Ausgabe 
10.10.1939
 
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Nr. 257 Erstes Matt

Prtt* und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange ln Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7

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verlängern.

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von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

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1.

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N hier ist die kulturelle Leistung großartig: es ! knd vorhanden 59 Grundschulen, 7 Gymnasien, eine ,|UL;' rit und das Herderinstitut in private Hochschule die frühere Uni- ersetzt. Das Deutschtum mußte um «,..1«... ^.^'chen- und Gildenhäuser einen leider in erheblichem Umfange vergeb- ' führen. Die furchtbare Drohung des r|l etwas geringer als in dem benad)= Estland aber trotzdem unmittelbar akut. 1931 Dtien auf eintausend Deutsche je 12,5 Geburten, "bsr nur 17,1 Todesfälle verzeichnet.

inb y i p eigene Steuerverwaltung vierzehn Grundschulen, V Fach- und Ergänzungsschulen und drei höhere - Manstalten aufrecht erhalten.

daß jene nur die Wirkung, diese aber die von Deutschland zu verantwortende Ursache

aus kein Schaden für Frankreich, die U n a b ° wenübarkeit

oufirogt

Berlin, 9. Okl. (DJIB.) 3m Zuge der vom Zührer in seiner Reichslagsrede angekündigten Maßnahmen der Umsiedlung deutscher Volksteile sind zwischen der Reichsregierung und der estnischen und lettischen Regierung Besprechungen ausgenom­men worden, die Umsiedlung unter Wahrung der Vermögenswerte einzuleiten.

j Ein schr kluger ausländischer Beobachter hat dieser Tage die Mahnung ausgesprochen, die west- - lichen Staatsmänner möchten bei ihrer Antwort ouf die Führerrede bedenken, daß, wenn Adolf Hitler spreche, Wort und Tat eins seien und mit äußerster Schnelligkeit aufeinander folgten. Europa hat nun wieder einen neuen Beweis dafür erhalten, daß der Führer genau das meint und durchführt, was er sagt. Das groß­zügige Projekt der Umsiedlung von Natio­nalitäten, das der Führer am 6. Oktober im

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' -Errbildungsansta! W. das als priüuic Wät Dorpat ersetzt.

I W altberühmten Kiri icWn und lei'

3m Osten die befohlenen Tagesziele erreicht.

Der Heeresbericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom Dienstag.

Berlin, 10. Okl. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:

3m 0 ff en wurden im Vorgehen auf die deutsch- russische 3nleressengrenze die befohlenen Tagesziele erreicht.

3m Gebiet nördlich des Bug und im S u- walki-Zipfel sind die damit in Verbindung flehenden Bewegungen abgeschlossen.

3m Westen geringe Spähtrupp- und Artil­lerie-Tätigkeit.

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estnische Volksdeutschtum feine kulturellen Be- ft IM»----Opfern wurden durch

Das Volksdeutschtum in den baltischen Ländern.

en neutralen n s und der Der-

Polen verschwieg seinen Verbündeten die Wahrheit

Oie deutschen Wünsche waren der ehemaligen polnischen Regierung in mindestens vier Unterredungen schon seit Oktober 1938 bekannt gegeben.

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Sieheo «ecftonto:

in Main 11686

Stunde und auch der ihrer harrenden Aufgaben im neuen, ihnen vom Führer zugewiesenen Lebens­raum bewußt und blicken mit großer Zuversicht die Zukunft.

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Baltendeutsche kehren heim!

Deutsche Besprechungen mit Estland und Lettland über die Umsiedlung deutscher Volksteile.

Bereinigung deutsch-polnischer offener Fragen vorfchlug, ist demnach Polen weder der Sache, noch der Form, noch dem Umfange nach durch die deutschen Wünsche überrascht worden. Ls kann daher auch, von keinem deutschen Ulti­matum ober gar von deutschen Angriffsdrohun­gen die Rede fein. Wenn man daher in Eng­land und Frankreich an der Lesart festgehalten hat, daß Deutschland Polen am 21. März 1939, unmittelbar nach den tschechischen Ereignissen und der Rückgliederung des Memelgebietes mit seinen Wünschen so überrascht habe, daß Po­len das Recht hatte, sich auf alles gefaßt zu machen, und England die Pflicht, Polen zu Hilfe zu eilen, dann geschieht das entweder wider besseres Wissen oder Polen hat damals England und Frankreich die Wahrheit ver­schwiegen.

