Ausgabe 
12.4.1939
 
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BELGRAD,

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VenediQjlr'pt

Brindisi Vj V S^KorFu

Nr. 85 Erstes Matt

189. Jahrgang

Mittwoch, ir.Apri! 1959

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Uuiverfitäts-ruSerei U. Lange in «eben. Schristleitung und SeschSftrfteSe: Lchulftratze 7

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England will es nicht zum Bruch kommen lassen

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Griechische Erinnerungen

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nach Tirana einberufcn.

11. April (Europapreß). Wie aus Tirana wird, hat der vorläufige Derwaltungs- auf Mittwoch eine Konstituierende

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im Bunde mit dem konservativen Daily Tele - g^r a p h wieder durch eine besonders böswillige Ächarfmacherei auszeichnen, Chamberlain vor einer Rückkehr zu seinerBefriedungsmethode".

Nach den Darstellungen der maßgeblichen Blätter dürfte die Erklärung so aussehen, daß die Un­abhängigkeit und Unverletzbarkeit .Griechenlands imbritischen Lebens- interesse " liegt, und England deshalb sich be­rechtigt fühlt, Griechenland alle Maßnahmen auf­zuzwingen, die ihm wünschenswert erscheinen. Auch das englische Verhältnis zur Türkei dürfte vor dem Unterhaus Erwähnung finden, doch soll von einer Garantie-Verpflichtung für die Türkei ab­gesehen werden, weil die enge Zusammenarbeit der beiden Länderbeinahe einem Bündnis" gleichkomme. Dies ist die amtliche englische Lesart. Man geht jedoch wohl kaum fehl in der Annahme, daß die knappe und bündige amtliche türkische Erklärung vom Dienstag, wonach die Tür­kei keinen Wert auf ausländischen Schutz lege und sich stark genug fühle, ihr Schick­sal allein zu meistern, auf England nicht ohne Eindruck geblieben ist.

Daily Expreß" warnt leidenschaftlich davor, das Opfer der Gerüchteepidemie zu werden und gar einen Krieg als unvermeidlich anzusehen. Das Blatt führt aus:Die Drohungen und Beunruhigungen, von denen die Blätter angefüllt sind, sind ohne Zweifel die Vorläufer zu Gebietsberichtigungen in Europa. Jedesmal, wenn eine solche Berichtigung bevorstand, haben die vorhergehenden Manöver un­weigerlich diese Form angenommen." Die Zeitung fordert dann zur Unterstützung der Politik Cham­berlains auf, die auf Versöhnung mit Italien ab­ziele. Es sei nicht Aufgabe der englischen Nation, Quellen des Verdrusses und der Vorwürfe gegen Mussolini auszukundschaften.

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Nationalversammlung einberufen. Es werden daran Abgeordnete aller Provinzen Alba­niens toilnehmen und die einflußreichsten Persön­lichkeiten der verschiedensten Berufe und Klassen. Auf die Teilnahme der einfachen Volksklasse wird besonderer Wert gelegt. Wie weiter gemeldet wird, hat die albanische Staatsverwaltung ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Der vorläufige Verwaltungs- Ausschuß hat die ausländischen Vertretungen Alba­niens von dem Regierungswechsel unterrichtet. Die Bildung der Faschistischen Partei Alba- ni-ens macht rasche Fortschritte. Zur Unter­stützung der Zivilbevölkerung, die in einigen Ge­bieten buchstäblich Hunger leidet, sind Lebens­mittelsendungen auch in das Innere des Landes abgegangen. Die Filialen der Alba­nischen Nationalbank haben wieder ihre Schalter geöffnet. Der albanische Franken behält seine Goldparität bei.

