Ausgabe 
11.2.1939
 
Einzelbild herunterladen

Zum Tode des Papstes

Bürgerkrieg die Waffen gegen ein nationales Re- sEurovapretz). Dumpfes Glok-I desCorriere della Sera", das Kardmalskolleglum

gime getragen haben. Immerhin kann sich Frank- Nom, - F '. J hat bei Tagesanbruch verfüge über keine Persönlichkeit, die sich allen an­reich an der vorbildlichen Haltung der Schweiz ein ^eng im ^tikonii^en Stadtviertel die Nach- deren aufdränge, so daß es nicht an Kandidaten

Beispiel nehmen, die 1871 die 92 000 Mann d-r «m Freitag m ^ «mschen Donner« ^^ündet. fehle. Die Wahl 'eines nichtitalienischen .Papste;

Armee B°urb->k>°> trotzi der ihr darau-h darauf folgten di- übrigen Kirchen könne für °uogrichl°ss-n gelten ebenso d>e -m«- der

lingen befinden sich ja auch Tausende hochit unzu- den ni rang >vatikanischen Stadtviertels, von Geburt und Erziehung, hat seine Laufbahn verlässiger Elemente, die sich in aller Herren Lande Ponzep s Ableben Pius XL ganz im diplomatischen Dienst des Vatikans ge-

für den Kampf gegen Franco anwerben U-b-n und Borg-> w«Mort non Mm an ^cht. Er war N u'n t i u s i n B e r l i n und War-

nun, wo dieser Krieg für sie vorbei is^ einen ge beuochnchttyt w rde wertergegeben. Musso- schau und steht im 61. Lebensjahr. Kardinal Costa sährlichen Faktor der Unruhe b-Wen Eden so- die Mwn^gen ^eyo^en^em Vatikan benach-! stammt aus Venetien und hat sich stets in der Seel- hnfh mnn fip frei Iiefae. Ihre Heimatländer werden tlNi wu g O ____ __er riii« ^nnfnrt bpnnnn (Fr hiirffp

B6rard, der in

Die belgische lieaierungskrisi^.

räumt werden. Bemerkenswert ist, daß der König bisher das Rücktrittsgesuch des Kabinetts Spaak noch nicht angenommen hat.

offenbar den Gedanken aufgeworfen, daß Frankreich sich für die Unterbringung der roten Milizen durch Verwertung der von ihnen ^ beträchtlichen Men­gen mit über die Grenze geschafften Waffen, vor allem der Geschütze, Tanks und Flugzeuge, meist sowjetrussischer oder amerikanischer Herkunft, chad- los halten und, wenn das nicht ausreicht, auf den noch immer bei der Bank von Frankreich depo­nierten Goldschatz der spanischen Nat'.onalbank zu-

_ , r ahon zu

einem starken Flottenstützpunkt ausgebaut haben. 70 Jahre behauptete sich England in dem Besitz der Insel. Erst nach dem amerikanischen Unab-

kollegium.

Heber die voraussichtliche Nachfolge Pius XI. chreibt der gutunterrichtete vatikanische Mitarbeiter

sorge betätigt, die er als Kaplan begann. Er dürfte die meisten Stimmen jener erhalten, die einen Mann der Seelsorge auf dem Papstthron sehen wollen. Kardinal M a r m a g g i stammt aus einer beschei­denen römischen Familie und hat seine Laufbahn

Kunst und Wissenschaft.

Ehrung eines deutschen Künstlers in Rom.

Unter dem Patronat des deutschen Botschafters Und unter Mitwirkung der Hauptstelle für bildende Kunst beim Beauftragten des Führers für die ge­samte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, hat der Leiter der Abteilung für Kultur­wissenschaft des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts in Rom, Dr. Hoppenstedt, in den erweiterten Räumen des Instituts eine Ausstellung von Werken des seit 30 Jahren In Italien und seit 15 Jahren in Rom lebenden Malers Professor Friedrich Stahl, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, er­öffnet. An der Kundgebung des deutsch-italienischen Kulturaustausches zu Ehren des 75jährigen deutschen Künstters nahmen zahlreiche Vertreter des italieni«

als Schreiber im Dienste des Kardinalstaatssekreta­riats begonnen und später den Papst in Bukarest, Prag und Warschau vertreten.

