Abschied von HegierungSrat f)r. Krüger.
Schlicht und bescheiden, ganz im Sinne des Verstorbenen, der in seinem letzten Wunsche von allem besonderen Aufwand abzusehen bat, fand am Samstagvormittag für den so schnell aus dem Leben abberufenen Regierungsrat Dr. Georg Krüger in der Kapelle des Neuen Friedhofs auf dem 'Rodtberg statt, teine stattliche Trauerveriammlung hatte sich eingefunden. Unter den Erschienenen sah man viele, die dem Verstorbenen und seiner Familie persönlich eng verbunden sind, aber auch Diele Männer des öffentlichen Lebens, die Regierungsrat Dr. Krüger in seiner dienstlichen Eigenschaft kennen und schätzen lernten. Zahlreiche Bürgermeister aus den Orten des Kreises Gießen waren gekommen, um „ihrem Regierungsrat" die letzte Ehre zu erweisen. Der Sarg war von vielen Blumen und Kränzen umgeben.
Nachdem das einleitende Orgelspiel verklungen war, hielt Oberkirchenrat a. D. v. Wagner als Freund der Familie des Heimgegangenen die Trauerrede, in der er den Verstorbenen in allen seinen Vorzügen, in seiner lauteren Menschlichkeit, seinen schönen Eigenschaften als Familienvater und darüber hinaus als den für einen großen Kreis der Bevölkerung überaus wertvollen Menschen und Helfer in vielerlei Nöten und Fragen kennzeichnete. Oberkirchenrat Wagner sprach aus seiner reichen eigenen Kenntnis der Person des Verstorbenen. So ließ er das Wesen des Entschlafenen in allen seinen inneren Werten vor dem geistigen Auge der Hörer lebendig werden. Den Hinterbliebenen wußte er reichen Trost aus der tiefempfundenen eigenen Trauer zu sagen.
Aus gleichen Empsindunaen tiefer Trauer und der uneingeschränkten Wertschätzung für den Verewigten sprach sodann Landrat Dr. Lotz namens der gesamten Beamten und Angestellten des Landratsamtes Gießen. Er schilderte Regierungsrat Krügers aufopfernde Pflichttreue, seine Bescheidenheit, die sich auf wahrer menschlicher Größe gründete, seinen nimmermüden Einsatz während eines 20jcih- rigen Dienstes für den Kreis Gießen und seine Liebe zur Natur und zur Bevölkerung unserer Heimat; er schilderte ihn ferner als unverbrüchlich treuen Kameraden und als Nationalsozialisten. Abschließend sagte Landrat Dr. Lotz, daß die Arbeit im Amte nach dem Geiste des Verstorbenen fortgeführt werden solle, da damit am besten sein Vermächtnis erfüllt werde.
Für die Dekanate Gießen, Grünberg und Hungen fand Dekan Sattler (Gießen-Wiefeck) herzliche Worte des Nachrufs. Er sprach davon, daß die kirchlichen Angelegenheiten des Kreises bei dem Verstorbenen in besten Händen gelegen haben und daß er stets ein treuer Freund und Berater gewesen fei.
Bürgermeister Geil (Lich) sprach im Auftrage der Bürgermeister des Kreises Gießen und schilderte kurz die mannigfachen Verdienste, die sich der Verstorbene um die Förderung der Gemeinden des Landkreises Gießen erworben habe. In Regierungsrat Dr. Krüger hätten Bürgermeister und Gemeinden einen treuen Arbeitskameraden und Freund verloren.
Ein herzliches Gedenken widmete dann der Orts- oruppenamtswalter der NSV., Biedenkopf (Gießen-Oft) dem Dahingeschiedenen, der als Block- Walter der NSV. unermüdlich im Dienste der Volks- gemeinschaft stand. Der Redner bezeichnete ihn als einen „Sozialisten der Tat".
Abschließend widmete für die Regimentsverelnl-- gung der ehemaligen 224er Kamerad Strauch dem verstorbenen Kriegs- und Regimentskameraden Worte eines ehrenden Nachrufs.
