Ausgabe 
10.2.1939
 
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sdaß die Hausfrau auch eine solche Rohstoffsparbüchse aufstellt. Die alten Zigarrenkisten und Tuten, Die ' 1 , r r <____ ~ AAXvAnt*! Mn hon moi

Führer.

*

Gruppe HI (Jahrgang 1920) * Gruppe IV. V und VI (Jahr,

16.30 Uhr.

1893)

Aus der engeren Heimat

11.00 Uhr.

lings.

Landkreis Gießen.

NSG. Seit einiger Zeit steht in Gaststätten

und

9.30 Uhr

10.00 Uhr

10.30 Uhr

Handgriffen ist sie zusammengebaut, und dann kön­nen Flaschenkapseln oder leere Cremetuben ihren We^ineil^ntreten^Wa^wär^iun^infacher^al^

> Lollar, 9. Febr. Die hiesige Sänger - Vereinigung veranstaltete zugunsten des Win­terhilfswerks einen Volkslieder- und Konzert­abend, bei dem der Musikzug der SA.-Standarte 116 mitwirkte und der einen guten Besuch aufwies. Die Darbietungen fanden reichen Beifall. Ein ansehn­licher Betrag konnte dem Winterhilfswerk über­wiesen werden. Der Verein für Leibes­übungen feierte im SaalbauZur Germania" sein Winterfest. Dereinssührer B r ü ck begrüßte die Besucher, dann wechselten turnerische und musika­lische Darbietungen einander ab, die reichen Beifall fanden. Der Vereinsführer wies auf die im abge­laufenen Jahre geleistete Arbeit hin und dankte be­sonders den von Erfolg gekrönten Turnern, die am Deutschen Turnfest in Breslau teilgenommen haben

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(Dietz, Bierau, Grote, Deibel, Moos), denen er diö Siegerurkunden überreichte. Die Veranstaltung er­freute sich eines guten Besuchs. '

§ Lollar, 9. Febr. Im SaalbauZur Linde fand eine Versammlung statt, zu der sämtliche Bauern und Landwirte durch die Bürger­meisterei geladen waren. Außerdem nahmen daran die Schulen der oberen Jahrgänge teil. Bürger­meister Böhm eröffnete die Versammlung, indem er in kurzen Worten deren Zweck erläuterte, näm­lich auf die ungeheure Wichtigkeit und Notwendig­keit der Bekämpfung des Kartoffelkäfers aufmerksam zu machen und hierzu anzuleiten. Dr. Hahn vom Pflanzenschutzamt Gießen gab dann eine eingehende Beschreibung des Schädlings, feiner Entwicklung, feines Vorkommens, des Schadens und feiner Bekämpfung. Lichtbilder ergänzten seine Aus­führungen, so daß jedem Versammlungsteilnehmer öie unbedingte Notwendigkeit der Bekämpfung des Kar­toffelkäfers klar vor Augen geführt wurde. Dr. Hahn ermahnte zur Mitarbeit und zeigte, wie die Aus­rottung erfolgreich in die Wege zu leiten ist.

□J Lollar, 9. Febr. Im hiesigen Lichtspielhaus wurde der zweite Teil des Olympiafilms für die Schulen von Lollar, Ruttershausen, Staufen­berg, Mainzlar und Daubringen gezeigt. Der Film machte auf die Jugend einen tiefen Eindruck.

# Mainzlar, 9. Febr. Im schön geschmückten und sehr gut besuchten Saal des Gastwirts Müller veranstaltete dieser Tage die Partei einen D or f- gemeinschaftsabend, an dem auch diejeni­gen Kameraden teilnahmen, die den Marsch in das Sudetenland mitgemacht hatten. Gemeinsam ge­sungene Lieder, Gedichtsvorträge der Hitler-Jugend, eine kurze Ansprache von Bürgermeister Krei­ling, der sich besonders an die Kameraden wandte, die nach Sudetendeutschland mitmarschiert waren. Ihnen wurde auch gastliche Bewirtung zuteil. Orts- gruppenleiter Pflüger schloß den Abend mit einem Rückblick auf die großen Ereignisse des Jah­res 1938. Musik und Tanz hielten die Kameraden noch geraume Zeit beisammen. Im Oberdorf fand dieser Tage eine L u f t s ch u tz ü b u n g statt.

