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licht. Daß diese durch einfache Ignorierung der ftä- mischen Frage niemals erreicht werden kann, das haben die letzten Krisenmonate in Belgien zur Ge­nüge bewiesen.

Aehnlichen Ursachen entspringen die Vorgänge > n derTschecho-Slowakei. Durch die 'Befreiung der Sudetendeutschen und den Sturz des Benesch- Systems sahen die Tschechen sich vor die Notwendig­keit gestellt, ihr Verhältnis zu Slowaken und Kar- patho-Ukrainern auf eine neue Grundlage zu stellen. Sie wurde von allen Beteiligten in der Gewährung einer weitgehenden Autonomie für die Slowakei wie für die Karpatho-Ukraine gesehen, denseftalt, daß beide Länder ausreichend in der Prager Zentral­regierung vertreten sind, die im wesentlichen für die Außenpolitik, das Heer und die Finanzen zuständig bleibt, während eigene Landesregierungen in Preß­burg und Chust, der neuen Hauptstadt der Kar- patho-Ukraine, die beiden Länder in verwaltungs­mäßiger, kultureller, wirtschaftlicher und sozialpoli­tischer Hinsicht selbständig betreuen. Die Durchfüh­rung der Autonomie hat in den letzten Wochen zu erheblichen Spannungen geführt, wohl weil man in Prag so bald nicht von dem eingebürgerten Zen­tralismus zu lassen vermochte und andererseits in Preßburg sowohl wie in Chust in der zurückhal­tenden Art, wie Prag an die Einlösung des Auto­nomieversprechens ging, geradezu eine Sabotage des Autonomiegedankens sah, woraus sich notwendlger- meise ergab, daß in der Slowakei wie in der Kar- patho-Ukraine jene Strömungen, die über die Auto­nomie hinaus auf vollständige Selbständigkeit dräng­ten, mächtigen Antrieb eryielten. Die Forderung, von diesen Kräften entschieden abzurücken, ist für die Tschechen anscheinend der Kernpunkt der Ver­handlungen gewesen, die sie am Donnerstag mit den beiden Landesregierungen der Slowakei und der Karpatho-Ukraine in Prag geführt haben. Jene beiden verlangten dagegen eine für sie günstigere Berücksichtigung bei der Verteilung der gemeinsamen Haushaltsmittel, ferner eine stärkere Berücksichti­gung in den Zentralbehörden und schließlich Re­organisation der Armee derart, daß die slowakischen Offiziere und Mannschaften ausschließlich in der Slowakei ihrer Militärpflicht genügen. Aus den aus der Tschecho-Slowakei vorliegenden Berichten ist noch nicht klar zu ersehen, wie sich die Dinge ab­gespielt haben, die gestern früh zur überraschenden Absetzung der slowakischen Landes­regierung durch den Staatspräsidenten Hacha geführt haben, und welche Folgen sich aus der Neu­bildung der Regierung durch den bisherigen slowa­kischen Schulminister S i v a k ergeben werden, zu­mal dieser Regierungswechsel anscheinend in For­men vor sich gegangen ist, die man als ungewöhn-

a <? meinsamen Grenze (ollte jede Akt der Entstehung

2ta(d)ärfung der Spannung M-I-h-n Tschechen und müssen der Entstehung

meiden wollte, daß der ungarische Revisionismus durch restlose Erfüllung seiner Ansprüche gegenüber der Tschecho-Slowakei einen neuen Antrieb erhalte, der sich natürlicherweise gegen Rumänien richten müsse. Die daraus zwischen Bukarest und Warschau entstandene erhebliche Verstimmung sollte nun der Besuch Gafencus in Warschau ausräumen. Wenn auch inzwischen in Rumänien das Verständnis für die ungarischen Revisionswünsche kaum größer ge­worden fein dürfte, so glauben polnische Blätter doch versichern zu können, daß Rumänien denge­fährlichen Zustand des Wurmfortsatzes Europas", womit die Karpatho-Ukraine gemeint ist, nicht mehr als endgültige Lösung betrachte. Das gleiche Thema ist auch bei dem Besuch des italienischen Außen­ministers Graf C i a n o in Warschau zur Sprache gekommen, doch dieser hat, wie römische Blätter berichteten, auf die Endgültigkeit des Wiener Schiedsspruches hingewiesen. Da neben Polen auch Rumänien rund 500 000 Ukrainer in seinen Grenzen

