Ausgabe 
10.6.1939
 
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Deutschland fordert seine Kolonien zurück.

Hier kann England seinen Verständigungswillen bekunden.

Forderung nach Rückgabe unseres kolonialen Eigen, tums nicht ernst gemeint sei, oder nur dßn poli­tisches Manöver sei. Ich glaube sre werden diese Meinung auf die Dauer nicht aufrechterhalten kön­nen. Denn diese Sache ist eine Angel egen- heit von Führer und Dol k."

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Kriedenstheorie und Einkreisungspraxis

Wir wollen Taten sehen

Chamberlain und Halifax blasen die Friedensschalmei

Stabschef Lutze vor der Ostland-SA

JXUlUni[LUUieil UlC oiuyu i ll UH Rituell -------- "i HIUll IJl

und Gesundheit ü» den tropischen Gebieten ZU ge«* darüber zur Tagesordnung übergegangen, als

der eingeborenen Bevölkerung zu erhalten und den Kolonisatoren die erforderliche Sicherheit an Leben

weis widmet, daß der Weg für neue Gelegen­heiten, vor allem zwischen Deutschland und Eng» land, offen sei, so mögen gewisse enttäuschende und ärgerliche Erfahrungen der letzten Zeit zu dieser Mäßigung beigetragen haben. Denn selbst wenn man der englischen Politik unterstellen könnte, daß ihre Handlungen Ende März und Anfang April echte Reaktionen einer echten Schrecksekunde ge­wesen wären, so gibt es für die Politik, wie sie

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

Deutschland hat wiederholt die Frie­denshand ausge st reckt, für seine kon­kreten und brauchbaren Vorschläge aber bisher keinen Dank geerntet, im Gegenteil, man ist

sich heute darstellt, keinerlei solche Entschuldigungen mehr. Für den Deutschen ist sie, und wenn Halifax sich auf den Kopf stellt, jene Einkreisungs- p o l i t i k, die er schon einmal erlebt, erlitten und mit der zeitweiligen Auslöschung seiner nationalen Freiheit bezahlt hat. Keine englische Rede, keine englische Rundfunksendung kann dem deutschen Volk die Ueberzeugung ausreden, daß die englische Politik auf die Abschnürung und Fesselung seiner Großmachtexistenz ausgeht. Wenn man in London dies als eine Aus­geburt der Phantasie oder als Propaganda bezeich­net, so empfinden wir das Gerede von deutschen Weltherrschaftsplänen und Unterjochung Europas als nicht weniger Phantasterei und Propaganda, mit dem Unterschied, daß Deutschland durch Taten und Leistungen, wie z. B. durch Nichtangriffsverträge oder die Heimberufung der spanischen Legion, sol­chen Behauptungen den Boden entzieht.

Der den Destausgang des INltlel- meeres räumt, ist über den Verdacht,

das sich durch seine Leistungen eine unabweisbare Weltgeltung erworben hat, können für die prak­tische Nutzung, für die Anteilnahme an Raum und Rohstoffen der Welt gewissermaßen nur Mieter fein nirgends außerhalb von Deutschland sind wir freie Besitzer dabei müssen wir auf der gleichen Fläche leben, auf der unser Volk schon sein Auskommen finden mußte, als die Zahl seiner Menschen ein Drittel der heutigen betrug.

Van solchem Gesichtspunkt aus gehen wir heute gegen die koloniale Entrechtung unseres Volkes an. So betrachtend empfinden wir den Mangel im überseeischen Lebensraum für unser Volk als unerträglich. Von anderen gezwungen zu werden, in solcher drangvollen Enge zu leben, von anderen, die das nutzen, was uns gehörte, obwohl sie selbst gar nicht im Stande sind, den ihnen schon gehörenden Le­bensraum auszunuhen oder gar in allen Teilen zu entwickeln.

Das deutsche Volk bleibt bei dem Anspruch auf die ihm völkerrechtlich zusiehende Genugtuung für die erlittene Lhrenkränkung; es verlangt die Dledergutmachung des in Ver - feitles in der Kolonialfrage be­gangenen Betruges und durch Er­pressung zugeführten Anrechts. Diese Genugtuung kann nur in einer entspre­chenden Erklärung und in einer Rückgabe der deutschen Kolonien bestehen. Allein auf solche Weife wird die Kolonialschuldlüge wirklich zu­rückgenommen und getilgt.