Sämtliche Gruppen treten zu den entsprechenden Zeiten an der Dolkshalle an.

Die RBWK.-Teilnehmer, die in Gießen wohnen, treten am Sonntag, dem 12. Februar, zu nachstehen­

den Zeiten an der Volkshalle an: Gruppe I (Jahrgang 1923 und 1924) Gruppe II (Jahrgang 1921 und 1922) Gruppe III (Jahrgang 1920)

Gruppe IV, V und VI (Jahrgang 1919 bis 1907, 1906 bis 1899, 1898 bis 1893)

ruppe IV, V und VI (Jahrgang 1919 bis 1907, 1906 bis 1899, 1898 bis

** D i e Osterferien unserer Schulen sind in diesem Jahre auf die Zeit vom 24. Marz bis 12. April festgesetzt. Der Schulunterricht beginnt am 13. April wieder.

<Jk NS. Gemeinschaft wKraft durch Freude".

Odenwälder Heimatvereinigung.

Am Dienstag hielt die Odenwälder Heimatoer- einigung wiederum eine gut besuchte Monatsver-

Die Dienffftunben

unserer Kartenverkaufsstelle, Seltersweg, sind wie folgt abgeändert: 953V

montags bis Freitags von 9 bis 13

und 15 bis 18% Ahr,

' Samstags von 9 bis 13 llhr.

Aufruf.

Betr.: Durchführung des Sportwettkampfes im Rah­men des Reichsberufswettkampfes.

Wettkampfteilnehmer der FachschaftDer Deutsche Handel, die am Sonntagvormittag ihren praktischen Wettkampf durchführen, begeben sich nach der prak­tischen Arbeit zu der Volkshalle und melden sich bei dem Sportabnehmer.

, Bon den Gießener Schulen.

In der Verwendung unserer städtischen Schul­gebäude steht eine Neuordnung bevor. Das Gebäude der Alten Pestalozzischule am Wernerwall wird von den gegenwärtig darin untergebrachten Klassen frei gemacht werden, die in der Neuen Pestalozzischule im Eichgärtengebiet mit untergebracht werden sollen und, soweit der -ort vorhandene Raum zur Auf­nahme aller dieser Klassen nicht ausreicht, künftighin in der Goetheschule und in der Schillerschule Raume beziehen werden. Zur Aufnahme der Schüler in der Alten Pestalozzischule sind in dem neuen Schul­gebäude in den Eichgärten gewisse Bauarbeiten vor­zunehmen, um dort durch Umbauten im Innern des Gebäudes die erforderlichen Klassenräume zu schaf­fen. Diese Umbauten werden in den nächsten Tagen beginnen, lieber den Zeitpunkt der Klassenverlegung aus der Alten Pestalozzischule in das neue Schul­gebäude bzw. über die Zuweisung weiterer Schüler an die Goetheschule und die Schillerschule steht bis jetzt noch nichts Bestimmtes fest. Die anderweitige Nutzbarmachung des Gebäudes der Alten Pestalozzi­schule wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Nohstoffsparbüchse der HZ. gehört in jeden Haushalt.

Für männliche auswärtige Teilnehmer, die in Gießen am Wettkampf teilgenommen haben, wird der Sportwettkampf am Samstag, dem 11. Februar, öurchgeführt: 947v

Gruppe I (Jahrgang 1923 und 1924) 15.00 Uhr

Gruppe II (Jahrgang 1921 und 1922) 15.30 Uhr

- rr - 16.00 Uhr

fammlung im Hotel Kohler ab. Der stellvertretende Vorsitzende sprach von der gemeinsamen Heimat als der räumlichen und geistigen Grundlage der Heimat­vereinigung. Er wies auf die schmucken WHW.-Ab­zeichen hin, die von den Elfenbeinschnitzern des Mümlingtals hergestellt wurden und auch in unserer Stadt großen Anklang gefunden haben.

