Ausgabe 
12.8.1939
 
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Neu-

Dan-

irößter Aufmachung. Der Rede wird, wie aus den zum Teil ganzseitigen Ueberschriften hervorgeht, in ter amerikanischen Presse größte Bedeutung bei- ismessen. Die Ausführungen Forsters werden zu­gleich als maßgebende deutsche Auffassung über den !°rzeitigen Stand der Danziger Frage angesehen. !uch die Düsseldorfer Rede des Oberbefehlshabers les Heeres, Generaloberst von Braucbitsch, ü in der nordamerikanischen Presse groß aufgemacht r-arden.

folgen der Kriegshetze in polen.

Warschau, II.Aug. (Europapreß.) Die pol- üsche Währungsbank ist zur Behebung des M a n -

Reuyork, II.Aug. (Europapreß.) Die wrfer Zeitungen vom Freitag bringen die ger Rede des Gauleiters Forster in aller»

man die deutsche Stadt Danzig gleich einem Butter« Humpen mitten in diese polnische Grütze hinein- Wlegt. Forsters Rede hat die Sachlage blitzartig elsuchtet.

Oer Widerhall in USA.

Die chauvimMchen Amokläufer in Polen.

Oeutschands Geduld ist nicht unbegrenzt. - Ein Wort an die Westmächte.

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gels a n Silbermünzen gezwungen gewesen, einen größeren Posten Silber im Ausland anzu­kaufen. Dieses Silber ist bereits in Warschau ein» getroffen. Es ist zur Ausprägung von Sil. berscheidemünz-en im Betrage von 50 Mil­lionen Zloty bestimmt. Die polnische Staatsbank mußte am Donnerstag Kleingeld in einem FlugzeugnachPosen bringen lassen, um den dort unerträglich gewordenen Kleingeldmangel eini- aermaßen beheben zu können. Dieser Mangel an Kleingeld hatte erhebliche Störungen im Geschästs- leben hervorgerufen.

Die Spekulation mit Silbergeld geht soweit, daß sich die Behörden bereits veranlaßt sahen, an einigen dieser Spekulanten ein Exempel xu statuieren und sie in das Jsolierungslager nach Bereza-Kartuska zu schicken. Es half aber nichts. Die Kellner in den Lokalen fragen, um nur ein Beispiel zu nennen, weiterhin den Gast, noch be­vor sie seine Wünsche anhören, ob er auch das nö­tige Kleingeld zur Bezahlung der Zeche habe. Hat er es nicht, dann muß er in das nächste Gasthaus ziehen.

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Essen, 11. Aug. (DNB.) Unter den Ueberschrif- tnPolens Machtanspruch hat seine Grenxen!" ,Das Reich wird die Volksdeutschen schützen^ schreibt tsNationalzeitun^:

Die Geduld, mit der das. Reich der planmäßigen t-etze und den unverschämten größenwahnsinnigen Drohungen und Machtansprüchen Polens zugesehen lut, Hot ihre Grenzen. Bis jetzt hat Deutsch­lind das volnische Dorgehen gegen die deutschen Iwlksgenossen in seiner ganzen Brutalität und in feiner sehr naheliegenden Wirkung der Weltöffent- Meit nicht zur Kenntnis gegeben, weil es immer riech mit der Möglichkeit rechnete, die Welle ch a u -- r nistischen Amokläufertumes in Po- i n würde wieder abebben. In dieser Hoffnung hat st, Deutschland getäuscht. Die Rückenstärkung durch (ngl and und Frankreich hat den Polen csetn den Kopf verdreht. Sie sehen Danzig schon iinerhalb der polnischen Staatsgrenzen. Sie vehaup- tr.:, auf Ostpreußen ein völkisches Anrecht zu be- st»n, und vergessen dabei, daß ihr eigener Staat Plen noch nicht einmal ein Nationalstaat, sondern e ; von den Versailler Flickschneidern entgegen allen vlkrschen und geopolitischen Gesetzen zusammenkon- ftiierter Mosaikstaat ist. In diesem Mosaikstaat loen heute trotz zwanzigjähriger polnischer Unter» döckung eine Million Volksdeutsche, (jgen sie entlädt sich der verwilderte Haß und b schrankenlose Wut des kleinen Polen auf seinen c jfjen Nachbarn im Westen. Es ist an der Zeit, d Welt Aufklärung zu geben, wie die Polen in hem Land gegen oie Volksdeutschen vorgehen.

