Ausgabe 
10.6.1939
 
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lr.1Z3 Erster Blatt

189. Jahrgang

Samstag, 10./Sonntag,u.)uni 1939

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honten

Olympische Winterspiele 1940 in Deutschland

Spur: es

- r n

des

Führer

Traditiona-

grüßt an

Franco, Telegramm

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der nationalen Spaniens, Generalissimus hat an den Führer das nachstehende gerichtet:

Brüderlich verbunden.

Dank Spaniens an den Führer.

Der Führer hat telegraphisch hieraus wie folgt geantwortet:

Ich danke Ihnen herzlich für die mir von der Tagung des Nationalrats als Zeichen der brüder­lichen Verbundenheit unserer Völker über­mittelten Grüße. In der sicheren Ueberzeugung, daß der gemeinsam durchgeführte Kampf gegen den kultur- und oölkerzerstörenden Bolschewismus zwi­schen dem deutschen und spanischen Volk ein Band unlösbarer Gemeinschaft geschaffen hat, erwidere ich Ihr Gedenken aufs herzlichste mit meinen und des deutschen Volkes auftichtigen Wün­schen für eine glückliche Zukunft Spaniens.

Adolf H itl e r."

Es lebe Deutschland, hoch Spanien!

Francisco Franc o."

Mr Garmisch-Partenkirchen.

Stuttgart, 9.Juni (DNB.) Die Krönung der diesjährigen Hauptversammlung des Deutschen Auslandsinstitutes bildete die große Fest- itzung, die am Freitag im großen Hause des württembergischen Staatstheaters stattfand und in deren Mittelpunkt die großangelegte Festrede des Oberbefehlshabers der jungen deutschen Kriegsma­rine, des ersten Großadmirals des neuen Deutschen Reiches, Dr. h. c. Raeder, stand.

Der Präsident des Deutschen Auslandsinstitutes, Oberbürgermeister Dr. S t r ö I i n (Stuttgart), hieß in seiner Eröffnungsansprache die Ehrengäste aus dem Reich und den Präsidenten des Verbandes der deutschen Volksgruppen in Europa, F a b r i t i u s, herzlich willkommen. Sein Gruß^ galt ferner den auslandsdeutschen Brüdern und Schwestern jenseits der Grenzen, insbesondere den Deutschen Danzigs

Rückkehr nach Jugoslawien.

Berlin, 9. Juni (DNB.) Prinzregent Paul und Prinzessin Olga haben am Donnerstagabend ihre Rückreise nach Jugoslawien ange- treten. Generalfeldmaschall Göring geleitete mit seiner Gattin die hohen Gäste von Karinhall nach dem Bahnhof Friederichswalde.

In dem kleinen idyllischen Ort an dem Rande der Schorsheide hatte sich die Bevölkerung auch aus allen umliegenden Dörfern zum Abschied einge­funden. Die Formationen der Partei brachten ihre Verehrung durch ein grandioses Fackelspalier zum Ausdruck. Nach herzlichem Abschied zwischen dem Prinzregentenpaar und dem Generalfeldmarschall und Frau Göring setzte sich der Zug um 22.15 Uhr zur Fahrt nach dem deutsch-jugoslawischen Grenz­ort Rosenbach in Bewegung.

Alle Erwartungen übertroffen."

Belgrad, 9. Juni. (Europapreß.) Aus Anlaß derNück'kehr des Prinzregenten Paul veröffentlichen die Belgrader Blätter am Freitagvormittag noch einmal einen Rückblick auf den Berliner Besuch.

Politika" stellt in einem offenbar von hö­herer Stelle angeregten Leitartikel fest, sowohl die Herzlichkeit des Empfanges, als auch die r e a- lei Ergebnisse des Besuches hätten alle Er­wartungen übertroffen. Man dürfe als Erfolg des Berliner Besuchs eine Stabilisierung der Verhältnisse auf all den Gebieten erwarten, auf denen die beiden Staaten gemeinsame Interessen hätten insbesondere also im Donauraum und auf dem Balkan. Das Blatt schließt mit der Betonung der Vertiefung der deutsch-jugoslawi­schen Beziehungen auf politischem, wirtschaft­lichem und kulturellem Gebiet.

Der Nationalrat der Spanischen listisck-en Falange und der I. O. N. S. v diesem Feiertag des militärischen und national- syndikalistischen Sieges den F ü h r e r D e u t s ch - l a n d s und bezeugt feine b rüd erliche Ver­bundenheit mit dem deutschen Volk, das durch das Blut unserer Toten und den gleichen Kampf gegen die zerstörerischen Kräfte der Welt mit dem spanischen Volk vereint ist.

