Donnerstag, O. November My
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Nr. 265 Zweites Blatt
D-- Me S°- entfällt die Pflicht Me Abfälle dem EM.
(Nachdruck verboten.)
37. Fortsetzung.
tut.
(Fortsetzung folgt.)
•SSfrtr f-nst -u-gem-cht haben, M weiter, man darf das nicht 1° -usfpinnen, janft wird'-
am bei
fügung zu stellen. In diesen Fällen wird nach eingehender Prüfung im Einvernehmen mit dem EHW. eine besondere polizeiliche Genehmigung erteilt. Die Hauseigentümer haben die Aufgabe, die vom EHW. genehmigten Sammeleimer zu beschaf- en, die bei den Ortsgruppen der NSV. zu einem angemessenen Preise erhältlich sind. Sie haben weiter für die Aufstellung an geeigneten wettergeschich- ten Stellen und für die regelmäßige und gründliche Reinigung zu sorgen. Die Polizeiverordnung bestimmt weiterhin, daß Personen, die Küchen- und Nahrungsmittelabfälle zu gewerblichen Zwecken sammeln wollen, eine ortspolizeiliche Erlaubnis beantragen müssen.
Mit dieser Regelung sind alle Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und restlose Erfassung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle zur Schweinemast geschaffen. Es ist damit zu rechnen, daß tue Zahl der schon vorhandenen bzw. vor der Fertigstellung stehenden 1200 EHW.-Mästereien in nächster Zeit weiter steigen wird. Dementsprechend wird sich der Beitrag des EHW. zur Nahrungssicherung des deutschen Volkes stetig erhöhen. Seit Emfuh- rung des EHW. bis zum Kriegsbeginn sind in den EHW.-Mästereien bereits über 24 Millionen Kilogramm Schweinefleisch und -fett aus Kuchenabfällen erzeugt worden.
pflegt Eure stittgelegten Kraftfahrzeuge
Während der Dauer des Krieges ist der überwiegende Teil der Kraftfahrzeugbesitzer und -Halter gezwungen, sein Fahrzeug stillzulegen. Die Pflege und Wartung dieser Fahrzeuge, die wertvolles Volksvermögen darstellen, müssen ,edem deutschen Kraftfahrer und, soweit dieser zur Front emgeruiH ist, dessen Angehörigen besonders angelegen fein.
Heber die Motorstürme des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps wird daher ein Heftchen verteilt, herausgegeben vom Inspekteur für technische Aus-
Doktor Severin steigt aus dem Münchener Zug und verläßt die Sperre. Dor dem Arnfelder Pro-
Ledes Dors lustschrchbereit!
Eine ernste Mahnung an alle Dorfbewohner.
VDIN.-Werkgruppe 4a, Werkschar.
Die nächste Theaterringvorstellung findet Sonntag, 15. November, statt. Die Karten sind Hedwig Dippel, Bahnhofstraße 12, abzuholen.
Oer Opfersonntag mahnt.
Roch mehr Schweinefett aus Küchenabsällen.
Polizeiverordnung regelt Sammlung. — Bisher 1200 EHW.-Mästereien
bildung und Geräte des NDKK., mit dem Ittel „Pflegt Eure stillgelegten Kraftfahrzeuge , Ms — gerade dem technisch weniger geschulten — Volksgenossen wertvolle Ratschläge erteilt, wie auch er sein Fahrzeug vor Verfall bewahren kann.
18 415,65 Reichsmark.
Bei der von den Kampfverbänden der Partei durchgeführten 2. Reichsstraßensammlung wurden im Kreise Wetterau insgesamt 18 415,65 RM. gesammelt. Durch den energischen Einsatz der Forma-
MWMöerMöe
Roman von Walter Klocpfer llWtghl Du Jarl Dnntftr vertag * Berlin w 62
400 Schweine in Gießen zur Mast ausgestellt.
jur cf) das Ernährungshilfswerk Gießen werden gegenwärtig rund 400 Schweine gemästet. Erfreulicherweise ist der Anfall an Futter aus Kuchenabfällen der Gießener Haushaltungen nach wie vor sehr groß. Die Schweine befinden sich also in Auswirkung dessen in bestem Futterzustand. Die Eimer, die der Aufbewahrung der Abfälle dienen, sind bei |ber Kreisamtsleitung der NSV. erhältlich.
