Ausgabe 
10.2.1939
 
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s ämme n geb rocht, von der ein Teil auch auf der Aus­stellung zu sehen sein wird.

Ein bekannter Gynäkologe ist zugleich ein begabter Tierplastiker. In seinen Ferien formt er aus Ton charakteristische Tierköpfe und schnitzt aus Holz ent­zückende kleine Hunde, Katzen und Rehe. Er verrat in einem kleinen Lebensbericht, daß ganz besonders seine Kinder an seinen Bildwerken ihre Freude haben. Das erinnert uns an den Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann, der den berühmtenStruwwelpeter erfunden hat. Auch sein Bilderbuch ist aus Lieb­haberei entstanden. Er wollte seinen Kindern ein schönes Weihnachtsgeschenk machen: seinen Kindern ein Spiel, ihm selbst wurde es Entspannung.

Liebhaberei und Kunst.

Meist aber halten die Aerzt« ihre Werke bescheiden zurück, und es ist schon eine Ausnahme, wenn ein Zahnarzt seine Bilder an den Wänden seines Warte­zimmers aushängt. Jeden Monat, so erzählt er, wer­den die Bilder gewechselt, damit die Patienten immer wieder eine Freude haben, wenn sie zu ihm kommen, und sie von der Angst um ihren Backenzahn ablenkt. Fragen wir noch, welche Themen die Arztkünstler bevorzugen, dann hören wir: alle. Es werden Land­schaften und Stilleben, Kriegsbilder, Portrats und Tierplastiken geschaffen. Selbstbildnisse sind nicht selten, und sogar Kopien großer Meister finden sich gelegentlich. Offensichtlich aber ist, daß sie die Themen und den Gegenstand-der Darstellung fast nie aus dem unmittelbaren medizinischen Er­lebnis des Arztes wählen. Immer find die bestrebt loszukommen von den Bridern, die der tägliche Beruf ihnen vor Augen führt. Aus völlig anderen Bezirken schöpfen sie die Kraft, die sie zu ihrem schweren Beruf als Helfer und Berater befähigt.

Einen Begriff von dem wirklich elementaren Ge­staltungswillen der Aerzte bekmymt man erst, wenn man außer den Bildern und Pldstiken sieht, was sonst noch von den Arztkünstlern geschaffen wird, diesmal aber noch von der Ausstellung ausgeschlossen blerbt, die sich auf Bild und Plastik beschränken muß. Da gibt es Scherenschnitte, Masken, Entwürfe von M ö b e l n und W a n d b e h ä n g e n, Krippen, sogar Geigen und Spieluhren. Je deutlicher bei all diesen, in ihrer Verschiedenheit ganz besonders charakteristischen künstlerischen Betätigung die Lieb­haberei, die Freude am erholsamen Spiel betont, ja oft der Anspruch auf Kunst überhaupt abgelehnt wird, um so bedeutsamer ist diese Arbeit, die neben einer so starken täglichen beruflichen Beanspruchung Wertvollstes leistet.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer übermittelte dem Vizeadmiral a. D. von Reuter (Potsdam) anläßlich feines 70. Geburtstages telegraphisch seine besten Glück­wünsche. Der Stellvertreter des Führers, Reichs­minister Rudolf Heß, hat an Admiral von Reuter folgendes Telegramm gerichtet:Zu Ihrem 70. Ge­

burtstage meine aufrichtigen Glückwünsche einge­denk Ihrer Leistungen im Weltkriege und ganz besonders Ihrer Tat in Scapa Flow."

Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, hat den Leiter des Verbindungsamtes beim Geschäfts­führer der Deutfchen Arbeitsfront Paul Walter als Verbindungsmann der DAF. zum Dierjahresplan bestellt.

Der Leiter der AO. der NSDAP., Gauleiter Bohle, hat den Gauhauptstellenleiter Hans T h o m - f e n zum Landesgruppenleiter der AO. der NSDAP, in Spanien berufen. *

In dem französischen Kriegshafen Lorient traf der TorpedobootszerstörerBison" ein, der in der Nacht zum Mittwoch mit dem Kreuzer Georges L e y g u e s" zufammengestoßen war. Die Zahl der Todesopfer hat sich auf 18 erhöht. Das ganze Vorderschiff des Torpedobootszerstörers ist in einer Länge von 15 Metern vollständig weggerissen. *

Der bisherige Hauptwirtschaftsberater der bri­tischen Regierung, Sir Horace Wilson, ist zum ständigen Staatssekretär des Schatzamtes und zum Leiter des britischen Staatsbeamtenwesens ernannt worden. Sein Vorgänger Sir Warrece Fisher tritt in den Ruhestand. Wilson begleitete Cham­berlain auf seinen drei Reifen nach Deutschland und gehört zu den engsten Mitarbeitern des Pre­mierministers.

Nach einer Mitteilung des amerikanischen Ma­rineministeriums ist der erste Teil der großen Flottenmanöver zu Ende gegangen, die in einem Angriff auf die in der Nähe von Portorico gelegene Insel C u l e b r a und in einer Landung von Marinetruppen dort bestanden. An dem An­griff haben vier Schlachtschiffe, mehrere Kreuzer und Zerstörer sowie drei Flugzeuggeschwader teil­genommen. Im Verlauf der Hebung wurden 7000 Mann an Land gesetzt.

Aus aller Wett.

Jeff der deutschen Sporfpreffe.