Griechenland wollte sich unter seinem König Konstantin, dem das Land während der Bal- kankriege einen so gewaltigen Machtzuwachs ver­dankte, aus dem Weltkrieg heraushal­ten. Weitaus die Mehrheit des Landes stand auf der Seite des Königs. Was aber geschah? Am 13. März 1915 besetzte England die griechische Insel Lemnos gegen den Willen des griechischen Vol­kes; Lemnos mußte die Basis für die englischen Flotten und Landungsangriffe auf Gallipoli abgeben. Am 29. Juli 1915 wurde auch die große griechische Insel Mytilene besetzt, die dank ihrer vortrefflichen Naturhäfen ebenfalls zu einem Etap­penort für den englischen Angriff auf die Darda­nellen wurde. Inzwischen ging eine Drohnote der Entente nach der anderen an die griechisck>e Re­gierung; und was die Diplomatie nicht zuwege brachte, sollte eine Knebelung der wichtigen grie­chischen Schiffahrt erzielen. Am 24. November 1915 verlangte die Entente, daß Griechenland ihren Truppen Durchmarschrccht und Aktionsfreiheit ge­währe.

Am 11. Januar 1916 wurde Korfu von Frankreich besetzt. Am 21. Juni 1916 erzwang ein Ultimatum den Rücktritt des Kabinetts und die Demobilmachung der griechischen Armee, damit Griechenland wehrlos werde. Bezeichnend ge­nug, daß sich das IV. griechische Armeekorps bei Seres unter deutschen Schutz stellte und daraufhin in Görlitz interniert wurde. Am 11. November 1916 erzwang die Entente die Auslieferung der Kriegsflotte; am 2. Dezember 1916 wurden die griechischen Handelsschiffe in den Häfen der

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Säbelraffeln im Miiielmeer.

Von unserer Berliner Schrisileiiung.

Lv. Berlin, 12.April.

Hunde, die bellen, beißen nicht. An dieses alte deutsche Sprichwort muß man unwillkürlich denken, wenn man die aufgeregten Meldungen aus eng­lischer Quelle liest, wonach das meerbeherrschende Albion seinen im Mittclmeer stationierten Streit­kräften die .Kriegsbereitschaft" befohlen und gewisse Flotteneinheiten mit geheimer Marschorder in Be­wegung gesetzt habe. Die hohe Bürokratie im Foreign Office und im britischen Kriegsministerium hat sich mit diesem Schreckschuß einmal wieder einen rechten Geniestreich geleistet, einen Geniestreich frei­lich, der bei allen wissenden Völkern mehr als die Ungezogenheit eines dummen Jungen gewertet wird. Denn wer könnte sich noch das Lachen verbeißen, wenn die Londoner Camarilla zum wievielten Male eigentlich? aus Chamberlains Regenschirm­futteral plötzlich ein ausgewachsenes Kinderschwert hervorzieht. um damit wie ein moderner Bramarbas in der Luft herumzufuchteln? Solche martialischen Gebärden der englischen Einkreisungsfanatiker m a - chen keinen Eindruck mehr, seitdem in den Septemberwochen des vorigen Jahres offenbar wurde, auf wie schwachen Füßen die britische Reichs­verteidigung und besonders das strategische System Englands im Mittelmeer steht. Es ist geradezu be­lustigend zu sehen, wie die tieferblickenden franzö­sischen Journalisten geradezu erleichtert aufatmen, nachdem sich herausgestellt hat, daß ihr Bundes­genosse offenbar doch nicht bereit ist, die Be­setzung Albaniens als eine Verletzung des englisch- italienischen Abkommens vom Jahre 1938 anzusehen oder gar eine provozierende Flottendemonstration im italienischen Lebensraum vorzunehmen. Man freut sich in Paris trotz aller Scharfmacherei, daß es sich bei den militärischen Aktionen des britischen Freundes nur dm das übliche Säbelrasseln handelt und um nichts mehr.

