Oie Neutralität der Türkei.
Ankara, 11. April. (DNB.) Die Nationalversammlung nahm am Dienstag eine Regierungserklärung zur türkischen Außenpolitik entgegen., Darin heißt es, daß die Türkei angesichts der augenblicklichen Stimmung in der Welt ihren Freundschaften und Bündnissen treu bleibt. Um dem Frieden zu dienen, werde die Türkei auch in Zukunst mit allen großen und kleinen Staaten ihre freundschaftlichen Beziehungen in der gleichen herzlichen Loyalität aufrechterhalten. Nichts könne die Türkei von ihrem Wege abbringen. Die Regierung werde nichts tun, was das Wohl der Nation in Gefahr bringen könnte. Der Ministerpräsident unterstrich, daß die türkische Armee stark genug sei, um selb st alle Gefahren abwenden zu können. Einstimmig sprach die Kammer der Regierung ihr Vertrauen aus.
Dazu wird der italienischen AgenziaStefani aus Ankara gemeldet: Die Erklärung, die eine eindeutige Klarstellung der türkischen Haltung gegenüber der gegenwärtigen internationalen Lage bildet, ist im jetzigen Augenblick doppelt wertvoll, in dem kriegslustige Organe der demokratischen Mächte die Meinung ihrer Leser weiterhin zu täuschen versuchen, indem sie von Garantiepak- t e n mit, wie sie hoffen, zahlreichen Ländern sprechen, Garantiepakten, die in Wirklichkeit der Einkreisung der totalitären Mächte dienen sollen- Der türkische Ministerpräsident habe versichert, daß die Türkei auch in Zukunft mit allen großen und kleinen Mächten freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten beabsichtige und daß sie dank ihrer Wehrmacht in der Lage sei, s e l b st ihre Neutralität zu verteidigen. In Ankara weise man darauf hin, daß es das erstemal sei, daß das Wort „Neutralität" offiziell ausgesprochen werde, obwohl es bekannt sei, daß die Bevölkerung eindeutig auf eine strenge neutrale Haltung eingestellt fei, weshalb auch die Rede des Ministerpräsidenten van der türkischen Oeffentlichkeit überaus günstig ausgenommen wurde.
Generalfeldmarschall Göring in Tripolis
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Während der Ostertage traf Generalfeldmarschall Göring in Tripolis ein, wo er von Marschall B a l b o (rechts neben ihm im Wagen) und der italienischen Bevölkerung herzlich begrüßt wurde. — (Associated-Preß-M.)
Keine Beunruhigung in Belgien.
Brüssel, 11. April. (Europapreß.) Die militärischen Sicherheitsmaßnahmen Hollands, über die der holländische Ministerpräsident C o l i j n s in einer Rundfunkansprache berichtete, haben in Belgien starke Beachtung gefunden. Von gut unterrichteter Seite wird erklärt, daß Belgien nicht die Absicht habe, dem holländischen Beispiel zu folgen. Für Belgien bestehe augenblicklich keinerlei Grund zurBeun- ruhigung. Bei der Entsendung von Truppenabteilungen auf die Uebungsplätze im Nordosten des Landes handele es sich um die in dieser Jahreszeit durchaus üblichen Ausbildungsübungen.
Aus den Besprechungen, die Ministerpräsident P i e r l o t mit einzelnen Parteiführern hatte, geht hervor, daß man bestrebt ist, die Regierungsbildung angesichts der internationalen Lage zu beschleunigen. Beabsichtigt ist wieder ein Drei-Parteien-Kabinett, wobei die' Sozialisten ihre Mitwirkung bis jetzt an die Bedingung geknüpft haben, daß auf „deflationistische", also einschneidende Sparmaßnahmen im Regierungsprogramm verzichtet wird. Der Generalrat der Sozialistischen Partei wurde für Mittwoch einberufen. Man vermutet, daß auch Pierlot am Mittwochvormittag über das Ergebnis feines Sonderauftrags und über die Möglichkeiten einer Regierungsbildung dem König einen abschließenden Bericht erstatten wird.