Denn anscheinend hat man in den polenfreund- lmn Staaten noch immer nicht erkannt, daß der ;:nrsche Größenwahn den Krieg, vor dem die Ürmokratien zittern, bereits angefangen hat drch die Entfesselung der Deutschenverfolgung in 3'llen. Es handelt sich nicht mehr um einzelne rchische Ausschreitungen, sondern allein in den lKten fünf Wochen wurden in Polen 204 Überfälle auf Volksdeutsche verübt. E chs Volksdeutsche wurden in dieser Zeit oct den Polen ermordet, und 21 Schwer- v u l e tz t e, die ihr Leben lang Krüppel bleiben D'-den, sind die Opfer polnischer Insurgenten ge= M-den.

JOie polnischen Staatsbehörden unterstützen diese ILIige Hetze gegen die Volksdeutschen ganz offen. 8' den Ued erfüllen werden statt der angreifenden en die Deutschen verhaftet. Hunderte butsche sitzen in den pölnischen Gefängnissen, die Digen ihres unhygienischen Zustandes, ihres LDmutzes und ihrer schlechten Verpflegung in der pxen zivilisierten Welt berüchtigt find. Diese liksdeutschen wurden von polnischen Gerichten zu dchsten Freiheitsstrafen verurteilt, obwohl sie sich Her anderen Straftat schuldig gemacht haben als k Liebe zu ihrem deutschen Volk.

Das Blatt gibt weiter als aufschlußreiche Beispiele «i'L Austtellung der besonders brutalen und zu» §°.ch für den moralischen Tiefftand der Polen be« zlchnenden Gewalttaten gegen Deutsche, und es scäeßt dann mit der Feststellung:

Es ist ganz offenkundig, daß die Polen in lhrem Staat den Krieg gegen das Deutschtum entfesselt haben. Es ist un» denkbar, daß Polen in diesen terroristischen Drang­salierungen die Unterstützung der Humanitären Demokratien des Westens genießt. Diese sollten ihren entscheidenden Einfluß in Polen schnellstens geltend machen. Denn das Reich, welches die Verpflichtung übernommen hat, bedrängte deutsche Volksangehörige im Auslande zu schützen, vermag eine solche Unterdrückung deutscher Volksangehörigen in seinem Nachbarstaat nicht ruhig mit an- z u s e h e n.

Deutsche Reisende vogelfrei!

Keine Sicherheit mehr im Durchgangsver­kehr durch den Korridor.

Berlin, 11.August. (DRB.) heule vormillag wurden auf dem Bahnhof Dlrschau aus dem Breslau-Kurswagen des D 14, der um 10.02 Uhr Marienburg in Richtung Berlin verläßt, a ch t deutsche Reisende von polnischer Polizei verhaftet. Unter den Verhafteten befinden sich vier Unteroffiziere der Luftwaffe und vier Zivilisten, darunter eine Frau.

Der Grund für die Verhaftung ist nicht bekannt geworden. Die Verhaftung soll sich folgendermaßen zugetragen haben: Rach Einfahrt des Zuges um­stellten etwa 30 Militärpersonen den genannten Magen, und acht bis zehn Polizisten drangen in ihn ein. Rach inzwischen eingetroffener Meldung sind die vier Luftwaffenangehörigen sowie die Frau wieder entlassen worden Das Schicksal der übrigen drei verhafteten Zivilisten ist noch ungewiß.

*

Mit dieser Tat haben sich die Polen eines kras­sen Vertragsbruches schuldig gemacht. Denn nach der vertraglichen Vereinbarung über die Ver­kehrs-Neuordnung im deutschen Osten auf Grund des Versailler Diktats, die feit Jahren zwischen Deutschland und Polen als völlig einwandfreie Rechtsgrundlage besteht, ist der Zugverkehr zwi­schen dem Reich und Ostpreußen durch den Korri­dor garantiert und in allen Einzelheiten so genau geregelt, daß jede Mißhelligkeit von vorn­herein ausgeschlossen ist. Im übrigen bedeutet diese vertragliche Regelung für Polen ein gutes Geschäft, denn die Deutsche Reichsbahn muß für alle Züge durch den Korridor an die polnische Eisenbahnverwaltung bezahlen. Man muß daher als selbstverständlich verlangen, daß der Verkehr z u m m i n d e st e n nichtgestört wird. Achtung vor den Verträgen kennt man aber offenbar in Polen auch nicht mehr. Mit ihrem jetzigen Vor­gehen beweisen die Polen vor aller Welt, daß der Korridor weiterhin ein Ding der Un­möglichkeit ist und die gegenwärtigen Ver­hältnisse einfach nicht mehr haltbar sind.

