Nr.Y Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)________Mittwoch.ll.Zanuar 1959
Wehr und Waffen.
1 Artillerie-Regiment
1 Beobachtungsabteilung
1 Panzerabwehrabteilung
GlÄrun "und Be°° nun einer deutschen Dwi- Wnungcn. S»l«* Sie setzt sich daher heute 116. Reg,mente wurde
tend daß das jederzeit sichere Arbeiten der Verbindungen für die Führung der Luftwaffe von ausschlaggebender Bedeutung ist. Der B o d e n f u n k e r hat im wesentlichen die gleiche Aufgabe rote der Fernsprecher, jedoch arbeitet er „drahtlos", er nimmt die Nachrichtenübermittlung auf dem Funkwege vor. Unbedinate Sicherheit im Geben und Horen von Morsezeichen mit hohem Tempo ist Voraussetzung dafür.
führten. c
Der nun beginnende Vormarsch der französischen Armee durch Thüringen war mit Brand und Plünderung bezeichnet. Die Zumutungen an die Leistungsfähigkeit des Soldaten, die sich unausgesetzt kreuzenden Befehle und Märsche, der Mangel jeder geordneten Verpflegung und Fürsorge für das leibliche Wohlergehen von Menschen und Pferden wiesen die hungernden und frierenden Truppen direkt auf Selbsthilfe hin. „Böse Beispiele verderben gute Sitten", so auch hier. Täglich hatten unsere zwei Bataillone das schlimme Beisviel der Franzosen tm Plündern und noch übleren Dingen vor Augen, und es war kein Wunder, wenn auch bei ihnen die Manneszucht unter solchen Umständen litt Es kam vor, daß die ganze Kolonne auseinanderlief, um nach Brot zu suchen, das seit Tagen gänzlich fehlte, und daß selbst unter den Augen der Offiziere Gebofte vollkommen ausgeplündert wurden. Solches Verhalten war bisher bei den hessischen Truppen gänzlich unbekannt gewesen, und kann auch nur durch die sie umgebenden Verhältnisse erklärt werden. Die fran- zösischen Offiziere sahen aber solchem Treiben lachend zu und ermunterten sogar noch dazu. So kam es, daß die beiden Bataillone -durch Abgänge aller Art, hauptsächlich „Brotsucher", bereits am 12. Oktober auf die Hälfte ihres ohnehin schwachen Be- standes zusammengeschmolzen waren.
Am 13. Oktober 1806 bewakierte das Korps Auge- reau bei Kahla. Aus Richtung Jena hörte man Kanonen- und Gewehrfeuer. Es war das Korps Lannes, das die Stadt und den steilen Landgrafenberg besetzte und dabei auf die preußischen Vorposten der Heeresabteilung Fürst Hohenlohe gestoßen war. Zur Sicherung der linken Flanke und zur Besetzung der großen Straße, die von Jena aus im tief ein- aeschnittenen Mühltal nach Weimar führt, ron den . Franzosen völlig unbekannt das preußische Korps . Nüchel stand, ließ Auaereau 7 Kompanien des ' 7. leichten französischen Infanterie-Regiments und t 4 Kompanien Hessen-Darmstädter, die aus unseren beiden Bataillonen entnommen und unter Befehl : der Kapitäne Fenner, Stuber, Duncker und Merk zu einem Bataillon unter Major von Gall form*°rt waren, vorgehen. Diese etwa 900 Mann starke Kolonne unter dem Beseh! des französischen Obers^ leutnants von Viviers kam aber nicht weit. Sie stieß auf eine preußische Reiterabteilung, die jedoch nach wenigen Schüssen zurückging, machte Halt und stellte Vorposten aus. Daß ihr auf den Höhen nördlich des Mübltales eine ganze preußische Armee auf kaum 3 Kilometer Entfernung gegenüberstand, davon hatte sie ebenso wenig Ahnung, wie die Preußen von ihrer Anwesenheit. Man kann heute nur den Kops schütteln über eine derartige Harmlosigkeit der Aufklärung, besonders da bereits bei Jena Gefechtsfühlung mit den dort eingerückten Franzosen be-
früher in 2 Regimenter geteilt, sondern in einem Regiment zu 4 Abteilungen vereint, wodurch die Leitung des artilleristischen Feuerkampfes nach einheitlichen Gesichtspunkten erleichert wird. Das Artillerie-Regiment hat überhaupt keine leichten Ka-
werden konnte. .
