Deutschlands Beitrag zur Neuordnung Europas.
Reichsleiter Rosenberg über unsere Zukunstsaufgaben.
werdende Geschichte geworden sei. $üt diese Aufgabe wollen wir uns wappnen.
Jeder einzelne müsse hier helfen, und als Parole ür diesen Kampf gelte das Wort, das ,n ~cr Schlacht von Königgrätz, als die österreichischen Armeen zu siegen schienen, prägte und welches lautet. „Hier wird nicht zurückgegangen, hier geht es i|tn Preußen", und was in übertragenem Sinne für uns heiße: „Hier wird nicht zurück gegangen, hier geht es um Deutschland .
Reichsorgamsationsleller Ley
agte dann in einer Ansprache u. a.: Deutschland hat in der Geschichte ein ewiges Aus und Ab erlebt, Zeiten tiefsten Verfalls wechselten ab mit Zeiten des Aufschwungs und der Blüte. Die schänd- l i ch st e Zeit Deutschlands war die des Separatismus. Sie ist endgültig überwunden durch den Westwall, der uns zeigt, daß d a s l i n k e R h e i n u f e r auf e w i g z u Deutschland gehört. Dr. Ley erklärte dann, von dem stürmischen Beifall der Westwallarbeiter unterbrochen, daß der Führer mit dem Westwall eine Isolierschicht zwi- chen Deutschland und den Westmächten gelegt hat.
Hinter diesem einzigartigen Westwall steht ein Volk, das eine unzertrennliche Gemeinschaft darstellt. Die Arbeit des Führers und seiner Partei hat durch diese Gemeinschaft die schönsten fruchte getragen. Die großen Erfolge der letzten sechs Jahre waren nur möglich, weil jeder Volksgenosse sich als Deutscher fühlt. Jeder Westwall, ar beiter weiß, daß er den Führer bei seinem Kamps um Deutschlands Le- bensrechte unterstützt hat. Er weiß, daß der Westwall dazu beitragen wird, Deutschlands Weltgeltung wieder herzustellen.
Jeder einzelne Arbeiter ist, so betonte Dr.Ley erneut unter der Zustimmung der 80 000, ein Träger der Ehre seines Volkes, Seine Ehre farm es nicht vertragen, daß es in der Welt irgendein Volk gibt, das über ihn eine Blockade verhängen kann. Jeder einzelne Arbeiter steht hinter der Forderung des Führers nach mehr Lebensraum für unser Volk. Jeder einzelne Arbeiter weiß, daß dieser Kamps über das Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes entscheidet. Dieser unerschütterliche Glaube und bedingungslose Einsatz des deutschen Volkes gibt dem Kchrer auch immer wieder neue Kraft für seine gewaltige Arbeit.
Alle werden in Deutschland satt.
Oie Tierpfleger in der Erzeugungsschlacht.
Leipzig, 12. Juni.-(DNB.) Den Abschluß der großen landwirtschaftlichen V er an stal düngen der vergangenen Woche, zu denen auch der Internationale Landwirtschaftskongreß in Dresden gehört, bildete am letzten Tage der V. Reichsnährstandsaus- tellung in Leipzig eine Rede des Reichsbauern- ührers und Reichsernährungsminister R. Walter Darr 6 auf dem ersten deutschen Tierpflegertref- en, zu dem über 5000 Melker, Schäfer und Schweinewärber .zusammengekommen waren.
Reichsminister DarrL erinnerte an den Weltkrieg, den wir an der Ernährung verloren haben. Seit' 1933 mar es daher das Bestreben der agrar- politischen Führung, eine Katastrophe wie 1918 in der Ernährungspolitik nicht noch einmal eintreten zu lassen.
„In diesem Kampf sind wir", so erklärte Reichsminister Darre, „bis heute Sieger geblieben. Wan erzähle mir doch nicht, was es heute olles nicht gibt, sondern man vergleiche, daß wir damals, vier Jahre nach der Volkserhebung von 1914, vor Hunger zusammengebrochcn sind, und daß wir heute, sechs Jahre nach der nationalsozialistischen Erhebung, olle in Deutschland satt werden."