Man spricht auch von Kardinal M a s s i m i, ehe­maligem Dekan des päpstlichen Gerichts, und von Kardinal L a v i t r a n o , Erzbischof von Palermo, Kardinal Schuster, Erzbischof von Mailand und Kardinal F o s s a t i, Erzbischos von Turin, sowie von Kardinal Marchetti Selva^giani, ge-

zösisches Gebiet übergetretenen rotspanischen Mili­zen und internationalen Brigaden entweder Auf­ständische oder marxistische Söldner sind, die im .. L . v« cm . ff ______ - : « U AT_ SR A -

älteren Kardinäle. Am meisten Äussichen hätten der bisherige Kardinalstaatssekretär P a c e l l i, der Erzbischof von Florenz Elia della Costa und der frühere Nuntius von Warschau, Mons. M a r -

sehen Geisteslebens, an der Spitze der Erziehnnns- Wege ge> IMinister Sottai, txil,

Pacelli tjat die ausländischen Regierungen und die apostolischen Nunziaturen auf der ganzen Erde von dem Ableben des Papstes unterrichtet.

Im Totengemach, in dem die päpstliche Nobelgarde Ehrenwache bezogen hat, haben die Aerzte am Frei- tagmittag die Leiche einbalsamiert, ; Präfekt der Zeremonien, TOfgr. R-Ipighi bekleidete sie mit den päpstlichen Prunkgewändern, der Bildhauer Mi- struzzi fertigte die Totenmaske an. Die Leiche Papst P'us' XI. wurde am Nachmittag in der Sixtini­schen Kapelle aufgebahrt. Am Samstagnach­mittag wird Pius Xi. in die P e t e r s k i r ch e zur öffentlichen Aufbahrung übergeführt. Wahrend des Vormittags wurden an zahlreichen Altären der Peterskirche sowie in sämtlichen Kirchen Roms und Italiens Totenmessen gelesen. Das Publikum wird neun Tage lang Gelegenheit haben, an der Bahre vorüberzuziehen. Nach Ablauf dieser Frist wird Pius XI. in der Peterskirche in einer Gruft neben dem Grabe Pius X. beigesetzt werden.

Der Camerlengo hat im Thronsaal die erste Be­sprechung abgehalten, und zwar mit dem Kardinal­dekan Belmonte, dem Leiter des Bischofsordens, dem Kardinal Ascalefi, dem Leiter des Prie­sterordens, und dem Kardinal Caccia Domi­nion!, dem Leiter des Diakonenordens. An der Versammlung nahmen auch der Sekretär des Kar- dinalkolleHlums, Msgr. S a n t o r o , und der Prä­fekt der Zeremonien, Msgr. Respighi, teil. Es wurden die ersten durch das Ableben des Papstes bedingten Beschlüsse gefaßt. Der Gouverneur der Vatikanstadt, Msgr. Serasini, und der Ober­kämmerer, Msgr. Arborio M e l l a , haben sich dem Camerlengo zur Verfügung gestellt. Zwischen dem fünfzehnten und achtzehnten Tage nach dem Ab­leben des Papstes, also zwischen dem 25. und 28. Fe­bruar, wird das Konklave der Kardinäle versammelt werden. Während des Konklaves finden täglich in der Sixtinischen Kapelle vier Abstimmun­gen zwei vormittags und zwei nachmittags statt, bis einer der Kandidaten die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erhält. Während seines Ponti­fikats hat Pius XI. 71 Kardinäle kreiert, von denen 52 noch am Leben sind. Diese bilden zusammen mit 10 noch von seinen Vorgängern, Benedikt XV. und Pius X., ernannten Kirchenfürsten das Kardinals-

Zwei Todesurteile gegen Mitglieder der Eisernen Garde.

