Ausgabe 
10.5.1939
 
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des Bezirksvermaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung:

Klage des Karl Holler in Echzell gegen den Bescheid des Landrats in Büdingen vom 13.3.1939 wegen Versagung der Legitimationskarte für das Kj. 1939;

Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadt Frank­furt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Landkreis Friedberg wegen Fürsorge für Eugen Schweinitz;

Klage des Philipp Karl Vömel in Vilbel gegen den Bescheid des Landrats in Friedberg vom 17.3.1939 wegen Versagung des Wandergewerbe­scheins für das Kj. 1939;

Klage der Maria Klein in Ilbenstadt gegen den Bescheid des Landrats in Friedberg vom 13.2.1939 wegen Versagung des Wandergewerbe­scheins für das Kj. 1939.

Prüfung der Haushaltslehrlinge.

Gfs. In der Mädchenberufsschule in der Kirch­straße fand die Prüfung der Haushaltslehrlinge durch die Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes statt.

Am ersten Tag war die Abschlußprüfung für die zweijährig tätigen Mädchen. Sie begann mit schrift­lichen Fragen. Es wurde ein Voranschlag für den Haushaltsplan gemacht, ferner in der Buchführung im Haushalt und der Nahrungsmittellehre geprüft. Dann kam der praktische Teil, keine Arbeit im Haus­halt blieb ungeprüft. Die Mädchen mußten kochen, waschen, bügeln, abwaschen, flicken usw., nichts der wichtigen Haushaltsarbeiten wurde ihnen geschenkt, und sie bekamen Noten. Die Abteilungsleiterin des Mutterdienstes überprüfte auch die Kenntnisse in der Krankenpflege, die die Mädchen sich im Laufe der Jahre aneignen konnten. Es kamen auch die welt­anschaulichen Fragen zu Wort und wurden einer eingehenden Prüfung unterzogen. So konnten sich diese Mädchen reiches Wissen aneignen, und wer mitGut" bestand, dem stehen die Wege zu großen Betrieben jederzeit offen. Am zweiten Tag fanden die Zwischenprüfungen der Mädchen, die 1 Jahr und 1 y Jahre in der Ausbildung stehen, im gleichen Rahmen wie die vorhergehenden statt.

Man freute sich über die Gründlichkeit der Aus­bildung. Möchten sich alle Haushaltslehrlinge dieser Prüfung, die bis jetzt noch eine freiwillige ist, unterziehen.

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** Auszeichnung. Dem Leiter des Bezirks Oderhessen der Deutschen Ledens-Rettungs-Gemein- fchaft, Regierungs-Baurat Mangold, Gießen, wurde für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Deutschen Lebensrettungs-Gemeinschast das DLRG.-Mitgliedsabzei.chen mit Eichenkranz in Sil­ber verliehen. Studienassessor Otto Kirsch- bäum, Gießen, Bahnhofstraße, konnte nach er­folgreich abgelegter Prüfung der Lehrschein mit goldener Nadel überreicht werden.

** 88 Jahre a l t. Am morgigen Donnerstag, 11. Mai, kann Frau Luise Noll Wwe., In Löbers- hof 8 wohnhaft, ihren 88. Geburtstag begehen. Der Jubilarin, einer langjährigen treuen Bezieherin des Gießener Anzeigers, auch unseren herzlichen Glück­wunsch.

** Maienblasen. Beim heutigen Maienblasen «von 19 Uhr ab auf dem Turm der Stadtkirche «werden gespielt: 1.Allein Gott in der Höh sei Ehr"; !2.Die Ehre Gottes in der Natur"; 3.Im schönsten !Wiesengrunde".

* In der Bahnhofshalle vor der ;H e i m f a h r t g e st o r b e n. Don einem raschen Lod wurde am gestrigen Dienstag gegen 23 Uhr Der 58 Jahre alte Studienrat Dr. Weide aus Wutzbach ereilt. Dr. Weide wollte mit dem um 23.04 lUhr von Gießen abfahrenden Zug nach seinem Wohnort Butzbach zurückkehren. Als er in Beglei- ktung zweier Bekannten die Bahnhofshalle betreten chatte, brach er plötzlich zusammen. Der schnell her- cheigerufene Bahnarzt konnte nur noch den Tod Des bedauernswerten Mannes feststellen. Ein Herz­schlag hatte seinen! Leben ein jähes Ende bereitet.

