Ausgabe 
9.9.1939
 
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richtete und dazu ihr gesamtes Gesinde schwarz einkleidete. Nur eine Köchin ging leer aus, weil sie durchaus nicht weinen konnte wie die anderem» Später kamen allerdings auch ihr die Tränen< beim Zwiebelschneiden, woraus die Gnädige er­klärte:Nicht wahr, nun weinst Du doch noch um den guten Stutzel?" und chr ebenfalls ein Trauern kleid schenkte. . _

Eine ausreichende Erklärung für die schon feit dem 17. Jahrhundert gebräuchliche RedensartDa liegt der Hund begraben" hat man bisher zwar nicht gefunden, doch liegt angesichts dieses seltsames Grabes die Vermutung nahe, daß damit derbrave Stutzel" von Winterstein gemeint ist.

Ausgegrabenes Alt-Heidelberg.

Nachdem man vor einigen Jahren gelegentlich der Oesfnung der großen Totenkammer der Heiliggeisb. kirche in Heidelberg die Grdndmauern der früh­gotischen Kirche und das Pflaster des ehedem tie­fer gelegenen Marktes entdeckt, auch das bis dahin unbekannte alte gotische Westportal festgestellt hatte, wurden jetzt in der Kirche neue Aufdeckungen ge­macht, die die Fundamente der frühgotischen Kirchs bestätigen. In den Gräben des Langhauses fand man Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordseite des Langhauses zwei unterirdische Zister­nen in Form der mittelalterlichen Bäder. Dis Grabungen gehen weiter.

Äon wem ist derHohenfriedberger^?

In einem Aufsatz des Septemberheftes Dort Velhagen & Klafings Monatsheften weist Dr. Peter Panoff nach, daß weder der Hohenfriedberger noch der Torgauer Marsch vom Großen Preußenköniq stammen. Zwar war der Hohenfriedberger" schon im 18. Jahrhundert in der Märscheauswahl des berühmten Dragonerregiments Bayreuth": es ist sogar durchaus möglich, daß et in der Schlacht bei Hohenfriedberg gespielt wurde. Doch die Urheberschaft Friedrichs des Großen läßt sich nicht beweisen. Das mindert nicht die Volks­tümlichkeit und Bedeutung dieses Marsches, er ist und bleibt einer der herrlichsten alten Soldaten, Märsche, die die Musik überhaupt besitzt.

MO September 1959

Nr. 2U Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

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Warschau verdankt seine Entstehung als Groß­stadt und vor allem als wesentlicher Flußübergang derselben Tatsache wie Magdeburg. Wie in Magde­burg das westliche überhöhte Ufer hart an die Elbe herantritt, so in Warschau am rechten Ufer der Weichsel eine Moränenwelle, die rund 25 Meter über dem Mittelwasser der Weichsel liegt. Warschau zählt heute rund 1,2 Millionen Einwohner, darunter sehr viel Juden und vor allem auch Judenmisch­linge. Die Industrie ist besonders in der reizlosen Vorstadt Praga am Ostufer der Weichsel ansässig. Vertreten sind Maschinenbau, chemische, graphische, Textilindustrie und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die Weichsel ist hier 450 Meter breit und für Schiffe bis zu 1000 Tonnen befahrbar. Die günstigen geographischen Voraussetzungen haben über Warschaus Schicksal entschieden. Warschau ist Kreuzungspunkt der von Westeuropa über Berlin und von Südosteuropa über Wien nach Rußland führenden Straßen und Bahnen, zugleich ist es ein internationaler Flughafen. Die Stadt beherbergt Weißrussen und Ukrainer, doch ist die weitaus über­wiegende Mehrheit der Bevölkerung polnisch, wie überhaupt Warschau neben dem jetzt ebenfalls von deutschen Truppen besetzten Krakau als die Herz­kammer Polens bezeichnet werden kann.

