Ausgabe 
12.5.1939
 
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Gießener IM.-Gruppen um 8 Uhr morgens grup­penweise an der Volkshalle in tadelloser Kluft mit vorschriftsmäßigem Turnzeug, evtl. Trainingsan-

'Sonntag, 21. Mai, treten um 8 Uhr morgens alle Mädel und Führerinnen der Gießener Mädel- und BDM.-Gruppen in tadelloser Kluft und vor­schriftsmäßigem Turnzeug, evtl. Trainingsanzug, gruppenweise vor dem Universitätssportplatz an.

Sießener Hochschulwoche.

Am heutigen letzten Tage der Gießener Hochschul­woche finden folgende Vorträge und Besichtigungen statt: 16.15 bis 18 Uhr (Professor Riehm) Äugen- klinik, Friedrichstraße 18; 16.15 bis 18 Uhr (Pro­fessor Kranz) Institut für Erb- und Rassenpflege, Friedrichstraße 18 (Seitenbau); 16.15 bis 18 Uhr (Professor Öfter) Besichtigung des botanischen Gartens (bei gutem Wetter) am Brandplatz; 20.15 bis 21 Uhr (Professor Eger) Dorlesungsgebäude, Ludwigstraße 23; 20.15 bis 21 Uhr (Professor Götze) Vorlesungsgebäude, Ludwigstraße 23; 21.15 bis 22 Uhr (Professor Willeke) Dor­lesungsgebäude, Ludwigstraße 23.

Oer »Butterweg" am Wochenende und Sonntags freigegeben.

Der Standortälteste gibt in Ergänzung des gestri­gen Artikels bekannt, daß der sogenannteBut- terweg" von Gießen nach Annerod an Sams­tagen, Sonn- und Feiertagen für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist.

Werkkonzert bei Zoh. Balth. Noll.

Im Rahtnen der Gau-Kultur-Woche veranstaltete die RS.-GemeinschaftKraft durch Freude" am gestrigen Donnerstag in der Mittagspause auf dem Hof der Zigarrenfabrik der Firma Joh. Balth. Roll in Gießen-Wieseck ein Werkskonzert, das von der Kapelle des Infanterie-Regiments 116 unter Lei­tung des Stabsmusikmeisters Krieg ausgeführt wurde.

Auf dem geräumigen Fabrikhof, der mit den Fahnen des Reiches schön geschmückt war, lauschten neben der Gefolgschaft eine große Anzahl Wiesecker Einwohner und viel Schuljugend den Klängen der Musik. Mit dem Venetia-Marsch von Fabiani er­öffnete Stabsmusikmeister Krieg das Konzert, dem sich die OuvertüreStradella" von v. Flotow und die Paraphrase über das LiedHeidenröslein" von ßatan anschloß, die alle lebhaften Beifall auslösten. Das gleiche galt dem militärischen PotpourriSin­gende Bataillone" von Robrecht, demWolgalied" und demWalzer-Geheimnis der Etsch" von Carena.

Ueberall sah man strahlende Gesichter, und als ein flotter Walzer einsetzte, wiegte sich spontan ein Teil der weiblichen Gefolgschaft im X-Takt, selbst nicht mehr die Jüngsten schwangen das Tanzbein. Das war einmal eine schöne Abwechslung in der Alltagsarbeit, denn die frohe Stimmung hob sich immer mehr.

Rach demKönig-Ludwig-Marsch" von Seifert schloß das Konzert mit derStandartenweihe" von Havemann. Großer Beifall lohnte der Kapelle ihr ausgezeichnetes Spiel, das trotz der in freundlicher Weise gegebenen beiden Zulagen leider allzu schnell vorüberging.

Der Betriebsführer Dr. Noll dankte Stabsmusik­meister Krieg und seiner fein geschulten Kapelle herzlich für die prächtigen Dortragsstücke und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus.