Bukarest, 10. Febr. (DNB.) In dem großen politischen Prozeß gegen 59 Mitglieder der ehe­maligen Eisernen Garde fällte das Klausenburger Militärgericht heute mittag das Urteil. Der 24jäh- rige Student Aurel Dasco und der 22jährige Stu­dent Jon Pop wurden zum Tode verurteilt, der Student Atofani zu lebenslänglicher Zwangsarbeit. Weitere 34 Angeklagte erhiel­ten Gefängnis- ober Kerkerstrafen von einem Mo­nat bis zu zwölf Jahren. Elf Angeklagte wurden zu Geldstrafen verurteilt und weitere elf freige- sprochen. Die beiden Todesurteile erfolgten wegen versuchten politischen Mordes auf Grund der neuen Verfassung vom Februar 1938, die dem Ministerrat das Recht verleiht, für politische Anschläge auf begrenzte Zeit die Todesstrafe ein­zuführen, was im Mai vorigen Jahres für ein Jahr erfolgte. Die beiden zum Tode Verurteilten sind zusammen mit dem zu lebenslänglicher Zwangs­arbeit verurteilten Studenten Atofani die geistigen Urheber des am 28. November 1938 erfolgten An­schlages auf den RektorderKlaufenvurger Universität Stefanescu-Goanga, wobei der Rektor schwer verletzt und ein ihn begleitender Po­lizeiagent getötet wurde. Die beiden Studenten, die den Anschlag tatsächlich a u s g e f ü h r t hatten, wur­den zu schwerem Kerker verurteilt, und zwar Dumitru U tz a zu zwölf und Andritzoi zu sieben Jahren. Die Verurteilung der übrigen Angeklagten, unter denen sich Vertreter aller Bevvlkerungsschichten sinden, erfolgte wegen Herabsetzung der nationalen Symbole, wegen Bombenanschlägen auf öffentliche Gebäude und Anstiftung zum Aufruhr.

erklärt. Sie stellt den Versuch einer Sozialordnung auf ständischer Grundlage bar. Auch hier finb die Verhältnisse längst weitergeschritten, da bie jungen Nationen in ber Volksgemeinschaft bie höchste Form bet volklichen Orbnung gefunben haben. Die unenb chiebene Haltung bes Vatikans gegenüber geistigen Umwälzungen ist die Ursache, weshalb Papst Pius XI. zum Nationalsozialismus und zum Be- reiungskampf des deutschen Volkes keine positive Stellung genommen, hat. An Versuchen des Dritten Reiches, eine gemeinsame Linie im Kamps gegen alle zerstörenden Kräfte zu finden, hat es gewiß nicht gefehlt. Das Reichskonkordat vom Jahre 1933 ist dafür ein sprechender Beweis. Welche Kräfte hin­ter den Kulissen der Vatikanstadt im gegenteiligen Sinne tätig waren und sind, läßt sich unschwer erraten. Pius XI. hat Wert darauf gelegt, trotz seines hohen Amtes und vorgerückten Alters ein moderner Mensch zu fein. Er war einst Bergsteiger gewesen und hat ein Buch über den Alpinismus verfaßt: er kannte die Bedeutung der Propaganda und stellte den Rundfunk in den Dienst seiner Poli­tik. Seine Regierungszeit aber fiel soweit es sich um das deutsche Schicksal handelt in eine Zeit des Umbruchs, die nicht mit herkömmlichen Maßen zu betrachten war.

Das neue Konklave.

Papst Pius XI. hat verfügt, daß das Kon­klave, also die Versammlung der Kardinäle zu einer neuen Papstwahl, nicht wie bisher innerhalb von neun Tagen nach dem Tod des bisherigen Papstes erfolgen muß, sondern daß dafür eine Frist von 18 Tagen vorgesehen wird, um Öen amerikanischen Kardinälen die Teilnahme zu ermöglichen. Die nächste Papstwahl beginnt also am 28. Februar. Wir wiederholen kurz die Einzelheiten dieses Wahlaktes, der schon oft beschrieben worden ist. Die Kardinäle versammeln sich in einem drei Stockwerke hohen Palast am Peters-Platz und wer­den während der Wahlzeit von der Außenwelt ab- geschlossen, können aber Post und auch dringende Besuche erhalten: freilich darf gegenüber Besuchern nicht von der Wahl gesprochen werden. Der neue Papst muß mit einer Zweidritt el-Mehr- heit gewählt werden. Es ist nicht notwendig, daß er aus der Reihe der Kardinäle gewählt wird. Nach jedem Wahlakt, der keine schlüssige Zweidrittel- Mehrheit ergibt, wird in einem Kamin ber Sixti­nischen Kapelle nasses Stroh verbrannt, das dunk­len Rauch gibt: nach erfolgter Papstwahl wird aber trockenes etrof) verbrannt, dessen weißer Rauch den beendeten Wahlakt anzeigt. Seit dem Jahre 1522 ist kein Nicht-Italiener zum Papst ge­wählt worden. Die Höchstzahl der Kardinäle beträgt 70; doch ist das Kollegium selten vollzählig.