In der Niederlegung prächtiger Kränze kam die allgemeine Wertschätzung, die der Verstorbene ge- noß, auch äußerlich zum Ausdruck.
Den Hinterbliebenen wurde nach der Trauerfeier mancher Beweis der innigsten Anteilnahme an dem großen Verlust zuteil, der über den Kreis der Familie hinaus ein Verlust für die Volksgemeinschaft ist.
Brombeer- und Himbeerblütter-Krnte.
NSG- Der Landesverband Hessen-Nassauischer Kleingärtner und seine Mitglieder haben in vor- bildlicher Weise ihre Gärten für die Ernte der Brom- beer- und Himbeerblätter freigegeben. Die Ernte wird von der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung und dem mit ihr arbeitenden Organisationen der Partei an bestimmten Tagen durchgeführt. Die Stadtgruppen- leiter des Landesverbandes in Frankfurt a. M., Hanau, Offenbach, Friedberg, Worms, Darmstadt, Mainz, Wiesbaden setzten im Einvernehmen mit den zuständigen Kreissachbearbeitern RfH. und den Leitern und Leiterinnen der mitarbeitenden Organisationen die Erntetage fest.
Auch an die privaten Garteneigner ergeht der Ruf, dem nachahmenswerten Beispiel des Hessen-Nassauischen Kleingärtner-Verbandes zu folgen, wenn sie an einer Eigennutzung der Blatternte nicht interessiert sind. Anmeldungen nehmen die zuständigen Kreissachbearbeiter RfH. entgegen. Die Anschriften der Kreissachbearbeiter RfH. sind bei den Aemtern für Volksgesundheit, Kreiswaltungen NSLB. und den Kreisschulämtern zu erfahren.
?uTode geschleift.
LPD. W e tz l a r, 8. Okt. Ein schweres Unglück ereignete sich in Burgsolms. Als der Weichensteller a. D. Heinrich Anders, der mit dem Fuhrwerk Mist auf den Acker gefahren hatte, auf dem Rückweg war, scheuten die Pferde und gingen durch. Anders, der auf dem Wagen faß, fiel herunter, blieb mit den Beinen im Wogen hängen und wurte z u Tode geschleift.
Landkreis Gießen
<x> Langsdorf, 8. Oktober. Um Mitternacht fuhr ein von Laubach stammender Lieferwagen in unser Dors von Hungen her ein, verfehlte aber in der Dunkelheit die Kurve beim Ortseingang und fuhr mit voller Geschwindigkeit in den Garten des Landwirts Dem, zerbrach den Zaun und überschlug sich dabei. Wie durch ein Wunder kamen die Insassen mit, geringen Hautabschürfun- gen davon. Die Karosserie ist stark beschädigt, aber an der Maschine selbst konnten keine Sachschäden wahrgenommen werden. Der Wagen wurde heute früh abgeschleppt. 9lm heutigen Sonntag fand die Ehrung weiterer kinderreicher Mütter statt, soweit die Ehrenkreuze bereits eintgetroffen waren. Dm geschmückten Rathaussaale hatten sich die Gliederungen der Partei eingefunden. Orts- gruppenleiter Wilh. Bender 111. und der Amts- walter der NSV., Lehrer Glück, hielten bei der schlichten Feier Ansprachen, während die Leiterin der NS.-Frau en schäft, Frau Glück, den Müttern das Chrenkreuz der deutschen Mutter überreichte. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Veranstaltung geschlossen.
Die kuliurelle Betreuung durch KdF.
Die Soldaten in den Arbeitsbereich einbezogen.
NSG. Das Amt „Feierabend" in der NS.-Gemein schäft „Kraft durch Freude" hat im Gau Hessen- Nassau in diesen Tagen seine Winterarbeit begonnen, die wieder eine umfassende kulturelle Betreuung der Schaffenden des Rhein-Main-Gebietes vor- fieht. Durch das Amt wird die Partei allen den Volksgenossen, die in dieser Zeit höchster Anforderung Tag für Tag an den Maschinen und in den Schreibstuben ihre Pflicht erfüllen, wie in den vergangenen Fahren, auch in den kommenden Monaten in Veranstaltungen unterhaltender Art Stunden der Entspannung vermitteln und ihnen gleichzeitig den Reichtum deutscher Kunst erschließen.
