Ausgabe 
11.1.1939
 
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Aus -en Gießener Gerichtssälen

Durch Fahrlässigkeit und Sorglosigkeit, Unksnnj,

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mitverschlungen werden.

28. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten!)

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Angeklagten wegen übler Nachrede und verleumde­rischer Beleidigung zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten und einer Woche Gefängnis. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß die Amtsführung des Ortsbeauftragten nicht die leisesten Zweifel an seiner Ehrlichkeit und Korrekt­heit habe aufkommen lassen. Er müsse als ehrenamt­licher Helfer einer großen sozialen Einrichtung ganz besonders gegen derartige unberechtigte Angriffe ge­schützt werden. Aus diesem Grunde sei eine ganz empfindliche Strafe am Platze gewesen.

Lieferanten erhobenen Vorschuß nicht abgeliefert, sondern sich ungerechtfertigt angeeignet zu haben. Der von dem Angeklagten versuchte Wahrheitsbeweis mißlang kläglich, denn die Beweisaufnahme ergab einwandfrei die Haltlosigkeit der Behauptungen des Angeklagten. Ihm war es mit seinem verwerflichen Vorbringen nicht darum zu tun, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen, sondern den Ortsbeauftrag­ten aus rein persönlichen Gründen gesellschaftlich und politisch unmöglich zu machen. Das Gericht ging des­halb nach einftünbiger Beratung über den Antrag der Amtsanwaltschaft hinaus und verurteilte den

Liegenden heftige Fußtritte versetzt. Der Angeklagte konnte in der gestrigen Beweisaufnahme überführt werden. Er erhielt eine Gefängnis st rafe von zwei Monaten.

Keine Streichhölzer in Kinderhände?

Dringende Mahnung an die Eltern.

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** Verkehrssünder. Die Polizei sch; in der Zeit vom 23. Dezember 1938 bis 5. Jam

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 12. Januar.

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Von der Pressestelle der Ludwigs Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Pro­fessor für Deterinärhygiene und Tierseuchenlehre Dr. Karl Beller an unserer Universität ist zum 1- Januar 1939 an die Deutsche Gesellschaft Züchtungskunde berufen worden.

Hundehaltung, wie sie sein soll!

Ratschläge zu zweckmäßiger Fütterung.

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ßen sind von glitschigem Matsch überzogen. Da heißt es gute wasserdichte Schuhe und Stiesel tragen! Sonst aibt es nasse Strümpfe, nasse Füße unbi kranke Leute. Nichts ist so ungesund wie schnee- uni eiswassernasse Strümpfe und kalte Füße.Füße, warmhalten" ist eine alte Gesundheitsregel. Das« gilt in erhöhtem Maße für die Jugend, die besowl ders leicht empfänglich ist für alle möglichen Qsr-fl kältungen. Eltern, ermahnt daher eure Kinder, nasse Schuhe und nasse Strümpfe rechtzeitig zu wechseln!, Ihr bewahrt sie dadurch vor heimtückischen Krank-! heilen, spart Sorgss, Arzt und Apotheke.

Warnungen.

LPD. Füße warmhalten eine alte Gesundheitsregel! Des Winters erste Kälte 1 ist plötzlich durch Tauwetter gebrochen worden. Da- Eis der Flüsse und Bäche ist abgetrieben, die Stro. -

Seine Mutter, deren Wiege in Köln gestanden hatte, würde ihn sicher nach den deutschen Mädeln fragen, und er wollte von Elisabeth erzählen kön­nen, von gemeinsamer Liebe und gemeinsamen Zukunftsplänen.

Wozu bist du in Deutschland, Jung, wenn du nicht einmal eine deutsche Frau mit heimbringst?" So würde sie fragen, seine Mutter.

Und Jago trug sich mit großen Plänen. Das deutsche Geschäft und der deutsche Besitz der Firma waren in den letzten Jahren so sehr gewachsen, daß nch ^ucht gut für einen der Brüder ein ständiger Wohnsitz in Deutschland ergeben konnte. Und die Mutter, die eine echte Kaufmannsfrau war, jede ®orge und jede Freude miterlebend, mit jeder Arbeit vertraut, nach dem Tode ihres Mannes in einem wahren Sinne die Seele des Geschäfts, diese Mutter würde sicherlich Elisabeth willkommen hei­ßen. Ob auch die Schauspielerin?

