Ausgabe 
10.5.1939
 
Einzelbild herunterladen

russischen Waffen ausgerüsteten Feind teil. Es war die praktische Erprobung dessen, was Mussolini ge­schossen. Eine große Anzahl italienischer Offiziere und Soldaten hatte hier Gelegenheit, den modernen Krieg und die Methoden kennen zu lernen, mit denen er durchgeführt und beendet wird. Im Laufe der spanischen Jahre hat sich Italien somit einen Stamm von Soldaten erzogen, der an praktischer Erfahrung seinesgleichen sucht. Die Besetzung Albaniens aber ' brachte ein Zusammen­wirken aller drei Faktoren, des Landheeres, der Flotte, die dieses Heer über die Meerenge von Otranto transportierte, und der Luftwaffe. Die gemeinsame Operation war derartig präzise, daß in elf Tagen das wegelose Bergland besetzt wurde.

Diese Schulung hat natürlich eine Unmenge von militärischen Einzelerfahrungen ergeben, die zu­sammen mit der modernen Waffenwirkung und Woffenanwendung schon frühzeitig zu einer den Er­fordernissen der Praxis immer näher kommenden Umorganisation führte. Die Neuorganisation des Landheeres trägt diesen Erfahrungen ebenso Rechnung wie die Anregungen der großen italienische Militärschriftsteller wie Douhet, der für die Anwendung der Luftwaffe neue Gedanken entwickelte, wie General Visconto-Prasca, der über die Entscheidungsschlacht schrieb, oder wie General P a r i a n i, der die Schnelligkeit des Vor­marsches mit der größtmöglichen Waffenwirkung vereinen will. Die Neugliederung der italienischen Landarmee ist im Gange. Sie erstreckt sich auf die Aufstellung der Obersten Kommandobehörden, auf ein GebirAruppenkommando, auf einschnelles Armee-Oberkommando" und auf eine Neuordnung des Oberkommandos in Nordafrika, ferner auf die Umwandlung der Infanterie-Divisiogen durch Fort- nähme je eines Infanterie-Regimentes und die dadurch mögliche Schaffung von 15 neuen Divi­sionen.

Die zweigliedrige Division stattet ihre zwei Infanterieregimenter mit schweren Waffen aus. Um eine besondere Schnelligkeit zu erzielen, werden diese Regimenter motorisiert. Die Masse des Land­heeres besteht aus 51 solcher Verbänden, die auf 17 Armeekorps verteilt werden und in fünf Armee­gruppen vereinigt find. Für den Krieg im Gebirge bestehen fünf AlpeNdivisionen. An rasch beweglichen Verbänden 'gibt es zwei Panzer-, drei schnelle und zwei motorisierte Divisionen, die gewissermaßen den Vortrupp des Heeres bilden. Außerdem sind jedem Armeekorps noch Schwarzhemdenbataillone ange- aliedert. Ferner wird der Küsten-, Luft- und Grenz­schutz durch eine sorgfältig ausgebildete Miliz aus- geübt, wobei erwähnenswert ist, daß für den Grenzschutz außerdem noch besondere Artillerie- regimenter des Heeres bereitstehen. Jedes Armee­korps hat ihre .Korpsartillerie, außerdem, gibt es eine Heeresartillerie. Für Nordafrita besteht einx eigene Organisation aus zwei Armeekorps, denen die Eingeborenentruppen angegliedert find.

Die Luftwaffe, die mehrere tausend Flug­zeuge erster Linie umfaßt, ist neuerdings in Ge­schwader eingeteilt worden, die aus den Flieger­divisionen aebildet wurden und eine wirksamere Zu- sammenfafsung der verschiedensten Flugzeug arten (Jagdflieger, Aufklärungsflugzeuge, Kampfflieger, Bomber) vorsehen. Für das Flugzeugwesen sind große Summen zum Ausbau bewilligt worden. Es ist weiter bemerkenswert, daß Italien sein Kriegs­gerät selbst herstellt und die Versorgung mit Roh­stoffen auch im Kriegsfälle gesichert hat, während Frankreich und England einen Teil ihrer Flug­zeuge und Motoren aus den USA. beziehen müssen. Die langgestreckten Küsten der italienischen Halb­insel werden nicht nur zu Lande durch das Heer und durch die Luftflotte, sondern auch durch eine starke Kriegsmarine geschützt, wobei Italien besonderes Gewicht auch auf die U-Bootwaffe legt, die der französischen überlegen ist. An leichten und schweren modernen Kreuzern besitzt es die gleiche Zahl wie Frankreich.