Freiburg, das vom Feinde schon viel gelitten und dem auch dieser Franzosenflug gegolten hatte, be­glückwünschte der. Großherzog den jungen Flieger vor versammelter Mannschaft und schickte ihn dann ins Hauptquartier, dem Oberbefehlshaber zu berich­ten. Der verlieh ihm das Eiserne Kreuz erster Klasse und heftete es ihm im Namen des Kaisers auch gleich an, noch handwarm, wie man sagt.

der Stadt zeigen sollte, mußten die alten Krüge und andere Gebrauchsgegenstände der Innungen im polnischen Interesse so hingestellt werden, daß ihre ausschließlich deutschen Inschriften die guten Warschauer nicht verblüfften. Warschau kann bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts als der Zentralpunkt des Deutschtums in Mittel­polen angesprochen werden. Noch 1857 gab es in diesem Gebiet 8 Städte mit überwiegend deutscher Bevölkerung und 3 Städte, in denen sich ebensoviel Menschen zur deutschen wie zur polnischen Sprache bekannten. Im Bereich des bisherigen Gesamt­polens liegt Warschau noch in der westlichen Hälfte des Staates.

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dazwischenliegenden Landstrecken zu okkupieren große Besitzungen zu eigen hat, nicht alle wünscht, sondern zufrieden ist, wenn ihm die Gast­höfe an der Straße offenstehen und ihn mit guten I Hammelrippchen und tauglichen Postpferden ver­sehen, so ist es England auf der Straße nach Indien um die offene Tür und um die

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Da liegt der Hund begraben."

In dem am Jnselsberg zwischen Friedrichroda und Ruhla gelegenen Thüringer Walddorf Winter­stein findet man in unmittelbarer Nähe der Burg­ruine Winterstein, der Stammburg des alten, noch heute weitverbreiteten Thüringer Geschlechtes von Wangenheim, ein merkwürdiges Grab. Die etwa dreiviertel Quadratmeter große Steinplatte trägt das Bild eines sitzenden Hundes und eine Inschrift, nach derder brave Stutzel" hier 1630ob seiner große Treulichkeit, die er seine Her und Fraven beweist", begraben wurde,das in nicht fressen die Rawen". Außerdem enthält die Platte in Anfangs­buchstaben noch die Namen ihrer Stifter: des Fürstlich 'Sächsischen Jägermeisters Christoph von Wangenheim und seiner Gemahlin Anna geb. von Seebach.

Stutzel soll einer bestimmten Leseart 311= folge die Liebesbriefe eines Wintersteiner Edel- fräuleins und eines im nahen Gotha lebenden Junkers so. zuverlässig und heimlich befördert haben, daß man seine rührende Treue nach seinem Tode durch diesen Gedenkstein ehrte. Eine andere Lesart geht dahin, daß er in Kriegszeiten mit un­fehlbarer Sicherheit die Verhandlungen zwischen dem Herrn der Burg Winterstein und dem Kom­mandanten des Schlosses Friedenstein vermittelte. Nach einem dritten Bericht soll der treue Hund einem im Schloß Friedenstein gefangengehaltenen Wintersteiner Junker unter geschickter Umgehung der Wachen Lebensmittel zugetragen haben. Schließlich gibt es noch eine vierte Ueberlieserung, nach der Stutzel, solange es seine Kräfte erlaubten, tagtäglich nach dem anderthalb Stundenentfern­ten Woltershausen gelaufen fei, um dortEinkäufe zu machen". Sein Tod ging der Jägermeisterin so zu Herzen, daß sie ihm ein großes Begräbnis aus-

Worum kämpft England?

Von Dr. Erich Schmidt

Alles menschliche Leben beruht auf zwei Fak­toren: der Macht und dem Recht. Wir nennen hierbei die Macht zuerst. Denn ohne Macht gibt es kein Recht. Wir Deutsche haben das in der bitter­sten Weise erfahren müssen. In den Jahren nach Versailles gab es für die Welt kein deutsches Recht. Die deutsche Macht war zerschlagen. Das deutsche Recht wurde von der Welt daraufhin mit Füßen getreten. Erst die wiedererstandene deutsche Macht 'konnte das deutsche Recht wieder zur Geltung bringen.

