Redner forderte vor allem auf, die Obmänner ziel- bewußt einzusetzen und nicht zu glauben, daß der Ortssachgruppenvorsitzer alles allein machen müsse. Nachdrücklich wies er auf die Notwendigkeit der Heranführung geeigneten Nachwuchses an die Imkerei i«i. Auch die Frau solle für die Imkerei interessiert werden.
Kreisfachgruppenvorsitzer Broun, Aodheim v. i>. H.
erstattete einen umfassenden Jahresbericht, der für die Zuhörer außerordentlich aufschlußreich war. Er sprach davon, daß die Jahre 1937 und 1938 gute Jmkerjahre gewesen seien, insbesondere in Gebirgsgegenden. Das Jahr 1938 allerdings habe in den Ebenen schlechte Erträge gebracht. Im Vogelsberg und im Taunus seien sehr befriedigende Erträge erzielt worden. Notwendig sei es, die Tracht des Waldes mehr als seither auszunützen. Im Rahmen des Vierjahresplanes sei ferner eine Vermehrung der Völker notwendig. Das sei insbesondere in waldreichen Gebieten möglich. Allen ernsten Imkern werde alle erdenkliche Aufklärung und Unterstützung zuteil. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit der Frage der Wanderung nach besseren Trachtgebieten. Im Hinblick auf Seuchen sei das Gebiet Oberhessen ziemlich verschont geblieben. Nur in Gießen habe die Nosemaseuche einige Einbußen veranlaßt. Faulbrut trat überhaupt nicht auf. Für die Zukunft gelte es, alle Wachsamkeit zu entfalten. Die Aufmerksamkeit müsse dabei -besonders den Ständen der kleinen Imker gewidmet werden, die nicht Mitglieder sind und auch nicht die Schulung genossen haben, die für den organisierten Imker wertvolle Hilfe darstelle. In der Zucht seien große Fortschritte zu verzeichnen gewesen, um so mehr, als überall erkannt wird, daß Leistungssteigerungen der Völker nur durch Zucht ermöglicht werden können. Der Kreisfachgruppenvorsitzer sagte in diesem Zusammenhang dem Ortsfachgruppenoorsitzer Badende n d er (Gießen) für seine bisherige Arbeit auf dem Gebiete der Zucht herzlichen Dank.
Die Schaffung von Bienenweiden habe, so fuhr der Redner fort, gute Fortschritte gemacht. Insbesondere hätten sich die Kübler- und die Salweide bewährt, deren Anbau besonders gefördert werden solle. Abschließend berichtete der Redner noch Über die staatlichen Förderungsmaßnahmen, die den Imkern zugute kommen können, und über die Aussichten einer Verbilligung des Zuckerbezugs. Schließlich forderte er die Ortsfachgruppenoorsitzer auf, in ihrer Arbeit nicht müde zu werden und sich der großen Bedeutung der Bie- rrenzucht innerhalb unserer Volkswirtschaft stets bewußt zu sein.
In einer kurzen Aussprache wurde noch über Wachsbehandlung, Ausstellungsbeschickung und über den gemeinschaftlichen Zuckerbezug gesprochen. Eine Ausstellung der Kreisfachgruppe soll im Jahre 1940 in Schlitz stattfinden.
Weitere Berichte.
Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach der Rechner der Landesfachgruppe Michel (Darmstadt) über die Kassenlage der Landesfachgruppe, und gab Aufttärungen über die Behandlung aller kassenmäßigen Geschäfte.
Dann sprach Ortsfachgruppenvorsitzer B o d endender (Gießen) über seine Erfahrungen bei Wanderungen nach verschiedenen Trachtgebieten.
Den Abschluß der Vormittagsarbeit bildete ein interessanter Lichtbilderoortrag von Dr. Freuden- ftein (Marburg), der in universeller Weise die Fragen der zweckmäßigen Bienenhaltung, der Ausnützung der verschiedenen Trachtmöglichkeiten, brennende Fragen der Seuchenbekämpfung und der Zucht behandelte. Mit großem Interesse hörte man von der hohen Bedeutung der Bienen für den Obstbau.
