Ausgabe 
12.8.1939
 
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Itr.187 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Samstag, 12./$onntog,13. August 1959

aus-

gesprochene Worte 311 verstehen ...

den

längeren Besprechungen am Freiiagnachmittag endete der erste Tag der Zusammenkunft zwischen Relchsminlster des Aeußeren von Rib­bentrop und dem italienischen Außenminister Graf Liano mit einem kleinen Ausflug von Schloß Fukschl nach Sankt Wolfgang. 3mWeißen Röhl" aßen Reichsauheuminister von Ribbentrop und Graf Liano mit ihren Mitarbeitern zu Abend und erlebten ein paar frohe Stunden inmitten eines lustigen Volksfestes, das in Sankt Wolfgang siatt- fand. Reichsaußenminister von Ribbentrop geleitete Graf Liano nach Salzburg in denOesler- reichischen Hof". Die Besprechungen der beiden Außenminister werden am Samstag fortgesetzt.

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nicht nur bei den Lehrgängen, sondern für alle den gemeinsamen Zielen dienenden Angelegenheiten (be­sonders auch bezüglich der Schwimmausbildung). Derselbe Truppenteil stellt auch für den jeweiligen Bann den Verbindungsoffizier und dessen Stellver­treter.

Als Verbindungsoffiziere bzw. Stellvertreter sind.

Berlin, 12. Aug. (DNB.) Zwischen dem Ober­kommando der Wehrmacht und der Reichsjugendführung ist eine weittragende Vereinbarung getroffen worden, die das Er­gebnis einer engen Zusammenarbeit des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, und des Jugendführers des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, darstellt und die Mithilfe der Wehrmacht bei der Wehr­erziehung der HI. sichert. Nachdem die Aus- bÜbung der H.-Schießwarte nahezu vollendet ist, ist es möglich, die Ausbildung der HI.-Füh­rer im Geländedienst vorwärts zu treiben.

Der Erlaß stellt zur Wehrerziehung der HI. fol­gendes fest:

Während es ausschließlich Aufgabe der HI. ist, die Durchbildung ihrer Einheiten in dieser Richtung auszuführen, ist es im Sinne einer einheitlichen und einer den Erfordernissen der Wehrmacht ent­sprechenden Ausbildungsform zweckmäßig, die Füh­rerschaft der HI. durch besondere Lehrgänge für ihre verantwortliche Tätigkeit als AusbiDer und Er­zieher auf allen Gebieten der Wehrertüchtigung zu unterstützen."

Auf den Führerschulen der HI. besonders in den beiden Reichsschieß- und Geländesportschulen und in den Gebietsführerschulen, werden jährlich bereits 30 000 HI.-Führer im Geländedienst ausgebildet. Die Vereinbarung mit der Wehrmacht gibt die Möglichkeit, diese Zahl noch zu verdoppeln. Die Unterbringung und Verpflegung der HI.-Führer ge­schieht nach den bereits vorliegenden Ausführungs­bestimmungen in den Kasernen, Uebungsplätzen ufw. der Wehrmacht zu einem Tagessatz von 25 Pfennig.

Die Geländedienstausbildung erfolgt nach dem 14tägigen Dienstplan der Reichsgeländesportschulen der HI., um eine allgemeine gleichmäßige Ausrich­tung zu erreichen. Die Leitung der Lehrgänge liegt in der Hand eines HJ.-Führers. Während des Dien­stes stehen die Teilnehmer unter dem Befehl der militärischen Ausbilder. Neben militärischen Aus­bildern werden auch HI.-Ausbilder eingesetzt. Als militärische Ausbilder werden in erster Linie Offi­ziere und Unteroffiziere eingesetzt, die früher HI.- Führer waren.

Mit dieser Unterstützung wird im Laufe des Jahres erreicht, daß der Geländedienst ebenso sehr zu einem allgemeinen HJ.-Dienst wird wie der Schießdienst der HI., der ein solches Ausmaß er­reicht hat, daß im letzten Jahr bereits 60 Millionen Schuß abgegeben werden konnten und von Jahr zu Jahr eine beachtliche Leistungssteigerung verzeichnet wird.

Zum Zwecke einer möglichst engen Verbindung zwischen HI. und Wehrmacht werden die einzelnen Banne auf die in ihrem Bereich liegenden Trup- penterle (Bataillone, Abteilungen usw.) hingewiesen. Diese Truppenteile sorgen im Rahmen des Mög­lichen für die materielle und personelle Betreuung

soweit möglich, frühere HI.-Führer, die ihrer Per­sönlichkeit nach besonders für diese bedeutungsvolle Aufgabe ausgesucht sind und sich hierzu steiwillig gemeldet haben, zu befehlen.