meinden und Gemeindeoerbände erneut auf die ernährungspolitische Bedeutung des Ernährungshilfswerks hingewiesen und betont, daß die Arbeiten zum Ausbau dieses Werkes im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten nach wie vor zu fordern find Der sich daraus ergebenden Forderung nach restloser Erfassung aller Küchenabfälle wird jetzt durch eine Polizeiverordnung über das Sammeln von Küchen- und Nahrungsmittelabfällen Rechnung getragen. Darin werden die Grundsätze festgelegt, nach denen sich die Haushaltsvorstände, die Inhaber von Betrieben, sowie die Hausbesitzer an.der Durchführung der Abfallsammlung zu beteiligen haben. Die Bestimmungen der am 1. November im ganzen Reichsgebiet in Kraft getretenen Polizeiverordnung finden stets nur in den Gemeinden oder Gememde- tetlen Anwendung, in denen das Ernährungshisis- werk bereits die Küchen- und Nahrungsmittelabfalle zur Schweinemast erfaßt. Die Sammlung der Abfälle kann also erst dann beginnen, wenn die erforderlichen Einrichtungen zu ihrer Verwertung geschaffen worden sind. Der Beginn der Sammlung wird jeweils vom EHW. bekanntgegeben.
Hat das EHW. zur Sammlung d er Ab falle auf- qerufen, dann sind die Haushaltsvorstände nach der 'Polizeiverordnung verpflichtet, ihre Küchen- und Nahrungsmittelabfälle dem EHW. zur Verfügung zu stellen und sie regelmäßig in die dafür ausgestellten EHW.-Haussammeleimer zu schütten. Für die Hausfrauen, die sich bisher schon bereitwillig dieser kleinen Mühe unterzogen haben, bedeuten die neuen Vorschriften keine Aenderung des bisherigen Zustandes. Sie werden die Küchenabfalle weiterhin sammeln und dafür sorgen, daß nichts in den Mülleimer gelangt, was als Schweinefutter zu verwerten ist. Auch die Inhaber von Betrieben, in denen Nahrungsmittelab^älle entstehen, müssen diese nunmehr für das EHW. sammeln
Soweit Tierhalter bisher Kuchenabfalle zur Der- fütterung für die eigenen Tiere gesammelt haben,
tionen der Partei gestaltete sich das Ergebnis dieser Sammlung ganz besonders günstig. Es liegt erheblich über dem Ergebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres. Die Leistungen der Kan^fverbande, wie auch die Opferbereitschaft unserer Bevölkerung für die edle Sache des Kriegswinterhilfswerkes verdienen dankbare Anerkennung.
Nochmalige dringende Warnung an die Bevölkerung.
NSG. Es ist notwendig, die Bevölkerung von neuem darauf aufmerksam zu machen, beim Ertönen von Flakfeuer Deckung in Gebäuden aufzusuchen und nicht, wie es häufig geschieht, auf die Straße zu taufen und dem Schießen zuzusehen. Ls besieht nicht nur die Gefahr der Verletzung durch Sprengsiücke, sondern es kann auch vorkommen, daß Geschosse, die in der Luft explodieren sollen, infolge versagens erst beim Aufschlag auf dem Boden zerspringen.
ileberleitung in den (Goethe-Bund.
Vor einiger Zeit hat der Vorstand der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Gießen beschlossen, die Gesellschaft dem Goethe-Bund anzuschlie- ßen Ein Einspruch der Mitglieder der Gesellschaft gegen diesen Beschluß ist nicht erfolgt. Demnach kann, wie der Vorstand der Gesellschaft letzt in einem Rundschreiben an die Mitglieder erklärt, der Anschluß jetzt vollzogen werden und damit eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Goethebund beginnen. Der Goethebund ist dem Wunsche des Anschlusses entgegengekommen und hat einer Vereinbarung zugestimmt, in ber u. a. fest gelegt ist'daß der Vorsitzende der Gesellschaft für Erd- und Dal- kerkunde in den Beirat des Goethebundes berufen wird, wodurch die Fortführung der Tradition der Gesellschaft auch nach dem Anschluß gewahrt ist. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hat mit ihren Dorträgen während 43 Jahren zum Kulturleben unserer Stadt wesentlich bei getragen.
