Ausgabe 
10.5.1939
 
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fachen arischen Volksgenossen zur Aufbewahrung übergeben halten. Auch diese haben eine empfind­liche Bestrafung zu erwarten. Durch die unermüd­liche Aufklärungsarbeit der Dresse muß es jedem Volksgenossen bekannt sein, bc'3 derartigeGefällig­keiten" für einen Juden zumindest eine strafbare Beihilfe bedeuten. Es kann daher nur jedem, der irgendwelche Gegenstände für Juden in Verwahrung genommen hat, angeraten werden, dies umgehend der Zollfahndungsstelle mitzuteilen.

Gegen Preissteigerungen bei Konsumweinen.

FWD. Der Reichsstatthalter in Hessen Lan­desregierung, Stelle für die Preisbildung, gibt

bekannt, daß man erwarte, daß die Weinverteiler, Kommissionäre und Winzer sich beim Absatz von Wein sowohl der Ernte 1938, als auch in den frü­heren Ernten slrng an die preisrechtlichen Vor­schriften halten. Es werden allenthalben ent­sprechende Stichproben gemacht. Unmittelbore oder mittelbare Verstöße gegen die Preisvorschriften werden durch schärfste Strafen (Geld- und Frei­heitsstrafen, Geschäftsschließungen, Entzug der Ge­werbepapiere) geahndet, die Uebeltäter durch na­mentliche Veröffentlichung der Verachtung der Volksgenossen preisgegeben werden. _ Zu dieser Mahnung sieht sich die Preisbildungsstelle veran­laßt, nacvdem in der letzten Zeit sich wieder die Klagen über das Einsetzen von Preissteigerungen bei Konsumweinen, insbesondere von Konsumweinen der Ernte 1938, häufen.

9 Jl.-Sport

Stadte-Fernwettkamps mit dem Scheibengewehr.

Am Sonntag bestritten die Gießener Schützen ein Städte-Fernwettkampf mit dem Scheibengewehr; Entfernung 175 Meter stehend freihändig auf die 20erRingscheibe (Standmeisterscheibe). Die Mann­schaft bestand aus 10 Schützen und wurde gemein­schaftlich vom Schützenverein und der Schützengesell- schaft 1926 gestellt. Jeder Schütze hatte 30 Schuß abzugeben. Die Leistungen entsprachen nicht ganz den Erwartungen. Der Grund hierfür ist wohl darin zu suchen, daß heute durch das mehrgepflegte wehrsportliche Schießen die nötige Uebung mit die­ser schönen Waffe fehlt und das Schießen im Freien erst vor kurzem ausgenommen wurde. Es wurden von den einzelnen Schützen folgende Ringzahlen erreicht: 1. Hermann Sauer, Schützenoerein, 384; 2. Willy Georg, Schützenoerein, 374; 3. Karl Heitz, Schützengesellschaft, 374; 4. Georg Schilling, Schüt­zenoerein, 373; 5. Wilhelm Scheid, Schützenverein, 367; 6. Adolf Möhl, Schützenoerein. 366; 7. Hein­rich Appel, Schützenverein, 349; 8. Conrad Dreyer, Schützenverein, 340; 9. Willy Becker, Schützengesell­schaft, 294; 10. Willy Horn, Schützenverein, 284. Erreichte Gesamtringzahl: 3505 Ringe.

Der erreichte Platz innerhalb der deutschen Städte ist erst in einigen Tagen zu erfahren.

Vier Endrundenspiele

um die Fußball -Meisterschast.

Mit vier Endrundenspielen werden am kommen­den Sonntag die Kämpfe um die deutsche Fußball­meisterschaft fortgesetzt. Das Programm ist des­wegen etwas klein ausgefallen, weil der 14. Mai das erste der vierLehrspiele" zwischen deutschen Auswahlmannschaften und der Elf des Protektorats Böhmen-Mähren bringt.

