckt den Kopf in den Gand.

Warschau, 11. August. (DNB.) Die War­schauer Blätter vermeiden es, auf die Rede Gau­leiters Forsters näher einzugehen. Sie veröffent­lichen nur eine Meldung der Polnischen Telegra- phenayentur, die der polnischen Oeffentlichkeit die Ausführungen des Danziger Gauleiters vorenthält und sie nur mit höhnischen Bemerkungen abtut. 2m übrigen klammern sich die polnischen Blätter an die- jenischen französischen und englischen Pressestimmen, die der polnischen Auffassung entsprechen.

England verständnislos.

London, 11.August. (DNB.) Die Rede Bau­leiter Forsters wird auch von der Provinzpresse offensichtlich stark beachtet, wenn auch die Plätter fast ausnahmslos in ihren Kommentaren versuchen, das erneute Bekenntnis der alten deutschen Stadt Danzig zum Reich mit den üblichen läppischen Redensarten zu bagatellisieren.

pari« merkt nichts.

Paris, 11.August. (DNB.) Die Forster-Rede findet in Paris weiterhin große Beachtung. Aller­dings tun die Mittagszeitungen, wie auch die Früh- blätter, so, als ob der Stein nunmehr nicht ins Rollen gekommen sei. Das in Paris festzustellende Bemühen, die Forster-Rede zu bagatellisieren, geht offensichtlich auf geheime Aengste zurück. Forster sei übrigens gar kein Danziger, sondern Deutscher und im übrigen keine regierungsamtliche Stelle. 2n dieser Art alberner Töne geht es weiter.

Das Echo in Italien.

Rom, ll.Aug. (Europapreß.) Die von Gau­leiter Forster am Donnerstag in Danzig gehal- rene Rede findet einen starken Widerhall in der italienischen Presse, ebenso wie die Rede des Ober­befehlshabers des Heeres. Generaloberst von Br auch it sch, in Düsseldorf Die wichtigsten Stellen werden in Kursivschrift wiedergegeben. 2n den Ueberschriften heben die Blätter den entschlosse- nen Willen Danzigs zur Wiedervereinigung mit dem Reich hervor. Ferner wird auf die Entschlossen­heit der Danziger hingewiesen, jeden polnischen An- griffsversuch zurückzuweisen. So hebt dieGazzetta del Popolo" hervor, daß die Danziger die polni­schen Kanonen nicht fürchteten und auf den Führer blickten. Der unbeugsame Wille dieser deutschen Stadt, die volle Freiheit wiederzuerlangen, sei in den mannhaften Ausführungen des Gauleiters klar zum Ausdruck gelangt, schreibt der Direktor des halbamtlichenGiomale d'2talia", Gayda. Dieser Wille sei nicht eine 2mprovisation der letzten Stun­den, sondern bestehe feit den ersten Tagen des Dik­tats von Versailles.

Ungarn sagt: größte Bedeutung.

Budapest, ll.Aug. (DNB.) Die Rede des Gauleiters Forster wird von der ungarischen Presse teils im Auszug, teils im Wortlaut veröffentlicht und deren prägnante Sätze in großen Schlagzeilen hervorgehoben. Hierbei wird die ForderungZu­rück ins Reich" als Kernpunkt der Danziger Rede gekennzeichnet und der Feststellung, daß Groß­deutschland und fe-in Führer im Falle eines An­griffs von polnischer Seite an der Seite Danzigs stehen werde, größt« Bedeutung beigemessen.

Spanien hat volles Verständnis.

Madrid, 11. Aug. (DNB.) Trotz der Neubil­dung der Regierung, welche das 2ntereffe der Oeffentlichkeit im besonderen Maße auf sich zieht,

geben die Madrider Zeitungen ausführlich die Rede des Gauleiters Forster wieder.ABC" zählt in ihrem Kommentar Vorteile auf, welche Polen wäh- rend der friedlichen Zusammenarbeit mit Deutsch- land gehabt hat und die es nun leichtfertig preis- gegeben habe.

Oie Meinung in Belgien.

Brüssel, 11. Aug. (DNB.) Die Kundgebung der Danziger Bevölkerung gegen die polnischen Drohun- gen findet in der belgischen Presse starke Beachtung. Libre Belgique" bringt die Ueberschrist:Wenn Danzig von Polen angegriffen wird, dann wird ihm Deutschland zu Hilfe eilen". DerStandaard" schreibt, die Rede habe den Zweck gehabt, der gan­zen Welt den Willen des Danziger Volkes darzu- tun. Sie fei ein Ruf an die Welt, Danzig die freie Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes zu gewäh. ren. Der marxistischePeuple" bringt folgende UeberschristDanzig ist eine deutsche Stadt uni) will zu Deutschland zurückkehren."