Diele Krieqserfahrungen sind für die heutige
1 Pionier-Bataillon
1 Nachrichten-Abteilung
1 Sanitäts-Abteilung.
Aus dieser Gliederung ersieht man, daß Kavallerie nicht mehr zum dauernden Bestände einer Division gehört. Erft im Kriegsfall bzw. im Manöver oder bei sonstigen größeren Hebungen werden den Divisionen von dem Kavallerie-Regiment des Armeekorps berittene bzw. motorisierte Schwadronen für die Aufklärungs- und Meldetätigkeit zugewiesen. Die Infanterie der Division hat durch ihre sehr starke Ausrüstung mit schweren und leichten Maschinengewehren sowie mit Infanteriegeschützen und Panzerabwehrkanonen (Paks) ein Vielfaches der Kampfkraft d§r Infanterie einer Dorkriegsdivision gewonnen und ist dadurch befähigt, auch die schärfsten Feinde des angreifenden Infanteristen, die MG.-Nester und Kampfwagen des Verteidigers, aus eigener Kraft zu überwinden.
Die A r t i l l e r i e der Division ist nicht mehr wie
stand. t
Am 14. Oktober früh erhielten bte leichten Truppen Befehl, dem durch das Mühltal vorgehenden Korps Augereau zu folgen. Lebensmittel wurden nicht aus- gegeben, da nichts da war, und die Dörfer total aus- äeplündert waren. Viele Leute und auch der Kapitän Fenner wurden vor Hunger ohnmächtig. Der immer stärker werdende Kanonendonner in ihrer rechten Flanke trieb aber trotzdem zum eiligen Vorgehen an. Das Korps Augereau entwickelte sich nunmehr nach rechts, die beiden hessischen Bataillone, die ihre 93er- bände wiederheraestellt hatten, auf dem linken Flügel, an der steilsten Stelle der Straße Jena—Weimar, der sogenannten Schnecke. 25 Mann Plänkler, unter Leutnant Meyer voraus, erstiegen die Bataillone den steilen, bewaldeten Hang, der von der sächsischen Heeresabteilung, die auf preußischer Seite focht, verteidigt wurde.
Aber sie kamen nicht vorwärts und erst, als das
Bataillon". . ..
Inzwischen hatte Napoleon gegen Preußen die * Berichtigung von Nr. 254/38 5. Aug.
aus folgenden Truppen zusammen:
3 Infanterie-Regimenter
Die Kampfkraft einer Division
Von Major a. D von Aeiser.
Es ist kein schönes Stück vaterländischer Geschichte, i s das ich jetzt behandeln werde. Und doch muß es | < sein! Denn nur aus der Vergangenheit können wir I lernen, nur aus der damaligen Zerrissenheit unseres i Vaterlandes den Vergleich ziehen mit dem einigen ; großen Deutschland, das uns der weltbewegende i Mann, unser genialer Führer gegeben hat.