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Tschecho-Slowakei, an die beide Länder territoriale Ansprüche zu stellen hatten, sie auch in eine Inter­essengemeinschaft zusammenführte. In der Septem- bertri'fis des vergangenen Jahres, als bei der Neu­ordnung der Verhältnisse in der Tschecho-Slowakei Polens Wünsche nach Erwerbung des Olsa-Gebietes sich realisierten und Ungarn das sog. ungarische Oberland durch den Wiener Schiedsspruch zuruck- erhielt, erhob man in Warschau mit größtem pro­pagandistischem Nachdruck die Forderung nach der gemeinsamen Grenze" mit Ungarn. Damit wandte sich Polen gegen die Errichtung einer im Rahmen des tschecho-slowakischen Staatsoerbandes selbständi­gen Karpatho-Ukraine, in der es für die Zukunft einen gefährlichen Anziehungspunkt für die mehr als vier Millionen im polnischen Reich leben­

hat, ist die sehr umstrittene Minderheitenpolitik beider Länder die sicherste Gewähr dafür, daß die Sehnsucht der Karpatho-Ukrainer nachErlösung" durch Polen oder Rumänien nicht sehr groß ist. Was die Geopolitiker, von denen wir eingangs sprachen, die europäische Schütterzone genannt haben, der Raum zwischen den großdeutschen O't- grenzen und den Westarenzen der Sowjetunion ist in Warschau als das Zukunftsgebilde einesfesten Blocks von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer" angesprochen worden Wir sahen, welche beträcht­lichen Unebenheiten und Lücken er noch aufweist. Für Nationalitätenstaaten wie Rumänien und Po­len sind solche Gedankengänae in erncr Zeit, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu einem wesent­lichen politischen Prinzip erhoben hat, nicht ganz ungefährliche Phantasien.

Dr. Fr. W. Lange.

und des Balkanbundes wurde, war man IN War- schau bestrebt, das aus der Zeit der Turkenknege Herruhrende Freundschaftsverhältnis zu Ungarn nach Möglichkeit zu stärken, zumal der Gegensatz zur

Erfreuliche Film-Bilanz im Großdeutschen Reich.

Dritte Zahrestagung der Reichsfilmkammer in Berlin.

Aber Belgien liegt in einem Raum, der anderthalb Jahrtausende hindurch zwischen den Anrainern um­stritten war. ^eine Zwischenstellung führte ihn bei der karolingischen Reichsteilung 843 in das lotha­ringische Zwischenreich, und nach dessen Zerfall waren ihre bodenständigen Herrscherfamilien, die Grafen von Flandern und die Herzöge von Brabant, Lehnsträger sowohl der Krone Frankreich wie des deutschen Kaisers. Ihre staatliche Bereinigung durch Karl den Kühnen von Burgund hat eigentlich den Grundstock zum heutigen belgischen Staat gelegt. Aber die hier mitten durch den belgischen Raum verlaufende niederdeutsch - französische Sprachgrenze bewahrte ihm auch in den folgenden Jahrhunderten sein völkisches Doppelgesicht. Freilich politisch wirk­sam wurde es erst im modernen Belgien. Als die durch den im Westfälischen Frieden 1648 errichtete Irenniyjgslinie zwischen den nach Abschüttelung der spanischen Herrschaft unabhängig gewordenen vor­wiegend protestantischen nördlichen Niederlanden und den im Besitz der Habsburger verbliebenen vorwiegend katholischen südlichen Niederlanden im Wiener Kongreß 1815 aufgehoben und ein einheit­licher Staat geschaffen wurde, trug zu seinem schnel­len Zerfall nichts so sehr bei als die Tatsache, daß die geschichtliche und kulturelle Tradition der süd­lichen Niederlande sich stärker erwies als ihr völ­kisches Doppelaesicht. Dies trat erst als politische Potenz in Erscheinung, als in dem neugegründeten belgischen Staat sich aus der Feindschaft gegen alles, was die kurze Zeit der Vereinigten Nieder­lande an Neuerungen gebracht hatte, die rücksichts­lose Zurücksetzung der niederländischen Sprache und die betonte Anlehnung an Frankreich ergab Die kul­turelle und die sich aus der Lage der modernen Industrie im südlichen Teil des Landes ergebende wirtschaftliche Vorherrschaft der wallonischen Landes­teile verstärkte den Druck auf die zahlenmäßig und an Lebenskraft überlegene aber vorwiegend agra­rische flämische Bevölkerung. Trotzdem wollten die Flamen nicht los von Belgien ober ihren wallo­nischen Landsleuten, sondern kämpften nur um ihre Gleichberechtigung in dem gemeinsamen Staat. Die flämische Bewegung wurde aber erst im Weltkrieg aktivistisch. Ihre Vertretung war derRat von Flandern", und die deutsche Besatzungsbehörde trug dem völkischen Doppelgesicht des Landes durch die Verwaltungstrennung für Flandern und Wallonien Rechnung. Nach der Rückkehr König Alberts und seiner Regierung aus Le Havre im November 1918 wurden jene flämischen Aktivisten des Züsammen- arbeitens mit dem Feinde beschuldigt und 30 von ihnen zum Tode verurteilt, darunter auch der in den letzten Tagen viel genannte Dr. Martens. Keines dieser Todesurteile wurde freilich vollstreckt, dazu war die flämische Bewegung zu mächtig, man -muhte sich in Brüssel sogar 1936 zum Erlaß einer allgemeinen Amnestie für die flämischen Aktivisten bequemen, den flämischen Charakter der Universität Gent wiederherstellen, die Doppelsprachigkeit im Heer weitgehend durchführen und eine gewisse Ver­waltungstrennung erwägen. Dem Streben der Fla­men nach vollkommener kultureller Autonomie als Ausdruck ihrer völkischen Gleichberechtigung im Staat kam man ferner durch Errichtung zweier flämischer Akademien am 21. Januar 1939 entgegen, in eine von ihnen wurde der schon erwähnte Dr. Martens berufen. An diesem Vorgang entzün­dete sich die Folge von Regierungskrisen, die nun zur Auflösung des Parlaments und Ausschreibung von Neuwahlen geführt hat.