Die öffentlichen Veranstaltungen werden, wie in den vergangenen Jahren, in den Kreisen unseres Gaues durchgeführt. In den Orten, in denen durch die militärische Lage Mangel an geeigneten Räumen herrscht, werden die bestehenden Schwierigkeiten zu überbrücken versucht werden. Das Programm sieht u. a. Konzerte, Theateroorführungen, Bunte Abende und Varietä-Vorstellungen vor. Für diese Veranstaltungen sind beste Künstler verpflichtet. In den ländlichen Gebieten werden wieder die Mainische Landesbühne, mit der etwa 370 Spielabende von Oktober bis März ftattfinden, und der Reichstheaterzug eingesetzt. In den Städten mit ständigem Theater werden die Dheaterringe weiter durchgeführt, während in den anderen Orten die Veranstaltungen nicht an die Ringe gebunden sind, da größtenteils durch die politische Lage die Voraussetzungen nicht vorhanden sind.
Eine bedeutende Erweiterung hat das Winterprogramm des Amtes „Feierabend" durch die Wehrmachtsbetreuung erhalten, die sich sowohl au die in unserer Heimat in Stellung liegenden Soldaten, als auch auf die Garnisonen, Einquartierungen und besonders auf die Lazarette erstreckt. Die Bedeutung und den Umfang dieser Wehrmachtsbetreuung zeigt die Tatsache, daß in einem einzigen Kreis des Gaues in einer Woche allein Hehn Veranstaltungen für rund 6000 Soldaten durchgeführt werden. Die Veranstaltungen bei der Wehrmacht weisen das gleiche Programm tQiß bei den öffentlichen Abenden für die Bevölkerung auf. Nur in den Lazaretten werden sich die unterhaltenden Darbietungen jeweils den gegebenen Verhältnissen anpassen. Geplant sind Filmvorführungen und Auftreten von Künstlern, Volkstumsgruppen und der Odenwälder Kinderspielschar. Für die kulturelle Betreuung der Garnisonen sind ferner Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk geplant, der zu den Soldaten kommen wird und seine Sendungen von dort aus überträgt.
Mit diesem reichhaltigen Programm wird die Freizeitorganisation im Gau Hessen-Nassau wieder eine wirkliche Freudenspenderin sein. Den Verwundeten wird sie den Widerstandswillen stärken, den Soldaten nach hartem Dienst stohe Stunden bereiten und den schaffenden Volksgenossen an den langen Winterabenden zu einem Kraftguell für die Alltagsarbeit werden.
Zukünftige Arbeiismaiden treten an.
Erfassung und Musterung für Stadt und Kreis Gießen.
In den Hellen und freundlichen Zimmern des Staatlichen Gesundheitsamtes in Gießen (Wilhelrn- straße) herrschte heute Morgen eine Lebensfülle, die sonst nicht an der Tagesordnung ist. Lauter junge Mädchen im Atter von 18 und 19 Jahren (die Ge- burtsiahrgänge von 1920 und 1921) kamen zu Besuch und blieben für einige Stunden da, um alle die notwendigen Formalitäten erfüllen zu lassen, die für die zukünftige Arbeitsmaid notwendig sind. So war es nicht verwunderlich, daß es recht lebhaft zuging und viele der Mädchen, soweit sie noch einige Minuten des Wartens in Mur und Wartezimmer zubringen muhten, kamen rasch ins Gespräch unö erörterten ausgiebig ihre Ansichten über den Arbeitsdienst, soweit sie überhaupt eine Vorstellung davon haben konnten. Aus allen Gesichtern sprach eine selbstverständliche Bereitschaft zum Ehrendienst an der Volksgemeinschaft, wie ihn der Arbeitsdienst nun einmal in feiner schönen Sinngebung darstellt. Zwar sind die Vorstellungen über die Form des Arbeitsdienstes bei all den Mädchen, die sich zu melden hatten, sehr unterschiedlich, aber wenn sie sich erst in der Kluft der Arbeitsmaid befinden, dann werden sie über die reine Tuchfühlung hinaus ras cd zur Kameradschaft kommen und zu der Gemeinschaft, die sich in den Lagern des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend bisher stets entwickelt hat.
