Ausgabe 
11.7.1939
 
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'Titan nimmt'

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Dienstag,II.ZuIiMY

Aus der Stadt Giehen. 800 piinpse aus Hessen-Nassau Fahrt

am

Bannführer Tacsler über ihre Aufgaben.

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ng miri lutct, tr, . unseren ier IBer- ' läßt bii or allen ch Unbi-

kränber*

Äarnm- i im all- loch lauendeii mietet

^^Der Fink zwitschert ein paarmal hell und scharf, ols hätte er die Worte verstanden und wartet ge­duldiger zwischen den bunten Petunien.

Der kleine Junge liebt diese frühe Morgenstunde, in der er den Balkon, die Blumen und die Vögel ganz für sich allein hat. Schon im Erwachen freut er sich darauf, auch weil dann die Mutter nur für ihn da ist. Er kann sie fragen, so viel er will, bis der Kuckuck aus der alten Uhr herausspringt und siebenmal seinen mahnenden Ruf ertönen läßt.

Der kleine Junge steckt die Hände in die Taschen der blauen Leinenhose, die noch so unwahrscheinlich glatt und sauber ist, und geht auf dem Balkon hin und her ein König in seinem Reich. In der Ecke an der schützenden Ziegelwand blühte den ganzen 'Sommer ein Rosenstock. Die Mutter bekam ihn ge­schenkt und pflanzte ihn gemeinsam mit ihrem

fühlt sein kleines Herz an ihrem klopfen. Es ist, als ob er ihr noch etwas sagen wolle aber er findet die Worte nicht. Rur in seinen Augen sieht sie bi^ Freude und den Dank für vieles. Dann stürmt er fort, und sie hört das polternde Echo seiner lauten Schritte auf den Treppenstufen.

Als die Mutter in der Küche steht und den Ta­gesplan macht, fällt ihr plötzlich ein, daß sie ihrem Jungen nicht wie sonst noch einmal zugewinkt hat. Sie empfindet den Gedanken, daß er schon um dte Ecke gegangen sein wird, fast wie einen Schmerz. Schnell eilt sie auf den Balkan. Da steht ihr kleiner Jmrge noch unten. Er hat den Stopf zurückgcbcugt und blickt zu ihr herauf mit gespanntem Ausdruck und einer leisen Enttäuschung, weil sie nicht da war. Als er die Mutter sieht, geht ein Strahlen über {em Gesicht Er winkt ihren Gruß zunick und eilt im Laufschritt um die Ecke, um die versäumten Minuten einzuholen.

Kleiner Junge im Morgenlicht ..." denkt die Mutter zärtlich und nimmt sein Helles Bild mit m die großen und kleinen Sorgen ihres arbeitsreichen Tages.

Silvesternackt am Alexanderplah.

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Hessen-Nassau-Fahrt un­serer Pimpfe des Jung­bannes 116 einen rei­bungslosen Verlauf neh­men kann und für die Teilnehmer ein großes Erlebnis werden wird.

Gestern nachmittag tra­fen fick) die Pimpfe" auf dem Platz vor dem Lie- bigbau, traten tadellos und hervorragend aus­gerüstet an und erwar-

Es ist in der Filmproduktion nicht alltäglich, daß ein Film sich weder an ein Bühnenstück noch an einen Roman anlehnt, sondern von der Idee bis zum Schnitt nur einen Verfasser hat, der, wie hier Richard Schneider-Edenkoben, das Leben selbst einfängt, wo es am buntesten ist: in ber Silvesternacht am Berliner Alexanberplotz.

Das Leben selbst" freilich bemühen auch anberc Autoren als Paten für bie Erzeugnisse ihrer künst­lerischen Phantasie. Aber diesmal braucht man nicht skeptisch zu fein, hier wird keine falsche Ganoven- Nomantik in bengalische Beleuchtung gesetzt, bie Unterwelt hat auch am Alexanderplatz im großen und ganzen ausgespielt. Es sind Menschenschicksale, wie sie ber Alltag jeben von uns miterleben laßt, Freud und Leid, Kummer und Glück in der sorg­sam dosierten Mischung, wie sie uns zuträglich ist. Wenn es von einem ober anbern zuviel wirb, wirb ber Mensch leichtfertig ober schwermütig, unb bann passiert etwas, zumal in ber Silvesternacht, in ber manche Hemmung fällt unb manch schwerer Ent­schluß zur Tat wirb. So ober so braucht es bann ber zarten, helsenben Hand eines gütigen Menschen,

Verstärkte Musikpflege in Gießen

Erfreuliche Maßnahmen des städtischen Musikausschusses.