** Folgenschwerer Sturz. Am gesttigen Mittwochabend kam an der Ecke Schulstraße-Markt- chraße ein Mann so unglücklich zu Fall, daß er mit [inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik zuge- iführt werden mußte. Die Ursache des Unfalles soll iin epileptischen Anfällen des bedauernswerten Mannes zu erblicken fein.

** Verkehrsunfall. An der Ecke Hinden- burgwall-Bleichstraße fuhren gestern ein Kleinkraft- rradfahrer und ein Radler beim Einbiegen in die Bleichstraße gegeneinander. Der Radfahrer erlitt vabei einige leichte Verletzungen, im übrigen verlief toer Unfall ohne weitere Folgen.

Tagung der hessischen Landgerichts­präsidenten und Aufsichtsrichter.

LPD. Darmstadt, 9.Mai. Unter dem Vorsitz !,es Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. S c r i b a fand m Darmstadt eine Tagung der Landesgerichts- uräsidenten und der Aufsichtsrichter der Amts­gerichte aus dem ganzen Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt statt, die der Besprechung der Aus- Bildung der Referendare auf Grund der im 1. April d. I. in Kraft getretenen Justizaus- i'ildungsordnung diente. Den Mittelpunkt der Ta- iung bildeten grundlegende Ausführungen des ^berlandesgerichtspräsidenten Dr. Scribd über ssie Bedeutung einer sorgfältigen Heranbildung eines üichttgen, fachlich geschulten und politisch einsatz- i ereilen Rechtswahrernachwuchses.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 11.2Nai.

5 Uhr: Don Königsberg: Frühmusik. 5.50: Bauer, i.ierk' auf! 6: Adagio in d-moll und Fuga in F-dur, kdh Georg Friedrich Händel. Gymnastik. 6.30: Don Leipzig: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gym- rnftit 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. MO: Don Königsberg: Froher Klang zur Werk- jnuse. 10: Schulfunk. Volkslied singen Liederblatt 3. 14.40: Ruf ins Land. 12: Von Wien: Mittagskon- z.rt I. 13: Nachrichten. 13.15: Don Wien: Mittags- kmzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut' Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 14.45: Für unsere Kinder: Bastelstunde. Ein Geschenk für die Mutter gim Muttertag. 16: Alles, was wir uns wünschen! Anlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 18.30: Hermann r:m Wißmann. Hörfolge zum Gedenken des be- r chmten Afrikaforschers. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: 1«r fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: §vchzeit machen, das ist wunderschön... Nach- rtfjten. 22.10: Unsere Kolonien:Die Schutztruppe hr Südwest". 22.30: Don Stuttgart: Volks- und Umterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert.

Aus -en Gießener Gerichtssälen.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen Sittlichkeitsverbrechen hatte sich der K. K. in Gießen in nichtöffentlicher Sitzung zu verant­worten. Der Angeklagte wurde wegen eines Ver­brechens nach § 174 Abs. 1 StGB, in Tateinheit mit einem Vergehen nach § 175 StGB, und einem Versuch des Verbrechens nach § 175a StGB, zu einer Gefängnis strafe von 3 Mo naten verurteilt.

dezirksschöffengencht Gießen.