Nachdem Herr Vetter aus Gesundheitsrück­sichten den Vorsitz in der Heimatoereinigung meder- gelegt hatte, wurde Dr. Michel einstimmig zum Dereinssührer, Oberrevisor Hartmann zu seinem Stellvertreter und Steuerinspektor Am end zum Beisitzer gewählt. Kassenwart Ehr. Rühl und Kas­sierer K. Keil wurden in ihren seitherigen Aemtern bestätigt. Dem seitherigen Vorsitzenden wurde durch Vermessungsrat Knapp der Dank für seine Tätig­keit ausgesprochen.

Durch Vorträge, gesellige Veranstaltungen und Ausflüge soll der Zusammenhalt der Odenwälder Landsleute in unserer Stadt und ihrer Umgebung noch mehr als seither gepflegt werden. Odenwälder Lied und Tanz hielten die Mitglieder noch einige Stunden beisammen.

Freiwillige Feuerwehr Gießen.

Im Rahmen des Winterdienstplanes der Frei­willigen Feuerwehr Gießen fand eine Vollversamm­lung imBurghof" statt.

Nach einer Reihe dienstlicher Mitteilungen und Bekanntgabe des bis zum 20. März stattflndenden Dienstes wies der Wehrleiter auf die Wichtigkeit des theoretischen Wissens des modernen Feuerwehr­

mannes hin, wobei er betonte, daß kur diese Arbeit die Wintermonate auszunützen feien. Nur der jel heute als ein wirklich brauchbarer und vollwertiger Feuerwehrmann anzusehen, der neben seinen prak­tischen Erfahrungen auch über ein bestimmtes Dcaß theoretischer Kenntnisse verfüge.

Brandmeister Funk erläuterte in längeren Aus­führungen, an Hand von Modellen, die Beschaffung und Handhabung von Handfeuerlöschern verschiede­ner Bauarten. Ergänzend hierzu zeigte Feuerwehr­mann T h i e lm a n n an Hand von Experimenten den Werdegang der Funktion des Hantzfeuerloschers.

Anschließend sprach Brandingenieur Lenz über das ThemaDas Aufgabengebiet der Feuerlosch- polizei im Dritten Reich". In längeren Ausführun­gen umriß der Redner klar und eindeutig vor den versammelten Feuerwehrmännern die heute an diese Truppe gestellten Aufgaben und deren Lösungen, die keine Halbheit, sondern den vollen Einsatz jedes einzelnen bis zum Letzten fordert. Aber nicht nur Arbeit, sondern auch gute Kameradschaft sei hierzu erforderlich. Die Ausführungen wurden mit großem Interesse und starken Beifall entgegengenommen.

Zum Schluß ermahnte der Wehrleiter die Kame­raden an stets pünktliches und vollzähliges Ersetze!« neu zum Dienst, und er schloß die an Anregungen reiche Versammlung mit demLieg-Hell! auf den

o manche Hausfrau schon oft geärgert haben, weil ihnen dafür der rechte Platz fehlte, können dann verschwinden, und wenn der Pimpf oder das -Jung5 mädel am monatlichen Sammeltab an die Tur klopfen, ist die Pappfaltschachtel gleich entleert. In jedem Haushalt soll in den nächsten Wochen die Rohstoffsammelbüchse der HI. Eingang finden Ist dieses Ziel erreicht, dann erfüllt sie restlos ihren Zweck, dem sie dient, nämlich der Erhaltung wert­vollen Altmaterials im Dienste unserer Volkswirt- chaft. Darum Hausfrau, fordere bei der HI. eine Rohstoffsparbüchse an!

Schwedischer Dichter Albin Widen

in Gießen.

Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein hatten in der Gemeinschaft mit dem Oberhessischen Kunstverein für den gestrigen Abend zu einem Vor­tragsabend in die Neue Aula der Universität em- geladen. Der schwedische Dichter Albin Widen, dessen bedeutendstes und preisgekröntes Werk, Heim will ich wieder reiten", auch in deutscher Sprache erschienen ist, weilte in Gießen zu ®aft und widmete den Vortragsabend seinem Wissens­gebiet, der Erforschung altschwedischer Kulturüber­lieferungen in der Gegenwart.