Ist die Macht so Voraussetzung des Rechtes, so bildet das Recht umgekehrt eine ständige Kraft­quelle der Macht. Das Bewußtsein, mit den eigenen Forderungen, mit den eigenen Handlungen i m Recht zu sein, verleiht der Macht jenen Elan, der sie die stärksten Widerstände brechen läßt. So sind Recht und Macht die Grundpfeiler nicht nur jeder menschlichen Kultur, sondern des staatlichen Lebens überhaupt. Kein Staat kann bestehen ohne Macht. Keine staatliche Macht vermag sich auf die Dauer zu behaupten ohne das Recht. In diesem Grundgesetz der Wechselwirkung von Macht und Recht liegen Aufbau und Bestand des Staates ein­begriffen. Aus diesem Grundgesetz folgert sich aber als ewiger Anschauungsunterricht der Geschichte, daß ein Staat verloren ist, der sein Recht preisgibt.

Fragen wir, was diese ehernen Naturgesetze der Geschichte der Menschheit für das heutige Ge­schehen zu sagen haben, so ergibt sich die Antwort von selbst. Es ist selbstversiändlich deutsches Recht, die Wiedergutmachung des uns an un­seren Ostgrenzen in Versailles zugefügten Unrechtes zu fordern, und, da es fein mußte, mit Waffen­gewalt zu erzwingen. Ein Deutschland, das fein Recht hier aufgegeben hätte oder aufgeben würde, wäre nicht wert, vor der Geschichte Bestand zu haben. Ein solches Deutschland hätte auch keinen Bestand. Denn die Macht eines Staates muh morsch und hohl werden, wenn sie nicht eingesetzt wird zur Erkämpfung des Rechts.

Seit dem Ausgang des fünfzehnten Jahrhunderts sehen wir in Europa zwei Gruppen von staatlichen Gebilden: die Nationalstaaten und die Im­perien. Als der Hauptvertreter imperialer Staatsauffassung steht England mit seinem Weltreich vor uns. Während der deutsche National­staat nur das Ziel hat, den eigenen staatlichen Lebensraum zu sichern, will das britische Impe­rium die Welt umspannen. Rücksichtslos und brutal wurden Völker auf Völker von den Eng­ländern unterworfen. Rücksichtslos und brutal sieht der Engländer den Sinn der Weltgeschichte in der Erhaltung des britischen Imperiums.

Lord Palmerston hat einmal das Wesen der britischen Politik bezüglich Indiens in echt eng­lischer Weise wie folgt gekennzeichnet:Wie ein Edelmann, der im Norden und Süden des Landes

Ostoberschlesien.

Vor siebzehn Jahren, am 16. Juni 1922, mußte Deutschland die östlichen Teile Oberschlesiens den Polen übergeben, obgleich nicht weniger als 62 v. H. der dortigen Bölkerung für Deutschland und kaum mehr als ein Drittel, 38 v. H. für Polen gestimmt hatten. Nach dem Versailler Diktat sollte das strittige Gebiet der Staat bekommen, der die einfache Stim­menmehrheit erhielt, aber durch unsaubere Machen­schaften wurde diese Bestimmung zugunsten der Polen gebrochen. Seitdem ist diesesLand unterm Kreuz" unsäglich drangsaliert worden.

