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|oU niemandem mehr gelingen, die alte deutsche Zwietracht noch einmal aufzuwecken und durch Selbstzerfleischung das deutsche Volk zur ohnmäch­tigen Beute fremder Willkür zu machen. Denn hinter den Worten des Führers steht im Geiste der ein­stigen Kämpfer um Deutschlands Größe geschlossen und einig das ganze Großdeutschland! Und wir Lebenden grüßen die Toten mit dem Gelübde:

So ziehen wir die neue Bahn Mit euch ins Leben wieder. Das Reich sie sollen lassen stahn. Das schwören wir euch, Brüder! Schon blinkt der neue Morgenstrahl, Um Deutschland zu verklären, Run braust's um euer Ehrenmal: .0 Deutschland hoch in Ehren!"' M.

Ein Wort zur rechten Zeit.

Heute wissen wir, was wir damals im Weltkriege nicht wußten, daß nämlich d i e deutsch-österreichischen Regimen- t e r aus der Steiermark, aus Kärnten, aus dem Sudetengau, um nur diese Gebiete zu nennen, die größten Blutopfer des Weltkrieges gebracht haben. Deshalb ist cs gerade heute, da eine Grenze uns um- schließt, zu sagen, was gesagt werden muß. Dies Wort zur rechten Zeit hat Werner Wirths gefunden in seinem BucheWir wurden gerufen", F. 21. Herbig Verlag, Berlin. Wir stünden zuvor noch einmal auf dem Soldaten­friedhof in Feltre, an den Gräbern der Kame­raden, die wir zurückließen, inmitten der größten Kameradschaft des Todes. Was nahmen wir mit aus dem Erlebnis dieser Südfrontmonate?

Wenig genug wußten wir von unseren deutschen Volksgeno'lsen in Oesterreich. Wir waren wieder einmal gekommen, um denO e st e r r e i ch e r n" zu Helsen, und Oesterreicher waren für die mei­sten von uns Tschechen und Wiener, Ungarn und Kärtner, Bosniaken und Salzburger, Kroaten und Tiroler. Wir aber fühlten uns, als Soldaten des Deutschen Reiches, erhaben über diese Dielvölker- armee und rühmten unsere Disziplin, unsere Straff­heit und Energie, die den Feind schlug, wo sie ihn traf. Was leisteten dieseOesterreicher" schon Gro­ßes! Kommt erst einmal nach dem Westen, da wer­det ihr erfahren, was Krieg ist!

Aber dann erlebten wir eines nachts just dort, wo es von Quero hinab nach Daldobiaddene geht, an der Brücke von Alano, die ständig unter schwe­rem Fernfeuer lag, unliebsamen Aufenthalt. Warum geht es nicht weiter? Sicherlich sind dieOesterrei­cher" wieder schuld, daß der Weg versperrt ist. Wir reiten nach vorn. Ein Geschütz, dessen Pferde ge­troffen wurde, lag umgestürzt, und die Mannschaft war dabei, es auf die Beine zu bringen. Ein öster­reichischer Hauptmann mühte sich vergeblich, sich mit seinen Leuten zu verständigen; er sprach deutsch, die Leute verstanden ihn nicht, und der Feldwebel, der beide Sprachen beherrschte, lehnte tot am Wege. Da traten uns, für Augenblicke, angesichts der stum­men Geste dieses österreichischen Hauptmanns die ungeheueren Schwierigkeiten eines Viel­

völkerheeres ins Bewußtsein, ging uns auf, daß diese k. und k. Armee nicht nur gegen den äußeren Feind zu kämpfen hatte. Der Hauptmann, der ein Deutscher war, wie mir, sprach nun aus: Was habt ihr Reichsdeutschen es gut, und was wißt ihr von den Deutschen in Oe st erreich!

