Ausgabe 
11.10.1939
 
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r. 238 Zweites Blatt

Mittwoch, 11. Oktober 1YZY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)

Aus -em Reiche -er Krau

11 irgendein Gewürzbacköl, was uns zusagt, Auyer- bnn kommt auf jeden Fall eine Prise Salz hinein,

ist für ein schlichtes, praktisches und doch schönes Kleid. Lange Zeit waren kurze, knapp sitzende Röcke große Mode, und wir fanden uns schön da­mit. Was früher schön war, ist auch jetzt schön.

Wir wollen eine Mode, die praktisch und gut ist und kein überflüssiges Material beansprucht. Das gilt auch für die H u t m o d e.

Nun noch ein Wort an unsere Männer. Sagt nicht zu einer Frau:Was hast du nur für alte Pantinen an?" wenn sie in Schuhen daherkommt, die sie zu normalen Zeiten nicht mehr getragen hätte, die aber jetzt, frisch besohlt, noch gut ihren Zweck erfüllen. Sprecht nicht vonalten Klamot­ten", wenn ihr seht, daß die Trägerin sich Mühe gegeben hat, sie neu herzurichten. Wir wollen keine Modepuppen sein, aber wir wollen uns auch nicht vernachlässigen mit der faulen Ausrede, daß Krieg ist. _______________

Muh entrahmte Frischmilch anbrennen?

Die für alle Verbraucher zur Verfügung stehende entrahmte Frischmilch bar in allen Haushaltungen ihre Eignung zu vielseitiger Verwertung für die Ernährung erwiesen. Damit ist nun auch ein ver­breitetes Vorurteil gegen die Verwendung der reichlich vorhandenen entrahmten Milch ausgeräumt. Wenn sie auch den üblichen Fettanteil zugunsten einer verstärkten Buttererzeugung hergab, so hat sie doch die anderen, nicht geringer zu bewertenden Nährstoffe, wie Eiweiß, Milchzucker, Mineralsalze vollständig behalten. Wird bei aller gerechten Wür- diaung dieser Vorzüge die entrahmte Milch nur zögernd verwendet, dann erklärt sich das allein aus der Eigenart der Milch, beim Kochen nur zu leicht und rasch anzubrennen. Dieses liebel läßt sich jedoch leicht dadurch vermeiden, daß man im Kochtopf zu­nächst eine geringe Menge Wasser aufkochen läßt, um danach die entrahmte Frischmilch zuzugießen. Ebenso bewährt ist die Methode, den Kochtopf zu­nächst mit kaltem Wasser auszuschwenken und danach erst die Milch einzufüllen. Größere Mengen ent­rahmter Frischmilch werden bis zum Kochen ständig umgerührt. Diese aus dem Erfahrungsschatz sparsam wirtschaftender Hausfrauen entnommenen Rat­schläge ermöglichen jedem die Verwendung.

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sammengefaßt wird. Das gezogene We st en­teil ergibt sich aus den Aermelschluppen, die Aermel entstehen aus dem Hüftteil des Rockes und dem neuen Georgette, der st a r k e i n g e l e s e n am Handgelenk in ein schmales Bündchen gefaßt wird.

Aus einem zweifarbigen und dreitei­ligen, stellenweise etwas vertragenen Wollkomplett läßt sich leicht ohne weitere Zutaten ein flottes, sportliches Kleid mit langen Aermeln Her­stellen, wie die Skizze rechts zeigt. H.

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Weißkäse wird zum Pudding, wenn wir statt der Eier einen steifen Pudding aus dem Pulver von Oetker oder ähnlicher Fabrik kochen und noch warm untermischen Ebenso Kartoffelbrei. Man muß natürlich ein passendes Aroma nehmen, z. B. Zitrone oder Vanille. Dann sollen auch nicht all die Eiersparpulver vergessen werden, die das Backen erleichtern, das Anhängen in der Pfanne verhindern und des Essen verbilligen. Auch in Klöße, für die Eier Vorschrift sind, passen sie und verhindern das Auseinanderfallen. So kann man sich auch einmal ein weichgekochtes Ei leisten als willkommenes Leckerbißchen.