Im Stadthaus Bergstraße hielt am gestrigeii Montagnachmittag der st ä d t i s ch e Musikaus - schuß' in Anwesenheit von Oberbürgermeister Ritter eine Sitzung ab, in der eine Reihe von bedeutsamen Fragen des Musiklebens unserer Stadt besprochen und zu einem großen Teil auch bereits einer guten Lösung zugeführt wurde.

Nach den Begrüßungsworten des Oberburger- meifters Ritter gab der Leiter des Mnsikaus- schusses, Pg. Christ, eine Erweiterung des Aus­schusses durch die Heranziehung weiterer Herren zur Mitarbeit bekannt. Dann betonte er, daß in dem großen Raume zwischen Koblenz, Frankfurt a. M., Eisenach und Kassel unsere Stadt Gießen die einzige Stadt mit eigenem Theater, eigener Oper und eigenem Orchester ist.'Diese Tatsache bedeutet für unsere Stadt natm> lich eine besondere Verpflichtung, vor allem auch hinsichtlich ber starken Förberung aller für bas Musikleben in Betracht fommenben Ausgaben. Die Stabt Gießen hat hier einen besonberen Ruf nicht nur als Stabt ber Wissenschaft, fonbern auch als Stabt ber Ku n ft wahrzunehmen.

| Universitätsmusikbirektor Professor Dr. T e m e s -

Kleiner Lunge im Morgenlicht...

Von Alice Iliegel.

Der kleine Junge steht auf dem Balkon und wartet I enuf sein Frühstück. Es ist kaum einhalbsieben Uhr, Denn er hat einen weiten Schulweg. Auf den Blu- imen in den schmalen, braunen Tonkästen hängen in och bie Tautropfen. In ber Sonne sieht es aus, rnl5 feien sie aus leuchtenbem Metall. Doch wenn iman mit dem Finger noch jo vorsichtig baran tippt, ^erfpringen sie und werden flüssiges Gold, durch bas «nie ein buntes Lidst bas Rot und Blau ber Blüten- Qblättcr schimmert. In bieser Frühe ist alles anbers t nls am Tag. Die Blumen buften stärker. In ihrem v Leuchten habet sich gerade ein Marienkäfer. Der Heine Junge setzt ihn auf die Fläche feiner Hand. | (Ein paarmal dreht sich der Käfer wie im Tanz. Die iveißen Punkte auf seinem lackroten Leib werden tein Stern! Dann breitet er bie Flügel aus unb {steigt in bas silberne Licht, in bem er halb nicht mehr zu sehen ist. Ohne Scheu setzt sich ein bunter Fink auf ben Rand bes Blumenkastens. Seine lusti- : gen, beerenrunden Augen prüfen erwartungsvoll , den' Frühstückstisch. Der kleine Jiwge schnuppert mit krauser Nase. Es duftet aus der Küche nach Schokolade. Er tröstet ben hungrigen Vogel.Heute bekommen wir was ganz Gutes. Ein Stück Kuchen, -en Mutter vom Sonntag für uns aufgehoben

Partei in gleicher ober ähnlicher Meise mit bersel- ben Zielsetzung soll erstrebt werden.

Der Leiter bes Musikkorps ber Luftwaffe, Musik­meister Pfarre, brachte zur Sprache, daß in Wie« fjen leider kein geeigneter Platz vorhanden ist, auf dem sich ohne Beeinträchtigung durch den Lärm des Straßengetriebes (Auto, Straßenbahn usw.) Platzkonzerte durchführen lassen. Diese Bean­standung fand bei allen Sitzungsteilnehmern volle Würdigung. Ilm diesem Mangel wirksam abzuhelsen, hat sich Oberbürgermeister R i 11 c r in bankensmer-- tcr Weise sofort bereit erklärt,

den Garten vor dem Stadthaus

(im Bilde links) unterrichtet die Fähnleinführer (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) vertieft werde. An der Jiigend liege es, Unterschiede -wischen Stadt- und Landjugend überhaupt nicht mehr auskommen zu lassen. Mit den besten Wün­schen für schöne Fahrt- unb Wanbertage schloß ber Bannführer seine Ansprache.

