Ausgabe 
10.2.1939
 
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seiner Wasserverdrängung von 35 000 Tonnen stellt es den größten Typ dar, der nach den Flottenver­trägen gebaut werden kann. Frankreich und Italien haben erst vor kurzem ebenfalls Einheiten dieser Größe vom Stapel gelassen. Die deutsche Kriegsflotte sieht in ihrem Bauprogramm zwei dieser 35 000-t- Großkampfschiffe vor. Daher ist der Tag des Stapel­laufs in Hamburg, der mit besonderen Feierlichkeiten verbunden ist, für unsere junge Kriegsmarine von besonderer Bedeutung.

Verbesserungen

in der Llnfallversicherung.

Berlin, 9. Sehr. (DNB.) Die Reichsregierung hat das Fünfte Gesetz über Aenderungen in der Unfallversicherung verabschiedet. Mit diesem mit Wirkung vom 1. Januar^1939 in Kraft tretenden Gesetz werden die wesentlichsten Härten der Rot- verordnunge.n auf dem Gebiete der Unfall­versicherung beseitigt, der Schutz der Unfall­versicherung ausgedehnt und ihre Leistungen unter Berücksichtigung bevölkerungs- und staatspolitischer Notwendigkeiten erheblich verbessert.

Das neue Gesetz erleichtert zunächst den Emp­fang von klein en Renten und macht ihre Gewährung davon abhängig, daß die Erwerbsfähig­keit des Verletzten infolge eines oder mehrerer Un­fälle Dienstbeschädigungen gemindert ist und daß die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch die einzelnen Unfälle insgesamt mindestens 2 0 v. H. beträgt. Die Renten von 20 v. H. werden in Zukunft als Dauerrenten gewährt. Waisenrenten und Kinderzulags^n werden künftig bis zum 18. Lebensjahre , gezahlt, während der Höchstbetrag der Hinter­bliebenenrente von zwei Dritteln des Jah­resarbeitsverdienstes des Getöteten auf vier Fünftel erhöht wird. Neu eingeführt wurde der Anspruch auf Wiederherstellung und Erneuerung be- , schädigtet oder zerstörter Körperstücke Schließlich wurde der Versicherungsschutz auf die sogenannten Wochenendheimfahrten jener Arbeiter aus­gedehnt, die auf einem von der ständigen Familien­wohnung weit entfernten Arbeitsplatz tätig sein müssen.

Die bisher nur für die Betriebe der Wehrmacht bestehende Unfallversicherung ist auf die Betriebe der - Verfügungstruppe, der - Totenkopfverbände, der SA.- Stan­darteFeldherrnhalle" und des Reichs- arbeitsdienstes ausgedehnt worden. Auch der Versicherungsschutz der Tecknischen Nothilfe ist insofern erweitert worden, als nunmehr alle Tätigkeiten in der Technischen Nothilfe gleichmäßig | den Schutz der Unfallversicherung genießen.

DieFachbuchwerbung 1939".

NSG. Der Reichsminister für Volksaufklärung j Hinfl) Propaganda veranstaltet auch in diesem Jahr iwieder eine Fachbuchwerbung, die vom 1. März bis zum 30. April stattfindet. In Zusammen­arbeit aller mit Schrifttumsfragen beauftragten Stellen, aus Partei, Staat, Gemeinden und Wirt- i ifchaft mit den Reichspropagandaämtern werden 8ne örtlichen Werbemaßncchmen durchgeführt. In Frankfurt a. M. wird die Eröffnungs- Sundgebung stattfinden, mit. der eine große Fachbuchausstelllung verbunden ist. Aus Anlaß der Fachbuchwerbung gibt das Fachamt Druck und Papier eine lebendig geschriebene, bebil­derte Werbeschrift über denWert und Werdegang des Buches" heraus, die vor allem □n die Jugend verteilt wird. Am 27. und 28. März findet in Berlin die Reichstagung des Kuratoriums für das deutsche Fach- I Schrifttum statt. Mit ihr sind Tagungen des : Vonderlektorates Berufserziehung des Amtes für Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers

für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP., der Fachschaft IV des NS.-Lehrerbun- des sowie der Fachbuchverleger verbunden. Die Fachbuchwerbung 1939 steht unter dem Leitgedan­ken:Das Fachbuch ein Weg zu Lei­stung und Erfolg". In diesem Leitgedanken sind schon die Aufgaben bestimmt, die dem Fach­schrifttum im Rahmen der Leistungssteigerung, Berufserziehung und fachlichen Fortbildung gestellt sind. Die Fachbuchwerbung dient damit auch der Zielsetzung des Reichsberufswettkampfes, dem zweckmäßigen Arbeitseinsatz und den Ausgaben des Vierjahresplanes.