Die Berufung des Dr. Martens hatte die vorwie­gend unter wallonischer Führung stehenden Front- 'kämpferverbände zu Protestdemonstrationen gegen die Ehrung einesHochverräters" auf die Straße gebracht. Mit den gleichen Argumenten revoltierten in dem aus den dreihistorischen" Parteien, Katho- liken, Liberalen und Sozialisten zusammengesetztSn Kabinett S p a a F die Liberalen gegen Spaak, der sich auf den Standpunkt gestellt hatte, daß die vor zwei Jahren ausgesprochene Amnestie unter alles, was den flämischen Aktivisten aus der Kriegs­zeit oorgeworfen wurde, einen Strich gemacht habe. Seitdem die Aufsage der Liberalen vor Monatsfrist den. Sturz des Kabinetts Spaak herbeigeführt hat, haben sich die drei historischen Parteien als unfähig erwiesen, ein neues Kabinett zustande zu bringen. Der ehemalige Ministerpräsident I a s p a r, ein alter Liberaler, starb wenige Tage später, nachdem sich seine Bemühungen, die sich auf die Hoffnung gründeten, Dr. Martens werde durch freiwilligen Verzicht den Stein des Anstoßes aus dem Wege räumen, als aussichtslos herausgestellt hatten. Der katholische Senator Pier lot meinte, den Fall Martens bei­seite schieben zu können, indem er sich auf die Bil­dung eines Kabinetts aus Katholiken und Sozial­demokraten beschränkte, das durch eine Reihe partei­loser Fachmänner vervollständigt wurde. Aber an dem von dem neuen Finanzminister Gutt vorgeleg­ten Programm eines scharfen Deflationskurses, der mit einer Kürzung der Beamtengehälter eingeleitet werden sollte, nahmen die Sozialdemokraten Anstoß, so daß Pierlot bereits nach fünf Tagen seine Demis- * sion bekanntgeben mußte. Nun versuchte der Sozial­demokrat S o u b a n wieder die Bilbung einer Drei­parteienregierung. Der Fall Martens sollte durch ein Kompromiß aus dem Wege geräumt werden der­gestalt, daß ein Untersuchungsausschuß die neuer­dings gegen Dr. Martens erhobenen Anschuldigun­gen prüfen sollte und eine Aufteilung des Kultus­ministeriums in eine flämische und eine wallonische Abteilung den Wünschen der Flamen nach kulturel­ler Autonomie entgegenkäme. Als auch dieser Ver­such Soudans an der unentwegten Forderung der Liberalen nach Rückberufung des Dr. Martens ge­scheitert war, griff König Leopold, der schon unter dem Ministerium Spaak eine ernste Mahnung zur Einigkeit und zur Stabilisierung der innerpoli­tischen Verhältnisse an die Parteien gerichtet hatte, zum letzten Mittel des Appells an das Volk. In einem Brief an den geschäftsführenden Minister­präsidenten Pierlot hat der König sich gleichzeitig sehr entschieden dagegen verwahrt, daß er in völliger Verkennung des Sinns der Verfassung vor dem Lande mit der Verantwortung für Entscheidungen belastet werde, die ohne ihn getroffen seien, und er hat seine Mahnung zur Herstellung des inneren Gleichgewichts wiederholt. Ob sich die Hoffnungen des Königs erfüllen werden, erscheint immerhin zweifelhaft, weil man nicht glaubt, daß die Wahl die Zusammensetzung des Parlaments wesentlich ver­ändern könne, vielmehr noch die Gegensätze ver­schärfen werde, da ein im Zeichen der Äsfaire Mar­tens und der flämischen Forderung nach kultureller Autonomie geführter Wahlkampf zu offenem Kon­flikt zwischen den flämischen und wallonischen An­hängern der einzelnen Parteien führen könne. Solche Strömungen machen sich bereits in der Rex-Bewe- gung bemerkbar, deren wallonisch eingestellter Füh­rer D e g r e 11 e das völkische Prinzip ablehnt und damit seine flämischen Anhänger vor den Kopf stößt. So ist die Parlamentswahl in Belgien ein Experiment, von dem es unter den gegebenen Um­ständen höchst ungewiß ist, ob es sein Ziel erreichen wird: eine parlamentarische Mehrheit, die eine Sta­bilisierung der innerpolitischen Verhältnisse ermög-

