Das Ernährungsami im Liebig-Bau
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obermeister. Die Meinung, daß in SInbetradjt der
Kriegslage keine Gehilfenprüfungen abgehalten bewilligt werden). Auch Gesamtstrafen dürfen die werden dürfen, ist völlig irrig. oben bezeichnete Grenze nicht übersteigen.
(Nachdruck verboten.)
11. Fortsetzung.
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sein." Sie ist aufgeregt und zitterig. Sie streift Kleid über, findet den Aermel nicht und wird geduldig.
Herrgott, die hat es schön erwischt, denkt Harlander, bewandert in solchen Fällen. Sie
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„Den Lippenstift, Harlander! Rasch, machen Sie doch vorwärts. Wo haben Sie denn das Kleid? Doch nicht das Shine, das ist zu ausgeschnitten! Das Rote mit dem Pelzbesatz! Ich höre schon Getrappel aus dem Korridor, sie müssen gleich da
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Auf Steuerzuwiderhandlungen findet der Gnadenerlaß des Führers für die Zivilbevölkerung und der weitergehende Gnadenerlaß für die aktiven Wehrmachtsangehörigen ebenfalls Anwendung. Im Anschluß an die Gnadenerlasse vom 1. September und 9. September 1939 sowie die Ausführungsbestimmungen des, Reichsjustizministeriums vom 1- und 13. September 1939 und einen Erlaß des Re'ichsfinanzministers vom 25. September d. I. sollen im folgenden die erforderlichen Hinweise (für die aktiven Wehrmachtsangehörigen in Klammern) gegeben werden:
Erlaß von Sleuerstrafen.
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noch einige Handreichungen und verläßt dann taktvoll das Krankenzimmer.
Dr. Severin tritt ein und hat ein paar Tulpen mitgebracht, mehr war nicht aufzutreiben. Diese Tulpen streckt er der Fabri hin: „Zur Feier des Tages! Sie sehen ja famos aus. Wie bekommt denn der Ausflug?"
„Bis jetzt ausgezeichnet. Schönen Dank für die Blumen." Ihre Augen leuchten ihn an. Diese abgründigen Augen, von zwei schmalen Kohlestrichen überdacht und eine Spur schräg nach auswärts laufend, prägen zusammen mit der pikanten Nase ihr ungewöhnliches Gesicht.
„Setzen wir uns doch. Ich habe so viel Stehen am Anfang nicht gerne nach einer Operation wie Ihrer. Na, wie hat Ihnen Stöhr gefallen?"
„Netter Mann. Er hat Sie btzi mir über den grünen Klee gelobt. Sie seien viel zu schade für dieses Nest."
„Das freut mich wegen Herrn Leinfelder. Der hat nämlich komische Ansichten von uns Landärzten."
„Stöhr meinte noch, warum Sie nicht in die Stadt gingen? Sie verdienten einen größeren Wirkungskreis."
„Vielleicht hat der Mann recht."
„Warum raffen Sie sich dann nicht auf?"
„Das ist nicht so einfach, Fräulein Fabri. Ich bin durch das Krankenhaus hier gebunden; auch sonst gibt es allerhand zu überlegen."
„Ein Krankenhaus kann man verkaufen. Lassen Sie sich das mal durch den Kopf gehen. Wie wäre es mit München? Ich habe zahllose Bekannte dort, bei denen ich Sie gern einführen würde. Das ist sicher nützlich tüt den Anjang, meinen .Sie nicht?,"
15 v. H.
Jugendliche Erntehelfer wieder zur Schule.
Die Kreisleitung Wetterau gibt bekannt: Schüler und Schülerinnen haben sich am Mittwoch wieder in ihrer Schule einzufinden, soweit und solange sie nicht von den OrtsbauernMrern zur Erntehilfe eingesetzt bleiben, oder mit Sonderbefehlen der Hitler-Jugend versehen sind.
