Ausgabe 
10.1.1939
 
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gleichen Gesichtspunkte zurückkommt. In unterrich-

von großer Bedeutung werden könnten.

ang Tsching-Weis Friedenspolitik

der

in praktischer Zusammenarbeit der beiden Imperien oder wenigstens in einer Arbeit auf parallelen Li­nien, da beide Ueberseegebiete hätten, die der Ent­wicklung bedürfen. Darüber hinaus könnte man aber kaum auf sofortige positive Resultate des jetzi­gen Besuches rechnen, der sich jedoch als unerhört wertvoll Herausstellen könnte, wenn er zu dem ge­meinsamen Wunsch der überwiegenden Mehrheit aller nach frühestmöglicher Normalisierung der internationalen Beziehungen bei­

benutze.

In der Umgebung des Quoi d'Orsay betont man nach einer Meldung der Europapreß, daß die Besprechungen der englischen Minister am Dienstagabend mit den französischen Ministern einen durchaus intimen Charakter haben werden. Die englischen Minister werden mit den französischen Ministern in dem Rotukürensaal des Quai d'Orsay den Tee einnehmen. Die Zusammen­kunft wird etwa eine Stunde dauern. Die eng­lischen Minister werden um 19.30 Uhr vom Lyoner Bahnhof aus mit dem Rom-Expreß die Weiterreise antreten.

S) o n g f o n g, 9. Jan. (DNB.) Der bisherige Vizepräsident der chinesischen Regierungspartei und frühere Ministerpräsident Wangtschingwei, der vor kurzem aus der Kuomintang ausgeschlossen wurde, hat an den Ständigen Ausschuß der Kuomin­tangpartei und den Obersten Verteidigungsrat ein weiteres Telegramm gesandt, in dem er feststellt, daß er am 9. Dezember Tschiangkaischek erklärt habe, daß die Schwierigkeit für China darin liege, wie es den Krieg weiterführen wolle, und für Japan, wie er beendet werden könne. Aus der am 22. Dezember- abgegebenen Erklärung des Fürsten K o n o e habe er entnommen, daß Japan zu einer durchaus richtigen Einstellung gegenüber China gelangt sei und der Friede im Bereich des Möglichen liege. Er schlage vor, daß China umgehend darlegen solle, auf welcher Basis es zu Verhandlungen bereit sei, um eine Lösung der verschiedensten Fragen zur Wiederher­stellung des Friedens und zur Festigung der Lage im Fernen Osten herbeizuführen. Eine solche Ge­legenheit dürfe nicht versäumt werden. Wenn sich auch die britische, französische und amerikanische Unterstützung Chinas jetzt stärker auswirke, genüge sie doch keinesfalls, um den Krieg zu gewinnen. Sowjetrußland könne infolge seiner inneren Schwie­rigkeiten überhaupt keine Unterstützungsaktion in großem Maßstabe wagen. Außer der chinesischen Kommuni st i s ch en Partei und einer kleinen Minderheit, die sich freuen würden, die National­regierung zu stürzSn, sehe er keinen Grund, einem ehrenhaften Frieden entgegenzustehen. Er hoffe, daß sein Vorschlag, den er aufrichtig im Interesse Chinas mache, ernsthaft in Erwägung gezogen ^»rde.

wörtlich sei,

Australien baut schwere Bomber.

London, 9. Jan. (Europapreß.) Die englische Luftfahrtmission, die in den nächsten Tagen nach Australien abreist, nimmt bestimmte Pläne mit, die sich in erster Linie auf die Errichtung neuer Flugzeugfabriken in Australien beziehen.

de Kerillis erklärt in derEpoque", wenn Chamberlain sich als bewährter Freund Frank­reichs bewiesen hätte, hätte er sich gewehrt, in einem solchen Augenblick nach Rom zu reisen. Bevor er den Zug besteige, hätte er verlangen müssen, daß die italienische Presse ihre Angriffe gegen Frankreich aufgebe. Wenn man entschlossen sei, einem diplomatischen Partner gegenüber ein Nein auszusprechen, mache man nicht in Demut ! m f - OAAA 1 ttl f rt T rt OYYl TAfllt tO

gen haben werden, werden den beiden Regie­rungen erneut die Gelegenheit geben,die enge französisch-britische Entente" zu bekunden.

