Ausgabe 
11.1.1939
 
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Die Jugend arbeitet an der Jungerhaltung des ganzen Volkes.

Münchener Tagung -es Sozialamts -er Reichsjugen-führung

stimmt, während etwa 100 Abgeordnete bereits vor der Wahl den Sitzungssaal verließen Die Wahl von Duclos hat tn parlamentarischen Kreisen ziem­liche Ueberraschung hervorgerufen DieLiberte" sagt, die Haltung einer Reihe von Abgeordneten m der gegenwärtigen Regierungsmehrheit bestätige das Vorhandensein von geheimen Manövern gegen die Regierung und ihre Außen­politik. Die Kriegspartei, die am 30. November beim Generalstreik eine gewaltige Niederlage er­litten habe, versuche in den Kammern Revanche zu nehmen.

DerJour " bezeichnet die Wiederwahl Duclos als einen Skandal. Wie könne man es so einfach hinnehmen, daß gestern die Bänke der Linken voll besetzt gewesen seien, während man auf den Bän­ken der Mitte und der Rechten eine gähnende Leere habe feststellen müssen. Diese Abstimmung habe ein symbolische Bedeutung. Sie werde von den Extremisten ausgenutzt werden, die aus ihr die Be­hauptung ableiten würden, daß die Volks­front nicht tot fei. Duclos hätte mit den Stim­men der Marxisten allein nicht gewählt werden können. Die 40 oder 50 anderen Stimmen, die sich zu denen der Kommunisten und Sozialdemokra­ten gesellt hätten, seien diejenigen gewisser Radikal- sozi-alisten und Linksradikaler, die schändlicherweise von der neuen Mehrheit abaesprun- a e n seien und Verrat geübt hätten. Daladier werde hoffentlich die Warnung verstehen und die mora­lische Unsicherheit derjenigen erkennen, die ihm widerwillig folgten mit dem einzigen Ziel, ihn bei der ersten Schwäche zum Sturz zu bringen. Die marxistische und kommunistische Presse frohlockt na­türlich über die Wiederwahl Duclos.

Oaladiers Mitteimeer - Reife im Film

Paris, 11. Ian. (Europapreß.) Die erste Vor­führung des Films über die Reife des Minister­präsidenten Daladier nach Korsika, Tunis und Algier fand am Dienstagabend im Feftfaal des Hauses der Chemie in Anwesenheit des Präsidenten Lebrun, fast des gesamten diplomatischen Korps einschließlich des italienischen Botschafters G vo­rig l i a und seiner Gemahlin, des Ministerpräsi- deuten Daladier, zahlreicher anderer Kabinettsmit­glieder und Parlamentarier und der internationalen Bresse statt. Es handelt sich um einen umfassenden ropagandafilm, der im ersten Teil einen histori­schen Ueberblick über die am Rande des Mittel- meers lebenden Völker gibt. Daran schloß sich der Film über die Reise des Ministerpräsidenten an, der die Massenkundgebungen in Korsika, Tunis und Algier zeigt, vor allem auch die Paraden, wobei die Militärmacht Frankreichs illustriert wird. Der dritte Teil gibt eine vom französischen Standpunkt aus gesehene Darstellung des Mittelmeerproblems, die die Berechtigung der ablehnenden Haltung Frank­reichs gegenüber den italienischen Forderungen im Mittelmeer dartun soll.

Ein zweites Todesurteil wegen Landesverrats in Frankreich.

Paris, 11. Ian. (Europapreß.) Die französischen Militärgerichte haben innerhalb weniger Tage das zweite Todesurteil in einem Prozeß wegen Landes- verrats gefällt. Vor einigen Tagen wurde vom Mi­litärgericht in Nancy ein Elsässer wegen Landesverrats zum Tode verurteilt. Am Montag hat nun das Marinegericht in Tou- lon gegen den Seekadetten Aubert, der eingestanden hot, in den Jahren 1937 und 1938 mi­litärische Geheimnisse an eine ausländische Macht verraten zu haben, zum Tode verurteilt. Das Ur­teil wurde mit fünf gegen 2 Stimmen gefällt. Die Komplicin des Landesverräters, ein Freudenmäd­chen, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gesetz, wonach Landesverräter zum Tode ver­urteilt werden, besteht in Frankreich erst seit einigen Monaten. Es wurde vom Ministerrat durch Dekret in Kraft gesetzt.