Wenn aber olles gut geht, wird am Sonntag wenigstens einer der vier Teilnehmer an der Vor­schlußrunde ermittelt, nämlich der Hamburger SV., der Spitzenreiter der Gaugruppe 1. Die Ham­burger haben Brandenburgs Meister Blau-Weiß Beryn zu Gast, gegen den sie seinerzeit im Olympia­stadion unter für sie ungünstigen Umständen nur ein 3:3 schafften. Diesmal ist mit einem Sieg des HSV. zu rechnen, und in diesem Falle wäre auch die Entscheidung in dieser Gruppe gefallen.

In der unterteilten Gruppe 2 haben Dresdner SC. und Fortuna Düsseldorf zum ersten Entschei­dungskampf in Dresden anzutreten. Der DSC. gilt, da er die Annehmlichkeit hat, in heimischer Um­gebung kämpfen zu können, als Favorit, aber man weiß ja, daß gerade dieRotjacken" in entschei­denden Kämpfen nicht die nötige Kampfmoral auf­brachten, während die Düsseldorfer nur selten ent­täuschten, wenn es galt, eine besondere Leistung zu vollbringen.

In der Gruppe 3 spielen nur Admiro Wien und DfR. Mannheim. Die Wiener haben eine 0:3-Nie-

derlage aus dem Vorspiel gutzumachen, außerdem werden sie schon deswegen um einen Sieg bemüht sein, weil sie ja unter Umständen noch zu einem Gruppensieg kommen können, nämlich dann, wenn die Stuttgarter Kickers am 21. Mai gegen Dessau verlieren. Gibt es aber in Wien am Sonntag ein Unentschieden, dann sind die Kickers bereits am Ziel. In der Gruppe 4 wird diesmal nicht gespielt. Hier fällt die Entscheidung am 21. Mai im Tref­fen zwischen Schalke und Gleiwitz.

Die Fußballelf des Protektorats.

Nun ist auch die Fußballelf des Protektorats Böhmen-Mähren für den am kommenden Sonntag im Berliner Olympia-Stadion stattfindenden Kampf gegen eine deutsche Auswahl aufgestellt worden. In ihr finden sich ausschließlich Spieler der Prager Meistervereine Slavia und Sparta, wobei Sparta mit acht Spielern die Hauptstreitmacht stellt. Sechs Spieler, und zwar Burger, Ctyroky, Kostalek, Bou- cek, Kopecky und Nejedly, sind uns rühmlichst be­kannt aus zahlreichen Länderkämpfen der alten Tscheche!. Sie kämpften auch zuletzt in den Treffen mit Deutschland. Die deutsche Auswahl wird hier jedenfalls auf einen Gegner treffen, der sie zur Her­gabe des ganzen Könnens zwingen kann. Und das kann ja für unsere junge Auswahl, die nun für die große Aufgabe der Olympischen Spiele herangebildet werden soll, nur nützlich sein. Hier die Elf des Protektorats:

Boksay (Slavia)

Burger Ctyroky (beide Sparta)

Kochalek Boucek Kolsky (alle Sparta)

Riha Senecky Bican Kopecky Nejedly (beide Sparta) (beide Slavia) (Sparta)

Deutsche Handball-Meisterschaft.

Außerordentlich zäh sind die Kämpfe in den ein­zelnen Gruppen um den Sieg und damit die Teil­nahme an den Endspielen um die deutsche Hand­ball-Meisterschaft. Der vorletzte Spieltag steht in den vier Gruppen am kommenden Sonntag auf dem Programm. Die Entscheidung kann u. 11. be­reits am 14. Mai in allen Gruppen fallen. Wahr­scheinlich ist allerdings, daß nur in Gruppe 1 und 3 die Sieger ermittelt werden. Der deutsche Meister MTSA. Leipzig' und der Lintforter SV. sollten sich die zum Gruppensieg fehlenden Punkte holen.

Gruppe 1:

SV. Elektra Berlin MTSA. Leipzig (2:7), Polizei Stettin MSV. JR. 49 Carlowitz (4:15).

Gruppe 2:

Oberalster Hamburg Hindenburg Minden (4:5), MSV. Weißenfels MSV. Lüneburg (5:5).

1 Gruppe 3:

Lintforter SV. ff Arolsen (10:4), TSG. 61 Ludwigshafen VfB. Aachen (3:8).

Gruppe 4:

Post München Wiener AC. (6:5), TD. Altenstadt SD. Waldhof ().