Frankreichs Flottenrüstung.

Marineminister Campinchi kündigt zahlreiche Neubauten an

Außer dem einen in Melbourne bereits bestehenden Werk dieser Art sollen solche Fabriken unter Be­rücksichtigung strategischer Gesichtspunkte über den ganzen australischen Kontinent verteilt werden. Als Flugzeugtyp, der besonders in Australien gebaut werden soll, sind von der englischen Regierung schwereBombenflugzeugemit großem Ak­tionsradius vorgesehen, wie sie in den östlichen Teilen des Weltreichs in Anbetracht der großen Entfer­nungen zwischen den Hauptstützpunkten benötigt werden.

Weihnachten in Sowjettußland.

Zahlreiche Kirchgänger inMoskau verhaftet

Moskau, 9. Jan. (Europapreß.) Während des russisch-orthodoxen Weihnachtsfestes wurden in Mos­kau über tausend Personen, davon mehr jjls die Hälfte Frauen, verhaftet, zumeist Kirch­gänger, die in wenigen noch offen gebliebenen und überfüllten Kirchen keinen Platz mehr gefun­den und vor der Kirche Aufstellung genommen hat­ten, um von hier aus dem Gottesdienst beizuwoh­nen. Unter der Begründung, sie behinderten den Straßenverkehr, verhaftete die GPU. die vor den Kirchen stehenden Gläubigen. Einige Priester und Kirchengänger wurden unter dem Vor­wand sestgenommen,gegenrevolutionäre Propaganda" betrieben zu haben.

DiePrawda", das führende sowjetrussische Re­gierungsorgan, bringt zahlreiche Meldungen aus der Provinz, wonach die Kirchenanhänger sich gegen die Sowjetmacht und die Partei aufgelehnt hätten. So sei in Udmurtien eineGruppe von Gegenrevo­lutionären" entlarvt worden, die sich unter der Maske der Religion offen mit gegenrevolutionären Aktionen befaßt habe. Die Gruppe, die unter Lei­tung von Tschistjakow gestanden habe, seiliqui­diert" worden. An der Arbeit dieser und ähn­licherVerbrecher", so folgert diePrawda", er­kenne man immer wieder, daß immer noch eine Ver­bindung der größten Feinde des Volkes mit den Kirchenanhängern bestehe. Daß sie dabei Spionage als eines der wichtigsten Ziele vor Augen hätten, sei selbstverständlich. Diese Volksfeinde zögen durch das ganze Land und sammelten Material, das sie ihren ausländischen Auftraggebern auslieferten. Die einzige Möglichkeit, diese Elemente zu beseitigen, sei ihr erbarmungslose Liquidierung.

USA. als Waffenhändler der Welt.

Washington, 9. Jan. (DNB.)- Das Staats-' Departement erstattete dem Kongreß Bericht über die Kontrolle des Handels mit Kriegs­material. Danach wurden 1938 5200 Ausfuhr­lizenzen im Gesamtwert von 94 Millionen Dollar erteilt, wovon 72 Millionen"Dollar auf die Flug­zeugausfuhr entfallen. Die größten Lieferun­gen dem Werte nach gingen nach England, Nieder- ländisch-Jndien, China, Japan, Argentinien und Frankreich. Nach der Sowjetunion wurde f ü r über zwei Millionen Dollar Kriegsmate­rial ausgeführt. Der Bericht behandelt dann aus-- führlich zahlreiche Fälle, in denen der rotspanische Botschafter" in Mexiko oder andere sowjetspanische Agenten dem Ausfuhrverbot zuwider Flugzeuge teils über Mexiko, teils über Kanada und Frankreich nach Sowjetspanien zu schmuggeln versuchten. In fast allen Fällen sei es der amerikanischen Regierung gelungen, den Schwindel vor Erteilung der Ausfuhrlizenz aufzu­decken. Trotzdem wurden 50 Flugzeuge ungesetz -- l i ch auf Umwegen nach Sowjetspanien verschickt.