Die Ortsbauernführer stellen mit Hilfe örtlicher HI.-Führer fest, welche Schüler noch eingesetzt sind und welche voraussichtlich in kommender Woche noch gebraucht werden. Dies ist der Kreisleitung zu
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Roman von Walther Kloepfcr Copyright by Carl Dimtfer Verlag - Berlin w 62
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Im Gnadenwege erlassen sind Steuerstrafen, bte am 14.9. (bei aktiven Wehrmachtsangehörigen am 1.9.) rechtskräftig erkannt, aber noch nicht vollstreckt sind in folgendem Umfange: 1. Geldstrafen, bei denen die Ersatzfreiheitsstrafe 3 Monate (6 Monate) nicht übersteigt; hierunter fallen gemäß nachträglicher Anordnung des Reichssinanzministers vom 25.9. d.I. (RStBl. S. 1013) bei Steuer- und Monopolvergehen im Unterwerfungsverfcchren oder durch Strafbescheid festgesetzte Geldstrafen bis cd. 9000 RM. (bei Wehrmachtsangehörigen bis 18 000 RM.), da für je'100 RM. Geldstrafe ein Tag Ersatzfreiheitsstrafe einzusetzen ist; frühere ungünstigere Bescheide werden im allgemeinen berichtigt werden. Ist vor Aenderung der Reichsabgabenordmmg und des Branntweinmonopolgesetzes auf das Vielfache des hinterzogenen Betrages (oder Werts der Gegenstände) erkannt worden, so kann je nach der Art, der Ausführung und Schädlichkeit der Tat und den wirtschaftlichen sowie persönlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen (Alter, Vorstrafen, Ruf, Führung Kriegsteilnahme, Verdienste um die Bewegung usw.) ein höherer Umrechnungssatz angewen- det werden. Allgemeinerlassen sind Ordnungsstrafen bis 1000 RM.; 2. Haft (Arrest) oder Festungshaft; 3. Gefängnis bis zu drei Monaten, auch wenn diese Strafen nebeneinander verhängt sind. Im Falle 3 darf der Steuerpflichtige nicht oder nur zu Geldoder den erwähnten Freiheitsstrafen bis zu 6 Monaten verurteilt sein. (Diese Beschränkung gilt nicht für Wehrmachtsangehörige, denen ferner restliche Gefängnisstrafen bis zu 3 Monaten erlassen und außerdem in anderen Fällen Vollstreckungsaussetzung und Bewährungsfrist oder vorzeitiger Erlaß
Fahrzeuge über 3,2 Liter verlieren wieder den roten Winkel.
Der Kraftfahrzeugverkehr, soweit er überhaupt noch im öffentlichen Interesse liegt, hat sich auf kleinere Fahrzeuge umzustellen. In einem wetteren Erlaß hierzu bestimmt der Reichsverkehrsmtnister, Laß weiterhin Fahrzeuge bei Vorlage eines Be- orderungs- oder Freistellungsbescheides einer Wehr- ersatz-Jnfpektion ohne Nachprüfung des öffentlichen Interesses an ihrer Weiterbenutzung ohne weiteres mit dem roten Winkel zu kennzeichnen sind. Das soll aber nur geschehen, wenn der Hubraum ihrer Antriebsmaschine nicht größer als 3,2 Liter bei Personenkraftwagen oder 750 cem bei Krafträdern ist. Soweit solche Fahrzeuge über 3,2 Liter bzw. 750 ccm bereits mit roten Winkeln gekennzeichnet wurden, sind die roten Winkel bis zum 15.10.1939 wieder zu entfernen und der Weiterbenutzungsver- merk zu löschen.
Gießener DocheumarktpreUe.
♦ Gießen, 10. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wihing gelb kg 5 bis 10, grün 5 bis 7, Weißkraut 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, ^10 10 bis 12, Tomaten, kg 10 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, kg 10 bis 25 Rpf., Falläpfel 5, Pfirsiche 25 bis 30, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 10 bis 12, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 8 bis 10, Ober- kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Rpf.