Dieses italienische Volk in Waffen, rund 8 Mil­lionen Soldaten, hat sich, wie der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, Generaloberst von Brau- ch i t s ch, auf seiner Reise nach Italien und Libyen feststellen konnte, gleich der deutschen Armee zu einem Faktor von unbezwingbarer Kraft entwickelt. So verfügen die beiden befreundeten Völker über die modernsten und diszipliniertesten Heere der Ge­genwart, während im englischen Unterhaus der Deutschenfresser Lloyd George dem englischen Generalstab sagen mußte, daß die demokratischen Regierungen in allen diesen Dingen den Völkern eine französisch-englische Phantasmagorie vorzau­berten, die beim ersten Anprall der Wirklichkeit zer­stieben würde. E. v.

llebernahme der Kurie auf dem Forum Nomanum.

Rom, 9. Mai (Europapreß). Der dritte Jahres­tag der Begründung des Imperiums erhielt seinen Charakter durch die Uebernahme der auf dem Forum Romanum befindlichen Kurie. Dem Fest­akt wohnten der Duce, die Mitglieder des Faschi­stischen Rates, des Senates und der Kammer bei. Die Kurie, der Sitzungssaal des Senates aus der antiken Kaiserzeit, ist noch gut erhalten. Der Saal, dessen Fußboden, Stufen und Wände bis zu einer Höhe von acht Meter noch vorhanden sind, und dessen Umfassungsmauern noch stehen, so daß die Rekonstruktion des Daches mög­lich war, erscheint wieder wie zu Zeiten des Kaiser Diokletian im zweiten Jahrhundert nach Christi. Es wird versichert, das Bild sei kaum ein anderes gewesen als zu den Zeiten der römischen Republik. Man könnte wohl sagen, daß die Besucher der Kurie in ihr das Urbild des Parlaments zu sehen haben. Der Präsident des Faschistischen Senates feierte in feiner Ansprache den Duce als den Be­gründer des neuen Imperiums. Das Gebäude des römischen Senats, das der italienische Senat in Zukunft hüten wolle, werde die antike Tradition! wieder aufnehmen und wie man im Altertum die Trophäen der Siege aufbewährte in Zukunft die Stätte der Wahrzeichen der neuen faschistischen Siegestaten sein, des Marsches auf Rom, der Gründung des Imperiums und der Vereinigung der albanischen mit der italienischen Krone.

Englische Generale besichtigen die Moginot-Linie.

London, 9. Mai. (DNB.) WieDaily Tele­graph" berichtet, wird der britische Generalleutnant Sir John Dill, der als Kommandeur des briti­schen Expeditionskorps im Kriegsfall gilt, zusam­men mit General Gamelin zwei Tage lang die Maginot-Linie bei Charleville besichtigen.Daily Telegraph" bezeichnet den Zweck des Besuches als Fortsetzung der Besprechungen, die der britische Generalstabschef Viscount Gort feinerzeit in Pa- ris begonnen habe. Weiter befinden sich in Beglei- tung des Generalleutnants Dill die Kommandieren-

Oer Beamte im Dritten Reich.

Reichsminister Or. Frick auf der Frankfurter Tagung des Reichsbundes Deutscher Beamten.