Von den Gegnern, die unser Eigentum m Händen halten,' kann man oft die Meinung hören, daß die

Erntehilfe für Freiheit und Brot

Aufrufe on die Studentenschaft.

Memel, 9. Ium (DNB.) Am Freitag landete Stabschef Lutze, der im Zuae seiner Besichti­gungsreise die Ostland.-SA. besucht, in Memel. Auf dem Flughafen hatten sich zu seiner Begrü­ßung u. a. ^-Obergruppenführer Dr. Neumann sowie SA.-Sturmbannführer B e r t u l e i t, der frühere Präsident des MemeMrektoriums, einge­sunden. Auf dem Neumarkt sand dann die Ver­eidigung der 5000 SA.-Männer statt, die ihr Bekenntnis zum Großdeutschen Reich schon vor der Eingliederung des Memellandes durch ihren Ein­satz in der damaligenSicherheitsabteilung" unter Beweis stellten. Der Stabschef erinnerte daran, wie in Berlin die Legion Condor zum ersten Male seit dem Weltkriege wieder ein deutsches Feld­zeichen siegreich durch das Brandenburger Tor trug. Er richtete die Mahnung an seine Männer, jeder von ihnen müsse sich bewußt sein, daß er mit diesem Cid eine Verpflichtung auf sich nehme, der er sein ganzes Leben lang treu bleiben müsse. Dann folgte die feierliche Eidesleistung.

In Danzig sand vor dem Stabschef ein Appell von 6000 Mann ostpreußischer und 2000 Mann Danziger SA. statt. Gauleiter F o r st e r richtete

noch einen gewaltigen moralischen, den Deutschland aus sein koloniales Eigentum hat, aus seiner tat­sächlichen Kultur- und Zivilisationsleistung in seinen Kolonien als Ausfluß seiner Rolle als Kultumation. Die ganze Schwere der Entrechtung und Ver­gewaltigung Deutschlands durch Ver­sailles, die ganze Schmach und Schande, die man ihm mit der Wegnahme der Kolonien ange­tan hat, wird erft klar, wenn man die deutschen Leistungen auf allen Gebieten der Kultur und Zi­vilisation als Maßstab anlegt.

Seit Beginn der abendländischen Völkergemein­schaft, seit den Anfängen der Konsolidierung der heutigen europäischen Nationalitäten gehört das deutsche Volk zu den Nationen, die kulturschöpferisch tätig waren und auf dem Gebiete der Zivilisation und der Technik Bahnbrechendes geleistet haben.

Cs ist nicht wahr, wenn man behauptet, das deut­sche Volk begründe seinen Daseins- und Geltungs­anspruch vorn Wert rassisch-biologischer, körperlicher Eigenschaften aus. Es begründet rhn viel stärker als aus dem rassischen Geist heraus aus geistiger Lei­stung und geistigem Erfolg. Wenn wenn uns heute des Wertes unserer rassischen Struktur bewußt sind und die rassische Reinhaltung als bestimmendes deutsches politisches Prinzip aufgestellt haben, so entspringt dies zu einem ganz wesentlichen Teil aus dem geistigen Gebiet. Wir wissen, daß wir gerade hier überragende Werte unseres Volkstums wah­ren, im Gegensatz eben zu den Völkern, die wir als Parasiten erkannt haben, weil sie von unserer gei­stigen Leistung leben, weil sie unsere Kultur ko­pieren und weil sie hier glauben, auf dieser Welt Herrschaftsansprüche anmelden oder Völker bevor­munden oder ausnützen zu können.

Dir waren und sind die Gebenden, und wir wollen als solche anerkannt werden. Dir haben als Gebende den unabweisbaren Anspruch auf Gegenleistung."

Als ein praktisches Beispiel verwies General Rit­ter von Epp auf die deutschen Leistungen auf dem Gebiet der Tropenmedizin und die Produkte, die die deutsche Wissenschaft und Industrie hier geschaffen habe, die es überhaupt erst ermöglichten, die für jede Kolonisation unerläßliche und wertvolle Kraft

Wie unsere Gegner diese Leistungen einschätzen, zeigt eine führende wissenschaftliä)-medizinische Fach­zeitschrift,Nature" (23.4.1938), in der es heißt, daß nach dem Bericht der tropenmedizinischen For­schungskommission Großbritanniens und des Em­pire Die Tatsache unumstößlich feststehe, daß die Erfindung und Herstellung von Arzneien früher und heute fast vollkommen von deutscher Wissenschaft und Industrie abhänge.