Berlin, 10. März. (DNB.) Unter stärkster An­teilnahme aller deutschen Filmschaffenden und zahl­reicher Ehrengäste aus Partei und Staat wurde m der Krolloper die dritte I a h r e s.t a g u n g der R e i ch s f i 1 m k a m m e r feierlich durch ihren Pra- ibenten, Professor Dr. Lehnich, eröffnet. Der Präsident behandelte eine Reihe aktueller Pro­bleme , wie die Produktionsplanung und Ordnung des Filmmarktes und die planmäßige Verteilung des Atelierraumes. Die Vorarbeiten für ein neues deut­sches Urheberrechtsgesetz seien vom Film- rechtsausschuß der Akademie für deutsches Recht zum Abschluß gebracht worden. Hinsichtlich der künstleri­schen Entwicklung des Spielfilms sei hervorzuheben, daß sich das Durchschnittsniveau wesentlich gehoben habe. Die Fortschritte des deutschen Farbfilms ließen erkennen, daß sich das deutsche Verfahren gegenüber dem Auslande werde durchsetzen können. Im großem Ausmaße sei auch an der Neugestaltung der deutschen Filmtheater gearbeitet worden. Mit 6673 Filmtheatern besitze Großdeutschland bei wei­tem den größten F i l m t h e a t e r p a r k Europas.

Höhepunkt der Jahrestagung war die große Kundgebung der Filmschaffenden in der Krolloper, auf der Reichsminister Dr. Goeb­bels zu den Filmschaffenden Großdeutschlands sprach. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Prof. Dr Lehnich, wies auf international anerkannte Erfolge des deutschen Filmes hin, um sich bann einmal mit dem Verhalten eines Teiles des Aus­landes zu befassen, bas im Gegensatz zu biefer Anerkennung stehe.

Dann nahm

Reichsminisler Dr. Goebbels

selbst bas Wort. Er stellte dem, was vorher über die Filmkunst gesagt worden war, grundlegende Ge­danken über die Filmorganisation gegen­über. Dabei ging er von den einschneidenden per­sonellen Veränderungen aus, zu denen er sich vor wenigen Wochen gezwungen sah. und die er nun begründete. Noch einmal ließ er die trau­rigen Verhältnisse vor seinen Hörern erstehen, die sich auch auf dem Gebiete des Films bis zur Macht­übernahme in Deutschland breit gemacht hatten. Auf dem Gebiete des Theaters, so konnte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung der Versammelten feststellen, sind wir Deutschen zweifel­los bahnbrechend gewesen, dramaturgisch, organisa­torisch und vor allem in bezug auf staatliche Unter­stützung. Dr. Goebbels schilderte bann, wie auch ber Nationalsozialismus im Jahre 1933 burchaus vor ber Möglichkeit gestanden habe, resignierend den Film als eine Zwitterkunst zu werten und ihm nur mit der politischen Zensurschere zu begegnen. Der nationalsozialistische Staatsgedanke aber schließe die totale politische Willensgestaltung des deutschen Volkes in sich, und da sei es ganz unmöglich gewe­sen, am Film vorbeizugehen, ber ja doch auch da­mals schon Millionen Menschen in Deutschland er­faßt hatte. Es sei unmöglich gewesen, einer ano­nymen Menschengruppe ein Erziehungsinstrument des Volkes zu überlassen, das eine mindestens ebenso große Reichweite wie etwa die Volksschule besitze.