Nach der Mittagspause wurde in zwangloser Aussprache eine Reihe von Fragen behandelt, wie sie sich aus der Arbeit innerhalb der Ortsfachgruppen ergeben. Mit der Verpflichtung der Ortsfachgruppenvorsitzer zu weiterer unermüdlicher Arbeit an der edlen Sache fand die Arbeitstagung ihren Abschluß.
Kleiner Frühlingsbesuch.
Natürlich war es einerseits ein Jammer, den alten Fiiederbaum zu entfernen. Er stand an der Seitenmauer des Vorgartens und hatte es im Laufe langer blühender Jugendjahre mit eiserner, vielmehr hölzerner Energie dazu gebracht, sich von einem durchschnittlichen Busch zu einem beachtlichen Baum mit armdickem Stamm auszuwachsen. Aber gerade dies wurde sein Verderben. Und insofern entbehrt diese Geschichte eines ethischen Wertes. Der Baum hätte belohnt werden müssen. Statt dessen wurde er gefällt.
Wie gesagt, das war einerseits ein Jammer. Aber anderseits ein Glück. Nämlich für den Nachbarn, dessen Erker der so strebsam Herangewachsene zuletzt derart verdunkelt hatte, daß er nur einen Wunsch hegte: „Alexander, geh mir aus der Sonne."
Alexander-Fliederbaum konnte nicht von selbst gehen. Aber sein Eigentümer hatte volles Verständnis für den nachbarlichen Drang nach Licht und Sonne, und so ergriff er die Axt und legte den Baum um. Dor einigen Tagen. Ehe er in Blüten stand. Denn dann hätte er es nicht übers Herz gebracht. Mit dieser freundnachbarlichen Tat erhielt die Angelegenheit schließlich doch den bisher vermißten ethischen Wert.
Jede Tat wirkt weiter. Obige, indem sie zunächst ungefähr unseren ganzen kleinen Vorgarten mit „Alexanders" sich nach allen Richtungen sperrenden Zweige ausfüllte. Wie dick ihre Knospen schon waren! Ich schnitt mir ein förmliches Gebüsch aus dem Haufen heraus und stellte es in meine größte Vase mitten auf den Tisch. Und nun erlebte ich täglich, beinahe mit der Zeitlupe, die Entfaltung der Knospen zu zartgrünen Blättchen und ebenso blaßgrünen kleinen Blütendolden, auf die ich das Marienkäfer- .chen setzte, das mir von lieber Hand als Frühlingsbote und Glücksbringer ins Haus gebracht worden war.
„Kleiner Privatfrühling im Zimmer", dachte ich zufrieden, „was will man noch mehr." Diese Bescheidenheit aber sollte sich belohnen. Man mag cs glauben oder nicht: durch das geöffnete Fenster'kam ein Zitronenfalter hereingeflogen, geradeswegs auf die Fliederblüten zu, auf denen er sich aufatmend niederließ. Ich vermute „aufatmend", denn er klappte mehrmals die Flügel auf und zu und hielt dann Umschau. Dann fiel fein Blick auf das Marienkäfer- chen, das unruhig vor ihm hin- und herkrabbelte.
„Suchen Sie etwas?" fragte der Schmetterling in feiner leichten Art. „Ach ja, in der Tat, ich bin halb verhungert und finde rein gar nichts", kam die Antwort. „Ich war schon drüben auf den Primeln am Fenster und auf den Forsythienzweigen, aber werden Sie es glauben: auch nicht die kleinste Blatt
laus habe ich gefunden. Ich hätte sie sofort vertilgt, und Dutzende dazu, auch schon um der Dame des Hauses gesälig zu sein, die mich so freundlich begrüßte. Aber wo nichts ist, hat selbst ..."
Das Marienkäferchen kam nicht weiter. Denn der Schmetterling schmetterte fassungslos: „Höre ich recht, Sie vertilgen Läuse? Aber das ist ja furchtbar, direkt unappetitlich. Ich bekomme kaum das Wort über die Lippen, und Sie nähren sich davon! Sehen Sie dagegen mich und meinesgleichen. Wir nähren uns nur von Blütensaft und -staub — ah, dieser Genuß! Wenn ich nur an ein Beet geöffneter Bütten denke. Werden Sie auch Vegetarianer. Sie werden sich als neuer Käfer fühlen. Außerdem wer-
Betriebsjugendwalter werden geschult.