Bis zur erfolgten Papstwahl ist Kardinal-Staats­sekretär Pacelli Camerlengo wörtlich: Kämmerer der römischen Kirche. In dieser Funk­tion erledigt er die unaufschiebbarenlaufenden Geschäfte" des Vatikans. Aber eine alte Ueber- lieferung hat den Umfang dieser Dertretungsgewalt weitgehend beschränkt. In der Zeit vom Tode eines Papstes bis zur Wahl des neuen Papstes ruht gewissermaßen der Geschäftsgang in den vatika­nischen Aemtern. Mit der formellen Anzeige des er­folgten Todes des bisherigen Papstes tritt eine tat­sächliche Unterbrechung in den diplomatischen Bezie­hungen zu anderen Regierungen ein, bie erst im eigentlichen Sinne wieder aufgenommen werden, wenn der neue Papst gewählt ist; selbst innerhalb der innerkirchlichen Geschäfte wird eine Ruhepause eingelegt, die geistlichen Gerichte sprechen fein Ur­teil mehr, iff, es- wird nach Möglichkeit nicht ein-

nalen Unterhändler nach Port Mabcm gebracht und die roten Machthaber vor der Besetzung der Insel fortgeschafft. Dabei sind weder bei dieser Aktion noch beim Vorrücken der katalanischen Armeen Francos an die französische Grtnze italienische Freiwilligen-Kontingente eingesetzt worden, und der italienische Außenminister Graf Ciano hat auf eine besorgte Anfrage aus London dem britischen Bot­schafter wiederholt, daß bie italienifcben Freiwilli­gen zurückgezogen würben, sobald ber spanische Bür­gerkrieg burch einen völligen Sieg Francos be­endet sei. Daß hierbei die Betonung auf dem Wort völlig" liegt, ist selbstverständlich und sollte die Regierungen Frankreichs und Englands zu der Ueberlegung veranlassen, wieviel sie selbst dazu tun können, diesen nun wohl auch von ihnen als unab­wendbar erkannten Zustand herbeizuführen. Allzu lange haben sie ihr Interesse ausschließlich der falschen Seite zugewandt, um nun meinen zu kön­nen, wenn sie jetzt General Franco ihre wirtschaft­liche Hilst antrügen, ihre Doppelzüngigkeit verges­sen zu machen. Die Zeit, mit der längst überfälligen Anerkennung Francos politische Geschäfte machen zu können, ist vorbei. Spaniens nationale Unab­hängigkeit ist. gesichert, gleichgültig, wann Frank­reich und England sich entschließen, ihre Botschafter nach Burgos zu entsenden. Nur ein vorbehaltloses und nicht an Bedingungen geknüpftes Zusammen­wirken zur schnellen Beendigung des Bürgerkrieges durch Aufgabe des roten Widerstandes kann den beiden Westmächten die von ihnen erstrebte Herstel­lung normaler Beziehungen zu Spanien erleichtern.

Dr. Fr. W. Lange.

Die ganze Grenzlinie in ranco* Hand

Bilbao, 10 Febr. (DNB.) Arn Freitag setzte die 5. Navarradivision im Küstenabschnitt ihre Operationen fort. Sie erreichte ebenfalls die französische Grenze und besetzte Port Bau. Gleichzeitig drang bie Maestrazgo-Armee auf den Grenwrt Puigcerda vor und besetzte ihn. Da­mit ist die ganze französische Grenze mit den drei rpichtigen Üebergangsstellen Puigcerda, Perthus und Port Bou in nationaler Hand. Negrin und del D a y o sind von Alicante kommend in Va­le n c i a eingetroffen, wo sie mit demGeneral" Miaja zusammenkommen werden.

genmärtig Vikar von Rom, einem Mann von großer Tatkraft, der Ingenieur war, bevor er Priester wurde. Ferner werden als Kandidaten Kardinal Fumasoni B i o n d i, Präfekt des Missionswesens, Kardinal T e d e s ch i n i und Kardinal M a g l i o n e, die Nuntien von Madrid und Paris, und endlich Kardinal S a l o 11 i genannt.

Das Beileid des Führers.

