Ausgabe 
11.1.1939
 
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Mittwoch, U.Zanuar 1959

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)

Ur. 9 Drittes Blatt

NSG. Die Gaustraßensammlung am kommenden

und Sonntaa bringt diesmal die reiz- ln st Harzabzeichen aus den Werk-

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wenn nicht Niepce, bevor die Erfindung ihren Weg in die Oefsentlichkeit nahm, gestorben wäre Niepce,

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Ännamirl kann auch böhmische Dorfmusik machen. Sie rollt ein Blatt Papier zu einer kleinen Trom­pete, die sie zwischen die Baßsaiten klemmt. So ~ . < r. . ______«aIPa hiöKntlP

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statten der Elfenbeinschnitzer in Erbach im Oden­wald. Acht verschiedene Blütensormen wurden eigens für diese Straßensammlung entworfen.

Es ist erfreulich, daß es schon fast zur Selbst­verständlichkeit geworden ist, alljährlich eine Stra- hensammlung durchzusühren, bei der Erzeugnisse unseres heimischen Kunstgewerbes zu Gunsten des Winterhilsswerkes verkauft werden. Allein der Auf­trag für diese Gaustrahensammlung brachte den Odenwälder Elfenbeinschnitzern, d. h. einigen hundert Kunsthandwerkern, mehrere Monate Arbeit und Brot. Wenn man sich eine Vorstellung davon machen kann oder einmal Gelegenheit gehabt hat, den Arbeitsgang vom Rohmaterial bis zur Fertigstellung eines solchen WHW.-Abzeichens zu beobachten, dann erst kann einem klar werden, von welchem Ausmaße auch der diesjährige Auftrag des Winterhilsswerkes von 9 0 0 0 0 0 Abzeichen an die Odenwälder Elfenbeinschnitzer ist.

Wer also eins ober mehrere dieser Kunstharz- abzeichen kauft, wird einerseits mit ba^u beitragen, daß den vielseitigen Aufgaben des Winterhilfs­werkes weiterhin die notwendigen Mittel zuftießen,

Lahn mit vollen Ufern.

Bei der anhaltend milden Witterung hat nun doch das Eis der Lahn weichen muffen. Der Fluß bietet wieder bas gewohnte Bild er zeigt feine Wasser. Allerdings hat sich der Wasserstand verän­dert. Die Lahn ist breiter geworden, auch fließt sie nicht so gemächlich dahin wie sonst zu Zeiten des Jahres. Die Schneeschmelze hat von vielen Bächen und Gräben so viel Wasser gebracht, daß die Ufer des Flusses ganz ausgefüllt und vbechalb und unterhalb der Stadt auch schon Ueberschwern- mungen der ausgedehnten Wiesen eingetreten sind. Immerhin hat das Wasser noch keine Höhe er­reicht, die als bedrohlich angesehen werden könnte. Lehmig braun wälzen sich die Fluten dahin.

Selbstverständlich bringt auch die Wieseck viel Wasser mit. An der Einmündung zur Lahn dort sind gegenwärtig Bauarbeiten im Gange hat' sie eine stattliche Breite bekommen und einen spondenz, die anfangs von beiden Seiten mit der größten Vorsicht und Zurückhaltung geführt wurde. Nach einigen Jahren vereinigten sie sich jedoch und schlossen einen Vertrag zur gemeinsamen Vervoll- tommnungder von Niepce erfundenen und Da- querre verbesserten Erfindung". Nach dem 1833 er­folgten Tode von Niepce setzte Daguerre die Arbeiten allein fort. Auf silberplattierten, mit Joddampfen getränkten Kupferplatten, die auf diese Weise mit einer dünnen Schicht von Jodsilber überzogen waren, erhielt er durch^Belichtung in der Camera obscura unsichtbarelatente" Bilder, die durch eine Behand­lung mit Quecksilberdämpfen sichtbar gemacht,ent­wickelt", werden konnten. 1839 war Daguerre so weit, daß er feine Erfindung der Öffentlichkeit über­geben konnte. ,,