Die Gründe, die auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt zur Gefolgschaft des Kaisers Napoleon gezwungen hatten, habe ich bereits in Nr. 254, Jahrgang 1938, des Gießener Anzeigers klargelegt. Trotzdem will ich sie in Kurze wiederholen Der Landgraf Ludwig X. hatte lange gezögert, in den Rheinbund einzutreten. Er heute sich und fein Land neutral erklärt, aber bereits 1799 die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nut Pirmasens an die Franzosen abtreten müssen und dafür das frühere Herzogtum Westfalen erhalten. Auch im Kriege 1805 gegen Oesterreich suchte der Landgraf die gleiche Politik aufrechtzuerhalten, denn ihm als echt deutschen Mann und Fürsten widerstrebte es mit allen Fasern, sich an die Seite Frankreichs zu stellen, das er jahrelang eifrig bekämpft hatte. Als aber in der sog. Drei-Kaiser-Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 die verbündeten österreichisch- russischen Armeen eine vernichtende Niederlage erlitten hatten, blieb ihm kein Ausweg mehr. Im Juli 1806 trat Hessen dem Rheinbund bet mit der Verpflichtung, die hessischen Truppen dem Kaiser Napoleon auf Verlangen jederzeit zur Verfügung zu stellen. Dadurch blieb Hessen-Darmstadt wenig- -stens das Geschick von Hessen-Kasiel erspart welches ja bekanntlich vollkommen zerschlagen und dem Ko- . nigreid) Westfalen cmaegliedert wurde. Der Land- , graf nahm den Titel „Großherzog von Hessen, Her- . zog in Westfalen" an (erst 1815 nach Abtretung - von Westfalen und Erwerbung von Rheinhessen t führte er den Titel „Großherzog von Hessen und bei Rhein" * und nannte sich als solcher Ludewig I. > Auch die Truppen erhielten neue Namen und
- • - Das spätere I. Bataillon unseres
uavuöuuv..« „Garde-Füsilier-Bataillon",
das II. erhielt die Bezeichnung: „I. Leib-Fusilier-
Aus der Geschichte des allen Regiments 116
Der Krieg 1806/02 unter Napoleon.
Don Generalmajor a. D. Rudolf Mohr, Gießen.
muß „hellhörig" im besten Sinne des Wortes fein und die feindlichen und eigenen Funkstellen auseinanderhalten und neu auftretende erkennen können. Die Aufgabe des Kraftfahrers ist eine doppelte. Neben völliger Beherrschung aller mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Arbeiten und seines Wagens an schwierigstem Gelände muß er auch als Fernsprecher oder Funker ausgebildet sein, da er nicht nur sein Fahrzeug an den befohlenen Ort zu bringen, sondern auch im Nachrichtenbetriebsdienst mitzuhelfen hat.
Die nachrichtentechnische Ausbildung geht ebenso wie die militärische Grundausbildung etwa nur in Hör- und Unterrichtssälen, am Uebungsplatz und bei kurzen praktischen Funkübungen innerhalb des Ko- sernenbereichs weiter, sondern im Gelände. In die nähere und weitere Umgebung der Garnisonen geht es zu großen Funk- und Fernsprechubunaen, um das schulmäßig Erlernte praktisch anzuwenden. Den Soldaten wird hierbei und in den Manovern der Wert und die Bedeutung der Nachrichtenmittel vor Augen geführt, und sie haben Gelegenheit, auf weit ausgedehnten Geländefahrten das schone Deutschland kennenzulernen. Es ist in kurzen Umrif* fen versucht worden, die Aufgaben der Soldaten der Luftnachrichtentruppe aufzuzeigen. So verschiedenartig die Dienstzweige auch sind, so dienen sie doch alle gewissermaßen einer Ausgabe: der taktischen oder fliegerischen Rührung her eigenen Luftwaffe oder ihrer fliegenden Verbände und einzelnen Flugzeuge. Auf ihre schwere und chren- volle Aufgabe, Führungstruppe der schnellsten Waffe der Wehrmacht zu sein, ist die Luftnachrichtentruppe ebenfalls stolz, wie sie sich auch der damit verbundenen hohen Verantwortung für den erfolgreichen Einsatz dieser Waffe und den Schutz der Heimat bewußt ist. Wie bisher, so wird sie -auch in Zu- ; kunft ihren Teil dazu beitragen, die deutsche Lug» maffe zu einer immer schärferen Waffe des Dntttw ' Reiches auszubauen.