Pokalspiele im Handball.

Nachdem inzwischen, mit zwei Ausnahmen, alle Spiele der Vorrunde ausgetragen sind, hat sich die Kreisspielleitung entschlossen, die erste Zwischenrunde zu starten.

Vorrunde: 18.5. Tv. Katzenfurt- Barbara Gie­ßen; Tv. Dutenhofen Tv. Garbenheim.

1. Zwischenrunde: 14.5. Nauborn Hausen. 18.5.: Tv. Lützellinden To. Holzheim; Tv. Hörns­heim Tv. Lich; Tuspo. W.-Niedergirmes Mtv. Gießen.

Am 29.5. spielen die Sieger der beiden letzten Vorrundenspiele auf einem noch zu bestimmenden Platz zusammen.

Die zweite Zwischenrunde wird am 4. Juni aus­getragen. Die Paarungen werden ebenfalls durch das Los bestimmt.

Weitere Handball-Ergebnisse.

Die Vorspiele der Pokalrunde konnten am vorigen Sonntag weiter gefördert werden, so daß an Himmelfahrt nur noch zwei nachgeholt zu werden brauchen. Es handelt sich dabei um

To. Katzenfurt MSV. Barbara Gießen

To. Dutenhofen Tv. Garbenheim.

Ausgetragen wurden

To. Krofdorf Tuspo. W.-Niedergirmes 4:11

Tv. Dornholzhausen To. Hörnsheim 4:14

Die Krofdorfer Mannschaft hat diesmal bei weitem nicht die Leistung des Vorspieles erreicht. Wenn man auch berücksichtigen muß, daß der Geg­ner in stärkster Besetzung zur Stelle war und natur­gemäß alles auf eine Karte setzte, um in die Zwischenrunde zu kommen, so hätte man die Sache doch nicht schon vorzeitig aufgeben sollen. Das Spiel war manchmal reichlich hart.

Hörnsheim war auf der Hut und richtete sich von vornherein danach, einer Ueberraschung aus dem Wege zu gehen. Wie richtig diese Einstellung war, ergab sich aus dem Spielverlauf. Wenn auch die Leistungen der Platzmannschaft nicht immer gefallen konnten, so zeigte sie trotzdem ein eifriges Spiel, das zu den besten Hoffnungen berechtigt. Hörnsheim war naturgemäß in Fahrt und in technischer Hin­sicht eine flanke Klasse besser.

Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich in Nau­born

To. Nauborn Tv. Dutenhofen komb. 14:5 (10:2). Dutenhofen mußte dieses Spiel, das keinerlei Be­deutung hatte, mit zahlreichem Ersatz bestreiten und kam so zu keinem Zeitpunkt an feine sonstigen Leistungen heran. Auf der anderen Seite waren die Platzbesitzer nicht wiederznerkennen.

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bietsmeisterschaft trat der Sieger des Bannes 88 (Wetzlar), Tv. Garbenheim, gegen Eddersheim bei Mainz (Bann 166) in Bad Homburg an. Garben­heim, das eine ausgezeichnete Vertretung zur Stelle hatte, siegte knapp, aber vollkommen verdient, mit 8:5 (2:2). Dieses Ergebnis interessiert um deswillen, weil ja Garbenheim nunmehr gegen den Sieger des Bannes 116 anzutreten hat. In den letzten Spielen hat sich gezeigt, über welch spielerisches Können die junge Mannschaft der Garbenheimer verfügt und zu welchen Leistungen sie in der Lage ist. Trotzdem der Gegner körperlich weit überlegen war, mußte er sich der ausgefeilten Technik beugen. Es wird also für den Meister des Bannes 116 schwer fein, gegen diese Mannschaft zu bestehen.

Tv. Hochelheim Tv. Holzheim 10:5 (6:1).