Don K. Bocher, betriebsjugendwalter der Äezirlssparkasse ,,Mathildenstist", Friedberg.
Der Gaujugendwalter der DAF. und Berufsreferent der HI., Gebiet 13, hatte einen Lehrgang für Betriebsjugendwalter in der Jugendherberge zu Rüdesheim eingerichtet. Der Lehrgang fand in der Zeit vom 26. März bis einschließlich 2. April statt und war von 52 Betriebsjugendwaltern aus dem Gau Hessen-Nassau besucht, denen hier das Rüstzeug für ihre Arbeit in den Betrieben vermittelt werden sollte.
Die nationalsozialistische Weltanschauung hat, wie aus fast allen Gebieten, auch auf dem Gebiete der Arbeitsauffassung einen grundsätzlichen Wandel geschaffen. Die zu unserem inneren Empfinden stets in Widerspruch gestandene falsche Auffassung des Liberalismus und Marxismus von der Arbeit als Fluch oder Knechtschaft muß restlos im' deutschen Volke beseitigt werden. Arbeitadelt, knechtetaber nicht; denn alle Arbeit geschieht für Deutschland. Dieses in der nationalsozialistischen Weltanschauung verankerte Arbeitsethos kann nirgends besser vermittelt und vertieft werden als an der Arbeitsstätte selbst: in den Betrieben. Darum ist es notwendig, daß alle im Betrieb irgendwie Bestimmenden, zumal die Walter der Deutschen Arbeitsfront, zu Verkündern der nationalsozialistischen Weltanschauung werden. In ganz besonderem Maße gilt dies für die Betriebsjugendwalter, denen in den Betrieben das kostbarste Gut an Der traut ist, das das deutsche Volk besitzt: die deutsche Jugend.
So ist es natürlich, daß die weltanschaulichen Fragen, aber auch die sachlichen Vorträge, den größten Teil an dem Lehrgang hatten. Eine Reihe von Rednern befaßte sich ausschließlich mit weltanschaulichen Fragen, aber auch die fachlichen Vorträge waren samt und sonders weltanschaulich fundiert. Immer wieder wurde die nationalsozialistische Weltanschauung der jüdisch-materialistischen „Geldanschau-' ung" gegenübergestellt; hie: Blut, Boden, Rasse als Werte deutschen Gemeinschaftserlebens, wo das „Wir" alles ist; dort: das „3d>" triumphiert, die Ichsucht stört, zerstört die Formen der Gemeinschaft. So wie die Familie die kleinste Zelle der völkischen Gemeinschaft, ist der Betrieb die kleinste Zelle der Wirtschaft, einer Wirtschaft, die nicht Selbstzweck ist, sondern der Gemeinschaft, dem Volke, zu dienen hat. Darum kann auch der einzelne nicht danach gewertet werden, was er weiß ober was er kann, sondern ausschlaggebend ist, was er für die Gemeinschaft bedeutet. „Wissen ist gut; Können ist besser; Charakter ist alles."
Die fachlichen Vorträge befaßten sich naturgemäß
mit der Lenkung, Betreuung und Förderung der Jugendlichen im Beruf. Hier kann als oberster Grundsatz der des Jugendschutzes herausgestellt werden; denn „Jugendschutz ist Volksschutz". Soll die Leistungsfähigkeit nicht nur erhalten, sondern noch gesteigert werden, so muß die Jugend vor übermäßiger Beanspruchung geschützt sein. Nur deshalb ist Kinderarbeit, ist die Nachtarbeit für Jugendliche grundsätzlich verboten, und nur deshalb ist die Arbeitszeit für Jugendliche durch zwingende Vorschriften begrenzt worden. Datum mußte auch der Urlaub und seine sinnvolle Ausnutzung zur körperlichen Ertüchtigung, zur Gestaltung der Persönlichkeit und zur staatspolitischen Erziehung auf Fahrten und in Lagern der HI. sichergestellt werden. Aufgabe der Betriebsjugendwalter ist es, dafür zu sorgen, daß die Bestrebungen der DAF. und der HI. in dieser Richtung voll wirksam werden.