Diele von uns verstanden diesen Stoßseufzer nicht oder vergaßen ihn, kaum daß sie ihn gehört hatten. Aber weitete sich nicht in uns doch, für Augenblicke das Blickfeld, spürten wir nicht jäh die Torheit: zwi­schen Deutschösterreichern und Deutschen zu unter­scheiden, als ob Staatsgrenze gewichtiger seien als Blut? '

Dann standen wir in den Weinhängen am User der Piave inmitten österreichischer Batterien; die feindlichen Batterien deckten uns zu, und wir hal­fen einander in selbstverständlicher Kameradschaft. Der Mecklenburger starb genau so auf Deutsch wie der Deutschösterreicher, und das Wort Mutter kam diesem genau so deutsch von den verbleichenden Lip­pen wie jenem. Und wieder spürten wir dumpf, und doch im Grunde unseres Herzens schon klarer, d i e größere Dolksgemeinschaft,die uns alle band.

Und wenn wir zusammensaßen, und ein öster­reichischer Kamerad erklärte plötzlich offen: zerschlagt doch diesen Staat und nehmt uns Deutsche in Oester­reich zu euch ins Reich! Wir kämpfen Ja nicht um dieses Staates, um Habsburgs willen, sondern um das Reichder Deutschen, AU dem wir eben­so gehören wie ihr! dann schwiegen wir fast er­schreckt; denn was wußten mir von den Deutschen in Oesterreich und ihrem Herzschlag? Irgend etwas stand zwischen uns und später erst, im großen Leid des Zusammenbruchs und der Entrechtung aller Deutschen, wurden wir uns bewußt: mir sahen da­mals nur den Staat und vergaßen darüber dis Volksgemeinschaft, wie sahen nur d i e Umwege der Geschichte und nicht ihren Sinn, die große Gemeinsamkeit, die trotz der Umwege der Geschichte nicht ausgelöscht werden konnte. Hüben und drüben der Reichsgrenze aber wuchs aus gemeinsamer Kriegsnot die neu erlebte Blutsverbundenheit. Eine Ahnung der tieferen ge­schichtlichen Zusammenhänge nahmen mir damals mit uns herüber nach Frankreich.

gewöhnliche Vorteile gewähren mußte. Das wird sofort jedem Besucher r^ar, sobald er die Dimyhöhe (145 Meter über dem Meeresspiegel) erreicht hat. Frei schweift der Blick von hier aus nach West und Osten über die Niederungen der Scarpe, des La- Bassse-Kanals und die Kohlenfelder zwischen Lens, Böthune, Arras und Douai. Schon in den Kämpfen der französischen Ritter gegen die Engländer galt der Besitz von Notre Dame de Lorette als Gewähr des Sieges. Im Weltkrieg hat diese Legende erneut eine sehr reale Bedeutung gewonnen auch für den benachbarten Bergrücken von Dimy. Seit im Oktober 1914 die erste fortlaufende deutsche Front­linie auf dem beherrschenden Höhenzug gebildet wurde, haben nacheinander die Franzosen, Marok­kaner, Engländer und Kanadier unermüdliche Ge­genangriffe unternommen, bis endlich am 9. April 1917 die deutschen Truppen der Uebermacht weichen und über den steilen Ostabhang wieder in die Ebene hinabsteiqen mußten.

Inzwischen hatte das Furioso des Trommelfeuers die baumbestandene Oberfläche des Dimyhügels erst glatt abrasiert, dann so vollständig umgewühlt, daß kein Quadratzentimeter Boden verschont blieb. Ja, selbst Das Innere des Berges mar zerfressen mor­den. Denn hier hatte sich, begünstigt durch die Eigenart des Geländes, eine Sonderform des mör­derischen Stellungskampfes $ur höchsten Vollendung entwickelt: der Krieg mit Minensprengungen, Horch- bestecken und Stollengängen bis tief unter die feind­liche Linie, der Krieg unter Der Erde.

As mir Die Ueberrefte Dieses unheimlichen Kampf­systems vor uns sehen, als wir in Das Tiefenlaby- nnth des Kanadierstollens eindringen und Die aus dem Fels gehauenen Räume dieser unterirdischen Kasernenanlage betreten, als wir erfahren, daß Tau­sende von Bergarbeitern viele Monate lang Tag und Nacht nur damit beschäftigt waren, um diesen einen Stollen au graben, während die deutschen Soldaten solche Arbeiten selber übernehmen mußten, als mir unwillkürlich die riefenhafte Summe an Ar­beit und Geld, an Schweiß und Todesangst, an Blut und Geist ermessen, die aufgewendet wurde, um nur wenige Quadratkilometer Boden, um nur einen einzigen Krater in dieser Mondlandschaft zu gewinnen, Da kommen uns jene Strophen in den Sinn, Deren Mystik wohl die allein mögliche Er­klärung für solches Geschehen enthält.