Dadurch, daß das Empire auf diesem Gebiete auf Deutschland angewiesen sei, hingen etwa allein in Indien 100 Millionen, die alljährlich malaria- krank werden, von deutscher Medizin und Wissen­schaft ab. Das koste dem britischen Reich allein für Indien pro Jahr bis zu 50 Millionen Pfund. Da­bei feien die indirekten Ausgaben eingerechnet.

Der Bericht der englischen Wissenschaftler", so erklärte Ritter von Epp,bedarf keines Kommen­tars. Er fordert nur die Frage heraus: ,Schämt ihr euch nicht, diesem Volk den ihm gehörigen Reserve- raum zum Leben vorzuenthalten mit der noch in Auswirkung stehenden Begründung, es sei unfähig zu kolonisieren?!

Die Menschen leben und denken heute nicht mehr nach Maßstäben der Postkutsche, des Segelschiffes und des Lastträgers, sondern nach den Maßstäben der heutigen Technik. Selbst der kleinste Mann im entlegensten Dorf ist durch die- geistigen Verkehrs­mittel dem Weltgeschehen irgendwie als Zuschauer oder Zuhörer nachgerückt. Ueberall in der Welt, wo deutsche Flugzeuge landen, sind sie auf die Dul­dung von anderen Nationen angewiesen. Wir, das Volk, das in der ersten Reihe der Gebenden steht,

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Reichsstu - dentensührer erläßt für den Landdienst der Deutschen Studentenschaft folgenden Ausruf:

Deutsche Studenten, deutsche Studentinnen?

Der Wille der Feindesmächte will Deutsch- land zerstören, die Einkreisung soll unseren Freiheitswillen beugen. Das deutsche Volk steht e i n- mütig zum Führer und ist für seine Lebens­rechte zum Aeußersten entschlossen. Auf den Fel­dern Ostdeutschlands reift die Ernte. Es fehlen Hände, sie zu bergen. Wehrmacht und Arbeitsdienst stehen bereit. In dieser Stunde rufe i ch euch zur Ernte nach dem Osten. Deut» sche Bauern warten auf euere Hilfe. E s geht um Freiheit und Brot. Heraus zur Ernte­hilfe!"

Stuttgart, 9. Juni. (DNB.) Anläßlich der Tagung des Deutschen Auslandsinstttuts in Stutt­gart hielt Reichsstatthalter General Ritter von Epp auf der Kolonialkundgebung eine Rede, in der er einleitend auf die Bedeutung Stuttgarts als Stadt der Ausländsdeutschen für den kolonialen Gedanken hinwies.

General Ritter von Epp führte u. a. aus:Der Führer meisterte mit schlagender Folgerichtigkeit ein Hindernis nach dem anderen auf dem Wege 3ur Wiedererstarkung Deutschlands. Seine politische Ar­beit begann als erstes mit dem Schritt heraus aus Ohnmacht und Elend und ging konse­quent bis dahin, wo mir heute stehen, als mäch- hges, starkes und einiges Volk im Herzen Europas.

Seit der Schaffung dieser Macht hat der Führer keine Gelegenheit vorübergehen lassen, bei der er nicht der Welt und insbesondere den Mächten, die unser Eigentum widerrechtlich be­sitz e n , die deutsche Forderung zur Kennt­nis gebracht hat. Mit jedem Male sett jener erst­maligen Forderung vom 30. Januar 1937 stand hinter dieser Forderung ein stärkeres Volk, ein stär­ker zusammengeschweißtes Deutschland und eine noch stärkere und größere Macht.

Die Rückforderung der deutschen Kolonien durch den Führer ist eine Wiederholung der geschichtlicken Situation, die bestand, als Bismarck die deutschen Kolonien erwarb.

Der Redner wies dann auf die bekannten vier­zehn Punkte Wilsons hin, in deren Punkt 5eine freie, weitherzige und unbedingt unparteische Be­friedigung der kolonialen Ansprüche" vorgesehen war. Vor dem Bundeskongreß habe Wilson am 11. Februar 1918 hinzugefügt, es müßten alle Fra­gen so geregelt werden, daß die Herbeiführung eines Friedens von Dauer am wahrscheinlichsten sei. Völker und Provinzen dürften nicht verschachert werden. In Mount Vernon proklamierte Wilson, keine territoriale Regelung dürfe auf Grund des materiellen Interesses oder Vorteils irgend einer Nation erfolgen. Alles, so sagte er in seinen Ausführungen im September in Neuyork, müsse von einer unparteiischen Gerech­tigkeit geleitet sein.