Selten hat eine Erfindung so rasch die Aufmerk­samkeit der Welt erobert. Zwei französische Natur- Wissenschaftler, der Physiker Arago und der Che­miker Gay-Lussac erstatteten in der Pariser Kammer im Juli und August 1839 ausführlichen und weitschauenden Bericht über das Verfahren, in dem sie sowohl seine wissenschaftlichen Grundlagen : als auch seine Bedeutung für die Zukunft ooll n)ur= : digten. Daguerre wurde zum Offizier der @bren= ; legion ernannt mit einem Ehrengehalt von 6000

Oie bewundernswürdige Erfindung."

Aus den Anfängen der Photographie vor hundert Jahren.

Mädchen aus Böhmen

Don Josef Baur.

Das neue Lugendschuhgesetz

trat am 1. Januar 1939 in Kraft.

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Wir denken heute kaum noch daran, welche Ent­

wicklung notwendig war, um aus den freien Pftan- n der Natur jene Zimmerpflanzen in den Blu-

; -entöpfen zu schaffen, die uns em Abbild des I ühenden Lebens schenken, wenn draußen alles He erstorben scheint. Ein interessantes Stückchen Kulturgeschichte ist damit sicherlich verknüpft, das om Fensterbrett zurückführt in jenes üppige Ur= ?»aldparadies, in dem die Vettern unserer Zimmer- Manzen noch heute in prächtiger Schönheit ge- lrihen. H- w- Sch-

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19.30 bis 21.30 UhrDer Hochver- inter". Gloria-Palast, Seltersweg:Dir gehört mein Herz". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,heute abend Hotel Ritz". Oberhessischer < unstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turm- hus am Brand.

Stadttheater Gießen.

Heute abend findet die letzte Aufführung des SchauspielsDer Hochverräter" von Curt Langen- tecf statt. Spielleitung: Hannes Razum, Bühnen- trid: Kari Löffler.

Einmaliges Gastspiel Harald kreuhberg.

Harald Kreutzberg tanzt am Donnerstag, E Januar, im Stadttheater Gießen. Am Flügel: Friedrich Wilckens. Das einmalige Tanzgaftspiel tmbet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 52 Uhr.

wend für Zitherspiel begeistert. Ännamirl erbietet sich, ihm Unterricht zu geben.

Als es für uns Zeit wird, nach Hause zu gehen, rückt meine Frau damit heraus, daß sie Ännamirl gern einen Tag für sich haben möchte. Es gäbe ,etz so hübsche Trachtenkleider, sagt sie, und Ännamirl solle sich eines aussuchen. Peter und ich schließen uns eifrigst ihrer Werbung an.

Run erfahren wir, daß auch die anderen Ge­schwister Ännamirl schon kennen. Onkel Hans null sie im Auto spazierenfahren und Tante Karola möchte mit ihr Kirchen,^ Museen und Kondtto- "Annamiri^schmiegt ihren dickbezopften Mädchen­kopf an Mutters Schulter. Sie sagt:

Ich geh' recht gern mit euch, allen, aber Mutter!' muß auch mit dabei sein?

Hast schon recht, Ännamirl , sagt Mutter und lächelt,schließlich bist du ja m c i n Kind aus dem Böhmer Wald!"

lßroß mutter habe ein 'fremdes Kind, ein Mädchen, tttroa so alt wie er. . .

Großmutter ist Witwe und lebt allem m einer TKtten kleinen Wohnung. Wir überraschen sie durch dnen Besuch. Das fremde Kind ist ein hübsches Rädchen mit schwarzen Hängezöpfen und klaren illauen Augen. Es ist im Böhmer Wald daheim und hammt aus einer kinderreichen Familie. Der Groß­mutter wurde es für einen Gastaufenthalt anoer-

900000 LHW.-Abzeichen aus dem Odenwald

Oie Elfenbeinschnitzer als Hersteller.