Die Vereinbarung mit allen ihren Ausführungs­bestimmungen ist bereits in Kraft getreten. Die große Auswahl von Lehrkräften ist im Gange.

Oie Besprechungen in Salzburg.

Heute Fortsetzung.

Salzburg, 11. August. (DRV.) Rach

Der jetzige Stand der vormilitärischen Erziehung der HZ

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d'Orsay und dann in dessen Abteilung für Kultur­propaganda. Vielleicht hat er seine beiden großen Rivalen im Kampf um den neu geschaffenen Posten, Jules Romains und Georges Duhamel deshalb ausgestochen, weil er über die psychologische Intuition verfügt, um auch Daladiers nicht

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittag»

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert- anzeigen von70mm Breite b0Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/«, mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-., Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B

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Ministerpräsident - Oberster Kriegsherr Propagandachef.

Strebt Daladier zur Diktatur? - Männer hinter Daladier.

Interpress Copyright<3end)f von Philippe Leblanc.

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fident der Automobilfabrik Hispano Suiza. Zwei neue Männer sind jetzt in diesen Kreis ein getreten: Leon Brillouin, der neuernannte Generaldirek­tor des Radiowesens und Jean Giraudoux. Brillouin ist ein Gelehrter von Weltruf, Erfinder der Fernlenkbarkeit von U-Booten und Flugzeugen durch elektrische Wellen, Professor der theoretischen Physik am College de France und der Flieger­schule.» Jean Giraudoux ist ein brillanter Schrift­steller und Autor erfolgreichster Bühnenstücke, der jetzt seine ausgesprochene politische Karriere als Daladiers Propagandachef mit einem Essay-Band über diePlein-Pouvoirs" einleitet. Er ist neben­bei nicht nur Ingenieur, sondern auch Berufs­diplomat, er war früher Pressechef des Quai

Enge Zusammenarbeit der Wehrmacht mit der HZ

HL -Kührer werden von der Wehrmacht im Geländedienst ausgebildet.

Berlin, 12. August. (DNB.) Vor Vertretern der Presse machte am Freitag Obergebietsführer Stell recht Ausführungen über die vormili­tärische Erziehung der HI., die bekannt­lich laut Erlaß des Stellvertreters des Führers absolut in eigener Verantwortung der HI. geschieht. Die Arbeit auf diesem Gebiet sei in vollem Gange und habe sogar auf manchen Fachgebieten bereits einen Abschluß gefunden.

Im S ch i e ß d i e n st der HI., so erklärte Stell­recht, sind im letzten Jahre insgesamt 60 Millionen Kleinkaliberpatronen verschossen worden. In diesem Jahre sind wir so weit, daß monatlich sieben Millionen Patronen verschossen werden. Rund eine Million von den 1,5 Millionen der älteren Jahr­gänge sind im Schießdienst erfaßt. Jeder Junge gibt im Monat sieben Schuß ab, erreicht werden sollen zehn Schuß. Diese Ausbildung hat in den drei Jahren ihres Bestehens schon tatsächlich einen gewissen Abschluß erreicht. Im nächsten Frühjahr soll mit der Ausbildung eines ganzen Jahrganges begonnen werden. Es sollen dann sämtliche 550 000 Jungen eines Jahrganges im Schießdienst erfaßt werden, gleichgültig, ob sie schon jetzt in der HI. sind ober nicht.

Bis jetzt sind 4 8 000 Schießauszeich­nungen verliehen worhen. Monatlich werden etwa 4000 solcher Auszeichnungen verliehen. Die Zahl steigert sich von Monat zu Monat um einige hundert und wird in nicht allzu langer Zeit im Monat 10 000 erreicht haben. Zur Erlangung der Auszeichnung sind jeweils 85 Schuß erforderlich. Weiter ist eine Auszeichnung für besonders schwie­rige Scharfschützenleistungen geschaffen worden, von der innerhalb Jahresfrist 4000 verliehen werden konnten.

Die Leistung der Reichssiegermann sch aft beim Reichswettkampf der gesamten HI. im Jahre 1937 betrug 10,37 Ringe von zwölf mög­lichen, im Jahre 1938 bereits 1T),64 Ringe, 1939 aber 11,17, was eine außerordentliche Leistungs­steigerung bedeutet. Die 1000 besten Schützen bei diesem Reichswettkampf hatten im Jahre 1937 einen

polens Gtaatsschöpfer.