Nach einem Notenwechsel der deutschen Regie­rung mit dem Präsidenten Wilson im Oktober 1918 über die 14 Punkte als Friedensgrundläge gaben die verb ündeten Regierungen offi­ziell durch die Note des amerikanischen Staats­sekretärs Lansing vom 5. November 1918 der deut­schen Regierung die Antwort, sie seien bereit,auf Grund der in der Kongreßbotschaft des Präsidenten vom 8. Januar 1918 aufgestellten Friedensbedingun­gen und der in seinen späteren Aussprechungen ver- kündeten Grundsätze mit der Regierung Deutsch­lands Frieden zu schließen." Mit der Annahme dieser Note durch Deutschland, so führte der Red­ner weiter aus, war ein rechtsgültiger Ver­trag abgeschlossen, auf Grund dessen Deutschland die Waffen niedergelegt habe im Glauben an die Geltung der Verträge.

Deutschland tat damals etwas, was 20 Jahre später ein anderer Präsident glaubte ihm wieder anraten zu müssen: In den Verhandlungssaal zu kommen und keine Waffen mitzubringen.

Aus der zugesicherten freien, weitherzigen und unbedingt unparteiischen Schlichtung der völker­rechtlich verbrieften kolonialanfprüche wurde unter Bedrohung eine koloniale Entrech­tung, eine Entmündigung und eine Beleidigung des deutschen Volkes. Deutschland wurde mit vorgehaltener Pistole gezwungen, den Verzicht auf feine Kolonien zu unterschreiben. Sie wurden unter ..Vormund­schaft fortgeschrittener Rationen" gestellt, die wie man sagteauf Grund ihrer Hilfs­mittel und Erfahrungen imstande und bereit sind, eine solche Verantwortung auf sich zu neh­men"! Diese Beschimpfung und Entmündigung aber brachte für die Sieger obendrein einen enormen Gewinn, lieber die Wanbatsverwal- tung war der Ausweg gefunden, den gewalt­samen Raub des deutschen Besitzes an Reserveraum nicht auf das Reparationskonto zu fetzen.

Neben dem juristischen Anspruch gibt es aber

Meuchelmord an deutschem Polizisten im Protektorat.

P r a g , 9. Juni. (DNB.) In der Nacht zum Don­nerstag ereignete sich in Kladno bei Prag ein schwerer Zwischenfall. Ein deutscher Polizei- w a ch t m e i st e r'wurde von unbekannten Tätern erschossen, lieber den Uebersall, der aus dem Hinterhalt erfolgte, ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Die Protektoratsbehörden haben sofort Maßnahmen verfügt, die eine Wiederholung der­artiger Vorfälle ausschließen.

In Kladno fand eine erhebende Trauerfeier für den ermordeten Polizeiwachtmeister statt. Ober« lanbrat Dr. Meusel würdigte die hervorragenden beruflichen und menschlichen Eigenschaften des Er­mordeten. Der Oberst der Polizei L i s s e n legte im Auftrage des Führers an der Stelle, wo der Wacht­meister meuchlings niedergeschossen wurde, einen Lorbeerkranz nieder.

Der Täter ist bisher noch nicht ermittelt. Die Untersuchung wird mit der notwendigen Schärfe durchgeführt. Der Ausschuß der Nationalen Gemein- schäft hat eine Sonderkommission nach Kladno ent­sandt, die die Untersuchung unterstützen wird.

Der Pressedienst der Nationalen Gemeinschaft er- klärt, es sei vaterländische Pflicht eines jeden Tsche­chen, zur Auffindung und Bestrafung des Täters bei­zutragen. Der Prager Zeitungsdienst schreibt, der Schuß sei gleichzeitig gegen die Politik des friedlichen und harmonischen Zusammenlebens der Deutschen und der Tschechen gerichtet gewesen. Auch vom tsche- chischen Standpunkt aus sei es ein Verbrechen gegen bas tschechische Volk und seine Zukunft.