Schmalz und Kokosfett bleiben zum Ab­schmälzen von Gemüse, Margarine als Brotaufstrich und Abmache von Milchsuppen. Ebenso muß sie, wie das Pflanzenfett Kuchenformen ausstreichen. Letzten Endes wollen wir auch nicht vergessen, daß wir dies Jahr eine große Honigernte hatten. Guter Bienenhonig aber ist die ideale Ergänzung von allem Fett. So lange wir noch Honig haben, gibt's keine Fettnot!

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Unter dem Motto:Neues aus Altem machen mir heute zwei Vorschläge, wie man mit etwas Geschick ältere Sachen für andere Zwecke verändern kann.

So gibt die S k i z z e l i n k s eine Anregung, wie ein hübsches, schwarzes Seidenkleid (unter Verwendung von etwas schwarzem Geor­gette für die weiten Aermel) aus einem ältere* Abendkleid gearbeitet werden kann. Der starkglockige Rock ist nach oben genommen, wo­bei die größere Weite vorne (durch Einlesen) zü­

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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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beim Braten. ~ r

All dies gemischte Fett, in beliebiger Zusammen- setzung, geben wir so reichlich wir können zum Fleisch, tun auch einige Zwiebelscheiben zum Meh­ren hinzu und geben acht, daß es braun wird, ater nicht zu sehr einschmort. Dann haben wir auf diese Weise gleich einen guten Brotaufstrich, von bem die einzelnen Fette es nicht,so gut sein n)ür= dm. Zu Kalbsleber und Schweinefleisch paßt auch ein reifer großer, mit Schale und Kernhaus in Scheiben geschnittener Apfel, den wir hinein geben, wenn das Fett bräunt. Er mehrt auch den Auf­strich und bringt Abwechslung. .

Unsere Kuchen backen wir mit Del, Margarine ober Rmdsfett. Für gerührte Pulverkuchen ist am besten Del Den etwas leeren Geschmack verbessern wir durch reichlich Zitronenschale, Danillenzucker, oder

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auch wenn wir gewohnt waren salzfreie Butter zu verwenden. Blätterteig und Mürbteig lassen ich in gewohnter Güte Herstellen, wenn wir Kaldssett oter Rindersackfett haben. Die Sprödigkeit wird geschmeidig gemacht, indem wir in das breng, Nicht dünn zerlaufene, angewärmte Fett einen Teelöffel Bienenhonig oder Kapillärsirup rühren Dann laßt sich der Teig wie gewohnt bearbeiten. In Hefe- hid)en kommt selbstverständlich Talg, sehr gut stn auch die ausgebratenen Grieben vom ausgelassenen Fett. Soll der Kuchen etwas wenig feucht bleiben reiben wir in den Teig auf ein halbes Kilo Mehl eine gekochte, kalte Kartoffel. Bratkartoffeln brau­chen weniger Fett und bräunen gnt, wenn wirsie ij der Pfanne mit einem Hauch Mehl uberpudern.

Keine geräucherte Wursthaut wird f^geworferL Trocken aufgehoben, helfen sie aus der Not, indem wir sie an Gerichte geben, die Rauch-und Speck- aeschmack haben sollen, wenn bieser fehlt Für bas Fette vom Speck nehmen wir irgend em Fett, was wir haben. Dann kann das Dörrfleisch aufs Brot Reiben. In die mit Magermilch beredet n W lieifen und Flammeris geben wir em bafelnuBgro- ß's Stück Kalbs- oder Rindsfett und kochen es von Anfang an mit. Der warme Pudding schmeckt wür­zig und voll damit. . .