Erziehung zurVolkserhaliung.

Dr. Paul Danzer vom Reichsbund der Kinder­reichen richtet in dem Organ des NS.-Lehrerbundes Der Deutsche Erzieher" einen Appell an die Lehrerschaft, sich ebenfalls in den Dienst der Erzie­hung zur Volkserhaltung zu stellen. Die Geburten- politik erinnere sich der Tatsache, daß es bisher allein dem chinesischen Volk geglückt sei, den Ge­burtenschwund zu besiegen, und zwar durch eine geistig-seelische Erneuerung. Daß also der Weg zum biologischen Aufblühen eines Volkes nicht durch die Kasse, sondern durch die Herzen führt, sei geschichtlich erwiesen. So­mit stehe eine Erziehunasaufgabe von gewaltigem Umfang und lebensentscheidender Tragweite vor uns. Einer rassischen Schädigung unseres Vvlks- körpers durch 210 000 halbjüdische. Mischlinge und einer erbbiologischen Schädigung, durch, hoch­gegriffen, 3 Millionen Erbbelastete stehe bei UNS seit 1915 ein f a st fünfmal so großer Aderlaß durch Krieg und Geburten­minderung in Form von 15 Millionen Ungeborenen gegenüber, der deshalb eine ge­waltige Gegenauslese darstelle, weil nicht die Kinder der Minderwertigen, sondern gerade die Kinder der erbbiologisch Höchstwertigen ungeboren ge­blieben seien.

Die stärkste Leistungsminderung eines Volkes liege in der Geburtenbeschränkung. Auf dem Gebiet der Volkserneuerung herrsche noch eine einfach erstaun­liche Verwilderung. Welcher junge Mann mache sich darüber Gedanken, daß er, wenn er die Ehe ab­lehnt, eine Volksgenossin um ihr Lebensglück, um ihren Mutterberuf bringt und unter Umständen wertvolles Erbgut aus der Fortpflanzung aus­schaltet? Es müßte jeder junge Mann erkennen, daß die Ehe Pflicht ist und Ehelosigkeit eine schwere Versündigung tan der Volks­gemeinschaft. Und wo bleibe der National­sozialismus, wenn man glaube, mit einer Berufs­leistung sein Leben zu erfüllen, der ewigkeits­gebundenen biologischen Lebensaufgabe aber ausweiche? Der Referent betonte die Not­wendigkeit der Erziehung zu einer unbedingt 'saube­ren Haltung der Geschlechter zueinander, der Er­ziehung zur Achtung vor der Frau und Mutter, zum Verständnis für das Wesen der Familie, woran es unter den Nachwirkungen der Systemzeit noch sehr fehle.

Oie IV. Reichmusiktage der HL.

Leipzig, 9. Febr. (DKK.) Die IV. Reichsmusik- tage der H'tler-Juaend in Leipzig wurden im neuen Rathaus durch Gebietsführer Möckel eröffnet. Der Festliche Ruf" von Händel, von drei Trompeten und Kesselpauken ausgeführt, leitete die Feierstunde ein. Ein Führerausspruch über das Wesen der deut­schen Musik, bei der nicht der individuelle Verstand, sondern das überquellende musikalische Gemüt Pate zu stehen habe,.gaben den Musiktagen das Geleit. Es folgte ein Marsch von Händel, vom Streichorche­ster des Bannes 107 Leipzig exakt und klangschön vorgetragen. Anschließend richtete der Leipziger Bürgermeister Haake ein Grußwort an die Tagung.