Einleitend hatte der Reichsbauernführer festgestellt, daß für ihn die Teilnahme an dem Vieh- psleger-Treffen von vornherein sestge standen hätte, um öffentlich und eindringlich für die treue M i t- arbeit der Tierpfleger bei der Sicherung der Nahrungsfreiheit zu danken und als Minister zum Ausdruck zu bringen, welch warmes Interesse die Staatsführung an ihrer Arbeit nimmt. Er selbst sei stolz darauf, den Titel eines Schweizers zu haben. Er wisse, daß vieles gerade die Tierpfleger bedrücke, wie aber die Soldaten aus dem Weltkriege und die Kampfer der Bewegung von vor 1933 wüßten, daß man nicht auf die leichten, sondern auf die schweren Stunden des Kampfes stolz ist, so gehe es heute ähnlich im ganzen Landvolk.
752 000 Besucher
auf der 5. Reichsnährstandsausstellung
Leipzig, 11. Juni. (DNB.) Der letzte Sonntag der V. Reichsnährstands - Ausstellung
brachte noch eine Besucherzahl von weit über 100 000. Die Gesamtbesucherzahl beträgt nunmehr 7 5 2 0 0 0. Damit ist Leipzig die am stärksten besuchte aller bisherigen Reichsnährstandsausstellungen. Die letzte Ausstellung der früheren Deutschen Landwirt- chaftsgesellschaft Leipzig im Jahre 1928 hatte 344246 Besucher zu verzeichnen gehabt.
2 Milliarden Reichsmark Devisen erspart.
Berlin, 12. Juni. (Ndz.) An der Spitze der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Der Vierjahres- plan" nimmt Reichsernährungsminister Reichs- bauernführer Darre das Wort, umauf die entscheidenden Verdien st e hinzuweisen, die bet deutsche Bauer am Aufbau Groß- deutschlands hat. Wäre die landwirtschaftliche Erzeugung von 1938 noch auf dem Stande von 1932 geblieben, so hätten wir allein 1938 für etwa zwei Milliarden Reichsmark mehr Lebensmittel einführen müssen. Ohne die Erfolge der Erzeugungsschlacht hätten wir daher 1938 vor der Wahl 'gestanden, entweder die Einfuhr non Rohstoffen rigoros zu drosseln oder durch Verzicht auf riesige Lebensmittelmengen die Volksernährung zu beeinträchtigen.
Es sei deshalb nicht zu viel, wenn er festslelle, daß ohne dir harte Arbeit der deutschen Bauern und Landarbeiter und vor allem ohne die unermüdliche Arbeit der deutschen Landfrauen die gewaltigen politischen Erfolge der Politik des Führers in den letzten Jahren unmöglich wären. Der Mangel an Arbeitskräften und seine weittragenden Folgen bereiteten heute der Fortsetzung der Erzeugungsschlacht große oft unüberwindlich erschei- nenbe Schwierigkeiten. Die Führung wisse bies. Aber auch das ganze Volk müsse es wissen, weil ohne den entschlossenen Willen des ganzen Volkes bie Landflucht, ihre Ursachen und die dadurch entstandenen Schwierigkeiten nicht überwunden werden könnten. Don der Meisterung dieser Aufgabe hänge die Zukunft unserer. Volksernährung und unseres völkischen Bestandes ab.
Argentinien und USA.
Theorie und Praxis in Washingtons panamerika-politit.
Don unserem as.-Korrespondenien.
wenn seine eigenen Interessen bedroht seien, sonst aber nicht. Man verliere sich dagegen in bi) zantische Diskussionen über die Abfassung eines diplomatischen Textes, der keinerlei Bedeutung habe. Unter Bezugnahme auf englische Pressestimmen, wie der „Times" und des „Daily Herald", fragt der Außenpolitiker des „Petit Journal": „Ist man in der Tat schon so weit gekommen, daß die zuständigen Vertreter zivilisierter und von der bolschewistischen Gefahr bedrohten Nationen es für notwendig erachten, zur Vermeidung der Feuersbrunst die Brant) ft ifter selber in die Kette der Feuerwehrmannschaft einzubeziehen. Das heißt also, einen Herrn in den Kreml zu entsenden mit dem Auftrag, die Wünsche und Drohungen des Ehefs einer internationalen Organisation entgegenzunehmen, der nichts anderes will, als überall Krach zu stiften und unter Ausnutzung dieser Umstände den allgemeinen Umsturz zu organisieren?"
Mageres Ergebnis.