♦♦ Zusätzliche Bestimmungen zur Reichs Meldeordnung. In einer Bekannt- machung des Polizeidirektors werden die in Betracht kommenden Personenkreise heute mit den zusätzlichen Bestimmungen zur Reichsmeldeordnung vertraut gemacht. Die Interessenten mögen nicht versäumen, dieser Bekanntmachung ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
♦♦ Dem Hundeerfatzbedarf für die Wehrmacht und die Polizei soll eine Mu- sterung sämtlicher geeigneter Polizeihunde dienen. Zu diesem Zwecke müssen, wie der Polizeidirektor heute bekanntmacht, die geeigneten Hunde bis zum 21. Oktober bei den zuständigen Polizeirevieren vorgeführt werden.
Landkreis Gießen.
<£ Leihgestern, 10. Okt. Ihren 85. ®e< Gurts tag kann am heutigen Dienstag, 10. Okt., Frau Marie Jung Wwe., geb. Euler, dahier in Gesundheit begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch.
* Leihgestern,8.Okt. Der 24jährige Monteur Willi Müller zog sich bei einem Unfall bei feiner Arbeit Verbrennungen ersten und zweiten Grades im Gesicht und an den Armen zu und mußte sofort zu ärztlicher Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 9. Okt. Die Oberwachtmeister Christian Morgenthaler und Ernst Engelhardt wurden mit dem Treudienstehrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit ausgezeichnet.
Am gestrigen Montag ist die Zentralstelle des Ernährungsamtes der Stadt Gießen Abteilung B vom Stadthaus, Bergstraße, ihrem bisherigen Arbeitssitz, in das Erdgeschoß des Liebig-Baues, Liebigstraße 16, übergesiedelt. Seit gestern befinden sich auch die Bezirksgeschäftsstellen des Ernährungsamtes Ortsgruppe Süd, bisher im Physiologischen Institut, und der Ortsgruppe Mitte, bisher im Universitätsgebäude, im Erdgeschoß des Liebig-Baues. Mit der Verlegung der Zentralstelle Abteilung B ist auch rein räumlich die engste Verbindung mit der bisher schon im Liebig-Bau, erster Stock, untergebrachten Abteilung A des Ernährungsamtes der Stadt Gießen hergestellt worden. ' .
Das Ernährungsamt Abteilung B hat im Erdgeschoß des Liebig-Baues den (vom Eingang her) rechts gelegenen Teil der Zimmerflucht, in dem bisher die Heeresfachschule untergebracht war, in Benutzung genommen. Hier befinden sich neben dem Arbeitszimmer des Leiters der Abteilung B em großes Dienstzimmer, in dem die Lebensmittelkarten bzw. -scheine für Schwer- und Schwerstarbeiter, die Reise-Lebensmittelkarten und die Bezugscheine für zusätzliche Lebensmittel auf Grund von ärztlichen Verordnungen ausgegeben werden. In einem anderen großen Arbeitszimmer befindet sich die Ausgabestelle der Lebensmittelkarten für Zugezogene, fiir zusätzlich bewilligte Seifenlieferung und für Bezugscheine für Rückwanderer. Ein weiteres großes Zimmer ist der Kontrolle und Verrechnung der von
melden.
Äutopariplah vor dem Gtadttheater.
Auf dem freien Gelände neben dem Stadthaus Gartenstraße am Hindenburgwall, gegenüber dem Stadttheater, sind gegenwärtig Arbeiten zur Schaffung eines Autovarkvlatzes im Gange. Dieser neue Parkplatz ist in der Hauptsache für die Kraftwagen bestimmt, die an Theaterabenden auf der Fahrbahn am Hindenburgwall mehrere Stunden lang abae- stellt werden und auf dieser Straße, die eine Reichs- straße im Sinne des Reichsverkehrsgesetzes ist, nicht feiten als Verkehrshindernis in Erscheinung traten. Nach der Fertigstellung dieses Parkplatzes wird also an dieser Stelle des Hindenburgwalls künftighin die Derkehrsabwicklung erheblich flüssiger sein, als bisher. Es wäre zu wünschen, daß dann aber nicht nur die Kraftwagen an Theaterabenden dort abgestellt würden, sondern daß auch alle Kraftfahrzeuge, die bisher den Hindenburgwall als sog. „Laternengarage" benutzten, künftighin ihren Standplatz an dieser Stelle erhalten.
Betreuung der Kriegsopfer durch die ASKOV.