* Oeffentliche Erstimpfung für Kleinkinder. Der Oberbürgermeister fordert heute durch Bekanntmachung zur Erstimpfung der Kleinkinder auf, die im Jahre 1937 oder in früheren Jahren geboren und noch nicht erstgeimpft sind. Weiter findet Erstimpfung statt für die Kleinkinder des Geburtsjahres 1938, deren Familienname mit den Buchstaben A bis G beginnt. Eltern und Pflege­befohlene von Kleinkindern mögen die Bekannt­machung beachten.

** Ein Verkehrsunfall ereignete sich am gestrigen Donnerstagnachmittag im Leihgesterner Weg. Dort geriet ein Personenauto, dessen Lenker den Wagen rasch bremsen mußte, etwas von seiner Fahrtrichtung ab und rannte dabei gegen ein an­deres Fahrzeug. Bei dem Zusammenprall wurden zwei Männer verletzt; der eine erlitt Kopfverletzun­gen, der andere einen Unterschenkelbruch. Die Be­reitschaft Gießen vom Deutschen Roten Kreuz ver­brachte die Verletzten nach der Klinik.

Oer Führer dankt Schotten.

*Schotten, 11. Mai. Zum 5 0. Geburtstag hatte die Stadt Schotten ihrem Ehrenbür­ger, dem Führer, ein Glückwunsch-Bildtele­gramm gesandt. Gestern traf an den Bürgermeister ein persönliches Dankschreiben folgenden Worllauts ein:

Für Ihr treues Gedenken und die mir zu meinem 50. Geburtstag übermittelten Glückwünsche, mit denen Sie mich erfreut haben, danke ich Ihnen und der Einwohnerschaft herzlich.

Mit deutschem Gruß!

Adolf Hitler."

Landkreis Gießen.

= Lich, 11. Mai. Ihren 8 4. Geburtstag feierte heute in körperlicher und geistiger Frische Frau Helene Oßwald. Nachträglich unseren Glückwunsch.

3m Hotel tot aufgefunden.

Das Opfer eines gewissenlosen Ablreibers.

Lpd. Frankfurt a. M., 11. Mai. In der Nacht zum Mittwoch hat sich in einem Hotel in der Bahn­hofsgegend ein angebliches Ehepaar Kuhn ein­logiert. Als sich im Laufe des anderen Vormittags niemand von den beiden Leuten sehen ließ, wurde vom Hotelpersonal nachgeforscht und hierbei die Frau im Bette liegend tot aufgefunden. Der angebliche Ehemann war verschwunden. In­zwischen ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Personalien der Frau festzustellen. Es handelt sich um eine 39jährige ledige Person aus einem Frank­furter Vorort, an der eine Abtreibuna vorge­nommen war. Die Frau unterhielt seit Jahren ein Verhältnis mit einem verheirateten Manne, das nicht ohne Folgen geblieben war. Auch der Mann wurde fest genommen und hat nach längerem Verhör eingestanden, daß er bei der Frau in letzter Zeit schon vier verbotene Eingriffe gemacht hat.

9 Jl.-'Spott

Aus dem heimatlichen 7lSNL.-Kreis.

Ringführer im R5RC.

Mit dem 1. April haben die Ringführer im NSRL. ihre Tätigkeit ausgenommen. Der Ring­führer stellt die Verbindung her zwischen dem NSRL.-Kreisführer und den NSRL.-Gemeinschaf- ten; er ist der Betreuer und Berater der Vereine, vornehmlich in allen Verwaltungsführer. Jedem Ringführer ist eine bestimmte Zahl von Vereinen unterstellt. , Ä _

NSRL.-Kreisführer Staffelfuhrer Dr. Schäfer (Gießen) hat für den NSRL.-Kreis 8 Gießen dis folgenden Ringführer berufen: Gießen-Stadt: zur Zeit noch nicht besetzt; Lich-Hungen: Wilhelm Hof­mann (Hungen); Staufenberg: August Kern (Mainzlar); Gießen-West: Albert Pitz (Watzen- born-Steinberg); Grünberg: Adam Adler (Grün- berq); Wetzlar-West: Rudolf A n s ch ü tz (Biskirchen); Wetzlar-Nord und Wetzlar-Mitte: Hch. Oßwald (Wetzlar). Im Unterkreis Alsfeld sind die folgenden Kameraden als Ringführer tätig: Johannes Gei­sel (Alsfeld),-Hch. Klemm (Homberg a.d. O.).