Vas Terrorsystem in palafista.

Aufschlußreicher Bericht des britischen

Kriegsministeriums.

im ordentlichen Haushalt vorgesehenen Neu­bauten (zwei Flugzeugträger, einen Kreuzer, sechs Torpedoboote und fünf U-Boote) noch folgende Neubauten vorgesehen, die noch vor dem 31. Dezember 1939 in Angriff genommen werden sollen: zwei Linienschiffe, ein Kreuzer, sieben U-Boote, 24 000 Tonnen leichtere Einheiten und Hilfsschiffe.

Ganz abgesehen davon, daß diese Neubauten der französischen Industrie Arbeit verschafften, dürfe man nicht vergessen, daß eine starke und aktions­fähige Kriegsmarine für ein Land wie Frankreich eine Lebe nsfra ge sei. Nach einem Hinweis auf das deutsch-englische Flottenabkommen beteuerte Campinchi den ftanzösischenFriedenswillen".Der beste Beweis für diesen", so meinte er,sei es, daß Frankreich bei seinen größten Kriegsschiffen nicht über eine Wasserverdrängung von 35 000 Tonnen hinausgehe."

Das Scho in Tokio.

Tokio, 9. Jan. (DNB.) Der Sprecher des ja­panischen Außenamtes stellte zu der Erklärung Wang Tschingweis fest, Fürst Konoe habe in seiner

In Tokio erklärt man, daß alle Behauptungen einer Zusammenarbeit Japans mit Wang frei er­funden seien. Die japanische Presse 'meint, daß sich zwangsläufig die Gegensätze zwischen dem kommu­nistisch infizierten Flügel der Kuomintang und dem friedensbereiten Flügel verstärken müßten. Die Kom­munisten bekämpften aufs schärfste die Anhänger der Friedenspolitik. Die Haltung Tschiangkai-- s ch e k s gegenüber Wang Tschingwei scheine aber zu beweisen, daß er mehr und mehr unter den Ein­fluß der Kommunisten gerate. Demnach habe das Vorgehen Wangs eine neue Lage in China auf ge­zeigt, die das japanische Kabinett in seiner Absicht, die grundsätzlich festgelegte Chinapolitik Japans fort­zuführen, nur bestärken könne.

Chinesischer Erfolg an der Kantonfront.

H o n g fo n g, 10. Jan. (Europapreß.) Die ver­zweifelten Versuche der Chinesen, das weitere Vor­dringen der Japaner in Südchina durch eine Gegen­offensive aufzuhalten, haben zu einem chinesischen Erfolg geführt. Die Chinesen haben die Stadt T s e n g s h i n, 80 Kilometer östtich von Kanton zurückerobert. Die Rückeroberung wird in Hongkong bestätigt. Die Chinesen greifen nunmehr Sheklung an, das 25 Kilometer südlich von

London, 9. Jan. (DNB.) Das britische Kriegs­ministerium veröffentlicht eine lange Stellungnahme zu den seit Beginn der militärischen Operationen in Palästina erhobenen Beschuldigungen über das brutale Verhalten der Engländer gegenüber der arabischen Bevölkerung. In dieser wird zugegeben, daß die arabischen Freiheitskämpfer über die ganze Bevölkerung verteilt sind, daß es sich also nicht um einen Ausstand bewaffneter Banden, sondern um eine politische Frei­heitsbewegung der arabischen Bevölkerung handelt. Der Bericht stellt fest, daß Hunderte von Dörfern mehrfach dur.ch sucht wor- den sind. Eine große Zahl von Arabern, die bei solchen Gelegenheiten die Polizeikette zu durch­brechen versuchte, fei dabei erschossen worden.

müssen.