Die Willensbildung eines Volkes fei ebenso wich­tig wie die äußere Bewaffnung, die erst bann ihren wahren Wert erhalte, wenn auch ein geschlossener Wille bahinterstehe.Eine kluge, vorausschauende Staatsführung" tosender Beifall war das Echo dieser Feststellungmuß sich von vornherein all die Mittel sichern, die dazu angetan sind, ein Volk in seiner Willenskraft zu erziehen, zu lenken und

Staatsschauspieler Wolfgang Liebeneiner, der Leiter der filmkünstlerischen Fakultät der Deut­schen Filmakademie, sprach über die Harmonie von Bild, Wort und Musik im Film. Wenn es gelinge, den Ausdruck des menschlichen Antlitzes und die Prägnanz des menschlichen Wortes, die lebendige Sprache des Bildes und die Musik in einer Einheit zu verschmelzen, so werde ein neues musikalisches Kunstwerk entstehen, das die Krönung unseres Kunstschaffens sein werde. Die alte germanische Sehnsucht, die ganze Welt in ein Kunstwerk ein- zubeziehen und alle Kunstformen zu einem gewal­tigen Erlebnis zusammenzufassen, könne nur hier seine Erfüllung finden. Liebeneiner schloß mit ber Frage, ob es ein Lanb gebe, bas mehr bie Vor­aussetzungen dafür mitbringe als jenes Land, bas die'Musik geschaffen und damit wahrhaft die Welt erobert habe: Deutschland.

Der Filmautor Dr. Heinrich Spoerl, der das ThemaFilm und Autor" behandelte, ging von ber Frage aus, ob ber Dichter bem Film ober ber Film bem Dichter zu dienen habe. Unter Film­autor verstehe er den Mann, der eine eigene dich­terische Idee filmisch forme und zum Drehbuch ge­stalte. Filmbichter, bie diesen Ehrentitel beanspruchen könnten, gebe es in ber für die deutsche Produktion notwendigen Zahl noch nicht. Die Filmakademie sei aber bemüht, auch auf diesem Gebiete Nachwuchs heranzuziehen. Die Frage, daß Hersteller, Regisseur, Darsteller und wer weiß noch an den Autor andere Wünsche und Forderungen herantrage, sei durch die Neuorganisation, die Reichsmini'ter Dr. Goeb­bels jetzt dem Film gegeben habe, gewandelt.

zu stärken." So sei die nationalsozialistische Einstel­lung auch dem Film gegenüber vorgezeichnet ge­wesen.

Dann schilderte Dr. Goebbels, wie er den wirtschaftlichen Bindungen des Films gegenüber zunächst nur allmählich feine Gedanken habe durch­setzen können. Er habe bewußt dem Austichtsrat ein Gremium von künstlerischen Menschen, sozusagen einen k ü n st l e r i s ch e n Aufsichtsrat gegen­übergestellt.Diese Treuhänderschaft kann der Oef- fentlichkeit immer nur von Nutzen sein. Die Men­schen aber, die diese Treuhänderschaft praktisch ver­walten, müssen immer ein sehr offenes Herz-für die Künste besitzen, sie müssen die Künste verstehen, und es darf nicht etwa irgendein Handwerker auf diesen Platz kommen."

In dem Augenblick, in dem die Dinge organisato­risch bis zum Endstadium gereift waren, habe sich auch die Notwendigkeit ergeben, an die Spitze ber einzelnen Firmen selbst verantwortliche P r o d u k t i o n s ch e f s zu stellen, bie neben ihrer Verantwortung auch mit ben entsprechenden Macht­mitteln ausgestattet seien.Es soll", so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischem Beifall,in Zu­kunft auch im Film nur bie Persönlichkeit führen.

Dr. Goebbels behandelte dann die Frage des Nachwuchses. Er schilderte die Gefahren, bie daraus entstehen können, daß es diesem Nachwuchs vielfach heute zu leicht gemacht werde, und daß er sich nicht mehr so sehr wie früher in hartem Kampfe erproben und durchsetzen müsse. Dr. Goebbels griff in diesem Zusammenhang auch die Gagenfrage auf. Eine systematische Erziehung des Nachwuchses tue not, und man solle nicht etwa glauben, daß man einem jungen, noch nicht wirklich durch und durch er­probten Schauspieler einen Gefallen damit erweise, daß man ihm eine märchenhafte Gage biete. Auch beim Film entscheide nicht das Geld über die Güte, und bie Kostenfrage könne niemals ein künstlerischer Wertmesser sein.