Berlin. 10. Febr. (DNB.) Aus Anlaß bes Ablebens des Papstes Pius XI. lieh bet Füh­rer burch ben Slaalsminister unb Ehef ber Prä- fibialkanzlei, Dr. 7N e i h n e r, bem Apostolischen Nuntius Monsignore Orsenigo sein Beileib aussprechen. Der Reichsminister bes Auswärtigen von Ribbentrop, begab sich in Begleitung bes Chefs des Protokolls, Freiherrn von Dörnberg, in die Apostolische Nuntiatur unb sprach dem Apostolischen Nuntius seine unb ber Reichsregierung Anteilnahme zum Ableben bes Papstes Pius XI. aus. Die Präsidialkanzlei, bie Reichskanzlei, bas Auswärtige Amt unb ber Reichstag haben heute in ber üblichen Meise halbmast geflaggt.

Die Teilnahme Italiens.

Rom, 10. Febr. (Europapreß.) Aus Anlaß des Ablebens Papst Pius XI. hat der König und Kaiser von Italien eine achttägige Hoftrauer an­geordnet. Der Duce hat an Kardinalstaatssekretär Pacelli als Kämmerer der katholischen Kirche ein Beileidstelegramm gerichtet. Außenminister Graf Ciano traf Freitagabend in Begleitung des italienischen Botschafters beim Hl. Stuhl in ber Vatikanstadt ein, um dem Kardinalkämmerer per­sönlich noch einmal das Beileid der italienischen Regierung auszusprechen. Gemeinsam mit Kardinal Paoelli weilte Graf Ciano in der Kapelle Sixtina an der Bahre des toten Papstes. Der Große Rat des Faschismus war um 22 Uhr zu einer Sitzung zufammengetreten, die jedoch nur eine halbe Stunde dauerte unib mit Rücksicht auf das Ableben des Papstes nach einer Beileidskundgebung auf kommenden Mittwoch vertagt wurde.

Pius XL

Als am 6. Februar 1922 Ambrogio Damiano Achille Ratti, Kardinal-Erzbischof von Mailand, durch das Konklave zum Papst gewählt wurde, war er 65 Jahre alt. Seitdem hat er 17 Jahre Jem Amt an der Spitze der römisch-katholischen Kirche geführt und fast bis. zum Schluß des Lebens eine starke körperliche Rüstigkeit bewiesen. Der frühere Papst Pius X. galt als der Urheber kirchlicher Reformen. Benedikt XV. sah sein Pontifikat durch die Wirren des Wellkrieges umdüstert. Pius XI. aber muß m erster Linie als politischer Papst betrachtet werden. Sein Werdegang deutete darauf hin. Aus einer Fabrikantenfamilie Oberitaliens stammend, hatte der Theologe die übliche Stufenleiter der priester­lichen Laufbahn bald durchmessen. Er war dann über 12 Jahre als Bibliothekar im Vatikan und vier Jahre in diplomatischer Eigenschaft in Polen tätig. Seine Vorliebe für die Wissenschaften unb bie poli­tische Aktivität haben ihren Ursprung in bieser Lauf­bahn. Der Papst beherrschte auch die beutsche Sprache.

Das Bestreben Pius XI. ging barauf hinaus, ben Einfluß unb ben Bestand ber römisch-katholischen Kirche in allen Weltteilen unb Länbern zu festigen. Er war am Schluß bes Krieges als Beauftragter ber Kirche in den Abstimmungsgebieten des deut­schen Ostens tätig gewesen und dann Nuntius in Warschau. Don dort führte ihn fein Weg als Erz­bischof nach Mailand. Er kannte also die Verhält­nisse in Osteuropa aus eigener Anschauung unb machte sie als Papst durch den Abschluß zahlreicher Konkordate mit den östlichen Staaten nutzbar. Auch in Deutschland gelang es ihm, die Verhältnisse zum Abschluß von Staatsverträgen mit den einzelnen Ländern auszunutzen. Darüber hinaus schloß Pius XI. mit dem faschistischen Regime einen Ak­kord, der jetzt auf 10 Jahre zurückblickt, bie sog. Lateranoerträge von 1929. Sie bebeuteten insofern ein geschichtliches Ereignis, als barmt bie katholische Kirche ihren Anspruch auf das Gebiet des früheren Kirchenstaates aufgab; dafür erhielt der Papst in der Vatikanstadt eine Residenz mit eigener Souve­ränität. Anderseits hat der Faschismus an dem Vorrang ber vaterlänbifchen Jugenderziehung nicht rütteln lassen. In letzter Zeit haben sich bie Stim­mungen getrübt, als ber Papst gegen bie Rasse- gesetzgebung bes Faschismus eine ablehnenbe Stel­lung befunbete. Die politischen Ziele bes Papstes gingen aber noch weiter. Seit 1924 trat eine Ent­spannung in bem Verhältnis zu Frankreich ein, mit England wurden freundliche Beziehungen ange- knüpft, ber Katholizismus in Amerika würbe akti­viert unb bie Eucharistischen Kongresse in Buenos Aires unb Manila würben Demonstrationen bes weltpolitischen Willens bes Papsttums. Der Gedanke einer Union ber lateinischen mit ben orientalischen Kirchen ist von Pius XI. stets gefördert worden. Er ernannte auch Farbige zu Bischöfen der Kirche.