Der G. M. in Dornassenheim kam mit 19 Jahren schon mit dem Strafgesetz in Konflikt, nachdem er in einer Erziehungsanstalt untergebracht war und dort einen Beruf erlernt hatte. Die Erziehungs­maßnahmen führten zu keinem Erfolg. So kam er, der jetzt 22jährige, im Herbst 1938 wieder ganz auf die schiefe Bahn. Nach Verbüßung einer längeren Freiheitsstrafe durfte er nach seinen Angaben nicht ins Elternhaus zurück, und wenn er eine gute Arbeitsstelle hatte, dann verließ er diese wieder und trieb sich umher, so daß er auch wegen Bettelns und Landstreicherei bestraft wurde. Er stahl dann mittels Einsteigens und Erbrechens von Behält­nissen Gänse, Hühner, Enten, ein Fahrrad, Klei­dungsstücke und fremde Arbeitspapiere. Mit dem Erlös für das Diebesgut schlug er sich durch. Unter einem falschen Namen wurde er wegen Diebstahls verfolgt. Er unterschrieb mit dem fremden Namen amtliche Protokolle und machte sich so der schweren Urkundenfälschung schuldig. Der Angeklagte war ge­ständig.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren. Straf­mildernd komme das Geständnis, straferschwerend dagegen die einschlägigen Vorstrafen und die Zahl der strafbaren Handlungen in Betracht. Eine An­rechnung der Untersuchungshaft wurde in das Er­messen des Gerichts gestellt.

Der Angeklagte wurde unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu einer Gesamtgesäng- nisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, abzüglich drei Monate und neun Tage Untersuchungshaft, verurteilt. In der Urteils­begründung wurde ausgeführt, daß das Gericht von der an sich verwirkten Zuchthausstrafe ab­gesehen habe, um den noch jungen Angeklagten nicht von vornherein unmöglidj zu machen. Trotz schwe­rer Bedenken seien dem Angeklagten noch einmal mildernde Umstände zugebilttgt worden, aber im Wiederholungsfälle Haber er mit Zuchthaus und Sicherungsverwahrung zu rechnen.

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Der P. I. B. in Ober-Rosdach hat sich im No­vember 1938 der üblen Nachrede gegenüber einem Dollziehungsbeamten schuldig gemacht, indem er diesen beleidigender Aeußerungen über den Führer bezichtigte. Der Angeklagte erklärte sich auf Dor­schlag des Gerichts bereit, eine Ehrenerklärung ge­genüber dem Beleidigten abzugeben, 20 RM. an die NSD. zu zahlen und die Kosten zu tragen. Falls die vorgesetzte Dienststelle des Beamten da­mit einverstanden ist, nimmt der Beleidigte den Strafantrag zurück. Die Verhandlung wurde ab- gesetzt.

50169 Mark. Der im Interesse der deutsche Wirtschaft angebaute Flachs ergab 52 Zentner. Die vorzügliche ©etreibeernte des Berichtsjahres wirkte sich dahin aus, daß der Absatz um 22184 Mark höher war als im Vorjahr. Auch konnten die kleinen Landwirte namhafte Schuldbeträge aus früheren Jahren abstoßen. Der Umsatz im Kleinverkauf der von der Genossenschaft geführten Gemischtwaren­handlung belief sich auf rund 24 000 Mark. Auch er lag wesentlich höher als im Vorjahr. An Steuern mußten insgesamt 1012 Mark abgeführt werden. Die Gesamtlage der Genossenschaft muß als gut be­zeichnet werden. Dem trug der Vorstand Rechnung, indem er seine Mitglieder zu einer Fahrt ins mal« deckische und kurhessische Land einlud, um auch seinerseits den schwer arbeitenden Landleuten einen Tag der Erholung und der gemeinsamen Freude zu bereiten.

* Dillingen, 10. Mai. Am heutigen Mitt­woch, 10. Mai, können die Eheleute Ludwig L e s ch - Horn und Frau Marie das Fest der silbernen H o chz e i t begehen. Wir beglückwünschen.

Kreis Bübingen.

k Schotten, 8. Mai. In der Turnhalle fand dieser Tage unter Leitung von Landwirtschafts­gestern abend unter Leitung von Landwirtschafts­rat Dr. Günther ein aufklärender Vortrag über die Kartoffelkäfer-Bekämpfung statt. Landwirt S ch ö ß l e r vom Abwehrdienst hielt einen Vortrag über die große Gefahr dieses Käfers und feine Bekämpfung. Ein lehrreicher Film ergänzte in anschaulichster Weise den Vortrag. Mit den Be­kämpfungsmaßnahmen wird bald begonnen. An einer Stelle wurde hier im vergangenen Herbst der Käfer gefunden. Am Himmelfahrtstag wird hier, wie bereits gemeldet, der Gauwandertag der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" abgehalten. Mehrere Sonderzüae werden hierher geleitet. Auf dem Festplatz, dem Bockzahl, wird eine große Kund­gebung stattfinden. Die Vorbereitungen werden mit Eifer getroffen. Ebenso sind schon alle Vorbereitun-

Aus der engeren Heimat.