Wenn die Sonne gesunken. Der Nachtmind über Dimy Mondlichter gleiten. sweht, Ein Heer von grauen Schatten geht über die Hügelbreiten.

In Grau und Blau und Khaki ziehen sie über den Plan, sie kennen sich besser im Tode, als sie's im Leben getan.

Das ganze Gebiet der Vimyhöhe ist im wesent­lichen bis heute so liegen geblieben, wie es die Truppen am Kriegsende verlassen haben. Rechts und links des sogenannten Kanadierweges, der, von

Oie Westfront nach zwanzig Jahren.

Von unserem ß. E -Sonderberichterstatter.

I.

Böttergrenze - Zeitenwende.

Die Paßkontrolle an der belgisch-französischen Grenze ging ohne Schmierigkeiten oonitatten. Auch unser in Brüssel gemieteter Reiie-Autoous, der uns vier Tage lang über die Schlachtfelder und deutsche Kriegergraberstätten in Frankreich führen sollte, erweckte nicht den geringsten Verdacht. Kein Koffer, kein Gepäckstück wurde untersucht. Wir vertraten uns auf Der ärmlichen, von ungepflegten Häuschen umrahmten Dorfstrahe ein wenig Die Füße, und Dann ging es weiter Richtung Lille.

Dies geschah einige Wochen nach Der weltgeschicht­lichen Zusammenkunft in München Frankreich hatte die Demobilisierung seiner Streitkräfte soeben abgeschlossen, aber noch vor Dem Ribbentrop- Besuch in Paris. Dieser Zeitpunkt ist bemerkens­wert, weil man hätte annehmen können, daß die an dieser Straße diensttuenden französischen Zoll­beamten, die an sich schon wegen ihres Pflichteifers einen fast internationalen Ruf genießen, angesichts Der kaum überstandenen Kriegsgefahr ihr normales Mißtrauen gegenüber einer deutschen Reisegefell- schäft noch verdoppeln würden. Nichts dergleichen. Ja, cs darf gleich hier gesagt werden, daß uns während der ganzen Reise kein Schimpfwort, keine unfreundliche Geste und kaum ein mürrischer Blick traf. Diese Beodachtuna ist wichtig, denn sie zeugt nicht nur von einer friedlichen Gesinnung im boden­ständigen Volk, sondern beweist noch etwas anderes: die Franzosen haben mit sich selbst genug zu tun! So war unser Reisetermin Herbst 1938 in einem weiteren Sinne gut gewählt.

»es sozusagen nur flüchtige Momentauf- rin konnten, die mir von dem Land und seinen Menschen machen konnten, hielten sie doch Frankreich in dem Augenblick fest, da es an einem vielleicht entscheidenden Wendepunkt seiner mehr als tausendjährigen Geschichte angelangt mar. Und wirklich, unsere Eindrücke erläuterten und bestätig­ten in überraschender Weise schon vorweg den tiefe­ren Sinn der deutsch-französischen Friedenserklä­rung: Beide Nationen sind sich grundsätzlich über die Verschiedenheit, aber auch die Verein­barkeit ihres künftigen Weges einig geworden. Während das junge, starke, aufblühende, fultur- trächtige Deutschland den gesamten europäischen Raum östlich des Rheins in seine getreue Obhut nimmt, erwacht Frankreich endgültig aus dem ge­fährlichen Traum einer militärisch-politisch-kulturel­len Vorherrschaft über diesen Kontinent und kehrt \ ur eigenen Wirklichkeit zurück. Es tut dies aus zwingenden Gründen, Denn Die Basis, auf Der noch Der krankhaft-phantastische Ehrgeiz eines Clömenceau, eines Poincarö unD selbst eines Briand emporwucherte, ist das lehrte uns jeder Augen­schein einfach zu schmal, zu schwach, zu unbedeu­tend geworden, als daß sie Die moralisch und mate­riell so ungeheuer kostspielige Last Des in Versailles errichteten Bündnissystems noch länger hätte tragen können.