Franks. , . , v r

Kaurn war die Erfindung bekannt geworden, so spaltete die Oeffentlichkeit sich in zwei Lager, von denen das eine die sogenannteDaguer re o t y - p i e" stürmisch begrüßte, das andere sie m die Holle verdammte. Am tiefften waren die Maler erregt, besonders die Porträtmaler, die nicht ganz mit Un­recht einen Einbruch in ihre bis dahin unumstritte­nen Vorrechte befürchteten. Don der Erklärung des berühmten Malers Delaroche, der sich dahin äußerte,daß die bewundernswürdige Erfindung Daguerres 'ein unendlicher Dienst für die Künste fein würde", bis zu der Behauptung:Von heute an ist die Malerei tot." fanden sich alle Urteile ver­treten. Auch in den Zeitungen und Zeitschriften jener Tage wurde das Für und Wider leidenschaft­liche erörtert. Auf jeden Fall aber wurde die Da° guerreotypie in kürzester Zeit große Mode. Für den berühmten Mann, für die elegante Frau der vierzi­ger Jahre gab es nichts Schöneres als einDa- guerreotyp" von sich Herstellen zu lassen, ein auyersr umständliches Verfahren, bei dem der Darzustellende mehrere Minuten regungslos stillhalten mußte. Da­für sind denn auch diese frühesten .Lichtbilder , be-. vor sie durch das heutige Negativ-Positlv.Derfahren verdrängt wurden, von einem ganz ungewolmlichen Reiz auf denen, wenn wir noch solche Darstellun­gen unserer Urgroßeltern in der Familie besitzen, unser Auge mit Entzücken weilt. C. K.

Hitler-Jugend Bann 116.

Stamm 1/116 Gießen.

Am kommenden Freitag, um 20.15 Uhr, findet im Heim der Marine-Hitler-Jugend eine Führer­tagung statt. Es nimmt daran die gesamte Führer­schaft des Stammes 1/116 teil.

Theaterring der Hitler-Jugend.

Heute abend Theaterring der Hitler - Juaend (3. Vorstellung). Zusatzkarten. Es gelangt jur Auf­führungDer Hochverräter", Tragisches Schauspiel von C. Langenbeck. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr.

Bann und llntergau 116 We terau.

Am Montag, 16. Januar, findet die 1. Vorstellung des HI.-Theaterrings statt. Die Vorstellung beginnt um 8 Uhr, zur Aufführung gelangtDer Hochver­räter". Die Karten sind sofort einheitsweise auf der Verwaltungsstelle des Bannes abzuholen.

Bund Deutscher Mädel

2R.- und IM. Untergau Wetterau (116).

Am Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, hält die be­kannte Kunstfliegerin und Europameisterin Liefet B a ch in der Aula der Universität einen Lichtbilder­vortrag über das Thema10 Jahre Kunstflug". Er­mäßigte Karten zum Preise von RM.,30 sind über die M.- bzw. JM.-Gruppe an der Abendkasse zu erhalten.

Glaube und Schönheit"

Werkgruppe II.

Auslandskunde. Donnerstag, 12. Januar, um 20 Uhr Antreten am Heim (Brandplatz).

Straßenbahnwagen mit Anhänger.

ist die Kinderarbeit, abgesehen von den Ausnahmen der §§ 5, 6 grundsätzlich verboten. Diese letztgenann- j ten Bestimmungen regeln die Beschäftigung von . Kindern bei gewissen Arbeiten im Handelsgewerbe, : im Sport, bei Theatervorstellungen, Musikauftüh- ; rungen, Filmaufnahmen usw.