England selbst zu steigern. Sogar der kostbare eng­lische Rasen und die Parks der Adelsschlösser wer­den angegriffen. Mit Pächtern allein wird es aber nicht möglich sein, den Menschen und den Boden wieder in das gesunde, naturnahe Verhältnis zu bringen, wie es der Bauer zur Erde hat. Hinter dem Rückgang des Bauernstandes, sagte Professor Laur, steht das Sinken der Geburtenhäu­figkeit, das Veraltern des Volkes,^und eben das sind die Dinge, die auch die englische Sta­tistik jetzt anfängt, ihrem Volk zu predigen.

SeiderWestfalensahrtderAltenSarde

NSG. An der diesjährigen Fahrt der Alten Garde, die durch Westfalen führt, nehmen aus dem Gau Hessen-Nassau außer dem Stellvertretenden Gauleiter Linder die Parteigenossen Aller (Her­born), Brückmann (Bensheim), Dorsheimer (Frank­furt a.M.), Fuchs (Mainz), Gimbel (Frank urt am Main), Heim (Darmstadt), Hirt (Frankfurt am Main), Klöppel (Frankfurt a. M.), Kumpf (Beer­felden), Kunkel (Frankftirt a.M.), Martin (Wies­baden-Dotzheim), Nickel (Frankfurt a.M.), Huppert (Bechtheim), Ringshausen (Darmstadt), Roser (Frankfurt a. M.), Thiele (Biedenkopf), Grebe (Her­born) teil. Zum Transportführer wurde vom Gau­leiter der Referent für die Alte Garde im Gau Walter Schilling (Frankfurt a.M.) bestimmt.

Die Teilnehmer aus unserem Gau fahren in der Frühe des 14. Juni geschlossen nach Bielefeld, wo die Westfalenfahrt beginnt, die am 17. Juni abends mit einer großen Kundgebung in Münster endet. Die Fahrt dient der Vertiefung der Kameradschaft der Männer der Reichsleitung mit den ältesten aktiven Nationalsozialisten der Gaue Großdeutschlands. Den Ehrenzeichenträgern ist damit eine Gelegenheit zum regen Gedankenaustausch mit den ,uhrenben Parteigenossen gegeben.

Votkspoliiische Arbeit unserer Kriegsmarine

Großadmiral von Raeder spricht im Deutschen Auslandsinstitut.

suche deutscher Kriegsschiffe im Auslande, häufig außerordentlich werbend und fördernd gewirkt hät­ten. Anderseits habe heute die Ostmark die Mög­lichkeit, ihre junge Mannschaft in der Kriegsmarine Dienst tun zu lassen.

Zum Schluß ging der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine auf die deutschen Kolonial» ford erringen ein. Den Versuch, die Rück­gabe des deutschen Kolonialraumes mit allen Mit­teln zu hintertreiben, wie dies derzeit ge­schehe, bezeichnete Großadmiral Roeder als einen Mangel an Fairneß. Auf der anderen Seite werde häufig mit dem Argument operiert, Deutsch­land wollte nach Rückgabe seiner Kolonien sofort Stützpunkte und Befestigungen errichten. Dem­gegenüber fordere Deutschland die selbstverständliche Anerkennung gleichen Rechtes.

Gruß vom Führer.

Stuttgarts. Juni. (DNB.) Der Führer hat an den Präsidenten des Deutschen Auslandsinstitutes, Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n , folgendes Tele­gramm gerichtet:

Den zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Auslandsinstitutes in Stuttgart versammelten Volks­genossen aus dem Reich und aus dem Auslande danke ich bestens für die mir telegraphisch übermit­telten Grüße, die ich mit den besten Wünschen für die weitere Arbeit des Deutschen Auslandsinstitutes herzlich erwidere."

die Olympischen Winterspiele im Februar 1940 durchzuführen.

Olympischer Fackellauf.

Der Vertreter des Finnischen Organisationskomi­tees der Spiele von Helsinki 1940 teilte auf der Abschluß-Sitzung des IOK. mit, daß die Finnen, gemäß den Anregungen des IOK. und nach dem deutschen Beispiel von 1936, einen Fackel-Staf­fellauf von Olympia nach Berlin und von dort nach Helsinki durchführen werden.

Olympia-Diplom für Cent Riefenslahl.