An Hand umfassender Nachrichten aus englischen, französischen und neutralen Kreisen hat Polen in der Tat bis zum 22. März 1939 weder seinen fran­zösischen Verbündeten noch das ihm befreundete England von der Tatsache unterrichtet, daß Deutsch­land seit Oktober 1938 in der eben beschriebenen freundschaftlichen und friedlichen Form an Polen

sogar ihre beiderseitigen Territorien garantieren. Deutschland sei außerdem bereit, unter diesen Umständen den deutsch-polnischen trag von 1934 auf 10 bis 15 Jahre zu vertäu

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags

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nähme der wichtigst

Mächte, vor allem I t a l i e

Deutschen Reiches zu en, wird ihnen alsbald das Bei

mi uti j iiine Halbierung eingetreten. Das Rusienturn dagegen

>n und zwar überwiegend durch Zuwanderung

202,0 ttisruchslofer Arbeiter und Bauern seit 1881 von Bthilie $0)0 auf 91000 oder 8,2 o. H. der Gesarntbevölke-

63 (1&M W Ungünstig ist auch, daß sich das Volksdeutsch- ahl nd Ium in Estland zu drei Vierteln inden Städten |,25 Zentriert, während die deutsche bäuerliche Bevöl- | tening nur 4500 Mellfchen stark ist. Die schweren

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Witterungen der letzten Jahrzehnte haben den M Aschen Lebenswillen, soweit er sich im Verhält- : - ii= der Geburten- und Todesziffern abzeichnet, ge= chvächt. Im Jahr 1933 kamen auf 1000 Deutsche W 8,5 Geburten, aber 22,7 Sterbefälle! Das sind Schatten des Volkstodes! Großartig aber hat

aftli^i.' s dem Baltikum in die Wege zu leiten.

Diese Maßnahme hat natürlich in den Ländern

exterritorialer Zugang zu diesem, Absatzgarantie für polnische Waren) und Polen Deutschland eine exterritoriale Verbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet zum Bau einer Eisenbahn und Autostraße einräumt. Beide Staaten könnten dann ihre gemeinsamen Grenzen anerkennen oder

eitifpr?-: | 5m baltischen Raum, der immerhin i ulen 158000 Quadratkilometer um faß k, also so gro'^ ,

j Bayern, Württemberg, Baden, Thürir^, , : Hessen, Oldenburg und Braunschweig zusammen- I genommen, hat das baltische Deutschtum als Kultur-

I tragicr seit Jahrhunderten eine enorme Rolle ge-

'Ä W | gewahrt. Unter großen unb il N eigene Steuerverwaltung

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Natur derselben, sondern auch über die deutsche Absicht unterrichtet wurde, diese beschei­dene Wiedergutmachung des schlimmsten Un­rechts an der deutschen Osigrenze im Rahmen der freundschaftlichen Beziehungen und auf friedlichem Wege sicherzustellen.

1 Die erste Unterredung zu diesem Thema and am 24. Oktober 1938 in Berchtesgaden tatt Reichsaußenminister v. Ribbentrop schlug rem'damaligen polnischen Botschafter Lipski vor, die Bereinigung in der Weise vorzunehmen, daß die Freie Stadt Danzig zum Reich zu­rück kehrt unter Berücksichtigung der polnischen wirtschaftlichen Interessen in Danzig (Freihafen,.

> Lettland ist die deutsche Volksgruppe we- Ech stärker, sie umfaßt 70 000 Menschen, und Hk Anteil an der Gesamtbevölkeruna beträgt 3,7 >-h. Auch hier ist seit 1900 ein Rückgang von .$i(O0 auf 70 000 Volksdeutsche eingetreten. Lei- wohnen ebenfalls 90 v.H. in den Städten- in W. allein 44 000. Die Bodenreform wurde nicht '3 ricksichtslos betrieben wie in Estland und den ^msbesitzern verblieben Restgüter von 50 Hektar.