Unfälle verbüken'
ich sie mir vorgestellt habe. Du hast nua) man gern — laß mich jetzt ausreden und ich mach dir das auch nicht zum Vorwurf. Es kann keiner für fein Herz, und du hast alles vorher wahrfchem- lich nicht so überlegt. Das ist aber kein Grund, daß wir zusammen in unser Unglück rennen. Ich bab lang geglaubt, es fällt dir das ßiebfem bloß am Anfang so schwer; aber seit drei Tagen weiß ich, daß es zwischen uns nie anders werden wird. Wozu wollen wir uns gegenseitig das Leben verbit- tern? Machen wir Schluß. Ich geb dir dein Wort -nrück und du mir meins, dann sind wir qmtt. uno mir können in aller Kameradschaft auseinander^ gehen oder uns nimmer angucken; wie du willst. Er hat drei volle Tage hin und her sinmert und das ist das Ergebnis. Er vermutet, daß ein anderer Mann hinter Nikolines Frostigkeit steckt, und er rat zuweilen sogar auf Severin. Aber er ist sich seiner Sache nicht sicher, und es konnte ia auch so fern, daß sein Wohlstand das Mädchen verlockt hat und
Friedrich pafft an seiner Zigarre, die keine Luft hat; dann schaut er Nikotine an und erwidert. .Zch werde dich nimmer oft stören. Deswegen bin ich ja heute da. Also, das mit uns zweien .faxen- dch nochmal, so geht das nicht! Meinst du ich merk nich, wie du mir immer au sw eichst und niemals warm wirst? Wenn das jetzt schon so ist, wie soll es denn später werden? Das gibt keine Ehe, nne
— ’ vorgestellt habe. Du hast mich nicht
^Ein Hast hoppelt über den Weg und macht Männchen. Ein Specht hämmert zuoberst in den Drei Brüdern". Bulli liegt schläfrig am Boden und streckt alle viere von sich. Nikotine sieht Friedrich eine Weile nach, dann läuft auch sie weg und hält erst in der Honoldwiese an atemlos, betäubt und zum Zerspringen mit Gluck gefüllt. Glockenblumen sind da, Margariten, Lichtnelken und das scharfe Gelb des Arnikas. Auch em bißchen Wind ist da, der gegen die stechende Sonne ankampst.
1 Nikoline läßt sich ins Gras gleiten verschlingt die Hände über den Knien und muß Ordnung schäft fen in ihrem wirbelnden Kopf. Nun kann alles noch gut werden, überlegt sie, nimmt einen Grashalm livischen die Zähne, schaut in das Blau über sich und füllt die blaue Wölbung des Himmels mit ihren Träumen. Bulli trabt mit Blmzelauqen und erdiger Nase heran; denn er ist emem Hasen nach und hat ein Mausloch durchforscht. Genüsse, von denen die Menschen keine Ahnung haben.
Nikoline bläst ein Haarbuschelchen aus der Stirn und ist schrecklich erleichtert. Friedrich ist doch em feiner Kerl, sieh mal an, wie der alles gespannt W- Eigentlich tut er ihr leid; der arme Kerl muß letzt wieder einschichtig herumlaufen, wahrend sie ...
wieder nichts. Severin hat gestern eine Karte geschrieben, daß er morgen kommt. In München ge- falle es ihm nicht mehr, und er gehe wieder nach Eschelbrunn, nachdem sich dort die Verhältnisse er- fteulich geändert hätten. Er wird natürlich Die Moorgeschichte meinen, die ohne Zweifel der Praxis einen starken Auftrieb geben wird. Das klappt ja herrlich
„Komm mal her, Bulli. Bist mein guter Hund. Nein, du bekommst keine Schelte. Wir wollen uns jetzt ein bißchen verrückt benehmen, ja? Und sie packt den gelben Boxer bei den dicken Vorderpfoten und probiert mitten auf der Honoldwiese einen tollen Dreher. , .
Vitus Friedrich bearbeitet unterdessen em Fichtenstämmchen mit der Axt und schwitzt über Gebühr, weil er diese Sorte von Arbeit nicht gewohnt ist. Auch die erhoffte seelische Erleichterung bleibt aus. Dann schlendert er grämlich heim und schildert die Abschiedsszene seiner Mutter.
„Du bist ein Esel, Vitus", zankt Frau Friedrich, , jetzt hast du die Bescherung." Und em Wort gibt das andere, und der schönste Krach ist ferhg. Friedrich schmettert wütend die Wohnzimmertur zu und beschließt eine längst geplante Geschäftsreise anzutreten. Mitten in sein Kofferpacken platzt Bürgermeister Heller. ., , .
„Vitus biet mir einen Schnaps an; ich bring Geld."
„Du ßügenbeutel! Wahrscheinlich ist es ein Steuerbefehl."