Auf der Vormittagssitzung des Internationalen Olympischen Komitees in London wurde auf An­trag des JOK.-Mitaliedes Avery Brundage (UbA.) mit Unterstützung der Franzosen Marquis Polignac und Pietti der deutschen Filmgestatterin Leni R i e f e n st a h l das Olympia-Diplom zuer- kannt, das ihr 1940 in Helsinki überreicht werden wird. Griechenlands Vertreter teilte mit, daß in Olympia nach Beendigung der deutschen Ausgra­bungen im Frühjahr 1940 eine Olympische Akade­mie errichtet werden soll, über die das IOK. das Protektorat übernimmt. Der Olympische Pokal, den im Vorjahr die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" erhielt, wurde dem Allgemeinen schwedi­schen Sportverbqnd zugesprochen. Zum Schluß dankte das IOK. für die wertvolle Förderung des olympischen Gedankens durch die Arbeit des In­ternationalen Institutes Berlin, dessen Leiter Dr. Diem ist. Die gleiche Würdigung erfuhr die gleich­falls von Dr. Diem geleitete ZeitschriftOlympia- Rundschau".

! henswillens unter den Völkern seien, und so möge laud) aus dem Kongreßsaal die Mahnung an sie iinb an alle Völker ergehen für den Frieden, für

chaft und insbesondere ein Vater der französischen Landwirtschaft ist, prägte darüber hinaus, in deut- cher Sprache, das Wort, im Bauerntum liege der vahre Adel der Menschheit, und es sei ein Ver­dienst des deutschen Landwirtschaftsministers Darre, Ziesen Begriff des Adels zugleich mit dem Ge­danken von Blut und Boden geweckt zu haben. Man lonnte das nicht vornehmer und einfacher sagen, als hie {er alte französische Aristokrat es tat, der selber Hs eine Verkörperung der Vornehmheit hinter h em Rednerpult stand. Wer zugleich Sinn für das Dekorative besaß, konnte auch eine nachdenkliche Freude an der Ausschmückung der Bühne haben, i>on der herab die Redner des Tages sprachen. Die Rückwand bildete eine aus den Fahnentüchern aller

leilnehmenden Staaten gebildete Riesensonne, und ?or ihr schwebte ein Abbild der Weltkugel mit einer ich über sie neigenden goldenen Aehre! Die Atmo- Pyäre von Frieden und internationaler Zusammenarbeit auf dem Felde der Land­wirtschaft, deren Symbol diese Ausschmückung war, vor besonders spürbar in der Rede des Dizepräsi- i> enten des Verbandes, des Schweizer Professor. Dr.

: es gäbe kein Land, in dem nicht die Bau - besonders'dankbar für die Stärkung des Frie-

und in lieberfee.

Hieraus erstattete der Leiter des DAI. Dr. C s a - k i, den Jahresbericht des Auslandsinstitutes. Der württembergische Ministerpräsident, SA.-Obergrup­penführer Mergenthaler, wies bann darauf hin, daß angesichts ber überragenben innen- unb außenpolitischen Bebeutung bcs Volkstumsgedan- kens ber Arbeit des DAI. eine hohe Bedeutung zukomme. Nach den Begrüßungsansprachen sprach

Großadmiral Dr. h c. Äaeder.

Er freue sich, erneut darlegen zu können, wie ehr ihm die Vertiefung und Erweiterung ber bis­her schon immer in kameradschaftlichstem Sinne ge­pflogenen Zusammenarbeit zwischen der Kriegs­marine und allen an Auslanosfragen interessierten Stellen des Reiches unb .ber Partei am Herzen liege.

Der Großadmiral behandelte bann einige auch das Aufgabengebiet ber Kriegsmarine bezügliche Fragen. Darunter falle als eine naturgegebene Zflicht bieBetreuungbesDeutschtumsim Auslände, der sich die Kriegsmarine feit Jahr­zehnten unterzogen habe. Daneben fei in der Aus­landstätigkeit der Kriegsmarine eine politische Aus­gabe gestellt, die weit über den militärischen Rah­men hinausgehe.

