Ausgabe 
12.1.1939
 
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Zwei Mitarbeiter des Führers.

Tagen den Stoß aufgefangen haben. Ob der von dem augenblicklichen Hauptkriegsschauplatz weit entfernte Stoß eine unmittelbare wirksame Ent­lastung für die in Katalonien kämpfenden Roten bedeutet, ist stark zu bezweifeln. Mittelbar kann er aber dahin wirken, daß Reserven an Menschen und Material der nationalen Truppen dort fest- aelegt werden, die für späteren Einsatz m Kata­lonien vorgesehen waren und dann Dort fehlen werden.

In militärpolitischer Hinsicht wird für Spanien vielleicht der Besuch Chamberlains in Rom wichtige Entscheidungen dringen, und zwar in der Frage, ob den Parteien im spanischen Bürgerkrieg ole Rechte Kriegs führender zuerkannt werden ober nicht. Bejahendenfalls würde damit eine Entscheidung des Krieges zu Gunsten der nationalen Seite wesentlich näher­gerückt werden, denn die Unterbindung oder doch wenigstens erhebliche Behinderung von Kriegs­material-Lieferungen auf dem Seewege durch Die überlegene nationale Flotte würde wohl in abseh­barer Zeit den Roten die Lebensadern abschnüren. Berneinendenfalls ist dagegen trotz der augenblick­lichen für die Nationalen günstigen Lage ein bal­diges Ende des Bürgerkrieges nicht abzusehen, wenn auch am Endsiege Francos wohl nicht zu zweifeln ist.

Rur noch 70 Kilometer vor Barcelona.

Montblanch trotz starken Widerstands erobert.

Saragossa, 12. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet: An der Katalonien- Front wurde der siegreiche Vormarsch an allen Ab­schnitten fortgesetzt. Im Nordabschnitt eroberte die Urgel-Armee südlich von Artesa del Segre den Ort Masst. Der rechte Flügel nahm die wichtige Stadt Montblanch ein und nördlich davon Soli- vella. Im Abschnitt Falset besetzten die Truppen Generals Pagues die Orte Mola und Mora la N u e v a. Die Spitzengruppen der Nationalen stehen bereits 70 Kil o m eter vor Barcelona und 25 Kilometer vor Tarragona. Seit Beginn der Offensive wurden 250 000 Menschen von der roten Herrschaft befreit, 30 000 Gefangene wur­den gemacht. Die Verluste des Feindes an Toten sind unabsehbar.

Heber die Eroberung von Montblanch berichtet DNB. im einzelnen: Am Mittwochnach­mittag nahmen die Kämpfe vor Montblanch den Charakter außerordentlicher Heftigkeit an, da die roten Truppen die bereits dicht an die Stadt heran­gekommenen nationalen Kräfte unbedingt abweisen wollten, um einen Verlust der Stadt zu verhindern, deren Besitz für den weiteren Vormarsch auf Tarra­gona von großer Wichtigkeit ist. Daher wurden die besten roten Brigaden, namentlich die Lister- und Campesino-Brigade, zur Verteidigung eingesetzt. Die Nationalen führten die Eroberung mit Hilfe einer Umklammerung von zwei Seiten durch. Eine Kolonne umging Montblanch nördlich und besetzte die beiden Orte Piro und Barbara an wichtigen Zugangsstraßen. Eine andere Kolonne kreuzte, von Westen kommend, nach heftigem Gefecht den Francoli-Fluß unmittelbar vor der Stadt. Der Feind leistete hinter Mouerteilen, die von der mittel­alterlichen Festung übriggeblieben sind, starken Widerstand. Nachdem die Nationalen zuerst den Bahnhof erobert hatten, drangen ihre Tanks unter heftigem Feuer in die Straßen der Stadt ein. Um 20 Ubr war dieStadtvollständigerobert, der Feind befand sich in voller Flucht auf der Straße nach Tarragona.

Französisches Mehl für Barcelona.

Parlamentarier der Linken fördern wirtschaftliche Hilfsleistung.