Nachbem bie Fähnleinführer noch einmal durch den Bannführer auf ihre Verantwortlichkeit auf­merksam gemacht und ihnen auch die letzten An­weisungen über die Durchführung der Fahrt und des Lagerausenthalts gegeben waren, marschierten bie Pimpfe unter ben Klängen ihres Spielmanns, und Fanfarenzuges zum Bahnhof.

Die Fahrt führte zunächst nach Bad Schwal- b a ch. Ein Teil ber Pimpfe, etwa bie Hälfte, also runb 400, beziehen bei Bab Schmalbach bas Som­merlager bes Jungbannes, währenb bie andere Hälfte der Fahrtteilnehmer bereits auf der Station Zollhaus im Taunus ausstieg und von dort aus eine viertägige Wanderung durch den Taunus antrat, um dann schließlich für sechs Tage in das Lager Bad Schmalbach einzumechseln. Die­jenigen, die schon gestern in das Lager einruckten, werden nach der Ankunft ihrer Kameraden das Feld räumen und dann ihrerseits für sechs T a g c auf Fahrt geben. Am 21. Juli erfolgt bann bie Rückfahrt von Bab Schmalbach bzw. von Station Zollhaus aus.

Lange.

ift Bim- e Bilder

5 Thyck ür Stahl iumfchein: igenleiter t der Sto­iber M sbrudeni. itsbezugß [ellgebühi, Iverkaust der W liste Nr.t

Vornoti,en.

Tageskalender für Dienstag.

- Gloria-Palast (Seltersweg):Silvesternacht ^Alexanderplatz".

Abbruch am Geiterstor.

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Dafür winkt aber auch ber Mühe Lohn. Wenn ! ater abends nach Hause kommt, paradieren zahl- i iche Gläser auf Tisch und Bord. Strahlend zeigt ! c Hausfrau ihre Schätze.Nach dem Essen schreibst ! , gleich die Schilder und nachher tragen wir die l (äfer in ben Keller." Das Schilderschreiben muß nmlid) Vati besorgen, bas versteht er besser. Unb Während er sorgsam ein Schilbchen nach bem an­dren beschriftet, schauen ihm Hans unb Liese unb teinrich und Grete aufmerksam zu. Es ist ein selte­ne Vorgang, Vati zeichnen zu sehen. Aber auch as wird geschasst, und schließlich wandert bie ganze Herrlichkeit in ben Keller, wo sie sich auf.bem ein- stchen Regal prachtvoll ausnimmt.

Unterbeffen hat bie Hausfrau schon tnieber neue f-länc. Sie beult an die Sauerkirschen, die bem- i-ichst an die Reihe kommen. Dann muß noch allcr-- |-1 Gelee gemacht werden. Später gibt es Pflaumen mb Preißelbeeren. Auch Gurken sollen eingelegt werben und natürlich Bohnen. Es gibt eine ganze Wenge Dinge, die des Einmachens wert sind, und lie Hausfrau sieht bereits im Geiste ihr Regal voll mit ben verlockenbsten Sachen, bie im Winter bas Wirtschaften erleichtern werden. Und während sie !«rüber nachdenkt, spürt sie den prickelnden Reiz, ter von dieser Einmachzeit ausgeht. Gewiß, es ist in mühsames Arbeiten, aber in dieser Arbeit steckt icd) ein Stückchen Poesie. Und nimmt ni*t in nferer aller Kindheitserinnerung Mutters Ein-

-lachen einen besonderen Platz ein? Sie hat eben inen stillen Glanz, die schöne Einmachzeit.

H. W. Sch.

Bergstraße (früher Steins Garlen) mit f o fo r (i g c r Wirkung für Kon­zertveranstaltungen z u r Vers ü- f ü g n n g zu ft e t l e n. Damit wird an eine alte Gießener Tradition wieder angeknüvft werden können, ficherlich zur Freude aller Gießener Volksgenossen. 3n dem Btirgcr- meistereigarten an der vergstraße (Steins Garten) wird bereits am morgigen Mitt­woch um 17 ll h r das erste Platzkon­zert stattfinden, das von dem Musikkorps der Luftwaffe unter Leitung von Musikmeister Pfarre gegeben- wird. Anschließend wird a n jedem Mittwoch um 17 Uhr Platzkon­zert inSteins Garten" stattfinden, am Mitt­woch nächster Woche vom Musikkorps des 3nf.- Rgts. 116 unter Leitung von Stabsmusik­meister Krieg.