Der 3. Abschnitt des Gesetzes (§ 17 ff) trifft Be­stimmungen über die Arbeitszeit von Jugendlichen. Die tägliche Arbeitszeit eines Jugendlichen darf acht Stunden und die Wochenarbeitszeit 48 Stun­den nicht überschreiten. Nach § 8 ist den Jugend­lichen die zur Erfüllung der gesetzlichen Berufs­schulpflicht notwendige Zeit zu gewähren. Die Un­terrichtszeit in einer Berufsschule ist auf die Ar­beitszeit anzurechnen. Die Erziehungsbeihilfe oder der Lohn ist außerdem für die Unterrichtszeit wei- terzuzahlen. Nach § 11 ist das Gewerbeaufsichtsamt unter gewissen Voraussetzungen zur Arbeitszeitver­längerung berechtigt. Nach Beendigung der Arbeits­zeit ist dem Jugendlichen eine ununterbrochene Ruhe­zeit von mindestens 12 Stunden zu gewähren. Die §§ 15, 16 regeln die Ruhepausen und die Nachtruhe. 8 17 bestimmt unter Berücksichtigung der Aus­nahme des Abs. II daß an Samstagen und den Tagen vor dem Weihnachts- und Neujahrsfest Ju­gendliche nach 14 Uhr nicht mehr beschäftigt werden dürfen.

§ 20 räumt dem Reichsarbeitsminister die Be­fugnis ein, die Beschäftigung von Jugendlichen in Betrieben, in denen sie besonderen Gefahren für ihre Gesundheit oder Sittlichkeit ausgesetzt sind, zu untersagen oder von Bedingungen abhängig zu machen. Eine ebensolche Befugnis steht in Einzel- fällen auch dem Gewerbeaufsichtsamt zu.

§ 21 ordnet an, daß jeder Betriebsführer jedem jugendlichen Gefolgschaftsmitglied alljährlich einen bezahlten Urlaub zu gewähren hat. Die Mindest­dauer des Urlaubs beträgt für Jugendliche unter 16 Jahren 15, für Jugendliche über 16 Jahren 12

Nach § 26 steht die Aufsicht über die Ausführung der Vorschriften dieses Gesetzes den Gewerbeauf­sichtsämtern zu, die auch Auskünfte erteilen.

Seit etlichen Tagen verkehren unsere Straßen­bahnwagen teilweise mit Anhängern. Der verstärkte Einsatz des Wagenmaterials erfolgt in den frühen Vormittagsstunden zur Zeit des Arbeitsbeginns in den Betrieben und in den Geschäften, damit den Arbeitskräften, die in den äußeren Bezirken der Stadt ober in den Vororten wohnen, Gelegenheit zur Fahrt nach ihren Arbeitsplätzen geboten ist: ferner werden die Anhänger in den späteren Nach- mittagsstunden gefahren, um dem verstärkten Ver­kehrsinteresse, das beim Arbeitsschluß und bei den Einkaufsgängen der Frauen in der Zeit von 16 bis gegen 19 Uhr eintritt, Genüge zu leisten. Außerdem werden die Anhänger an Samstagen und Sonn­tagen, etwa von 13 Uhr ab bis je nach Bedarf in den späten Abend hinein, in Verkehr gestellt. Durch diese Verstärkung der Verkehrsmittel soll dem nur zeitweise und stets gewissermaßen stoßartig auftre­tenden Spitzenverkehr in ausreichendem Umfange entsprochen werden. Diese Verstärkung des Straßen­bahnmaterials, die vor allem eine Zusammenbal­lung von Menschenmassen in einem einzigen Wagen verhütet, jedem Fahrgast einen Sitzplatz ermöglicht und zugleich der Flüssigkeit der Verkehrsabwicklung dient, kann nur mit Anerkennung verzeichnet werden.

anderseits aber auch ein in unserem Gau behei­matetes Kunstgewerbe von dem allein Erbach rund 1200 Schnitzer und Hilfskräfte in 120 Schnitze­reien und Drehereien mit der Herstellung dieser Abzeichen. beschäftigte fördern und erhalten helfen.

Am 14. und 15. Januar wird die Straßensamm­lung in unserem Gau durchgeführt. Denke jeder daran, daß der Tradition unferes Gaues entspre­chend der Erfolg dieser Straßensammlung noch größer sein muß, als in den früheren Jahren. Wir haben schon manches geleistet, wollen aber noch mehr vollbringen! An der Gaustraßensamm­lung sind beteiligt: NSKOV., NS.-Reichskrieger- bun'b, NS.-Marinebund, NS.-Studentenbund, Leh­rerschaft, Reichsluftschutzbund und das Deutsche Rote Kreuz.