Oie Strafe für Grünspans Onkel erhöht

Paris, 10. Jan. (Europapreß.) Die Zehnte Kammer des Pariser Berufungsgerichts verwarf am Dienstag die von dem Onkel des jüdischen Mörders Herschel Grünspan, Abraham Grünspan, eingelegte Berufung. Abraham Grünspan war zu vier Monaten Gefängnis und 100 Franken Geld­strafe verurteilt worden. Das Berufungsgericht hat jedoch diese Strafe noch um zwei Monate Gefängnis erhöht. Die Frau Abraham Grünspans, Ghana Grünspan, erhielt eine Gefäng­nisstrafe von drei Monaten und 100 Franken Geld­strafe. Das Urteil erstreckt sich auf die Verletzung der fremdenpolizeilichen Bestimmungen bei der Be­herbergung ihres Neffen, des Mörders Herschel Grünspan. Dagegen' ist die Frage ihrer Mitschuld an der Ermordung Des Gesandtschaftsrates vom Rath noch nicht geklärt.

Mosley-Anhänger gegen deutsch-feindlichen proteflKRummet

Londo n, 11. Jan. (Europapreß.) Der Frak­tionsvorsitzende der englischen Arbeiterpartei, A t t ° l e e, und Sprecher anderer politischen Parteien so­nne Religionsgemeinschaften wurden am Dienstag­abend bei einer deutschfeindlichenProtest"- Ver­sammlung im Rathaus des Londoner Stadtbezirks Limehouse von politischen Gegnern durch das Ab­singen der englischen Faschistenhymne unterbrochen und niedergeschrien. Zwei Stunden lang dauerten die Störungen der Versammlung. Dabei wurden Stinkbomben geworfen und § e u e r» werkskörper zur Explosion gebracht. Eine Gruppe von vierzig bis fünfzig Personen rief stän- oigH^e i l Mosley!" undWir wollen Mosley haben!" Der Bezirksbürgeryieifter rief schließlich me Polizei herbei, die etwa zwanzig Versammlungs­teilnehmer zwangsweise aus dem Saal entfernte. Ein Ariergesetz für lschecho-slowatische Rechtsanwälte und Aerzte gefordert iS r a<5<101 $arL (Europapreß.) Tschecho-slowa- pl^^e Rechtsanwalts- und Aerzte - Organisationen haben einen Antrag für ein Gesetz zum Schutz der arischen Advokaten und Aerzte gegen die jüdische Expansion einge- vracht. Nach diesem Gntanirf soll die Aerzte- und Advokaten-Praxis nur von Personen ausgeübt werden dürfen, die tschechischer, slowakischer'oder ukrainischer Nationalität und arischer Abkunft sind. Personen nichtarischer Abstammung dürfen den Beruf eines Rechtsanwaltes oder Arztes nur soweit ausüben, wie der verhältnismäßige Anteil der nicht- arischen Aerzte und Anwälte den Anteil der Nicht- oder in der Gesamtbevölkerung nicht übersteigt. Staatsangehörige arischer Abstammung, die sich zu einer Nation bekannt haben, die nicht die tsche­chische, slowakische oder ukrainische ist, dürfen gleich­falls diese Berufe ausüben, doch gilt auch hier