Der Dichter wurde zunächst von Seiner Magnifi­zenz, dem Rektor Professor Dr. Seiser, im Na­men der Universität herzlich willkommen geheißen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, in ihm den Vertreter einer Nation begrüßen zu können, die auch in Deutschlands schwerster Zelt, während des Weltkrieges, dem deutschen Volke das Verständnis nicht versagt habe. In weiteren kurzen Darlegungen würdigte der Rektor das Werk des schwedischen Dichters, kennzeichnete ihn als den Forscher und den Dichter, der seine Heimat in all ihren Tiefen des Volkstums und feiner Ueberlieferungen durchforschte und hm dichterischen Ausdruck verlieh. Er rotes aber gleichzeitig darauf hin, daß es dem Dichter sicherlich auch eine Bereicherung gewesen fein mag, während feines Studiums in Deutschland, in Heidelberg, den faustischen Zug im deutschen Menschen kennenzu­lernen.

Bürgermeister Professor Dr. Hamm entbot dem Gast herzliche Worte des Willkommens in der Uni­versitätsstadt Gießen und hieß ihn gleichzeitig im Auftrage der veranstaltenden Organisationen will­kommen. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Dichter die besten Eindrücke von Gießen mitnehmen möchte. r ,

Dr. Albin Wid 6 n hielt sodann seinen Vortrag über das ThemaAltschwedische Kulturüberlieferun­gen in der Gegenwart" und stützte sich dabei auf die reichen wissenschaftlichen Forschungen, die er in seiner Heimat über größeren Zeitraum anstellte. Er drang dabei tief ein in das Volksleben, wie es sich heute noch in Schweden zeigt, wie es gebunden ist an Traditionen und Ueberlieferungen, die ein Jahr­tausend alt und zum Teil auch heute noch lebendig sind, wenngleich sie unter den Strömungen der Ge­genwart nicht mehr allenthalben sichtbar in Er­scheinung treten. Der Redner griff weit zurück in die Geschichte seines Volkes und versuchte auch den gemeinsamen Zug verständlich zu machen, der den Völkern germanischen Ursprungs zu eigen ist. Er wies dabei auf Verwandtschaften hin, die gerade zwischen dem schwedischen und dem deutschen Volke bestehen. An Hand von Lichtbildern machte der Vor­tragende seine Zuhörer mit der Landschaft seiner Heimat bekannt, zeigte u. a. die Landschaften Sma­land und Dalarne, darüber hinaus aber auch Bil­der aus einem der eigen- und einzigartigen schwe­dischen Freilichtmuseen. Ein Film ließ alte Fang- methoden der schwedischen Fischer, die Jagd auf den Elch, schließlich aber auch die Gebräuche kennen- lernen, die bei völkischen Festen noch heute geübt werden. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit aller Konzentration. Leider war es nicht möglich, alles zu verstehen, da der Redner wohl deutsch, aber doch in so stark skandinavischem Akzent sprach, daß den Zuhörern viele Worte entgingen. Darunter litt : leider auch das Verständnis für den Gegenwand des Vortrags.

öffentlichen Betrieben dieRohstofffparbüchfe der HI.". Die kleine Pappfaltschachtel dient dazu, auch die kleinsten Mengen wertvollen Altmetalls, wie Zinntuben, Flaschenkapseln und Silberpapier auf- zunehmen. Nur wenig Platz nimmt sie weg und hat sich als ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Alt­materialsammlungen der HI. erwiesen. Mit wenigen

Neichsberufswetlkampf der Brauer.