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estbesestigungen

unüberwindlich.

Marschall de Bono berichtet dem Duce.

!tom, II.Aug. (DNB) Marschall de Bono sr nach einer mehrmonatigen eingehenden Prü- wjg der italienischen Befestigungen an ier französischen Grenze, und zwar in

Meeralpen, wie in den Kottischen und Grastschen chrn, an Mussolini einen Bericht übermittelt, 2i Wem er u.a. betont, daß die bis in kleinste Anden Arbeiten überall mit größtem Eifer durch- Oschrt werden, um die absolute und vollkommene Wksamkeit der bereits vorhandenen Befestigungs- tttfje zu garantieren und den sie verteidigenden :tepen die Möglichkeit eines nicht übermäßig be» erlichen Lebens zu schaffen. Jedes mögliche Zu- : rikroeichen, das ein feindliches Eindringen geftat» i « könnte, wird in rückwärtigen Stellungen aufge» «i«n werden, die heute gleichfalls fast alle ernft» chjften Widerstand zu leisten vermögen. Die Be- emg der Verteidigungslinien sei dem erst vor vzim gebildeten Grenzschutzkorps übertragen wor- H«, dessen Offiziere und Mannschaften sich der übertragenen aufopferungsvollen Aufgabe i vihuf bewußt seien. Ihre Losung laute, den ihnen 1 iniitrauten Posten nicht aufzugeben, es sei denn . N Werfolgung des Feindes.Deshalb", so betom , ^Lischall de Bono abschließend,kann ich versichern, ! H das italienische Verteidigungs- Nsse m zusammen mit der Hilfe, die die Vorsehung : mit dem Bollwerk der Alpen gegeben

^.keinem feindlichen Fuß gestatten niiüd.den heiligen Boden unseres D a - i T a n ö e 5 z u betrete n."

Diu ssolini hat den Staatssekretär im Kriegs- i iTihterium, General Pariani, zu einer längeren - usiprache empfangen.

,^ch Abschluß der großen Sommermanöver sind, «Ni: amtlichen Verlautbarung zufolge, die Ange- W-en ber yaf) r g ä n ge 19 01 und 1 9 1 2 e n t» <el w n worden, von denen viele für die Ernte- oirtren Sonderurlaub erhalten hatten. Dagegen vvidin sämtliche Mitglieder der Jahrgänge W. und 1910 sowie die Unteroffiziere und

Offiziere der Jahresklassen 1902, 1906 sowie 1910 vom 21. August bis 31. Oktober zu Ausbildungs­zwecken einberufen werden.

General Halder dankt Mussolini.

Rom, 11. Aug. (DNB.) Der Chef des General­stabes des deutschen Heeres, General Halder, hat an Mussolini folgendes Telegramm gerichtet:

Beim Verlassen Italiens bitte ich Euer Exzellenz, meinen aufrichtigen Dank für die liebenswürdige Einladung und die herzliche Gastfreundschaft des italienischen Heeres genehmigen zu wollen. Der Aufenthalt in Italien und die Teilnahme an den Manävern der Po-Armee werden mir eine unvergeßliche Erinnerung fein. Es war für mich eine große Ehre und Genugtuung, den Uebungen des italienischen Heeres beizuwohnen, das von einem so hohen Geist beseelt ist, und per­sönlich den kraftvollen Rhythmus des faschistischen Italiens mitzuerleben.

General der Artillerie Halde r."

RooseveltsNeutralität".

Das Wafsengeschäst der USA. blüht.

Washington, 12. Aug. (DNB. Funkspruch.) Das Staatsdepartement gewährte im Juli Ausfuhr­lizenzen für Waffen und Munition in der Gesamthöhe von 40 Millionen Dollar, da­von allein 3,5 Millionen an Frankreich für bei­nahe alle Flugzeuge oder Flugzeugteile. Dies stellt einen Rekord für Waffenausfuhr für einen Monat in Friedenszeit dar. Nach England wurden für 5 Millionen Kriegsgerät ausgeführt, feit Jahres­beginn für 20 Millionen Dollar. Der Gesamtbetrag der gewährten Ausfuhrlizenzen seit den ersten Mo­naten dieses Jahres betrug 112 Millionen Dollar.