Zum 17. Male veranstaltete der Verein Deutsche Sportpresse in der Deutschlandhalle das Fest der Sportpresse. Unter den zahlreichen Ehrengästen war auch Reichsminister Dr. Goebbels. Aus der gro­ßen Zahl der Wettbewerbe, die fast-alle Sportarten umfaßten, find die beiden international besetzten Leichtathletikwettbewerbe, ein Kampf der Mit­telstreckler, herauszuheben, den der vielfache deutsche Meister Hauptmann Schaumburg vom Polizeisportverein Berlin in 4 Minuten vor Bött­cher (Wittenberg) und dem Polen Staniszewski ge­wann. Einen prächtigen Kampf gab es auch in dem 3000-Meterlaufen, das Der Ungar Mihaly Iglei in 8:45,2 Minuten an sich bringen konnte. Don

den übrigen Wettbewerben ist ein Geschicklich­keitswettfahren mit dem KdF.- Wagen zu nennen, an dem die beste Rennmamrschaft der Welt, Rudolf Caracciola, Hermann Lang und Man­fred von Brauchitfch teilnahm, die auch in dieser Reihenfolge siegreich blieb. Unter den Vorführungen gefielen besonders die der Polizei, die ein Springen über sechs lebende Pferde und Gymnastik auf Mo­torrädern zeigte. Mit besonderem Beifall wurden auch sechs Bergleute aus dem Saargebiet bedacht, die Kunstkraftsport zeigten.

Die deutsche Vertretung bei den Olympischen Spielen 1940.

Ndz. Der Reichssportführer hat, nachdem der Deutsche Olympische Ausschuß für die XI. Olympiade feine Arbeiten beendet hat, einen neuen Ausschuß berufen, dessen Ausgabe es ist, die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen 1940 in St. Moritz und Helsinki vorzubereiten. Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses ist Reichssportführer von Tfchammer und Osten, Stellvertreter: Breit- meyer, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Dr. K. Ritter von Halt und General der Artillerie von Reichenau als Mitglieder des Internationalen Olym­pischen Komitees. Dem Ausschuß gehören außerdem die Vertreter aller, interessierten Stellen des öffent­lichen Lebens an. 'In der ersten Sitzung des Aus- fchuffes gab der Reichssportführer einen Bericht über den Stand der sportlichen und organisatori­schen Vorbereitung für die Spiele 1940. Die sport­liche Vorbereitung für Helsinki geht in Deutschland ihren sicheren und zuverlässigen Gang. Sie wird dafür sorgen, daß eine würdige Vertretung unseres Volkes unter allen Umständen gewährleistet ist.

Deutscher Studententag 1939 im Mai in Würzburg.

Ndz. Der Leiter des Kulturamts der Reichs- ftudentenführung, Dr. Fink, weilte in Würzburg, um die Vorbereitungen zur Durchführung des Deut­schen Studententages einzuleiten, der vom 22. bis 29. Mai in der mainfränkischen Gauhauptstadt die gesamte deutsche Studentenschaft vereinigen wird. 1939 jährt sich zum 20. Male der Erste Deutsche Studententag, der 1919 die aus dem Weltkriege zurückgekehrten Studenten vereinigte. Es findet eine Kundgebung auf dem Refidenzplatz statt. Ferner ist ein A b e n b f i n g e n in den alten Gaffen und Höfen von Würzburg vorgesehen. Den Abschluß wird ein in Verbindung mit KdF. durchzuführendes Vo 1 ksfest bilden.

Weiterbericht

In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag hat sich eine grundlegende Aenderung des Wetters in Südwestdeutschland vollzogen. Unter Regenfällen hat sich eine lebhafte Westströmung durchgesetzt, die in den Niederungen zu Temperaturanstieg auf etwa 10 Grad führte. Auch in den Höhen der Mittel­gebirge liegen die Temperaturen über 0 Grad. Die Westströmung wird zunächst für uns wetterbestim­

mend bleiben, so daß schnell wechselndes und ziem­lich mildes Wetter zu erwarten ist.

DorausfagefürSamstag: Uebermiegeiib bewölkt, kürzere Regenfälle, ziemlich mildes Wetter, westliche Winde.

Vorhersage für Sonntag: Bei westlichen Winden unbestimmtes Wetter, für die Jahreszeit zu mild.

Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 0,4 Grad Celsius, abends 4- 4,5 Grad; am 10. Februar: morgens 4- 5,6 Grad. Maximum + 5,0 Grad Mini­mum heute nacht-4 4,3 Grad. Erdtemperatur en in 10 cm Tiefe am 9. Februar: abends 4- 0,4 Grad; am 10. Februar: morgens 4 0,2 Grad. Nieder­schläge 2,8 mm.

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Maria Zimmermann

Gießen (Frankfurter Straße 12), den 10. Februar 1939.

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Meine liebe, gute Frau, unsere treue Mutter und Großmutter

Frau Agathe Jaeger, geb. Lauer

ist heute mittag nach schwerem Leiden von uns gegangen.

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In tiefer Trauer:

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Gießen, Frankfurter Straße 3, Hannover, 9. Februar 1939.

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Am Mittwoch, dem 8. Februar, entschlief sanft, kurz nach Vollendung ihres 78. Lebensjahres, nach einem arbeitsreichen und segensvollen Wirken als Lehrerin, unsere treusorgende, liebevolle Tante und Schwägerin

Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 11. Februar, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt

Eduard Jaeger

Hilde Wallenfels, geb. Jaeger Dr. Erwin Jaeger Margrit Jaeger.

Die Trauerfeier findet in der besuchen bitten

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für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bönning am Grabe, die vielen Kranzspenden und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen:

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