Paris. 11.Ian. (DNB.) Wie die Pariser Blät- ter melden, ist auf Initiative des fran» zösischen Außenministers und nach Bil­ligung durch den Ministerrat beschlossen worden, nach Rotspanien 4 5 000 Tonnen fran. zosisches Mehl für Brotbereitung zu schicken. Die Zahlungsmodalitäten dieser Lieferung, deren Wert 38 Millionen Franks betrage, seien geregelt worden. Die Action Franxaise kritisiert besonders den Finanzminister R e y n a u d , der der Erfinder eines besonderen Verfahrens zur Erleichterung der Finanzierung dieser Mehlsendung sei. Als Finanzminister sei er damit beauftragt, einen Ausschuß zu kontrollieren, der sich mit der G a r a n tierung der Kredite befasse, die von franzö- fischen Exporteuren ausländischen Käufern einge­räumt würden, um die französische Ausfuhr zu ver­mehren Die amtliche Getreidestelle sei einem fran­zösischen Exporteur gleichgestellt, der an das Aus­land mit der Garantie der Bank von Frankreich Waren liefere, und sie werde von dem ausländischen Käufer, nämlich den Barcelona-Bolsche­wisten. in drei, sechs, neun oder 18 Monaten bezahlt oder auch nicht. Das Blatt bemerkt, die Versorgung Rotspaniens liege den Sozialdemo­kraten und Kommunisten besonders am Herzen. Do Reynaud diesen entgegenkomme, würden ihm von den linksextremen Elementen die Notverordnungen einigermaßen wieder verziehen.

Ministerpräsident D a l a d i e r empfing im Kriegs­ministerium die Abordnung französischer Pa rlamentarier der Mittelparteien, die auf Einladung des sowjetspanischen Ausschußvorsitzenden Negrin eine Studienreise nach Barce­lona durchgeführt hatten. Die Abordnung unter­richtete Daladier eingehend über ihre Eindrücke hin­sichtlich der politischen und wirtschaftlichen Verhält­nisse in Katalonien und über die militärische Lage in Spanien. Dann suchte die Abordnung auch den Außenminister B o n n e t am Quai d'Orsay auf, den sie von der Notwendigkeit einer wirtschaft­lichen Hilfeleistung für Sowjetspanien zu überzeugen versuchte.

Wieder der Tunnel unter dem Aermel-Kanal.

Paris, 11. Ian. (Europapreß). Der lothrin­gische Abgeordnete Marcel Boucher hat Die französische Regierung aufgefordert, an die Der- wirklichung des Baues eines Tunnels unter dem Aermelkanal Jm Einverständnis mit der eng- lifchen Regierung" heranzugehen Boucher macht vor allem militärische Gesichtspunkte geltend. Ein derartiger Tunnel werde für die Ver- teidiguna Frankreichs und Englands von größtem Nutzen fein. Bei feinem Vorhandensein würde ein Krieg in Westeuropa eine Unmöglichkeit bedeuten. Der Abgeordnete zitierte auch ein Wort Marschall

Hermann Göring.

Wenn am 12. Januar Hermann Göring feinen 47. Geburtstag feiert, dann weiß er, daß an die­sem Tag das ganze deutsche Volk seiner in tiefer Dankbarkeit gedenken wird als des Mannes, der, wie schon immer, gerade auch während des ver­gangenen Jahres in schwierigsten Lagen dem Füh­rer als treuester Helfer zur Seite stand. Kann es für Göring, dessen ganzes Leben ein einziger Dienst für Deutschland ist. einen schöneren Lohn

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geben als den, den ihm der Führer vor einigen Monaten zuteil werden ließ, als er vonmei­nem Freund Göring" sprach? Alle Titel und Ehren verblassen vor diesem einzigen Wort, das so unendlich viel sagt. Es gibt für einen deut- chen Mann keine höhere Auszeichnung als die, die Hermann Göring zuteil geworden ist, als der Führer ihn feinen Freund nannte.