München, 10. Jan. (DNB.) Das Soziale Amt der Reichsjugendführuny veranstaltet in der Hauptstadt der Bewegung feine Reichstagung. Obergebietsführer Axmann begrüßte Reichsleiter Dr. Frank, der als Reichsrechtsführer die Rechts­arbeit der HI. fördert und als Präsident der Aka­demie für deutsches Recht die Möglichkeit erschlossen hat, im Jugend-Rechtsausschuß selbst an der Ge­staltung der Neuordnung im Dritten Reich aktiven Anteil zu nehmen. Reichsleiter Dr. Frank ging davon aus, daß das Recht nicht eine Angelegenheit der Juristen ist, sondern in einem Rang mit den anderen großen Leitmotiven einer Nation steht. Es gibt nur einen Weg, Machtverhältnisse zu stabi­lisieren: diesen Weg zeigt das Recht. Die Gesetze eines Volkes geben eine Gewähr, daß eine Revo­lution sich durchsetzen kann, lieber Weltanschauung und Staatsmaxime erhebe sich die nationalsozia­listische Führung. Die Führung des Volkes schaue in den geschichtlichen Raum, die Verwaltung schaue nach Innen in die Gemeinschaft. Der Führer sei geschichtlicher Gestalter, die Verwaltung sei die Ord­nung des Apparates, mit dem man Geschichte macht Die Partei müsse die geschichtsbewußte F ü y - rungsgemeinschaft sein, und sie müsse die Verantwortung tragen für die gesamte Volksgemein­schaft. Die Erziehung zum jungen Füh­rer könne dem Nationalsozialismus niemand ab­nehmen. Das fei nicht Aufgabe der Schule. Wer die Ordnungsgemeinschast des Nationalsozialismus wahren wolle, der dürfe auch nicht mit der alten juristischen Schulweisheit kommen. Das Gesetz des Rechts müsse das Erlebnis des Volkes fein. Die Jugend müsse in den eigenen Reihen den Rechts- geDanken fördern. Ihre höchste Pflicht sei es, voll und ganz bereit zu sein, der Idee zu dienen und die Ordnung zu wahren.

Der Reichsjugendführer wandte sich bann

an die Sozialabteilungsleiter und Gaujugendwalter mit der Mahnung, in ihrer Arbeit, die so verwandt sei mit der Ausgabe des Gesundheitsamtes und der Aerzte, die neue Aktion der HI. im Jahr der Gesundheitspflege zu unterstützen. Der Führer sei auch hier, wie in allen Fragen des Lebens, der Jugend schönstes Vorbild. Wenn man das Ergebnis des WHW. 1936/37 mit 422,8 Millionen RM. mit den Ausgaben für Niko­tin im gleichen Jahre in Höhe von 2400 Millionen RM. vergleiche, so sei das kein befriedigendes Er­gebnis, vor allem deshalb nicht, weil das deutsche Volk diese Ausgaben größtenteils in Devisen vor­nehme. Der Reichsjugendsuhrer erklärte sodann daß die HI. im Jahre 1939 keinen Feldzug asketischer Art etwa gegen alle G e - nüsse des Lebens unternehme. Nur wolle er Die Jugend in ihren Entwicklungs­jahren vor dem Verbrauch von Genußgiften be­wahren, deren massenhafte Vertilgung allzu oft in der Vergangenheit zumguten Ton" gehört habe. Er wäre unglücklich, wollte man die Aktion der Jugend mißverstehen und sie -als gegen allen Lebensgenuß gerichtet auffassen. Es sei ein großer Unterschied, ob ein Erwachsener am Abend zwei Glas Wein trinke oder zwei bis drei Zigarren rauche, ober ob das ein Jugendlicher tue. Der Reichsjugendführer erörterte dann im einzelnen die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Zahnkrankheiten und Fußschäden unternommen werden sollen.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wandte sich gegen die Behauptung, daß die Erfolge der letzten Jahre zu teuer erkauft seien Wenn Gegner be­haupteten, daß dadurch, daß wir von der Gemein­schaft Gehorsam, Einsatz und Opfer verlangten, dem einzelnen Menschen etwas genommen würde, dann ständen sich hier zwei verschiedene Welten gegen­