Beruhigung auf Malta.
London, 11.April. (DNB.) Nach einer Reuter- Meldung aus Malta haben sich auch amtliche Kreise Maltas zu der Ueberzeugung durchgerungen, „daß die Spannung der letzten Tage vorbei und die Situation wieder normal sei". Da^ brittsche Schlachtschiff „ W a r s p i t e ", das Flaggschiff des Oberkommandierender der Mittelmeerflotte, Admiral Sir Dudlee Po und, das am Sonntag San Remo verließ, lief Dienstag in Malta ein, desgleichen das Flaggschiff des stellvertretenden Oberkommandieren- den der Mittelmeerflotte, „Varham", sowie das Schlachtschiff „Ramillies". Die am Montag als „Vorsichtsmaßnahmen" angeordnete Bemannung der Küsten- und Flakgeschütze Maltas wurde wieder aufgehoben.
Maltas Bevölkerung lehnt die neue Verfassung ab.
Rom, 11. April (DNB) In Malta hat die Nationalpartei einstimmig den Beschluß gefaßt, d i e neue Verfassung abzulehnen und von den englischen Behörden zumindest die Rückkehr zur Verfassung von 1921 zu verlangen, die den Gebrauch und den Unterricht der italienischen Sprache gewährleistete. In der Entschließung, die dem englischen Kolonialminister übermittelt wurde, heißt es, die Nationalpartei werde mit unverminderter Entschlossenheit und im festen Glauben an den Endsieg ihrer Sache den Kampf für die religiösen, kulturellen und bürgerlichen Rechte der Bewohner Maltas fortsetzen.
Schwere politische Bluttat in Kaifeng.
Sechs Mitglieder des nordchinesischen Befriedungsausschusses erschossen.
Peking, 11. April. (DNB.) Die Stadt Kaifeng, die Hauptstadt der nordchinesischen Provinz Honan, war am Ostersonntag der Schauplatz einer schweren politischen Bluttat, der wiederum einige führende Politiker der neuen Nordchina-Regierung Zum Opfer fielen. Unbekannte Täter drangen in eine Sitzung des örtlichen Befriedungsausschusses ein und ermordeten sechs von den insgesamt sieben Mitgliedern dieses Ausschusses. Das siebente Mitglied entging seinem Schicksal nur dadurch, daß es wegen Abwesenheit von Kaifeng nicht an der Sitzung te'ilnehmen konnte. Unter den Opfern des Mordüberfalles befinden sich der Vorsitzende des Ausschusses General H u y u - tun sowie General Fu-Sch u an gy in g, die früher als hohe Offiziere der mandschurischen Armee unter Tschangtsolin und Tschanghsueliang gedient haben. Der Befriedungsausschuß von Kaifeng war zu Beginn d. I. eingerichtet worden, um die chinesischen Truppen in Honan, die sich der neuen Nordchina-Regierung angeschlossen hatten, zu betreuen. Man nimmt an, daß es sich bei den Mördern um Sendboten der Tschungking-Regierung handelt, die sich unter die oerständigungsbereiten Soldaten geschmuggelt hatten.
te das britische Weltreich entstand.
41 Kriege führte England in 73 Zähren.
„Wem der Himmel erlaubt hat Besitz zu ergreifen, der hat auch das Recht."
Thomas Carlyle.
Die englischen Opiumkriege gegen China haben sich tief in das Geschichtsbewußtsein wohl aller Völker eingeprägt, so kraß waren Anlaß und Durchführung dieser Kriege. Seit dem 18. Jahrhundert hatte die englische Ostindische Kompanie ein Riesengeschäft aus dem Schmuggel von Opium nach China mit Hilfe arabischer Händler gemacht. Als der chinesische Vizekönig Lin Tse-Sü in Kanton 1839 die Auslieferung und Vernichtung von 20 283 Kisten Opium erzwang, beschloß das englische Parlament die Entsendung eines Expeditionskorps, das 1840 Kanton blockierte, Amoy und Schanghai besetzte und durch sein Erscheinen auf der englischen Flotte vor Nanking 1842 die ungehinderte Einfuhr von Opium nach China, eine „Kriegsentschädigung", die Abtretung der späteren englischen Kronkolonie Hongkong und die Gewährung der seither zu ungeheurem Reichtum gelangten Niederlassungsgebiete (Settle- ments> in Schanghai und anderen „Vertragshäfen" erzwang.