NSG. Die Partei hat schon immer der Betreu- lung der deutschen Kriegsopfer erhöhte Bedeutung zuerkannt und zu diesem Zwecke die Kriegsopferämter und die Nationalsozialistische Kriegsopfer- Versorgung geschaffen. Es ist selbstverständlich, daß diesen Dienststellen neben ihren Aufgaben für die Kriegsopfer der alten Wehrmacht auch die Betreuung der neuen Wehrdienftbeschädigten und der Angehörigen gefallener Soldaten (Offiziere und Mannschaften) übertragen wurde.
Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung ist gesetzlich mit der Vertretung von Wehrmachtsangehörigen und ihrer Hinterbliebenen von den Wehrmachtsfürsorge- und Versorgungsdienststellen beauftragt. Sie wird, gestützt auf reiche Erfahrungen, über jede Auskunftserteilung hinaus dafür Sorge tragen, daß den Wehrmachtsfürsorge- und Versorgungsämtern, den beteiligten Stellen des Reiches und der Länder sachgemäße Anträge zu- gehen, in gegebenen Fällen Entscheidungen höheren Orts erwirken und sich im übrigen in bewährter Gemeinschaft und erprobter Frontkameradschaft für die seelische und sachliche Betreuung gleich stark einsetzen.
In einer gemeinsam erlassenen Anordnung haben Oberkommando der Wehrmacht und Hauptamt für Kriegsopfer der NSDAP, engste Zusammenarbeit feftgelegt. Die Dienststellen der NSKOV. im Gau Hessen-Nassau erteilen Rat und helfen allen, die sich an sie wenden.
Briefkasten der Redaktion.
L. $. in 5. Durch die Kreishandwerkerschaft sind die Innungen angewiesen worden, die Gesellenprüfungen auch jetzt durchzuführen. Die Meister find verpflichtet, ihre auslemenden Lehrlinge zur Ablegung der Gehilfenprüfung anzuhalten. Die Lehrlinge müssen die Anmeldung zur Ablegung der Gehilfenprüfung selbst vornehmen. Die Anmeldung geschieht bei dem für ihren Bezirk zuständiaen Innungs-
Seite geschlitzt, ein sehr schönes Bein sehen laßt. Wo hat eine Frau hier in Eschelbrunn solche Deine? Die glatte, dünne Seide verwirrt. „Ich muß jetzt leider gehen, ein Arzt ist ein geplagter Mensch. Seien Sie mit dem Essen noch vorsichtig und muten Sie sich nicht zuviel zu."
„Trinken Sie morgen doch eine Tasse Tee bei mir", bittet die Fabri und macht ihm Augen, die einen Einsiedler zum Straucheln bringen könnten.
„Gern. Ich teile mir dann die Arbeit dementsprechend ein."
„Aber Sie müssen als Privatmann kommen. Es plaudert sich dann netter. Der weiße Mantel stört etwas." , .
„Abgemacht. Ich erscheine ohne berufliche Attribute."
Er zieht ihre Hand an die Lippen, was er noch bei keiner Frau getan hat. Hinterher kommt es ihm wie Kientopp vor.
7. Kapitel.
Im Sprechzimmer sitzt der Schwätzer Winkler mit nacktem Oberkörper und will eine Rente.
Dr. Severin trommelt mit dem Bleistift mißver- gnügt auf der Schreibtischplatte. Man hat ihn in aller Frühe zu einem Kinde geholt, das einen spitzen Knochen verschluckt hatte, was eine große Schweinerei war, aber noch mal aut ausgegangen ist. Mit nassem Hemd und aufgebracht kommt er heim. Und wer hockt da? Dieser Mandrill Winkler. Natürlich außer der Sprechstunde. Der Mann lamentiert über seine Brust, übertreibt unverschämt und versteift sich auf eine Rente.
„Da", winselt Winkler und knetet mit dem Zeige- finger an seinem Brustkorb herum.