Darüber hinaus ist vorgesehen, schon in nächster Zeit an Sonntag Vormittagen a u ch im Garten des Schützen Haus es, nachdem dort einige Erneuerungsarbeiten burchgefiihrt sind, K o n z e r t v e r a n st a l t u n g e n zu geben. Damit soll dem Wunsche nach S o n n t a g - V o r m i t - tagskonzerten Rechnung getragen werden. Für S t r e i ch k o n z e r t e unb schöne Abend- musik soll ebenfallsSteins Garten" bienen, da­mit auch die klassische Musik in stimmungsvoller Umrahmung im Garten zur Geltung kommen wird.

Für die Durchführung der Konzerte haben sich die Musikkorps unserer Gießener Wehrmacht, die Kreis­kapelle der Partei, der Musikzug der SA.-Stan­darte 116 unb das Collegium musicum in an­erkennenswerter Bereitwilligkeit zur Verfügung ge­stellt.

Bis zur Neuherrichtung des Schützenhauses und Schützenhausgartens werden vor dem Stadt- t h e a t c r n o ch Konzerte veranstaltet werden. Dann aber werden die Knzerte nur noch inSteins

j Seit gestrigen Montag sind an einem Torhaus im Selterstor Abbruchsarbeiten im Gange, bie ran wohl als Auftakt zu weiteren Umgestaltungen >n dieser Stelle unseres Straßenbildes ansehen ann Maßgebend für diese Neugestaltung war ber Gesichtspunkt, baß bie Verkehrserforbernisse an tiefer Stelle bringenb eine durchgreifende Verbesse­rung crforberlid) madjen. Im Zuge diesek Maß­nahmen wird wohl bas ganze Gesid)t bes bärtigen Verkehrsknotenpunktes eine grundlegende Neuerung erfahren, bei der wahrscheinlid) auch das andere Torhaus einer neueren unb besseren Einrichtung | wird Platz machen müssen._________________________

Feten die letzten Weisungen. Die Jugend bot in ihrer straffen Organisation und in ihrer tadellosen Hal­tung einen hervorragenden Eindruck, und viele El­tern, die sich zur Verabschiedung ihrer Jungen ein­fanden, hatten ihre Helle Freude daran. Jeder Junge hatte ben sauber gepackten Tornister auf bem Rücken, war mit der Schlafdecke versehen, eine Reihe der älteren Pimvse hatte Spaten bei sich, andere trugen die Kochtöpfe,' hatten Laternen, Stagen und Sportgeräte bei sich, selbstverständlich fehlten auch bie Feldschere nickst, hie in Fällen möglicher kleiner Verletzungen erste Hilfe leisten sollen.

Baiinführer Taesler hielt zur Verabschiedung der Pimpfe eine kurze Ansprache. Er wies daraus hin, daß auch diese Hessen-Nassau-Fahrt jedem Pimpf die Möglichkeit gebe, sich in der Kamerod- sck)aft zu bewähren. Er stellte aber auch die Not­wendigkeit äußerster Ordnung und Disziplin heraus. In wenigen Sätzen schilderte er, wie es ben Pimp­fen nun 'wieder vergönnt sei, sich ein Stück Heimat zu erwandern, ben Taunus kennenzulernen, viel­leicht bis zum Rhein vorzustoßen, bas herrliche Mispertal zu erleben usw. Er wies ferner darauf hin, wie es durch diese Fahrten möglid) werde, daß sich die Pimpfe der Stadt und des Landes näher kennenlernen und wie gerade dadurch die Verbundenheit von Stadt und Land immer mehr