Eine schlechte Vorstellung gab der Tv. Holzheim in Hochelheim. Nicht nur, daß es zu einer Reihe von Herausstellungen kam, auch die übrigen Begleit­erscheinungen waren eines Meisters unwürdig. Das Spiel stand eindeutig im Zeichen der Platzbesitzer. Nach einer bereits klaren Halbzeitführung wurde zum Schluß ein in dieser Höhe nicht erwarteter Sieg sichergestellt. Bei Hochelheim tat jeder einzelne Mann seine Pflicht und trug so zum Gelingen des Sieges bei. Die Gäste verzettelten sich in Einzelaktionen und verlegten sich mehr und mehr auf eine Kritik des aufmerksam leitenden Schiedsrichters.

Weitere Fußball-Kraebniffe.

Sportgemeinde Steinbach I. Turngemeinde Heuchelheim I. 5:1.

Bei diesem Spiel hat die Elf von Steinbach be­wiesen, daß sie in der Lage ist, auch Tore zu schießen. Bis zur Halbzeit konnten die Einheimischen drei schöne Tore erzielen, denen die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. Nach dem Seiten­wechsel setzte die Mannschaft von Heuchelheim alles daran, das Resultat zu verbessern, aber sie mußten sehen, wie Steinbach noch zweimal erfolgreich sein konnte. Das Resultat lautete am Schlüsse des Spie­les 5:1 für Steinbach.

Rodheim I. Krofdorf I.

Rodheim hatte acht Mann feiner Ddannschaft durch die aus der Jugend aufgerückten Spieler ersetzt, doch zeigten diesen nicht das, was man von ihnen erwartete. Sie verloren gegen die eifriqcn Gäste 4:1.

Rodheim Jugend Heuchelheim Jugend 7:1.

Die Jugend von Rodheim hatte Heuchelheims

Äugend. 4u Gost. Rodhsims Jugend jtellttz ihre.

gute Form unter Beweis. Sie ließ die Gäste in der zweiten Hälfte einfach stehen und schoß die Tore eines besser als das andere.

Sportverein Mendorf Turnverein Homberg.

Auf dem Sportplatz in Homberg traf am Sonntag der Sportverein Allendorf (Bez. Kastel) mit der Jugendmannschaft des Turnvereins (Fußballabtei­lung) zusammen. Schon bei Beginn nahm Allendorf das Spiel in die Hand und zeigte, daß es technisch den Hornbergern überlegen war, was sich auch durch das Endresultat von 3:1 (2:0) für Allendorf bestätigte. Die Gäste zeigten ein flüssiges, technisches Spiel. Besonders traten Mittelstürmer, Mittel­läufer und Rechtsaußen hervor. Bei der Horn­berger Fußballabteilung zeigten sich Tormann und Verteidiger als geschickte Spieler und konnten auf diese Weise eine höhere Niederlage vermeiden. Läu­ferreihe, der linke Flügel nebst Mittelstürmer da­gegen erwiesen sich als Versager; der Sturm war als ein unschlüssiges Gebilde anzusprechen. Der Schiedsrichter gefiel allgemein. Neu- und Umbe­setzung einzelner Posten, sowie mehr Training und bessere Ballbehandlung können der Jugendmann­schaft nur zum Vorteil gereichen.

Erfolgreiche deutsche Studenten-Boxer

Einen überlegenen Sieg mit 8:0 Punkten erran­gen Deutschlands Studentenboxer im Länderkampf gegen Dänemark in Kiel. Die nordischen Gäste konnten nicht einen Sieger stellen. Lang (Deutsch­

land) schlug Helvig (Dänemark) im Federgewicht in der ersten Runde ko.; Krausch (Deutschland) besiegte Jörge nsen (Dänemark) klar nach Punk­ten; im Weltergewicht kam Freund (Deutsch­land) zu einem'knappen Punktsieg über Chri- stensen (Dänemark) und schließlich konnte S t an- ko w s k i (Deutschland) im Mittelgewicht den Dänen Hoi in der ersten Runde durch einen Magenhaken für die Zeit auf die Bretter legen. Der bei der gleichen Veranstaltung ausgetragene Städtekampf Berlin Kiel, bei dem die' Reichshauptstadt durch den Luftwafsen-SD. vertreten wurde, endete mit einem 7:5-Sieg der Kieler Mannschaft.

Rupprecht K r a u s ch, der bekannte Gießener Studentenboxer, der zur Zett an der Reichs­akademie für Leibesübungen und der Universität Berlin ist, erhielt als bester Studentenboxer einen Mannschaftspreis als Auszeichnung.