„Aber die Geschichte ist doch schon ganze vier Wochen her, Mann Gottes. Warum sind Sie denn nicht früher gekommen? Jetzt, wo die Berufsgenossenschaft ein Gutachten will, tauchen Sie auf!" Er schreibt: Sichtbare Unfallfolgen — keine, Erguß — keine, Verletzungen der Rippen — keine. „Tja, da wird kaum etwas zu machen fein, mein Geber. Es ist ja nicht einmal ein gelber Fleck zu sehen, und bettlägerig waren Sie auch nicht. Wie soll ich denn unter diesen Umständen eine Rente begutachten? Wie stellen Sie sich das vor?"
„Aber es tut mir weh, hier, ganz deullich", beharrt Winkler störrisch.
„Das sagen Sie, aber die Berufsgenossenschaft will einen objektiven Befund."
„Dann durchleuchten Sie mich, Herr Doktor!", „Das führt auch zu nichts; schade um die
Platte."
oben angegebenen Strafen ausscheiden, nicht einge. leitet, sofern sie vor dem 14. (1.) 9. 1939 begangen sind.
Wenn im Einzelfalle feststeht, daß der Gnaden- erlaß Platz greift, wird nach früheren Anordnungen von einer Anhörung des Verurteilten oder beschuldigten Steuerpflichtigen abgesehen. Jedoch soll ihm bei Zweifeln Gelegenheit zur Aeußerung ge- geben werden, ob und aus welchem Grunde er Straffreiheit verlangt. Das Finanzamt (Hauptzollamt) gibt die Entscheidung bekannt; ist sie günstig, so braucht eine förmliche Zustellung nicht zu er- folgen.
Der Straferlaß gilt auch für noch nicht vollstreckte Nebenstrafen und für gesetzliche Nebenfolgen, rückständige Bußen und Kosten. Maßregeln der Einziehung, Verfallerklärung und Unbrauchbarmachung bleiben dagegen unberührt. .
Heber den Erlaß von Steuerstrafen entscheidet das Finanzamt (Hauptzollamt), wenn sie in einem Verwaltungsstrafverfahren festgesetzt sind und die dem Gericht zustehende Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe noch nicht vorgenommen ist. Der Steuerpflichtige kann jedoch bei ablehnendem Bescheid beantragen, daß das Gericht. entscheidet. Gegen den gerichtlichen Entscheid ist kein weiteres Rechtsmittel gegeben.
Einstellung von anhängigen Steuerstrafverfahren.
Von Amts wegen eingestellt werden anhängige Steuerstrafverfahren bei vor dem 14. 9. (für Wehrmachtsangehörige vor dem 1. 9.) 1939 begangenen Zuwiderhandlungen, sofern keine höhere Strafe oder Gesamtstrafe als die oben angegebenen Strafen zu erwarten ist. Bei fortgesetzten Steuerzuwiderhandlungen (z. B. jährllcher Nichtangabe bestimmter Em- fünfte bei der Einkommensteuer) müssen alle dazu gehörigen Einzelhandlungen, wie Abgabe der unrichtigen Steuererklärung vor dem genannten Zeitpunkt begangen und auch deren gewollte Folgen einschließlich des letzten Teilerfolges (wie Fest- fetzung der unrichtigen Steuer) vor dem genannten Zeitpunkt eingetreten fein, wie sich aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts ergibt (Urteil v. 12. 2. 37 D 331/36). Die Einstellung eines anhängigen Steuerstrafverfahrens wird im Verwaltungsstraf- verfahren vom Finanzamt bzw. Hauptzollamt oder dem Oberfinanzpräsidenten, bei dem die Sache anhängig ist, verfügt. Auf Antrag eines Beteiligten trifft das Gericht die Entscheidung, gegen dessen Beschluß die sofortige Beschwerde gegeben ist. Dies gilt jedoch nicht für Ordnungsstrafen, die nicht von den Gerichten verhängt werden- hier entscheidet das für ihre Festsetzung zuständige Finanzamt oder die sonstige zuständige Stelle. Neue Ermittlungen werden im allgemeinen nur insoweit angestellt, als dies für die Entscheidung über die Anwendbarkeit des Straffreiheitsgesetzes oder für die Steuerfestsetzung erforderlich, ist.
keine Einleitung neuer Steuerstrafverfahren.