Politik der Nadelstiche fortgesetzt, bis diesem die ] Geduld.riß. Lange hatte es mit geradezu unbegreif- ; sicher Nachsicht alle Beleidigungen Napoleons ertra- • gen und die günstigsten Momente zum Losschlagen j versäumt, obgleich eine starke Kriegspartei unter dem Prinzen Louis Ferdinand stürmisch zum : Kampfe drängte und die Armee sich immer noch ganz im Geiste Friedrich des Großen, d. h. unbesiegbar, fühlte. Die Erkenntnis, daß sie trotz anerkannter Tapferkeit schwerfällig, mangelhaft ausgerüstet und von überalterten Offizieren geführt war, sollte ihr erst aus bitterer Erfahrung kommen. Insgesamt waren es höchstens 175 000 Mann Preußen emschl. 20 000 verbündeter Sachsen, die den an Organisation, Bewaffnung, Ausrüstung, Kriegsgeübtheit und Zahl weit überlegenen Franzosen zum entscheidenden Waffengang entgegentraten. Denn die Franzosen, di^ sich in Franken sammelten, waren allem 364 000 Mann mit 946 Geschützen stark. Dazu kamen die Rheinbundtruppen mit etwa 63 000 und die holländische Armee mit 49 000, zusammen also 476 000 Mann. Und an der Spitze dieser gewaltigen Masse stand der erste Feldherr ferner Zeit! Wirklich, der Ausgang konnte nicht zweifelhaft sein.
Für die hessischen Truppen wäre Zeit genug vorhanden gewesen, sich auf den unvermeidlichen Waffengang, gleichviel auf welcher Seite, vorzubereiten. Aber es scheint fo gut wie nichts geschehen zu sein. Denn als auf einmal ganz unerwartet am 1. Oktober 1806 der Befehl eintraf, daß als erste hessische Truppen das Garde- und I. Leib-Fusilier- Bataillon zur französischen Armee abmarschieren und die übrigen Truppen so bald wie möglich folgen sollten, da zeigte es sich, wie mangelhaft vor- gesorgt war. Als am 2. Oktober 2.30 Uhr früh die beiden Bataillone alarmiert wurden und unter dem i Befehl des ältesten Bataillons-Kommandeurs, Major । v Gall, ausmarschierten, da wurde es klar, daß der Zustand ihrer Bekleidung und Ausrüstung eigentlich i alles zu wünschen übrig ließ. Am fühlbarsten war > das Fehlen der Mäntel, Decken und Kochkessel. Die Offiziere vom Stabskapitän abwärts mußten, fehr ungewohnt, von jetzt ab zu Fuß marschieren. Die Kleidung war eng und unbeauem. Die Tornister, früher stets gefahren (es ist alles schon einmal dagewesen!) mußten getragen werden, und zwar an einem einzigen Riemen an der Huste. Die Verpfleg
Bordfunker zu werden, ist das höchste Streben jeden Funkers. Er gehört dann zu den Funkern der Luftwaffe, die Funker und Flieger m einer Person sind. Seine Aufgabe im Flugzeug ist es u. a., den Funkverkehr mit den Bodenfunkstellen und von Flugzeug zu Flugzeug zu fuhren, den Standort des Flugzeugs jederzeit festzustellen bei Schlechtwetter, Nebel oder Dunkelheit zur sicheren Landung beizutragen und Funkbefehle der Führung für die Besatzung der Flugzeuge entgegenzunehmen. Außerdem muß er als Fueger- schütze seinen Mann stehen und den angreifenben Gegner abwehren. Der verantwortungsvolle Dienst des P e i l f u n k e r s besteht in der ständigen Aufrechterhaltung der Funkverbindung mit den in feinem Funkbereich fliegenden Maschinen und deren Sicherung in der Luft. Er ist gewissermaßen der Lotse der Flugzeuge. Bei seinem Dienst kommt es in erster Linie auf schnelles Geben und Horen und sehr genaues Bedienen seines Pnlgerates an, da von der Genauigkeit seiner Arbeit das Leben der Flugzeugbesatzungen abhängen kann. Auf ebenso schnelles und zuverlässiges Arbeiten kommt es aber auch bei dem Funker des Flugmeld e d l e n st e s an, denn seine Meldungen von bem« Ueberfhegen der Reichsgrenze durch feindliche Flugzeuge müssen auf dem schnellsten Wege den Abwehrkrasteri übermittelt werden. Er muß neben seiner Funktatigkeit die notwendigen Beobachtungen unb Ueberwachung des Luftraumes durchführen. Eine ebenfalls besmi- ders gute funkerische Ausbildung muß der Horch- funker erhalten, ihm obliegt die Ueberwachung und das Abhören des feindlichen Funkverkehrs und die schnellste Weitergabe seiner Beobachtungen. Er
in Erfurt, wohin die beiden Bataillone nach der Schlacht bei Jena und der Uebergabe der Festung als Besatzung gelegt wurden, zählte das Garde- Füsilier-Bataillon 13 Offiziere 436 Mann, das Leib- Füsilier-Bataillon 14 Offiziere 431 Mann.