Auch mit dem Wesen und den Ausgaben der Berufsberatung, die gegenwärtig neben der eigentlichen Raterteilung auch eine Berufslenkung umfaßt, wurden wir Betriebsjugendwalter vertraut gemacht. Danach soll der Jugendliche in Zukunft dort eingesetzt werden, wo er seiner Veranlagung und den arbeitspolitischen Verhältnissen nach am ehesten der Gemeinschaft zu dienen vermag; eine Berufsfehlleitung wie in vergangenen Zeiten kann sich Deutschland im Zeichen des zweiten Dierjahres- planes nicht mehr leisten. Im Zusammenhang mit der Neuordnung der Berufslehre ist heroorzuheben, daß das Lehrverhältnis kein Dienst-, sondern ein Erziehungsverhältnis darstellt, das den Lehr- Herrn verpflichtet, dem Jugendlichen aber keinen Anspruch auf Lohn, sondern auf feine Ausbildung unter Gewährung einer Erziehungsbeihilfe sichert.
Von den weiteren Vorträgen müssen noch die Ausführungen zum Reichsberufswettkampf erwähnt werden, der dazu bestimmt ist, eine zuverlässige Berufsauslese zu gewährleisten. Daß zumindest alle Jugendlichen am Berufswettkampf teilnehmen, hat das Bestreben der Betriebsjugendwalter zu sein.
An die Vorträge schloß sich regelmäßig eine Aussprache an, die geeignet war, das Gehörte noch zu vertiefen, oder Zweifel zu klären. Zwischen den Vorträgen sorgten Arbeitsgemeinschaften für fruchtbaren Gedankenaustausch.
Alles in allem: Für die erschienenen Betriebsjugendwalter bedeuten die in schöner Kameradschaft verlaufenen sieben Schulungstage eine wertvolle Bereicherung.
„Für Leistungen in der HL."
Zeder Hitlerjunge erwirbt das HZ.-Leistungsabzeichen.
NSG. Mit der Erringung des Jungvolk-Leistungs- obzeichens sand die Grundschulung der Pimpfe in der sportlichen Ertüchtigung ihren Abschluß. Die schnell fortschreitende Entwicklung der Jungen in dem Alter von 14 bis 18 Jahren macht es aber erforderlich, ihnen eine neue, dieser Entwicklung entsprechend sich steigernde Zielsetzung zu geben. Es mußte eine Erweiterung des im Jungvolk geschaffenen Fundaments durch die Gestaltung eines Programmes der Leibeserziehung für die 14- bis 18- jährigen erfolgen. Dieses Programm sieht neben den Leibesübungen, dem Geländesport und dem KK.- Gewehrschießen die Erringung des HJ.-Leistungs- abzeichens und die besondere Förderung des Leistungssportes vor.
Genau wie im Jungvolk ist das Leistungsabzeichen der HI. die Bestätigung einer erfolgreichen Grundschulung. Wer das HJ.-Leistungsabzeichen erwerben will, muß sich sowohl einer weltanschaulichen als einer Leistungsprüfung in Leibesübungen, im KK.-Schießen und im Geländesport unterziehen. Gerade in den vorgenannten Altersstufen ist es erforderlich, den Jungen eine besondere Förderung, aber auch eine verstärkte Aufmunterung zum ständigen Einsatz zu vermitteln. Das HJL. wird deshalb in drei Stufen verliehen:
1. in Eisen (15 Jahre);
2. in Bronze (16 Jahre);
3. in Silber (17 Jahre und älter).