Sechs Jahre"

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irtschastsausbau

im Rhein-Main-Gebiet.

Ein Rechenschaftsbericht des Wirtschafts-Kammerpräsidenten Or. Lüer.

NSG. In Anwesenheit von Gauleiter Reichsstatt­halter Sprenger, Staatssekretär Posse vorn Rcichswirtschaftsministerium und führenden Ver­tretern von Partei, Wehrmacht und Staat, Behör­den und Wirtschaft fand am gestrigen Freitag in Frankfurt in der Industrie- und Handelskammer eine öffentliche Kundgebung der Wirt­schaftskammer He sen statt. Der Präsident der Wirtschaftskammer, Professor Dr. Lüer, gab neben einem Rechenscha tsbericht über die sechs­jährige Aufbauarbeit im Rhein-Main-Gebiet einen Gesamtüberblick über die Entwicklung des Bezirkes und über die wirtschaftliche Lage und zeigte die neuen Aufgaben der Zukunft auf.

1500 Betriebsführer aus dem Wirtschaftskammer­bezirk hatten sich versammelt, als Landeshandwerks­meister G a m e r die Ehrengäste begrüßte.

Professor Or. Lüer

zeigte, wie es in den vergangenen sechs Jahren gelungen ist, eine darniederliegende Wirtschaft neu zu beleben. Auch in unserem Gebiet lagen die Phasen des Aufstiegs so verschieden, daß der Kasse­ler Wirtschaftsbezirk gegenüber dem engertn Rhein- Main-Gebiet eine starke Anziehungskraft ausübte. Gegenüber dem vielfältigen, aber noch lange ge­hemmten Gewerbeleben des Südwestens hob sich nicht nur die Sonderkonjunktur des Kasseler Be­zirkes heraus, sondern auch das Eigenleben und die Eiaenentwicklung des Lahn-Dill-Bezirkes auf seiner zu größter Bedeutung gelangten Roh­stoffbasis. Der Wetzlarer Bezirk wurde durch die Steigerung der heimischen Erzversorgung aufs stärkste belebt, nachdem er weitgehend verödet war, Erweiterungsbauten und Neuanlagen erweiterten die industrielle Kapazität, doch muß an Schwierig­keiten in der Gießereiindustrie des Wetzlar-Dillbur- ger Bezirks und neuerdings an die Rohstoff- sorgen der Gießener Tabakindustrie erinnert werden. Der wirtschaftspolitische Wieder­aufbau in unserem Gebiete ist in vier Perioden verlaufen. In der ersten Periode stand die Arbeitsbeschaffung im Vordergrund. In der zweiten ging der Staat immer mehr davon ab, Auf­träge nur um der Arbeitsbeschaffung willen zu ver­geben. Die weitere Entwicklung wurde von der Wirkung der neugeschaffenen Kaufkraft und von der Beschaffung öffentlicher Aufträge bestimmt. Die Vollbeschäftigung in un­serem Gebiet wurde erst in der dritten Periode von 1936 bis 1938 erreicht. Am Ende dieser Periode erhält die militärisch-politische Sicherung unseres Gebietes ihre Krönung durch die Schaffungdes Westwalls. Von der gleichen Bedeutung war für diese Periode die Verkündung des zweiten Vierjahresplanes. Die vierte Periode um­schließt Gegenwart und nächste Zukunft zugleich.

Anschließend ging der Präsident auf die Entwick­lung der einzelnen Bezirke unseres Wirtschastsge- bietes ein und hob die Wirtschaftszweige hervor, die in den sechs Jahren begünstigt oder gehemmt wor­den sind. Die größten Erfolge in der Industrie haben das Baugewerbe, die Elektro - und die op­tische Industrie aufzuweisen. Daraus ist zu

ersehen, wie sehr Metallindustrie und Bau­gewerbe überall der Ausgleichsposten für Aus­fälle geworden sind. Wir sehen in dem Anstieg bei der Elektro- und optischen Industrie den Aufschwung des Wetzlarer Bezirkes ebenso begründet, wie sich umgekehrt die Sorgen der Lederwirtschaft in Worms und Offenbach in dem Rückgang der Be­schäftigtenzahlen der Wirtschaftsgruppe widerspie­geln. Dr. Lüer unterstrich, daß der Bezirk neben der Industrie auch über einen leistungsfähigen Ap­parat des Handels, des Handwerks, des Bank- und Versicherungswesens ver­fügt, um dann auf die Exportleistung einzugehen. Für das Jahr 1938 ergibt sich eine Steigerung des Exports um rund 20 v. H. gegenüber 1937. Den Rückblick schloß Dr. Lüer mit dem Dank an Gau­leiter Sprenger.