3) Lich, 9. Febr. In dem neuen Kameradschafts­raum der Brauerei Jhring-Melchior, der immer wieder die Bewunderung aller Gäste hervorruft, fand heute der Reichsberufswettkampf der Fachschaft Brauer in der RBG.Nah­rung und Genuß" statt. Dem Leiter des Wettkamp­fes, Dipl.-Brauerei-Jngenieur Maidhof, Lich, dem Braumeister Borger, Gießen, und Betriebs­obmann T r e ch f l e r, Lich, zur Seite standen, stell­ten sich 14 Teilnehmer, vorwiegend aus den Kreisen Gießen, Friedberg und Büdingen. Nach den Be- grüßungsworten des Wettkampfleiters, der den Prüflingen noch einmal eindeutig Sinn und Zweck des Reichsberufswettkampfes im Rahmen des Vier­jahresplanes darlegte, wurden im Laufe des Vor­mittages die theoretischen Aufgaben (Aufsatz, Welt­anschauung, Fachrechnen) erledigt. Nach gemeinsam eingenommenem Mittagsmahl fanden im Laufe des Nachmittags die fachlichen Prüfungen in den ein­zelnen Abteilungen der Brauerei ihre Erledigung. Dem Wettkampftag wohnten u. a. auch Gaufach- gruppenwalter L ö f f e r t und Gauwettkampfleiter Neuß (beide Frankfurt), sowie Kreisobmann Katzenmeier, dessen Stellvertreter Reitz und Kreiswettkampfleiter Baur (alle Gießen) bei.

I Lich, 9. Febr. Wie in anderen Gemeinden, so hielt auch vor den hiesigen Bauern, Landwirten und sonstigen Kartoffel bauenden Volksgenossen Dr. Hahn vom-Kartoffelkäfer-Abwehrdienst einen auf- klärenden Vortrag über die ungeheure Schädlichkeit dieses Tieres. Ein anschließend gebrachter Film zeigte die zweckmäßige Bekämpfung dieses Schäd-

(Nachdruck verboten 1)

no-

na-

er.

Wieso ließen Sie die Dame denn herein?" fragte Sie merkten doch, daß es keine Angestellte

Es ist sehr lieb von dir, Thomas!" sagt sie leise.Du hältst so nett zu mir. Jetzt sind wir also nur Halbgeschwister..."

Ach, laß das bod)!"meint der Bruder etwas rauh.Das ist doch Unsinn, Evelyn Wir haben dock) die gleiche liebe Erinnerung an Vater!"

Sie schweigen eine Weile und sehen vor sich hin. Und in dieses Schweigen erhebt sich das Bild des schlichten ernsten Mannes in höchste Höhen und erstrahlt in schimmernder Gloriole. Und das einer schönen, berühmten, gefeierten Frau erlischt. Ist ausgelöscht. Für immer...

18. Fortsetzung.

war

Darüber habe ich im Augenblick nicht nach- gedacht!" sagte der Mann offen.Ich sah nur das mir bekannte Quintett, die Herren grüßten mich, wie immer. Die Dame ging zwischen ihnen, es fiel mir wohl auf, daß sie dabei war, aber ich dachte, es sei vielleicht eine Solistin oder eine Dame, die mit den Herren probte oder auch nur eine Bekannte, die sich die Probe anhören oder das Funkhaus besehen wollte."

Hinausgehen haben Sie die Dame nicht gesehen?"

Wierneyer schüttelte bedächtig den Kops.

..Kurz vor acht Uhr hat eine große Anzahl von Kindern das Haus verlassen. Die Dame hat sich unter die Kinder gemischt und ist mit ihnen hinausge-

Das sind also die Besucher des Herrn Bortefeld!" sagt Schaub und sieht den Portier des Hauses noch einmal prüfend an.

Jawoll, Herr Kriminalrat. Das sind sie alle. Ver­gessen ist keiner. Und außerdem können Sie sich noch­mal auf der Anmeldung Zimmer 17 erkundigen, wenn das nicht genügt. Da wird erst die Verbindung mit dem Herrn Generalmusikdirektor hergestellt. Allerdings erst morgen. Da ist jetzt niemand mehr."

Ja, ich weiß. Aber was ich hier habe, genügt schon. Also, wenn ich Sie recht verstanden habe, Wierneyer, geht die Anmeldung so vor sich, daß die

Wierneyer, nun tun Sic uns mal einen Gefallen und strengen Sie Ihr Gedächtnis mal an! Es ist eine Dame im Haus gewesen, die wahrscheinlich nicht zu den Angestellten gehört. Durchs Restaurant ist sie nicht hereingekommen, wir haben uns erkun­digt. Wer dort aus- und eingegangen ist, war dem Personal ganz genau bekannt. Sie kann also nur durch den Haupteingang gekommen sein. Ist es möglich, daß Sie eine Fremde übersehen haben?"