Erschetm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Ohne Illustrierte , 1.80

worden. Die hierzu erforderlichen Maßnahmen wer­den beschleunigt durchgeführt, und eine Reihe großer deutscher Handelsdampfer be­findet sich bereits im Rigaer Hafen. Die halbamt­liche lettischeRihts" unterstreicht die schnelle Ver­wirklichung der Führerworte, wobei sie von der Adolf Hitler eigenen Konsequenz und Energie spricht.

Auch die e st l ä n d i s ch e R e g i e r u n g hat von der Reichregierung die Mitteilung erhalten, daß auch die Volksdeutschen Estlands repatriiert werden würden. Zu diesem Zweck sind bereits meh­rere große Handlesschiffe in eftländischen Häfen ein« getroffen. Sowohl die Volksdeutschen Lettlands als auch diejenigen Estlands sind sich der Größe der grundsätzliche Einigung bereits erzielt

gewesen seien;

daß die englische Garantie also nicht zur Er­mutigung des polnischen Widerstandes gegen die deutschen Wünsche geführt habe und

daß Deutschland mit feinen Forderungen auf Rückgabe Danzigs und Bewilligung eines exter­ritorialen Zuganges zu Ostpreußen Polen in einem Augenblick höchster internationaler Span­nung überfallen habe.

Demgegenüber steht fest, daß die polnische Regierung mit den deutschen Wünschen be­reits feit dem 2 4. Oktober 193 8 bekanntgemacht und in winde st ens vier Unterredungen nicht nur über die

id um die Ostsee besonderes Aufsehen erregt,. öiuiu»uuu.etri uutg nicyr gurren ammmerr roeroen m .. l gewisse Zeitungen aus recht durchsichti-' können, haben den Entschluß zur Umsiedlung ge- osfil.^ ^en Gründen nun die Vermutung aufstellen, daß boren. Für die einzelnen Baltendeutschen mag dies ift nun, Deutschland sich im Zusammenhang mit dem russisch- zunächst einen Verzicht bedeuten, aber das Glück,

" I« estnychen und russisch-lettischen Pakt zur Zurück- in den Grenzen des Deutschen Reiches zu leben

MM Wung seiner Volksgenossen entschlossen habe, so und zu schaffen, wird ihnen alsbald das Bewußt-

M befinden fte sich damit auf dem Holzwege. Es han- sein zurückgeb^n, daß sie nun ihre eigentliche Hei-

8W. bck sich hier vielmehr um einen grundsätzlichen und mal wiedergesunden haben.

Haffen" der Bauern und Arbeiter, wie man er sagte. Die amtliche e ft n i s ch e Statistik die Zahl der Volksdeutschen auf 18 319 oder

Lloyd George plädiert für eine Konferenz.

London, 9. Okt. (Europapreß.) Der frühere Ministerpräsident Lloyd George befaßt sich im Suüday Expreß" mit der Rede Adolf Hitlers. Bei der Prüfung der Friedensoorschläge des Führers schlägt Lloyd George die Abhaltung einer Konferenz vor. Er richtet einen eindringlichen Appell an die englische Regierung zu Gunsten eines sofortigen Abschlusses des Konflikts. Lloyd George schreibt, Deutschland könne auf die u m - fassenden Hilfsquellen Rußlands zäh­len, sodaß seine Stellung unüberwindbar werden könnte. Lloyd George meint, es sei durch-

Es ist also ein echter und weittragender F rie­be n s b e i t r a g , den das nationalsozialistische Deutschland hier aus eigener Initiative leistet. Die­ser Beitrag' ift umso höher einzuschätzen, als hier­mit ein Kapitel in der Geschickte der deutschen Ost­kolonisation abgeschlossen wird, das überreich an kulturellen Aufbauwerken aller Art ist und dessen stolze Zeugen noch heute in den baltischen Städten stehen. Die höhere Notwendigkeit einer umfassenden europäischen Friedensordnung und die Einsicht, daß die volksdeutschen Splitter im Baltikum von den Staatsvölkern doch nicht hätten assimiliert werden