Wenn das deutsche Volk von diesem getreuen Paladin des Führers spricht, dann hört man wohl kaum den Titel ,cher Generalfeldmarschall",der Ministerpräsident", sondern meist nur den Vor­namen.Unser Hermann",Hermann wird's schon chasfen", solche und ähnliche Redewendungen spie­geln das persönliche Vertrauen wider, das der einfache Mann aus dem Volke dem getreuen Mit­arbeiter des Führers entgegenbringt. Wo immer auch Göring sich zeigt, ob in den Straßen Ber­lins, ob in einer Kundgebung oder auf dem Reichsparteitag, stets empfängt ihn jenes tiefe und gläubige Vertrauen der Menschen, die da wissen, daß dieser Mann der engste Mitarbeiter des Füh­rers ist, daß er an allem was in den letzten Jahren für Deutschland geschaffen und erkämpft worden ist, den stärksten Anteil hat.

Das Volk spürt instinktiv, daß dieser Mann, dem o viel Ehrungen zuteil geworden sind, der so viel Aemter inne hat, daß es gar nicht so einfach ist, sie alle aus dem Handgelenk herzusagen, doch immer der gleiche geblieben ist, der alte Soldat und SA.-Mann, der Mann, den das Leben in die härteste Schule genommen hat, der Mann, dessen Blick immer nur auf eines gerichtet gewesen ist: auf die Zukunft, auf das Glück der Nation. Wenn er sich gerade um den schaffenden Menschen kümmert und für ihn ein so warmherziges 23er» tändnis aufbringt, dann mag er oft daran denken, daß es auch in seinem Leben, nachdem er als Führer des ruhmreichen Richthofengefchwaders heimgekehrt war, Zeiten gegeben hat, da er im Kampf um das tägliche Brot stand. Wir wissen, daß er sich nicht scheute, einen Fallschirmhandel aufzumachen, bei dem er Enttäuschungen wie jeder Raufmann erlebte. Nichts ist Hermann Göring er- Part geblieben, auch nicht der Weg zum Leihhaus, n das er feine letzten Wertgegenstände brachte, um das nackte Leben zu fristen.

Auf den Schultern dieses Mannes ruht nun chon feit Jahren eine Arbeitslast, die man als stgantisch bezeichnen muß. Was Hermann Göring in den Jahren nach der Machtübernahme als Ministerpräsident oder Reichsluftfabrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, als der Beauf­tragte für den Vierjahresplan ober als Reichs- Forft- und Reichsjägermeister geschaffen bat, feine Leistungen sind jetzt schon mit ehernen Lettern in das Buch der Geschichte des Dritten Reiches ein­getragen. Gerade im letzten Jahr hat Göring bei den weltpolitischen Entscheidungen, die gefällt wur­den, besonders im Vordergrund gestanden. Seine Verdienste um die WestbeFestigunqen und den Ausbau der Luftwaffe sind so groß, daß man sie jetzt vielleicht noch gar nicht richtig würdigen kann. Das deutsche Volk gratuliert Hermann Göring zu einem 46 Geburtstag. Jeder einzelne weiß, was die Natton an diesem Mann besitzt. Mögen Her­mann Göring noch viele Jahre beschieden sein in denen er für den Führer und sein Volk arbeiten kann!

F o ch s :Wenn der Tunnel bestanden haben würde, hätte der Weltkrieg vermieden werden können." Man erinnert sich, daß das englische Unter­haus im Mai letzten Jahres sich gegen den Tunnelbau ausgesprochen hat.

Vier englische Polizisten in Palästina wegen Totschlags verurteilt.

London, 11. Jan. (Europapreß) In dem Pro­zeß gegen die vier englischen Polizisten, die wegen Totschlags an dem Araber Mohammed Haddad vor ein Sondergericht gestellt worden waren, wurden sämtliche Angeklag­ten als schuldig befunden. Der Hauptangeklagte er­hielt wegen versuchten Totschlags drei Jahre Gefängnis Von den drei übrigen wurde einer wegen schwerer Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis, die beiden übrigen zu je fünfzig Pfund Geldstrafe bei einjähriger Bewährungsfrist ver­urteilt. Dsr Generalstaatsanwalt betonte, die An­geklagten seien des vorsätzlichen Mordes schuldig.

Alfred Rosenberg.