Der 2. Tag der Reichstagung des Reichsbundes der Deutschen Beamten wurde mit einem Vorspruch und gemeinsamem Lied eingeleitet. Reichshauptstellenleiter Eggerdinger umriß die historische Entwicklung der Stellung des Beamten und gab eine lebendige Schilderung des jetzigen Verhältnisses zwischen Staat und Beamtenschaft, das ein völlig anderes sei, als zu allen früheren Zeiten. Beamtenpolitik fei ein Teil der allgemeinen Politik und werde bestimmt durch die Auffassung von den Aufgaben des Staa­tes. Daraus ergebe sich, daß der" Beamte seine Auf­gabe fachliche Tüchtigkeit vorausgesetzt nur bei weltanschaulicher Festigung er­füllen könne. Die Beamtenpolitik des Dritten Reiches müsse deshalb ihr besonderes Augenmerk auf die weltanschauliche Erziehung des Beamten richten. In engster Fühlung mit dem Stellvertreter des Führers habe das Hauptamt für Be­amte als Bindeglied der Beamtenschaft zur höch­sten Dienststelle der Bewegung darüber zu wachen, daß Gesinnung, Haltung und Einstellung des Be­rufsbeamtentums im Dritten Reich sich nach natio­nalsozialistischen Grundsätzen richten. Bei der Er­örterung der Laufbahn- und Aufstiegsfragen der Beamtenschaft erklärte er:Nicht Verstandesakro­baten, nicht Intellektuelle, nicht Bürokraten mit den vollkommensten Paragraphenkenntnissen haben Deutschland groß gemacht, sondern jene im Volk verwurzelten festen Charaktere mit klarem Verstand und reinem Wollen". Diese Auffassung sei im vollen Umfang bisher nicht überall erkannt worden. Darum wird es immer Aufgabe der Partei fein, diesen Auffassunyen zum Durchbruch zu ver­helfen.

Reichsmimster Dr. Frick sprach sodann über das Thema:Das deutsche Be­rufsbeamtentum, ein Grundpfeiler des Dritten Reiches". Als besonders hervorstechende Ergebnisse der jüngsten Zeit behandelte er das Gesetz über den

Aufbau der Verwaltung in der Ostmark, sowie das Gesetz über die Gliederung der sudetendeutschen Ge­biete und das Gesetz über den Aufbau der Verwal­tung im Reichsgau Sudetenland (Sudetengau-Ge- sctz). Durch diese Gesetze konnte die erstrebte Reichs­reform als entscheidendes Stück vorwärts getrieben werden. Sie wurden damit die Marksteine der staats- und rechtspolitischen Aufbauarbeit des Drit­ten Reiches. Sie dienten vor allem auch dem Zweck, dem Reich vorerst in der Ostmark und im Sudeten­gau die verwaltungsmäßige Gestalt zu geben, die es nach dem Willen des Führers, falls die Erfah­rungen mit den erlassenen Gesetzen es rechtfertigen sollten, auch in den übrigen Reichsteilen endgültig erhalten soll. Dabei stehe ein Gedanke in Geltung: der großdeutsche Einheitsstaat.

Grundlage des Neuaufbaues in der Ostmark sei der R e i ch s g a u. Dieser sei dadurch gekennzeichnet, daß er in unmittelbaren Beziehungen zum Reich und zu den Reichszentralstellen stehe, sein Bezirk decke sich mit dem des P a r t e i g a u e s: es ist also in gebietlicher Hinsicht die Einheit zwischen Partei und Staat hergestellt. Die Verwaltung der Reichsgaue habe eine straffe Zusammenfassung hn Reichs st atthalter erfahren, der insbeson­dere die Einheit der politischen Führung im Reichs­gau gewährleistet, was auch daraus hervorgehe, daß er gleichzeitig Gauleiter der Partei sei. Als Vertreter des Reichsstatthalters sei im Ostmark-Ge­setz in der staatlichen Verwaltung der Regie­rungspräsident und in der Gau-Selbstver­waltung der Gauhauptmann vorgesehen. Als Besonderheit in der Gliederung des Sudetengaues bezeichnete der Redner die Bildung von drei Regierungsbezirken. Die ausreichende und wirksame Betreuung der Bevölkerung sei hier nur möglich, falls zwischen den Reichsstatthaltern und die Land- und Stadtkreise Regierungspräsidenten eingeschaltet und räumlich in geeigneter Weise auf den Gau verteilt sind. Die sonstige Verwaltungs-

organifation sei aufs engste an die der Ostmark an» gelehnt.