Vorläufig aber galt es hx den Räumen des Staatlichen Gesundheitsamtes mancherlei Fragen zu
beantworten über Namen und Herkommen, über bisherige Beschäftigung und jetzige Tätigkeit, über Berufsausbildung ufw. Der Aufnahme Der Personalien, die in vielfach aufgegliederte Erfassungs- karten geschieht, folgte dann die Untersuchung auf Seh- und Hörtüchtigkeit, die Untersuchung der Atmungsorgane und eine Allgemeinuntersuchung, bis schließlich der Amtsarzt das abschließende Gesundheitsurteil fällt, nachdem der Arbeitsführer über die Tauglichkeit entscheidet. Für die Untersuchung stehen Aerztinnen zur Verfügung, die mit den Mädchen rasche Verbindung finden, so daß sich der Gang der Untersuchung schnell vollzieht. Junge Arbeitsdienstführerinnen sind auch da, die die angehenden Arbeitsmaiden beraten und jegliche Auskunft geben, die erbeten wird, aber auch manche Frage stellen können. So ist in allem Bezug sorgfältig darauf Bedacht genommen, daß sich die Erfassung und Untersuchung rasch und reibungslos vollzieht. Bei der Entscheidung über die Einberufung zum Arbeitszeit werden nach genauer Erwägung alle Härten vermieden. So wird zum Beispiel kein Mädchen zum Arbeitsdienst einberufen, das in der Hauswirtschaft unbedingt gebraucht wird und auch kein Mädchen abberufen, wenn es, z. D. als landwirtschaftliche Hilfskraft, unentbehrlich ist, voll im Beruf steht, in der Berufsausbildung begriffen ist usw.
Die Erfassung und Untersuchung der Mädchen aus Stadt und Kreis Gießen wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. N.
9.4.4pori
Deutschlands Handballer schlugen Dänemark 11:7(4:4).
Vor rund 15 000 Zuschauern wurde am Sonntag auf dem Leipziger VfB.-Platz in Anwesenheit des Reichssportführers und zahlreicher Ehrengäste der Partei, der Wehrmacht und der Stadt der 4. Hand- ball-Länderkampf zwischen Deutschland und Dänemark ausgetragen. Unsere Nationalelf feierte mit 11:7 (4:4) Toren auch den vierten Sieg, der aber äußerst schwer erkämpft werden mußte. Die Dänen bewiesen, daß sie seit dem letzten Zusammentreffen sehr viel gelernt haben. Dazu kam, daß unsere Spieler anfangs schlecht ins Spiel kamen.
Nach den ersten, etwas nervösen Angriffen der Dänen, eröffnete Thiel ecke den Torreigen und Kling
ler erhöhte in der 4. Minute auf 2:0. Dänemarks hervorragender Angriffsführer Aage Madsen brachte seine Elf auf 1:2 heran und schoß, nachdem Brünt- gens auf 3:1 erhöht hatte, drei Treffer hintereinander, so daß die Gäste 4:3 führten. Vor dem Pausenpsiff konnte Klingler noch ausgleichen. Nach dem Wechsel hieß es 5:5 durch Thielecke bzw. Madsen. Hermann (2) und Mücke sicherten uns erneut einen Vorsprung, aber die Dänen ließen nicht locker. Noch einmal kamen sie durch Dahlfeldt und Madsen auf 7:8 heran, dann beherrschten die Deutschen endgültig das Feld. Brüntgens, Klingler und Hermann stellten mit drei weiteren Toren den Enderfolg sicher.
Wmaschenbe Ergebnisse der Rundenspiele.
DfB.R. — Lollar 9:0
Steinbach — 1900 3:4
Watzenborn-Steinberg — Großen-Linden 12:0 Londorf — Großen-Duseck 0:8.