,Falsch. Der Stadtrat hat in der letzten Sitzung beschlossen, deine dreitausend Mark Spitalzinsen zu übernehmen; da ist der Scheck, gib mir eine Qmt- ^Friedrich schenkt dem Bürgermeister ein Gläschen Wacholder ein, dann schreibt er seinen Namen hin. Jetzt zahlen die dem Doktor seine Schulden, denkt er dabei, die müssens ja dick haben. Na, mir kanns recht sein. In die Freude über das unerwartete Geld mischt sich die Beschämung. Als Heller gegangen ist, packt er umständlich weiter. Der Kofferdeckel will nicht zugehen, und er kniet sich ächzend darauf. Heute läuft schon alles verquert.
Nivea für fleißige Hände
Hausarbeit hinterläßt leicht häßliche Spureru ober Nivea machfs wieder gut. Schnell sind die Hände wieder glatt und geschmeidig undl von frischem, gepflegtem
Dosen und Tuben: 22-90 PL
vinzbahnhof steht der getreue ßucki, und em eleganter junger Herr hat den Fuß auf dem Trittbrett- Der Kontrast ist nicht zu übersehen.
„Kollege Wenz?"
„Ganz richtig. Wenn Sie hier nichts halt, rönnen wir loskutschieren. Wollen Sie ans Steuer?"
„3a, bitte." t
Severin läßt sich genußvoll hinter dem abgegnffe- nenßenfrab nieder und umschließt es fest mit beiden Händen. Es ist eine symbolische Geste der Besitzergreifung. . . .
„Darf ich mir die Frage gestatten, wie es in der Stadt- war?" fragt Dr. Wenz und legt seine langen Beine zurecht.
„Doch, es war eine nette Abwechslung", erwidert Severin. Nicht um alles in der Welt wurde er die Wahrheit eingestehen.
„Kann ich mir denken, Stadt bleibt Stadt. Da kann einer sagen, was er will. Ich bin ftoh, daß Sie kommen, Herr Kollege. Es war 'ne Menge los in Ihrer Abwesenheit."
„Flaut ab Sie werden staunen, jnie voll ich Ihnen das Krankenhaus gelegt habe." ,
„Es tut mir leid, daß Sie so viel Aroett hatten.
Oh, sagen Sie das nicht. Dolle Journale sind eine schöne Sache", lächelte Wenz, „Anfangs habe ich mir ein bißchen schwer getan an diesen ländlichen Verhältnissen, aber jetzt bin ich ziemlich in schütz. Und ich hab' ne Masse zugelemt. Sehen Sie, wenn einer aus der Stadt stammt und egal m den Kliniken herumsitzt, kriegt er nie so richtig Fühlung mit den einzelnen Patienten und ihren Privatsorgen. Und das ist auch wichtig. Ich verstehe fetzt un- stre großen Aerzte, die immer den ganzen Men- scheu behandelt wissen wollen und nicht bloß em paar Symptome, und vor den Landdoktersch habe ich einen gemaltigen Respekt gekriegt. Wer nie aufs ßanb kommt, hat ganz falsche Vorstellungen davon. Don wegen Murkserei und Steinzeftmstru. menten. War ein kleiner Irrtum. Ich leiste Abbitte.
Severin, ein neuer Mensch mit Vorsätzen und Betätigungsdrang, hört diese Auslassungen mit Vergnügen, denn sie sind eine Art Ehrenrettung fernes Berufszweiges, der — häufig verkannt und genna geachtet — dhne viel Getöse feine schwere Pflicht
Aus einer von vielen Unfallanzeigen, die bei einer Berufsgenossenschaft einaingen: „A. saß auf einer Kiste, die auf der Ladefläche eines fahrenden ßastwagens stand. In der Kurve einer belebten Verkebrsstraße wurde er vom Wagen herunter auf das Straßenpflaster geschleudert, wobei er* sich schwere Kopf- und Schulterverletzungen zuzog.
Der kurz und klar geschilderte Un^aÜbergang ergibt einwandfrei einen schweren Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschriften, nach deren Wortlaut der Austnthalt auf unsicheren Plätzen während der Fghrt ausdrücklich verboten ist. An einem einzigen Vormittag wurden von einer Berufsgenossenschaft allein 35 Verstöße gegen diese Vorschrift vor einem großen Güterbahnhof im Lichtbild festgehalten. Alle diese Fälle von fahrlässigem Verhalten des Fuhr- und Begleitpersonals der Last- und Rollwagen tragen zu den hohen Unfallziftem der Fuhr- betriebe bei. Darum ergeht an alle Gefolgschaftsmitglieder der Fahrzeugbetriebe die Aufforderung^ die Unfallverhütunasvorschriften (Verbot des Stehens, Auf- und Abspringen während der Fahrt usw.) zu beachten.