Der Redner bekannte sich dann oorbel)altlos zu dem Gedanken der weltanschaulichen Aus­bildung der Beamten, der Durchsetzung hes Leistungsprinzips und damit zum Berufs­beamtentum schlechthin. Auf der gediegenen und stetigen Arbeit der vielen Taufende von Beamten beruhe der ungestörte gleichmäßige Gang der Staatsmafchine, der Sicherheit, Ruhe und Ordnung der Wirtschaft auch in Zeiten gewährleistet, wo an­dere Völker und Nationen von einer Kriegspsychose sondergleichen erfaßt sind. Dieser Erkenntnis werde in absetzbarer Zeit eine Besserung der fi­nanziellen Stellung der Beamten ge­recht, die heute leider noch nicht so sei, wie auch er sie für notwendig erachte. Das sei auch deshalb not­wendig, da die Jugend, wenn das Mißverhältnis zwischen dem, was die private Wirtschaft und der Staat ihr zu bieten vermag, allzu sinnfällig wird, für den Beamtenberuf nicht mehr zu haben sein werde.

Abschließend würdigte Reichsminister Dr. Frick die Opferbereitschaft der deutschen Beam» tenschaft, die nur möglich ist, weil in ihr der Geist der Kameradschaft lebendig ist, der der gleiche ist, wie er in der Wehrmacht herrscht und wie er das politische Führerkorps der Partei beseelt. So ergänzen sich die drei Säulen Beamtenschaft, Wehrmacht und Pratei gegenseitig. Vereint durch die Treue und die Liebe zu unser aller Führer bil­den sie die Grundpfeiler des Dritten Reiches. Den Geist der Kameradschaft verdanke die Beamtenschaft nicht zuletzt der unermüdlichen Schulungsarbeit des Reichsbundes, der seit der nationalsoziakistischen Re­volution dem deutschen Beamtentum nicht nur äußer­lich ein nationalsozialistisches Gepräge gegeben, son. dem es mit wahrhaft nationalsozialistischer Gesin­nung erfüllt hat.

den Generale der 1. und 2. Division der britischen Armee, Generalmajor Alexander und General­major Wilson, sowie der Leiter der Operations­abteilung im britischen Generalstab, Generalmajor P o w n a l l.

Englands Gegenvorschläge.

Eine Richtigstellung Moskaus.

Moskau, 9. Mai. (DNB.) Die sowjetrussische Telegraphenagentur erklärt:Nach Mitteilungen aus London hat die Agentur Reuter verbreitet, daß die englische Antwort auf die Vorschläge der Sowjetunion folgende hauptsächlichen Gegenvorschläge enthält: 1. Die Sowjetunion solljedem ihrerNachbarstaaten einzeln eine Garantie geben; 2. England verpflichtet sich, die Sowjetunion zu unterstützen, die diese im Er­gebnis der Durchführung der übernommenen Ga- rantiesi in einen Krieg eintritt. Auf Grund von An­gaben aus autoritativen sowjetischen Kreisen kann die TASS, erklären, daß diese Mitteilung der Agen­tur Reuter nicht ganz den Tatsachen ent­sprich t. In d^nGegenvorschlägen" der englischen Regierung heißt es vielmehr, die Sowjetregierung solle England und Frankreich sofort Hilfe l e i ft e n, wenn diese letzteren in militärische Aktionen eintreten in Ausübung der von ihnen über­nommenen Verpflichtungen für Polen und Rumänien. Es wird jedoch nichts erwähnt von einer Unterstützung, welche die Sowjetunion von England und Frankreich auf der Basis der Gegen­seitigkeit erhalten würde, wenn sie gleicher­maßen in militärische Aktionen hineingezogen würde in Wahrnehmung der von ihr übernommenen Ver­pflichtungen gegenüber dem einen oder anderen der Staaten Osteuropas.