Bahnftaffeltag der Leichtathleten.

Am 18. Mai (Himmelfahrt) veranstalten die NSRL.-Kreise 8: Gießen und 11: Friedberg des Gaues XII: Hessen gemeinsam einen großen Bahnstaffeltag auf der v.-Tschammer-und-Osten- Kampfbahn in Bad-Nauheim. Es sind dafür die folgenden Staffelläufe ausgeschrieben worden:

M ä n n e r : 4 X 100 Meter; 4 X 400 Meter; 3X 1000 Meter; 10 X 200 Meter (für je eme Kreis- Mannschaft der Kreise Gießen und Friedberg).

Frauen: 4 X 100 Meter.

Jugend: 4X100 Meter; 3 X 1000 Meter. Der Staffeltag ist vom L.-Stellenleiter des Bannes 116 als bannoffen erklärt worden, womit die Teilnahme von Vereinsjugendmannschaften genehmigt ist.

Als Rahmenkämpfe werden zusätzlich ausgetra­gen: Diskuswurf, Weitsprung und Kugelstoßen für Männer.

Gaumeisterschaften Im Fechten.

Am 21. Mai trägt der Gau Hessen in Bad-Nan­heim die Gaumeisterschaften der Fechterinnen aus, außerdem die Gaumeisterschaften im Degenfechten der Männer.

Kreis-Kanuregatta am Sonntag in Gießen.

Am nächsten Sonntagnachmittag steigt die 1. Kr e i s - Ku r z st r e ck e n - Ka n u r e g att a auf der Lahn in Gießen. Die Durchführung der Ver­anstaltung liegt in den Händen der Paddler­gilde Gießen (Wettfahrtleitung: Dr. E. ^An^esichts"der Tatsache, daß im Kreise 8 (G^ßen) des NSRL. Gau XII (Hessen) nur wenige Kanu­sportvereine ansässig sind, ist die Beteiligung natur- lich geringer als bei der nunmehr endgul g f 2. Juli festgesetzten Gau-Kurzstreckenrega ta^ Jn vier Rennen werden die Gießener Rudergesellschcht 1877 e. V. (GRG), der Kanu-Club Wetzlar (KCW0,der Wiesecker Kanu-Club (WKC.) und die Paddlergi de Gießen e.V. (PGG.) aufeinandertreffen. Im ein- ^E?n7r-Faltboot FI (Anfänger, klasse): 1. Lauf: Karl Schnell (WKC.), Erich Wa- gener (GRG.) und (außer Konkurrenz) Hans Weil

(GRG.). 2. Lauf: Kurt Weil (GRG.), Ernst Deibel (WKC.) und Hugo Kreiling (WKC.). 2)Zwe ier- Wanderfaltboot WF II (Anfängerklasse): L. Hildebrand - A. Märländer (WKC.), H. Ruckes - A. Trechsler (WKC.), K. Rohn - F. Wagner (PGG.) und K. Sommerlad - K. Wehrmann (WKC.) 3) Einer-Faltb ot FI (Leistungsklasse 2): Karl Esser (PGG.) und Gotthold Stein (CKW.).

Der zunächst für die Kreisregatta nach Gießen zugewiesene Marburger Kanu-Club startet am glei­chen Tage bei der Kasseler Kreisveranstaltung. Da­durch wurde die erwartete Teilnehmerzahl nicht ganz erreicht. Wenn die Regatta trotzdem zur Durch­führung kommt, so vor allem, um unseren Renn­sportlern und vor allem unserem Nachwuchs die Gelegenheit zu geben, gut vorbereitet im Juli ins Gautreffen zu steigen.