Dann erklang die Kantate von Walter ReinDie Sonne hat die Nacht bezwungen", zu deren voll­endeter Wiedergabe sich das Bannorchester 107 und der Gemischte Chor des Reichsschulungslagers unter Leitung von Friedrich Wilhelm Gößler vereinigt hatten Gebietsführer Möckel führte dann aus, daß die Musikerziehung von der Arbeit der heutigen jungen Generation nicht mehr weggedacht werden könne. Es könne keine Erziehungsstätte der HI., kein Heim und keine Jugendherberge geben, in der nicht musiziert werde. Das Musizieren der Jungen und Mädel führe wieder zurück zur Haus­musik und zur musikalischen Feierabendgestaltung des Volkes. So seien die Träger der Musikarbeit der Jugend auch Wegbereiter für die kulturelle Arbeit. Das gemeinsam gesungene LiedWenn die Stürme Leben wecken" stand am Schluß der Feierstunde.

In einem Chorkonzert im Festsaal des Rat­hauses erwies sich der Mozartchor der Berliner Hitler-Jugend unter Leitung von Erich Steffen als ein Klangkörper, der mit seinem kultivierten Singen die Abendlieder, die Chöre alter deutscher Meister, wie die Chorwerke unserer Zeit, die er zum Vortrag brachte, zu einem Erlebnis werden ließ. Ergänzt wurde das Pro­gramm durch Jnstrumenalstücke von Walter Fe­

lix. Ein Bild des ureigensten Musizierens der HI. gab ein musikalischer Volkstumsabend unter dem LeitgedankenKlingende Landschaft". Ausübende und Gäste bildeten eine eng verbunde­ne Musizier- und Hörgemeinschaft. Bernd P o i e ß als launiger Sprecher und Gerhard Maaß als musikalischer Leiter ließen in Liedern und Chören die Volksmusik der deutschen Gaue entstehen. Be­sinnliche und derbe Fröhlichkeit lösten sich ab als ein lebendiger und bewegter Kreislauf. Die Aus­übenden waren über den ganzen' Saal verteilt, und bald von dieser, bald von jener Seite aus ertönten die Instrumente und die Stimmen der Jugend. Besonders wirkungsvoll waren die Ka­nons, die von allen Seiten des Saales aus ge­sungen wurden. An der Ausgestaltung waren be­teiligt die Lehrgänge für Volks- und Jugendmusik- leiter Berlin und Weimar, die Musikzüge Kölleda und Delitzsch, die Bläsergruppe und Singschar Steiermark, das Bannorchester Freiburg i. Breis­gau und die Teilnehmer des Schulungslagers. Mit besonders herzlichem Beifall wurden die Darbie­tungen der Steiermärker und Stücke aus einer äußerst lustigen Kirmes-Kantate von Gerhard No­wottny aufgenommen:

Mit Hörrohr und Palette.

Aerzte suchen Erholung in der Kunst. - Eine interessante Ausstellung.

Von Or. Th. Albrecht.

Vom 12. Februar bis 12. März findet im Stadthaus Berlin-Wilmersdorf eine Aus­stellungD e r Arzt als Maler und Bildhauer" statt. Sie wird mit Unter­stützung der Reichsärztekammer von der Ber­liner Akademie für ärztliche Fortbildung unter der Leitung ihres Direktors Prof. Dr. Curt Ad am veranstaltet. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, miit dem Kustos der Staatlich Medico-Historischen Sammlung, Fräulein Margarete Röseler, sich über das Entstehen und über den Aufbau der Ausstellung zu unterhalten.

Die vom Kaiser-Friedrich-Haus in Berlin vor­bereitete AusstellungDer Arzt als Maler und Bildhauer", wird die vielseitige Bega­bung der Aerzte vorführen. Auf einzelnen Gebie­ten der Kunst sind die Aerzte schon ost und mit nachhaltigem Eindruck in Erscheinung getreten; es fei nur an das berühmte Berliner Arzt- o r ch e ft e r erinnert, und an die vielen Aerzte, die als Dichter und Philosophen wie Hoche, Schleich, Carossa oder Finckh sich der Welt mitgeteilt haben. Diese Ausstellung aber wird zeigen, daß die deutschen Aerzte auch auf den Ge­bieten der Malerei und Bildhauerei in aller Stille starke Begabungen und bedeutende, Leistungen her­vorgebracht haben. Als vor einem halben Jahr Pros. Dr. Curt Adam, der Direktor des Kaiser- Friedrich-Hauses, diese Vilderschau an regte und mit den Vorbereitungen begann, hatte er sich nickt träumen lassen, welche Fülle von Bildern, Zeicy- nungen, Plastiken und Büsten die Arztkünstler einsenden würden. Nach eingehender Prüfung der eingesandten Bildwerke durch einen Prüfungsaus­schuß, dem u. a. Prof. Dr. n. c. Arthur Kampf, Vorsitzender der Abteilung bildende Kunst der Preußischen Akademie für Künste, und führende Persönlichkeiten her Staatlichen Museen angehö­ren, machte man sich auf die Suche nach geeigneten Ausstellungsräumen. Man fand sie schließlich im Stadthaus Berlin-Wilmersdorf, wo die Ausstel­lung für die Oeffentlichkeit zugänglich fein wird.