Auch die Umstände, unter denen die Nachricht von den englischen Militärmaßnahmen an die Oeffent- lichkeit gelangte, sind merkwürdig. Denn wieder, genau wie im Falle des von Marsgespenstern heim- gesuchten Lord Stanhope, funktionierte das Zusam­menspiel zwischen den obersten Militärbehörden und der Presse in keiner Weise. Am 2. Osterfeiertag abends ließ nämlich das Kriegsministerium bei den Londoner Zeitungsredaktionen eine der berühmten 0-Notizen, die so überaus trefflich diedemokra­tische Pressefreiheit" symbolisieren, mit folgendem Wortlaut zirkulieren:Das Kriegsministerium würde es begrüßen, wenn die Presse davon ab» s e hen wollte, Nachrichten aus Malta über d i e Küstenverteidigung und d i e Luftabwehrmaßnahmen zu veröffentlichen." Diesen Wunsch des Kriegsministeriums können wir gut verstehen. Wer prahlt schon gerne mit Dingen, Die dem Fachmann kaum ein halbes Lächeln ab­nötigen? Aber das Unglück war schon geschehen. Die Londoner Nachmittagsblätter hatten diese sowie weitere Nachrichten ähnlichen Charakters bereits d erb reitet, so daß die O-Notiz zurückgezogen und dieSensation" auch für die ganze übrige Presse freigegeben wurde. So kriegte die ganze Welt einen leichten Schreck, der allerdings keine weiteren Folgen hatte, als daß nervöse Politiker in ,gewissen Staaten noch nervöser und noch ratloser geworden sind. Wenn beispielsweise die nieder- Händische Regierung bekanntgegeben hat, Laß bereits am Ostermontag durch königlichen Be- sschlrch derZu st and der Kriegsgefahr" unit allen sich daraus ergebenden gesetzlichen Konse­quenzen proklamiert worden sei, wenn also in .'Holland das gesamte Personal der Reservegrenz- ßchutztruppen unter die Waffen gerufen wurde und »einige Fischerhöfe sogar mit Stacheldraht und Schnellfeuerwaffen gegen eine Invasion von See »hergeschützt" wurden, dann ist hierin ein typisches Opfer jener Panikmache zu sehen, wie sie von Lon­don aus mit dem ausgesprochenen Zweck der Bau- Krnfängeret betrieben wird.

Nun glauben wir freilich nicht, daß sich die Aufgeregtheit der Holländer auf die übrigen neu­tralen Staaten, besonders im Mittelmeer, über­tragen wird. Denn um wirkliche Hoffnungen oder wirkliche Befürchtungen zu erwecken, ist das briti­sche Kriegspotential im Mittelmeer doch allzu burf- tig. Die Seestreitkräfte, die England dort unterhalt, bestehen insgesamt aus 4 Schlachtschiffen, 6 Kreu­zern, 1 Flugzeugmutterschiff, 39 Zerstörern, 7 lb Booten und einer Reihe von Hilfsschiffen. Diese Streitmacht fällt schon rein zahlenmäßig nicht allzu ssehr ins Gewicht, ganz abgesehen davon, daß die größeren Einheiten meist schon recht bejahrt sind und daher nur einen beschränkten Kampfwert besitzen, sollte man in London aber daran denken, die Mit- ttelmeerflotte durch Schiffe aus den Heimathäfen und aus der Nordsee zu verstärken, so würde hier wieder eine empfindliche Lücke entstehen. Nicht viel besser steht es um die festen Verteidigungsanlagen in Gibraltar und Malta, die einem energischen Bom­benangriff aus der Lust ziemlich schutzlos ausgesetzt iind. Wir wissen aus englischem Munde, daß man nie feuerbereiten Flakgeschütze an beiden Orten noch m September letzten Jahres an den Fingern einer Hand abzählen konnte. Daß sich hieran viel geändert not, muß füglich bezweifelt werden.