Alfred Rosenberg wird am 12 Januar 46 Jahre alt, ein Mann, der sich um die Bewegung unver­gängliche Verdienste erworben hat, die vielleicht erst spatere Generationen richtig zu würdigen verstehen werden. Diesen fanatischen Vertreter der national­sozialistischen Idee in einer Kundgebung der Partei sprechen zu hören, bedeutete ein Erlebnis Er besaß die Gabe, seine Argumente mit der, Gründlichkeit eines Wissenschaftlers und zugleich mit der Leben­digkeit des Volksredners vorzubringen. Und das gleiche geschliffene Wort finden wir in feinen Auf­sätzen.

Es war für Alfred Rosenberg eine Selbstver- ständlichkeit, daß er, der im Zentralorgan der Be­wegung so oft als geistiger Vorkämpfer in Erschei­nung trat und in Versammlungen die Idee der Be­wegung verkündete, auch an jenem 9 November 1923 nicht fehlte, da der Marsch zur Feldherrnhalle angetreten wurde. InDietrich Eckart, mein Ver­mächtnis" hat er jene Stunde, da die Bewegung die härteste Probe bestehen sollte, packend geschildert.

Mehr und mehr wurde Alfred Rosenbergs Name im Reich bekannt, feine grundlegenden Werke, in denen er die Weltanschauung des Nationalsozialis­mus wissenschaftlich begründete und festigte, erreg­ten das größte Aufsehen. SeinMythos des 20 Jahrhunderts" wirkte wie ein Fanal Seine anderen grundlegenden Werke, von denen hier nurDie Spur des Juden im Wandel der Zeiten",Wesen, Grundsätze und Ziele der NSDAP" undFrei­maurerische Weltpolitik" sämtlich in der Kampf­zeit erschienen genannt seien, werden mitbeftim» wend für die geistige Richtung, welche die Be­wegung einschlug. Würdig stellten sich diesen Wer­ken dann später ,,An die Dunkelmänner unserer Zeit",Blut und Ehre",Gestaltung der Idee" und Kampf um die Macht" zur Seite.

Auch puf einem anderen Gebiet hat sich Alfred Rosenberg schon lange vor der Machtübernahme große Verdienste erworben: auf dem der Außen­politik. Er wußte, wie wichtig es war, auch im Ausland Aufklärung über das wahre Gesicht der

Partei zu schaffen, um den Lügen und Verleum­dungen entgegenzutreten, welche von der inter­nationalen Iudenpresse planmäßig verbreitet wer­den. Mehr als einmal fuhr er im Auftrag des Füh­rers ins Ausland, es gelang ihm, bei feinen Unter­haltungen mit führenden Persönlichkeiten viele Irr­tümer über die Bewegung richtig zu stellen. Das von ihm geschaffene und' ausgeoaute Außen­politische Amt der NSDAP, leistete dabei wertvolle Dienste.

Der Tag der Machtübernahme stellte ihn vor neue große Aufgaben. Hunderttausende, Millionen stießen tur Bewegung. Sie geistig zu schulen und weltanschaulich auszurichten, war die vomehmlichste und dringlichste Aufgabe, die es zu erfüllen gab. Wenn sie geschafft wurde, so ist cs das uneinge- schränkte Verdienst dieses Mannes. Es ist mehr als eine äußere Auszeichnung, daß auf dem Reichs­parteitag des Jahres 1937 Alfred Rosenberg als erster unter den Lebenden vom Führer den Deut­schen Nationalpreis verliehen bekam. Dr. Goebbels sagte damals, daß Alfred Rosenberg als unermüdlicher Kämpfer um die Reinhaltung der nationalsozialistischen Weltanschauung sich ganz be­sondere Verdienst erworben habe und daß erst eine spätere Zeit es voll ermeßen könne, wie tief der Einfluß dieses Mannes auf die geistige und weltan­schauliche Gestaltung des Nationalsozialismus ge­wesen ist. Rosenbergs große Rede auf dem Reichs­parteitag Großdeutschlands über das ThemaAu­torität und Freiheit" erregte besonderes Aufsehen mit ihren Worten, daß die neue Autorität der deut­schen Geschichte und eine neue Ordnung im Zusam­menwirken aller Völker Europas beute von Adolf Hitler aufgerichtet fei und daß es Pflicht von uns allen sei, uns dieser neuen Autorität und der großen Zukunftsaufgaben würdig zu erweisen. So steht Alfred Rosenberg heute vor uns als einer der treuesten und aufopfemdstey Mitkämpfer des Füh­rers, als ein Mann dem die ganze Nation zu un­endlichem Dank verpflichtet ist.