Der dritte Spielsonntag hat alle Erwartungen über den Haufen geworfen, die Leistungen Der einzelnen Mannschaften sind sehr unterschiedlich, was auf die jeweils veränderten Aufstellungen zurückzuführen ist. Der DfB.-R. siegte überraschend hoch gegen Lollar. Die Blauweißen mußten stark kämpfen, um zum Schlüsse einen knappen Sieg zu landen. Eine derbe Abfuhr holte sich Großen-Linden gegen die sich in prächtiger Spiellaune befindlichen Teutonen. Daß Londorf mit diesem hohen Torresultat gegen Großen-Buseck eingehen würde, hätte wohl niemand geglaubt, die Busecker konnten aber mit fast vollständiger erster Mannschaft antreten.
Vfv.-R. I — VfL. Lollar I 9:0 (6:0).
Bei schönstem Herbstwetter standen sich auf dem Waldsportplatz beide Mannschaften gegenüber. Leider waren Die Lollarer, Die nur zwei etatsmäßige Spieler in ihren Reihen hatten, sehr schwach. Einzig Der Torwart hielt großartig. Die Grünweißen, Die in Der Aufstellung: Heeg, Mahl, W. Schlitz. Euler, Leutheuser IV, Kraft, Fröhlich, L. Schlitz, Köppers, Godglück und Berghöfer antraten, waren im ganzen Spiel hoch überlegen.
Schon Der Anstoß Der Grünweißen führte zu einer Ecke, Die aber abgewehrt werden konnte. Die Gäste griffen stürmisch an, ein scharfer Schuß von Haas verfehlte Das Ziel. Dann sicherten sich Die Platzherren eine Deutliche Feldüberlegenheit, Die bis zum Spielende anhalten sollte. Nachdem Godglück einen Schuß neben das Tor gesetzt hatte, schoß derselbe Spieler an den Pfosten, den Nachschuß verwandelte Köppers zum ersten Tor. Dieses Tor war der Auftakt zu wuchtigen Angriffen. Godglück brachte nach weiteren 7 Minuten den zweiten Treffer an.
Die Gäste, verblüfft, wurden in die Verteidigung gedrängt. Wieder war es Köppers, der in Der 20. Minute eine Vorlage zum dritten Tor einschoß. Die Gäste versuchten einen Durchbruch. Der Schuß wurde zur ersten und letzten Ecke abgelenkt, die ins Aus gejagt wurde. Die Grünweißen Überboten sich mit Satten- und Pfostenschüssen. Endlich war es Köppers, Der für den guten Torwart Überraschend Das vierte Tor erzielte. Eine Minute sväter war es Berghöfer, Der zum 5. Tore verwandelte. In Der 39. Minute machte Godglück das halbe Dutzend voll. Nach Der Pause war es wieder Köppers, der Den Gästetorwart schlug. Die Grünweißen diktierten das Spielgeschehen, uno selbst Die Verteidigung machte Versuche, Tore zu erzielen. Die Gäste hatten Die Abwehr verstärkt. Nach einer Viertelstunde verbesserte Berghöfer auf 8:0, nachdem Köppers den Torwart angeschossen hatte und vier Minuten später beendigte Godglück den Torreigen.
Steinbach — 1900 3:4 (2:3).
Die Blau-Weißen hatten in Steinbach einen Gegner vor sich. Der sich auf dem morastigen Boden mit einer verblüffenden Sicherheit bewegte, so daß die Mannen um Lippert schwer zu kämpfen hatten, um den knappen Sieg sicherzustellen.