Frankreich also kehrt zu sich selb st zurück und sieht eine nicht minder schwere Ausgabe vor Augen: die Wiederbefestigung feiner nationalen Grundlagen, die seelische Erhebung und den Ausbau seines Kolonialreiches. Die dazu notwendigen schöpferischen Reserven sind Aweifellos vorhanden, aber sie gebrauchen, um wirksam zu werden, Ruhe und Entwicklung. Sie wären dem Risiko eines außenpolitischen Abenteuers wohl kaum gewachsen, und irgendwie hat auch der einfache Franzose Die Empfindung, daß Deutschland ihm dies Risiko er- spart, daß das neue Deutschland auf billige Triumphe keinen Wert legt. Man spürt in unserer Nachbar­nation das ehrliche Interesse Des Führers an einem gesunden, in sich ruhenden Frankreich.

Dieser völlige Umschwung der Dinge muß dem­jenigen Deutschen besonders bewußt werden, Der

heute Die Gebiete in Frankreich betritt, Die noch vor gut zwanzig Jahren Der Schauplatz Des größten und furchtbarsten aller Kriege waren. Denn hier fand ja jene Bewährungsprobe statt, Die letzthin über Das fernere Schicksal Der Völker entschied. Diese Landschaft, Die das Blut von Millionen tapferer Männer trank, die den Nationen Das Mark aus Den Knochen sog, Die auf ihrem Rücken noch endlose Gräberfelder und die kaum vernarbten Wunden der Materialschlacht trägt, diese Landschaft wurde erst dadurch, Daß sie mit den Toten zugleich Den Keim zur deutschen Wiederauferstehung, zum europäischen Gesetz und zu einer neuen weltgeschichtlichen Epoche empfing, wahrhaft unsterblich.

Doch ist mit solcher Feststellung noch nichts getan. Die Größe der gebrachten Opfer verlangt mehr von uns. Sie fordert Den Dienst am lebenden und kommenden Deutschland, sie fordert aber auch Den Dienst an Denen, Die vor 20 Jahren für Das Reich Der Zukunft starben. Die Ruhestätten unse­rer Gefallenen müssen endlich jene Gestalt bekommen, Die Der unsterblichen Landschaft und die Dem unsterblichen Geist Des neuen Deutschland würdig ist. Dazu kann jeder mithelfen. Der Volks­bund Deutsche Äriegsgräb\erfürforge weist ihm Den Weg.

Auf der Vimy-Höhe.

Nach Passieren Der belgisch-französischen Grenze acht es in schnellem Tempo über Die schnurgeraden Pappelstraßen des Departements Nord. Bald ist das geschäftige, von lebhaftem Verkehr erfüllte Lille erreicht. Schon hier wird die Erinnerung an Die eigentlichen Weltkriegszonen lebendig. Denn Lille war vom Oktober 1914 bis zum Oktober 1918 der Eckpfeiler der deutschen Flandernfront, es bildete das große Magazin und die Lerteilungszentrale für sämtliche in diesem Frontabschnitt benötigten Hilfs­mittel. Die strategische Bedeutung dieser Festung veranlaßte die Gegner wiederholt, mit starkem Ein­satz an Trupven und Material die Rückeroberung Lilles zu versuchen. Die Gräberstätten und Die be­rühmten Schlachtnamen vor den Toren Der Stadt zeugen davon. Auf dreierlei Weise spricht von nun an die Erinnerung an Den Weltkrieg immer wieder zu uns: durch die Schlachtfelder selbst, durch Die Menschen, die in den ehemaligen Hauptkampfgebie­ten wohnen, und durch die zahllosen Kriegsgräber­stätten, in Denen unsere gefallenen Soldaten ruhen. Von den Schlachtfeldern soll hier zunächst die Rede sein.