Japans FWereirechke im Fernen Osten.

Die Japan zustehenden Fischgründe von der Sowjetunion zur Auktion gestellt.

Tokio, 9. Jan. (DNB.) Die japanisch-sowjet-

Aus Der Geschichte der Reichskanzlei

Äon unserer berliner Schristleitung.

Paris in Erwartung Chamberlains.

Paris, 10.Januar (DNB. Funkspruch). Die französische Presse hat die Reise des englischen Ministerpräsidenten Chamberlain und des Außen­ministers Lord Halifax bereits so ausführlich be­handelt, daß sie sich jetzt, da dieser Besuch in greif-

damaligen Erklärung nur den Grundsatz Gleichberechtigung zwischen den beiden Völ­kern ausdrücklich Herausstellen wollen und ferner den japanischen Wunsch, alle zwischen Japan und China schwebenden Schwierigkeiten zu beseitigen, um den Aufbau einer Neuordnung in Ostasien zu ermög­lichen. Fürst Konoe habe durchaus die Stimmung im japanischen Volk wiedergegeben. Wang Tschiang- wei genieße das höchste Ansehen in Kreisen des jün­geren Chinas. Er habe nach Verlassen Tschung- kings vollkommen unabhängig seine eigene Meinung wiedergegeben und sei nicht beeinflußt durch irgend­welche militärische, politische oder finanzielle Rück­sichten.

Großdeutschen Reiches geworden. Der Führer und Reichskanzler steht nicht nur an der Spitze der Ver­waltung, sondern er ist auch das Staatsober­haupt des Reiches, lieber die alten Aufgaben des Reiches und der Länder hinweg find die Ziele und Arbeiten des nationalen Aufbaus ins Gigantische gewachsen. Der stolze Neubau der Neuen Reichs­kanzlei, der sich harmonisch an die Kanzlei der Bis- marck-Zeit anfügt, ist damit eines der Symbole ge­worden, die von der Kraft der Nation Zeugnis ab­legen. Die neue Reichskanzlei ist aber nicht nur ein wahrhaft würdiges Zentrum der Staatslenkung Großdeutschlands, sondern auch ein Beweis für die Arbeitsenergie des neuen Reiches selbst unter er­schwerten Umständen. Der Bau, der vom Wilhelms- platz bis zur Hennann-Göring-Straße reicht, eine Frontlänge von 430 Metern hat und von den Archi­tekten Prof. Speer und Piepenburg errichtet wurde, ist erstanden auf Grund einer Anordnung des Füh­rers, die nur ein Jahr zurückliegt. Der schon äußer­lich hervorgehobene Mittelteil des Baues wird nun in Zukunft die Stätte aller großen offiziellen Empfänge fein, fo zum erstenmal beim Neu­jahrsempfang des Diplomatischen Korps; zum erstenmal wird dann die Auffahrt der Diplomaten in der nunmehr verbreiterten Voß st raße vor dem durch vier Pfeiler gekennzeichneten Haupt­portal erfolgen. Der Arbeitsraum des Führer^ liegt nach der Gartenseite des Mittelbaues, ist also gegen den Straßenlärm nach Möglichkeit geschützt. Dort liegt auch der Saal für die Sitzungen des Reichskabinetts. In dem Flügel, der nach dem Wilhelmplatz zu liegt, also an das Borstg-Palais an der Ecke grenzt, wird die Präsidialkanzlei, die Kanzlei des Führers und die Adjutantur des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht untergebracht fein.

Tfengfhin liegt. Wie weit es sich bei dem chinesischen Vorstoß um Augenblickserfolge handelt, muß die wei­tere Entwicklung der Kämpfe ergeben. Die Japaner etzen dem weiteren Vordringen der Chinesen ener­gischen Widerstand entgegen. Dabei spielt die japa­nische Luftwaffe eine erhebliche Rolle. Das von den Chinesen besetzt gehaltene S h e k k i wurde von japa­nischen Flugzeugen mit Bomben belegt. Das Elek­trizitätswerk von Shekki wurde dabei zerstört.