Auch das HJL. verlangt von dem Hitterjungen keine besonders hohe EinzetteistunHen, aber auf allen Gelbieten der körperlichen Ertüchtigung werden gute Durchschnittsleistungen gefordert. „Für Leistungen in der HI.", so lautet die Beschriftung der Leistungsabzeichen. Jede Leistung setzt sowohl Charakter als nationalsozialistische Haltung voraus, so daß die Erziehungsarbeit der HI. auf eine gleichmäßige Durchbildung von Körper, Geist und Seele ausgerichtet ist, mit dem Ziel, kämpferische Menschen heranzubilden. Darum wird bei den Prüfungen zum Leistungsabzeichen auch eine weltanschauliche Wertung vorgenommen. Keinesfalls erhebt das HJL. damit einen Anspruch, als Gesinnungsmesser zu gelten. Die Gesinnung eines Menschen ist eine innere Angelegenheit, die aber politisch erst dann aktiv wird, wenn zur Gesinnung, das Wissen um die Grundfragen des völkischen Lebens tritt als die Voraussetzung einer wertvollen politischen Entscheidung. Die weltanschaulichen Prüfungsfragen zum HJL. bauen sich natürlich auf der Schulung in der HI. auf und sind in drei, den Altersklassen entsprechenden Stufen jeweils zu fünf zu beantwortenden Fragen zusammengefaßt. Sieht man sich bann die weiteren Bedingungen zum HJL. einmal an, so kann man feststellen, daß Leibesübungen und Geländesport einen fast gleichen Raum innerhalb der Prüfung einnehmen. Für den Hitterjungen sind Leibesübungen aber nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Schnelligkeit, Gewandtheit und Ausdauer erwirbt er sich nicht, um nur bei Wettkämpfen auf dem Sportplatz Sieger zu werden, sondern mit dem größeren Ziel: den Anforderungen des Geländesportes mit leistungsfähigem Körper gerecht werden zu können. Denn der Geländesport be
deutet die Krönung der gesamten körperlichen Ertüchtigung. Neben den weltanschaulichen, kulturellen und sozialen Ausgaben der deutschen Jugend ist im Hinblick auf die mit der Wehrpflicht zusammenhängenden Anforderungen frühzeitig eine wehrhafte körperliche Ausbildung die bedeutendste Aufgabe.
Die weiteren Bedingungen für das HJ.-Leistungs- abzeichen feien nachfolgend wiedergegeben:
Leibesübungen
Stufe A 15 Jahre
Stufe B 16 Jahre
Stufe C 17J.u.m.
1.100 m
15 Sek.
14,5 Sek.
14 Sek.
2.3000 m
15 Min.
14,30 Min.
14 Min.
3. Weitsprung
3,75 m
4 m
4,25 m
4. Keulenweitwerfen
25 m
30 m
35 m
5. Kugelstoßen (5 kg)
6m
6,75 m
7,50 m
6. Klimmziehen
2mal
3mal
4mal
7. Schwimmen
100 m
200 m
300 m
in
beliebiger Zeit
ob. Dauerschwimmen
5 Min.
10 Min.
15 Min.
ob., wo Schwimmen
nicht möglich:
Rabfahren
10 km
15 km
20 km
in bei. Zeit
in 40 Min. in 50 Min.
Ziel- und rNarschübungen.
1. Keulenzielwurf
2. KK.-Schießen.
3. Marschübung im HJ.-Dienstanzug.
Geländesport.
1. Geländekunde.
2. Kartenkunde.
3. Sinnesschärfung.
4. Entfernungsschätzen.
5. Meldewesen.
6. Tarnung.
7. Geländeausnutzung.
lieber 5000 Hitterjungen haben bisher im Gebiet Hessen-Nassau das HJ.-Leistungsabzeichen erworben. Die Vorbereitungen erfolgten im Rahmen des HJ.- Dienftes. Ein Vergleich der Prüfungsanforderungen des HJ.-Leistungsabzeichens mit den Prüfungsanforderungen des SA.-Wehrabzeichens zeigt, daß stofflich die gleichen Aufgaben gestellt sind. In der Wertung jedoch ist ein Unterschied, der darin besteht, daß das SA.-Wehrabzeichen eine Punktwertung hat, während für das HJ.-Leistungsabzeichen Mindestleistungen gefordert werden. Dies ist verständlich, da um das HJL. ja nur Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahre kämpfen. Das HJL. ist im Rahmen der Wehrerziehung der deutschen Jugend die sinnvolle und planmäßige Vorbereitung für das SA.-Wehr- obzeichen.