Hannover wieder Bugbymeister.

Die Deutsche Rügbymeisterschaft wurde am Sonn­tag in der Hindenburg-Kampfbahn in Hannover vor 6000 Zuschauern entschieden. Durch einen 16:0- (3:0) Sieg gegen den badischen Meister SC. Neuenheim wurde Verein für Volkssport Hannover wieder Deut­scher Meister. Er hatte im vergangenen Jahr im Endspiel gegen die RG. Heidelberg gesiegt. Damit wurde die Meisterschaft seit zehn Jahren ununter­brochen von Vereinen der Stadt Hannover erkämpft.

Wirischast.

Die Entlohnung im Baugewerbe.

FWD. Der Reichstreuhänder'der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat eine Anordnung über die Gewährung von Leistungszulagen und über die Bezahlung neueingestell- ter Gefolgschaftsmitglieder im Bau­gewerbe im Wirtschaftsgebiet H e s s e n er­lassen, die für die gewerblichen Gesolgschaftsmitglie- der aller Betriebe des Bau- und des Baunebenge­werbes gilt, deren Löhne in Tarifordnungen ge= reaelt find. Hiernach darf der tarifliche Stunden­lohn nur beim Vorliegen besonderer Lei - st u n g durch Gewährung von Leistungszulagen überschritten werden. Leistungszulagen, die nach dem 25. 4.1939 gewährt werden sollen, bedürfen der vor­herigen schriftlichen Zustimmung des Reichstreu­händers. Neueingestellte Gefolgschaftsmitglieder er­halten, wenn sie im Zeitlohn arbeiten, mindestens für die ersten vier Lohnwochen nur den tariflichen Stundenlohn, es sei denn, daß sie innerhalb der letzten zwei Jahre bei dem einstellenden Unterneh­men mindestens drei Monate nachweislich beschäftigt waren. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung. Außer den Leistungszulagen sind Zulagen irgend­welcher Art, Wegegelder, Fahrtkostenentschädigu'ngen, Trennungszulagen, Verpflegungszuschüsse nur zu­lässig, soweit sie in Tarifordnungen festgelegt oder mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Treu­händers eingeführt worden sind. Sie dürfen nur in der durch Tarifordnung festgesetzten Höhe gewährt werden.

Die Anordnung bringt dann Strafvorschriften gegen Z u wid e rha nd I u n g e n oder Umgehung der An­ordnung, wobei Gefängnis und Geldstrafe, letztere in unbegrenzter Höhe, oder eine dieser Strafen in Betracht kommen. Die Anordnung ist mit Beginn der Lohnwoche, in die der 25. April 1939 fällt, in Kraft getreten. Mit dem gleichen Zeitpunkt ist Zif­fer 5 der 5. Anordnung zur Festlegung von Höchst­löhnen für -das Baugewerbe im Regierungsbezirk Kassel mit Ausnahme der Kreise Gelnhausen, Schlüch­tern, Hanau und der Herrschaft Schmalkalden vom 31.1.1939 außer Kraft getreten.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungmarkt) in der Viehversteige­rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 7 Ochsen, 5 Bullen, 29 Kühe, 30 Färsen, 118 Kälber, 288 Schweine, 1 Schaf aufgetrieben.

Preise: Ochsen 34 bis 45,5 Pf., Bullen 43,5, Kühe 18 bis 43,5, Färsen 36 bis 44,5, Kälber 40 bis 61, Schafe 40 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 Mk., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 Mk., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 Mk., c (100 bis 119,5 kg) 1,03 Mk., d-f (unter 100 kg) 0,97 Mk., gl (fette Specksauen) 1,13 Mk., i (Altschneider) 1,11 Mk., g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark.

Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausoerkaust.

Rhein-Mainische Börse.

Alillagsbörse rphig und widerstandsfähig.

Frankfurt a. M., 9. Mai. An der Börse ver­mochte sich auch heute noch kein besonderes Geschäft zu entwickeln. Die Kundschaft übt weiterhin einige Zurückhaltung, wenngleich unverkennbares Anlage­interesse vorhanden ist. Anderseits erfolgt auch kaum Angebot. .