Am Abend findet seitens des Kreisfachamtes Kanusport eine kanusportliche Werbeveran­staltung statt, in deren Rahmen auch die Sieger­ehrung vorgenommen wird. Der Dietwart der Paddlergilde Gießen e. V., Dr. Loew, wird zwei Filme von Wanderfahrten mit dem Faltboot zei­gen, Erich Lohr bringt eine Reihe schöner Farben- aufnahmen von Fahrten auf der Fulda, Weser, Ohm und Lahn.

Äereinsübungsleiter - Ausbildung des

Fachamts Turnen im Kreis 8.

Am nächsten Sonntag beginnt in der Turnhalle am Oßwaldsgarten ein Uebungsleiterlehrgang, der sich über eine längere Zeitdauer erstreckt. Mit der Durchführung des Lehrgangs ist der Kreislehrwart Bett in (Gießen-Wieseck) beauftragt. Die Mel­dungen sind sehr zahlreich eingegangen. Am Schluß des Lehrgangs werden die erfolgreichen Teilneh­mer, die im Kreis oder Verein ein Amt ausüben, für das Lehrwarteabzeichen vorgeschlagen.

Spiele um die Deutsche

Zugendmeisterschast im Handball.

Innerhalb jedes Gebietes der HI. werden in die­sem Jahre zum ersten Male die Deutschen Jugend­meisterschaften im Handball ausgetragen. Der Zweck dieser Einrichtung dient der Ermittlung der gebiets- besten Bannauswahlmannschaft in einer Pmal- runde, d. h. die jeweils verlierende Mannschaft scheidet aus. Der kommende Sonntag wurde als erster Spieltag festgesetzt. Es treten bereits zehn Bannauswahlmannschaften des Gebietes 13 an. Eine Mannschaft, die des Bannes 115, blieb spiel­frei. ,

Der Bann 116 (Gießen) trifft gleich am ersten Sonntag auf einen der spielstärksten Banne, die Bannauswahlmannschaft des Bannes 88 (Wetzlar). Das Spiel findet im Bereiche des Bannes 88 in Garbenheim statt.

Infolge der räumlichen Ausmaße des Bannes 116 war es für den Bannfachwart äußerst schwie­rig, eine kampfkräftige Mannschaft aus den ver­schiedensten Vereinen zusammenzufügem da teil­weise die hierfür in Frage kommenden Spieler nur wenig bekannt sind. Trotzdem hofft man, daß sich die zusammengestellte Elf gut finden möge, um dem Gegner eine gleichwertige Partie zu liefern.

Der Bann 116 hat für diesen Kampf folgende Spieler gemeldet: Holzheim: Laux, Reitz, Schnei­der. Gef. 34/116 Friedberg: Dietrich. MW. Gießen:

Oer goldene Spatz von Wuppertal

Oer Wettbewerb der Mundartdichter.

Don unserem M.-K.-Mitarbeitei.

Wuppertal, im Mai.

Je weiter man sich von den Großstädten ent- ernt, um so stärker verändert findet man die Sprache der Leute. Es ist nicht nur die Satzmelodie, nicht nur eine von Nord nach Süd und von West nach Ost wechselnde Aussprache des gleichen deut- chen Wortes, es sind andere Wörter, die auftau­chen, und schließlich hören wir eine Sprache, die wir nicht verstehen, wenn wir ausschließlich das Hochdeutsche beherrschen. Die Mundart! Wie lebendig und ausdrucksreich die Mundarten geblie­ben sind, das mögen allein die beiden Tatsachen beweisen, daß in einer uralten kleinen Kirche tn der Nähe des Kriegshafens Wilhelmshaven in Neuende plattdeutsch gepredigt wird, und daß man in Bremen, in der größten paläolithi- chen Sammlung der Welt, ein Heftchen bekommt, das den Titel trägt:Wo wi herkamt und woans bat hier in oler Tied wör". (Wo wir Herkommen, und wie es hier in alter Zeit war.) Das ist ein Be­weis dafür, daß es nichts gibt, was sich in der Mundart nicht ausdrücken ließe, denn in dem ge­nannten Heftchen findet sich eine Darstellung der Vorgeschichte Nordwestdeutschlands!