Der Papst ist der eigentliche Gründer derK a - tholischen Aktiv n", bie bas programmatische Ziel erhielt, alle ßänber mit bem Geiste bes katholi­schen Kirchentums zu erfüllen. Daraus ergaben sich naturgemäß gewisse Gegensätze, besonbers zu bem faschistischen Staate. Es zeigte sich aber auch, baß in der modernen Zeit die Totalität beim Staate liegt, nicht bei der Kirche. Als Grundlage für ein neues Gesellschaftsleben wurde bie EnzyklikaQuadrage- simo anno (Im 40. Jahre") vom 15. Mai 1931

(fgreifen solle. .,, , . ,

Wie Franco barüber denkt, ist noch nicht bekannt geworben, aber es ist kaum anzunehmen, baß er daran interessiert sein wirb, benstlben Franzosen jetzt aus ihrer Verlegenheit zu helfen, bie burch ihre Einmischungspolitik unter bem Volksfrontregnne alles getan haben, den Bürgerkrieg zu verlängern unb ihm den Sieg streitig zu machen. Frankreich hat dies Schaukelspiel ja bis in die jüngsten Tage fortgesetzt, denn während es durch Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zur nationaispanischen Regierung in letzter Minute Anschluß an bie Tät­lichen sucht, haben die aus Barcelona geflohenen roten Machthaber, mit Diplomatenpässen ausgerü­stet, auf französischem Boden Herumreisen können, um die Fortsetzung des Kampfes gegen Franco zu organisieren. Darüber scheint man sich allerdings im roten Hauptguartier nicht einig zu fein. Während ber ehemalige Präsibent ber Republik Azana unb der Präsident ber katalanischen Generalidad Com­panys anscheinend dafür einget/eten finb, ben nach bem Verlust Kataloniens völlig sinnlos gewor­benen Widerstand aufzugeben, sollen der rote Re­gierungschef Negrin unb fein Außenkornrnisfar bei Dayo sich für eine Fortsetzung bes Kampfes ausgesprochen haben. Negrin, dessen Regierungssitz auf ber spanisch-französischen Grenze in ben letzten Häusern von Le Perthus dank bem schnellen Vor­rücken ber Franco-Truppen eine Eintagsepisobe blieb, hat sich im Flugzeug nach Alicante be­geben, wohl um von bork ben in Mabrib das Kom­mando führenden roten General Miaja zu einem letzten verzweifelnden Widerstand zu ermutigen.

Damit wendet sich der Blick auf dieses Reststuck der roten Derteibigungsfront, dos nur noch an- nähernb ein Fünftel Gesamtspaniens umschließt, freilich mit der Hauptstabt Madrid die wichtiaen Hafenstädte Almeria, Cartagena, Alicante und Va­lencia. Es wird alles darauf ankommen, ob die Zertrümmerung der roten Katalonien-Armee, ber ja auch ein vollständiger moralischer Zusammenbruch war, in ihren Auswirkungen hinreicht, bem roten Oberbefehlshaber von Mabrib die Sinnlosigkeit einer Fortsetzung bes Kampfes klarzumachen. Da bie von Miaja Immer wieder versuchten Entlastungsoffen- siven an ber Estremaburafront ohne jeden Erfolg blieben, obwohl Franco bie Mehrzahl seiner Trup­pen in Katalonien eingesetzt hatte, wirb man sich in Mabrib keinerlei Täuschung barüber hingeden kön­nen, baß es ein hoffnungsloses Unterfangen fein mühte, ben nun im Norben freigeworbenen natio­nalen Armeen ben Endsieg streitig machen zu wol­len. Es könnte sich nur darum handeln, bie Greuel bes Bürgerkrieges zu verlängern und in Gebiete zu tragen, bie zum Teil bislang noch davon verschont geblieben finb. Auch auf Hilfe von außen können Negrin unb Miaja nicht mehr rechnen, sobald Frank­reich unb England ben Weg nach Burgos gefunben haben. In London denkt man anscheinend daran, öen letzten roten Machthabern goldene Brücken zu bauen. Dabei soll wohl die Uebergabe M i - norcas als Vorbild dienen.