Neu york, ll. Juni. (DNB.) Der gewöhnlich gut unterrichtete Washingtoner Korrespondent der „New Park Times" behandelt am Sonntag den britischen K ö n i g s b e s u ch in den USA. Er schreibt, wenn das Königspaar gehofft habe, ins- geheim dem isolationistischen Gefühl entgegenzuwirken in dem Bestreben, amerikanische Hilfe und Teilnahme an einem drohenden Krieg in Europa sicherzustellen, dann habe es eine große Menge Energie und königlichen Schweißes verwendet. Eine Umfrage im Kongreß nach der Abfahrt des Königspaares aus Washington zeige klar, daß der Besuch n i cht im gering ft en den gegenwärtig auf dem Capitol wogenden Kamps um die Neutralitäts- gesetzgebung zu beeinflussen vermag. Was greifbare Folgerungen oder konkrete Resultate an- betreffc so hätten die britischen Majestäten „nicht mehr Einfluß auf die USA.-Politik ausgcubt, als sie es auf die britische Politik tun".
Dank an den Führer.
„Wir werden diese Tage in dauernder und bester Erinnerung behalten."
Berlin, 10/ Juni. (DNB.) Der jugoslawische Prinzregent hat aus Rosenbach nachstehendes Telegramm an den Führer gerichtet:
„Im Augenblick, da ich freies deutsches Land verlasse, erinnere ich mich mit dem Gefühle aufrichtiger Freude meines Aufenthaltes im mächtigen und großen Deutschen Reich und des von Eurer Exzellenz der Prinzessin Olga und mir so großartig bereiteten Empfanges. W i r werden diese Tage in dauernder und bester Erinnerung behalten. Prinzessin Olga und ich bitten Eure Exzellenz, unseren tiefsten Dank und unsere besten Wünsche für das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz und das weitere Blühen und Gedeihen des Deutschen Reiches entgegennehmen zu wollen. Paul."
Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinzessin Olga haben aus Nosenbach an Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring und Frau Göring folgendes Telegramm gerichtet:
„Beim Verlassen deutschen Bodens drängt es die Prinzessin und mich, Frau Göring und Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, unseren aufrichtig- st e n Dank auszusprechen für die herzliche Gastfreundschaft, die wir in Ihrem Hause genossen haben, und die uns unvergeßlich bleiben wird.
Paul und Olga."
Beim Verlassen deutschen Bodens hat der Königlich Jugoslawische Minister des Aeußern, C i n c a r- Markowitsch an den Reichsminister des Aus- roartigen von Ribbentrop ein in herzlichen Worten gehaltenes Telegramm gerichtet, in dem er für die vielen Zeichen aufrichtiger Freundschaft während des Aufenthaltes in Deutschland dankt, die eine Bestätigung der engen Verbindung zwischen Deutschland und Jugo s l a n) i e n seien und die Erwartung zuließen, daß die Beziehungen beider Länder sich noch glückhafter entwickeln würden.
Franco und Mussolini.
Rom, 10. Juni (Europapreh). Der spanische Regierungschef Franco hat an Mussolini folgendes Telegramm gerichtet:
„Duce! Der Nationalrat der Spanischen Falange und der Nationalsyndikalistischen Arbeiterjugend (JONS.) wünscht Ihnen den Ausdruck seines Gedenkens und seiner Freundschaft zu veilichern, an dem Tage, an dem er sein Werk zum Abschluß bringt, das Spanien eine nationalsyndika 1 istiscde Grundlage gibt. Nach dem Siege der Was f e n ist auch der s o z i a l i st i s ch e Sieg berge ft e II t worden, während Spanier und Italiener Seite an Seite in Rom in einer historischen und großartigen Einigkeit defilieren. Es lebe Italien! Arriba Espana! ' gez. Franco."
Mussolini hat darauf telegraphisch geand- wartet:
„Ich danke Ihnen und dem Nationalrat der Falange und der JONS, herzlich für die mir übermittelte freundschaftliche Botschaft. Ich habe die Gewißheit, daß Ihr triumphierender Sieg d e m neuen Santen den Weg mit Leistungen öffnet, die zugleich national und sozial sein werden. Eine solche Entwicklung wird, wie wir es wollen, die Zukunft unserer Völker immer stärker vereinen. Arriba Espana!
gez. Mussolini."
Bedauerliche Zwischenfälle.