Jm folgenden stell le Großadmiral Raeder zwei Gesichtspunkte heraus, die bei der Betrachtung deutscher Seeiuteresfen richtunggebend sein müß­ten. Das eine fei der Schuh unseres überseeischen Lebens raumes, näm- lich der Zutritt zu den Gütern dieser Erde, die allen Völkern zugänglich sein müßten. Der Führer habe deshalb den Aufbau der Kriegsmarine im großen Umfange angeordnel. Als zweites berührte er die v o l k s- politifche Aufgabe der Kriegsma­rine, wobei er eingehend schilderte, welch starker Faktor der Besuch des deutschen Kriegsschiffes in fremdenLändern ist. Das Kriegsschiff vermittle ganz besonders stark die heimatliche Atmosphäre, die den deut- scheu Volksgenossen draußen tief berühre, in­dem es das Heimatgefühl wecke und gleichzeitig das wahre Gesicht der Hei­mat zeige, so daß die internationale Presse- hehe in eindeutigster Weise Lügen gestraft würde. Vielen Deutschen sei so der Weg zunz, nationalsozialistischen Groß­deutschland geebnet worden, umsomehr, als durch den persönlichen Augenschein und die

nahe Fühlung von Mensch zu Mensch die richtige Einstellung zu dem weltan­schaulich tief begründeten Umschwung des Den­kens und handelns im Reich viel leichter zu finden fei.

Die volkspolitische Aufgabe der Kriegsmarine fei heute nach ber Eingliederung ber Ostmark und des Subetenlanbes noch erweitert. Schon immer habe die Kriegsmarine allen deutschen Stämmen offen gestanden, die durch die Eigenart des Bord­dienstes sich stets zu einer Einheit verschmolzen hätten und somit gedanklich zur Dienstleistung für dos Reich und damit für bas Deutsche schlechthin erzogen worden seien. In der Kriegsmarine Hobe man nie danach gefragt, woher einer kommt, son­dern nur, was er l e i st e t e. Großadmiral Raeder bewies dies durch die Nennung der Namen be­rühmter Admirale, die aus den verschiedensten deut­schen Gauen stammten.

Eingehend auf die Produktionskraft ber Ostmark wies Großadmiral Raeder auf die Notwendigkeit hin, die bisher schon von den ostmärkischen Landen aus nach Uebersee geknüpften Be­ziehungen weiter zu vertiefen, wobei zahlreiche Angehörige des heute reichsdeutschen Südostens an diesem Ziele mitarbeiten müßten. Auch auf diesem Gebiet könne die Kriegsmarine helfend und fördernd eingeschaltet werden. Der per­sönliche Augenschein fei oft ausschlaggebend für die Vergebung von Auslandsaufträgen, so daß die Be-

Bauer und Staat.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Man kann jedes Zeitalter auf allerlei Art charak- erifieren. Don dem, bas wir durchleben, könnte ein lefjimift sagen, es stehe im Zeichen wachsenden Mißtrauens der Volker gegeneinander. Vielleicht iber hoffen wir es! ist dies nicht die Signatur «er Epoche, sondern nur eines kritischen Augenblicks, versuchen wir eine mehr wurzelhaste Art ber Ve­rachtung anzuwenden, so können wir sagen, daß Dir auf wichtigen Lebensgebieten in einer Zeit fr e s Umbenfens stehen. Dies Empfinden konnte ,uch jemand haben, ber am 7. Juni bie Eröffnungs­itzung bes 18. Internationalen Landwirtfchaftskon- tref'fÄS in Dresben mitmachte.

Ein solches Umbenfen ist jetzt über bas innere Zerhältnis von Bauertum, Volkstum unb Staat im Gange. Man kann sagen, daß es ein internationales Umbenfen ist. Der Präsident bes iongreffes, Marquis be Vogüö, ber zugleich Präsi­dent bes Internationalen Derbanbes ber Landwirt-

Conbon, 9.3um (DRV.) Auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komi­tees wurde anstelle von St. Moritz einffimmng Garmifch - Partenkirchen zum Austra­gungsort der Dinterfpiele 1 9 4 0 bestimmt. Zum Austragungsort t^r Olympischen Sommer­spiele 1944 wurde London gewählt. Zum Aus­tragungsort der Winterspiele 1944 wurde Cortina d'Ampezzo (Italien) bestimmt.

In seinem Schlußwort dankte der Präsident des IOK.. Graf Baillet-Latour. den Mitgliedern für ihre Mitarbeit und brachte zum Ausdruck, in welch erfreulichem Maße die heute getroffenen Entschei­dungen die Freiheit des IOK. von politischen Ein­flüssen bewiesen.

Die amtliche Mitteilung.