60000 Abzeichen

für den Kreis Wetterau.

Zum Verkauf der WHW.-Abzeichen am nächsten Samstag und Sonntag sind 60000 Stück für ben Kreis Wetterau bestimmt. Davon ent­fallen etwa 2 0 0 0 0 S t ü cf auf ben Verkauf in ber Stabt Gießen.

ursprünglich Offizier, beschäftigte sich nach seiner Verabschiebung etwa ab 1814 in Chalons mit ber bort soeben bekannt geworbenen Lithographie Er versuchte, mit Hilfe bes Sonnenlichtes bu> Bi ber auf ben Stein zu übertragen. Den Schiefer ersetzte er burch anbere Stoffe unb erhielt enblich nach vielen mißlungenen Versuchen burch Belichtung von Zink- platten bie mit einer Asphaltlösung bestrichen waren, in ber Camera obscura bauernbe Silber.

Von bem Niepceschen Verfahren, bas ber Erftnber selber Heliographie nannte, horte Louis Da - quer re, ein Pariser Maler, der Erfinder des ,^>io- ramas", des farbigen und perspektivischen Guck­kastenbildes, dem Vorläufer des Kmos, der sich seit langer Zeit mit ähnlichen Problemen beschäftigte. 18^6 trat Daguerre durch Vermittlung des Optikers Chevalier mit Niepce in Verbindung, und zwi­schen beiden Männern entwickelte sich eine Korre-

Be'j dem neuenMutteri" fühlt sichÄnnamirl Won ganz zu Hause. DerKanari"&t sich von iDr durch ein paar Pfiffe zu schmetterndem Gesang rlerlocken, und das KätzchenBussi" ruht zutraulich schnurrend auf ihrem Schoß. Ännamirl plaudert munter und unbefangen m ihrer lieblichen Mund-

I art. Wir hören ihr mit großem Vergnügen zu.

Auf der Suche nach einer Unterhaltungsmöglich- I leit findet Ännamirl im Schrank eine Zither. Seit I Helen Jahren hat niemand mehr darauf gespielt; ciber keine Saite ist gerissen. Das Wunder erklärt sch daraus, daß Vater vorsorglich alle »n eri- Ipannte, damals, als er das geliebte Instrument für immer in ben Kasten schloß.

Nun werben sie roieber gespannt. Ännamirl kann Zither spielen. Geschickt und sorgchm mit schlanken Mäbchenhänden, stimmt sie bie Saiten. Sie macht iazu ein ernstes Fräuleinsgesicht -Vaters K hernng nuß kleiner gebogen werben, unb bann laßt Anna- irürl prüfend Akkorde erklingen. Lange haben wir diese Klänge nicht mehr gehört. Wir sind alle ganz liill. Ännamirl fragt:/Soll ich fpie en fiang, lang st's heri mit gebrochener Begleitung ? "Ach in", sagt Peter rasch, unb wir nicken.

Ännamirl spielt wirklich schön; und sie singt auch kuu mit Heller, glockenreiner Stimme. Ich kann es richt' verhinbern, daß mir das Herz em wenig chwer wird. Meine Frau ist, wie ich sehe, den Tränen nah. Und Mutter sitzt regungslos ein i twas starres Lächeln um den Mund. Peter schaut »emunbernb auf Annamirls Hande, die mühelos

L arre alles gefangen hält. .

Gs ist bezeichnend: je mehr wir den Anblick Der blühenden Natur entbehren müssen, je kahler sich d:s kümmerlich gewordene Gezweig im warten n. snimmt, um so größer wird unser Verlangen nach bin vielfarbigen Kindern der Flora, die uns als Ksgmbol des immerwährenden Lebens erscheinen. Und um sie immer um uns zu haben, stellen wir 9 umenErippen auf ober räumen ihnen wenigstens dm schmalen Platz am Fensterbrett ein. Zimmer­slanzen sind dankbare Geschöpfe; für das bißchen lscheidene Aufmerksamkeit das wir ihnen widmen r tschädigen sie mit einem .Blumenstar, der m dieser rinterlichen Zeit gerade rote ein Wunder wirkt.