Jedenfalls, eine Aussprache mit Elisabech tat not.

Er mußte endlich einmal Ernst machen.

ber Treppe traf er Jte, die gerade von Elisabeth kam.

rief sie ihm zu,ber Augenblick ist falsch gewählt!"

.Mas heißt das? Ich will und nmß in den nächsten Tagen fort und komme erst im nächsten Jahr zurück. Sie weicht mir aus. Was soll das Ganze denn? Ich werde doch noch das Recht haben, mit ihr zu sprechen?"

Jte trägt ein grünes Kostüm mit Pelzbesatz. Sie sicht zwei Stufen höher auf der Treppe und ist nun fast so groß wie Jago.

Recht schon, Jago, aber vom Recht ist hier nicht die Rede, sondern..."

Jago hat seine wilden Augen.

Sondern?" fragt er laut.

Jte streift ihm mit chrem behandschuhten Finger die tiefe Falte zwischen den Brauen glatt.

Schau nicht so böse drein! Ich kann ja nichts dafür! Sondern von Klugheit."

Klugheit? Unsinn! Ich will von der Liebe reden! Und du, Jte, warst es doch, die mich aufgefordert

Große Strafkammer Gießen.

Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Kör­perverletzung (§ 222, 230, 73 StGB.) erschien der H. St. aus Lumda vor der Großen Strafkammer. Der Angeklagte war auf der Baustelle Lumda der Reichsautobahn als Lokomotivführer der Fellrbahn, mit der die Baumaterialien herangeschafft wurden, beschäftigt. Im Frühjahr v. I. rangierte er wieder mit seinem Zuge. Als er mit seinem Bähnchen zu­rückstieß, fuhr er in eine Arbeiterkoloivre hinein, die sich unbemerkt an das Stopfen des Unterbaues gemacht hatte. Bedauerlicherweise wurde dabei der Kolonnensührer F. getötet. Zwei weitere Arbeiter wurden an Kopf und Beinen verletzt. In der gestri­gen Hauptverhandlung wurde eine Reihe von Zeu­gen gehört. Der Vertreter der Anklage stellte die Entscheidung in das Ermessen des Gerichtes. Da sich im Laufe der Verhandlung ergab, daß den Ange­klagten an dem Unfall kein Verschulden trifft, mürbe er «nif Kosten der Reichskasse sreigesprochen.

Vezirksschöffengencht Gießen.

Wegen wibernatürlicher Unzucht (§ 175 StGB.) hatten sich ber O. O. aus Ober-Florstadt unb ber W. K. aus Riesel (Kreis Höxter) zu verantworten. Die Verhanblung fanb unter Ausschluß ber Öffent­lichkeit statt. Das Gericht verurteilte bie betben An­geklagten unter Zubilligung milbernber Umstänbe gemäß § 51 Abs. II StGB, zu einer Gefängnis- strafe von je zwei Monaten. Dem Ange­klagten K., ber aus ber Untersuchungshaft vorgeführt würbe, rechnete bas Gericht drei Wochen Unter­suchungshaft auf feine Strafe an.

Amtsgericht Gießen.

Gestern wurde vor dem Einzelrichter bie Verhanb­lung gegen ben K. Sch. aus Gröningen fortgesetzt. Wie wir bereits berichteten, hatte der Angeklagte nach einem Wirtshausbesuch einen anberen jungen Mann zu Boben geschlagen unb bem am Boden

etwas zum Beißen. Deswegen geben wir ihnen auch Hundekuchen hart und nicht eingeweicht. Grieß, Graupen, Gemüse und Kartoffeln dürfen nur Zu- kost und Abwechslung darstellen. Stark gewürzte Speisen verderben die gute Nase. Auch Kochsalz be­kommt dem Hunde pickt. Junge Hunde brauchen besonders reichlich Fleisch und Kalk. Milch bekom­men sie nur in den ersten Monaten. Vitamine sind im rohen Fleisch enthalten. Zweimal in der Woche ein Teelöffel Lebertran kann, besonders im Winter, mchts schaden. Suppen verursachen lediglich Durch­fälle. Der Iunghund bekommt täglich drei bis vier Mahlzeiten. Dagegen müssen dieälteren Herren" unter den Hunden besonders sparsam gefüttert wer­den. Bei falscher Ernährung bekommen sie chronische Nierenentzündung, Hautjucken und auch Ausschläge. Zuviel Knochen in ihrer Nahrung verursachen hart­näckige Verstopfung.