Auf den ersten Blick scheint es eine merkwürdige Verbindung zu fein, die das Hörrohr mit der Palette

eingegangen ist. Aber sehen wir näher hin, dann zeigt es sich doch, daß der Beruf des Arztes und der des Malers viel Gemeinsames hat. Für beide ist die Anatomie, die Wissenschaft vom Ausbau des menschlichen Körpers eine wichtige Voraussetzung. Beide müssen den Körper studieren, der eine um die Krankheiten erkennen zu können, der andere um Bewegungen in ihrem Entstehen und in ihrem Ab­lauf begreifen und richtig wiedergeben zu können. Schon beim Studium gehört es mit zu den Pflichten des angehenden Arztes, Fleisch und Sehnen, Knochen und Glieder bildlich darzustellen, und was er unter dem Mikroskop sieht, Zellen und Bakterien zeichnet er sich ebenfalls auf. Von dem großen Dresdner Arzt Carl Gustav C a r u s, dessen 150. Geburtstag kürzlich gefeiert peröen konnte, wissen wir, daß er die Zeich­nungen zu seinen physiognomischen und anatomischen Handbüchern selbst angefertigt und in Kupfer ge­stochen hat. Aber von Zeichnungen medizinischer Präparate, von Zellen und Muskelansätzen wird in der AusstellungDer Arzt als Maler und Bildhauer" nichts zu sehen sein. Vielmehr findet man Land­schaften, Porträts, Stilleben, Radierungen und Tier­plastiken. Was haben die mit dem ernsten verant­wortungsvollen Beruf des Arztes zu tun? Sehr viel, denn sie zeigen uns den Arzt als Menschen, sie zeigen seine Liebhabereien, seine Freude am Spiel der Phantasie, sie sind die wichtige Ergänzung zu einem die ganze Persönlichkeit verlangenden und aus- füllenden Beruf.

Karikaturen auf der Kongreßreise.

Die verschiedensten Begabungen finden sich unter den Arztkünstlern. Einer ist viel auf Reisen, er kommt auf wissenschaftlichen Tagungen mit berühmten Kol­legen und den bedeutendsten Zeitgenossen zusammen. Da er ein lustiger Spötter und ein scharfer Beob­achter ist, weiß er von all diesen Leuten das Cha­rakteristische in seinem Zeichenblock festzuhalten. Seit seiner Jugend kritzelt er auf Hefträndern, Kolleg­heften, später auf dem Rezeptblock und anderen freien Papieren die Karikaturen seiner Umgebung. Nun hat er schon eine stattliche Sammlung von lustigen Charakterköpfen in seinem Skizzenblock zu­

Brief aus der Reichshauptstadt.

Berlins Abschied von der Million. Rennwagen sehen dich an. Begegnungen unter dem Straßenpflaster. - Besuch bei Charlotte Wasser.

Wo liegt der Berliner Lebensknick? ,

Von unserer Berliner Schristleitung.