Hauptversammlung der Niddaer Bank.

S Nidda, 8. Mai. Jrn GaschausZur Krone" fand die Generalversammlung der Niddaer Bank AG., Nidda, statt. Das Geschäftsjahr 1938 war für die geschäftliche Entwicklung in gleicher Weise günstig, wie das Vorjahr. Der Gesamtumsatz erhöhte sich von 19 783 669,68 Mark des Vorjahres auf 22 413 068,58 Mark. Die Bilanzsumme schließt mit 1 628 038,89 Mark in Aktiva und Passiva ab. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist den Betrag von 45 920,69 Mark auf. Der Kassenbestand betrug am Jahresende 21 538,12 Mark, die Guthaben auf Reichsbankgiro- und Postscheckkonto 49 037,43 Mark. Es ergibt sich somit eine Gesamtreseroe von 70 620,55 Mark. Die Anlage von Wechseln hat sich dem Vor­jahre gegenüber auf 6401,75 Mark verringert. Der Bestand von Wertpapieren hat sich insbesondere durch gezeichnete Reichsschatzanweisungen von 22 065,14 Mark auf 91 208,79 Mark erhöht. Das Bankguthaben beträgt 121 752,27 Mark. Die Ge­samtforderungen betrugen Ende 1938 zusammen 1 319 776,13 Mark. Im Kreditgeschäft machte sich die allgemein gebesserte wirtschaftliche Lage durch erhebliche Rücklagen bemerkbar, wodurch die Bank jn der Lage war, nicht nur den vertretbaren Kredit- forderungen gerecht werden zu können, sondern dar­über hinaus ihre Liquidität wesentlich zu verbessern. Die dem Jahr 1937 gegenüber unverändert geblie­benen gesetzlichen Reserven betragen 59 000 Mark. Dem Wertberichtigungskonto wurden in 1938 zu­sammen 12 847,06 Mark abgebucht. Mit der ver­bleibenden Summe von 5715,54 Mark ist hin­reichende Deckung vorhanden für etwa in den bei­den noch lausenden Entschuldungsverfahren ein­tretende Abstriche. Die in der Bilanz aufgeführten Verpflichtungen im Betrage von 49 292 Mark, die aus Schulden übernommener Liquidttations-Ge- nossenschaften herrühren, wurden im neuen Ge­schäftsjahr abgelöst. Der Gesamtbestand der Spar­einlagen und Einlagen in laufender Rechnung be­trug am Jahresende 1 444 813,43 Mark. Die Haft­verbindlichkeiten und Beteiligungen betragen zu­sammen 22 815 Mark. Der Reingewinn beläuft sich auf 3092,73 Mark. Davon werden 5 v. H. Dividende = '2533,30 Mark auf das eingezahlte Grundkapital gezahlt und 559,43 Mark auf neue Rechnung vor- getra'gen. Bilanz und Jahresrechnung wurden ge­nehmigt, dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglie­der des Aufsichtsrates, Kaufmann Schmoll, No­tar Ramge und Bauunternehmer Drott, wur­den durch Zuruf wiedergewählt.

Nach der Generalversammlung fand eine Feier des 70jährigen Bestehens der Niddaer Bank statt. Die Bank hat sich infolge vorzüglicher Verwaltung aus kleinen Anfängen alsVorschuß- und Kredit­verein zu Nidda, e. G." zum Wohle Niddas und der Umgebung in außerordentlich günstiger Weise ent­wickelt. Dies fand seine Bestätigung in den Worten von zwei Vertretern des Ländlichen Genossenschafts­verbandes Rhein-Main-Neckar e. 23., Franfurt a. M.