Allerdings sind es vor allen Dingen lene f-cheligen Gesellen, die Kakteen, die diests Wunder r.torinaen Obwohl sie in den. tropischen Zonen ire Heimat haben, entfallen sie ihren Blutenreich- tim qerabe dann, wenn es bei uns draußen schneit mb friert Es ist ein prachtvoller Anblick, ben bei- tiiriJroeib? ber Glieder- oder Weihnachtskaktus I aenwärtig bietet, wenn er mit zahlreichen leuch­tet) roten Blütenkelchen geschmückt ist. Er ist einer frr beliebtesten unter seinen Artgenossen und des- Mb Ziemlich häufig zu sehen. Daß er trotz des winters seine schönen Blüten treibt, hangt bei ihm Jie bei allen Vertretern aus den heißen Landern cm fad) damit zusammen, daß es für die tropische Numenwelt solche durch die Jahreszeit bedingte .^achstumspausen, wie wir sie bei unseren heiml- |i,en Pflanzen kennen, meistens gar nicht gibt. Sie zachen und gedeihen, ob das Thermometer bei uns Temperaturen über ober unter Null anzeigt vor- msqesetzt, baß sie einen einigermaßen günstigen I Standort auf ber Krippe ober am Fensterbrett

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mehrere Menschen völlig unabhängig voneinander jahrzehntelang in leidenschafttilhern Bemühen mit ben gleichen Problemen rangen, die schließlich zur Erfindung der Photographie führten.

Zwei Erfindungen waren es vor allem, Die der Lösung des Problems vorgearbeitet hatten: Die Camera obscura und die um die Jahrhundert­wende von Senefelder in München erfundene Lithographie. Die Camera obscura ohne Linse war schon arabischen Gelehrten bekannt, die sich ihrer zur Beobachtung von Himmelsbildern be­dienten. Später haben auch abendländische Gelehrte ber Erscheinung ihre Aufmerksamkeit zugewandt vor allem Leonardo da Vinci, ber um 1500 feine Er ahrungen mit der dunklen linsenlosen Lochkammer, die hell beleuchtete Gegenstände ver­kleinert unb auf dem Kopf stehend erscheinen ließ, genau beschrieb. Um deutlichere Bilder zu erzielen, wurde bald nach ihm bie Lochkammer mit einer Linse ausgestattet. Doch blieb das Problem be­stehen, biese Bilber auch festzuhalten. Der Ruhm, ber Lösung bieser Ausgabe als Erster nah gekom­men zu sein, gebührt einem Deutschen, bem Arzt Johann Heinrich Schulze in Halle. Dieser ko­pierte schon im Jahre 1727 m der Sonne Schrift­züge auf Platten, die mit silberhaltigem Kreide­schlamm überzogen waren. -Aber die Zeit war noch nicht reif bafür. Seme Entdeckung und die qclehrte Abhandlung, in der er davon Kenntnis gab, fielen der Vergessenheit anheim.

Es ist viel darüber gestritten worden, wer als ber eigentliche Erfinber ber Photographie anzusehen ist. Wahrscheinlich würben sich heute Nicephore N i e P c e und Louis Daguerre in die,en Ruhm teilen.

Aus der Stadt Gieheu.

Blumen am Fensterbrett.

Freilich, gewöhnlich find es ja nur Eisblumen, di sich um diese Jahreszeit oft am Fenster zeigen. Zerliche Gewächse zwar, deren Formenreichtum entzücken kann, aber eben doch nur Gebilde, in feinen nicht das Leben pocht. Und im allgemeinen ben wir aus begreiflichen Gründen nichts da- q:gen, wenn diese Blumen rasch wieder verschwin­de, denn die Temperaturen, denen sie ihr Dasein 1 oiidanken, erscheinen uns keineswegs verlockend. ' Inders ist es dagegen mit jenen wirklichen Blumen, ' dren leuchtend rote Pracht sich gerade jetzt so h^sisig 1 <n Fensterbrett zeigt, wenn draußen bie winterliche

Wie das Dritte Reich durch seine Gesetzgebung mit i tarier Hand in die Arbeitsverhältnisse des deutschen l Arbeiters eingriff, so ordnete es auch durch bas 1 Gesetz über bie Kinberarbeit unb bie Arbeitszeit ! ber Jugendlichen" (Jugendschutzgesetz), bas der Füh- i rer und Reichskanzler am 30. April 1938 unterzeich- i nete, den Schutz der deutschen werktätigen Jugend.