Die Unternehmer haben die Versicherten zur Benutzung der Schutzvorrichtungen und Beachtung aller Anweisungen anzuhalten. Unfälle, die allein durch fghrlässiges Verhalten verursacht werden, sind in unserer Zeit der höchsten Anspannung aller Kräfte untraabar. Sie bedeuten eine Schwächung der Wehrkraft, lassen sich verhüten un-d müssen vermieden werden.
Gießener Dockzenmarktprelse.
* Gießen, 9. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, ¥1 kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing. kg 6 bis 7 Rpf., 50 kg 6 RM.,
Bauer, sei wachsam, sei luftschutzbereit, werde luftschutzfest! Auch dein Dorf, Hof, Stall, Scheune, Vieh und deine Ernteoorräte sind luftgefährdet! Noch hat der Gegner deutsche Heimat, Stadt und Dorf nicht angeflogen, noch bist du von Fliegerangriffen und Bombenabwürfen verschont geblieben. Wie lange noch, ist ungewiß, aber die Stunde kann kommen, in der auch du in eisernem Abwehrwillen luftschutzfest stehen mußt.
Nicht viel gehört dazu, (ein Geld und Arbeitsaufwand, nur ein bißchen Wissen und Wollen, Lust- angriffen standzuhalten und diese abzuwehren.
Du sicherst die Nahrungsfreiheit deines Volkes, gehst mit Bedacht an die Bestellung deiner Aecker und Felder, läßt den Pflug gehen, senkst dein Saatgut in die gare Erde, versäumst keine Kulturmaßnahme, bis schließlich die Ernte reif und eingebracht ist. t .,
Nun schütze das Werk — deiner Hande Fleiß eines langen Jahres — vor Zugriffen der feindlichen Flieger, die bei ihrer Beweglichkeit und brutalen Wucht auch dir Schläge versetzen können.
Entziehe bei Nacht das Dorf der Sicht der Flieger, hatte Derdunkelungsdiszrplin! Ein einziges
Aus der Stadt Gießen.
Der Vorzug.
Mitglied einer so großen, so starken und so ausgezeichneten Nation zu fein, das ist ein Vorzug, für den wir alle Gott dankbar , fern sollen, so lange wir leben!
Bismarck zu Ploener Gymnasiasten 1893.
Wer eines Vorzuges teilhaftig sein will, muß sich dessen würdig erweisen. Gerade die Gegenwart beweist die Tatsache, daß es ein Vorzug ist, dem deutschen Volke anzugehören; denn es offenbart sich wieder als „eine große, starke und ausgezeichnete Nation".
Wenn in jenem Sinne Bismarck zu jungen Deutschen sprach, dann geschah es aus dem Bestreben, das Derantwortlichkeitsgefühl in den Herzen zu steigern. Auch wir führen nur das Wort um des gleichen Zieles an. Wenn Bismarck von der Dankbarkeit gegen Gott sprach, so wollte er sagen, daß es unsere Bestimmung ist, in dieses Volk hineingeboren worden zu sein, und ferner, daß der Dank nichts mit dem leeren Worte, aber alles mit der Tat zu tun hat.
Die Frage, die wir uns täglich vorlegen müssen, muß lauten: Führe ich ein Leben, das des Vorzuges wirklich würdig ist, dem deutschen Volke an- zug^hören? Trage ich mein Teil zu der Gesamtwürde bei? Und gliche mein Beitrag nur einem Scherflein, das eine Hand aus einem stillen kleinen Winkel darreicht!
Jedes zuversichtliche Wort, das ich spreche, jeder feste Blick meiner Augen, jede zielsichere Gebärde, alles, was ich in meinem Kreise und auf meinem Platze schaffe, jede kleinste Hilfe, die ich einem anderen an gedeih en lasse: Dies alles ist mein Beitrag zur Würde meines Volkes.
So verantwortungsvoll denkt jeder wahre Deutsche. Aus solchem Denken blüht die unverwüstliche deutsche Kameradschaft, deren Sinn in dieser Zeit es ist, der Welt ein Beispiel zu geben von dem, was deutsch ist!
„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß".
In solchem Sinne sind wir Tag für Tag zunächst Eroberer unserer Selbst, unseres Tiefsten und Besten durch alles Schwere, vielleicht ein persönliches Leid hindurch. So treten wir aus uns heraus und hinein in die Forderung unseres Tages, um das Unfrige zu tun, würdig, tapfer und treu.