Landkreis Gießen.

A Heuchelheim, 10. Mai. Am heutigen Mittwoch kann das Ehepaar Albert Neidel, Bpbnfchaffner a. D., und Katharina, geb. Schneider, wohnhaft Horst-Wessel-Straße 5, das Fest der sil­bernen Hochzeit begehen. Gleichzeitig sind es 25 Jahre, daß Familie Neidel ihr Heimatblatt, den Gießener Anzeiger, bezieht. Dem Jubelpaar zur Silberhochzeit unseren herzlichen Glückwunsch!

cxd Langsdorf, 8. Mai. Unser Vorschuß- und Kreditverein hielt seine 67. Ordentliche Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1938 ab. Bei zahlreicher Beteiligung erstattete der Rech­ner Heinrich Roth V. zunächst den Jahresbericht und stellte Rechnung und Bilanz von 1938 zur Ge­nehmigung. Nachdem der Präsident des Aufsichts­rates, Bürgermeister Kneipp, den Revisions­bericht Dorgetragen hatte, wurden Vorstand und Aufsichtsrat mit Dank für ihre hingebende Leistung entlastet. Die Ergänzungswahlen ergaben feine Aenderung, indem die ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt wurden. Aus der Vermögensbilanz werden einige Zahlen zur Verfügung gestellt, die öffentliches Interesse beanspruchen dürfen. Die Summe der Aktiva betrug 481 169,09 RM. Die wichtigsten Posten in dieser Summe sind: ein Bank­guthaben von 126 512,45 RM., Forderungen in lau­fender Rechnung 262 420,52 RM., aufgewertete Hypotheken 32 797,10 RM. Die Passiva beliefen sich auf 479 370,02 RM. Darin sind enthalten die Geschäftsguthaben der Mitglieder mit 11 662,73 RM., die Spareinlagen in Höhe von 404 269,39 RM., lausende Rechnung 33 376,20 RM. Die gün- stige Geschäftslage unseres Geldinstitutes läßt einen Schluß zu auf die wirtschaftliche, insbesondere finan­zielle Situation im Bereich der Kasse. Man kann sie als durchaus gesund bezeichnen. Von großen Reich­tümern, kann bei uns keine Rede sein, aber dafür haben wir auch keine drückende Armut. Die Spar­einlagen verteilen sich prozentual ziemlich gleich­

mäßig auf alle sozialen Schichten unserer Gemeinde, Arbeiter, Bauern, Handwerker und beamtete Per­sonen. Dieses erfreuliche Ergebnis entspricht der wirtschaftlichen Gesamtlage, die seit Jahrhunderten unerem Dorfe das Gepräge gibt. Es geht auch dar­aus hervor, daß in den beharrenden Kräften eines Dorfes die Gewähr seiner Dauer gegeben ist.

oo Langsdorf, 8. Mai. Gestern fand die ordentliche Generalversammlung der Landwirt­schaftlichen Bezugs - und Absatzgenos­senschaft Langsdorf unter der Leitung des Präsidenten des Aufsichtsrates statt. Durch den Rechner wurde zunächst die Bilanz für das Ge­schäftsjahr 1938 erstattet. Daraus folgten Geschäfts­bericht und Revisionsbericht. Alle Berichte wurden gutgeheißen und dem Auftichtsrat und dem Vor­stand Entlastung erteilt. Die. satzungsgemäß aus­scheidenden Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Die Zahl der Mitglieder betrug 120. Aus dem Bezugsgeschäft geben wir folgende Zahlen: Es wurden an Dünge­mitteln, Futtermitteln, Brennstoffen unb Säme­reien 10 474 Zentner bezogen, die einem Geldwert von 45 779 Mark entsprechen. Der Gesamtabsatz be­lief sich auf 6064 Zentner an Getreide, Kartoffeln, Dickwurz und Flachs. Dafür wurden ausbezahlt 52 604 Mark. Die abgelieferte Getreidemenge in dem guten Ernte fahr 1938 betrug 4860 Zentner

gen im Gang für das am 9. Juli ftattfinbenbe große Kraft-Sportwagen- und Motorrad-RennenRund um Schotte n".