Die flache, waldlose Landschaft um Lille, die so viele hartnäckige Kämpfe sah und in Der auch der Führer am 13. Oktober 1918 seine schwere Gasver- giftung erhielt, zeigt ein Gesicht, das äußerlich nur noch spärliche Spuren des Krieges aufweist: ein paar rauchgeschwärzte Haustrümmer, hier und da zerbrochene Betonbunker auf freiem Felde, zusam­mengesunkene Erdbefestigungen, Wellblechbaracken... Um so schwerer wiegt der Klang vieler Dorfnamen, Der während her Fahrt an unser Ohr bringt und ganzen Kapiteln der Weltkriegsgeschicyte als lieber- schrift dienen könnte. Da ist Die Straße nach L a B a s s 6 e, an Der so viele deutsche Soldaten ruhen, da ist der L a - B a s s 6 e - K a n a 1, den wir in der Nähe Der deutschen Kriegsgraberstätte Salome Überschreiten, da ist die Kohlen- und In- dustriestadt Lens, die mit deutschem Reparations- gelb großzügig und weitläufig wieder auf gebaut wurde, freilich in einem Stil, Der uns nicht zusagt. Dann aber verändert sich Die Gegend.

Die tellerflache Landschaft des Artois bekommt nach Westen hin plötzlich einen Rand, und auf die­sem Rand sieht man schon aus Der Ferne zwei Bau­werke sich vom tyrnmel abheben das Kanadier- Denkmal und die neue Loretta-Kapelle. Die beiden Punkte Vimyhöhe und Lorettohöhc bezeichnen eine der wichtigsten strategischen Stellun­gen an Der ganzen Westfront, Deren Besitz außer-

ber Hauptstraße LensArras abzweigend, über den Höhenrücken weiter nach Loretto führt, dehnt sich weithin das ehemalige Kampffeld mit feinen Granattrichtern, Gräben und Betonuntevstänben. Der kümmerliche Grasbewuchs, Die jungen Bäum­chen und Sträucher, Die sich ohne menschliches Zutun hier und Da angesamt haben, vermögen Die Wunden Des Krieges nur notdürftig zu verdecken. Noch steckt überall Munition und vergessenes Kriegsgerät im Boden. Schilder am Wegrand warnen die Besucher vor Explosionsgefahr und zeigen ihnen den Weg zu denSehenswürdigkeiten". So kommt man zum hoch aufragenden, seltsam geformten Kanadier-Denk­mal aus weißem Marmor, Das Der englische König 1937 einweihte, so kommt man zum französischen Denkmal, bas dieFlamme des Friedens" dar­stellen soll, so gelangt man auch zu dem berühmten Kanadier-Stollen und zu jenem ausgebauten Gra- ben-System, das durch Ausgießen Der Sandsäcke mit Zement der Nachwelt in feiner ursprünglichen Gestalt erhalten wurde.

Nicht weiter als 20 Meter voneinander entfernt lagen sich hier beiderseits eines gewaltigen Kraters die Deutschen und Kanadier gegenüber. Das Nie­mandsland dazwischen ist noch heute mit dem Stacheldrahtgewirr ausgefüllt, das damals die Geg­ner trennte. Als Die Gegner einsahen, baß sie die zu Beton und Eisen erstarrte Front selbst mit dem größten Einsatz Der üblichen Mittel nicht mehr ver­ändern könnten, da auch jede Nachschubbewegung durch das Sperrfeuer der Artillerie unterbunden wurde, begannen sie die Front in das Berginnere zu verlängern. Seit am 3. März 1915 Die ersten deutschen Minen unter den französischen Verschan­zungen gesvrengt wurden, spielte diese Kampfesart bis zur endgültigen Aufgabe des Bergkammes die Hauptrolle.