Der Portier hob etwas gekränkt die Schultern. Herr Kriminalrat, Sie glauben ja gar nicht, wie viele Menschen hier ständig. aus- und eingehen!

Besucher bei Ihnen vorsprechen und von Ihnen fiert und ins Zimmer gewiesen werden*

Jawoll, ganz genau so"

Aber die Angestellten des Hauses kommen

türlich so durch?"

Ja, natürlich. Die kommen so durch"

Schaub sah den Portier durchdringend an.

Hunderte von Angestellten und ebenso viele ständige Mitarbeiter, deren Gesichter einem natürlich bekannt ind, und die man so durchläßt. Damen waren ja nicht viel dabei. Wenn Sie mir die Dame vielleicht beschreiben wollen?"

Ja. Also auffallend hell gekleidet in hellblauem Mantel mit ebenso hellem Pelz, klein, zierlich, ele­gant, blond, sehr hübsch nun?"

Der Portier dachte einen Augenblick nach.

Ich glaube, ich weiß, wen Sie meinen!" sagte er plötzlich.Jetzt, wo Sie mir die Dame beschreiben so sieht keine von den Angestellten aus. Ich glaube, die Dame hab' ich gesehen"

Schaub sprang auf.

Wann?" fragte er erregt.

Ja, genau kann ich die Zeit nicht sagen. Halb acht: vielleicht oder gar etwas später"

Schaub sah den Portier in schärfster Spannung an.Und Sie haben sie durchgelassen?" fragte er erregt.

Der Portier machte eine Bewegung, die Abwehr und Zustimmung zugleich war.

Um halb acht so etwa kam nämlich das Streich- quintett", sagte er ruhig.Fünf Herren. Und jetzt sällt's mir ein. Die Dame war bei ihnen. Ging zwischen ihnen"

Sie sind gewiß, daß es die beschriebene Dame ist?" fragte Schaub gespannt.

Der Portier zuckte die breiten Achseln.

Ich kann das natürlich nicht auf meinen Eid neh­men!" meinte er sachlich.Aber nach meiner Mei­nung ftimmts wohl"

Schaub sah den Mann einen Augenblick an. Er kannte sich in Zeugenaussagen aus und hatte falsche ober unrichtige Aussagen aus Wichtigtuerei und Sen­sationslust oft genug erlebt. Aber der Mann da war zuverlässig und ehrlich, man konnte ihm glauben.

Schuß im Zunkhaus.

Ein Roman von Maria Oberlin.

Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Cichacker, Gröbenzell bei München.

gangen. Halten Sie das für möglich? Oder glauben Sie, daß Sie die Dame hätten sehen müssen?"

Wenn sie in dem Kindertrubel mit hinausgegan­gen ist, kann kein Mensch sie gesehen haben!" meinte Wierneyer bestimmt.Es achtet ja auch niemand so darauf, wer mit den Kindern hinausgeht. Oft sind Mütter dabei oder Verwandte"

Ja, danke, das wissen wir. Und nun geben Sie uns noch die Namen der fünf Kammermusiker an, mit denen die Dame kam. Sie kennen Sie doch?"

Ja, gewiß, Herr Kriminalrat. Das waren die Herren: Sandstein, Behl, Bergheim, Hüffer und Kallenbach."

So danke. Das genügt mir." *

So", sagte Schaub.Das wäre also alles. Sie werden gleich morgen früh nach den fünf Leuten re­cherchieren. Ich werde sie zu mir bitten lassen"

Ins Präsidium?" fragte Torsten und gähnte ver­stohlen.

Nein. Hierher. Ich werde die Leitung bitten, mir dieses Zimmer morgen auch noch zur Verfügung zu stellen."

Und wenn die hellblaue Dame die Täterin ist? Kann sie nicht irgendwohin flüchten, wo wir sie nicht mehr erreichen?"

Wir werden ihr Signalement an alle zuständigen Stellen roeitergeben, Torsten. So, und nun werde ich mir noch das kleine Fräulein Kay für morgen früh bestellen.". Er ging ins Nebenzimmer, klopfte an.