Wir sehen heute einen Hund nicht mehr als Haus- tier wie Rind und Schwein an, sondern als eine Art vierbeinigen Kameraden. Wenn wir ihn ange­messen und vernünftig füttern, schützen wir ihn vor demHunde-Elend" eines verfetteten Mopsdaseins, das die Hundeliebhaberei eine Zeitlang arg in Ver­ruf gebracht hat.

1938 den örtlichen Beauftragten ber NSV. verächtlich zu machen unb in ber öffentlichen Meinung herabzuwürbigen versucht, inbem er ihm wieberholt öffentlich ben Vorwurf machte, sich W H W.- W u r st angeeignet unb in seinem Haushalt verbraucht sowie als Milchfuhrmann einen für einen Lieferanten erhobenen Vorschuß nicht abgeliefert,

6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froh« Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche uni Haus. 10: Schulfunk.Die schönsten Lieber der Jahres 1938". 11.30: Ruf ins Lanb. 12: Mittags« konzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Aus dem Wintergarten des Festspielhauses in Worms: Musik nach Disch. 15; Für unsere Kinder:Heute erzählen wir uns lustigr Geschichten". 15.30: Die Sache mit bem Blumen-

seines Herzens geraten, unb er wußte nicht ein unb aus. Als er Ites Bewegung sah, sagte er leise:

Du brauchst nicht bange fein!"

Wovor?"

Daß ich dir etwas tue!"

Da reichte ihm Jte lächelnd die Hand, und er küßte sie in Dankbarkeit die Hand, bann fragte er:Also Jte, nun mal ruhig, was hast du gesagt?"

Und hier begann Jte nun zunächst ein ganz nein wenig und bann immer heftiger zu lügen. Oder richtiger: es war nicht einmal lügen: Sie er­zählte zwar anbers, als es in Wirklichkeit gewesen mar, und insofern könnte man es lügen heißen, aber sie traf damit bie Wahrheit näher, als die Wirklichkeit sie getroffen hätte. Denn in Wirklichkeit hatte Elisabeth zunächst gerufen: Aber ich denke gar nicht daran, ich habe genug von diesem Geldmen« scheu, der unsere Sorgen gar nicht ahnt und ber spanischen Tänzerinnen nachläuft! bis ihr Jte alle diese Ausreben, mit benen Elisabeth ihr wun­des Herz zu becken versucht hatte, als Ausreden und Blendwerk des Satans erwiesen hatte. Das war gar nicht so einfach gewesen, unb es märe Jte viel­leicht gar nicht einmal gelungen, menn nicht vorher Jte die Strafprebigt Elisabeths geduldig hätte über sich ergehen lassen.

Ich kenne meine Fehler und meine Schatten­seiten und habe bich vorhin ruhig ausreden lassen", so hatte Jte zu Elisabeth gesagt.Aber jetzt ist es auch einmal an ber Zeit, daß ich dir die Augen über beine Fehler öffne!"

Unb bann hatte Jt? über die Blonden im all­gemeinen gesprochen und schließlich über Elisabeth im besonderen.Und menn biefer Jago nicht gar so ein vornehmer Charakter und anftärtbiger Kerl märe, so mürbe er sich von dir nicht an dieser langen Leine herumfuhren lassen!"

Und dann mar Jte immer klarer und deutlicher gemorden und Elisabech immer kleiner unb beschei­dner. Der Jago ein Geldmensch, ber sich mit feinen Peseten über die Sorgen und Nöten der Deutschen hinwegsetze? Jte wüßte über Elisabeths Gagenoerhältnisse Bescheid unb wußte, daß Jago zahlte, um Elisabeth ben Kampf für ihre Heimat erst möglich zu machen. Sie klärte nicht auf. aber sie mies Irrtümer zurück. Unb ber Jago ein Mädchen- jäger? Gewiß, in Wismar unb am Schweriner See.Ein Jäger nach beinern Herzen, Elisabeth, ber mir oft genug von seiner Liebe erzählt hat und ber es verdient, daß auch du dein Herz mal ein wenig erforschest!" (Fortsetzung folgt.)