Im März 1916 wurden die Franzosen auf der Dimyhöhe von den Engländern abgelöst. Fortan galt folgende Taktik: Sobald ein wichtiger Punkt des feindlichen Schützengrabens unterminiert und gesprengt war wobei sich die gegnerischen Pio­niere an Tiefe und Schnelligkeit möglichst zu über­flügeln trachteten stürzte alles unter dem schüt­zenden Feuerhagel der eigenen Waffen Die kurze strecke nach vorn, um den Rand des durch die gewaltige Explosion neuqebilbeten Kraters zu be­setzen. Diese Krater erhielten besondere Namen. Die Engländer nannten sie beispielsweiseBroadridge- Krater",Momber",Love" ober ,Kenneby". Schließlich war bas Gelände fo oft bombardiert und unterminiert worden, daß besonders in der Nähe von Nouville-Saint-Daast die Linie nur noch aus zusammenhängenden Trichterlöchern ohne erkenn­bare Schützengräben bestand.

Als bann im Oktober 1916 die Englönber wieder­um von Den Kanadiern abgelöst wurden, hatte man die Älethobe des unterirdischen Stellungskrieges noch weiter verfeinert. Man begnügte sich nicht mehr damit, Laufgräben und Minen unter die feindlichen Krater zu legen, sondern man bediente sich auch zur Heranführung von Lebensrnitteln, Munition und Mannschaften langer Tunnelsysteme, welche die Front mit der Etappe verbanden bzw. eine Etappe unmittelbar unter her Front schufen Der größte der von englischen Ingenieuren angelegten Tunnels hatte eine Länge von 1,7 Kilometer. Diese Höhlen- chsteme enthielten die verschiedensten Unterkunfts­räume, Entwässerungsanlagen, Rote-Kreuz-Statio- nen, Küchen, Dorratskammern und Wasserbehälter, eie hatten sogar Straßenbahnen und waren elef- irisch beleuchtet.

DerPour le mörile"!

Seit durch die große Tat des Führers Deutsch­land seine Wehrhoheit zurückerhielt, die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt und die Wehrmacht in ihren drei Teilen Heer, Kriegsmarine und Luft­waffe gewaltig verstärkt wurde, finden wir wieder eme verhältnismäßig große Zahl von Trägern des OrdensPour le m 6 rit e", her höchsten preußisch-deutschen Kriegsauszeichnung, unter den "'ihrem der Wehrmacht. Aus den 62 Namen, ännern, Die sämtlich verdiente Soldaten und Füh-

Den deMöstmeichischen Toten des Weltkrieges!

TZon JRobert Hohwaum.

Uns hat ma kennt! Wann mir vonHoch und Spleni" am Ring flaniert san und am Schottentor, am Arm die Antschi, Mitzi oder Leni und die Virginier schiebrisch Hinterm Ohr, und erst am Abend dann im Wurstelprater, da war'n mir grab in unferm Element, mir fan, uns kennt ma, hört's nur Dös Theaters Die Deutschmeister vom vierten Regiment!

Und mir, mir war'n halt immer Knecht und Bauern, Ham lieber g'schossen als wie exerziert, mir aus 'm Oetztal oder ausn Tauern, Wildschützen oft, Dös hat uns net scheniert. In Jnnschbruck stationiert, in Salzburg Droben, in Bozen oder gar scho in Trient, Da Ham mer oft a Glaserl z'viel gehoben, ja, mir vom Kaiserjagerregiment!

Das gings uns schlechter. Bei Den schlesischen Schloten oder in Mähren hatten wir's nicht dick. Wir gingen oft verzweifelt zu Den Roten in Ruß unD Rauch Der dröhnenden Fabrik. Doch wenn wir am Novara-Tag Die Reifer ans Kappel steckten, Himmelsakrament!

Da wußten wir nur eins: Wir finD von Kaiser- Infanterie, vom ersten Regiment!

Und wir in Radautz oder Kolomea unD weiß Gott, welchem ostgalizischen Eck! Der Wirt hieß Isaak, (eine Tochter Lea, und unser Roß sank suhtief ein im Dreck. Doch wußten wir, wir armen Wildniswohn..: Wir fehn als Erste, wenn es Drüben brennt, unD fall'n zuerst, Ulanen unD Dragoner, als Grenzwache, Regiment bei Regiment!