Neue Steuerstrafverfahren werden wegen solcher Steuerzuwiderhandlungen, für die höhere als die
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Gnadenerlaß für Sleuerzuwiderhandlungen
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„Ich werde Ihren Vorschlag einmal überschlafen", sagt Severin, über ihren drolligen Eifer lächelnd. Er hat ja auch schon daran gedacht, sich bei passender Gelegenheit zu verändern; aber so Hals über Kopf, wie sie sich das vorstellt, geht das nun nicht. Er zieht die Uhr und prüft den Puls. Was hat er hier schon Großes? Eine strapaziöse, wenig einträgliche Praxis, Aerger mit ungehobelten Leuten, Verdruß mit dem Krankenhaus und keinen Verkehr, kein Konzert, keine Ausspannung. Eschelbrunn ist ein gottverlassenes Nest, in dem nichts geschieht, in dem man nicht einmal Kragen stärken lassen kann, ein Ort ohne Bahn, ohne Geselligkeit, ohne Auftrieb. Man versäumt das Leben hier.
Man verpaßt den Anschluß an alles, was Genuß und Freude heißt, und niemand dankt es einem. Die Jahre verrinnen, und man hat nichts von ihnen gehabt. Zwölf Jahre geht das nun schon so. Er ist damals als Vertreter des erkrankten Sanitätsrates Lämmermann nach Eschelbrunn gekommen, ein ganz junger Anfänger, aber voll von Idealen und Arbeitswut. Dann ist Lämmermann gestorben, und er hat die Tochter geehelicht, weil es bequem und das Nächstliegende war. Er fetzte sich in ein gemachtes Nest und verfpießte ein bißchen. Er spielte mit dem Gedanken, wegzuziehen und blieb. Er bedauerte sich zuweilen und schimpfte — aber er änderte nichts. Die Frau welkte nach dem zweiten Kinde hin, und seit neun Jahren ist er Witwer. Und seither keine Frauen, keine Zerstreuung, nichts Aufrüttelndes, immer nur Beruf und Arbeit.
„Neunzig. Sind Sie aufgeregt, haben Sie Fieber, oder was ist mit Ihnen los?" forscht er unzufrieden.
„Los? Nichts. Es wird das Aufstehen sein. Ich fühle mich sauwohl!" sagt sie burschikos. „Wie gefällt Ihnen mein neues Kleid?"
„Schick. Sehr schick. Hier bekommt man gut an- gezogene Menschen so selten zu sehen. Ich fahre nicht oft in die Stadt, weil ich als alleiniger Arzt schlecht wegkann. Wenn ich weg bin, ist bestimmt was los. Kauft Leinfelder nun das Schloß?"
„Zu teuer."
„Wenn das nicht wäre, würde ich sagen: reden Sie dem Mann zu. Unser Schloß ist eine romantische Sache. So ziemlich das einzig Schöne in Eschelbrunn."
„Sie überschätzen meinen Einfluß auf Herrn Leinselder erheblich. Wir sind gute Kameraden. Nichts weiter. Er ist an verschiedenen Filmgesellschaften interessiert, und das ergibt berufliche Beziehungen zwifchen uns beiden", lügt sie.
„So, Hm." Dr. Severin entdeckt, daß der rote Stoff « er hält chn für Chiffon auf der Men
den Lebensmittelverteilern eingelieferten Lebensmittelkartenabschnitte zur Ausstellung der Bezug- fcheine für Lebensmittelverteiler gewidmet.
Durch diese räumliche Aufteilung der Arbeiten auf mehrere Zimmer ist den stark in Anspruch genommenen Mitarbeitern uni) Mitarbeiterinnen der Zentrale des Ernährungsamtes eine erheblich bessere Arbeitsmöglichkeit gegeben, als sie bisher im Sitzungssaale der Ratsherren im Stadthaus Bergstraße bestand. Damit ist aber auch zugleich der Bevölkerung gedient, die nunmchr durch die räumliche Spezialisierung der Arbeitsvorgänge auf eine wesentlich schnellere Abfertigung rechnen kann, als es früher in dem Stadthaus-Sitzungssaale möglich war. Der weitere Vorteil dieser Neuordnuna besteht darin, daß nunmchr die Abteilungen A und B des Er nährung samtes in einem Hause vereinigt sind und dadurch die vielerlei Zeitversäumnisse und Umständlichkeiten in Fortfall kommen, die bisher bei der räumlichen Entfernung zwischen Bergstraße und Liebig-Bau in Kauf genommen werden mußten und für die Abwicklung der Arbeit hinderlich waren.