An den Aktienmärkten ergaben sich im allgemeinen wiederum nur Abweichungen um Pro­zentbruchteile, wobei Besserungen in der Mehrzahl blieben. Stärker erhöht waren von Maschinenwerten Demag mit 143 bis 144,50 (142,75), auch Daimler 1,13 v. H. erhöht auf 140,13. IG. Farben setzten 0,40 v. H. leichter ein mit 149,65 und blieben so gefragt, ebenso am Montanmarkt Verein. Stahl mit 103,75 (103,65), Klöckner mit 117 (117,25). Hoesch blieben mit 109,50 unverändert, Mannesmann 0,25 v. H. fester mit 107,25. Sonst sind noch Scheide­anstalt mit 203,50 (202,50), Westdeutsche Kaufhof mit 105,25 (105) und nach Pause Feldmühle mit 111,25 (111,75) unter den Erstnotierungen anzu­führen.

In Renten blieben die Umsätze begrenzt. Das Interesse liegt zur Zeit bei den zur'Auflegung kommenden fünfprozentigen Industrie-Anleihen, von denen morgen die Zeichnung der Essener Stein- kohlen-Elettrizitäts-AG. im Betrage von 25 Millio­nen RM. beginnt. Reichsaltbesitz' unverändert 132, Reichsbahn-DA. 0,13 v. H. fester mit 125. Im Frei- oerkehr waren NF.-Steuergutscheine II zu 98,50 (98,40) stark gefragt, aber ohne Angebot. Kommu- nal-Umschuldung gingen mit 93,65 und 93,70 in kleinen Posten um. Industrie-Obligationen tendier­ten uneinheitlich, u. a. 5 v. H. Gelsenbenzin 99,80 (100), 5 v. H. Mittelstahl 100,13 (100), 5 v. H. Eisen­bahn-Bank 86,50 (86). Stadtanleihen lagen meist behauptet, 4,50 v. H. Darmstadt von '26 96,90 (97,13), 4,50 v. H. Darmstadt von 28 96,80 (97,13). Von Liquidationspfandbriefen zogen Frankfurter Hyp. auf 101,13 (101), Frankfurter Pfandbriefbank auf 101 (100,75) an. Reichsbahn-VA. befestigten sich im Verlaufe auf 125,13 nach 125.

Wenn auch dir LeMMätigkeit im Verlaufe un=.

verändert klein blieb, so zeigten die Aktienkurse überwiegend eine festere Haltung, was allerdings kursmäßig mangels Umsatzes nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Rheinstahl 137 nach 136,75, Bemberg 138,75 nach 138,25, Daimler 140,25 nach 140,13, dagegen Demag 144 nach 144,50. Bei den später notierten Papieren überwogen Erhöhungen, fest lagen Felten mit 137 (135,50). Am Einheitsmarkt waren Gritzner auf die 5-(0-)vrozentige Dividenden­erklärung hin stark gefragt uno gestrichen Geld. Von Banken Deutsche 1 v. H. schwächer mit 110,59, Commerzbank 0,13 v. H. erhöht auf 105,40.

Im Frei verkehr nannte man Dingler mit 113,25 bis 115,50 und Elsöss. Bad. Wolle' mit 98 bis 99 (97 bis 98). Tagesgeld wieder 2,25 v. H.

Abendbörse zurückhaltend.