wie es ber junge Dr. Storp von ber Rettungsstelle am Alexanderplatz ist, ober bem energischen Zu- packen eines Mannes, ber, wie sein Freund Rem- - Hardt, an sich selber die Tiefen der Menschenseele, die Verzweiflung am Leben erfahren hat. Diese Rettungsstelle am Aleranderplatz ist wie ein Brenn- spiegel menschlicher Schicksale, wie sie im seltsamen Fluidum der Silvesternacht vielleicht eher als zu jeder anderen Stunde sich vor unseren Augen au\*\ tun. Und die Männer, bie hier auf Posten stehen,; sind, jeber in feiner Art, ganze Kerle, bie über ihre, Amtspflicht hinaus auch ihr Herz sprechen lassen unb bock) nicht weich werben, wenn persönliches- Leib seine Hanb nach ihnen ausstreckt. Richard Schneider-Ebenkoben hat regietechnisd; un­gemein geschickt unb mit feinem psychologischen Emp-. finben gleichsam in brei Stufen vor bem Hinter- grunb einer breiten, farbigen Milieuschilderung ein­zelne Episoden aus der Vielfalt sozialen Geschehens, wie es das Leben selbst ihm bot, herausgestellt, unb in ben Mittelpunkt ber Bühne rückte er bas Erleb- nis bes« jungen Dr. Storp, besten Braut in beit Anfechtungen dieser Silvesternacht zu sich selber unb ihrer Liebe zurückfinbet. Hannes Stelzer, der seit seinem ersten Hervortreten inUrlaub aus Ehrenwort" nicht so leicht wieder vergessen wird, ist ber Dr. Storp, ein junger Mensch, ernst, gütig, pflichtbewußt, voll innerer Haltung. Seine Braut ist Jutta F r e i) b c, blonb, frisch unb doch mit der Reserviertheit, bie sich auch in belifater Situation so leicht nichts vergibt. Karl R a b b a tz ist ber Freunb, ber in dieser Silvesternacht erfahrt, daß das Leben nod) immer lebenswert ist, wenn man es nur richtig sehen lernt. Jakob Tiedtke hat als knurriger, aber bödjft gemütvoller Heilgehilfe Schebke eine Paraderolle. Karl Martell ist ber impulsive Künstler, ber leicht Dummheiten macht unb bie Nerven verliert. Ans bem weiteren großen Kreis ber Mitmirkenben seien als besonbers saubere unb interessante Leistungen Gertrub oll e, ®ci=.

. I)orb Mi ttelhaus unb Aribert Wascher . genannt.. (Tobis.) Im Beiprogramm liebt man düster-romantische Bilder aus Sd)ottland und einen

. sehr zum Nachdenken anregenden Aussd)Nitt aus, der furchtbaren Polizei-Bilanz der Verkehrsunfälle.

i Die Ufa-Wochenschau zeigt Bilder vorn Jagdfest am "Werbellinsee, die NSV. bei ihrer segensreichen. : Betreuungsarbeit in ber Bayrischen Ostmark unb- i ben Stap'ellauf bes Großen KreuzersLutzow".

Fr. W. Lange/

Einmachzeit.

Das Einmachen ist die schönste Besd)äftigung, ber i) die Hausfrauen gegenwärtig hingeben. Unter leiiigung sämtlicher Familienangehöriger natür» ji). Schon' am Morgen bekommt der Ehemann seine 1 .rote mit:Halte bid) heute abend auf bem Nach- 1 useweg nickst lange auf. Du weißt, ich will mor- ([ii eiiHnadjcn, ba können mir heute bie Beeren nod) imeinsam lesen." Dieser freunblichen Aufforberung mn sid) natürlid) kein sorgender Hausvater ent« ichen, weshalb er abenbs pünktlich eintrifft, wo rcits Hochbetrieb herrscht. Großmutter, Mutter nid die gesamte Kinderschar sind dabei, die Beeren tziszulesen, unb dem Vater wird bereitwilligst ein Motz zugemiesen. Mit vereinten Kräften geht das liiert vorwärts. Manchmal bis in die späten Abend- si inden. r

Am nächsten Morgen ist die Hausfrau sd)on wie- !r früh auf den Beinen. Mit Forsche packt sie die Irbcit an. Bald reihen sich bie Gläser auf bem isch, während im großen Topf ber Beerenbrei impft und zi-scht. Ein anberer Teil der Beeren ninbert birett in die Gläser, bie mieberum im Em- :edapparat uerschminbeii, aus bem langstielig die hermometersäule ragt. Die Hausfrau örel)t '"'b icnbct sich in quirlender Geschäftigkeit. Balb ist sie n Marmeladentops, bann prüft fic bie Gasflamme Her das Feuer, jetzt wiegt sie Zucker ab, unb im richsten Augenblick hält sie schon wieder die Ruhr- 1 Ile bereit Wehe demjenigen, ber ihr in die Quere l-mmt Selbst die Kinder dürfen sich nicht blicken I | enGeht spielen unb kommt so schnell nicht