Von Or. Jan Eyffen.

Je geringer das militärische Verdienst der Polen an der Neugründung des polnischen Staates ist, desto größer ist das Selbstbewußtsein, desto größer sind ihre nationalen und territorialen Aspirationen. Der Sagenkranz, den die polnische Legende um die sogenannten polnischen Legionen im Großen Kriege gewoben hat, ist so dicht geworden, daß ein Busch - messer dazu gehört, um hinter diesem Mythos die sehr nüchterne Wirklichkeit zu erkennen. In Wahr­heit haben die polnischen Legionen, deren Zahl nie­mals groß war, so gut wie gar nichts für die Be­freiung der Teilgebiete Polens getan, vor allem nicht militärisch, auch nicht diplomatisch und poli­tisch. Was Anfang August 1914 zunächst in Gali­zien gebildet wurde, was unter Pilsudski aus­zog, um gegen Rußland zu kämpfen, bestand aus wenigen Regimentern Infanterie und Kaval­lerie. Die Zahl der polnischen Legionäre hat 20 000, mit Einschluß von 1000 Offizieren, au keiner Zeit überstiegen, so daß aus diesem Grunde nicht davon die Rede sein kann, diese Legionäre hätten irgend­wie dazu mitgewirkt, die zaristischen Armeen zu zertrümmern. Soweit polnische Soldaten aus Po­sen, Westpreußen und Oberschlesien im Rahmen deutscher Truppenverbände kämpften, haben sie im Großen Kriege ihre Pflicht getan, gemäß ihres Fahneneides, nicht also deshalb, um einen polni­schen Nationalstaat aufzurichten. Tatsache ist, daß die polnischen Legionen selbst in den Schlachten und Kämpfen gegen die zaristischen Armeen nicht über­mäßig Wunder der Tapferkeit verrichtet haben, son­dern allgemein vorzogen, nicht allzu nah heranzu­gehen. Das wird bestätigt dadurch, daß die Ver­luste dieser Legionen sehr gering gewesen sind.

Nach der Eroberung Kongreß-Polens durch die Mittelmächte, nach der Errichtung der Generalgou­vernements in Warschau und Lublin wurden die polnischen Legionen nach Warschau zurückberufen. Sie wurden als Hilfskorps aufgestellt, sie wurden dazu ausersehen, die Kadres für ein neues pol­nisches Nationalheer zu bilden, das während des Krieges organisiert werden sollte. Der Generalgou­verneur von Warschau, General v. B e s e l e r , hatte sich in die Idee verbissen, aus der polnischen Bevölkerung ein Heer aufzustellen, das einmal dazu fähig sein sollte, an der Ostfront gewisse Lücken aus­zufüllen. Für diese Idee hatte Beseler beim Reichs-

sich als geschickter Stratege der Politik seine Macht durch eigene Organe und die Mitarbeit ihm un­bedingt ergebener Freunde gesichert.

DaladiersBrmn Trust".

Daladier war in seiner eigenen Partei, die er heute beinahe diktatorisch präsidiert, immer eine Art Außenseiter. In der Schicht der führenden radika­len Politiker hatte Daladier, der kein Freimaurer, wie die meisten von ihnen ist, kaum eigentliche Freunde. Da er als Ministerpräsident sich auf keinen von ihnen ganz verlassen konnte, zog er sich seine eigenen Leute heran, Außenseiter wie er, aber im wesentlichen Männer, die sich weniger durch eigene Leistungen als durch ihre unbedingte Treue zu Daladier auszeichnen. Das gilt von Chichery, dem jetzigen Fraktionsführer der Radikalen, der bis zur Aera Daladier nicht mehr war als ein radikaler Abstimmungskomparse in der Kammer, von Guy la Chambre, dem Luftfahrtminister, einem eben­so weichen wie charmanten jungen Mann, dem man außer seiner engen Freundschaft mit Daladier keine hervorstechende Eigenschaft nachsagen kann, das gilt von Daladiers Kabinettschefs C l a p i e r , einem biederen Berufsbeamten und von Pierre Maze, dem neuen Generalsekretär der Radikal-Sozialen. Aehnliches ist auch über den provencialifchen Indu­striellen V e r m 0 r e l zu sagen, einen Mann ohne äußeren Titel, aber als Verbindungsmann zwischen Daladier und den Provinz-Industriellen der Radi­kalen eine der wichtigsten Stützen des Ministerpräsi­denten bei der Beherrschung der eigenen Partei. Das sind die Männer, die Daladiers eigentlichen Brain Trust" bilden.