Der linke Flügel des Erdgeschosses im Liebig-Bau ist gleichfalls für die Zwecke des Ernährungsamtes vorgesehen. Wahrscheinlich wird hier die Abteilung A, die bisher im 1. Stock in den Räumen der Landwirtschaftsschule tätig war, künftighin ihre Arbeitsplätze haben, damit die Unterrichtsräume der Landwirt- jchaftsfchule wieder zur Verfügung gestellt werden können.
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Dieser Winkler, ein großer Filou, hat letzthin im Wirtshaus renommiert, mit dem Doktor werbe er schon fertig. Er hat sich das ein wenig zu leicht vorgestellt. Nun glotzt er tückisch vor sich hm und mault: „Ja, wenn die Platte Sie reut, kann ich freilich nicht zu meinem Recht kommen."
„Was heißt reuen! Ich sage Ihnen doch, es ist nicht notwendig", meint Severin ärgerlich. Wie em Büffel ist dieser Bursche, der das Blaue vom Hnn- mel herunterschwindelt.
„Und wenn nun die Lunge eine Zerreißung hat? Ich spür' doch, daß was los ist."
Dafür liegen nicht die geringsten Anzeichen vor. Nehmen Sie Vernunft an, Winkler. Es läßt stcy nicht machen. Die Kuh hat Ihnen einen Stoß gegeben, schön, es hat weh getan, ich weiß alles. Aber Rente, Rente! Das ist inzwischen doch langst geheilt; wir Aerzte haben ja auch ein bißchen Erfahrung in solchen Dingen."
„Mit uns Kleinen kann man sich das ja erfau* ben", brummelt Winkler vor sich hin und schlupn in sein Hemd. „Was das so einer Berufsgenosfen- schäft schon viel ausmacht, wenn sie einem armen Teufel alle Monat vierundzwanzig Mark zahlt. Aber wenn Sie natürlich nicht wollen ..."
„Nicht wollen! So ein dummes Gerede! Ich kann nicht, verstehen Sie? Es geht gegen mein ärztliches Gewissen. Zu Ihrem Manöver gebe ich mich iw her. Bin ich jetzt endlich deutlich?"
„Da ist gar kein Manöver; was kann ich dazU' wenn Sie nichts ftnden?" schimpft Winkler vor sich hin. Er ist bei der Hose an gelangt.
Der Bleistift in Severins Hand zerbricht. W Ruhe! Er wirb sich nicht herausforbern lassen. Das lieble ist nur, daß dieser Kerl jetzt überall herum* hetzt und begierige Ohren findet. Die Lauen, du Unsicheren, die immer auf dem Sprung zu einem anderen Arzt sind, hören dieses Gerede mit Genuy an. Dr. Severin ist froh, als der Mann tiefbeiewig und grußlos verschwindet. Er läßt feine durchs Zimmer gehen. Die Möbel sind alt, aber w ärztliche Einrichtung ist auf der Höhe. Daran hat e nie gespart. Dann sucht er Fräulein Ferber auf uno entdeckt sie in der Küche beim Kartoffelschälen. betrachtet ihre verarbeiteten Händs und fragt: „Kann bas nicht das Mädchen machen?"
„Die Gunda ist beim Einkäufen."
„Was ich sagen will: die Kinder sollen.nach dek Schule den Wagen putzen. Ich habe Fräulein uat’ versprochen, ihr die Umgebung zu zeigen."
(Fortsetzung folgt)
des Einzelhandels können zusätzlich Nachlässe bis zu 4 v. H. auf die Einzelhandelseinkaufspreise ge- währt werben. Großhändler und diejenigen Einkaufsvereinigungen, die bisher zu Grotzhandels- bebingungen beliefert wurden, erhalten auf die Einzelhandelseinkaufspreise einen Nachlaß