Der Beginn war für Die Blau-Weißen sehr verheißungsvoll, Denn als bereits in Der 4. Minute Goß im Anschluß an eine Flanke von rechts zum 1:0 einköpfte und fünf Minuten später Heuser abermals auf eine Flanke vom Rechtsaußen auf 2:0 erhöhte, konnte man an einen hohen Sieg der Gießener glauben. Nachdem die Blau-Weißen durch einen Elfmeter auf 3:0 vergrößert hatten, kamen Die Platz- befitzer ebenfalls durch einen direkten Freistoß zum 3:1. Dieser Erfolg war Das Signal zu einem unentwegten Angriff der Steinbacher. In der 25. Minute zeitigte sich auch der Erfolg. Trotz einer akrobatischen Leistung von Lippert kamen Die Gastgeber zum 3:2. Mit diesem Ergebnis wurden auch die Seiten gewechselt. Nach Dem Wechsel erwischte Bo-
narius eine weite Vorlage auf Den freien Raum und schoß über Den sich werfenden Deucker zum 4:2 ein. Auf und ab wogte Der Kampf und nachdem Heuser zweimal aus aussichtsreicher Position daneben schoß, kam es bei einem wirren Durcheinander vor dem Tor Der Blau-Weißen zum Dritten Erfolg Der Steinbacher. Mit Torchancen auf beiden Seiten ging Der Kampf zu Ende.
Steinbach zeigte einen großen Eifer und hier und Da auch einige technische Veranlagung. Das Hauptmerkmal war jedoch Die Kampfkraft. 1900 in Der Aufstellung Dinges, SchneiDer, Lippert, Volkert, Jäger, Günther, Bonarius, Kraft!, Goß, Kraft II, Heuser konnten sich von Dem flachen Spiel nicht frei» machen, wodurch manche Kombination im Schlamm stecken blieb.
hoher Sieg der Teutonen!
Zum zweiten Rundenspiel empfingen Die Teutonen gestern die 1. Mannschaft vom Turnverein Großen-Linden. Mit 12:0 fiel der Sieg recht eindeutig aus. Wohl niemand Der annähernd 100 Zuschauer hatte bei Spielbeginn mit diesem hohen Endergebnis gerechnet. Obwohl Großen-Linden nur 10 Spieler zur Stelle hatte, kämpfte die Mannschaft lobenswert, vermochte aber dem ein geschlagenen Tempo nicht standzuhalten. Nach 10 Minuten führten die Einheimischen durch O. Happel, der Mittelstürmer spielte, indem er eine Flanke von links schön einlenkte. Wenige Minuten später hieß es durch Den gleichen Spieler 2:0. Zu dieser Zeit war aber auch Der Sturm der Gäste noch gefährlich und Die Verteidigung der Platzmannschaft mußte gar oft Dazwischenfahren. Nach einem Tor von Schmitt und weiteren Angriffen der Einheimischen war die erste Halbzett zu Ende.
Nach Wechsel sah man ein vollkommen verändertes Bild. Durch tadellose Kombinationen kamen die Teutonen immer wieder vor und wettere Tore von Schmitt (4), Harnisch (2), Häuser W. (2) und ein Selbsttor stellten Das Endresultat her. Selbst Das Ehrentor blieb den Gästen versagt. Das ihnen wegen ihres ruhigen Verhaltens trotz ihrer hohen Niederlage zu gönnen gewesen wäre. Bei Den Einheimischen hatte sich Die vorgenommene Mannschaftsumgruppierung zum Vorteil ausgewirkt. Die Mannschaft mit Schweitzer; Buß, Fett; Hirz, H. Schrnandt, Wehrum; W. Häuser, Schmitt, O. Happel, K. Häuser und H. Harnisch wieß keinen schwachen Punkt auf.
Wirischafi.
Karioffelflockenfabrik Friedbera.
FWD. Friedberg, 7. Okt. Bei Der Neuanlage von Werken sind aus kriegswirtschaftlichen Gründen auch die besonders wichtig, die Der Stärkung Der Futtergrundlage Der deutschen Viehwirt, schäft Dienen. Für das laufende Jahr ist daher die Errichtung einer großen Zahl von Kartoffelflockenfabriken vorgesehen. Als erste ist nun- mehr in Friedberg die für das Gebiet Hessen-Nassau geplante Anlage fertiggefteüt Sämtliche Ausschachtungs-, Maurer- und Schweiß, arbeiten Der neuen Anlage wurden von Der SOtöpfi- -gen Gefolgschaft selbst aus geführt. Die Fabrik wird in Der 130 Tage dauernden Kampagne 135 000 Doppelzentner Kartoffeln zu Flocken derarbeiten; sie ist mit drei modernen Walzentrocknern mit einer Stundenleistung von je 50 Doppelzentner ausgestattet. Der weit überwiegende Teil Der Kartoffel, mengen wird im Vertragsanbau von Den Erzeugern Der weiteren Umgebung geliefert, die je nach dem Stärkegehalt ihrer Kartoffeln einen entsprechend großen Anteil an Gratis-Kartoffelflocken erhalten. Der Betrieb ist bereits im Gange.