Der Hund bekommt nur eine Mahlzeit. Er ist von Natur aus darauf eingerichtet. Auch in der Freiheit kann er sich nicht zum Frühstück, Mittag und Abend etwas fangen, sondern er muß als Raubtier oft zufrieden sein, wenn er nur jeden zweiten oder dritten Tag etwas erbeutet. Als Raub­tiere können Hunde auch nicht von Reis, Gemüse, Brot oder Kartoffelbrei leben. Ihre natürliche und gesündeste Nahrung ist rohes Fleisch, wobei es sich selbstverständlich um Abfälle von Pferdefleisch han­delt. Zuviel Knochen wirken stopfend. Diejenigen, die im Fleisch enthalten sind, werden jedoch gern mitgefressen, besonders menn sie frisch sind. Auch Geflügelknochen kann man den Hunden geben, nur soll man die langen Röhrenknochen des Geflügels beiseite tun. Salzfische sollen sie niemals bekommen; frische Fische und Fischabfälle sind dagegen eine gern begrüßte Abwechslung. Ebenso gut bekommen unseren Hunden ganze Köpfe von Hasen, Kanin-

Einstellung von Fahnenjunkern im Herbst 1940.

Gesuche müssen jetzt eingereichl werden.

Das Oberkommando des Heeres macht darauf aufmerksam, daß Bewerber für die Offizierslauf­bahn des Heeres, bie als Schüler höherer Lehr­anstalten bis zum Frühjahr 1940 voraussichtlich in den Besitz des Reifezeugnisses gelangen, ihr Be­werbungsgesuch um Einstellung als Fahnenjunker im Herbst 1940 bereits jetzt in der Zeit vom 1. Januar bis 30. April einreichen müssen. Spä­ter eingehende Gesuche können nur in begründeten Fällen berücksichtigt werden.

Alle Einzelheiten, die bei ber Bewerbung zu be­uchten sind, enthalten die Merkblätter für ben Offi­ziernachwuchs bes Heeres, die bei allen Truppen­teilen und Wehrersatzdienststellen erhältlich finb.

Jedes deutsche Haus lustschutzbereit!

Lpd. Der Präsident des Reichsluftfchutzbunbes, Generalleutnant von Roques, stellt in einem Auf­ruf an die Amtsträger des Reichsluftfchutzbunbes die vordringlichen Luftschutzaufgaben des neuen Jah­res hervor. Die Krisenzeit des September habe auch dem letzten Volksgenossen die Augen offnen und ihn von der Notwendigkeit der Selbstschutzmaßnahmen im Luftschutz überzeugen müssen. Wir hätten aber gesehen, wie mit dem Abkommen von München, bas den Frieden sicherte, auf einmal bei ungezählten Volksgenoffen der Luftschutzwille plötzlich wie eine Seifenblase zerplatzt war. Diesen müsse klargemacht werden, daß nur der ben Frieden erhält, der aufs höchste zum Kriege gerüstet ist. Unb zu dieser Rü­stung gehöre auch ber Luftschutz-Selbstschutz. Ganz besonderer Wert sei auf Mitarbeit der Frau zu legen. Es dürfe fein Zweifel darüber bestehen, daß im Ernstfälle der ganze Lustschutz-Selbstschutz mit der opferfreudigen Einsatzbereitschaft der deutschen Fran steht unb fällt. Die Losung für bas Jahr 1939 ift: Nicht ruhen und rasten, bis unsere Aufgabe rest­los gelöst ist, die heißt: Jebes deutsche Haus luft­schutzbereit!

Arbeitsbücher für Lehrlinge und Anlernlinge.