Wie schon angebeutet, standen die Opiumkriege Englands — es, folgten noch zwei ähnliche Expeditionen — im Zeichendes hemm u,n gslosen Raubkapitalismus, den die Ostindische Kompanie entfaltete. Sie war im Jahre 1600 gegründet worden, führte die Eroberung In di en.s mit feinen 300 Millionen Einwohnern für England durch und beherrschte das Land bis zum 1. November -1858. Dann erzwang die große indische Meuterei den Uebergang der Herrschaft auf die britische Krone. Wenn wir heute von einem märchenhaft reichen Menschen sprechen, so nennen wir ihn einen Nabob; dieses Wort wurde in Europa heimisch, als sich die Beamten der Ostindischen Kompanie von den obersten bis zu den untersten Stellen mit erlaubten und unerlaubten Mitteln in kürzester Zeit bereicherten und den Rest ihrer Tage als „Nabobs" in England verlebten. Mit genialer Schlauheit wurden die indischen Fürsten gegeneinander ausgespielt, mit dem Ziel, das Land in furchtbarer Weise auszu- saugen und unermeßliche Vermögen rasch zusammenzuhäufen. Der englische Generalgouverneur Warren Hastings wurde nach seiner Rückkehr in England angeklagt. Edmund Burke schrieb in seiner Anklageschrift an das als Gerichtshof fungierende Oberhaus: „Meine Lords, wenn Sie diesen Schändlichkeiten gegenüber die Augen verschließen, dann machen Sie aus uns Engländern eine Nation von Hehlern, eine Nation von Heuchlern, eine Nation »von Lügnern, eine Nation von Falschspielern." Der Premierminister Pitt gab aus seiner Akten- fenntnis das Stichwort: „Es gibt nur eine Rettung: Hastings muß die Staatsnotwendigkeit vorschützen." Warren Hastings wurde f r e i g e s p r o ch e n. Als das Land völlig ausgesogen war, wurde der Opiumhandel entwickelt, der eben zu jenen Opiumkriegen führte. Die Ostindische Kompanie hatte damit ein neues Feld für ihren kolonialkapitalifti- schen Raubbau gefunden.
In der ganzen Zeit von der Negierung der jungfräulichen Königin Elisabeth (1533—1603) bis rund 1800 standen im Vordergrund des britischen Kolo- nial-Jnteresses Gebiete, die sich leicht ausplündern liehen oder deren Tropen-Früchte schon durch andere europäische Nationen plantagenmäßig angebaut wurden: daneben aber besonders Schiffahrts- Rationen, also Zwischenlandeplätze, in denen sich die Segler jener Tage mit Wasser und Lebensrnitteln versehen konnten So setzten sich die Engländer 1655 in Jamaika, der Perle der Antillen, fest, gewannen dann Schiffahrtsstationen längs der west- und ostafrikanischen Küste, um ihren Weg nach Indien tu erleichtern, und entwickelten eine großzügige Strategie dieser maritimen Stützpunkte, von denen aus sie nach Belieben die umliegenden Länder durch diplomatische Mittel wie Bündnisse, Handelsverträge, Bestechung oder durch jeweilig vorgenommene Expeditionen unter ihre tatsächliche Oberhoheit brachten. Schon unter Cromwell beaann der Versuch, sich im Mittelmeer festzusetzen. Während des spanischen Erbfolgekrieges wird mit Hilfe deutscher Truppen 1704 Gibraltar erobert. 1800 folgt Malta^ 1878 Cypern 1882 erfolgt die Beschießung und Besetzung von Alexandrien. 1914—18 werden die Araber aufgeputscht und England versucht, sich, zum Teil erfolgreich, zum Teil vergeblich in dem ganzen weiten Raum zwischen Suez-Kanal und Palästina auf der einen, Persien und Afghanistan auf der anderen Seite festzusetzen.