Prag, 10. Juni. (DNB.) Das bisherige Ermiit lungsergcbnis, das Verhalten der tschechischen Bevölkerung sowie die Maßnahmen der Protcktorats- regicrung ermöglichen es dem Reichsprotektor, zur Zeit von den nach dem 10. Juni weiter in Aussicht genommenen Maßnahmen im Mordfall in Kladno Abstand zu nehmen.
In der Nacht zum Samstag kam cs in Nachod zu einer Auseinandersetzung zwischen deutschen und tschechischen P o l i z e i b e a m t e n . in deren Verlaus ein tschechischer Beamter durch einen Schuß getötet wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen, die gemeinsam von deutschen und tschechi- schen Organen durchgeführt wurden, handelt es sich um eine unglückliche Verkettung verschiedener bedauerlicher Vorfälle. Der Reichsprotektor hat angeordnet, daß die Untersuchungen mit unnach- fid)t(id)cr Strenge durchgeführt und unverzüglich zum Abschluß gebracht werden. Die Beschuldigten befänden sich in Gewahrsam.
Trier, 11. Juni. (DNB.) Der Sonntag als letzter Tag des großen politischen Generalappells des Westmarkgaues stellte mit seinen Deranstaltun- < en den Höhepunkt des Gautages dar. Vor dem Führerkorps des Gaues sprach in richtungweisender Rede
> Alfred Rosenberg.
Der Reichsleiter stellte dabei einleitend fest, unser Geschlecht scheine vom Schicksal ausersehen zu sein, während seines ganzen Lebens die größten Kämpfe ö’c r deutschen Geschichte zu fuhren. Es müsse in diesem Bewußtsein nicht nur leben, sondern müsse dieses Schicksal auch inner, l i ch bejahen. 1918 wären wir nicht militärisch unterlegen, sondern dieses Jahr fei ein Symbol dafür, daß das deutsche Volk weltanschaulich zerrissen gewesen und, in seinem Innersten zermürbt, unterlegen sei. Mit diesem Jahre 1918 sei nicht nur ein politisches System zugrunde gegangen, nicht nur eine soziale Ordnung, sondern eine ganze alte Welt fei innerlich zerbrochen.
Das neue deutsche Volk sei heute dazu berufen, ein altes Zeitalter zu begraben, und wir hätten die Aufgabe und die Pflicht, eine neue Zeitepoche mit unseren Kräften neu zu gestalten. Gerade in den letzten Wochen und Tagen hätten wir ein weithin leuchtendes Blerfmat dieses neuen Geistes gesehen. Das sei die Legion Eondor gewesen, die von den spanischen Schlachtfeldern siegreich heimgekehrt sei, deren Name schon heute der Titel eines großen nationalen Ethos der deutschen Ration geworden sei.
Jede große Epoche müsse sich bemühen, ihrer Zeit einen inneren Sinn zu geben. Während vieler hundert Jahre hätten sich die herrschenden Kräfte bemüht, die Christianisierung aller Völker auf Erden durchzuführen und ganze Generationen in deren Bann zu ziehen. Niemand denke daran, diese Kräfte zu verunglimpfen. Aber ebenso müsse anerkannt werden, daß neue Epochen auch die Lösung anderer Aufgaben *als ihr größtes Ziel an- sehen. Wenn einmal für die Christianisierung vieler Völker ganze Armeen zur Verfügung gestanden hätten, so sei schon heute kein Zweifel, daß hierfür in unseren Tagen kein Soldat mehr zur Verfügung stehe. Wenn wir uns bemühen, dem deutschen Leben heute einen neuen Sinn zu geben, so konnten wir uns in Erinnerung an die Kämpfe der vergangenen Jahrhunderte nicht dazu bekennen, daß er darin bestünde, die Welt zur Christianisierung zu erziehen, sondern das deutsche Volk zu einer bewußten Volkwerdung zu führen.