So ist es kaum mehr als eine Schaumfchlägerei, wenn in der britischen Presse plötzlich von strate­gischen Weisungen an die Flotte, von der Aus- üftung der Gibraltar-Truppen mit Gasmasken und Stahlhelmen, von der Bemannung der Flakbatte- tten und sonstigen Verteidigungseinrichtungen, von inem Geherrntreffen der britischen Mittelmeerflotte, »on Unternehmungen in der griechischen Inselwelt, »on der Verstärkung der britischen Territorialarmee »der von sonstigen kriegerischen Taten die Rede ist.

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London, 12. April. (Europapreß.) Der Außen­politische Ausschuß d'es Kabinetts trat am Dienstagnachmlttag in der gleichen Zusammen­setzung wie am Montag zusammen, nachdem am Vormittag der sowjetrussische Botschafter Maiski im Außenministerium eine halbstündige Unterredung mit Lord Halifax gehabt hatte. Einer Sitzung des Reichsverteidigungs-Ausschusses wohnten die Minister sämtlicher Wehrgattungen bei. König Georg, der einen Erholungsurlaub auf seinem Landsitz Schloß Windsor verbringt, weilte am Dienstag vorübergehend in London. Im Bucking­ham-Palast empfing er den Ministerpräsidenten Chamberlain zu einem halbstündigen Vortrag über die politischen Ereignisse. Abends kehrte König Georg wieder nach Schloß Windsor zurück. Nach der Sitzung des außenpolitischen Ausschusses hatte Außenminister Lord Halifax eine längere Unter­redung mit dem französischen Botschafter (Sorbin.

Die Londoner Morgenpresse ist h^ute ausnahms­los der Ansicht, daß die bevorstehende Unter­hauserklärung Chamberlains ob­schon der Wortlaut noch nicht fertiggestellt sei in einerallgemein gehaltenen War­nung" bestehen werde, daß England jedes weitere militärische Vorgehen im östlichen Mi11elmeer als feindseligen A k t ansehe und daß die Erklärung in diesem Zu­sammenhang mit einer Definition dessen, was Eng­land unter dem Status quo versteht, verbunden sein dürfte. Die Blätter deuten erneut darauf hin, daß von einer Kündigung des englisch-italienischen Abkommens keine Rede sein könne, wobei der Regierung die offensichtliche Absicht zugeschrieben wird, einen Bruch der italienisch-englischen Bezie­hungen zu vermeiden. Diese Absicht findet nicht in allen Zeitungen eine günstige Aufnahme. Ins­besondere warnen die Linksblätter, die sich

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machen, wie Mussolini schon bei, früheren Gelegen* heilen in seiner bildreichen Sprache diese politisch­seestrategische Taktik bezeichnet hat. Umgekehrt ist es für Italien ein lebenswichtiges Interesse, sowohl den Eingang wie den Ausgang durch die Straße von Otranto zu beherrschen.

Unter der Straße von Otranto versteht man die 82,5 Kilometer breite Meerenge zwischen dem west­lichsten Punkt Albaniens und dem östlichsten Punkt der italienischen Halbinsel. Den Namen hat iXcfe Meerenge nach dem kleinen, etwa 3000 Einwohner zählenden Städtchen Otranto, das nahe bei dem Kap Otranto liegt. Nun liegt, knappe 100 Kilometer von der Meerenge von Otranto entfernt, im Süden die Insel Korfu, die in ganz Deutschland durch das von der österreichischen Kaiserin Elisabeth erbaute schloß Achilleion bekannt ist, das von 1907 dis 1914 Wilhelm II. gehörte und jetzt im Besitz des griechi­schen Staates ist. Korfu gehört zu der Gruppe der Jonischen Inseln. Das sind sieben größere Inseln an der mittleren Westküste Griechenlands, die alle die Eigenart haben, daß ihre Küste gegenüber dem eigentlichen Meer hafenarm ist, während sie an dem Meeresarm, der zwischen ihnen und dem Fest­land liegt, gute Häfen besitzen. So auch Korfu in seiner gleichnamigen Hauptstadt. Bemerkenswert ist ferner der ausgezeichnete Naturhafen von Argo- stoli auf der etwas südlicher gelegenen Insel K e p h a l o n i a. Korfu selbst ist von der Südspitze Al- baniens durch den schmalenKanal von Korfu" getrennt, der an feinem Eingang bei Leuchtfeuer vier Kilometer und an feiner engsten Stelle drei Kilometer breit ist, also vom albanischen Festland aus nach Norden schon durch Feldartillerie sehr be­quem abgeriegelt werden kann. Die Hauptstadt Korfu liegt allerdings etwa 25 Kilometer südlicher und auf der Gegenseite des Festlandes legt sich bereits ein schmaler Küstenstreifen g riechischen Staatsgebietes vor die südlichste Ecke des albanischen Gebietes.