Nicht nur die Landschaften, auch die Städte haben ihre eigene Mundart Besonders interessant liegen die Verhältnisse in Wuppertal, denn mitten durch die jetzige Großstadt geht eine Sprach- und zugleich eine Starnrnesgrenze. Franken und Sachsen treffen hier auf einem Raum zusammen und haben natur­gemäß nie Sprache der einzelnen Ortschaften beein- lußt, so daß jeder Stadtteil seine sprachlichen Eigentümlichkeiten bewahrt hat. Allgemein verstan­den und gesprochen wird aber das Bergische P latt, das durch den vor 100 Jahren geborenen Dichter Friedrich Storckliterawrfähig" gemacht worden ist. Auch sein Sohn, Victor Storck, gilt als Hüter der artechten Mundart im Bergischen Land. Die Freude des bergischen Menschen an sei­ner heimatlichen Mundart führte im Jahre 1936 aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der bergi­schen Dichter und Schriftsteller dazu, die Jubiläums­eier dadurch besonders abwechslungsreich zu gestal­ten, daß die Mundart-Dichter aus den anderen deutschen Gauen ausgefordert wurden, aus ihren Werken vorzulesen. Der Erfolg dieser Veranstaltung war so unerwartet groß, daß die Anregung gegeben wurde, ein Treffen der Mundart-Dichter in Wuppertal zu wiederholen. Auf der Suche nach einemLockruf" verfiel man auf den Spatzen, den volkstümlichsten unserer Vögel, der im Bergischen Möscheköpp heißt. Die Stadt Wuppertal griff die Anregung auf, sie stiftete einen Wanderpreis: auf einer silbernen Kassette sitzt ein vergoldeter Spatz. Außer dem Wanderpreis werden den besten

Mundart-Dichtern Geldpreise verliehen.

Die erste Tagung 1937 brachte einen derartigen Erfolg, daß dieserSängerkrieg" in Wup­pertal zu einer ständigen Einrichtung wurde. Die Beteiligung ist so groß, daß eine strenge Auslese unter den Bewerbern gehalten werden kann, unter denen in diesem Jahre zum ersten Mal die Vertre­ter der neuen Gaue sein werden. Die Wertung er­folgt nach Punkten durch ein Preisrichterkollegium, dem vier Mundart-Dichter angehören. Unter ihnen sitzt der vorjährige Preisträger. Weitere vier Preis­richter werden aus dem öffentlichen Leben genom­men: ein Vertreter des deutschen Sprachpflegeamtes, auch Kunstschriftlejter von Tageszeitungen usw. Den Vorsitz des aus neun Mitgliedern bestehenden Kollegiums führt der Landeskulturwalter. Die Aus­wahl der Besten jedes Gaues, die nach Wuppertal entsandt werden, erfolgt durch die Landesleiter in Zusammenarbeit mit den Landeskulturwaltern. Im vergangenen Jahre fand eine besondere Arbeits­tagung statt, auf der Referate über wichtige beruf­liche Fragen zu lebhaften Aussprachen Anlaß gaben. Die Rechtschreibung der Mundart, die Verwendung der Mundart in den Darbietungen von Bühne und Rundfunk, ihre Pflege in der Schule das waren einige der Themen. Für die Tagung in diesem Jahr, die vom 4. bis 11. Juni stattfindet, hat der Reichs­minister Dr. Goebbels die Schirmherrschaft übernommen. Die berufliche Herkunft der Mund­art-Dichter ist verschieden. Es überwiegen die Leh­rer. Allerdings sollen jedes Jahr andere Dichter zum Wettbewerb eingeladen werden, aber in manchen Landschaften fehlt noch der Nachwuchs, so daß auch in diesem Jahr in Wuppertal schon bekannte Dichter und zugleich liebgewonnene Freunde erwartet wer­den. Die Lesungen werden öffentlich stattfinden, und bei dem Schlußfest sollen sie umrahmt werden von Volksliedern und Volkstänzen, so daß diese Veranstaltung das gesamte Brauchtum der einzelnen Gaue zum Ausdruck bringen wird. Der erste Gewinner des goldenen Spatzen war Ru­dolf Kingu, der Bruder des unvergeßlichen Go/rch Fock, der in der Skagerrakschlacht am 31. Mai 1916 den Heldentod fand. Gorch Fock, dessen BuchSeefahrt ist Not" vielen bekannt ist, wurde in seinem Bruder mitgeehrt. So fand dergoldene Spatz" sein erstes Nest in Hamburg. Im vergange­nen Jahr erhielt ihn Hermann B u r t e, der Ale­manne, den gu seinem 60. Geburtstage vor kurzem auch der Führer beglückwünschte. Wohin wird der goldene Spatz" für das Jahr 1939/40 sein Nest verlegen? Der Kampf wird heiß, die Wertung schwer. Denn aus allen deutschen Gauen werden die besten Mundart-Dichter antreten, aus den neu an- geschlossenen Gebieten und aus dem Altreich.