Jude wegen Steuerhinterziehung bestraft.

Lpd. Frankfurt a. M., 9. Mai. Das Finanz­amt Frankfurt-Ost hat gegen den Juden Moses Israel Seligmann, Frankfurt a. M., Mittel­weg 60, wegen Umsatz-, Einkommen- und Gewerbe­ertragssteuerhinterziehung Geldstrafen von insge­samt 18 6 0 0 Mark festgesetzt.

Tödlicher Berkehrsuufall in Frankfurt

Lpd. Frankfurt g. M., 8. Mai. Auf der Forst­hausstraße, in der Höhe der Niederräder Land­straße ereignete sich ein schwerer Verkehrs- Unfall. Ein von einer Frau gesteuerter Personen­kraftwagen streifte beim Ueberholen einen Rad­fahrer und schleuderte ihn in weitem Bogen auf die Landstraße. Der Radfahrer, ein in den 50er Jahren stehender Mann, der keinerlei Ausweis- papiere bei sich trug, erlitt einen schweren Schädelbruch und sonstige Verletzungen, denen er etwa 2 Stunden später im Städtischen Kranken­haus in Frankfurt a. M., ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, erlag.

Holzhausen ist zu seinem Ehrentag gerüstet.

Bor der Ernennung zum Gaumusterdorf.

NSG. Es ist nicht alltäglich, daß ein Dorf so sehr im Mittelpunkt steht wie Holzhausen bei Gladenbach im Dillkreis am kommenden Sonn­tag, an dem es von Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger im Rahmen einer Veranstaltung an­läßlich der Gaukulturwoche zum Gaumuster­dorf ernannt werden wird.

Schon seit Wochen bereitet sich Holzhausen für diesen festlichen Tag vor. Alle Einwohner haben ich in den Dienst der Vorbereitungsarbeiten ge- tellt. Die Kraft der Geminschaft, die dem Dorf zu einem großen Erfolg verhalfen hat, gestaltet jetzt auch das sichtbare Zeichen des Erfolgs.

Man wird immer wieder gefangen, wenn man durch die Straßen von Holzhausen geht. Nicht allein, daß das Straßenbild Sauberkeit, Lebendig­keit und Frische atmet, es trägt auch seine beson­dere, man darf wohl sagen künstlerische Note. Fast alle Häuser sind geschmückt mit dem Kratzputz einer ortsgebundenen Ornamentik auf den Flächen zwi­schen dem Fachwerk, die seit Jahrhunderten von Malermeistern Holzhausens gepflegt wird.

Im Jahre 1936 entschloß sich Holzhausen, im Rahmen der Dorfverschönerungs­aktion der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" eine Verschönerung des Straßenbildes und eine teilweise Erneuerung des zur Tradition geworde­nen Kratzputzes vorzunehmen. Von diesem Aus­gangspunkt hat es sich bemüht, unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen Art all das durch­zuführen, was ein Dorf schön und für den Land­bewohner wertvoll macht. Aber schon früher, in den ersten Jahren nach der Machtübernahme hat sich Holzhausens Dorfgemeinschaft durch freiwillige Ar­beitsleistung Werte geschaffen, die für die Beurtei­lung des Dorfes von großer Bedeutung waren: Das

Schwimmbad und die Anlage um das Krieger­denkmal.

Für den kommenden Sonntag, an dem Holz- hausen die Anerkennung für seine Arbeit durch Gauleiter Sprenger erhalten wird, ist ein gro­ßes Festprogramm geplant. Frühmorgens findet ein Wecken durch die Formationen der Bewegung statt. Um 10.30 Uhr fährt die Dorfgemeinschaft dem Gau­leiter nach alter Sitte auf geschmückten Leiterwagen mit Musik entgegen, um ihn einzuholen. An der Dorflinde wird er nach einer Begrüßung durch Kreisleiter Thiele die Ernennung Holzhausens zum Gaumusterdorf vornehmen und dem Dors Ur­kunde und Truhe übergeben.