Nhein-Mainische DSrse.
Aklien uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 7. Okt. Den Erwartungen entsprechend nahm die Börse zum Wochenende einen ruhigen Verlauf, Da nur wenig Kundschaft sausträge am Aktienmarkt vorlagen. Dagegen verblieb auf Teilgebieten Des Rentenmarktes noch etwas stärkere Nachfraae. Trotz Der Geschästssttlle war die Grundtendenz freundlich und zuversichtlich, die Kurse entwickelten sich allerdings weiterhin etwas ungleichmäßig und hielten sich mit durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Waage. Bemerkenswerte Erhöhungen hatten Rheinstahl mit 125,50 (124), Aschaffenburger Zellstoff mit 88,40 (85,65) und AG. für Verkehr mit 104 (102,75). Außerdem gewannen u. a. Buderus 0,65 v. H., Mannesmann und Gesfürel je 0,25 v. H. Andererseits gaben IG - Farben auf 156,90 (157,50), Siemens auf 202,40 (203,25), Deutsche Erdöl auf 130,50 (131), Bekula auf 151,50 (152) und Salzdetfurth auf 163 (164) nach. Gut behauptet blieben Verein. Stahl mit 93,13, Hoesch mit 107,13, AEG. mit 114,25 und Westdeutsche Kaufhof mit 79,65.
Don festverzinslichen Papieren waren Reichsaltbesitz 0,13 v. H. erhöht auf 133,13, Dekosama I 0,25 v. H. auf 137,25. Ferner blieben Goldpfandbriefe gesucht, während Die Nachfrage nach Reichsschatzanweisunaen* ruhiger geworden ist, ebenso , lagen Industrie-Obligationen stiller und uneinheitlich. Ligui-Pfandbriefe schwankten bis 0,40 v. H., ehr fest Pfälzische mit ca. 101,25 nach 100,25. Von Länderanleihen kamen 1929er Hessen n. P. und ex Ziehung mit 98,75 (100,13) wieder zur Notiz. ^>tadtanleihen vereinzelt etwas höher. Von Frei« verkehrs-Renten späte SchulDbuchforderungen 98,40 (98,13), Kommu n al-Um s chuldung 93,13 (93,10). Steuergutscheine I gut behauptet, April 97,55, Mai 97,52Vr.
Auch späterhin war Die Entwicklung bei kleinem Geschäft uneinheitlich. IG.-Farben schwantten zwi- chen 157 bis 157,50 nach 156,90, Gesfürel bröckelten auf 133,75 nach 134,25, Deutsche Erdöl auf 130 nach 130,50 und Verein. Stahl auf 93 nach 93,13 ab. Bei Den später notierten Papieren hielten sich Die Abweichungen im schon erwähnten Ausmaß, Adlerwerke aber 1,50 v. H. erholt auf 88.
3m Freiverkehr nannte man Katz & Klumpp 91 bis 93, Growag 80, Rastatter Waggon 40, Elsäss. Bad. Woll. 78 bis 80, Torpedo-Werke 131. Tagesgeld unv. 2 v. H.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Frau L. H. in V. Durch die 3. Verordnung zur Ausführung der Verordnung über Kündigungsschutz ür Miet- und Pachträume vom 5. 9.1939 gilt das Mieterschutzgesetz jetzt grundsätzlich für Mietverhältnisse jeder Art. Der Mieterschutz gilt also auch für Räume, die vor Dem 1. 7.1918 bezugsfertig geworden sind und bei denen Die Jahresfriedensmiete in Berlin mehr als RM. 2400,— beträgt, während bisher Derartige Wohnungen mieterschutzfrei waren.