Und wir in Braun und Rot. Lebten im stillen mit unserm Rohr im betonierten Haus. Unsere Leutnants trugen manchmal Brillen und rechneten die schwerste Flugbahn aus. Doch in der Messe, wie von Gott entboten, mahnte ein Bild wer's sah, vergißt es nie: Bei Koniggrätz. Die Batterie Der Toten. Auch sterben kann Deutschösterreichs Artillerie!

Sie konnten sterben. Alle, alle, alle schützen sie euer, Deutschlands heil'ges Haus. Die Toten türmten sich gleich einem Walle, schöpft ihr Das Meer Des Blutes jemals aus! So wahrten sie als hoher Ehre Träger Das alte Banner, rein unD ruhmzerfetzt: Die Einserinfanterie, Die Kaiserjäger unD Die vonHoch unD Spleni" mcht zuletzt!

Und willst du mit Der Liebe Blüten kränzen, mein Vaterland, Den heil'gen Totenschrein, so frage nicht nach Namen und nach Grenzen, schließe auch uns in Deine Liebe ein!

Der Schlagbaum fiel. Nun stehn Die vollen, Garben

Der Ernte reich als eurer Liebe Pfand. Wir waren Saat. Und wissen, Daß wir starben,, Damit Du lebtest, großes Vaterland!

rer waren, die an den' verschiedensten Fronten de-? großen Krieges glücklich und erfolgreich fochten, sch bei allen Waffen in vorbildlichster Weise bewähr­ten, werben in einem Aufsatz von Hanns Möller Im der MärzfolgeW estermanns Monats­heft e" einige herausgeariffen, die für alle zeugen mögen. Da ist zunächst Generaloberst Fedor voin Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgmppe 1 im Berlin, der als Generalstabsoffizier nach den glätt zenDen Erfolgen feiner damaligen Heeresgruppe ir. derGroßen Schlacht in Frankreich" den Ordern Pour le mSrite erhielt. Oberst Erwin Rom- m e l erhielt als Frontoffizier und Oberleutnan: im italienischen Feldzug für feine hervorragendem Leistungen den Orden. Em Artillerist, Dberfii Otto ßancelle aus .Tanten am Niederrhein derArtillerist mit dem Jnfanterieherzen", trug dem

Schlank

achtzackigen blauen Stern am Halse, nach dem m wesentlich mit zum Gelingen des berühmten Durt» bruchs von Brzeziny unter General Litzrnann br getragen hatte. Der Führer des NSFK., Cent­ral Friedrich Christiansen, dessen ßau' bahn an die eines uavoleonischen Marschalls etil" nert, trägt den Pour le m^rite.Krischan", wie im Karneradenkreis heißt, schoß als Jagdflieger W Flugzeuge und das englische LuftschiffL 27 «L Bei oer Riesenaufgabe der Schöpfung der deult schen Luftwaffe wurde auch der jetzt 71jährige neralleutnant Hermann von der Lieth Thomsen herangezogen, der als Generalstabsch« beim Kommandierenden General der Luftstreitkröft im April 1917 durch Verleihung des Ordens Po» le nitrite ausgezeichnet wurde. Nach diesem alt»' Pionier der Luftwaffe ein junger Kämpfer: Ober Wolff von Stutterheim, der sich ben 01 den Pour le merite als Oberleutnant und Res mentsadjutant als einziger während des ganzik Krieges! im Kaiser-Alexander-Garde-Grenadiev regiment Nr. 1 erwarb. Für hervorragende Lk' stungen erhielt der Hamburger Oberstleutnant ® w* st a v Sieh als U-Boot-Kommandant und der pitänleutnant H o r st Frhr. Treusch v. B u- lar-Brandenfels ben Orben Pour le msr>" Als Letzter wird Vizeadmiral Wilhelm Mac' schall, Der Befehlshaber der Panzerschiffe, nannt. Ihm wurde, nachdem er einen aus einen englischen Hilfskreuzer und zwei Dampfern bestehe»' den Geleitzug innerhalb anderthalb Stunden txf* nichtet und aus einem weiteren Keleitzug von>! Dampfern drei herausgeschossen hatte, vom Kaiser im Juli 1918 telegraphisch der höchste bßutfnn Kriegsorden verliehen.