Dr. Goebbels schilderte dann, wie dem deutschen

Film bereits heute fast unbegrenzte Absatzge­biete offen stehen. Die 80 Millionen Menschen, bie wir heute in einem geschlossenen Siedlungsraum selbst vereinen, genügten völlig, um unsere Filme wirtschaftlich zu tragen. Ausfühlich nahm Dr. Goeb­bels zur totalen Struktur des deutschen Films Stel­lung. Während bisher ber deutsche Film in ber Hauptsache seine Heimat in Berlin gehabt habe, habe er jetzt in München unb in Wien wesent­liche Erweiterungen erfahren.

Ich habe die unverrückbare Gewißheit", so schloß Dr. Goebbels,baß wir heute als Deutsche aus bem Gebiete des Films bahnbrechenb sind. Ich bin ber Ueberzeugung, daß ber deutsche Film an ber Spitze marschiert unb baß wir wirklich ben großen, entscheibenden Vorstoß zum künstlerischen Film machen werben. Ich glaube nicht, baß bas auf theoretischen, fonbern ich glaube, baß bas auf prak­tischem Gebiet geschieht. Ich glaube, baß am An­fang bes wahren Kunstfilms eine Serie von ganz großen Erfolgen stehen wirb, bie zeigen werben, was wir wirklich unter Film verstehen.

Präsident Müller-Scheid über das Wirken der Heichsfilmakademie

Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Wil« Helm Müller-Scheid, umriß die Aufgaben und Ziele der Akademie, die zur Sicherung ber Fortentwicklung bes Filmwesens, insbesondre ber Filmkunst, im Geiste des Nationalsozialismus er­richtet worden sei. Damit sei der Film endgültig in die Reihe der großen Künste ein geordnet. Aus ber beispiellosen Breiten- unb Tiefenwirkung (im vergangenen Jahre gab es über 430 Millionen Filmbesucher) ergebe sich eine ungeheure Verant­wortung aller Filmsä-affenben. An der Film­akademie mitzuwirken bedeute eine Ehre und eine besondere Auszeichnung. Die Ausbildung für das Schaffen in ber Filmkunst könne nicht sorgfältig unb grünblich genug sein, benp ber Einfluß bieser Filmkunst auf bas gesamte Volk fei so groß, daß jede Summe zu rechtfertigen sei, die dazu verwandt würde, die kommenben Filmschaffenben für ihre verantwortungsvolle Ausgabe vorzubilden. An Stelle allzuvieler Theorie lege die Akademie den Haupt­wort auf bie nationalsozialistische Filmarbeit, um so ihr hohes Ziel zu erreichen, Persönlichkeiten zu entwickeln, die fähig seien, daran mitzuwirken, daß die Spitzenleistungen der Filmkunst neben ben Neu- schöpsungen auf allen Gebieten im Dritten Reich würdig bestehen können.

Ausbau der staatlichen Führung des deutschen Fremdenverkehrs.

Berlin, 10. März. (DNB.) Staatsminister a. D. Hermann Esser ist durch Erlaß bes Führers vom 27.2.1939 zum Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro­paganda ernannt worden; er führt in dieser Eigen­schaft feine dienstlichen Aufgaben als Leiter bes beut- Ichen Frembenverkehrs fort. Staatssekretär Esser ist auch weiterhin Geschäftsführender Präsident des Reichsausschusses für Fremdenverkehr und Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes, öffentlich-recht­liche Körperschaft des Reiches. Im Reichsministerium für Vvlksaufklärung und Propaganda ist eine A b - t e i 1 u n g XIIFremdenverkehr" neu gebil­det worben. Sie hat die Aufgaben zu erfüllen, die ihr unter Reichsminister Dr. Goebbels von Staats­sekretär Esser im Interesse ber Förderung bes deut­schen Fremdenverkehrs gestellt werden. Der Leiter ber neuen Ministerialadteilung ist Ministerialrat Dr. Fritz M a h l o. Die Abteilung umfaßt sechs Re­ferate.

Der deutsche Mm marschiert an der Spitze!

Reichsminister Dr. Goebbels spricht zu den Filmschaffenden.