Mit Beginn des Frühjahrs wird die wehrsportliche Betätigung der Hitler-Jugend in erhöhtem Maße wieder betrieben werden. Der weltanschauliche Prüfungsteil wurde in den Heimabenden des Winters durchgearbeitet, wenige Wochen des Sport- und Geländedienstes werden genügen, und dann wird ein Großteil der hessen-'nasiauischen Hitler-Jugend den Auftrag des Gebietsführers für das Jahr 1939 erfüllt haben: „Jeder Hitlerjunge erwirbt das HJ.- Leistungsabzeichen!"
den Sie ganz anders geschätzt werden, vor allem von den Dichtern. Glauben Sie, diese würden uns dauernd zu poetischen Vergleichen heranziehen, wenn wir uns von Läusen nährten?"
Das Marienkäferchen errötete tief zwischen feinen schwarzen Punkten: „Besungen werde ich auch, und schon seit Jahrhunderten, von den Kindern, und für die Großen gelte ich als Glückskäferchen, während Ihre Schmetterlingsnatur von ernsthaften Leuten wenig geschätzt wird. Und womit nützen Sie überhaupt?"
„Ich könnte darauf antworten", hauchte der Zitronenfalter, „aber ich bin mir zu gut dazu. Außer- dem sehe ich soeben im gegenüberliegenden Garten
tein Krokusbeet, ich entschwebe. Auf Nimmerwieder- sehen!"
Und damit flog er davon, ein schimmerndes Stück. I chen Frühlingsgolb.
Auf der Straße aber fangen die Kinder hell: „Marienwürmchen, fetze dich auf meine Hand, auf meine Hand, ich tu dir nichts zu Leide." „Na also", lachte das Glückskäferchen, und dann flog es ebenfalls hinaus."
Schade, ich hatte mich so an ihm gefreut.
E. v. M.
Unser neuer Nomon.
Nachdem wir in der letzten Nummer des „Gie» ßener Anzeigers" den Abdruck des Romans „Das Mädchen Maxie" von Walther Kloepffer beendet haben, beginnen mir in der heute erscheinen- nen Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes und frischen zugleich die Bekanntschaft mit einer besonders begabten und erfolgreichen Autorin auf. Der Roman heißt
„Eine Frau mit Herz" von Hedda Lindner,
und unsere Leser werden sich, wie wir hoffen, mit Vergnügen an eine im vorigen Jahre bei uns er- schienene Arbeit unter dem Titel „Kannst du zurück, Dore?" erinnern, mit der wir Hedda Lindner hier vorgestellt und eingeführt haben. Die „Frau mit Herz", um die es sich diesmal handelt, ist jener Dore in manchem verwandt. Auch hier erleben wir wieder die Verknüpfung einer Liebesgeschichte mit einem merkwürdigen, lange Zeit hindurch unauff[urbaren Kriminalfall, und alle Vorzüge, die jenen ersten Roman auszeichneten, bewähren sich auch in Hedda Lindners neuem Werke, mit dessen Veröffentlichung wir heute beginnen. Die merkwürdige Verflechtung der Schicksale, von denen hier erzählt wird, weckt die menschliche Anteilnahme des Lesers, und die Ereignisse sind so farbig, abwechslungsreich und mit innerer Steigerung geschildert, daß die Spannung bis zuallerletzt wach- gehalten wird.
So dürfen wir gewiß sein, mit diesem gut und lebendig geschriebenen Roman allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine Freude zu bereiten und ihnen eine von Tag zu Tag erwartungsvoll begrüßte Lektüre zu verschaffen.
Der Krokus als Zeitnehmer.
Der Krokus gibt in diesem Jahre ein deutliches Bild von der Verspätung der Vegetation, die durch den Kälterückfall im März eingetreten ist. In normalen Jahren blüht der Krokus in Lagen des deutschen Mitteltlimas etwa vom 10. bis Ende März. In diesem Jahr stand er gerade an den herrlichen Dftertagen in voller Blüte. Zu bemerken ist freilich, daß auch die diesjährige Krokusblüte schon vor
Nach Ostern ist die Zeit d. Stoffeinkaufs. Da geht man natürlich ins Stoffspezialhaus, um aus d. Fülle der Angeboten, den bekannt klein.Bernard-Preisen etwasSchönes für die Frühjahrs-u.Somm.-Garderobe aus zusuch.