Griechenlands Unabhängigkeit völlig gesichert."

Athen, 11. April. (Europapreß.) Ministerpräsi­dent Metaxas hat folgende Mitteilung der griechi­schen Regierung bekanntgegeben.Um alle in der Oesfentlichkeit aufgetretenen Befürchtungen zu zer­streuen, erklärt die griechische Regierung dem Volke, daß Griechenlands Unabhängigkeit- und Integrität völlig gesichert sind. In dem Bewußtsein, daß die Regierung unaufhörlich auf der Wacht ist, um die Sicherheit und die Ehre des Landes zu wahren, kaim jedermann friedlich feiner Arbeit nachgehen."

Britische Kriegsschiffe

in der Bucht von Argostolion.

Rom, 11. April. (Europapreß.) Nach hier vor­liegenden Berichten aus Athen sind in der B u ch t von Argostolion (etwa 150 Kilometer südlich von Korfu) auf der griechischen Insel Kepha- Ionia einige englische Kriegsschiffe vor Anker gegangen. Diese Meldungen, die auch vom italienischen Rundfunk wiedergegeben wurden, haben in Italien starke Aufmerksamkeit erregt.

Verfügung stellen müsse. Wer solche Phanta­sien und Aspekte an die Wand malt, der dient Grie­chenland und seinem elementarsten Interessen schlecht. Italien wird keinen Schritt abweichen von dem beschlossenen Weg zur Erneuerung Albaniens. Wenn irgendeine schlecht beratene Entscheidung den vorgezeichneten und durchaus legitimen Weg Italiens kreuzen oder ihm feindliche Systeme oder Hoff­nungen entgegen ft eli en sollte, dann wird Italien daraus den passenden Schluß zie­hen, was auch immer sich ergeben mag."

Albaniens Znknnstsgestattung.

Konstituierende Nationalversammlung

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unterstützt von Frankreich wie von Sowjetrußland, drängte die Griechen in das Meer, das alte grie­chische Smyrna wurde eine Brandstätte, und Grie­chenland mußte von allen Göttern verlassen einen Verzichtfrieden schließen. Im Frieden von Lau­sanne 1923 verlor es nicht nur Thrazien mit Adria- nopel, sondern mußte auch innerhalb kurzer Frist 1,25 Millionen kleinasiatischer Griechen in seinem verengerten Gebiet wieder ansiedeln. Das war der Erfolg der Ententepolitik des Venizelos, das der mit englischen und französischen Kanonen erzwun­gene Bruch der von König Konstantin beharrlich vertretenen Neutralität!

Der Eingang zur Adria.