Oer Freibrief für polen.

Gegen die Garantiepolitik Frankreichs und Englands.

Paris, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der frühere französische Luftfahrtminister Marcel Deal hatte imOeuvre" einen Artikel veröffentlicht, dessen Schlußfolgerung war:Für Danzig sterben, nein!". Deat erklärt nun, daß er, abgesehen von allgemein anonym gehaltenen und von Beleidigungen strotzen­den Briefen, zahlreiche zustimmende und ermutigende Antworten erhalten habe. Dies berechtige ihn zu der Annahme, daß er letzt­hin nur das zum Ausdruck gebracht habe, was d i e Mehrzahl der braven Leute in Frank­reich dächte und nur nicht sagen fön ne. Er wiederhole daher seine Ansicht, daß bas< Dan­ziger Problem, das schon seit 20 Jahren auf der Tagesordnung stehe, praktische Lösungen finden könne. Er gehe in seinerBöswilligkeit" sogar so weit, zu denken und zu sagen, daß man, wenn man wirklichzum großen Handgemein­werden" entschlossen sei, die Ausgangspunkte besser wählen könnte. Er habe gesagt, daß die einseitige Garantie Englands und Frankreichs den Polen plötzlich die Macht übertragen habe, über den Krieg und den Frieden in Europa zu entscheiden. Er wiederhole, daß dies gefährlich fei. Gewiß würden in Danzig die Empfindlichkeiten Polens und seine Interessen berührt, aber daß die Polen nach ganz eigenmächtigem Urteil und nach ihrem Belieben zu den Waffen greifen könnten mit der Gewißheit, daß England und Frankreich auto­matisch in den Krieg treten würden, komme ihm, Deat, wie ein Wahnsinn und wie eine große Unvorsichtigkeit vor.

Der neue englische palästina-plan

Ein Königreich Syrien-Palästina unter englisch-französischem Schutz?

Kairo, 8. Mai. (Europapreß. Funkspruch.) Das englische Weißbuch über die Palästinafrage, von beffen Inhalt der ägyptischen Regierung Kenntnis gegeben worden ist, soll eine endgültige Abkehr vom Teilungsplan bedeuten und erkennen lassen, daß anscheinend zwischen der britischen, der französischen und der türkischen Regie­rung eine weitgehende Einigung erzielt worden ist. Das Weißbuch soll folgende Vorschläge der bri­tischen Regierung enthalten: Palästina, Sy­rien und Transjordanien sollen zu einem Staat zusammengeschlossen werden, an dessen Spitze ein arabischer König stehen soll.

England, Frankreich und die Türkei sollen den neuen Staat garantieren, England und Frankreich außerdem mit ihm Schutzver« träge nach der Art des britisch-irakischen Ver­trages abschließen. Weichzeitig soll der Anschluß der Republik Hatay (des ehemaligen syrischen Sand­schaks Alexandrette) an die Türkei voll­zogen werden. Die Türkei soll außerdem einen Teil des nordsyrifchen Bezirks Aleppo erhalten. In arabischen Kreisen in Kairo will man wissen, daß über dieses Projekt bereits- zwischen der englischen und der französischen, sowie zwischen der englischen und der türkischen Regierung Verhandlungen ge­führt worden sind, und die Zustimmung von Paris und Ankara grundsätzlich gesichert sein soll.

Deutschfeindlicher Patagonien- Schwindel zusammengebrochen.