Fwd. Wie die kürzlich vorgenommene Arbeitsbuch­erhebung eraeben hat, stimmen die daraus ermittel­ten Zahlen der Lehrlinge häufig nicht mit den von den Handwerkskammern bzw. Industrie- und Han­delskammern übermittelten Zahlen überein. Die Reichsanstalt hat deshalb in einem neuerlichen Er­laß nachdrücklich auf die Arbeitsbuchpflicht hingewie« sen. Der Erlaß weist die Arbeitsämter an, die Er­füllung ber Arbeitsbuchpflicht gegenüber Handwerks­meistern und sonstigen Betrieben auch bei Beschäfti­gung von Lehrlingen unb sonstigen schulentlassenen Jugendlichen unter allen Umständen durchzusetzen. Das gleiche gilt für die Einstellungsanzeigen und die Anzeigen über die Aenderung ber Beschäfti­gungsart. Die Reichsanstalt betont außerdem, baß die Ausstellung ber Arbeitsbücher für Lehrlinge und Jugendliche künftig so beschleunigt werden muß, daß die Arbeitsbücher für Schüler der Frühjahrsentlas- 'fung spätestens Ende April, für die im Herbst aus der Schule ausscheidenden Jugendlichen spätestens Ende Oktober ausgestellt sind. Die Obermeister unb Lehrlingswarte werden gebeten, in den Jnnungsver- sammlungen auf die genaue Beachtung ber Vor­schriften bezüglich der Arbeitsbücher für Lehrlinge wiederholt hinzuweisen. Der Erlaß verwendet erst­malig für die Anlernberufe die neue Bezeichnung Anlernling". Unter Anlernlingen sind Jugendliche zu verstehen, die in den ausdrücklich anerkannten Anlernberufen in einem Ausbildungsverhältnis stehen.

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Roman von Hubert Naufle.

Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München

Jte hob die schmalen Schultern.

Eine eifersüchtige Frau glaubt alles. Und Eli­sabeth ist eifersüchtig; eifersüchtig, weil sie verliebt ist. Und verliebt in dich, mein verehrter Jago!"

.Jago saß stocksteif still, wie der steinerne Gast seiner spanischen Heimat. Er hörte die Engel fingen. Aber er glaubte den Gesang noch nicht. Eine feine Röte stieg ihm in fein braunes Gesicht, unb seine blauen Augen würben sanft wie die eines Kindes.

Jte!" sagte er, und seine große Hand suchte bie schmale braune vor ihm auf dem Tisch. Jte ließ sie ihm und schickte nur einen suchenden Blick zu den Nachbartischen.

Zerdrück sie nicht!" sagte sie.Sie gehört mir!" ,Jst es denn wahr?"

Jte nickte nur, beugte sich vor, löste ihre Hand und strich ihm einmal liebkosend übers Haar.

Doch, Jago, es ist wahr? Ich kenne eure ganze Liebesgeschichte vom ersten Tag an. Du hast mir aU deine Sorgen erzählt, und Elisabeth mir die ihren. Ich habe alles werden unb wachsen sehen. Ich kenne bein Herz unb kenne bas ber Elisabeth. Jetzt endlich ist es soweit. Ich weiß ganz genau, was ich sage: Sie hat dich lieb, so wie bu sie liebst."

Zahlen!" schrie Jago.

Das Fräulein mit der weißen Schürze machte ein ängslliches Gesicht. Jte schüttelte den Kopf unb lachte sie beruhigend an. Er beißt nicht, hieß das, und mit dem Zahlen hat's noch Zeit.

Ich muß natürlich zu ihr!" sagte Jago.

Nein", sagte Jte,bas mußt du gar nicht. Sie hat dich nicht nur furchtbar lieb, sondern sie ist auch furchtbar wütend auf dich. Ich würde dir wirklich nicht raten ..."

Wütend?" Jago macht ein ganz seltsames Gesicht.

Ja, sehr sogar. Liebe äußert sich oft aus bie komische Art und Weise. Und Elisabeth hat heute, so glaube ich, ben Zustand ihres Herzens selbst erst ganz richtig erkannt. Wie sie gar so gegen dich wetterte, da habe ich sie plötzlich unterbrochen: Aber du liebst ihn ja!, Elisabech!"

Hast bu?" sagte Jago. Er schob dem jungen Mädchen, das sonst Trinkgelder nicht nahm, einen funkelnagelneuen Tausendmarkschein in die Hand unb winkte ab.Danke, es stimmt ganz genau!" Die Kleine legte ben neuen Schein mit freudigem Herzen in ihre Tasche.