Brot haben wir reichlich. Wir wollen m auch fhtt Brotmahlz-iten öfter gekochtes Effen reiche^ las von der Brotkarte abgefparte Mehl nehmen °>ir zum Teil und machen R u h e I n.

in Et, verlängern dies durch aufgelöstes Eierfpar Pulver und Waffer, kneten etnen mcht zu festen leig, aus dem mir zwei papterDunne Flicke rollen unb etwas über dem Schüffelrandm Tann rollen mir mit wenig 3naifd5engeftrteutem »eh, eine lofe Wurst und davon feine

Scheiben ab: Auseinandergekallen find die firtig, die nun langfam ge rotfnet, bang harren. Auf diefe Weife haben mir ine Jlab nitlelabfchnitte frei für das, was wir nt«t fr ber Nachen können: Reis, Grieß, Haferflocken. Pudding Niehl und Kindermehle. . minmen-

Zartbesaitete Gemüse, wie ^nat Blume k,hl, Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Spargel we ° »it Margarine angemacht oder w>t dem nerlanger Im Bratenfett übergossen. Helle Mehlfchw tz l-ssen sich mit Kalbssett machen nur darsma n cbt veraellen daß alle Speisen, die mit -Lal» D , M& sosehr her aus heißen Tellern angen*.

; »erden müssen. Dann füllt auch der so unbeuevre

Unter Kleid fei schlicht, praktisch und schön!

Sollen wir uns in der heutigen Zeit überhaupt um Mode kümmern? Nun, es kommt ganz dar­auf an, was man unter Mode versteht. Die allmäh­lich aussterbende Zahl derjenigen, die jetzt schon jammern, daß sie nichts anzuziehen haben, obwohl der Krieg gerade sechs Wochen dauert und ihr Kleiderschrank noch gut gefüllt ist, werden natür­lich zum Bezugscheinamt laufen und versuchen, noch ein neues Kleid zu ergattern. Und wenn sie eins bekämen, wir sind überzeugt sie wurden so viel Stoff beantragen, daß der Rock in tausend halten oder tiefen Glocken um sie herum schwingen würde, wie es die Mode von gestern verschrieb. Glücklicherweise ist dem ein Riegel vorgeschoben. Es bekommt nur die Frau ein neues Kleid, die wirk­lich eins braucht. Wir glauben aber auch, daß es nur eine verschwindend kleine Anzahl von Frauen

ist die so denken. , .

Wir wollen nun aber auch nicht ms entgegen­gesetzte Exttem verfallen, wie es vielleicht einige andere tun. Die meinen nun, weil die Zeit ernst >.nd bart ist dürfte für Äußerlichkeiten überhaupt hin Raum mehr' fein. Auch das ist falsch. Es ist gewiß kein erhebendes Gefühl für den Mann, der von der Front auf Urlaub nach Hause komm , wenn er die Frauen ungepflegt Herumlaufen sieht Das stärkt seinen Mut und seine Tatkraft gewiß nicht. Die Frauen sollen auch <m Kriege uni) meh leicht gerade dann nett und ordentlich aussehen. Man kann sehr wohl Sparsamkeit und aut e n Geschmack Der einen. Man braucht ui bas alte Kleid vom vorigen Winter nicht so an- X" ist. Ein- Helle, freundliche Gar- Kr, di- °hn- Bezugschein zu haben ist, bewirkt oft Wunder. Kleine Aenderungen geben dem Kleid ein ganz neues Aussehen. Mit einem aber wollen unbedingt Schluß machen: Glocken- und Fal-

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Hausfrauen, helft unsere Obst­ernte richtig zu verwerten!

Täglich kommen jetzt große Mengen der verschie­densten Obstsorten auf den Markt. Alle Hausfrauen in Stadt und Land sind berufen, die anfallende Obsternte zu sichern und zu einer restlosen Ver­wertung des vorhandenen Obstes beizutragen. Die Hausfrauen werden sich daher für ihren Bedarf im Haushalt reichlich Obst haltbar machen. Hierbei können vielerlei Wege beschritten werden: Das Obst kann ja nicht nur in Gläsern oder Dosen eingemacht werden, sondern man kann dazu auch alte Flaschen verwenden oder das Obst in Töpfen einlegen. Be- onders ausgiebig ist die Herstellung von Süßmost, die mit ganz einfachen Mitteln in jedem Haushalt oorgenommen werden kann. Die billigste Art des Haltbarmachens, die bei unseren Großmüttern und Müttern noch sehr beliebt war und in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geriet, ist das Dörren von Obst. Hierzu werden weder besondere Geräte noch irgendwelche Zusätze an Zucker, Essig o. ä. benötigt. Machen Sie einmal Ihr Obst auf folgende Weise ein:

Gemischtes Kompott.

1 kg Preiselbeeren, 1 kg Birnen, 1 kg Aepfel, 1 kg Zwetschen, IV2 kg Zucker. Die Zusammen­stellung kann beliebig verändert werden. Die Prei- elbeeren werden verlesen und gewaschen, die Aepfel und Birnen geschält, in Viertel oder Achtel ge­schnitten und vom Kerngehäuse befreit, die Zwet- chen gewaschen, halbiert und entsteint. Man mischt die Preiselbeeren mit dem Zucker, läßt sie unter Rühren zum Kochen kommen, fügt die Aepfel und Birnen und zum Schluß die Zwetschen zu, läßt alles gar, aber nicht weich kochen und füllt es bann in Gläser oder Steintöpfe. Abgekühlt be­deckt man das Kompott mit getränktem Papier und bindet die Gefäße zu. Dieses Kompott schmeckt sehr gut zu Mehlspeisen, aber auch zu Fleisch oder Wild.

Birnenmus.

Sehr reife, auch überreife Birnen werben sauber gewaschen, von Stiel und Blüte befreit unb in Viertel geschnitten. Dann bringt man sie mit wenig Wasser zum Kochen und kocht sie langsam unter gutem Rühren zu einem festen Mus, und füllt es in Steintöpfe ober Gläser. Zuckerzugabe erübrigt sich. Man kann bas Mus auch aus geschälten, von Kerngehäuse befreiten Birnen bereiten, es ist dann aber weniger herzhaft. Sehr verbessert im Geschmack wird es, wenn man einen Teil der Aepfel, Pflau­

men oder Zwetschen zusetzt.

Süß-saure Birnen im Steintopf.

Reife, feste und gesunde Birnen werben geschält, von Stiel, Blüte und Kerngehäuse befreit, in Essig- Zuckerlösung gargekocht und in einen Steintopf eingelegt. Dann übergießt man sie mit der kochend heißen Lösung. Man rechnet auf 3 kg Birnen etwa 1 Liter Weinessig, den man mit 600 Gramm Zucker aufkocht. Mit dieser Lösung läßt man sie 2 bis 3 Tage stehen. Danach gießt man den Säst ab, kocht ihn nochmals auf, gießt ihn wieder heiß über die Birnen und bindet den Steintopf zu.

Zwetschen süßsauer.

Reife, feste, gesunde Zwetschen werden mit einem Tuch sauber abgerieben, bann mit einem ange­spitzten Hölzchen mehrmals eingestochen unb in einen Steintopf eingelegt. Auf 3 kg Zwetschen rechnet man % Liter Weinessig unb Vi Liter Wasser, bie man mit 750 Gramm Zucker aufkocht unb kochend heiß über die Früchte gießt. Man kann etwas Zittonenschale mitkochen. Nach 2 bis 3 Tagen gießt man die Flüssigkeit von den Zwetschen ab, kocht sie nochmals auf unb gießt sie wieder kochend heiß über die Früchte. Der Einmachtopf wirb sofort zu­gebunden.

Preiselbeeren in Steintöpfen.

Reife, große, saubere, gut gewaschene unb ver­lesene Preiselbeeren werden mit bem Zucker ge­mischt, auf 1 kg Frucht 200 bis 250 Gramm Zucker, unb auf gelinbem Feuer langsam zum Kochen gebracht, unter vorsichtigem Rühren weich­gekocht und kochend " heiß in Steintöpfe gefüllt. Man läßt sie mit einem säubern Tuch bedeckt darin erkalten, deckt sie mit einem Rum- ober Essigblatt ab unb binbet die Töpfe. Genau fo kann man bie Beeren mit Aepfeln ober Birnen einmachen.

Getrocknete Zwetschen.

Kleine, nicht zu faftige Zwetschen, die reif aber fest fein müssen, eignen sich zum Trocknen. Man reibt sie sauber ab unb trocknet sie in mäßig heißem Backofen an und trocknet an ber Luft fertig.

Getrocknete Aepfel.

Aepfel waschen, abtrocfnen, schälen, Kerngehäuse ausstechen, Aepfel in Viertel, Achtel ober Scheiben schneiben, in mäßig warmen Backofen an- unb an ber Luft fertigtrocknen. Apfelschalen ebenfalls trock­nen unb biefelben für Tee verwenden.

Getrocknete Birnen.

Getrocknete Birnen bereitet man wie getrocknete Aepfel. Kleine fleischige unb nicht zu saftige Bir­nen, bie dünnschalig sind, kann man im Ganzen trocknen. Man reibt sie nur sauber ab, setzt sie auf ein Backblech, schiebt sie in ben mäßig heißen Ofen und bäckt sie gar. Dann trocknet man sie auf bem Herb ober an ber Lust, am besten in der Sonne, unter öfterem Wenden fertig.

Das Einmachen in Steintöpfen.

Beim Einmachen unserer reichen Obst- und Ge­müseernte kommen neben Gläsern, Dosen und Fla­schen jetzt auch wieder die bewährten Steintöpfe zu ihrem Recht. Die Töpfe müssen gründlich gereinigt, am besten ausgeschwefelt werben. Man stülpt bas Gefäß über brennenbe Schwefelfäben, bie auf einem alten Teller, einer Scherbe ober einem Stein liegen. Die Schwefelbämpfe entweichen aus den Gefäßen, wenn man das Einmachgut einfüllt, und es bleibt kein Geschmack zurück. Bei Gurken, Kürbissen, Boh­nen und Sauerkraut beschwert man die Füllung mit einem sauberen Brett ober Teller unb Stein, wor­unter man ein sauberes Mulltuch legt. Außerbem kann man bie Töpfe noch mit Pergament abbecken. Die Steintöpfe müssen alle acht bis zehn Tage nach­gesehen werben. Bilbet sich eine graue Haut, nimmt man sie ab, reinigt Ranb, Brett unb Teller, wäscht bas Mulltuch aus unb deckt damit frisch ab. Genau so verfährt man, wenn etwas aus bem Topf ver­braucht wirb. Neben Gemüsen ist auch bas Einlegen von Zwetschen, Birnen, Pflaumen sowie bas Ein- füllen von Birnenmus in Steintöpfen zweckmäßig.

Käsekarte frei für anbere Arten, bie wir nicht selber machen können. Der so gewonnene Frischkäse ver­mehrt unseren Brotaufstrich. Wir wanbeln ihn durch Zusatz von Bienenhonig, ober Mostrich, Tomaten­mark, Kapern, Paprika unb ähnlichem in immer neue Formen unb schaffen Abwechslung.

Die gelieferten Eier bleiben als bas, was sie sind, für Kinder und Kranke und besondere Fälle. Zum Kochen nehmen wir Gleichwertiges, was es Sgibt. Eierkuchenteig stellen wir nach Art ber ickteige mit Bier her: acht gehäufte Eßlöffel Mehl werben mit brei Zehntel Liter Braun- ober Weißbier zu einem glatten, ziemlich flüssigen Teig gerührt. Dahinein gibt man nun das, was man ausbacken will Sehr gut werben Pflinze, wenn man in den Teig so viel in dünne Scheibchen ge­schnittene Aepfel'gibt, als der Teig faßt unb hand­große Plätzchen in wenig Fett ausbäckt. Allerlei Fleisch, wie Kalbsbrieschen, Hirn, Fisch und Reste von gekochtem Geflügel, auch Pilzköpfe, werden durch das Ausbacken in solchem Teig ansehnlich vermehrt.

bettgemäße Haushaltsführung.

Äon Krida Aisch

England hat uns mit Krieg überfallen und will uns vernichten. Wieder halten wir Lebensmittelkar- t n in der Hand, wie im Weltkrieg. Nur mit dem Unterschied, daß weise Vorsicht und nicht unmittel- bare Not sie geschaffen. Im Verantwortungsge- ßhl für die gesunde Ernährung unserer Familien unb in bem Bewußtsein unseren Volksgenossen gegenüber ftubiert manche Hausfrau bas darin Ge­betene mit leiser Sorge. Aber schnell haben mir eikannt, daß bie Schwierigkeiten unserer Lebens­haltung nicht in dem gefürchteten Zuwenig bestehn, söndern darin, daß wir nicht in gewohnter Weise so restlos bestimmen können, was wir bei der nächstfälligen Mahlzeit auf den Tisch bringen. Viele von uns werden sich mit Leichtigkeit umstellen, btsonders diejenige Frau, deren Familienangehörige jetzt dankbar und geduldig das von der Mutter Vorgesetzte verzehren, auch wenn es nicht den alt­hergebrachten Gewohnheiten entspricht. Wir Alten hinten noch unfern Eltern im Grab die ftraffe Er­ziehung, die uns lehrte:Was auf den Tisch kommt, wird gegessen", und wer seine Kin­der so erzogen hat, wird den Lohn jetzt ernten. Bei den andern muß eben an die Liebe zur Mut­ter appelliert werden, dann finden sich die ' Tisch- genossen auch geduldig in den ungewohnten Küchen­zettel. Daß die neue Zusammenstellung der Ge­richte ebenso schmackhaft und oft gesünder ist, als hu5 bisher Gewohnte, dafür sorgt die reichliche Menge der uns gelieferten Lebensrnittel, ihre gute Beschaffenheit und Kunst und Geschicklichkeit der Hausmutter, die keine Mühe und Mehrarbeit zu scheuen gewillt ist und sich mutig in alles findet.

Worin bestehen nun die größten Schwierigkeiten? Ja wäre zuerst das Fett. Wer bisher gewohnt war, nur eine Auswahl Sorten zu verbrauchen, htm wird hier und da die eine Art knapp werden. Wer was die Menge Fett anbetrifft, haben viele Mhr, als sie zu verbrauchen gewohnt waren. Die junst heißt nun: Jedes Fett an seinem ri d) t i g e n Platz! Ein Teil der Butter bleibt als Brotaufstrich. Verschwindend wenig wird als Juftstoff genommen, wenn es besonders gut munden soll. Fertig gebratene Fleischstücke oder der noch warme, gebackene Kuchen werden schnell mit einem hauchdünn mit Butter versehenen Messer Über­strichen. Der Kuchen danach mit Puderzucker ver­sehen. Das Bestreichen darf erst geschehen, wenn dos Fleisch aus der Pfanne auf den Teller kommt. Man hat dann den Eindruck von Buttergebratenem Weißkraut, Wirsing, Ober- und Unterirdische Kohl- rabi, Gelberüben, Bohnen, Linsen, Erbsen lassen sch mit Hammeltalg bereiten, nur muß man sorgen, daß das Fett von Anfang an mitgekocht, oder zum Zchluß zu einem Braunmehlanrührsel genommen wirb. Zürn Fleischbraten nehmen wir am besten ein Mischfett aus Del, Rindstalg, Schmalz, Kokos- jett oder im Notfall Margarine. Hammelfett ist am wenigsten geeignet, Margarine verschwindet zu sehr

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