Das Gegenstück dieser Festsetzung im Mittelmeer
sind die Besetzungen der Küstenstationen zwischen Arabien und Indien: In Aden wird dem örtlichen Scheich zunächst Geld geboten, und als er nicht willig ist, sprechen die Kanonen. Das war 1839. 1857 wird die Insel Perim am Ausgang des Roten Meeres besetzt. Schon früher, 1819, wurde den Holländern Singapore weggenommen. Wir bleiben einen Augenblick bei Aden an der Südküste der arabischen Halbinsel stehen. Das Gebiet war ursprünglich 80 Quadratmeilen groß. In der Liste der Kolonialgebiete von 1923 aber ist es schon 9000 Quadratmeilen groß. In einer neuen Ausgabe von 1936 wird es bereits mit 42 000 Quadratmeilen angegeben. Die entsprechende Verordnung war eine der ersten Taten Georgs VI. Grund: Petroleum.
England führte folgende Kriege in der Zeit von 1841 bis 1914: Gegen Afghanistan 1841, 1849 und 1878; gegen China 1841, 1849, 1856 und 1860; gegen die Sikhs 1845 und 1848; gegen die Kaffem 1845, 1851 und 1877; gegen Burma 1850, 1852 und 1885; gegen Rußland 1854; dazu neun Kriege (abgesehen von den Sikhs) gegen Indien zwischen 1857 und 1897; drei Kriege gegen die Aschantis 1864, 1873 und 1896; gegen Abessinien 1867; gegen Persien 1852; gegen die Zulus 1878; gegen die Basu- tos 1879; gegen Aegypten 1882; drei Kriege tm Sudan 1894, 1896 und 1899; ein Kampf in Sansibar 1890; einen Krieg gegen die Matabele 1894; zwei Kriege gegen die Buren 1881 und 1899 und schließlich den Weltkrieg 1914. Wer 41 Kriege in 73 Jahren führt,- will fremde Länder erobern und fremde Länder unterwerfen. Und w i e wurden die Kriege geführt? 1901 waren nach englischer Angabe 74 000 Frauen und Kinder der Buren in sanitätswidrigen Konzentrationslagern zusammengepfercht, um die Buren selbst mürbe zu machen. Die indischen Aufständischen wurden vor Kanonenrohren zerschossen, weil ihnen damit die Hoffnung auf ihr Jenseits genommen wurde, da der Hinduglaube die Auferstehung an die äußere Vollständigkeit des Körpers^ knüpft. Man denke auch an den Film „Bengali", in dem die Todesstrafe dadurch verschärft gezeigt wird, daß die Verunreinigung des Körpers mit Schweinehäuten die „Auferstehung" unmöglich macht.
Spaniens Wirtschaft.
Der letzte Heeresbericht Francos enthielt den lapidaren Satz: „Der Krieg ist beendigt". Nun treten die Aufgaben des Alltags an die spanische Regierung heran: Zuerst das Wirtschaftsleben in Schwung zu bringen, dann neben die leistungsfähige Armee eine ebenso einsatzfähige Verwaltung zu setzen, und schließlich an die großen sozialen und immer wieder vertagten Probleme des Landes heranzugehen. Um es vorweg zu nehmen: Spanien ist normalerweise in der glücklichen Lage, im Durchschnitt der Jahre seinen Bedarf an Lebensrnitteln aus der eigenen Erzeugung zu decken. Im Augenblick finden Einfuhren von Getreide statt, weil insbesondere in dem ehemals roten Spanien die Feldbestellung gellten hat und durch die Kämpfe natürlich auch nicht gefördert worden ist. Aber dieser Zustand wird sicher bald überwunden sein, ebenso wie wir damit rechnen können, daß im nächsten Jahre Spanien als Großerzeuger von Apfelsinen und Zitronen wieder auf dem Markte erscheint.