über. Die eine Welt erkläre, der Mittelpunkt sei der einzelne Mensch, und um diesen ein­zelnen Menschen drehe sich die ganze Welt. Diese Auffassung müsse zum Chaos, zur Zerstörung und Auflösung aller Dinge führen. Demgegenüber stehe die andere Welt, die sich zu einem sinnvollen Zusammenfügen aller Dinge bekennt, die sich auf Gemeinschaft und Ordnung, auf Rasse und Boden, auf Gesetz, Mäßigkeit, Gehorsam und Leistung aufbaue. Vornehmstes Symbol der Gemeinschaftsei die ordnende Erziehung, ihr erster Ausdruck die Einheit von Führer und Gefolgschaft. Die Führer der Jugend hätten die schönste Aufgabe, indem sie die fungen Menschen in die Welt des Nationalsozialismus hin- einführen und ihnen die Gemeinschaft wohnlich und heimatlich machen dürften. Alles hänge davon ab, die Menschen, unser wertvollstes Gut in der Wirt­schaft, gesund und leistungsfähig zu er­halten und zur höchsten Leistung zu stet- g er n. Alle 80 Millionen deutsche Menschen müßten eine einzige Leistungsgemeinschaft fein. Unser Sozia­lismus fei die Sicherung des deutschen Lebens. Mit der zusammengeballten Kraft der ganzen Ge­meinschaft könne auch das Schwerste erreicht werden für unser Volk und für Deutschland. Notwendig sei aber vor allen Dingen, daß das gesamte deutsche Volk zum Derant wortungsbewußtsein erzogen werde. Die Betriebe müßten eine Einheit fein und bleiben. Darüber müsse auch die Jugend wachen. Die Sozialabteilungsleiter und die Gaujugendwalter sollten mit den Begriffen Jung und Alt aufräumen. Jung fei das gesamte deutsche Volk. Alt werde nur der, der nicht den Willen zur Leistung und zum Fleiß habe. Die Jugend müßte ihre schönste Aufgabe darin sehen, Vorkämpfer zu sein für die Iungerhaltung unseres Volkes.

Leistungssteigerung durch nationalsozialistische Rationalisierung

Oie Arbeitskammer Hessen-Nassau tagt in Frankfurt.

LPD. Frankfurt a. M., 10. Jan. Auf der 7. Tagung der Arbeitskammer Hessen-Nassau behan­delten führende Männer der Partei Wege und Möglichkeiten im Hinblick auf die für die nationale Produktion notwendige Leistungssteigerung. Der Leiter der Arbeitskammer, Gauobmann Becker, begrüßte die Tellnehmer. Mit dem Leistungskampf müsse die Leistungssteigerung jedes einzelnen Ge­folgschaftsmannes verbunden sein. Der Vierjahres­plan habe zur Dorausfetzung, daß jeder Betrieb mit den Kräften haushalte, die unbedingt notwendig eien. Die Tagung solle ein Appell auch für den letzten Betrieb sein, mitzuarbeiten am Werke Adolf Hitlers.

Der stellv. Gauleiter Linder überbrachte die Grüße des Gauleiters. Die Arbeitskammern sollten, nach einem Wort Dr. Leys, das arbeitspolittsche Gemein­schaftsorgan von Partei, Staat und Wirtschaft sein und sich mit allen arbeitspolitischen Fragen be­schäftigen, deren Lösung irgendwie von Bedeutung ist. Damit sei die Arbeitskammer ein wichtiges poli­tisches Instrument in der Hand des Gauleiters zur Verwirklichung der nationalsozialistischen Polittk. Die deutsche Wirtschaft sei in den Dienst der Volks­gemeinschaft gestellt worden. Das Millionenheer der Arbeitslosen sei verschwunden, das Arbeits- empo in einem früher nie gekannten Maße ge- teigert worden. Doch eine Sorge bewege uns heute, die Frage, wo können wir noch Menschen für unsere Arbeit hernehmen. Die Lösung sei nur: Mehr Arbeit ohne mehr Arbeits­kräfte. Wir müßten jeden Betrieb zur höchsten Produktion bringen und unmoderne, weniger pro- mkttve Arbeitsstätten befeiligen. Das sei Rattonall- ierung im nationalsozialistischen Sinne. Früher eien um des Profites willen Taufende von Ar­beitern auf die Straße gefetzt worden, heute aber bedeute das Wort Rationalisierung: wir sind ver­pflichtet, jede rein mechanische Handbewegung mög­lichst durch Maschinenarbeit zu ersetzen, damit wir Menschen von der mechanischen Arbeit wegnehmen und sie mit höheren aualifizierten Arbeiten be- chäfttgen können. Alles, was auf sozialem Gebiete geleistet werde, diene dazu, dem Menschen seine Arbeitskraft möglichst lange zu erhalten. Die Parole laute daher: Leistungssteigerung, also mehr Arbeit ohne mehr Kräfte.