Weiter zeigte der Präsident die Aufgaben aus, die sich aus dem Erreichten für die Zukunft ergeben. Im jetzigen Stadium der Vollbeschäftigung muß vor allem dahin gewirkt werden, daß die dringenden Reichsaufgaben gegenüber allen anderen Auf­trägen weiteren Raum gewinnen. Es muß gelin­gen, durch Maßnahmen der Leistungssteige­rung auf allen Gebieten Erleichterung zu schaffen. Industrie, Handel, Hilfsbetriebe der Wirtschaft und der für unser Gebiet typische Export, so betonte er weiter, sind stärker auf den Konsumenten zugeschnit- ten als anderwärts. Es entsteht daraus ein Miß­verhältnis zwischen der Auftragslage, wie sie heute wesentlich von den öffentlichen Aufträgen her be­stimmt wird, und der Wirtschaftskapazität unseres Gebietes. Dieses Mißverhältnis kann nur so gelöst werden, daß sich Rangordnungen nach der Reichs­wichtigkeit der Aufträge noch sträker durchsetzen als bisher, daß aber zugleich auch der Bereich der an diesen Aufträgen beteiligten Betriebe erweitert wird. Wir werden es dabei nicht vermeiden können, daß Betriebe ober Betriebsabteilungen, die im Sinne dieser Rangordnung minder wichtig sind, Ein­schränkungen erleiden müssen zugunsten derer, die wir für die Reichsaufgoben brauchen.

Nachdem Dr. Lüer auf Schäden hingewiesen hatte, die auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes und der Lohnpolitik oft entstanden sind, kam er auf die 3 u f a mm en arbeit mit der D A F. zu spre­chen. Für die Schaffung der richtigen menschlichen Atmosphäre in der Arbeitsgemeinschaft der Wirt­schaft ist die Mitwirkung der DAF. unerläßlich. Der Präsident wandte sich bann an die Betriebsführer, von deren Leistung es abhängt, ob das Gebiet wei­ter wächst und gedecht, und ob es seine Pflicht gegenüber dem Reich erfüllt. Der Betriebsführer ist nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg verant­wortlich, er trägt eine Verantwortung politischer Art. Er muß seinen Weg durch bas Labyrinth der Rohstoffwirtschaft finden, das den wechselnden Reichsnotwendigkeiten ber Rohstoff- und Devisen­lage entsprechend ständig neue Marschrichtungen setzt. Er muß zugleich alles fördern, was zur Gewinnung neuer Werkstoffe beiträgt.

Abschließend versicherte Dr. Lüer, daß alle Be­triebsführer unseres Gebietes um ihre politische Aufgaben wissen.

Ausstellung in Nürnberg.

FrauundMutter-LebensquelldesBolkes"

Nürnberg, 11. Aug. (DNB.) Wie alljährlich auf dem Reichsparteitag, so wird auch in diesem Jahre die Dienststelle beim Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung eine G r o ß a u s st e l l u n g durchführen, die ein be­deutsames Thema unserer Tage nach den verschie­densten Richtungen hin darstellt. Diese unter der Schirmherrschaft des Stellvertreters des Führers, des Reichsministers Rudolf Heß, stehende Aus­stellung widmet sich dem Thema ,4)rau und Mutter Lebensquell des Volke s".

Während in der Stadt der Reichsparteitage auf den großen Aufmarschfeldern und in der Kongreß­halle die aktuellen Fragen der großen Politik er­örtert werden und die Macht der nationalsozialisti­schen Bewegung in großartigen Kundgebungen zur Schau gestellt wird, bietet diese Ausstellung einen Einblick in ein Lebensgebiet, das abseits vom Tage im Leben des Volkes von nicht abzuschätzender Be­deutung ist. Diese Ausstellung soll die Auffassung der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber der Frau und Mutter im Leben des Volkes verdeut­lichen. In 17 sorgfältig ausgeftatteten Räumen wird dieses Thema, vor allen Dingen durch bild­liche Darstellung, dokumentarisch belegt, von welch großer Wichtigkeit Art und Wesen der deut­schen Frau und Mutter in der Entwicklungsge­schichte des deutschen Volkes gewesen ist und auch heute noch ist.