Sehr günstig für das Land ist die Fülle natürlicher Bodenreichtümer. Die vielgenannten Quecksilbergruben von Almaden sind eben verstaatlicht worden. Aber der Wert ihrer Erzeugung ist nicht zu überschätzen. Als Ausfuhrposten sind viel wichtiger Eifen - und Kupfererze, daneben auch Schwefelkies. Auch Blei und Zink kommen in sehr erheblichen Mengen vor. Kohle muß dagegen eingeführt werden. Spanien dürfte bei der gegenwärtigen Nachfrage nach Erzen und auch nach Südfrüchten seine Handelsbilanz bald gut in Schuß bringen. Für die weitere Gestaltung der Währung ist natürlich sehr wichtig, ob, wann und unter welchen Verhältnissen die sehr erheblichen Gold vor- räte d e r Bank von Spanien frei werden, die zum großen Teil augenblicklich noch in französischen Tresors liegen. Dor dem Krieg besaß die Bank von Spanien einen Gold-, Silber- und Devisenvorrat von nicht weniger als 3,2 Milliarden. Die damalige innere Verschuldung ist durch die inzwischen erfolgte starke Abwertung viel kleiner geworden, die auswärtige Verschuldung dürfte trotz des Krieges tragbar fein. 1935 war Deutschland an der spanischen Einfuhr mit 14 v. H. nach den Vereinigten Staaten mit 17 v. H. und vor Eng
land mit 10 v. H. beteiligt. Don der spanischen Aus. fuhr gingen nach England 22, nach Deutschland 13 und nach Frankreich 12 v. H.
Starker Krastwagenverkehr wahrend der Osterfeiertage.
Berlin, 11. April. (DNB.) Infolge des schönen Dftermetters waren auf den Reichsautobahnen und auf vielen Reichs- und Landstraßen im Großdeutschen Reich ungewöhnlich hohe Kraftverkehrsziffern zu verzeichnen. Während der Feiertage hatten die meisten Neichsautobahnstrecksn einen Kraftverkehr von 15 000 bis 20 000 Fahrzeugen. Auf einigen wichtigen Strecken war der Verkehr noch erheblich stärker. Von München fuhren in Richtung Holzkirchen und zurück mehr als 43 000 Kraftfahrzeuge und zwischen Mannheim und Heidelberg wurden mehr als 42 000 Fahrzeuge gezählt. Der absolut stärkste Verkehr wurde auf der Reichsautobahn Köln — Düsseldorf bei Opladen feftgefteüt, wo mehr als 57 000 Fahrzeuge durchpassierten. Hier wurden am Ostermontag 20 272 Kraftfahrzeuge binnen 24 Stunden gezählt, der höchste bisher beobachtete Tagesverkehr von 18 700 Fahrzeugen wurde damit erheblich übertroffen. Trotz der riesigen Verkehrsbelastung wickelte sich der gesamte Osteroerkehr ohne Stockungen und ohne nennenswerte Verkehrsunfälle ab. Da der Lastkraftverkehr fast völlig fehlte, konnte der Personenverkehr auch in den Stunden stärkster Belastung sich flott und reibungslos bewegen.
Auch viele Reichs st raßen, im Ausstrah- lungsbereich großer Städte, hatten riesige Verkehrsziffern zu verzeichnen. Die Höchstzahl wurde erreicht auf der Süderelbe-Brücke bet Hambur g,»die von 49000 Kraftfahrzeugen benutzt wurde. Die Reichsstraße Mainz — Wiesbaden wurde von 30 000, die Kraftwagenstraße Köln — Bonn von 37 000 Kraftfahrzeugen befahren. Die beiden Reichsstraßen beiderseits des Rheines am Siebengebirge südlich von Bonn hatten zusammen einen Kraftverkehr von rund 60 000 Fahrzeugen zu tragen.
Ein ungewöhnlich starker Verkehrsaustausch vollzog sich zwischen dem S u b e t e n g a u und dem Altreich. Mehr als 75 000 Kraftfahrzeuge wurden an den ehemaligen Grenzübergängen in Richtung zum Sudetengau und ebenso viele Fahrzeuge in der Gegenrichtung gezählt. Durch einzelne Grenzübergangsstellen, z. B. bei Oberwiesental und Zinnwald im Erzgebirge, ging ein Verkehr von 11 000 bis 12 000 Fahrzeugen. Besonders in den Badeorten waren sämtliche Parkplätze Tag und Nacht überfüllt.