Bürgerlich-reaktionäre Opposition in Ungarn.

Budapest, 11. Jan. (DNB.) Die vom Mini­sterpräsidenten I m r e d y angestrebte Z u s a m - mensassung aller nationalen Kräfte in der von ihm kürzlich ins Leben gerufenen Bewegung des ungarischen Ledens" auf rassischer Grundlage und sozialer Gerechtigkeit hat zu einem Zusammenschluß der soge­nanntenbürgerlichen Opposition" ge­führt. Ihren Ausdruck fand diese Fronde der Miß­vergnügten in einem am Dienstag abgehaltenen gemeinsamen Abendessen, an dem neben dem Gra­ten Stefan D e t h l e n und dem Kleinlandwirte- fuhrer Tibor Eckhardt auch die aus Der Re­gierungspartei ausgeschiedenen Abgeordneten der Sztranyaoszky-Gruppe, der frühere Indu­strieminister Bornemißa, Abgeordnete der Christlichen Wirtschaftspartei und einige parteilose Abgeordnete teilnahmen. In

zahlreichen Reden wurden scharfe Angriffe gegen Die Regierung gerichtet. Graf Stephan Bethlen, der von der Regierungspresse als geistiger Vater dieses Lagers bezeichnet wird, forderte die an­wesenden Abgeordneten zu engerem Zusammen­schluß und Widerstand gegen die Bestrebungen der Regierung auf, die er als verfassungswidrig bezeichnete Ungarn brauche keine neuen Lebens­formen, da sich seine alten bewährt hätten.

Die karvatho-ukrainische Grenze.

Gefangenenaustausch bei Muntaes. aber neuer Grenzzwischenfall.

Prag, 12.Jan. (Europapreß.) Gemäß einem vorläufigen Abkommen zwischen den tschecho-slowaki- schen und ungarischen Derblndungsoffizieren wurden an dem Grenzübergang bei Podhorjany b i e Ge­fangenen von dem Zwischenfall bei Munkacs ausgetauscht. Von tschecho-slowakischer Seite wurden den ungarischen Vertretern drei Angehörige der ungarischen Grenzwache und ein Soldat über­geben. Die ungarischen Vertreter lieferten dagegen fünf tschecho-slowakische Soldaten aus. In Ungarn befinden sich noch zwei verwundete tschecho-slowa­kische Soldaten, die nach ihrer Genesung ebenfalls ausgeliefert werden. Schließlich wurde noch ein Uebereinfommen getroffen, daß im Bezirk von Munkacs bestimmte Uebergänge für den Grenz- verkehr wieder geöffnet werden.

In der Nacht zum Mittwoch soll es zu einem neuen Grenzzwischenfall gekommen fein. In der Nähe von Uzhorod soll danach eine unga­rische Gruppe in Stärke von achtzig Mann die De­markationslinie überschritten und ver­sucht haben, einen Angriff auf die tschecho-slowa- kische Grenzsicherungsabteilung zu unternehmen. Dieser Angriff sei aber abgeschlagen worden.

Ungarischer Ministerbesuch in Berlin.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Amtlich wird mitge- teilt, daß der ungarische Außenminister Graf C s a k y am 16. Januar zu einem zweitägigen Aufenthalt in Berlin eintreffen wird, um mit dem Reichsminister des Auswärtigen v o n Rib­bentrop die das deutsch-ungarische Verhältnis be­treffenden Fragen zu erörtern.

Gowsetbefestigungen an der rumänischen Grenze.