Starkes Interesse in Holland.

Amsterdam, ll.Aug. (DNB.) Die mit gro­ßer Spannung erwartete Rede des Gauleiters Forster steht heute im Mittelpunkt des Znteresfes der holländischen Presse. Die Zeitungen bringen die Rede ausführlich in größter Aufmachung, wobei be­sonders bi« Warnungen Forsters an Polen in den Vordergrund gestellt werden.

OaS Urteil in Dänemark.

Kopenhagen, 11. Aua. (DNB.) Die Rede Forsters steht neben der Salzburger Zusammenkunft des deutschen Reichsaußenministers mit dem Grafen Ciano im Vordergrund des politischen 2nteresses.Politiken" führt aus, daß man der Stimme des Gauleiters überall in her Welt gelauscht habe, wenn man auch im voraus den Wunsch der Danziger Bevölkerung nach einer Rückkehr zum Reich kannte. Forster habe belegt, daß Polen unrechtmäßig fremden Boden und fremde Bevölkerung fordere, seine Ansprüche bis zur Unersättlichkeit steigere und damit der wirkliche Friedensfeind in Europa sei.

Stärkste Beachtung in Schweden.

Stockholm, 11. Aug. (DNB.) Die Rede bes (Bauleiters Förster in Danzig, die hier mit großer Spannung erwartet wurde, findet in der Stockholmer Presse stärkste Beachtung. Die Blätter bringen aus­führliche Auszüge aus der Rede. Sämtliche Blätter heben in ihren Berichten hervor, daß- der Wille der Danziger Bevölkerung, ins Reich heimmkehren, in der gestrigen Kundgebung kraftvollen Ausdruck gefunden hat.

Butterklunipen in polnischer Grütze/

Oslo, ll.Aug. (DNB.) Unter dem TitelEnt- fpannung in der Danzig-Frage" berichtet die nor­wegische Presse ausführlich über die gestrige Rede Forsters. Das führende Schiffahrts- und Handels­blattNorges Handels og Sjoefartstidende" schreibt u. a.: Wir haben bereits kurz nach dem Weltkriege geschrieben, daß Versailles Kriegsursachen für min­destens hundert 2ahre schaffe und man durch diesen Friedensvertrag den unruhigen Balkan oom Schwarzen Meer bis zum Eismeer ausgedehnt hat. Viele dieser Ungerechtigkeiten find beseitigt worden, aber viele Monumente der Dummheit bestehen noch immer. Einer von diesen ist Danzig und der Korridor. Der polnische Zugang zum Meere ist so schlau angelegt worden, daß er die Küche der Deut­schen von ihrer Speisekammer trennt. Dabei hat

Solange die Mittelmächte Kongreß-Polen mili­tärisch besetzt hatten, gab es in Warschau und an anderen polnischen Stätten keine nationalpolnische Bewegung, die sich offen für bi« Entente eingesetzt hätte. Das alles tarn erst zum Durchbruch, als im November 1918 die Westfront zusammenbrach, als die deutsche Regierung auf Grund der 14 Punkte Wilsons die Waffen hatte niederlegen lassen. Mer im November 1918 bis zum Frühjahr 1919 war in Warschau eine rein polnische Regierung gebildet worden unter dem Schutz Pi 1 sudskis, die es für realpolitisch klug und zweckmäßig hielt, die Brücken nach Deutschland nicht ganz abzubrechen. Dafür wurde sie von den polnischen Ultras heftig bekämpft und befehdet, bes Landesverrats geziehen, was alles nicht dazu ausreichte, um sie wegdrän- gen zu können. 2m Frühjahr 1919 kam bann die Erleuchtung über Warschau, es sei doch wohl besser, ein Bündnis mit den Siegern in Versailles einzu­gehen, um so den polnischen Staat nach Ost und West noch weiter auszubehnen. Der polnische Groß­rat von Posen faßte um biese Zeit den Beschluß, außer Danzig noch Ermlanb unb Masuren zu for­dern, die Polen niemals wieder hergeben würde. Erne stanzösische Militärkommission kam im Som­mer 1919 nach Polen, um die Grenze gegen Deutschland nach rem strategischen Erwägungen festzusetzen. Die Dolkstumsgrenze wurde überhaupt nicht beachtet, sondern für diese Kommission war nur maßgebend, daß von Polen aus militärische Angriffe auf die unverteidigte deutsche Ostgrenze verhättnismäßig leicht möglich sein würden. Das

Unser Bild link- zeigt Gauleiter Forster wahrend seiner Rede, das rechte Bild gibt einen Ausschnitt Don der eindrucksvollen Kundgebung. (Scherl-Bild erdienst-M.)

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