Reichshauptamtsleiter Claus S e l z n e r Über­mittelte dem Gau Hessen-Nassau die Grüße des Reichsorganisattonsleiters Dr. Ley. Der Wettkampf- gedanke, der sich im Leistungskampf der Betriebe äußere, solle die Widerstandslinie unseres Volkes verstärken; er fetze eine soldatische Haltung voraus und Soldat fein, heiße Sozialist sein. Unser Ziel heute sei: Konzentration und damit vermehrte Energie auf allen Lebensgebieten unseres Volkes. Selzner behandelte die Gegensätze zwischen dem deutschen Menschen und dem Juden. Die Welt des schöpferischen Idealisten könne niemals die Welt des parasitären Materialisten fein. Die Judenfrage fei heute fein innerdeutsches Problem mehr, son­dern beschäftige die ganze Welt. Der Selbstbestim­mung der Völker müsse die Selbstbesinnung voraus­gehen, so würden auch die anderen einmal zur völ­ligen Erkenntnis der Gefahren des Judentums kommen. Während den Juden ein müheloser Ge­winn reize, befriedige den Deutschen nur die Arbeit aus Leidenschaft. Wir hätten eine Leiftungsaristo- fratie, die nicht einen Standesdünkel darstelle, son­dern stolz sei auf ihre durch schwere Mühe für die Allgemeinheit erreichte nützliche Leistung. Unser Selbstbewußtsein baue sich auf auf die Leistungs­fähigkeit unserer Rasse. Um das Höchste für unser Volk zu erreichen, müsse jeder einzelne seelisch, körperlich und geistig gefördert werden.

Der stellv. Reichsärzteführer Dr. Bartels und der Leiter des Amtes für Berufserziehung in der DAF., Professor Dr. Arnh old, sprachen dann über die Gesundheitsführung im Betrieb und orga­nische Betriebsgestaltung. Aerztlicher Kunst sei es, wie Dr. Bartels ausführte, in den letzten Jahrzehn, ten gelungen, das Lebensalter zu verlängern, nicht aber das ßeiftungsalter. Unserer Zeit fei es vorbehalten, sich mit dem Leistungszustand der Menschen zu befassen und durch ärztliche lieber« wachung möglichst früh Schäden im menschlichen Organismus zu erkennen. Der Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Bettiebsarzt und Betriebsführer fei hier ein weites Arbeitsfeld gegeben Prof. Arn- hold kam in feinem Referat zu dem Schluß: Der geistige Inhalt des Dierjahresplanes sei: deutsches Volk arbeite dich frei! Hierzu brauchten wir Men­schen mit hohem Leistungskönnen und Leistungs­willen. Beides könnte noch gesteigert werden, ein­

mal durch Leistungssteigerung von der Berufs» feite her, also gründlichste Dor- und Weiterbil­dung aller Schaffenden, und zum anderen durch eine organische Betriebsgestaltung, oder besser gesagt: deutsche Rationalisierung. Wir rationalisieren nicht mehr von der Maschine und vom Stoff her, sondern stellten den Menschen in den Mittelpunkt mit dem Ziel, einen Betrieb zu schaffen, in dem alles klappt und in dem froh schaf­fende Menschen bei der Arbeit stehen. Das Ergeb­nis fei, ein Optimum an technischer Leistung. Zum Schluß behandelte Gauamtsleiter A v i e n y das nationalsozialistische Siedlungswerk. Im Gau Hes­sen-Nassau seien in den letzten Jahren 8000 Sied- lerstellen und ein Mehrfaches an Mietwohnungen errichtet worden. Das Leistungsabzeichen für ge- sunde Wohnungen und'Heimstätten fei der Nach­weis für die Mitwirkung an einer der größten sozialen Arbeiten unserer Zeit.