Die Leitgedanken des Gesetzgebers gehen aus bem Vorspruch bes Gesetzes hervor:Jugendschutz ist Dolksschutz. Alle Jugendlichen zu seelisch unb körper- lieh gesunden Volksgenossen zu erziehen, ist völkische Notwendigkeit und nationalsozialistische Pflicht." Zur Verwirklichung dieser Grundgedanken dienen die Be­stimmungen des Gesetzes, die durch die Ausführungs­verordnung vom 12. Dezember 1938 eine erste große Erläuterung erfuhren.

§ 1 setzt den Geltungsbereich des Gesetzes fest. Das Jugendschutzgesetz gilt demnach für die Beschäf­tigung von Kindern und Jugendlichen in einem Lehr- und Arbeitsverhältnis und für sonstige Dienst­leistungen, die der Arbeitsleistung ähnlich sind. Er stellt fest, daß ein Kind der ist, welcher das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Jugendlich ist hingegen derjenige, ber zwar über 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Auf Jugendliche, die noch oolksschulpflichtig sind, finden bie Vorschriften über bie Beschäftigung von Kinbern Anwendung.

§ 2 bestimmt, baß bas Gesetz wegen der Eigen­art der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigung in ber Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Fischerei, in der See- und Binnenschiffahrt, in der Flößerei, Luftfahrt usw. nicht zur Anwendung kommt da eine besondere gesetzliche Regelung noch getroffen wer­den soll. Die Ausführungsverordnung beftimmt aber, daß di- Beschäftigung van Kindern in der Bmnen- schiffahrt und ber Flößerei verboten ist. 8 2 Abs. III des Jugendschutzgesetzes spricht aus, daß das Gesetz außer den Vorschriften des § 20 über gefährliche Arbeiten für Jugendliche in Familienbetrieben, bie mit bem Unternehmer ober besten Ehegatten bis zum dritten Grade verwandt sind, nicht zur Anwen- bunq kommt. Die übrigen gesetzlichen Bestimmungen haben nur Richtliniencharakter, soweit nicht das Ge- [ werbeaussichtsamt ihre Befolgung zwingend anord- nC§ 3 prägt den Begriff der Arbeitszeit. Nach 8 4

in die Saiten und singt mit Hingabe das alte

Dor kurzem veranstaltete die französische .'Gesell­schaft für Photographie und Kinematographie im großen Amphitheater der Sorbonne unter Borsitz des Erziehungsministers und im Bestein des Prä­sidenten Lebrun eine feierliche Sitzung zur Hun­dertjahrfeier der Erfindung der P^.^^aphle.

,Was ist denn das Erfinden? Es ist,^r 'lb|chluß des Gesuchten." Mit diesem Wort umreißt G o e t h e trefflich das geistige Wesen der Erfindung^ die nur in ben seltensten Fällen ein glückliches

Zufalls ist, vielmehr meistens einen langen, muhe- - vollen, manchmal durch mehrere Generattanen >ch ------------ , r, erstreckenden Prozeß des Suchens und ästens zum ->i- Saiten beherrschen, S Abschluß bringt Für keine Erfindung

Nachdem das Lied verklungen 'st, fragt er, -N°lgrei-y , ? m hro D h t e.

.Kannst du .Dort tief im Böhmer Wald ?

latürlidi" sagt Ännamirl. u"« mu

Blick fügt sie hinzu:Aber du mußt Mltsmgem

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geradezu nach ber Erfindung der Photographie als

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