Die Sicherung Szelschuans.

Besprechungen itt Tschungking.

Tschungking, 9. Jan. (Europapreß.) In Tschungking hält Marschall Tschiangkaischek Unter­redungen mit den Statthaltern urä) militärischen Leitern der südwestchinesischen Provin­zen ab. Am Sonntag fand die erste Unterredung mit dem Befriedungskommissar der Provinz S z e t- schuan, General Fengschinhau, und dem Statthalter der Provinz, General Wangtschien- s ch u, statt. In unterrichteten Kreisen wird erklärt, als Ergebnis der Beratungen fei der Beschluß Tschiangkaischeks anzufehen, eine Beschleuni­gung der Verteidigungsmaßnahmen in der Provinz durchzuführen. Weiterhin soll eine Neuverteilung der Provinztruppen unter Berück­sichtigung der neu zu schaffenden Bürgergarde und der Selbstverteidigungskorps beschlossen worden sein, um in den chinesischen Südwestprovinzen Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten.

Ausländische Beobachter wollen in den Bespre­chungen Tschiangkaischeks mit den Vertretern der Südwestprovinzen das Bestreben des Marschalls er­kennen, diese Provinzen enger mit der Zentralregie­rung zu verbinden. Am Montag und Dienstag sind weitere Besprechungen in Anwesenheit der Minister und der Leiter der Südwestprovinzen in Aussicht genommen, in denen hauptsächlich wirtschaftliche Fragen behandelt werden sollen.

Englisch-japanischer Zwischenfall in Schanghai.

Schanghai, 9. Jan. (Europapreß.) In der internationalen Siedlung von Schang­hai kam es am Sonntag zu einen heftigen Ausein­andersetzung zwischen den englischen Behörden und japanischen Besatzungstruppen. Englische Soldaten hatten ein in Groß-Schanghai von der sogenannten Nantao-Regierung, die unter japanischem Einfluß steht, errichtetes Polizei-Revier geschlos- s e n. Von japanischer Seite wurden daraufhin Flug­blätter verteilt, in denen schwere Anschuldigunaen gegen die Engländer wegen der Niederreißung der japanischen Flagge erhoben wurden. Die englischen Behörden rechtfertigen ihr 'Verhalten mit der Be­hauptung, das aufgehobene Polizei-Revier sei i n - nerhalb der internationalen Sied­lung gelegen. Am Rande der internationalen Siedlung feien in der letzten Zeit mehrere Euro­päer Angriffen unbekannter Täter zum Opfer ge­fallen. Die Polizeistreifen hätten in der internatio­nalen Zone ick der letzten Zeit verdoppelt werden

Paris, 9. Jan. (DNB.)Frankreich und sein! Weltreich können auf die Marine rechnen. Die fran­zösischen Seegrenzen und seine Weltreichverbindungen sind schon 'jetzt vor jeder Möglichkeit geschützt", so erklärte der französische Kriegsmarineminister Campinchi demIntronsigeant". Campinchi verwies besonders auf die hervorragend ausgebaute französische Küstenverteidigung. Neben feststehenden Küstenbatterien seien zahlreiche Eisen­bahngeschütze und motorisierte Geschütze in .Bereit­schaft, die schnellstens an die taktischen Punkte ge­bracht werden könnten. In der Mehrzahl seien es großkalibrige Geschütze, deren Reichweite die der stärksten feindlichen Schiffe übertreffe. Weiter er­wähnte Campinchi die Luftabwehr und die im Alarmfall vorgesehenen Abhorchgeräte, Netz- fperren, Minenfelder und Patrouillenboote zur Ueberwachung bestimmter Meereszonen.