Die nationalsozialistische Revolution sei die konservativste, die jemals in der Weltgeschichte vor sich gegangen sei. Bei aller Schärfe des Kampfes seien die Nationalsozialisten niemals Bilderstürmer, sondern nur Revolutionäre im Stürzen überalterter Formen gewesen. Auch in der Beurteilung der Erhaltung deutscher Werte der vergangenen Jahrtausende habe sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil, die Bewunderung für Burgen und Dome sei verbunden mit dem Gedanken, daß auch diese Burgen und Dome einmal mit großen Opfern gebaut worden seien. Und wenn heute hier und da die Frage gestellt werde, ob es nötig |ei, große Werke der Architektur und der Technik zu bauen, so mußten die Fragenden auf die Werke hingewiesen werden, die vor Jahrtausenden entstanden seien, und die sie so gerne besuchten und verehrten. Und weiter müsse ihnen gesagt werden, daß unsere Zeit nicht weniger groß von sich denken könne, als es die Vergangenheit sich gegenüber getan habe. Auch unsere Zeit müsse begreifen, daß sie dazu ausersehen sei, einer großen Epoche ihr eigenes Gesicht zu geben. In diesem Streben komme der Sicherung und Erhaltung unseres Volkstums die größte Bedeutung zu.
Wenn wir so unsere ganze Kraft dafür ein- fehten, die edelsten werte des deutschen Menschen hervorzukehren, so könne das kein Kampf gegen die Religion sein. Riemand in Deutschland verlange eine völlige Uebereinftimmung in Dingen der Philosophie oder der Kunst. Was aber verlangt werden müsse, sei, daß sich jeder im Walten der nationalen Ehre und Freiheit unterwerfe. Die Durch- sehung dieser Haltung sei notwendig für die Erhaltung der Gegenwart und für die Sicherung der ganzen Zukunft. Das wären wir den Soldaten des großen Krieges schuldig und auch den jungen Soldaten, die zwei Jahre lang in einem fernen Lande für Deutschland gekämpft hätten. Lin Mensch oder eine Institution, die diese Grundsätze nicht ohne Wenn und Aber anerfennen wolle, müsse von diesem Staat niedergezwungen werden.
Deutschland stehe heute in einer weltpolitischen Auseinandersetzung. Wenn auch der Kampf im Innern überwunden sei, so seien die Kräfte, die vor nunmehr sechs Jahren in Deutschland am Werke gewesen feien, auch heute im Auslande noch dabei, Deutschland zu schaden und ihm nach Möglichkeit einen Krieg aufzuzwingen. Der Reichsleiter behan- beite hieraus die Judenfrage, zu der jede Nation früher oder später werde Stellung nehmen müssen, und wandte sich dann den Ausgaben der Politischen Leiter zu. Er wies darauf hin, daß cs Gefahren des Kampfes, aber auch des Sieges gebe. Die Gefahren des Kampfes hätten in Gefängnis und Blutopfcrn bestanden. Mit einem Siege aber beginne eine Zeit der Verstimmung mancher Hoffnungen, die im Zeilen des Kampfes nicht erfüllt werden konnten. Es fei notwendig, daß diesen Gefahren des Sieges entgegengetreten werde, und das beste Mittel hierzu sei die Kameradschaft, die wiederum die beste Bewährung nationalsozialistischen Lebens sei.
Der Redner wandte sich zum Schluß feiner Aus- siihrungen außenpolitischen Fragen zu. Der Nationalsozialismus habe die innere Freiheit der deutschen Nation erreicht. Der Kampf aber gehe weiter, denn es gebe noch manche Kräfte, die die Gleichberechtigung Deutschlands auf diesem Erdball nicht anerkennen wollten. 11 in diese Anerkennung zu erreichen, sei als erste Etappe Großdeutsch, land entstanden.
Die vor uns liegende Ausgabe bestehe darin, an einer Reuordnung (Europas ent- scheidend mitzuwirkeu. die heule schon
Buenos Aires, Mai 1939.
Es spricht nicht gerade für den psychologischen Instinkt der nordamerikanischen Politiker, daß sie in einem Augenblick, in dem die argentinische Regierung der nordamerikanischen Industrie in einer nicht ganz einfachen Frage entgegenkommt, die Argen- tinier auf einem anderen Gebiet vor den Kopf stoßen. Vor einigen Tagen ist das argentinisch - nordamerikanische Kredit - a b E o m m c n unterzeichnet worden, durch das die seit November 1938 stark gedrosselte Einfuhr nordamerikanischer Autotnodile nach Argentinien beträchtlich erhöht wird. Die Argentinier hatten zunächst, um ihre stark passive Handelsbilanz mit USA. auszugleichen, verfügt, daß nur noch ein Drittel der im vergangenen Jahre hier eingeführten Automobilmenge aus USA. im laufenden Jahr bezogen werden dürfe. Große amerikanische Automobilhäuser wurden durch diese Maßnahme betroffen, zahlreiche Arbeiter in Reparatur- und Montagehallen drohten arbeitslos zu werden. Nun hat man sich zwischen der argentinischen Regierung und den wichtigsten nordamerikanischen Importfirmen dahin geeinigt, daß Argentinien für das lausende Jahr das ursprüngliche Automobilimport- Kontingent verdoppelt. Anstalt eines Drittels sollen nunmehr zwei Drittel der Automobilmenge des Vorjahres aus USA. zugelassen werden.