Evelyn erhob sich müde. Auch Thomas Kay stand auf.

Ist der Wagen immer noch nicht da?" fragte Schaub ruhig.

..Nein!" gab Thomas Kay ziemlich kurz Antwort. Wir haben nochmal anrufen lassen. Aber in ein paar Minuten wird ein Wagen hier fein."

Evelyn zog den Regenmantel eng um die schlanken Hütten.

Warum sollen wir warten?" meinte sie leise. ..Laß uns zu Fuß gehen, Thomas? Diese Warterei ist entsetzlich!" Sie sah den Brpder bittend an.Wir sind ja auch früher schon mal den Weg zu Fuß gegangen, es ist ein ordentliches Stück, aber was macht das? Vielleicht erwischen wir auch noch die letzte Dram, die zu uns herausfährk" Sie sah den Kriminalrat an.Oder erlauben Sie nicht, daß wir gehen?" meinte sie etwas bitter.

Schaub zuckte ein wenig die Achseln.

Nun seien Sie vernünfttg, Fräulein Kay!" meinte er ruhig.Sie wissen selbst, daß die Tatsachen gegen Sie sprechen. Aber hoffen wir, daß sich noch alles günstig für Sie aufklärt. Einer meiner Herren fährt mit Ihnen und Ihrem Bruder. Der Wagen

muß ja gleich kommen. Daß Sie vernünftig fein werden, weiß ich. Und seien Sie morgen um acht Uhr hier bei mir nicht wahr?"

Evelyn nickte matt.

Acht Uhr. Ja. Ich werde dasein..." Sie sah den Kriminalrat bittend an, ihre leise Stimme letzte.

,Herr Kriminalrat bitte, wie geht es venn Herrn Dr. Bartefeld? Können Sie m:r nichts dar­über sagen? Oder darf ich mich erkundigen? In der.Klinik?"

Schaub sah das Mädchen an. Was bedeutete ihre angstvolle Bitte: Geschicktes, gefühlvolles Theater ober wirkliche Angst um den Verletzten?

Ich weiß auch nicht mehr, als uns die Schwester sagte. Die Operation scheint gelungen--alles

andere muß sich wohl noch ergeben ..."

Ein erregter Ruf unterbrach ihn. Torsten riß die Tür auf, rief aufgeregt:Herr Kriminalrat! Herr Kriminalrat, kommen Sie bitte schnell ..."

Schaub schüttelte den Kopf.Was ist denn, Tor­sten, was schreien Sie denn so?"

Er trat zurück in den Raum, den man ihm zur Verfügung gestellt hatte. Tat einen Schritt und blieb wie angewurzelt stehen.

Torsten sagte beherrscht:

Diese Dame wollte Sie unbedingt sprechen, Here Kriminalrat!"

Schaub stand noch immer und sah die Frau an. Sie mar klein, zierlich, blond, hatte ein hübsches, sehr bleiches Gesicht, trug einen hellblauen Mantel mit gelblichem Slatefuchs, stand da verwirrt und verstört, ein Zeitungsblatt in der zitternden, hell- behandschuhten Hand...

*

Zur gleichen Zeit als Schaub die Frau, mit der sich seine Gedanken in den letzten Stunden aufs lebhafteste beschäftigt hatten, äußerlich ruhig, doch mit stärkster innerlicher Spannung zum Sitzen bat, schlug in der Universitätsklinik der Patient von Nummer Vierzig die Augen auf.

Die Schwester, die am Bett des Kranken saß und still in einem schwarzgebundenen Buch las, erhob sich lautlos und beugte sich über den Patienten.

Herr Dr. Bortefeld--wie fühlen Sie sich?"

Bortefelds matter Blick wurde langsam etwas klarer. Er umfaßte das volle ruhige Gesicht der Schwester, ihre weiße Haube, sah einen Moment nachdenklich auf das zartblau getönte Gegenüber der Wand, das von einem großen, hellen Fenster unterbrochen wurde.

Danke", sagte er dann leise.Ganz gut..

(Fortsetzung folgt!)