Mit Nachdruck versicherte Campinchi sodann: Die beste Küstenverteidigung sind jedoch un­sere Geschwader, denn die beste Ver­teidigungstaktik ist der Angriff. Das Ideal ist und bleibt, die feindliche Flotte zu suchen und sie zu vernichten, ehe sie sich den französischen Gewässern genähert oder etwa durch Truppenlandungen französisches Gebiet verletzt hat. Deswegen braucht Frank­reich große Kriegsschiffe."

Im Haushalt 1939 feien achteinhalb Milliarden Franken Kredite für die Kriegsmarine vorgesehen. Nicht nur der Schutz der eigenen französischen Genzen sei die Ausgabe der Kriegsmarine, sondern vor allem auch die Verteidigung des Weltreiches sowie der Verbindungs- w e g e und der in fernen Ländern liegenden Stütz­punkte. Zur Zeit würden gefährliche Gelüste immer offenkundiger. Der Spanienkrieg mache Frankreich die strategische Bedeutung des Mittelmeeres deutlich, und im Fernen Osten nähere sich der Krieg den Toren Jndochinas.

Im August 1914 sei es einigen wenigen deutschen Kreuzern und Hilfskreuzern gelungen, Handels­schiffe mit einer Gesamttonnage von 225 000 Ton­nen zu vernichten und den Transporten der Alli­ierten schwere Schäden zuzufügen. In einem künf­tigen Kriege würde diese Ziffer noch echöht werden. Frankreich unterschätze die gegnerischen Drohungen nicht. Es wisse aber, ihnen zu begegnen. Mache Frankreich feine Anstrengungen für seine Flotte, so würde es 1944 die Vorherrschaft im Mittelmeer verlieren.

Frankreich müsse beizeiten vorbeugen und habe daher als Ergänzung zu den schon

Der Begriff derW i l h e l m st r a ß e" als des Sitzes der regierenden Stellen des Reiches stammt aus der Bismarckschen Zett. Im Jahre 1866 ward der preußische MinisterpräsidentBundeskanzler", 1871 Reichskanzler. Hinter diesen Titeln stand außer dem großen Namen des Reichsgründers nicht all­zuviel tatsächliche Macht, denn die eigentlichen Be­fugnisse lagen bei denBundesstaaten". Der Reichs­kanzler war eigentlich nur eine Mittelstelle, die mit denVerbündeten Regierungen" verhandelte, um im Reiche eine einheitliche Politik zu ermöglichen. Eine Ausnahme bildete von vornherein eigentlich nur die Außenpolitik, in der die Führung des Reichskanzlers oder des ihm verantwortlichen Staatssekretärs unbestritten war. Später sind dann andere Ressorts hinzugetreten, die Post, die Ma­rine usw.

Aus dieser Entwicklung ergab sich in der ersten Zeit das Bild, als sei der Reichskanzler nur im Nebenamt" tätig und als sei das Ministerpräsi­dium in Preußen seine eigentliche Domäne. Eine so wichtige Einrichtung wie die Reichskanzlei ist erst im Jahre 1880 entstanden, als sich der Ausbau einheitlicher Reichseinrichtungen stärker durchzu- etzen begann. Bismarck, der seinen Wohnsitz in der Wilhelmstraße aufschlug, entfaltete dort u. a. eine rege Geselligkeit. Seineparlamentarischen Abende" erfreuten sich einer Berühmtheit. Die Reichskanzlei beherbergte die Diensträume des Reichskanzlers, eines Staatssekretärs, eines Ministerialdirektors und zahlreicher Referenten, dazu noch Sitzungs­und Repräsentationsräume. Schon vor Jahren wurde mit Umbauten und dann mit Erweiterungs­bauten begonnen.