Die Ausstellung findet, wie in den vergange­nen Jahren, auch diesmal in der Norishalle statt. Sie wird in diesem Jahre sämtliche großen Räume dieses Ausstellungsgebäudes füllen, ein Zeichen da­für, wie umfangreich und umfassend dieses Thema ist. Neben der Dienststelle des Beauftragten für die Ueberwachung der geistigen und weltanschau­lichen Schulung hat die Reichsführung der NS- Frauenschast an dem Zustandekommen der Aus­stellung maßgeblich mitgewirkt.

Englisch-französische Militärmission in Moskau.

Moskau, 11. August. (DNB.) Die englische und die französische Militärmission trafen heute in Mo stau ein, wo sie auf dem streng abgesperrten Bahnsteig vom stellvertretenden Ge­neralstabschef Smorodinow empfangen wurden. Auf dem Bahnhof hatte sich auch der türkische Militärattache eingefunden.

Die Mitglieder ber englisch-französischen Militär­mission statteten am Freitagnachmittag bem sowjet­russischen Volkskommissar für Verteibigungswesen, Woroschilow, einen Besuch ab. Die Leiter ber Delegation würben alsdann um 17 Uhr von Molo - t o ro im Kreml empfangen. Die erste gemeinsame Besprechung der englisch-französisch-sowjetrussischen Delegierten wurde ungeachtet des bolschewistischen Ruhetages auf Samstag vormittag 11 Uhr (Mos­kauer Zeit) anberaumt.

England muß nachgeben.

Die Lage in Tientsin.

T o k i o, 11. August. (Dftafienbienft des DNB.) Die britische Botschaft teilte heute mit, daß die Tientfiner Konzessionsbehörden die vier Chinesen, die unter Mordverdacht stehen, dem ordentlichen chinesischen Gericht in Tien­tsin übergeben haben, nachdem die durch die japanischen Behörden angestellte Untersuchung hinreichende Schuldbeweise erbracht hätte. Hiermit ist eine wesentliche Forderung Japans mit Bezug auf die Auslieferung der Terroristen durch die britische Konzession erfüllt, und man erwartet, daß London auch in ber Frage der poli- .xeilichen Kontrolle ber Konzession den japanischen Forderungen nachgeben werde.

Der Beschluß ber britischen Regierung hat in ber ßonboner Presse einen Sturm ber Entrüstung und Wut hervorgerufen.Times" muß zugeben, daß der Beschluß in London mitwenig Befriedigung" ausgenommen wurde. Das Ueberraschendste an der amtlichen Erklärung sei vielleicht, daß die Regierung den Fall der vier Chinesen völlig von den übrigen in Tokio zur Verhandlung stehenden Fragen ge­trennt habe. Die vier Chinesen würden tatsächlich bedingungslos ausgeliefert, und von einem Nach­lassen der Tientsin-Blockade sei in der amtlichen Erklärung keine Rede. Aber noch vor knapp drei Wochen habe das Foreign Office erklärt, daß der Fall der vier Chinesen eine der Hauptursachen der Blockade sei.

Wetierberickt

Begünstigt durch die Erwärmung über dem mit­teleuropäischen Festland und die allgemeine Luft­druckverteilung erfolgte ein Vorstoß kühlerer Mee­resluft, der west-ostwärts über Deutschland hinweg­ging und dabei auch unserem Gebiet gewittrige Regenschauer brachte. Der damit verbundene Druck­anstieg bringt jedoch eine Verstärkung und Auswei­tung des südwestlichen Hochdruckgebietes, so daß mit einer vorübergehenden Wetterbesserung zu rechnen ist-

Vorhersage für Sonntag: Morgens stel­lenweise dunstig ober nedlich, sonst heiter bis wol­kig, tagsüber Wärmezunahme.

Vorhersage für Montag: Im wesent­lichen freundlich, doch wieder etwas unbeständig.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. 93.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An­zeigen: Theodor Kümmel D. 21. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbexugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig.