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Nr. 186 Erstes Blatt
189. Jahrgang
Zreitag, ft. August 1939
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Danzig bekennt sich zu Gwßdentschland und Adolf Kitter.
Scharfe Abfuhr für alle Kriegshetzer und Einkreisungspolltiker.
Danzig, 10. Aug. (DNB.) Die deutsche Stadt Danzig hat heute eine weltgeschichtliche stunde erlebt. Die ungeheuerlichen Drohungen X)er Polen gegenüber Danzig, die Großmäuligkeit inn verantwortlicher Stelle stehender polnischer Staatsmänner und großer polnischer Zeitungen, wie die Kriegsgelüste Polens unverschleiert enthüllen, mit frecher Stirn erklären, daß die „Er- »berung Danzigs" seit je zu den „politischen Zielen Polens" gehörte, die Drohung, daß man Danzig mit Kanonen zusammenschießen werde, haben die Danziger Bevölkerung heute abend zu einer machtvollen und entschlossenen Protestkundgebung veranlaßt. Sie zeigte der ganzen Welt, vor allem Iber auch den Einkreisungsmächten, die systematisch een polnischen Größenwahn gefördert haben, w i e i e Dinge in Wirklichkeit st ehe n. Sie -ewies, daß Danzig eine rein deutsche Stadt l't, daß die Danziger Bevölkerung deutsch denkt und n Ewigkeit deutsch sein will, daß sie im Schutz es starken Großdeutschen Reiches und ^iner Wehrmacht sich gesichert weiß, wenn die i8olen wirklich in ihrer wahnwitzigen Verblendung iie Brandfackel an das Pulverfaß legen sollten.
Die große Protestkundgebung unter der Teilnahme der gesamten Danziger Bevölkerung auf z.em Langen Markt in Danzig gestaltete sich zu ran em flammenden, einmütigen, selbstbewußten, •j-us tiefstem Herzen kommenden Bekenntnis lum Reich und seinemFührer. Sie brachte imrd) den Mund des Gauleiters Forster eine Ärenfo deutliche wie energische Antwort aus die polnischen Unverschämtheiten, auf die Beschimpfun- 3en und Drohungen der Polen.
Gauleiter Forster
:ogte in seiner immer wieder von stürmischer Zu- lmmung unterbrochenen Rede:
In ernster Zeit sind wir auf diesem historischen sangen Markt in Danzig zusammengekommen, um vor aller Welt mit größter Entschlossenheit zu pro- tjftieren gegen die seit Wochen durch polnische Red- •sr und polnische Zeitungen zum Ausdruck gebrach- in Kriegsdrohungen gegen Danzig. Es wäre fälsch, ^enn ausländische Journalisten annehmen wür- m, daß die heutige Protestkundgebung durchae- ührt wird, um. von Danzig aus eine neue Sensa- -®n in die Welt zu setzen. Uns ist die Lage viel M ernst, als daß wir Sensationen machen wol- ;;n. Es wäre uns in Danzig angenehmer, derartige 'lirotestkundgebungen nicht abhalten zu müssen. Über die alltäglichen Drohungen seitens der Polen uringen uns dazu. Lange genug hat die Danziger Bevölkerung diese polnischen Hetzreden und Hetz- christen hingenommen, ohne besonders dazu Stel- -■mg zu nehmen. Die Danziger Bevölke- jung hat in der Tat bewiesen, daß sie den rie-den liebt. Wären die Kriegsdrohungen wn polnischer Seite ganz vereinzelter Natur gewesen, hätten wir es gar nicht für notwendig ge- -anden, darauf einzugehen. Hätte man in Danzig -N Eindruck gewinnen können, daß der polnischen !-etze keine besondere Bedeutung beizumessen ist, » wäre es uns ebenfalls nicht eingefallen, dazu Stellung zu nehmen.
! Aber auf Grund der iäglich sich neu wieder- I holenden Kriegsdrohungen und der Tatsache, 1 daß auch amtliche Kreise Polens «an dieser hetze teilnehmen und sie inspirieren, i sind wir gezwungen, endlich einmal sehr eindeutig und klar unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen.
ütan denkt in Polen anscheinend gar nicht daran, 3rr Vernunft zurückzukehren. Man versucht im Gegenteil, alles zu tun, um den Haß gegen alles Rutsche noch mehr zu steigern. Ich möchte daher s»n vornherein betonen, daß, wenn wir nun einmal ti:t klaren unmißverständlichen Worten unsere Mei- irnng zum Ausdruck bringen, nicht wir Danziger Unruhe und Aufregung in die Seit tragen, sondern diejenigen, die nun schon W Monaten unablässig in verantwortungslosester Me zum Krieg hetzen. Daß wir recht haben, wenn imr eine derartige Protestkundgebung endlich einmal ßättfinden lassen, beweisen folgende Aeußerungen m, polnischen Zeitungen während der letzten Monate.
Wie sie in polen hetzen.
Am 28. April 1939 schrieb der „ K u r j e r kc> l s k i ": Da der jetzige Zustand in Danzig an- piichts der erschütterten Autorität der Genfer Liga ivcht lange mehr aufrechterhalten werden könne, iwe es nur eine Lösung der empfindlichen Danziger fcage, nämlich daß Polen das Protektorat über te: Freie Stadt übernehme.
!2lm 2. Mai 1939 schrieb eine Krakauer Zei- ’• ng: 2IIs der Führer Oesterreich mit dem Reich deutsches Land vereinte, hätten Schlesien und uppreußen, die polnisch seien, an die Polen ab» peten werden müssen (Protestrufe), denn diese v? biete seien rein polnisch und in ihnen werde nur Östlich ein deutsches Element erhalten (Psui-Rufe). pülen brauche einen breiteren Zugang zum Meer ck den bisherigen.
Arn 4. Mai 1939 wurde in der Posener Uni» iHirfität eine Kundgebung abgehalten, bei der j Redner folgendes zum Ausdruck brachte: b:iutschland fei aus einem ehemaligen Vasallsn- tcnt Polens entstanden. 1410 habe man die Deut
schen bei Tannenberg geschlagen, jetzt aber werde man sie bei Berlin zusammenhauen. Dieser Redner verkündete dann außenpolitische Forderungen der polnischen Jugend, nämlich: die Rückgabe Danzigs, Einverleibung Ostpreußens und Schlesiens seien als Mindestforderungen zu betrachten, deren Erfüllung die rechte Odergrenze für Polen mit sich bringen würde, lieber dieses Minimum hinaus forderte der Redner auch noch das Lausitzer Gebiet für Polen. Ein weiterer Redner namens Rowacki stellt die Behauptung auf, daß die gemeinsame Grenze Deutschlands und Polens heute ungefähr 2700 Kilometer betrage. Rach der Besetzung Ostpreußens und nach der Errichtung der Odergrenze bis Stettin werde sie nur 700 Kilometer lang sein, aber nach dem Sieg
von Berlin würde sie kaum mehr als 400 Kilometer betragen. Durch diesen gewaltigen polnischen Sieg, der den unvermeidlichen Krieg mit Deutschland krönen werde, würde Polen ganz Europa beherrschen.
Am 4. Mai 1939 schrieb eine Krakauer Zeitung, indem sie eine Geschichtskarte Deutschlands aus dem Jahre 1000 veröffentlichte: Unsere Küste erstreckte sich einst von Lübeck bis Danzig. Jetzt ist uns davon nur ein kleiner Rest geblieben, der in westlicher Richtung um etwa 200 Kilometer erweitert werden müßte, da bis dahin das polnische Siedlungsgebiet reichte.
Am 10. Juni 1939 wurde auf einer Tagung des West verbandes in Warschau darauf hingewiesen, daß Ostpreußen Polens Lebensraum fei.
Man stehe zur Zeit vor der wichtigen Aufgabe, die polnische Expansion auf dieses urpolnische Gebiet zu lenken. In Polen müsse die Wahrheit verbreitet werden, daß der in Ostpreußen lebende Masure mit den in Polen lebenden Masuren eines Blutes sei.
Am 2.Juli 1939 erklärte Oberst Wenda, der Stabschef des Lagers der Nationalen Einigung, auf einer Bezirksversammlung in Teschen: Die jetzige Grenze des polnischen Staates deckt sich nicht mit den historischen Grenzen. Polen, das niemals eine Verringerung seiner Rechte in Danzig zulassen werde, habe nicht nur- etwas zu verteidigen, sondern sogar noch etwas zu erobern. In diesem Versammlungslokal waren Schilder mit den verschiedensten Auf-
Konferenz der Außenminister der Achse.
Oie Besprechungen beginnen heute in Salzburg.
Berlin, 10.Aug. (DNB.) Die beiden Außenminister von Deutschland und Italien werden sich in diesen Tagen in Salzburg treffen, um zusammen die Fragen der gemein- s a m e n Politik der beiden verbündeten Länder zu prüfen.
Die das DNB. aus unterrichteten Kreisen in Salzburg meldet, wird das Zusammentreffen zwischen dem deutschen und dem italienischen Außenminister am Freitag, dem 11. August, stattfinden. Der italienische Außenminister Gras L i a n o trifft im Sonderzuge am Bormittag in Rosenheim in Begleitung von Gesandten B i t e t t i, Legationsrak del Drago, Konsul Bellia und Bizekonsul Farace ein, wo er von dem italienischen Botschafter in Berlin, A l l o l l c odem Botschaftsrat Magistrati und dem stellvertretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von halem, empfangen wird. Graf C i a n o trifft mit seiner Begleitung im Sonderzug gegen Mittag in Salzburg auf dem Hauptbahnhof ein. Der italienische Außenminister wird am Bahnhof vom Reichs- minister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfangen. Der italienische Außenminister wird sich
am Nachmittag nach Schloß Fuschl am Fuschlsee begeben, wo die Besprechungen mit dem Reichs- auhenminister von Ribbentrop stattfinden.
Graf Liano abgereist.
RechtzeitigeAbwehrrnaßnahrnen notwendig
Rom, 11.Aug. (DRV.) Außenminister Graf C i a n o ist um 19.13 Uhr im Sonderzug nach Salzburg abgereift. Zum Abschied hatten sich neben dem Staatssekretär im Außenministerium B a ft i a n i n i und dem Staatssekretär im Innenministerium Buffarini-Cuidi sowie zahlreichen hohen Persönlichkeiten der deutsche Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, und Botschaftsrat von P l e s s e n eingefunden. Die Begrüßung zwischen Botschafter von Mackensen, der den italienischen Außenminister auf seiner Reise begleitet, und dem Grafen Giano war überaus herzlich. Die im Bahnhof versammelte Menge bereitete dem Außenminister herzliche Abschiedskundgebungen. „G i o r n a I e d ' Italia" stellt fest, daß die Besprechungen von Salzburg dazu bestimmt seien, die Lage in der Welt zu prüfen, die man nicht gerade als geklärt und in jeder Weise befriedigend bezeichnen könne. Die von
den Demokratien gegen Deutschland, Italien und Japan unternommene Einkreisungspolitik, die in offenem Widerspruch zur europäischen Zusammenarbeit stehe, wie sie sich in München anzukündigen schien, lasse die Zukunft recht unsicher erscheinen und mache rechtzeitige Abwehrmaßnahmen notwendig. Unter diesen Umständen sei es natürlich, daß die Außenminister der beiden im eisernen Pakt verbündeten Länder die Tatsachen und Möglichkeiten in einer ausgiebigen Untersuchung der gesamten Lage in aller Ruhe überprüften. Ebenso selbstverständlich sei es, daß hierbei nicht nur d i e europäischen Fragen, sondern auch die der übrigen Weltteile, einschließlich des Fernen Ostens, sowie hinsichtlich ihrer derzeitigen und zukünftigen Entwicklung gemäß den klaren und wohlbekannten Richt- linien der Achse behandelt werden. „Die Begegnung von Salzburg bestätigt somit, daß die Solidarität zwischen Italien und Deutschland stets gegenwärtig und aktiv sowie immer bereit ist, sich konkret im Rahmen der Außenpolitik sowie in allen militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen voll und ganz auszuwirken."
Lustmarschall Balbo bei Mussolini.
Rom, ll.Aug. (DNB.) Mussolini hat am Donnerstag den' Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall Balbo, zur Berichterstattung über einige wirtschaftliche und militärische Fragen Libyens empfangen. Der Unterredung wohnte auch der Staatssekretär im Ministerium für Italienisch - Afrika, General Teruzzi, bei.
Zwei Revolutionen im Gleichschritt.
Umfassende kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ftalien.
Venedig, 10. Aua. (DNB.) Das Deutsche Nachrichtenbüro und die Agenzia Stesani veröffentlichen folgendes Kommunique:
Bei Gelegenheit des Besuches, den der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und Reichspressechef Dr. Dietrich auf Einladung des italienischen Ministers für Volkskultur Alfieri zur Eröffnung der Biennale in Venedig abstatteten, wurden die zwischen den beiden Ministern in Wien und München aufgenommenen Besprechungen fortgeführt. Sie dienen dem harmonischen Zusammenwirken auf den Arbeitsgebieten der beiden Ministerien. An der Zusammenkunft in Venedig nahmen auch diesmal die wichtigsten Sachbearbeiter der beiden Aemter teil. Es wurde dabei eine Rede von konkreten Abmachungen getroffen, die sich auf die Gebiete der Presse, der Propaganda, des Rundfunks, des Filmes und des Theaters erstrecken.
Auf dem Gebiet der Presse kam diese Zusammenarbeit durch die Anwesenheit von zahlreichen deutschen und italienischen Schriftleitern in Venedig zum Ausdruck. Sie erhält nunmehr eine feste o r - ganisatorische Form. Auf dem Gebiet des R u n d f u n k s hat die seit Jahren bestehende Rundfunk-Arbeitsgemeinschaft u. a. einen Ausbau der verschiedenen Sendungen der beiden Länder vor- genommen. Die Erfahrungen des im November v. I. abgeschlossenen Rundfunkabkommens zwischen Deutschland und Italien ermöglichen es, den Austausch und die Sendungen zu vermehren und den Rundfunk stärker noch als bisher zur inneren Annäherung der beiden befreundeten Länder einzusetzen.
Auf Dem Gebiet der Propaganda wurden vor allem die Elemente, die in der gegenwärtigen Lage von Bedeutung sind, einer eingehenden Prüfung unterzogen und gewisse innere und äußere Maßnahmen gegenseitig abgestimmt.
Für das Filmwesen haben die beiden Minister die Richtlinien festgelegt, die zu einer noch engeren Zusammenarbeit der beiden Länder führen werden. Sie haben beschlossen, in einem laufenden Erfahrungsaustausch alle die Fragen zu erledigen, die sich auf dem Gebiete des Spielfilmes sowie des Kultur- und Lehrfilmes ergeben.
Im Bereich des Theaters wurden die Verhandlungen, die schon seit langem in freundschaftlichem Geiste geführt wurden, fortgesetzt. Im kommenden Spieljahr werden Gesangsga st spiele (Opern und Schauspiele) durchgeführt, die sich regel-
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Das Bild zeigt Dr. Goebbels und den italienischen Minister für Volkskultur 211 fiert in einer Gondel auf der Fahrt zur Eröffnung der Kunstschau. — (Atlantic-M.)
mäßig wiederholen werden. Für den Spielplan ist ein verstärkter Austausch zeitgenössischer Opern und Schauspiele vereinbart. Zur Steigerung dieser engen Zusammenarbeit wird die Fühlungnahme zwischen Bühnenleitern und Bühnenvertrieben ebenso gefördert werden, wie die zwischen Komponisten uno Dramatikern. Für den Herbst ist ein erstes D r a m a t i k e r t r e f f e n in Rom vorgesehen, dem im Frühjahr eine Z u - jammenfunft der Komponisten in Ber- l i n folgen wird, lieber das Theaterleben beider Länder soll ein regelmäßiger Nachrichtenaustausch gepflegt werden, um eine ständige Unterrichtung über alle künstlerischen, technischen und organisatorischen Fortschritte sicherzustellen.
Die in Venedig erfolgreich geleistete Arbeit soll bei regelmäßig sich wiederholenden Treffen zwischen den Ministern Dr. Goebbels und Alfieri fortgeführt werden.
Zusammenschluß der preffe der Achse.
Internationaler Presseverband gegründet.
Venedig, 10. August. (DNB.) Im Hinblick auf die allgemeine weltpolitische Lage und angesichts der entscheidenden Bedeutung, die der Presse aller Länder für die Zusammenarbeit der Völker im internationalen Leben zukommt, haben die Journalisten Italiens und Deutschlands, vertreten durch das „Sindicato Nazionale dei Giornalisti“ und den „Reichsverband der deutschen Presse", anläßlich ihrer Zusammenkunft in Venedig einen Internationalen Pressever » band gegründet. Dieser Verband wird allen von dem gleichen Geist beseelten Journalisten anderer Länder offen stehen.