Ein altes Sprichwort jagt:Geld allein macht , nicht glücklich es muß auch viel sein!" Nach Sniefem Grundsatz ist man bisher bei der Preußisch- süddeutschen Klaffenlotterie verfahren, die weben ihre allerletzte Ziehung begonnen hat. Diel Held, d. h. eine runde Million, sollte die Hlückshungrigen verlocken, ihr Heil bei der preu­ßisch-süddeutschen Göttin Fortuna zu versuchen. Und io drängte man sich bisher zweimal im Jahr in der berliner Margarethenstraße, um zuzuschauen, wenn ie Millionen anderen in den Schoß fielen. Oie kommende 1. Deutsche Reichslotterie, j t ie auch die sächsische und die hamburgische Landes- □tterie in sich aufnehmen wird, kennt keine solchen Millionengewinne mehr. Der Hauptgewinn wird iüünftignur" noch 500 000 Reichsmark betragen. Allerdings tritt noch eine Prämie von 500 000 RM. iiinzu, so daß unter ganz besonders glücklichen Um- § fänden und Zufällen doch noch einmal einer eine ganze Million davontragen wird. Damit aber, daß ier erste 300-RM.-Gewinn am letzten Ziehungstage i$r letzten (fünften) Klasse mit einer Million RM. lEdacht wird, damit ist es, wie gesagt, aus. Und so wird denn BerUn am 9. März 1939, dem letzten | .^iehungstag her letzten Ziehung, von der Million 'Obschied nehmen. Jedoch diesmal sorgt Frau For- mna für einen gerechten Ausgleich: statt des Mil- Iionenhauptgewinnes wird es sehr viel mehr mittlere Gewinne geben. Es wird also künftig bei den Ziehungen mehr Glückliche üeben als früher. Ein durchaus zu begrüßender Zu- foand! Wer aber immer noch dem Hauptgewinn ran einer Million nachtrauert, der mag sich tröffen nit jenem Berliner, der den zweiten Hauptgewinn iii Hohe von 500000 RM. gewonnen hatte und leim Empfang des Geldes zu feinem Lotterie-Ein- rshmer sagte:Nun, das Große Los ist es zwar

nicht, aber klein Vieh macht auch Mist!" Spruchs und steckte die Berge der vor ihm aufgehäuften Banknoten gelassen ein.

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Der König ist tot. Es lebe der König!" Auf gut berlinerisch. Die Grüne Woche 1939 hat ihre Pforten geschlossen, aber die Internatio­nale Automobil- und Motorradaus- st e l l u n g steht bereits vor der Tür. Sie wird vom 17. Februar bis zum 5. März dauern Und sie wird wiederum eine stolze Schau sein, auf denen die Spitzenerzeugnisse der deutschen und ausländischen Kraftfahrindustrie miteinander in Wettbewerb treten. Zwei Hauptanziehungspunkte wird diese Ausstellung aufweisen. Einmal die in der Ehren­halle (Halle I) aufgestellten K d F. - W a g e n. Und zweitens die im Mittelbau der Masuren-Halle zur Schau gestellten siegreichen deutschen Renckwagen und Rennmotorräder. Aber auch die So nd erschauen der großen Werkstoff-, Zubehör- und Ersatztellfabriken werden viele Besucher anlocken, wie auch die mächtigen Dreitonner undGiganten der Landstraße". Und so wird man von neuem das Tempo der Zeit bewundern können, das uns von den Tagen, in denen man den Schlager

Liebchen, wir fahren im Automobil Von Hamburg nach Kiel!"

mit40 Sachen drauf" fang und dazu fröhlich hupte, hinführte zu einer Zeit, die ohne Motorisie­rung überhaupt nicht mehr denkbar ist.

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Nachdem das Gerüst um den oberen Teil der neuen Siegessäule verschwunden ist, schwebt zur Freude aller die goldene Viktoria wieder über der Reichshauptstadt. Allein nicht nur nach oben richten sich die Blicke der Berliner. Wer in

diesen Tagen über den Potsdamer Platz geht, kann beobachten, wie die Menschen neugierig durch Ritzen und Spalten und Erdöffnungen nach unten blicken. Und mit Recht! Denn dort unten ist es keineswegs mehr fürchterlich, vielmehr ordnet sich das Chaos der Balken, Spundwände, Verstrebungen und Pfeiler immer mehr zu einem staunenswerten Ganzen, aus dem im April dieses Jahres der Nordfüd- 8-BahnhofPotsdamer Platz" erstehen wird. Das schreibt sich so schnell hin und lieft sich so glatt, als wenn es eine ganz natürliche Sache wäre. Und ist doch ein Wunder­werk deutscher Ingenieur- und Baukunst! I n mehreren Stockwerken über- und nebeneinander, nur durch dünne Betonwände getrennt, werden in Kürze die Züge der 8-Bahn wie der O-Bahn unter dem Potsdamer Platz dahin­rasen, während' immer noch unter dem Straßen­pflaster ein Stockwerk höher sich die Ströme der Menschen kreuzen werden, die nunmehr nicht mehr zu ebener Erde die dicht belebten Straßen zu überqueren brauchen, sondern in der weiten, ausgedehnten Halle bequem und sicher hinüber­und herüberwandern können. Unschwer vorauszu­sagen. daß diese Halle unter dem Potsdamer Platz, noch vor den Bahnsperren gelegen, nicht nur einen gewaltigen Kreuzungspunkt Berlins dar- stellen wird, sondern auch einen willkommenen Treffpunkt, der vor Wind und Wetter schützt. Wenn dann noch, was sehr wahrscheinlich ist, in dieser Halle eine Normaluhr die Stunden anzeigt, dann hat Berlin seinenhistorischen" TreffpunktNormal­uhr Potsdamer Platz" wieder erhalten, und die Kette unter dem Straßenpflaster wird nicht mehr abreißen...