Daneben sind noch einige hervorragende Spezia­listen zu nennen, die gleichfalls durch enge Freund­schaft mit Daladier verbunden sind. Serrouys, der einflußreiche Direktor der Bank Lazard Freres & Co. gehört zu ihnen, und D a u t r y , der Leiter der französischen Eisenbahnen und gleichzeitige Prä-

Ringdurchschnitt von 9,2, 1938 von 9,64 und 1939 von 9,74. In diesem Jahre ist zum ersten j^ale das Jungvolk in einen Schießwettkampf mit dem Luftgewehr eingespannt worden. Die Ergebnisse haben die Erwartungen übertroffen! Das beste Fähnlein hat von 1200 möglichen Ringen 1142 geschossen. Die Mannschaft auf dem 100. Platz hatte immer noch 991 Ringe. Unsere 13- und ^jäh­rigen Jungen mit ihrem scharfen Auge und ihrer ruhigen Hand haben also ganz phantastische Schieß­ergebnisse erzielt.

lieber den Geländedienst, den die HI. zur Zeit zusammen mit der Wehrmacht vorwärts treibt, sagte Stellbrecht: In den verschiedenen Schulen werden augenblicklich im. Jahre 30 000 Führer im Geländedienst ausgebildet. Es wird dort der Grund­schein und der Lehrschein verliehen. Ungefähr die gleiche Anzahl HI.-Führer wird durch die Wehr­machts-Lehrgänge ausgebildet, so daß also insgesamt 60 000 HI.-Führer ihre Ausbildung im Gelände­dienst erfahren. Diese 60 000 Ausgebildeten brauchen den Grund- und Lehrschein als Voraussetzung für die Beförderung zum HI.-Führer. In diesem Jahre sind in den Lagern 218 000 Hitlerjungen und 242 000 Pimpfe im Geländedienst ausgebildet worden.

lieber die Sondereinheiten teilte Stell­recht kurz folgendes mit: In der Motor-HI. ist am 1. April d. I. bereits die Zahl von 100 000 Jungen überschritten worden. Die Ausbildung in der Flieger-HI. ist zur Zeit in den Lagern noch im Gange. Jrn Jahre 1938 sind 125 000 Starts mit Gleit- und Segelflugzeugen vorgenommen war- den. Diese Zahl wird im laufenden Jahre weit übertroffen werden. In der Marine-HI. sind 60 000 Jungen, von denen zur Zeit 1600 Jungen auf den Reichsfeesportschulen ihre Führerausbildung durchmachen. Im Herbst d. I. entsteht die dritte Reichsseesportschule als schwimmende Schule, und zwar auf einem Schoner bei Rügen. Dort besteht dann endlich die Möglichkeit, eine hochseemäßige Schulung oorzunehmen.

Paris, 10. August.

'lieber die Neigung des Ministerprästdenten balädier zum persönlichen Regime wurde schon bi früheren Anlässen viel gesprochen, aber erst jgt nach dem Dekret, das das Wahlrecht des Volkes ijif zwei Jahre suspendiert wenigstens soweit die Kammer, die wichtigste parlamentarische Körperschaft, berührt, wird ernstlich die Frage lssgeworfen, ob es sich bei den oft bespöttelten Napoleons-Allüren Daladiers nicht doch um mehr jindelt als um das Ueberschäumen eines herrsch- fchtigen und kritikempfindlichen Temperamentes, ümn entdeckt auf einmal zu viel System in den ünßnahmen dieses Ministerpräsidenten.

Die Etappen der Machtergreifung.

Tatsache ist jedenfalls, daß Daladier vom Augen- btfe der Machtübernahme an die Rechte des Parla- nrnts gewaltig beschränkt hat, daß er fast aus- sciießlich mit Dekreten regiert, also auch die gesetz- g eenbe Gewalt an sich gerissen hat, daß er mit aen Mitteln des Regierungseinflusses die Wieder- I tibi des Präsidenten Lebrun durchsetzte und nun tih die Palamentswahlen um zwei Jahre ver­tuen läßt. All das sind Akte, die trotz der äußer­lten peinlichen Wahrung derLegalität" tiefe Ein­risse in die Institutionen und Traditionen des bürokratischen Frankreichs bedeuten.