Müller, Kümmel, Hambach, Jughard, Bittendorf. VfB.-R. Gießen: Gemmer. 1900 Gießen: Korell, Döll. Münzeckberg: Scheurich, Schmitte.

Der Bann 88 tritt mit folgender Mannschaft an: Garbenheim: Odenwald, chartert, Wörner, Wiesner. Katzenfurt: Heller, Hoffmann. Dornholzhausen: Straßenheim, Rühl. Hochelheim: Sommerkorn, Lang. Krofdorf: Klee. Niedergirmes: Bill, Pfefffer.

264 Pferde in Marburg.

Das große Reif, und Fahrturnier.

Die Meldungen für das Große Reit- und Fahr- turnier am kommenden Wochenende in Marburg haben mit rund 600 Nennungen für 264 Pferde die Erwartungen der Veranstalter noch weit übertrof­fen. Neben Pferden und Reitern der Kavallerie- Schule Hannover, der Obersten SA.-Führung, der SA.-Gruppe Hessen, des Stalles Friedrichshof und anderer führender Turnierställe werden zahlreiche Reiter der Wehrmacht und der Gliederungen der Partei am Start sein.

Von Gießener Reitern nehmen SA.-Sturmführer S ch ö m b s, Sturmmann K o w a l z i k und NSRK.- Reiter K r ö ck, sämtlich von der SA.-Reiterstandarte 147 Gießen, an der Veranstaltung teil.

Beim Kampf um bie Europameister­schaft im Boxen zwischen Max Schmeling unb bem Titelhalter Adolf Heuser wird bie Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn ein Fassungsvermögen von 85 000 Menschen aufweisen.

Plakette für die größte Sportveranstaltung der Wett.

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Vom 15.5. bis 1.10.1939 wird in diesem Jahre dcr Sportappell der Betriebe durchgeführt, an dem erst­malig auch die Frauen teilnehmen. Durch die Teil­nehmerzahl dürfte dies die. größte Sportveranstal­tung der Welt sein. Unser Bild zeigt die Plakette, die sämtliche Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten. (Scherl-Bilderdienft-M.)

Wirtschaft.

Mein-Mamifche Börse.

Mttagsbörfe weiter sehr still.

Frankfurt a. M., 11.Mai. Bei unverändert sehr kleinem Geschäft war die Börse im Großverkehr des Aktienmarktes weiterhin behauptet. Das Kundschaftsinteresse war wiederum denkbar klein, auch die Berufskreise bekunden zur Zeit keine Unter­nehmungslust. Die Veränderungen betrugen erneut nur Bruchteile eines Prozentes. Bemberg gewannen auf die erwartete zwanzigprozentige Dividenden­erhöhung 1 v. H. auf 139. Am Montanmarkt lagen Verein. Stahl etwas schwächer mit 102,50 (103,25), während Mannesmann mit 106,50 und Hoesch mit 109,75 gut gehalten waren und Laurahütte 0,75 v. H. anzogen auf 16. Motoren- und Maschinen­werte schwankten bis 0,50 v. H., im gleichen Aus­maß Elektropapiere. IG. Farben nicht ganz be­hauptet mit 149,40 (149,75). Bei den übrigen, zu­nächst nur wenig notierten Werten gingen die Ab­weichungen nicht über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus, vielfach waren sie ohne Umsatz.