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einigten Staaten. Er schreibt, entgegen den Behauptungen englischer Regierungskreise seien große Teile der öffentlichen Meinung Großbritanniens gegen die Fort­setzung des Krieges. In den letzten Tagen habe er aus dem ganzen Lande von Frauen und Männern aller Parteien Briefe in diesem Sinne erhalten; alle versicherten ihm, die Mitglieder des Unterhauses seien schlecht über di e wah­ren Gefühle der öffentlichen Meinung in ihren Wahlkreisen unterrichtet.

unabänderlichen Entschluß Deutschlands, nämlich, wie der Führer sagte,auch im Osten unseres Reiches friedliche, stabile und damit tragbare Verhältnisse herbeizuführen." Als die bei weitem wichtigste Aufgabe dieser Neu­ordnung in Osteuropa hat der Führer die Um­siedlung der Nationalitäten bezeichnet. Denn:Der ganze Osten und Südosten Europas ist zum Teil mit nicht haltbaren Splittern des deutsche »Volkstums gefüllt. Gerade in ihnen liegt ein Grund und eine Ursache fortgesetz­ter zwischenstaatlicher Störungen. Im Zeitalter des Nationalitäten-Prinzips und des Rassegedankens ist es utopisch, zu glauben, daß man diese Angehöri­gen eines hochwertigen Volkes ohne weiteres assi­milieren könne".

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geschicktes Arrangement der außenpolitischen und diplomatischen Kulisse den Eindruck zu er­wecken, daß es durch Deutschland un­mittelbar in seiner Unabhängigkeit und Freiheit bedroht und daher des eng­lischen Beistandes bedürftig sei. Im Lichte des pol­nischen Zusammenbruchs wird dieser Mißbrauch der englischen und französischen Sympathie durch die ehemalige polnische Regierung in seiner ganzen Verantwortungslosigkeit sichtbar.

189. Jahrgang Dienstag, 10. Oktober 1959

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

2. Am 5. Januar 1939 fand in Berchtes­gaden eine Unterhaltung zwischen dem Füh­rer und dem polnischen Außenminister Beck statt. Der Führer stellte Beckeine klare deutsche vertragliche Garantie" einschließlich des Korridors für den Fall in Aussicht, daß Deutschland und Polen sich über die politische Rückgliederung Danzigs in die deutsche Gemeinschaft unter selbst­verständlicher Wahrung der polnischen Interessen in Danzig und eine exterritoriale Verbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reich verständigten.

3. Am 6. Januar 1939 hat der Reichsaußen- m i n i st e r dem polnischen Außenminister B e ck in München als Gegenleistung Deutschlands aus­drücklich dieGarantie des Korridors und des gesamten polnischen Besitz- standes", also die endgültige und dauernde An­erkennung der gegenseitigen Grenzen in Aussicht gestellt.

4. In Anknüpfung an dieses Münchener Gespräch hot der Reichsaußenminister von Ribbentrop anläßlich seines Staatsbesuches in Warschau vom 25. bis 27. Januar 1939 noch einmal unter den obigen Voraussetzungen dem polnischen Außenmini­ster eine Garantie der deutsch-polnischen Grenzen zur umfassenden Befriedung der deutsch-polnischen Be­ziehungen angeboten.

Als Reichsaußenminister von Ribbentrop am

21. März 1939 dem ehemaligen polnischen Bot­schafter Lipski noch einmal die endgültige

A e n b e r u n ge n kugel anzueykennen. Auf jeden Fall müsse man be­rücksichtigen, daß kein allgemeiner und dauerhafter Friede möglich sei ohne die Berücksichtigung der italienischen Ansprüche in Afrika und im Mitte lrneer. Der frühere Minister­präsident besteht auf der Zweckmäßigkeit der Ein-

Berlin, 9. Oktober. (DNB.) Der Deutsche Dienst schreibt: In der amtlichen englischen Be­weisführung über den Anlaß des polni­schen Krieges wird besonders Wert darauf ge­legt, daß die englische Garantie an Polen erst am 31. März 1939 gegeben, die deutschen Forderungen jedoch am 21. März gestellt wor- seien. Daraus gehe hervor:

>£ SnmiWWe Einigung

K mit Lettland.

10. Okt. (Europapreß.) In der Frage (i 1 Rückwanderung Volksdeutscher aus Lettland ist Ä u|ft>er l-ttländilch-n Regierung «ins

Die Völker dürfen es nicht wissen!