Wirklich, hast bu bas gesagt?"

®r wollte mieber Ites Hand ergreifen, aber sie gog sie schnell zurück. Am liebsten hätte er bie ganze Jte in seine Arme genommen unb gründlich geküßt. Er war in eine große und gewaltige Verwirrung

Teil des dortigen Baugeländes überschwemmt, so daß sich bie Arbeiter für einige Zeck in ihrer Wirksame!! gehemmt sehen.

Auch von allen anderen heimischen Fluß- und Bachläufen wird hoher Wasserstand gemeldet.

Don ber Universität Gießen.

DNB. Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit häu­fen sich in letzter Zeit in auffallender Weise Mel­dungen über Brände, die von Kindern durch Spie­len mit Streichhölzern usw. verursacht werden. In den letzten zehn Jahren sind in Deutschland durch Brandunglücksfälle dieser Art 10 500 Kinder ums , . . - - r- - -- - Leben gekommen. Täglich entstehen durchschnittlich

chen urtb Wild. Federn und Haare können habet 13 solcher Brände, meistens durch Spielen mit Streichhölzern. Daneben bilden noch umgeworfene Unsere vierbeinigen Hausgenossen brauchen Petroleumlampen und Kerzen, brennende Äiaaret-

hat, endlich aus dem guten Verehrer ein richtiger Liebhaber zu werden!"

,Komm!^ sagte Jte. Und nimmt Jagos Arm und zieht ihn wieder die Treppe hinab.

Natürlich sollst du Liebhaber werden wir Frauen wollen bas immer, wir Frauen alle, ob blond oder schwarz, aber natürlich nicht bei der Falschen!"

Was heißt bei der Falschen?" 1

Zum Beispiel bei der Argesilla?"

Jago macht ein sehr böses' Gesicht, er reißt zwei tiefe Furchen zwischen die Brauen und kämpft hin­ter dieser Front eine leichte Verlegenheit nieder: wußte man von jenem Tanzabend im Adlon, den er törichterweise verschwiegen hatte? Und warum hatte er ihn eigentlich verschwiegen? Er blitzte Jte mit bitter bösen Augen an:

Das ist doch Blödsinn!"

Jte machte ein harmloses Gesicht und zuckte die Achseln.

Ich weiß nicht. Ich bin nicht Jago, Gott sei Dank! Ich weiß nur, daß man Dummheiten immer eingestehen soll. Ich sage z. B. immer die Wahrheit und fahre soaar gut dabei."

Und ich sage auch die Wahrheit meistens wenigstens unb komme dabei in den schiefsten Verdacht!" brummte Jago.

Das ist bedauerlich , sagte Jte.Aber daran trage ich keine Schuld. Jedenfalls bist du im Augen­blick nicht für Elisabeth geeignet Komm mit, ich er* zahle dir warum unb weshalb, denn auch mir hat sie vorhin eine schöne Straf predigt gehalten!"

Dir? Warum?"

Weil sie mich für ähnlich treulos hält wie dich!" Bei dir stimmfs ja auch", sagte Jago. Und dann rächte er sich: M bin, Gott sei Dank, nicht Jte."

In einer Konditorei saßen sie wie ein heim­liches Liebespaar beisammen.

Nun erzähle, Jte. Und denk daran, daß ich in wenigen Tagen verreisen muß. Ich hoffte, zu Weih­nachten meine Entscheidung in der Tasche zu haben, hoffte zur Mutter als Bräutigam zu kommen. Am liebsten nahm- ich ja Elisabeth kurzerhand mit nach Madrid!" y

Wenn bas ginge!"

gort aus Klatsch unb Tratsch und aus ber Un­ruhe unb Hetze dieser gepeitschten Stadt Kein Wunder, wenn die lächerlichsten Gerüchte geglaubt werden. Hast bu gelesen, daß ich ein Hauptaktionär

Theaters fein soll, mit maßgebendem Einfluß auf Spielplan und Engagement?"

Ich habe es gelesen, unb Elisabeth auch!"

»Aber sie glaubt es doch nicht!"