Zunächst rückten unsere beiden Bataillone in sehr anstrengenden Märschen nach Würzburg, das sie am 4. Oktober erreichten und dort dem 7. Französischen Armeekorps unter Marschall Augereau zugeteilt wurden. In diesem Verbände nahmen sie an den Operationen teil, die zu der Schlacht bei Jena
der Rekrutenausbildung bei den Fernsprech- und Rekrutenkompanien beginnt bann die JJcann« schaftsausbildung innerhalb der einzelnen Dienstzweige, wobei eine nochmalige Sichtung der Soldaten für besondere Aufgaben, wie z. B. Bordfunker, Peilfunker, Horchfunker, Fernschreiber usw. erfolgt. Durch die Aufführung dieser Reihenfolge soll nicht etwa eine Bewertung des einen oder des anderen Ausbildungszweiges ausgesprochen werden, denn jede r Funker, als was er auch ausgebildet sein mag, ist wichtig für ben Nachrichtenverbindungsbienst der Luftwaffe unb hat auf seinem Posten sein Bestes zu gebenob tm Flugzeug als Borbfunker ober als Kraft,ahrer m schwierigem Gelände.
Auf die Aufgaben und die Sonderausb Übungen in ben einzelnen Dienstzweigen näher einzugehen verbietet der Rahmen dieses Aufsatzes, sie können daher nur kurz gestreift werden. Das. Ziel der^Aus- bildung als Fernsprecher ist, abgesehen van der Fertigkeit im Bau und m der Instandsetzung der Kabel- und Drahtleitungen, die vollkommene Beherrschung der zum Betrieb eines großen Fernsprechnetzes notwendigen Apparate gen sowie der für bas reibungslose Arbeittn eines so empfindlichen Organismus erfordert ch^i ' triebsregeln und Dienstvorschriften. Die Ausübung eines Fernschreibers, der erst eine Grundausbildung als Fernsprecher erhalt, umfaßt neben der Beherrschung seiner Sern^re^ ichreibmaschine usw. die Sicherheit im ®I’nö^ret btn (Zehnfingerschrift) bis zur höchsten ®°He£bu(n£ Der Funker tm Fernsprech - und xeie graphenbau muß den Bau mit schwerem Feld- kabel oder im Telegraphenbau mit blankem Draht an festem Gestänge, den Aus- und Neubau bzw. : Wiederherstellung von . gestörten Verbindungen i durchführen können. Es ist ohne weiteres emleuch-
Die Luftnachrichtentruppe ist die Fuhrungs- i truppe der Luftwaffe. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Betrieb von Verbindungen zwischen den im Krieg und Frieden zunächst unverändert festliegenden Stützpun ten der B o b e n - Organisation der Luftwaffe (Besehlsstellen, Fliegerhorste, Flugplätze u. a.m.). Neben diesen Auf-, gaben der Fernsprech-, Fernschreib- und Bodenfunkdienste hat die Luftnachrichtentrup^ eine Reihe von Sonderausgaben, u.a. den Funkverkehr m Flugzeugen und den F l u g m e! b e bi e n st Von dem schnellen und zuverlässigen Arbeiten der Luftnachrichtenverbindungen hangt in hohem Maße die Schlagkraft der gesamten Luftwaffe ab Es tzt daher erforderlich, den Ausbildungsstanb der ßiift- nachrichtentruppe im Interesse ihrer sofortigen Ein- sattbereitschaft bei Ausbruch eines Krieges auf ein Höchstmaß zu bringen. Voraussetzung hierfür ist, daß bereits im Frieden bas reibungslose Zu sammen- arbeiten mit ben anderen Teilen der Luftwaffe, Flieaertruppe unb Flakartillerie, durch gemeinsame Hebungen ^sichergestellt ist. Um dieses Ziel zu er- reichem bedarf es auch wegen der Dielgestaltigkeit der Nachrichtenmittel und ihrer Verwendung \ ders tüchtiger, befähigter Leute. Denn ein Funke, wie die Dienstbezeichnung der Soldaten der Lust nachrichtentruppe lautet hat nicht nur die Aufgabe zu funken er wird gleicherweise auch je nach Ver. Lnllqünq Fernsprecher, Fern,chre,der Perl-, Horch-und Bordfunker, im Telegraphen, und Kabel- bau oder als Kraftfahrer ausg-bild-t
Der Ausbildungsgang eines Funkers | kurz folgender. Nach Einstellung als Rekrut be einer Lus,nachrichtena»eilung crl’a!‘ .eI ..3“" Ze°r"°ndeVe°Sol'd?t°d» gesamten Wehrmacht auch.