Das Dritte Reich ist ein Einheitsstaat, die Ho­heitsrechte der Länder sind auf das Reich überge­gangen. Damit ist die Wilhelmstraße und besonders die Reichskanzlei das politische Nervenzentrum des

In der Presse wird vielfach die Ansicht geäußert, die Waffe, der die erste Rolle bei der Verteidigung des Imperiums und feiner Verbindungen zu falle, sei trotz der Entwicklung, die die Luftvaffe seit dem Kriege genommen habe, immer noch die Flotte. Frankreich müsse zum Schutz seiner See- mege und seiner Kolonien so führt z. B. der Flottensachverständige desTemps" aus lieber- und Unterwasserschiffe der Kriegsmarine bauen, die geeignet seien, weiträumig auf den Ozeanen zu operieren Die Kriegs­flotte müsse durch eine leistungsfähige T a n k - flotte ergänzt werden, die bei dem wahrschein­lichen Ausfall des russischen, rumänischen und ira­kischen Erdöls im Kriegsfälle in der Lage sei, aus den Vereinigten Staaten undVe- nezuela den gesteigerten Rohölbedarf Frank­reichs zu decken. Aber auch der raschen Entwicklung der Handelsflotte müsse in Zukunft noch grö­ßere Beachtung geschenkt werden. Ihr falle bei der Versorgung Frankreichs mit Lebensrnitteln und Rohstoffen eine wichtige Rolle zu. Der militärische Wert der Flottenstützpunkte von Toulon und Bizerta müsse durch den raschen und voll­ständigen Ausbau der Kriegshäfen von Mers- e l - K e b i r in Algier, Casablanca in Marokko und Dakar an der Senegalküste noch erhöht wer­den. Außerdem sei es notwendig, auf 9)1 a b a = gas gar und in Indochina Flottenstützpunkte zu schaffen, die für die Verteidigung des französisch­englisch-holländischen Kolonialbesitzes in Ostasien

wicht auf die in London schon fast schlagwortartig | bare Nähe gerückt ist, in rhren Argumenten sozu- gewordene Feststellung, daß es auf den Geist sagen erschöpft hat und immer wieder ^f die der Verhandlungen und nicht auf die un= gleichen Gesichtspunkte zuruckkommt. In unterrich- mittelbaren Ergebnisse ankomme. Die teten Kreisen weist man darauf hm, daß die These .Times" knüpft aber'doch an den Rombesuch die der französischen Regierung von der britischen Re- Hosfnung, auf wenigstens ein praktisches Er- gierung vollkommen geteilt werde> Die kurze gebnis, daß nämlich in der Emigranten- Besprechung, die die englischen Mimster heute frage ein guter Anfang gemacht werden könnte nachmittag m Pans mit ihren französischen Kolle-

trüge.

Das liberaleNews Chronicle" ersucht ...... y__XT.-------

Chamberlain nochmals,keinerlei Zugeständnisse an Reise von 2000 Kilometer, um in seinem Hause Italien zu machen, vor allem nicht in der Spanien- vorzusprechen, sondern man spreche besser von sich frage". Die Solidarität der englisch-französischen | aU5f indem man das Telephon oder den Telegraph Front müsse unvermindert bleiben.Daily E x - p r e tz" schließlich warnt Chamberlain,seine Nase in den italienisch-französischen Streit zu stecken".

russischen Verhandlungen über die Fischereirechte Japans gestalten sich immer schwieriger. Wie die Agentur Domei berichtet, hat Außenminister Lit- winow-Finkelstein dem japanischen Botschafter in Moskau, Togo, mitgetilt, daß alle bisher in japa­nischem Besitz befindlichen Fischereigründe im Februar zur Auktion gestellt würden. Botschafter Togo habe Lttwinow-Finkelstein darauf hingewiesen, daß die sowjetrussische Handlungsweise in schärfstem Gegensatz zu den Japan vertrag­lich garantierten Rechten stehe. Auf den Einwand des sowjetrussischen Außenministers, daß die Auktion der Fischerei gründe den Fortgang der Verhandlungen nicht berühre, habe Togo erklärt, daß Moskau für die sich aus einem Rechtsruck) erge­bende Verschärfung der Beziehungen voll verant-