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tenftummel, Feuerzeuge, Explosionskörper aller Ali usw. in Kinderhand die Ursache großer Schoby, feuer.

Wer ist ber größte Feind unserer Haushunde? Sicherlich bie übermäßige unb unvernünftige Liebe ihrer Besitzer. Sie glauben, baß ein Hunb etwa die­selben Portionen bekommen müßte, wie ein Mensch. Kommt bann noch zu wenig Bewegung, besonders bei Hunden in der Stiadt, hinzu, so stellt sich das Ergebnis dieser falschen Ernährung bald in ber Sprechstunde des Tierarztes ein.

Welches sind die richtigen Futtermen- gen? Darüber schreibt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes: Ganz große Hunde, wie Bern­hardiner, Doggen, Neufundländer, vertilgen 1 bis 1,5 kg am Tage. Die mittelgroßen, also die Schäfer­hunde, Dobermänner, Airedaleterrier, Jagdhunde, fressen 400 bis 500 g; Dackel, Zwergspitze, Skyl- terrier und alle übrigen Kleinhunde nur 200 bis 300 g täglich.

Gefängnis für Verleumdung eines Beauftragten der 7!GV.

§ Ulrichstein, 10. Ian. In der heutigen Straf­sitzung des Amtsgerichts kam u. a. eine Strafsache gegen den H. B. aus Babenhausen II zur Verhand­lung. Der Angeklagte hatte in den Jahren 1936 bis

1939 ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 3 Anzeige und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 5 Anzeigen und 3 ge bührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahren mit 2 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen 23er|

cn 29-9® Wien, ß

6 Uhr: Morgenlieb, Morgenspruch, Gymnastik. Grer. $

30: Früh kontert. 8.10: Kvmnastik. 8.30: ffrnhw jJe5 U BL

topf. Eine heitere Szene von Otto Justus Sander. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: 17: bis 17.10: Am Wasser" von Wilhelm Kahl. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Volkstum und Heimat.Winte?- freuben in ben Bergen." 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugend­bewegung Adolf Hitlers. Du hast bie Pflicht, gesund zu sein. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. Eduard Künneke. 22: Nach­richten. 22.20: Unsere Kolonien:Aufgaben und Ziele der Kolonialschule Witzenhausen." 22.30: Volks­und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2.15: Nachtkonzert.

Freitag, 13. Januar.

6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Morgengymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Einlage: In einer Muster- Lehrlingswerkstatt eines Kasseler Großbetriebes« 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. »Kasseler Leibgerichte." 10: ^chul-

unk. Hirne und Hände am Werk. 10.30: Aus örperlichen Erziehungsarbeit einer Rundfunkspiü» schar der HI. 11.30: Volk und Wirtschaft: »Kassel als Industriestadt". 12: Aus der großen Lokomotio- halle der Henschel und Sohn AG.: In den Domen der Arbeit.Deutsche Romantik." 13: Nachrichten. 13.15: Militärkonzert. Einlage:Kassel, die alle Militärstadt". 14: Nachrichten. 14.15: Schallplattem konzert. 15: Kammermusik. 15.30: Ringel-Ringel- Ringelein. Ein Reigen um Johann Lewalter. 16: Bunter Nachmittag im KasselerStadtpark". 18: Zeitgeschehen im Rundfunk.Die Gauhauptstadt Kassel als kultureller und wirtschaftlicher Mittel­punkt des Gaues Kurhessen". 19:Chasalla". Ein Hörbild um eine tausendjährige Stadt. 20: Nach­richten. 20.15: Aus dem Preußischen Staatstheater Kastel:Tiefland", Musikdrama. 22.40: Nachrichten. 22.50: Das Sportleben in Kastel. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

und Kopflosigkeit, sowie durch NichtbeaAnna Warnungen unb Belehrungen wird viel Elei^ ! und Kummer über Eltern uno > Kinder gebracht Schuld hieran sind größtenteils die Eltern, die es ! entweder an ber nötigen Aufsicht fehlen lassen oder aber solche gefährlichen Gegenstände nicht so sorg- fällig verwahren, daß sie nicht in Kinderhand kom, 11 , men können. Derart sorglose Ellern sind zivil« unL , strafrechtlich haftbar. 11M