Buenos Aires, 8. Mai. (DNB.) Wie er­innerlich, tauchte vor einigen Wochen einDoku­ment" auf, das die angeblichen Unterschriften eines Beamten der deutschen Botschaft sowie des Landes­gruppenleiters Argentinien der A. O. trug und sich mit vermeintlichen deutschen Absich­ten auf das öde und unwirtliche Patagonien im Süden Argentiniens beschäftigte. Das Dokument", das schon durch einige technische Un­möglichkeiten und Fehler falscher Titel des Bot­schaftsbeamten, gemeinsame Unterschrift eines Be­hörden- und eines Parteivertreters den Stern- p e! der Lüge allzu deutlich zur Schau trug, wurde von deutscher Seite sofort als das Machwerk eines üblen, bereits einschlägig vorbestraften Emi­granten erkannt, während die antifaschistische Hetz­presse Argentiniens und auch die deutschfeindlichen

Blätter des übrigen Auslandes versuchten, diese sensationellen Enthüllungen" weidlich zu einem groß aufgemachten Verleumdungsfeldzug gegen Deutschland und vor allem gegen die Ausländsdeut­schen auszuschlachten. Dieser niederträchtige Hetz- feldzug ist nun endgültig zusammengebro- ch e n. Landesgruppenleiter Müller, der seiner­zeit zur Klärung der Angelegenheit festgenom - men worden mar, wurde am Samstag nach 36tägiger Hast auf Veranlassung des Untersuchungs- richters aus dem Polizeigefängnis entlassen, nachdem selbst der Statasanwalt für die Nieder- schlaaung des Verfahrens gegen Müller im Zusammenhang mit der Dokumentenangelegen­heit plädiert hatte. Gleichzeitig hat der Staatsan. walt eine Untersuchuna gegen den Ur« Heber der Dokumentenfälschung angeregt. Damit ist die völlige Haltlosigkeit der Beschul­digungen gegen den Landesgruppenleiter von argen­tinischer Seite rechtsgültig bestätigt worden.

Eine notwendige Feststellung.

Berlin, 9. Mai. (DNL.) In der englischen Presse find Veröffentlichungen erschienen, nach denen kürzlich vorgenommene Ausweisungen füh­render Reichsdeutscher aus Englan- wegen eines Mißbrauchs der Gaftfreund- schäft erfolgt fein sollen. Hierzu ist festzustellen: Die ausgeroiefenen Deutschen haben lediglich die in England lebenden Reichsdeut­schen betreut, ohne sich dabei in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes einzumifchen. Da die Betreuung der Reichsdeutschen nicht als Miß­brauch der Gastfreundschaft ausgelegt werden kann, entspricht dieser Vorwurf nicht den Tatsachen.

Oer jugoslawische Staatsbesuch in Rom

Italien bietet dem vrinzregentenpaare einen herzlichen Willkomm.

R. G. Rom, 10. Mai.

Prinzregent Paul von Jugoslawien ist in Be­gleitung des Außenministers Cincar-Markowitsch mit seinem Gefolge am Dienstagabend um 6.30 Uhr im italienischen Grenzbahnhof Poftumia eingetrof­fen. Hier wurde er voin Herzog von Genua im Namen des italienischen Königshauses willkom­men geheißen. In Rom wird Prinzregent Paul am Mittwoch um 9.45 Uhr vom italienischen Königs­paar, dem Duce, der Regierung, den führenden Männern der Faschistischen Partei und dem Diplo­matischen Korps empfangen werden. Das Prinzen­paar wird im Quirinal Wohnung nehmen. Auf dem Wege zum Schloß, wohin das italienische Herrscher­paar seine Gaste mit Ehreneskorte geleiten werden, werden die Truppen der Garnison Rom Spalier bilden. Nach der Ankunft im Quirinal wird Prinz­regent Paul den Duce und den italienischen Außenminister Gras Ciano in Audienz empfan­gen. Prinz Paul wird den Besuch am Nachmittag im Palazzo Venezia erwidern. Am Abend findet im königlichen Schloß ein F e st e s s e n statt. Die Straßen Roms werden festlich beleuchtet sein. Am Donnerstag begeben sich die Gäste nach Neapel zur großen Flottenschau. Für Freitag ist eine Audienz beim Papst und ein Besuch beim Karbinalstaatssekretär vorgesehen. Am Abend findet in der jugoslawischen Gesandtschaft eine © a I a t a f e I zu Ehren des italienischen Herrscher­paares statt. Am Samstag früh wird sich das Prin­zenpaar für einen Tag noch nach Florenz be­geben, wo am Abend ein Festessen im Palazzo Pitti und eine Gala-Vorstellung stattfindet. In der Nacht erfolgt bann die Rückreise nach Jugoslawien.