An der Abendbörse herrschte stärkste Zurückhal­tung, die einzelnen Marktgebiete waren nahem ge« schästslos. Während Aufträge aus dem Publikum fehlten, bestand beim Berufshandel eher Neiguna zu kleinen Abgaben, so daß die teilweise merklich höher liegenden Berliner Schlußkurse nicht erreicht wurden. Gegenüber den hiesigen Schlußkursen war die Entwicklung uneinheitlich, es überwogen kleine Steigerungen. U. a. notierten: Vereinigte Stahl 103,50 (103,25), Rheinstahl 137,25 (137), Hoesch 109,65 (109,50), MAN. 143,50 (142,75), Bemberg 139,25 (138,75), IG. Farben 149,75 (149,65). An­dererseits bröckelten Daimler auf 140 (140,25), De­mag auf 143,50 (144), Deutsche Erdöl auf 124,25 (124,50), Gesfürel auf 135,75 (136), Metallgesell­schaft auf 114 (114,75) und Laurahütte weiter auf 15,25 (15,50) ab. Siemens notierten nach Pause 2 v. H. niedriger mit 191. Bankaktien behaupteten die Mittagskurse. Von Renten wurden Reichsalt­besitz und Reichsbahn-Vorzugsaktien je 0,13 v. H. höher mit 132,13 bzw. 125,25 gesucht; 5 v. H. Mül­heimer Berg gingen mit unverändert 99,75, 5 v. H. Mark Kommunal I und II mit 99,90 (100) um 6 v. H. IG..Farben unverändert 122,13.

$ranffurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. Mai. Auftrieb: Kälber 801, Hümmel und Schafe 90, Schweine 4519. No­tiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 61 bis 65, b) 56 bis 59, c) 43 bis 50, d) 35 bis 40. Hümmel bl) 49 bis 50, b2 43 bis 44, c) 38 bis 42. Schafe a) 42, b) 39, c) 30 bis 32. Schweine a) 58,50, bl) 57,50, b2) 56,50, c) 52,50, b) 49,50, Sauen gl) 57,50. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe mittel.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

W. Sp. in L. lieber das Aufweichen getrockneter Schmetterlinge zum Spannen ist in Kürze folgen­des zu sagen: Gewaschener Flußsand wird mit einer 2prozentigen Formollösung (2 ccm = 4 bis 5 Trop­fen käufliches Formalin auf 100 cem Wasser) gut durchseuchtet in einem geeigneten flachen Gesäß (Teller, Blumentopfuntersatz) in nicht zu dünner Schicht ausgebreitet und mit einer zwei- bis drei­fachen Lage sauberen Fließpapiers (Löschblätter) bedeckt. Das Papier soll feucht, aber nicht naß sein. .Die Schmetterlinge werden einzeln, ohne sich gegen­seitig zu berühren, auf das Fließpapier gebracht und schließlich das Ganze mit einer Gläsglocke (Käseglocke) bedeckt. Diesefeuchte Kammer" bleibt bei Zimmertemperatur 5 bis 10 Tage stehen, wobei die Feuchtigkeit des Sandes stets zu kontrollieren ist. Ebenso müssen die Schmetterlinge jeden Tag umgedreht werden; auch ist darauf zu achten, daß am Glase sich niederschlagende Wassertropfen nicht auf die Tiere fallen können, wie überhaupt jede un­mittelbare Benetzung zu vermeiden ist. Wie lange die Insekten der Feuchtigkeit ausgesetzt werden müs­sen, hängt vom Grade ihrer Trockenheit ab, doch dürfte die angegebene Zeit in den meisten Füllen genügen. Die Objekte sind spannfühig, wenn sich die zusammengefalteten Flügel mit einer Pinzette leicht und ohne großen Druck in jede gewünschte Stellung bringen lassen. Trotzdem erfordert das Spannen solchen aufgeweichten Materials ziemliche Uebung, da Wühler und Beine der Tiere stets ein gewisses Maß von Sprödigkeit behalten und daher leicht abbrechen.

Das Glück.

Der englische Dramatiker Bernard Shaw hörte in einer Gesellschaft zu, wie die jüngeren Leute vom Glück redeten, und bemerkte, den Kopf wiegend: Was heißt Glück? Meist ist es ja gar keins!"

Aber, verehrter Meister", rief eine Dame,Sie wollen doch nicht sagen, daß Sie selber niemals Glück gehabt hätten?"

Das schon", räumte Shaw ein,in meiner Jvf genb fand ich zum Beispiel, als es mir furchtbar schlecht ging, eine dicke Brieftasche." j

Na also", frohlockte die Dame,und Sie gayken sie ab und kriegten eine dicke Belohnung!"

Keineswegs", lächelte Shaw,die Brieftasche war nämlich meine eigene, die ich vorher "verloren hatte, und cs waren lauter unbezahlte Rechnungen darin."