Roch typischer für die wachsende Machtfülle in Madiers Hand ist folgendes. Schon als er in das e Volksfront-Kabinett Blums eintrat, forderte er f sich nicht nur das Kriegsministerium und den Wen des Vize-Ministerpräsidenten, sondern zu- g:ch die Ueberorönung seines Kriegsministeriums aLandesverteidigungsministerium" über das Wrine- und das Luftfahrtministerium. Schon da- Ttls lag die Leitung der gesamten Wehrmacht §-'nkreichs in feiner Hand, er hat sie behalten, als röie Ministerpräsidentschaft übernahm. Aber auch diise Position hat er nach allen Seiten ausgebaut lir durch eigene Macht- und Vollzugsorgane ge- Wkt. Früher war der Ministerpräsident Frank- Ss:gs nur der primus in ter pares. Wenn er nicht H^lleich Ressortminister war, so hatte er kaum »arte Büroräume, sondern amtierte gastweise meist vkrAußenministerium. Man erinnert sich aus diesen -Zk-en an das bittere Wort Clemenceaus, daß der -fcZzöfische Ministerpräsident zu den überflüssigsten ^inichtungen der Welt gehöre. Der Ministerpäsi- ihl Daladier hingegen hat sein eigenes Palais, Bumte und Bürodiener, reichliche Arbeitsräume ur Budgetmittel. In diesen Tagen hat Daladier nr?r dem nichtssagenden Titel einerJnformaiions- #irale" ein staatliches Propaganda-Amt geschaffen «r es losgelöst von allen anderen Ressorts sc selbst unterstellt. Das gleiche erfolgte mit der SntroHe über das gesamte Radiowesen, das aus &e Postministerium herausgelöst wurde und nun« trv:r unmittelbar vom Ministerpräsidenten ressor- kik . Damit sind in der Hand Daladiers Macht- Mel vereinigt, über die noch kein Ministerpräsident dr: republikanischen Frankreichs zu Friedenszeiten ttiügte.

Nit Links jur Macht mit Rechts regiert'

'elleicht versteht man aber die letzten Maß nah - T"- Daladiers besser, wenn man sie weniger mit flitren Zukunftsplänen als mit seinen früheren xüüschen Erfahrungen in Verbindung bringt. Der -'ersohn aus der Provence, der seine Karriere Ls^eiden als Lycealprofessor für Geschichte be- «ri, im Weltkrieg als tapferer Offizier an der ' ET-it kämpfte und später von seinem Vorgesetzten 1 ©warb Herriot, auch einem Geschichtsprofessor, v: ie Rabikale Partei und in die Politik hinein - .gi isen wurde, war in den zehn Jahren zwischen : L& und 1934 oftmals Minister, zweimal sogar I Ministerpräsident. Seine zweite Ministerprä- itschaft enbete mit einem grausigen Sturz. Die l die Ausschlachtung des Staoisky-Skandals in Rechtspresse aufgeputschten Frontkämpfer-Ver- se hatten am Vortage versucht, das Parlament rürmen. Ministerpräsident Daladier setzte den ;eipräfibenten, der sie begünstigte, ab, ließ Ma- mgewehre auffahren und schießen. 19 Tote üN den Place de la Concorde. Dieser Ansturm ifcir zurückgeschlagen, aber am nächsten Morgen «ttir Daladier dem vereinten Ansturm der Gene- ber Rechtsparteien, der hohen Bürokratie und ' Hochfinanz. Daladier mußte den Platz räumen, ' !diesen Ereignissen hat er, maßlos verbittert, Türkei gelernt; einmal, daß ein Ministerpräsident *1 eigene Machtmittel und eigene Organe der 1 to^ien Fühlungnahme zum Volk verfügen muß, 'jut er nicht in kritischer Stunde den traditio- '"Mfl Intrigen der französischen Politik erliegen

3um anderen, daß im Frankreich von heute ! Engere Sicht nicht gegen den Willen der Hoch- j ^3. vor allem der ostfranzösischen Schwerindu- agiert werden kann. Und als alter Politiker l v^e Daladier schon längst, daß diese Macht, die pu rniit Hilfe der Rechten gehalten werden kann, s nFi'ankreich nur mit Hilfe der Linken zu erobern ma<^e gute Miene zum bösen Spiel der 2 »frfront, um sie zu zerschlagen, nachdem sie üy' ?m die Macht getragen hatte. Und jetzt hat er

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