Die römischen Blätter entbieten bem Prinzregen- ten herzliche Worte ber Begrüßung.Lavoro Fascista" 'bezeichnet ihn als bengetreuen Voll­strecker ber politischen Ideale des Königs Alexander" und rühmt feine Fähigkeit, im inneren Leben ber jugoslawischen Nation stets die ausgleichenden Ten­denzen gefunden zu haben. Dieser selbe Sinn für politisches Gleichgewicht habe ihn auch befähigt, die auswärtige Politik feines Landes fo zu beeinfluffen, daß die Beziehungen Jugoslawiens zum Ausland heute klar erschienen.Giornole d'Jtalia" erinnert daran, daß Prinz Paul viele Jahre seiner Jugend in Florenz verbracht hat. ,Hhm", so sagt das Blatt, ist ber Ostervertrag zu verdanken, ber die ita­lienisch-jugoslawische Freundschaft begründet. Er war es, der, taub gegenüber allen fremden Ein­flüsterungen, die neue Mission Italiens, die nie­mandem feindlich gesinnt ist und nirgends auf Vor­herrschaft sinnt, klar erkannt hat. Die Frucht dieser

Politik ist das friedliche Zusammenleben von Ita­lien und Jugoflawien im Abriatischen Meer."Als erleuchteten unb weise Fürsten" feiert ihn dieTri­buna", die besonders auch auf die Verdienste hin- weist, die ber Prinz bei der wirtschaftlichen Ent­wicklung Jugoslawiens sich erworben hat. Heute könne gejagt werden, das Land fei auch wirtschaft­lich auf bem Wege der Erneuerung.Es ist ein Grund zur Genugtuung für das jugoslawische Volk", so schließt das Blatt,daß in den letzten Jahren die Beziehungen Jugoslawiens mit Italien und Deutsch­land auf freundschaftliche Basis gestellt worden sind. In dieser Zeit allgemeinen Mißtrauens sind solche Erklärungen der Freundschaft und Bekundungen des guten Willens wertvoll, die mannigfachen Aeußerungen ber Sympathie gegenüber Deutsch­land unb Italien stellen eisten Faktor dar, dessen Wichtigkeit man am klarsten im Lichte ber Gegen­sätze zwischen ben anderen Völkern erkennen kann."

Kunst und Wissenschaft.

Dieder Nibelungen-Jeftfpiele in Worms.

Das Hessische Landestheater Darmstadt wird auf Wunsch der Stadt Worms auch in diesem Jahr wieder die Wormser Nibelungen-Fest­spiele durchführen. Unter der künstlerischen Ge­samtleitung von Generalintendant Franz Eoerth kommt in der letzten Juniwoche HebbelsNibelun- gen"-Trilogie viermal zur Aufführung.

Leonardoda-Vinci-Ausstellung in Mailand.

In Mailand wurde durch ben Herzog von Ber­gamo die große Leonardo-da-Vinci-Aus- st e l l u n g und die Ausstellung der italienischen Er­findungen eröffnet. An den Feierlichkeiten nahmen ber beutsche Generalkonsul in Mailand unb eine AborbrAing von zwölf beutschen Wissenschaftlern teil. Die deutsche Delegation steht unter Führung des Rektors der Wiener Universität, Professor Knoll. Der Präsident der Ausstellung, Marschall Bado gl io, hob die große Bedeutung des über­ragenden Universalgenies Leonardo da Vinci für die gesamte Entwicklung unserer Zeit hervor. Dn angeschlossene Schau der italienischen Erfindungen zeigt die Nutzanwendung unb Weitergestaltung ber Ideen Leonardos bis zu ben neuesten technischen Errungenschaften im Zeichen des italienischen Autarkie-Programms.