14 Leistungszeichen

für heffen-naffauische Beiriebe.

_ Zum Abschluß der Tagung fand im Saalbau ein Festkonzert, ausgeführt vom Reichssymphonie­orchester unter Leiter des Generalmusikdirektors Adam, statt. Gauobmann Becker hieß das Or­chester in der Gauhauptstadt willkommen und gab dann die mit dem Leistungs^eichen ausgezeichneten Firmen bekannt. Es find dies: Für vorbild­liche FörderungKraft durch Freude": Asbach 8t Co., Büdesheim; Makedon Nestor-Gia- naglis, Zigarettenfabrik, Mainz; StaatL Mineral­brunnen, Fachingen; Rockel & C o., Alsfeld; Gustav Genschow 8t Co., Hachenburg; Deutsche Milchwirtschaft, Zwingenberg; Feinpapier­fabrik Louis Staffel, Ober-Schmit­ten; Hessische Eisenbahnbedarf-AG., Darmstadt; Neufag Allianz, Frankfurt a. M.; Hubaleck & Co., Steeden a. d. Lahn; NS. Musterbettieb Portland- Zement, Mainz-Weisenau; Aerztliche Berech- nungsstelle, Büdingen. Für vorbild­liche He im statten und Wohnungen: Deutsche Milchwirtschaft, Zwingenberg; Portland- Zement, Mainz-Weisenau.

der Grundfatz der Proportionalität. Juden, die sich im Jahre 1910 oder späterhin zur deutschen ober ungarischen Nationalität bekannt haben, desgleichen nichtarische Personen, welche erst am 1. Januar 1914 ich auf dem Gebiet der ehemaligen Tschecho-Slowa- kei niedergelassen haben, sind von der Ausübung der Praxis überhaupt ausgeschlossen. Zur Begrün­dung dieses Gesetzesantrags werden einige Angaben über den bisherigen Anteil der Juden in diesen Berufsgruppen gemacht. So beträgt der Anteil der Juden in der Advokatenschaft in Mähren 46 v. H., in Böhmen mehr als 35 v. H., während der Anteil der Juden in der Gesamtbevölkerung die- er Landesteile sich auf fünf bzw. drei Prozent beläuft. Aehnlich liegen die Verhältnisse in der Aerzteschaft. Bei einigen Krankenkassen beträgt der Anteil der Juden bis 70 Prozent.

Leni Riefenstahls Olympia-Kilm wird in Amerika nicht gezeigt.

Der von Leni Riefen stahl geschaffene Film von den O l y m p i s ch e n S p i e l e n in Berlin 1936 hat nicht nur in Deutschland eine begeisterte Auf­nahme gefunden, sondern ist ein Welterfolg gewor­den. Allein Amerika hat eine unrühmliche Ausnahme gemacht. Amerika hat den Olympia-Film nicht zu ehen bekommen; lediglich eine private Aufführung vor einem geschlossenen Kreise amerikanischer Film­kritiker kam zustande. Leni Riesen stahl, die elbst nach Hollywood gereift ist, und dort vergebliche Verhandlungen über eine öffentliche Aufführung 'hres Films in den Vereinigten Staaten führte, gab bei einem Tee-Empfang im Deutschen Konsulat vor ihrer Abreise folgende Erklärung ab:Der Olympia- Ailm wird in Amerika nicht gezeigt werden, well die amerikanische Filmindustrie sowohl in der Produktton als auch im Verleih von Leuten kontrolliert wird die das heutige Deutschland politisch ablehnen Sie haben es dahin gebracht, daß die Amerikaner nicht Gelegenheit haben werden, sich anzusehen, wie ihre Athleten mit denen der übrigen Welt kämpften und

siegten und dies, obwohl es sich bei den Olym­pischen Spielen um ein reines Sportereignis handelt und obwohl der Film überall sonst in der Welt ge­zeigt worden ist."