Da aber Argentinien infolge der geringen nord- amerikanischen .Käufe hier nicht in der Lage ist, die für die Konlingenterhöhung nötigen Dollars aus dem argentinisch-nordamerikanischen Handelsverkehr zur Verfügung zu stellen, mußten sich die Nordamerikaner (d. h. die Im- und Exportbank) bereit erklären, diese Dollars selber vorzu schießen, indem sie auf Dollar lautende argentiniid)e Staats- ichatzscheine mit dreijähriger Laufzeit kaufen und bei der Im und Exportbank diskontieren. Die argentinische Regierung übernimmt jedoch den Zin- sendienst für diese Schatzscheine, der immerhin noch 2,5 o.H. beträgt. Es liegt also zweifellos ein Entgegenkommen der argentinischen Regierung vor, wenn auch das Abkommen sich insofern, als es die Ent- lassung zahlreicher in den Montage- und Reparatur. Werkstätten beschäftigter argentinischer Arbeiter verhindert, auch zum Nutzen Argentiniens auswirkt. Jmmerhty aber hat di-e argentinische Regierung
bei dem Abkommen einen Zinsendienst in Höhe von rund einer Million argentinischer Pesos ^im ersten, 750 000 Pesos im zweiten und 500 000 Pesos im dritten Jahre übernommen.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser Ab» rnachung wird nun jedoch ein Beschluß des nord- amerikanischen Senats bekannt, der angesichts der konzilianten Haltung der Regierung von Buenos Aires in der Automobilimport-Frage doppelt unverständlich wirkt. Bekanntlich drehen sich die meisten nordamerikanisch - argentinischen Streitfragen um Fleisch. Beide Länder sind Viehproduzenten, und Argentinien, das erheblich mehr Fleisch produziert als es selber konsumieren kann, legt, namentlich seitdem es den britischen Absatzmarkt infolge bet Konkurrenz der Dominien mehr und mehr ein, schrumpfen sieht, besonderen Wert darauf, neue Märkte für sein Fleisch zu gewinnen. Der Fleischkonsum in USA. ist auch längst nicht so groß wie etwa der argentinische (im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) und konnte durchaus gesteigert werden, wenn bcn\ nicht die hohen Fleischpreife in USA. im Wege ständen. Diese Preise aber wollen die amerikanischen Viehzüchter — „koste es, was es wolle" kann man in diesem Fall mit doppelter Berechtigung sagen — halten, und deshalb tun sie alles — bisher auch mit Erfolg —, um die Einfuhr des billigeren argentinischen Fleisches zu verhindern.
Unter dem Vorwand, daß in Argentinien ständig Maul- und Klauenseuche herrsche, ist die Einfuhr argentinischen Kühl- und Gefrierfleisches in USA. untersagt. Das billige argentinische Büchsen- fleisch (Corned-Beef) ist mit hohem Zoll belegt und dennoch billiger als das amerikanische. Ein Veterinär-Abkommen zwischen Argentinien und USA., das wenigstens das Hammelfleisch aus Patagonien — wo nachweislich niemals Maul- und Klauenseuche herrscht — von der Einfuhrsperre ausnehmen soll, ist trotz feierlicher persönlicher Versprechungen Roosevelts bisher noch nicht vom amerikanischen Kongreß ratifiziert worden. In Argentinien legt man jedoch gerade auf dieses Abkommen besonderen Wert, da eine Erhöhung bes Hammelfleischexportes aus Patagonien den dortigen Züchtern einen Ersatz für die Einnahmeausfälle infolge der niedrigeren Wollpveije bringen würde. Sodann yruede die argen«