Die Division ist der kleinste Truppenoerband, der aus Truppenteilen sämtlicher Waffengattungen Des Heeres besteht. Sie stellt eine selbständige Gefechtseinheit dar und führt den Kamps innerhalb ihres Gefechtsabschnitts aus eigener Ätafi unb mit gegenseitiger Unterstützung ihrer Truppen durch. Nach Divisionen wird darum auch die Stärke ganzer Armeen oder einzelner Heeres- teile berechnet, divisionsweise wurden im Weltkrieg die Truppen in ben Kampf eingesetzt unb doh einem Frontteil an einen andern gewoffen Auf der Division beruht die kriegsmäßige Ausbildung tm Zusammenwirken der verschiedenen Truv^ngattun- gen auf dem Gefechtsfelde, von den Maßnahmen Les Divisionskommandeurs und seiner Befehl jgebung hängt der taktische Erfolg tm Ernstfall in
Kampfkraft einer Dioision ist abhängig von der Anfahl und Art der zu ihr gehörigen Truppen- uelle und von ihrer Bewaffnung^ Sie bat mit der starken Entwicklung der Feuerwaffen und dem reft- llosen Uebergehen von der Lin^artaktik zur zerstreutenDrbnnng Schritt halten müssen und ist daher 'in ben letzten 40 Jahren großen Veränderungen mnterroorfen gewesen. Noch bis kurz vor der Jahr- 'hunberfroenbe gehörten zum bauemben Bfftanbe i«iner deutschen Infanteriedivision nur Infanterie •unb Kavallerie, während die gesamte Artillerie den Korvstruvven zuaeteilt war und auch Pioniere erst im Ernstfall bei ben Divisionen ausgestellt würben. Mit ber größeren Gffechtsdreite der Divisionen aber unb ber Notwenbigkeit schnellen Einsatzes ber Artillerie zur unmittelbaren Unterstützung ber vor- .qehenden Infanterie würbe bie gesamte leichte Artillerie — bamals Feldartillerie genannt — ben D'visionen bireft unterstellt, so baß von nun an jede Division aus 4 Infanterie-Regimentern, 2 Ka- vallerie-Reaimentern unb 2 Felbarttllerie-Regimen- tern bestand. Mit dieser Gliederung und Kampfkraft zogen bie Divisionen 1914 in ben Krieg.