Diese östlichste der Balearen-Inseln hat, wie früher schon in ben Beziehungen Spaniens zu ben übrigen Mittelmeermächten, auch im spanischen Bür­gerkrieg eine besondere Rolle gespielt. Minorca ver­dankt bies Interesse vor allem seiner Lage auf bem Seeweg von Marseille nach Algier. Frankreich ist baher in steter Sorge, bah von bieser Insel aus eine fremde Macht die französische Verbindungs­linie nach Nordasrika bedrohen konnte. Daß Mi-

richtigt. Der Polizeipräfekt von Rom hat sofort einen umfassenden Ordnungsdienst auf dem Pe- tersplatz und in der Umgebung bes Vatikans an- aeorbnet. Unaufhörlich kommen eiligen Schrittes bie Karbinäle, Bischöfe unb Prälaten, ferner Dip

norca tatsächlich einmal in frembem Besitz war, freilich in englischem, unb zu einer Zeit, als Frank­reich noch fein machtpolitisches Interesse an ber Verbinbung mit Norbafrika hatte, macht bie Lage für die Franzosen nicht tröstlicher. Nach dem spa­nischen Erbfolgekrieg war Minorca nämlich feit 1713 in ben Hänben der Engländer geblieben, bie ben ausgezeichneten Hafen Por

hängigkeitskrieg, in ben neben Frankreich auch Spanien eingriff, konnte letzteres 1783 bie Insel Minorca zurückgewinnen. Wir berichteten gestern schon, baß Minorca in biefem spanischen Bürger­krieg nach bem Scheitern bes Aufstandes bes Mi- litärgouverneurs der Insel in den Besitz der Roten geriet, die sie mit ausländischer Hilfe mit modernen Befestigungsanlagen versahen. Frankreich und Eng­land, einig in dem Wunsch, den italienischen Einfluß im westlichen Mittelmeer zu beschränken, zeigen das größte Interesse daran, zu verhindern, daß die In­sel von den italienischen Freiwilligen Genera! Francos besetzt würde, was sie besonders befürch­teten, da das benachbarte Mallorca in nationalspa­nischem Besitz war.

Obwohl Italien in den Präliminarien zum Oster- oertrag mit England im vergangenen Jahr aus» drücklich zugesagt hat, bie Integrität Spaniens ein­schließlich ber Balearen-Inseln unb Spanisch-Ma­rokkos zu achten, ist ber Argwohn in Lonbon doch so übermächtig gewesen, daß man es für zweck­mäßig gefunden hat, sich bei ber Besetzung Minor- cas durch die Truppen des Generals Franco ein- zuschalten. Ein englischer Kreuzer hat einen natio»

Brüssel, 10. Febr (DNB.) König Leo­pold hatte mit bem bisherigen Ministerpräsidenten Spaak eine Unterredung. Der König soll Spaak ersucht haben, zusaminen mit anderen Persönlichkei­ten eine beruhigende Lösung ber Affäre Martens, bie bie Ministerkrise ausgelöst hat, zu suchen. Man vermutet, baß bie Beibehaltung bes Ministeriums Spaak angestrebt wirb. Zu diesem Zweck müssen bie Streitigkeiten wegen. ber Ernennung von Professor Martens zum Mit- glieb ber flämischen Akademie ahs bem Wege ge.!

halb man fie frei ließe. Ihre Heimatländer werden auf bie Rückkehr bieser marxistisch verseuchten JBri> ganten wohl meist keinen Wert legen, unb m Frankreich würben sie bet ben bestehenben starken sozialen Spannungen balb eine bebenkliche inner- ä'±a$mui,iri9emaSm,L W» in den Ba-

® Ht fert:a werden wird, tikan, wo päpstliche Gendarmen den Ordnungs-

ü °na»°aar'n?ch°a^ ufehL «u*ne bienft verfehl sC Siplomate. m Dr-

und diese scheint das Kabinett Daladier nats-Saal von bem Sektlonschef bes Kardinal- wr&sr'.-w

»ssesm mss saras»

SSI®