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Wer ist Charlotte Wasser? Nur die­jenigen im Reiche werden sie kennen, zu deren Be­schäftigung es gehört, täglich den Kurszettel zu stu­dieren ober die im glücklichen Besitz von Aktien vonCharlotte Wasser" sind, deren vollständiger Name lautet: Charlottenburger Wasser- unb Jnbustriewerke AG, wodurch besagte Dame sich als börsenfähige Realität enthüllt. Nun sollen hier keineswegs Börsenberichte gegeben wer­den oder gar Börsentipps! Aber ein kleiner Besuch beiCharlotte Wasser" rft doch recht reizvoll, weil man dabei erfährt, daß man mit Wasser ein gutes Geschäft machen kann. Denn wenn Charlotte Wasser

fünf Jahre hintereinander eine Dividende von 5,5 v. H. ausschüttete, so lohnt es sich doch tatsächlich Wasser auszuschütten. Wieviel Wasser ver­braucht Berlin nun eigentlich? Da Charlotte Wasser ihr Naturprodukt auch zugleich dem Kreise Teltow verkauft, kann nur eine ge­meinsame Zahl angegeben werden, die aber zum allergrößten Teil für Berlin allein Gültigkeit hat. Es sind jährlich rund 53 Millionen cbm Wasser, die das Versorgungsgebiet verbraucht. 2luf den Kopf der Bevölkerung berechnet ergibt das je Kopf täglich 143 Liter! Nun darf man aber nicht denken, daß nur der Kopf, d. h. die Kehle der Ber­liner täglich 143 Liter verbaucht so enthaltsam ist Berlin nun doch nicht! Vielmehr stellen die 143 Liter täglichen Wasserverbrauchs auch den industriel­len und landwirtschaftlichen Bedarf dar! Auch zym Waschen und Baden braucht der Berliner etzliche Kubikmeter Wasser, und so schrumpft die Menge Wassers, dieje Kopf" zum Trinken verbraucht wird, auf ein Mindestmaß zusammen, bas wohl kaum einenMaß"krug füllen würbe. Als diese Rechnung einem Berliner aufgemacht wurde, tippte er sich an die Stirn und sagte:Aha so is bet! Unb ick rounberte mir schon, wer meene 143 Liter Wasser täglich austrinkt!"

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Wir leben heute länger. Das ist statistisch nachgewiesen. Würbe her beutsche Mensch vor 50 Jahren burchschnittlich nur 37 Jahre alt, so heute burchschnittlich 60 Jahre! Unb nun erhebt sich bie Frage: Wo liegt heute der Lebensknick? Jener Lebensknick, ber anzeigt, wann wir uns auf bem absterbenden Zweig" unseres Daseins befinden. Werden wir heute durchschnittlich älter als früher, muß auch der Lebensknick höher liegen d. h. er muß über dieVierzig" hinausgerückt fein. Für gewisse Berliner scheint der Lebensknick sehr, sehr weit hin­ausgerückt zu sein: verhaftete die Berliner Krimi­nalpolizei doch jüngst einen 63jährigen Heiratsschwindler. Sogar einen höchst er­folgreichen Heiratsschwindler, denn es war ihm ge­lungen, einer Frau, mit der er sich verlobte, ohne weiteres 3000 RM. zu entlocken. Wahrlich! So lange es noch in Berlin 63jährige Menschen gibt, die mit so viel Glück auf Freiersfüßen gehen kön­nen, so lange muß es um den Lebensknick der Berliner gut bestellt fein. Und, das freut uns denn ja auch!

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