R. B.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
es nun bereut. t . __.
Nikoline steht mit hängenden Armen da und ist ein bißchen schwach in den Kmen, em nervöses Zucken jäuft über ihr rechtes Augenlid und die festen weißen Zähne bearbeiten die Unterlippe. Sie sieht abgehetzt und unschlüssig aus und erweckt Mitleid in Friedrich. Der Gedanke, was nun aus der Zinsengeschichte wird, läßt keine Freude m ihr
helles Licht kann dem ganzen Dorf zum Verhängnis werden. Es ist doch |o einfach, die wenigen schwachen Lichtquellen in Stube, Stall, Scheune und Futterküche bei Arbeiten in der Dunkelheit ab» zublenden.
Räume auf in Hof, Scheune und Stall, schaffe dir freien Zugang zu jeder Stelle, an der ein Brand durch Brandbombenabwurf aufkommen kann. Halte Löschwasser bereit, lege ab die törichte Angst und Scheu vor dem Feuer und setze an ihre Stelle Vertrauen und Zutrauen in deine eigene Löschkraft.
Entstehungsbrände — alsbald fest gestellt — kannst auch du allein Niederkämpfen. Hast du keine Handfeuerspritze, gelingt es dir im Eimerangriff.
Merke: ein einziger Eimer Wasser zur rechten Zeit ist weitaus wirksamer als die großen Wassermengen, wenn sie verspätet vergeudet und verspritzt werden. Sei daher wachsam, um einfallende Brandbomben schnell festzustellen und Brände im Keim ersticken zu können.
Fürs erste genug! Das nächste Mal werden wir uns weiter über Brandbekämpfung, Schutz deines Viehes und Sicherung vor Kampfstoffen ober — wie man meist sagt — Giftgasen unterhalten.
Gloria-Palast (Settersweg): „Eine Frau wie Du." — Lichtspiechaus (Bahnhofstraße): „An HM- gen Wassern."
BOM.-Uniergau 446 Gießen.
An die Spielschargruppe 5/116 Gießen.
Der nächste Dienst der Spielschargruppe 5/116 Gießen (Orchester und Singschar) findet am Sonntag, 12. November, um 9.30 Uhr im Horsaal der Universität statt.
Was du mir auf der Heimfahrt vom Notar gesagt hast, habe ich mir durch den Kopf gehen lassen. Du hast in allem recht behalten. Sie bauen letzt die Wasserleitung, und der Moor kommt daran, und mit Eschelbrunn geht es aufwärts. Du bist eine gute Prophetin. Vielleicht hast du auch nut dem Doktor recht. Vielleicht bin ich besser dran, wenn ich ihm diese Schnaufpause lasse." „
Ich danke dir, Vitus. Du bist so anftanbtg , haucht sie erlöst. Also doch noch ein Wunder. Man muß dem lieben Gott nur Zeit lasset
Anständig? Ich? Keine Spur. Ich konnte dir vormachen, es ist Edelmut. Aber glaub mir, es ist blanke Berechnung. Ein Hopfenhandler muß kalkulieren und sich zur rechten Zeit umitellen tonnen , sagt er voll Spott. Dabei wartet er auf em Wort von ihr, das alles gutmachen soll. Aber dieses Wort stellt sich nicht ein. Da schultert er seine Axt und streckt ihr die Hand hin. . , „
Laß dir's gut gehen, Nikotine. Vergessen wir s.
Er schreitet rasch davon, und die Büsche ver-
NSG. Unsere Soldaten schützen unser Vaterland seit Wochen vor unseren Feinden. Ihr restloser Einsatz muß uns in dieser Zeit Vorbild sein. Er mahnt uns, auch in der Heimat unsere Pflicht gegenüber Führer und Volk zu erfüllen und uns ihrer Talen würdig zu zeigen.
Der kommende Sonntag ruft uns erneut zum Opfern auf. An diesem Tage wird die Bevölkerung im Gau Hessen-Nassau wieder durch ihr Op.er beweisen, daß sie sich ihrer Pflicht bewußt und bered ist, nicht nur eine Spende zu geben, sondern sich selbst auch Einschränkungen aufzuerlegen. Der Opfersonntag ist ein Bekenntnis zur Gemeinschaft! Wer dieses Bekenntnis nicht freudig und aus innerem Drange ablegt, der hat noch keine Bindung zur Gemeinschaft. In der Größe des Opfers wird man am Sonntag die Stärke des Gemeinsinnes erkennen.