Hauptdienstleiter Dr. Todt

unterstützt diesen Aufruf des Reichsstudentenführers durch einen besonderen Appell an die Studenten der Technischen Hochschulen: Zur Sicherstel­lung der deutschen Ernte im Osten hat der Reichs­studentenführer den Einsatz der deutschen Studen­ten zur Erntearbeit angeordnet. Die Wochen dieses Einsatzes im Osten werden für den deutschen Stu­denten bald mehr bedeuten, als eine Ferientätig­keit. Er lernt den deutschen Ostraum, er lernt durch die Arbeit in der Landwirtschaft brennende Schick­salsfragen unseres Volkstums kennen, und er ar­beitet Dorf, wo Arbeitskraft am notwendigsten ge­braucht wirb. Für jeden werben diese Wochen ein Erleben sein. Gerade von den Tatmenschen darf keiner fehlen.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Lord Halifax hafte in seiner Rede vor dem Oberhaus auch Ausführun­gen über das Verhältnis $um Reich ge­macht, die von der Londoner Presse als einAppell an Deutschland" und sogar alsFriedensangebot" ausgedeutet werden. Zu diesen Ausführungen schreibt derDeutsche Dienst":

Der englische Premierminister Chamberlain und sein Außenminister Lord Halifax haben am Donnerstag vor den parlamentarischen Körper­schaften Großbritanniens sich zu dem gegenwärtigen deutsch-englischen Verhältnis geäußert und dabei Worte gefunden, die im Ohre eines Deut­schen wesentlich angenehmer klingen als die kriegs­lüsternen Einkreisungsreden, die man in der letzten Zeit von jenseits des Aermelkanals vernommen hatte. Blickt man jedoch genauer hin, so muß man freilich feststellen, daß die Sirenenklänge vom britischen Inselreich nichts Greifbares oder Positives enthalten, sondern sich im Grunde in den seit Jahren bekannten Redensarten er­schöpfen, mit denen man nichts Rechtes anfangen kann. Immerhin wollen wir festhalten, daß beide Staatsmänner von der Möglichkeit eines friedlichen Ausgleiches gesprochen haben, während man erft dieser Tage ganz andere Töne aus England hörte. Es sei nur an die Erklärung Chamberlains erinnert, man beabsichtige nicht, die militärische Unterstützung, über die die Drei Mächte (England, Frankreich, Sowjetunion) sich einigen könnten, auf alle Fälle eines tatsächlichen Angriffes auf ihre eigenen Gebiete zu beschränken; man könne sich vielmehr Fälle vorstellen, in denen eine der drei Regierungen sich in ihrer Sicherheit indirekt durch die Aktion einer anderen europäischen Macht bedroht fühlen könnte. In dieser Erklärung war der wahre provokatorische Charakter der Ein- kreisungsbesfrebungen zum Ausdruck ge­kommen. Ging doch die Kriegspsychose in diesen Ländern soweit, daß die Wirtschaft durch die all­gemein herrschende Nervosität empfindliche Schäden erlebt hat und beschwörende Aufrufe zur Verhinde­rung eines allgemeinen Streiks erlassen mußte.

Wenn jetzt an der Temse plötzlich wieder ein­mal die Friedensplatte aufgelegt wird, so wollen wir dies gern zur Kenntnis nehmen, müssen aber darauf bestehen, konkrete Be­weise des guten willens zu sehen, ehe wir diesen schonen Worten trauen. Zwischen den jetzigen Beteuerungen von Chamberlain und Lord Halifax und ihren noch kürzlich gehaltenen Reden befindet sich eine so tiefe Kluft, daß man die Friedensklange nicht so ohne weiteres gutgläubig hinnehmen kann.