Niettsch zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Der Hochverratsprozetz gegen die Widerstandsbewegung" abgeschlossen.

B e rl i n, 10. Jan. (DNB.) Nach achttägiger Verhandlung fand am Dienstag das Hochoerrats­verfahren gegen den 49jährigen Schriftsteller E r n st N i e k i s ch und seine beiden Mitangeklagten vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofes seinen Abschluß. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Verbrechens gegen das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde Nie lisch zu lebensläng­lichem Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und der 42jährige Joseph Drechsel zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurtellt. Der 38jährige Karl Tröger wurde eines Ver­brechens gegen das Parteineubildungsgesetz schuldig gesprochen und zu einem Jahr neun Monaten Ge- fängnis verurteilt. Bei Drechsel und Tröger wird die Untersuchungshaft von einem Jahr neun Mo- naten auf die Strafe angerechnet, so daß die Strafe Trögers als verbüßt gilt und der gegen ihn bestehende Haftbefehl aufgehoben wurde.

Die Verhandlung hat ergeben, daß Niekisch mit Hilfe seiner beiden Mitangeklagten seine W i o er­st a n d s b e w e g u n g" auch über das Jahr 1933 hinaus trotz gesetzlichen Verbotes weiterzufüh- ren versucht gat. Auch in der Folgezeit hat er in seinen Schriften eine üble Hetze gegen den nationalsozialistischen Staat und seine führenden Persönlichkeiten ent» faltet. Er lebte in dem Wahn, durch seine Schrnutz-

und Schmähschriften ein Chaos herbei führen und auf diesem Wege feinenZukunftsstaat" errichten ju können. Die Fortführung desWiderstands- kreifes" stellt sich rechtlich als ein Verbrechen gegen bas Gesetz gegen die Neubildung von Parteien dar, während durch die Herstellung und Verbreitung 1 r Hetzschriften der Tatbestand einer Vorbereitung des Hochverrats verwirklicht wurde.

Eröffnung der Zulms-Sireicher-Schule an der Berliner Universität.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) In der Neuen Aula der Berliner Universität fand die Eröffnung der Julius-Streicher-Schule in der Berliner Universität statt. Auf Vorschlag von Julius Strei» cher hat der Forschungsbeauftragte für Fragen des Judentums Dr. D e e g, der Verfasser des Werkes ,^Hofjuden", einen Lehrauftrag an der Ber­liner Universität erhalten. Er wird über das Thema .Luden in der deutschen Rechtsgeschichte" Vorlesun­gen halten. Gauleiter Streicher führte ihn in fein neues Amt ein, nachdem Gaudozentenbunds. führer Prof. Dr. Willing den aufs engste mit dem Kamvf gegen bas Judentum verbundenen Gauleiter begrüßt hatte. Julius Streicher sagte, der Vorwurf, baß der Nationalsozialismus der Wissen­schaft und Forschung Fesseln anlege, sei durchaus unberechtigt.Wir verwahren uns nur da­gegen, durch hergelaufene unschöpferische Schwätzer unsere heiligsten Gefühle und unsere edelsten Sym­bole verunglimpfen zu lassen." Vor der Machter­greifung habe die deutsche Hochschule in weitem Ausmaß unter dem bestimmenden Einfluß der Juden, Judenfreunde und Loaenbrüder gestanden. Wer die Rasfenfrage erkannt habe, der wisse, daß das Judentum nur das eine Ziel kenne, einen Krieg zu entfesseln, um das deutsche und das italienische, Volk für immer zu vernichten. Die Juden frage sei