London, 11. Ian. (Europapreß.) Wie derEve- ging Standard" aus Tighina (Rumänien) meldet, soll auf sowjetrussischer Seite an der sowjetrussisch-rumä- Nischen Grenze die Anlage von Befestigungen im Gange sein m einer Länge von etwa 800 Kilo­meter und einer Tiefe von etwa 20 Kilometer. Das gesamte Gebiet dieser Befesttgungsanlagen ist be­reits vor einiger Zeit geräumt worden, wobei etwa 160 000 Personen der ukrainischen Bevölke­rung in das Innere des Landes abtransportiert worden sind. Die Arbeiten werden hinter gro­ßen Verkleidungen aus Stroh ausge­führt, um eine genauere Beobachtung zu verhin­dern. Es konnte trotzdem festgestellt werden, daß Taufende von Arbeitern damit beschäftigt sind, in Schnee^ und Eis bei starker Kälte die Erdarbeiten auszuführen. Die Arbeiten werden mit größter Beschleunigung durchgeführt. In der gesamten ge­räumten Zone ist das zivile Leben völlig erloschen. Kirchen sind in Mühlen und kommunistische Der- sammlungshäuser umgewandelt worden. Die Bau­ernhäuser sind verlassen Nur Soldaten und Festungsarbeiter sind zu sehen. Der Verkehr zwi­schen Rumänien und Sowjetrußland über die Eisenbahnbrücke bei Tighina ist völlig still- gelegt.

Die Deutschen Rumäniens schließen sich der$ronf der nationalen Wiedergeburt" an.

Bukarest, 11. Jan. (Europapreß.) Zwischen den Vertretern der deutschen Volksgruppe in Ru­mänien und dem rumänischen Innenminister wurde nach längeren Verhandlungen jetzt ein Abkommen über den korporativen Beitritt der Deutschen Rumäniens in dieFront der' nationalen Wiedergeburt" abge» schlossen. Ein Protokoll bestimmt, daß sich alle Deutschen rumänischer Staatsangehörigkeit der Front der nationalen Wiedergeburt" anschließen. Die Deutschen werden durch sechs Mitglieder im Obersten Nationalrat, Der im ganzen 150 Mitglieder zählt, vertreten fein. Alle beruf- licfjen Organisationen der Deutschen Rumäniens werden sich forporatio in die entsprechenden staat­lichen Organisationen eingliedern. Die Deutschen werden auch hier eine entsprechende Vertretung in den Spitzenorganisationen erhalten. Der deutschen Volksgruppe wird zugesichert, für kulturelle, wirt­schaftliche und soziale Zwecke eigene Organi- fationen zu errichten. Das Protokoll wurde von Innenminister C a l s n e s c u, dem Generalkomissar für die Minderheiten, Professor D r a g o m i r, und im Auftrage des Landesobmanns der deut­schen Volksgemeinschaft in Rumänien, Sabri- t i u s, von Dr. Hedrich unterzeichnet.

Roosevelt und Der Kongreß.

Wachsender Widerstand gegen die engsten Mitarbeiter des Präsidenten.

Washington, 12. Jan. (DNB.) Am Mittwoch kam es im Repräsentantenhaus bereits zu außer- ordentlich heftigen Angriffen gegen den kürzlich von Roosevelt ernannten und eben erst vom Kongreß bestätigten I u st i z m i n i st e r Murphy. Der re- publikanische Abgeordnete Hoffman nannte Murphy einenFreund des Pöbels", der als Gou­verneur von Michigan die Kommunisten und Sitz­streiker beschützt und die Gesetzlosigkeit begünstigt habe. Ein Mann wie Murphy sei unwürdig des Amtes eines Justizministers Der Abgeordnete beschuldigte weiter den Präsidenten, bei den Wahlen im vergangenen Herbst, Bundes­gelder für politische Korruption miß­braucht und mit den Kommunisten ge­meinsame Sache gemacht zu haben. Die Aus­führungen Hoffmans brachten das ganze Haus in große Aufregung.

Dor dem Justizausschuß des Senats traten Zeugen auf gegen die Ernennung des Juden Frankfurter zum Bundesrichter. Frau D li­tt n g , die Verfasserin mehrerer Bücher gegen den Kommunismus ist, bezeichnete den Juden Frank» furter als einen waschechten Kommuni st en, der Leiter der berüchtigten kommunistischenCivil. Liberties-Union" sei. Der Vertreter des USA.-23er- bandes gegen den Kommunismus, Allen Zoll, er­härte, die Ernennung Frankfurters würde die anti-