Vier Tage nach der Reichstagsrede des Führers ist festzustellen, daß die beiden kriegführenden Mächte im Westen zwar von ihren Völkern den rücksichtslosen Einsatz von Leib und Leben für i*n unbekanntes Kriegsziel verlangen, ihnen aber nicht einmal die genaue Kenntnis des neuen europäischen Friedensplanes Adolf Hitlers erlauben. Die er­drückende Mehrzahl der Blätter in England und Frankreich wagt unter dem behördlichen Druck noch nicht einmal, ihren Lesern einen sinngemäßen, zu­sammenhängenden Auszug aus der Führerrede, ge­schweige denn ihren vollen Text zu geben. Soweit Auszüge erschienen sind, merkt man ihnen die Tendenz der Fälschung des Sinnes der Rede allzu deutlich an. Einige Blätter haben von sich aus den Versuch gemacht, einen. größeren Auszug mit den wichtigsten Stellen der Rede zu bringen. Da sie jedoch sogar diesen Auszug vorher der Zensur vor­legen mußten, so war der Erfolg lediglich der, daß diese Blätter entweder mit beträchtlichen Zensur­lücken oder mit dem amtlich verstümmelten Text erschienen.

Hier erlebt man nun ein besonders bezeichnen­des Beispiel für die Folgen solcher Unterschlagungs- und Fälschungspokitik. Der frühere Ches der Feuer- kreuzler in Frankreich, Oberst d e la Rocque, schreibt imPetit Journal" auf Grund des ihm zugeleiteten Auszuges aus der Rede, Hitler habe bereits die Ziele für Beschießungen auf französi­schem Boden bestimmt und sogar in seiner Rede offen genannt. Aus dem Wortlaut der betteffenden Stelle der Führerrede ergibt sich ganz klar, daß es sich hier nur um eine warnende Darstellung eines Krieges im Westen, nicht aber um die Anweisung von Zielen für eine Beschießung oder eine Drohung handelt.

Und ein zweites Beispiel: Die PariserEpoque" beklagt sich darüber, daß die Reichstagsrede von den französischen Telegrafenbüros nur in sehr knap­pen Auszügen an die Schriftleitungen der Blätter geliefert worden fei. Obwohl also das Blatt gar kein Urteil über die ganze Rede haben kann, schreibt es in seinem Kommentar, es sei die Redeeines Tob- süchtigen" gewesen! Es handelt sich hier wohlver­standen um eine ganz bewußte, ganz planmäßige Irreführung der öffentlichen Meinung durch die zuständigen englischen und französischen'Behör­den. Die Völker dürfen d i e Wahrheit nicht wissen. Man könnte die Frage aufwerfen, wie lange die Regierungen in jenen beiden Ländern wohl noch einer allgemeinen öffentlichen Empörung standhalten könnten, wenn die Völker dort einmal die volle Wahrheit über die Vorgänge aus der Zeit nach der Münchener Viererbesprechung und der Gegenwart erführen.

Argentiniens Neutralität.

Buenos Aires, 9. Okt. (DNB.) Der deutsche Botschafter von Th ermann stattete nach sei­ner Rückkehr aus Deutschland dem Außenminister Dr. Cantilo einen Besuch ab. Während der in freundschaftlichstem Geist geführten Unterhaltung über verschiedenste durch Zeitumstände bedingle Fragen unterstrich Dr. Cantilo nochmals den Wunsch Argentiniens nach Aufrechterhal-

Rkichstag verkündete, beginnt bereits Wirklichkeit zu werden. Zwischen der Reichsregierung einerseits unö der estnischen und iHtttschen Regierung ander- aufgenommen worden, um

war fe 1,7 v. H. der Gesamtbevölkerung.

ich, \ man die tatsächliche Zahl der 23i . ,

n M1 MCOO veranschlagen dürfen. Es ist bezeichnend, daß chnMUjGegensätze zum Volksdeutschtum das russische erie (ft1 Bolrselement in Estland einen Aufschwung bis zur ) M V-endigung des Weltkrieges genommen hat. Das jiräB; Aksdeutschtum in Estland zählte um die Jahr- himdertwende noch etwa 40 000 Menschen; seither ist