Nach der Feierstunde nimmt der Gauleiter eine eingehende Besichtigung des Dorfes vor und besucht die ausgezeichnet gestaltete Ausstellung A h n e n e r b e". Nachmittags findet auf dem Fest- platz, auf den die Bevölkerung in einem Festzug marschiert, ein großes dörfliches Volksfest statt. Eine Kapelle der Wehrmacht und eine Bauernkapelle werden aufspielen. Ein Festzelt wird die leiblichen Wünsche erfüllen und außerdem Schauplatz fröh­licher Darbietungen sein. Aus der Fülle der geplauz­ten Ueberraschungen seien nur einige verraten: Dar­bietungen der hessen-nassauischen Trachtengruppen und der KdF.-Sportgruppen, offenes Singen, Pup­penbühne, Preisschießen u. a. m. EinFroher Dorf- sonntag", gestaltet von der Rundfunkspielschar 8 von der Reichsjugendführung und den Trachtengruppen der Dorfgemeinschaft, stellt den Höhepunkt der Ver­anstaltungen des Nachmittags dar. Der Abend bringt ein Wehrmachtskonzert und endet mit einem Laternenumzug der Dorfgemeinschaft mit ihren Gästen.

Guter Fang der Zoltfahndungsstette.

300000 Mark beschlagnahmt.

LPD. Frankfurt a. M., 9. Mai. Die Behör­den im Grenzgebiet des Bodensees waren bald auf ein sonder b'a res Brautpaar aufmerksam geworden, das ein auffallendes Benehmen an den Tag legte. Ohne lange zu zögern, nahmen sie eine Kontrolle des Hotels vor, in dem das Paar, ein 59jähriger holländischer Jude aus Budapest mit seiner 26jährigen Geliebten, einer Schweizerin, ab« gestiegen war. Der Erfolg war sehr überraschend. Man fand bei dem Paar drei Koffer, bis oben gefüllt mit Gold- und Silbersachen. Es sollte sich dabei um die Aussteuer derBraut" handeln. Man ging der Sache auf den Grund, und, da das Schwindlerpaar zuletzt in Frankfurt a. M. in einem Hotel gewohnt hatte, wurde auch die Zoll- fahndungsstelle in Frankfurt a. M. benachrichtigt. Und siehe da, bei der Gepäckaufbewahrung im Frankfurter Hauptbahnhof konnten von dieser wei­tere vier Koffer mit Goldwaren, Bril­lantschmuck und Tafelsilber beschlagnahmt werden. Der Inhalt der Koffer hat einen Wert von 60 000 Mark. Außerdem befanden sich in den Kof­fern für 30 000 Mark Bargeld.

Nach den in Zusammenarbeit mit der Zollfahn- dungsstelle Radolfzell von der Zollfahndunasstelle Frankfurt a. M. getroffenen Feststellungen betrieb der Jude von Frankfurt a. M. aus planmäßig Devisenschiebungen. Mit Hilfe seiner Ge­liebten hat er schon umfangreiche Verschiebungen von Vermögenswerten nach dem Auslande durch­geführt. Jn Frankfurt a. M. und Umgebung konn­ten über 25 Juden verhaftet werden, die Geld und Wertsachen zur Verschiebung ausgehän- digt hatten. Durch die umfangreiche Fahndungs-- aktion konnten alle Beteiliaten der Straftat über­führt werden. Der Hauptbefchuldigte leett nunmehr unter dem Druck der Beweismittel Wenfalls ein volles Geständnis ab, nachdem er sich dagegen erst mit Händen und Füßen geftreubt hatte. Zur Siche­rung der Geldstrafen wurden insgesamt 300 000 Mark beschlagnahmt.

Der Fall hat gezeigt, daß die Juden nicht daran denken, der aesetzlichen Ablieferungspflicht ihrer Schmuck-, Golo- und Silbersachen nachzukommen. Bedauerlicherweise wurde in vielen Fällen die Fest­stellung gemacht, daß sie abliefrungspflichtige Werk