Lord Halifax spricht jetzt von englischem Ver­ständnis für die deutschen Bedürfnisse auf Lebensraum. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Als mir uns auf dem Weltmarkt um Walöl bemühten, bas bei unserer knappen Fettoersorgung für uns desonbers wichtig ist, kauften die devisenkräftigeren Engländer es uns vor der Nase weg. Als mir einen Wirtschaftsvertrag mit Rumänien abschlossen, der beiden Partnern nur zum Vorteil gereichen wird, sahen wir uns plötzlich einem völlig unverständlichen, gehässigen eng­lischen Widerstand gegenüber, der selbst nicht vor dem Mittel der Verleumdung zurückschreckte, als ob wir mit diesem rein wirtschaftlichen Vertrage eine Vergewaltigung eines selbständigen Staates beab­sichtigten. Und der Bundesgenosse Englands, der französische Ministerpräsident D a l a d i e r , hat un­seren Lebensraumforderungen noch vor wenigen Tagen ein kategorischesNein!" entgegen» gestellt. Aber mir werden ja in der nächsten Zeit Gelegenheit haben, festzustellen, was hinter den ganzen Worten aus London steckt. Wenn man den Verständigungsmillen betont und für die deutschen Bedürfnisse nach Lebensraum Verständnis zu besitzen vorgibt bitte sehr, bann könnte man in ber Frage ber Rückgabe unserer Kolonien ben Ver­sicherungen die Tat folgen lassen, eine Tat übri- gens, mit ber England und Frankreich, ohne selbst Einbußen zu erleiden, ein großes Unrecht wieder gutmachen und die Gerechtigkeit wieder Herstellen könnten.

ob nichts geschehen wäre. Daß das Reich dann den Einkreisungsbestrebungen der Westmächte nicht untätig gegenüberstand, son­dern zuerfolgreicher Abwehr" überging, war ein felbstverständliches Erfordernis deutscher

Lebensinteressen.

Lord Halifax hat nun. ben Versuch gemacht, in Zusammenhang mit verschiedenen politischen Ereig­nissen DeutschlandWortbrüchigkeit" nachzuweisen. Er meinte, wir hätten bestimmte Erklärungen ab­gegeben, bann aber eine andere Politik gemacht. Als ob man hier von Wortbrüchigkeit sprechen könnte. Was sagte Chamberlain, als er die Einführung ber Wehrpflicht in England verkündete, nachdem er kurz vorher erklärt hatte, diese Einführung komme nicht in Frage? Er recht­er tigte diesen Widerspruch mit dem Satze:Der- änderte Umstände verlangen verän­derte Maßnahmen". Was Chamberlain recht ist, darf uns wohl billig fein, und es steht Lord Halifax schlecht an, uns etwas verwehren zu wollen, was sein Regierungschef für England als S e l b ft v e r st a n d l i ch k e i t in Anspruch nimmt. Ein Hindernis für eine deutsch-englische Verstän­digung könnte also hierin nicht gesehen werden, vorausgesetzt, daß auf beiden Seiten der englischen Regierung auch wirklich der aufrichtige Wunsch nach dieser Verständigung bestünde. Aber, wie ge­sagt, noch sind die Widersprüche zwischen der englischen Politik der Tat einerseits und der schönen Worte anderseits zu groß, als daß wir die neuesten Friedenstöne als bare Münze buchen könnten.

Wenn sich ber britische Außenminister im Ober­haus eines Tones ber Mäßigung befleißige, ohne allerdings auf unnötige Ausfälle gegenüber ber Politik des Reiches zu verzichten, und wenn er den größeren Teil feiner Ausführungen dem Nach­

herzliche Willkommensgrüße an den Stabschef. Für Danzig habe es nie einen Zweifel darüber gegeben, daß 400 000 Deutsche in Danzig zum Reich wollten und daß dieser Herzenswunsch eines Tages erfüllt werde. Dann sprach Stabschef Lutze. Er ging auf den Auftrag des Führers ein, den er der. mit der Verfügung vom 19. Januar gegeben hat. Wenn sich die SA. bei den Wehrwettkämpfen im gegenseitigen Kräftespiel messe, dann gelte es nicht, billige Lorbeeren zu erringen, ihre Arbeit diene ber Erhaltung der Wehrkraft bes deutschen Volkes. Die besten von euch werben zu den Reichswett- kämpfen der SA. in Berlin mit ben siegreichen Kämpfern aus ben anderen SA.-Gruppen zum Wettstreit antreten, um nach Bewährung vor J>em Führer bann in Nürnberg zu zeigen, was bie SA^ Männer ber Gruppe Ostland zu leisten imstande sind. Ich weiß, daß hier im Osten die national« sozialistische Mannschaft steht, auf bie sich der Füh­rer immer verlassen kann." Der Stabschef über­druckte den Männern den Gruß der gesamten groß- deutschen SA. und schloß mit einem Siegheil auf das deutsche Danzig.

währleisten. Erst mit der Schaffung dieser Mittel durch Deutschland sei es praktisch möglich gei----

ben, ben natürlichen Ergänzungskontinent Afrika