Das IOK. gab nach ber Beschlußfassung über bie Vergebung ber Olympischen Spiele ein Kommunique heraus, in dem es heißt:

Nachdem bas Schweizerische Olympische Komitee das IOK. unterrichtet hat, daß es ihm unmöglich sei, die V. Olympischen Winterspiele 1940 gemäß dem Programm zu organisieren, dem es früher zugestimmt hatte, sah sich bas IOK. zu seinem tiefen Bedauern gezwungen, die Winterspiele 1940 einer anderen Stabt anzuvertrauen. Nach Sorgfältigem Studium ber Möglichkeiten, bie Winterspiele binnen einer Vorbereitungszeit von nur acht Monaten zu organisieren, zog es alle gemachten Angebote in Erwägung und kam zu bem Entschluß, baß nur Garmisch-Partenkirchen bereit sein wurde,

Gerechtigkeit, für Verstänbigung zu wirken.

Das Umdenken über den Bauern hängt zufam- uen mit ber hier ausgesprochenen, bort mehr oder oeniger stillschweigenden Abkehr von ber liberalen tbee bes freien Spiels ber Kräfte, durch bas, wie nan früher glaubte, alles zurechtkommen werde. Dasfreie Spiel der Kräfte" war drauf unb dran, in ber ganzen Welt ben Bauern zu zerreiben, weil ben Grund unb «oben, das unbewegliche, luljenbe Fundament unserer Volkswirtschaft durch (feine Einordnung in den Kapitalismus beweglich machte und ihn fo dem Bauern aus der Hand zu nehmen drohte. Das wurde überzeugend im ersten Beftwnsoortrag vom Staatssekretär im deutschen Tandwirtschaftsministerium, Backe, ausgeführt. In ter Eröffnungssitzung formulierte Minister Darre dasselbe Problem von einer anderen Seite her, in- lem er sagte, daß der Wandel in ber Auffassung ton ber Wirtschaft, der sich bereits in den verschie­densten Ländern erkennen lasse, den Menschen oegenüber demNur-Wirtschaftlichen" wieder stär- ! ter in ben Vordergrund stelle.Es ist vielleicht das bedeutendste Verdienst des Internationalen Derban- hes ber Landwirtschaft, baß er seit feiner Grün- imng ben Wert ber Landwirtschaft unb des Land- i nolfes nicht allein im Wirtschaftlichen erblickte, sondern Stellung gegen bie Auffassung genommen hat, daß die Zielsetzung der Agrarpolitik sii ch jn wirtschaftlichen Erwägungen ir schöpfen dürfe." Die Tragweite dieses Satzes wird immer größer, jemehr man über ihn i achbenkt, unb er leitet unmittelbar zu ber zweiten Anerkennung hinüber, die der deutsche Minister dem internationalen Verband der Landwirtschaft aus- sorach: Vor diesem Forum sei immer wieder betont norden, daß eine gesunde Landwirtschaft inbebingte Voraussetzung eines ge­sunden Staates fei.

Profeffor Laur formulierte eine bedeutsame Parallele, indem er erstens bem Bolschewismus be­scheinigte, er mürbe es erfahren, daß em Staat i=er seinen selbständigen Bauernstand verdrängt, au tönernen Füßen stehe, indem er zweitens auf Mus- jwlinis Parole für die italienische Wirtschaftspoli- tik hinwies:Ruralizziamo Vitalia verbäuer- lichen wir Italien!", und indem er drittens an Adolf Hitlers Wort erinnerte, das Deutsche Reich werde ("itroeber ein Bauernreich fein, oder es werde um t rgehen wie die Reiche der Hohenstaufen unb Hoyenzollern!

Ein merkwürdiges, unfern Satz vom Bauern uno tom Staat scheinbar widerlegendes Beispiel für eine rnbers geartete Grundlage eines Staatswesens, ia, c.nes Weltreichs, ist England. Wirkliche englische 'Lauern gibt es schon seit dem Mittelalter nicht mehr. Englands Grund und Boden ist m der Haupt­sache Großgrundbesitz, zum Teil wahrer Latlfund.en- lesitz, der in lauter Pachtland auf geteilt ist. Das '.Kritische Imperium ist ein ursprünglich auf Was- bngemalt, jetzt auf ein freies Bundesverhaltnis mit r?n Dominien und auf hanbekwirtschaftlicher Aus- Hutung eines großen Kolonialreichs begründetes bleblldL» das von einer halb grundbesttzttchen, galt) Inufmännifd) - kapitalistischen Aristokratie regiert t»irb und in dem niemand weniger zu Jagen hot, cis der Mann, der mit feiner Hände Arbeit Den Stoben bestellt. Wer aber genauer hinsieht, der weiß, t'elch eine Mühe sich heute die englische Regie­rung gibt, um die landwirtschaftliche Produktion 'N