Schon zu Krieasbeginn, während des Beweaunas- i frieaes zeigte es sich, baß eine im aroßen Verbände s des'Heeres kämvfende Division größerer Kav al- 1 [erie-Truppenteile überhaupt nicht bedurfte, daß vielmehr einige Schwadronen zur Nahaufklärung < vollständig genügten, ba bie Kavallerie im entschei- benben 'Feuerkampf angesichts ber. neuzeitlichen Feuerwirkung überhaupt nicht mehr in Aktion treten konnte. Während des Stellungskrieges verschwand die Kavallerie bann aänzlich aus bem Rahmen ber Divisionen. Bei ber Divifions a r t i 11 e r i e bewährten sich besonders bie leichten F e l d siau- b i tz e n , von benen iebe Division eine Abteilung befaß — neben 3 Kanonen abteilungen. Mit ihrem stärkeren Kaliber und ihrer steilerpn Ge^oß- bahn waren diese Haubitzen der französischen Dwl- sionsartillerie, bie zu Kriegsbeginn lebiglich über Kanonen — also Flachbahngeschütze , verfugte, entschieben überlegen und trugen im Bewe- gunaskrieg neben ber schweren, nicht zum Divisions- verbande aehörenben Artillerie bes Felbheeres erheblich zu den großen beutschen Erfolgen bei. Die D'visions Infanterie würbe noch während des Krieges anstatt zu 2 Brioaden mit je 2 Regimentern zu 3 Infanterie-Regimentern formiert, wodurch die Befehlsgebung und ber Einsatz ber Infanterie in ben Kornvf burch ben Divisionskornrnanbeur erheblich erleichtert würben. Jrn übrigen wurde bie Kampfkraft ber Infanterie burch erhebliche Verstärkung ber MG. und Einführung von Mmen- roerfern stark gesteigert. Mit bem immer zahlreicheren Auftreten von Kampfwagen beim ivetnbe machte sich aber bas Fehlen einer besonderen Panzerabwehrwaffe innerhalb bes Divisionsverbandes stark bemerkbar. Der B"barf an Pionieren tn vorderster Front war im Kampf, besonders im Stel- hm^frieg, so groß, baß er häufig kaum befnebigt
nonenabteihmgen mehr, sondern lediglich 3 leichte bie von der Infanterie mcht geletzte weroen ron- F e l b h a u b i tz - A b t e i l u n g e n mit je brei nen, auszufuhren. Ohne bie Mitarbeit ber Pioniere Batterien unb sogar eine schwere Abteilung im Kampf wären d'.e übrigen Wfffengattungen mit mit 2 Batterien schwerer Feldhaubitzen und 1 Bat-1 allen ihren Kampfmitteln häufig mach los^ Auch ber terie m i 11 e l s ch w e r e r Kanonen. Dieser ar- Wert ber N a ch ri ch ten ab
tilleristischen Bewaffnung einer Division liegt die Kampf ein sehr großer. Sie ist d°s Organ bes Dl-
Kriegserfahrung zugrunbe, baß bie Artillerie im visionskommanbeurs, vermittels besten er seine Bevorbersten Kampfselbe gar nicht stark genug fein fehle aufs schnellste an bie untergebenen Truppen
kann, um möglichst schnell bie Überlegenheit über übermitteln bzw. deren Meldungen empfangen die feindliche Artillerie zu gewinnen, bie Stützpunkte kann.
Die Lufinachnchlenlrup-e unb ihre Soldaten
Don Kens Doelhke, Kaupimann im M chslustfahrtminisierium.
in der feindlichen Stellung zu stören und damit der, gung war mangelhaft oder blieb gynz aus. Nicht eigenen Infanterie ihren schweren Angriffsweg zu einmal Beile unb Spaten waren vorhanden Auch erleichtern. Die leichten Feldhaubitzen können im all- bie Starken ber Da^lllone waren sehr gering E s gemeinen bie gleichen Aufgaben wie die früheren ho,hl,n Bataillone nach Der
leichten Feldkanonen erfüllen, haben aber gegen lebende Ziele hinter Deckungen eine weit größere Wirkung als jene. Die schweren Feldhaubitzen können auch stärkere Unterstände und sonstige Stützpunkte zerstören, während die 10-cm-Kanonenbatte- rie zur Bekämpfung lebender Ziele auf größere ■ Entfernungen, z. B. gegen anmarschierende feindliche Verstärkungen oder Munitionsnachschub auf den Anmarschstraßen des Feindes, bestimmt ist.
Die Panzerabwehr-Abteilung verfugt . über 3 Kompanien mit Panzerabwehrgeschützen. Sic , hat die Aufgabe, durch die Panzerabwehr der vorne = kämpfenden Infanterie-Regimenter etwa durchge- - drochene feindliche Kampfwagen weiter hinten aufzufangen und zurückzuwerfen. Das Pionier- . bataillon der Division besteht aus zwei Fußkompanien und 1 motorisierten Kompanie. Seine Aufgabe ist, der Division ben raschen Uebergang über Wasserläufe zu ermöglichen, feinbliche Hinber- niffe und Tanksperren zu beseitigen bzw. eigene Hindernisse zu bauen unb schwierigere Erb ar betten, die von der Infanterie nicht geleistet werden kön-