Jungen ein, als die ersten Sterne leuchteten. Es | war Mutters Geburtstag, unb er durfte länger auf- ' bleiben als sonst. Jetzt schimmern zwischen den schon ' welk merbenben und abfallenden Blättern ein paar letzte Rosen. Diese Nack)zügler haben die rosa Farbe nicht mehr. Sie sind weiß mit einem grünen Ton unb kaum von ben Blättern zu unterscheiben. Eine Libelle schwebt mit burck;sichtigen Flügeln darüber hin unb läßt fick) bann auf ben blassen Bluten nieder. Ucber ihren im Licht des- Morgens silbernen Leib geht ein Zittern, bas bie Rosenblatter m eine feine, schwingende Bewegung setzt. Es ist, als tanzten sie mit der Libelle unb ben Sonnenstrahlen. Als ber kleine Junge mit anbächtigen Augen das Wunder bestaunt, klingt hinter ihm ein Zwitschern. Der Fink spaziert über ben Frühstückstisch, der immer noch leer ist. In der Tasche seiner Jacke findet der Junge noch ein paar Krümel unb hält sie bem Vogel hin. Der pickt sie ihm ans ber Hand, piepsend unb flugel= schlagend behält der Fink seinen Posten auf bem Tisch Der kleine Junge freut fick), baß ber Vogel so .^traulich bei ihm bleibt unb tut einen tiefen Atem­zug vor Glück.

Die Mutter kommt mit bem Frühstück. Der Fink fliegt mieber auf ben Rand seines Blumenkastens unb bleibt bort abroartenb sitzen. Die Libelle ist nicht mehr ba, aber eine samtene, braungelbe Hum­mel versinkt im Rosenbett, unb ihr Summen ist wie ein Morgenlieb für Blumen unb Sonne! In sich überstürzenden Worten erzählt ber kleine Junge {einer Mutter von seinen Erlebnissen.

Wie blau seine Außen sinb", bentt bie Mutter, deren schwerer Tag schon früh beginnt,wie ein Spiegel bieses wolkenlosen Himmels ...

Mit gutem Appetit trinkt ber Junge. Während er den Fink mit dem Rest des Kuchens futtert, hat er bie Mutter so viel zu fragen: Können bie Tau­tropfen Glasperlen von ber Kette der Blumen fee lein ? Ist bie Libelle vielleicht von einem Teich aekommen, auf dem bie Wasserrosen blühen ...? Kam sie aus bem Korallenschloß bes Meerkonigs ....

Die Mutter kramt in ihrem Märchenschatz unb holt ben Wunberteppich heraus, ber über bie Dächer und Kirchtürme fliegt. Da blickt das Kmb in ben Him­mel 1 ber fein goldenes Licht immer verfchwenbe- rijdjer auf die Erde schüttet und sagt leise:Jetzt ^^Der'keck^Kuckuck läßt seinen Schrei siebenmal er­tönen. Der Junge umarmt seine Mutter, und fic

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Wie im Vorjahre, so untern-ehinen and) in die­sem Jahre wieder die Pimpfe (unb auch bie Hitler Jugenb) eine große Hesscn-Nasfau-Fahrt. Gestern war für bie Pimpfe ber große Tag bes Aufbruchs. Die Vor­bereitungen waren mit aller Sorgfalt betrieben worden. Die Erfahrungen ber vergangenen Jahre würben berücksichtigt, so daß aud) die diesjährige

Dari) wies darauf hin, daß der Konzertverem fid) von jeher die Pflege der künstlerischen Musik ange­legen sein ließ. Er bezeichnete cs als dringende Not­wendigkeit, daß der Kreis ber Musikbeflis - jenen unb - Freunbe eine erhebliche Er­weiterung erfährt, namentlich durch Hinzutritt unserer Jugenb. In diesem Zusammenhang wurde besonders an bie H i t le r - I u g e n h appelliert, auch aus biesem Gebiete an ber Pflege unb Forbe- rung ber Kunst burri) aktive Ausübung ber Musik mitzuwirken. In erfreulidjer Weise sagte ber in ber Sitzung anroefenbe berzcitige Führer bes Bannes 116, Jungbannführer Taesler, bie Unterstützung ber HI. zu.

Im weiteren Verlaufe ber Beratungen würbe u. a. bahin llcbercinftimniung erzielt, daß berT a g der 5) a u s in u f i k" von ber HI. und der Mufik- tammer gemeinsam als eine Werbung für die Musik veranstaltet werden soll. Der T h e a t e r r i n g der Hitler-Jugend wird voraussichtlid) zu einem V e r a n st a 11 u n g s r i n g" erweitert werden, der auch die Pflege der'Musik zu seinen Aufgaben zah­len wird. Die Mitarbeit aller Gliederungen der