Wie das Neichsbahnnetz sich vergrößert hat.
Seitdem die Deutsche Reichsbahn im Frühjahr 1939 unter die unmittelbare Hoheit des Reiches gekommen ist, hat sie sich in kaum zwei Jahren zu einer einheitlichen Derkehrsverwal- tung ungewönlichen Ausmaßes im neuen Großdeutschland entwickelt. Mit dem. Uebergang der Bahnen in Oesterreich und im Sudetenland auf die Reichsbahn sowie mit der Verstaatlichung einzelner Privatbahnen ist der Umrang der Reichsbahn im letzten Jahr erheblich gewachsen. Die Eigen- t u m s I ä n g e der Reichsbahn ist im vorigen Jahr u m 15 v. H. gestiegen, ihre Betriebs- länge um 17 v. H. Don 62932 Kilometer reichs- bahneiaenen Strecken sind rund 60 v. H. eingleisig, 1,9 v. H. schmalspurig. Elektrisch betrieben werden über 3200 Kilometer oder 5 v. H. Auch der Fahrzeugpark hat einen bedeutenden Zuwachs erfahren. Besonders eindrucksvoll ist der Anstieg des Personal st andes. Dem Jahresdurchschnitt 1937 in Höhe von 703 000 Köpfen steht für 1938 eine Gefolgschaft von fast 850 000 gegenüber. Im neuen Jahre hat die Reichsbahn nun auch die Aufsicht über die Eisenbahnen des Protektorats Böhmen und Mähren übernommen. Damit gehören weitere 5929 Kilometer Streckenlänge mit über 97 000 Köpfen Personal zum Reichsgebiet. Schließlich find mit dem M e m e [gebiet 138 Kilometer Streckenlänge in das Eigentum der Reichsbahn ziirückgekommen. Mit fast gleicher Streckenlänge wird das Memelgebiet mit Kleinbahnen bedient.
Kleine politische Nachrichten.
Generalseldmarfchall Göring hat mit Luftmarschall Balbo die neuen Siedlungszent- ren in Libyen eingehend besichtigt. Er sprach dem Marschall seine Bewund^runa aus über die Leistungen des Faschismus. Am Nachmittaa fuhr Generalfeldmarschall Göring nach Leptis Magst a. Während der ganzen Fahrt bereitete ihm die italienische und die muselmanische Bepölkerung begeisterte Kundgebungen.
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Wie in Budapest am Dienstagabend amtlich verlautbart wurde, bat Ungarn feinen Austritt aus der Genfer Liga in Form eines kurzen an den Generalsekretär Avenol gerichteten Schreibens mitgeteilt. Ungarn wird sich nur noch an den technischen Arbeiten, so z. B. an den Arbeiten des Internationalen Arbeitsamtes, beteiligen.
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Der neue britische Botschafter für Spanien, Sir Maurice Peterson, überreichte am Dienstag General Franco fein Beglaubigungsschreiben.
Der französische Botschafter in Burgos, Marschall Petain, traf in Paris zur Berichterstattung über die Entwicklung der diplomatischen Beziehungen ein. Er wurde von Außenminister Bonnet empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs soll die Frage der italienischen Freiwilligen in Spanien gestanden haben.
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Der französische Kommissar für Syrien, Puaux, ist in Paris eingetroffen, um mit den zuständigen Regierungsmitgliedern die Frage des französisch- syrischen Verhältnisses und insbesondere die Frage des Sandschaks von Alexandrette zu klären.
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Das Herzogs paar von Windsor wollte am Dienstag eine längere Reisenach Marokko antreten. Diese Absicht ist jedoch vorläufig aufgegeben worden. Das Herzogspaar bleibt bis auf weiteres auf feiner Besitzung in Antibes an der Riviera.