Die vorzeitige Schließung der Zeichnung auf die Steag-Anleihe gab dem Rentenmarkt erneut Anregung, ohne daß aber von nennenswerten Um­sätzen zu berichten märe. Lebhafteres Interesse ver­blieb im Freiverkehr in den neuen Steuergutscheinen, von denen die- II. Serie auf 99,13 (99) anzog. Kom­munal - Umschuldung wenig verändert mit 93,65 193,70). Reichsaltbesitz stellten sich auf unverändert 132, ebenso Reichsbahn-DA. auf 125,75; dagegen Dekosama I 0,40 o. H. erhöht auf 135,90. Von Industrie - Obligationen, die sonst wenig verändert waren, fliegen 5 v. H. Eisenbahn-Bank nach Pause auf 89 (86,50), ferner gewannen 6 v. H. IG. Farben 0,50 v. H. auf 122,75. Pfandbriefe und Stabt» anleihen blieben unueränbert.

Der Freiverkehr war sehr still bei unver- änberten Kursen.

Abendbörse gehalten.

Gleich bem Mittagsverkehr war auch die Abenb- börse nahezu ohne Geschäft, ba Aufträge nach beiben Seiten fast fehlten. Am Aktienmarkt blieben bie Kurse weiterhin gehalten. Veränberungen nach

beiben Seiten war vorwiegend nominell und gingen über 0,25 bis 0,50 v. H. nicht hinaus. Lediglich Deutsche Linoleum stiegen um 2 v. H. auf 158, er­reichten aber nicht ganz den Berliner Kurs von 158,25. In der Farden-Aktie verblieb bei 150 (149,90) etwas Angebot. Montanwerte waren gut behauptet, Stahlverein 102,75 (102,50), Rheinstahl 136,50 (136,40), Mannesmann 106,65 (106,50), nur Hoesch und Deutsche Erdöl je 0,25 v. H. ermäßigt auf 109,50 bzw. 123,75. Sonst notierten u. a.: Adler­werke 103,75 (103,90), Daimler 139,75 (139,50), BMW. unverändert 146,75, Bemberg 137,50 (137,75), Scheideanstalt 204, Felten 136,75 (136,25), Gesfürel 134,25 (134,75), Lahmeyer 111 (111,50), Holzmann 152, Metallgesellschaft 114,25, DDM. 173. Von Renten lagen 6 o. H. IG. Farben mit un­verändert 122,75 leicht im Angebot, weiter fest 5 v. H. Eisenbahn-Bank mit 90 (89,50). Kommunal- Umschuldung nannte man mit 93,55 und neue Steuergutscheine II mit 99,10.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 11. Mai. Auftrieb: Groß­vieh 1246, darunter 208 Ochsen, 223 Bullen, 545 Kühe, 270 Färsen. Kälber 516, Hämmel unb Schafe 29, Schweine 373. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (am 4. Mai 45 bis 46,50), b) 41 bis 42,50 (42,50), c) 37,50 (37,50), d) 29 (). Bullen a) 43 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40,50), c) 35,50 (35 bis 35,50), d) 27 (). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (31 bis 34,50), d) 22 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44,50 bis 45,50 (43,50 bis 45,50), b) 41,50 (41 bis 41,50), c) 36,50 (36,50). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b 2) 48 bis 50 (44 bis 46), c) 44 (40 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 39 (36 bis 39), c) 32 (30 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), b 1) 57,50 (57,50), b 2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50) d) 49,50 (49,50). Sauen g 1) 57,50 (57,50). Markt­verlauf: Großvieh, Kälber und Schweine $u geteilt, Hämmel und Schafe mittel.