Von London über Paris bis Warschau sehen alle Katastrophenpolitiker mit liebevoller Erwartung auf die I n s e l K o r f u, die Ironie des Schicksals die alte Phciakeninsel des Odysseus ist. Die aufgereg­ten Zeitungsleute und Politiker empfehlen der eng­lischen Admiralität ganz dringend, aus dieser Insel ein Vorhängeschloß für bie Straße von Otranto zu machen, die den Eingang in bas Abriatische Meer beherrscht. Die Jbee ist also, bas Abriatische Meer zwischen Italien unb Jugo­slawien zu einemWassersack" ober Flaschenhals zu

Entente beschlagnahmt und fünf Tage später ver­hängte die Entente gegen Griechenland aufs neue eine Hungerblockade. Am 11. Juni 1917 wurde durch ein Ultimatum der Entente bie Abdankung des Königs Konstantin erzwungen. Als gemein­samer Kommissar Englands und Frankreichs in Griechenland fungierte der Franzose Jonnart. Ein französischer Augenzeuge namens Altiar erzählte über diese Vorgänge nach dem Kriege:Während zweier Tage und Nächte verhinderte die Volksmenge immer von neuem die Abfahrt ihres Souveräns, ohne sich um bie Drohungen Jonnarts zu kümmern, der im Hafen von Piräus über französische Kriegs­schiffe verfügte." Die Menge wich auch nicht, als Jonnart drohte, Truppen mit Maschinengewehren zu landen. Der König Konstantin, der Blutvergießen vermeiden wollte, mußte eine List gebrauchen, um unbemerkt den königlichen Palast verlassen zu kön­nen. Mit schnöder Gewalt wurde Griechenland in die Front der Entente gezwungen.

Unmittelbar nach dem Weltkrieg hat Lloyd George die damals von Venizelos geführte griechige Regie­rung scharfgemacht, für England in Kleinasien die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Dabei ging die englische Großherzigkeit gegenüber Griechenland nicht nur auf Kosten der Türkei, sondern auch Frank­reichs und Italiens, die ebenfalls Ansprüche auf Kleinasien angemeldet hatten. Venizelos, durch den Rüstungs-Gro'ßschieber Sir Basil Zacharoff, dem Beherrscher der englischen Kanonenfirma Vickers & Armstrong, mit dem britischen Außenamt verkop­pelt, machte Griechenland zum Degen Englands. Die Folgen waren: Mustafa Kemal, gleicherweise

Die Zeit, in der John Bull mit derartigen Mätzchen die europäischen Festlandsstaaten, die kleinen wie die großen, ins Bockshorn jagen ober in feinen Dienst zwingen konnte, sind endgültig vorbei. Nicht der britische Mars, sondern das Friedensgesetz der Achse regiert in selbstsicherer Ruhe und souveräner Ueberlegenheit die Stunde!

Aom warnt.

Rom, 11. April. (Europapreß.) Die italienische Presse beschäftigt sich weiterhin sehr ausführlich mit den englisch - französischen Bestrebungen, Griechen­land, der Türkei und anderen Balkanstaaten soge­nannteGarantie n" aufzuzwingen. Die Blat­ter erklären, eine englische Schutzstellung für die ge­nannten Staaten sei schon deshalb ganz über­flüssig, weil Italien gar nicht daran denke, die Integrität und das Territorium dieser Länder, insbesondere Griechenlands, anzutasten. Das halbamtlicheGiomale d'Italia" stellt erneut fest, daß die Anwesenheit Italiens in Albanien kein neues Problem auswerfe. Italien bleibe i n - nerhalb der heutigen Grenzen Alba­niens unb bedrohe weder einen nahen, noch einen fernen Nachbarstaat. Die al­banische Sache werde von den westlichen Demo­kratien als Vorwand benutzt, die Balkanstaa­ten dahin zu bringen, sich durch einen Beitritt zu dem englisch-französischen Offensivblock gegen Deutsch­land und Italien zu kompromittieren. Die Besetzung Albaniens sei als ein Zeichen neuer unb intensiverer Zusammenarbeit zwischen Italien und den anderen Balkanstaaten zu werten.Man will vor allem", so heißt es in dem Giomale d'Jtalia unter Hinweis auf bie englisch-französischen Machenschaften,von einer über Griechenland schwebenden Gefahr sprechen unb redet deshalb von einem Hafen, den Griechenland der englischen Flotte zur