Stoff, spezialhaus
Bernard&Sohn°Xni<i.
einiger Zeit begann und dann durch den Kälterück- fall unterbrochen wurde. Wie wir bei eingetopften Krokussen deutlich sehen können, treiben die kleinen Zwiebeln mehrere Blütenstengel, die sich nacheinander ablösen. Auch bleibt zu beachten daß es früh- und spätblühende Arten des Krokus gibt. Jrmner- hin ist es nicht selten, daß dieser Sprößling des Hochgebirges feine üppige Blütenpracht erst in der zweiten Äprilwoche entfaltet, und daraus läßt sich die Verspätung der Vegetation ablesen.
E^ießen-Wieieck.
Der älteste männliche Einwohner von Wieseck Heinrich Rau wird heute 8 6 Jahre alt. Herr Rau ist noch sehr rüstig, trotzdem er durch die Arbeit gebeugt ist. Er war fast 3 Jahrzehnte Kirchendiener und Glöckner, ein Amt, das er noch nach dem Kriege innehatte. Auch war er lange Jahre Diener des Spar- und Vorschußvereins. ' In allen seinen Aemtern erfreute er sich voller Wertschätzung. Dem Mitbürger, dem in seinem langen Leden manche schwere Prüfung auferlegt wurde, gelten auch unsere herzlichen Wünsche.
Amtsgericht Gießen.
Der W. H. in Gießen war beschuldigt, am 26. Dezember 1938 fein vierjähriges Kind roh mißhandelt zu haben, indem er ihm mit einem Lederriemen mit Schloß an den Kopf schlug, so daß es zwei 4 Zentimeter lange Platzwunden am Kopf daoontrug. Der Angeklagte behauptete, von dem Kind gereizt worden zu fein, und er will nicht mit dem Schloß, sondern nur mit dem Riemen geschlagen haben. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rücksicht auf die einschlägige Vorstrafe, auf eine Gefängnisstrafe von. vier Monaten zu erkennen. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rafe von drei Monaten verurteilt.
Der K. N. in Gießen und der H. S. in Beuern erhielten wegen schwerer Körperverletzung Strafbefehle über je zwei Wochen Gefängnis. Gegen den Strafbefehl legten sie Einspruch-ein. Beide Angeklagte waren am 24. Juli 1938 auf der Kirchwcche in Beuern. Beim Tanzen bekam der Angeklagte S. mit dem Verletzten H. Streit. Nach dem Tanz gab der Angeklagte S. dem H. eine Ohrfeige. Sein Arbeitskamerad, der mi lange Wagte N., mischte sich in den Streit ein und schlug ebenfalls auf H. ein. In der gestrigen Hauptverhandlung stellte sich heraus, daß die Verletzungen nicht so schwer waren als zuerst angenommen wurde. Der Vertreter der Anklage beantragte, an Stelle von an sich verwirkten Gefängnisstrafen von zwei Wochen aus Geldstrafen von je 50 Mark, ersatzweise 14 Tage Gefängnis, zu erkennen. Die Angeklagten wurden an Stelle von an sich verwirkten Gefängnisstrafen von zwei Wochen zu Geldstra fen von je 50 Mark, ersatzweise 14 Tage Gefängnis, verurteilt.
Vezirksschöffengencht Gießen.
R. Sch. in Frankfurt a. M. wurde beschuldigt, am 5. Juli 1938 in Eschhofen eine öffentliche Urkunde verfälscht und von ihr zum Zwecke der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, indem er auf seiner Steuerkarte das Wort „keine" (Kinder) durchstrich und durch das Wort „eins" ersetzte. Von dieser verfälschten Urkunde hat er sodann dadurch Gebrauch gemacht, daß er sie seinem Arbeitgeber übergab und diesen über seinen Familienstand täuschte. Der Arbeitgeber führte infolgedessen die Lohnsteuer nicht in der richtigen Höhe ab, so daß ihm ein Vorteil von 3,28 RM. erwachsen war. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt.