Wie durch einen brutalen Beilhieb waren mit der Zertrennung Oberschlesiens alle Verhältnisse irn dortigen Industriegebiet zerschmettert. Polen erhielt rund 3200 Quadratkilometer wertvollstes Industrie­gebiet und fast eine Million Einwohner. Wir ver­loren Kattowitz und Königshütte, Pleß und Rybntt, wir mußten von 67 Steinkohlengruben 53 an Polen abtreten, von 16 im Betrieb befindlichen Zink- und Bleierzgruben 11, und mit ihnen verloren wir 70 d. H. der deutschen Zinkerzförderung. Don 37 Hoch­öfen erhielten die Polen 21, von 14 Stahl-, Eisen- und Walzwerken 9, und zwar die lieferungsfähig- ft en. Außerdem verloren wir sämtliche Zink- und Meihütten. Das größte oberschlesische Elektrizitäts­werk bei Chorzow fiel an Polen, die Eisenbahn- und Wegenetze wurden brutal, zerschnitten. Alles, was deutsche Arbeit aufgebaut, wurde von Polen geraubt. Einst ein menschenarmes Land, war es durch die Tatkraft des preußischen Ministers Grasen Reden und unzähliger anderer Deutscher zu einem Hauptsitz der deutschen Schwerindustrie geworden.

Die berüchtigtepolnische Wirtschaft" verdarb dieses Gebiet sehr schnell. Alles verfiel. Im polnisch­oberschlesischen Steinkohlenbergbau waren 1938 rund 53 700 Arbeiter beschäftigt, unter deutscher Herrschaft 1913 aber 89 700. Im Blei- und Zinkerz, bau wurden 1913 rund 10 000 Personen beschäftigt, 1937 nur 2000. Die übrigen waren arbeitslos ge­worden. In der ostoberschlesischen Rohstahlgewinnung sank die Erzeugung gegenüber der Vorkriegszeit um ein Siebentel. In der Walzeisenerzeugung ging die Produktion um 28 v. H. zurück. Charakteristisch ist ferner, daß die Zinkblecherzeugung von 42 500 Ton- neu im Jahre 1913 auf 14 200 im Jahre 1927 sank. Die Polen vertrieben deutsche Ingenieure und Tech, niker, die Geschäftsleiter, Werkmeister und hoch, qualifizierten Arbeiter. Der berüchtigte Wojewode Graszynski hat aus Ostoberschlesien ein Gebiet des Hungers und Elends, der Verkommenheit und der echt polnischen Brutalität der Zerstörung gemacht. Auch der Oberschlesier polnischer Zunge hatte bald selbst nichts mehr zu beißen. Die Notrufe Ostober, schlesiens fanden bei den Westdemokratien kein Echo, obgleich Lloyd George am 8. August in Paris auf einer Sitzung desHohen Rates" anerkannt hatte, daß Oberschlesien 700 Jahre hindurch deutsch, davon 177 Jahre preußisch gewesen war, und daß eine Teilung für England nicht in Frage käme. Es wurde geteilt, die Westdemokratien brachen ihr eigenes Wort über Oberschlesien, das sie im Versailler Dik- tat niedergelegt hatten. Jetzt haben wir uns das wiedergeholt, was uns immer gehört hatte, ein Ge- biet deutschen Fleißes, deutscher Zucht und Ordnung.

Schon immer ist es das Ziel der britischen Poli­tik gewesen, ganz ohne Rücksicht aus die natürlichen Grenzen der Völker, völlig unter Mißachtung des Rechtes auf den notwendigen Lebensraum den euro­päischen Kontinent politisch möglichst zu zersplittern, um überall die Gasthöfe für sich offen zu halten. Daß die Wege des Imperiums auch gesichert wer­den könnten durch eine Verständigung und ehrliche Zusammenarbeit mit der größten kontinentalen Macht Europas, mit Deutschland, dieser Gedanke ist England bis jetzt überhaupt nicht in Sinn ge­kommen.

So ist England in seinem Bestteben nach Sicher­heit für sein Weltreich durch eigene Schuld der eingeschworene Feind der großen National st a a t e n Europas geworden. Diese Feindschaft galt wir sagten es bereits Frank­reich, solange Deutschland zersplittert und ohnmäch­tig war. Diese Feindschaft richtete sich dann gegen uns, sobald wir durch die Schaffung des Deutschen Reiches die stärkste kontinentale Militärmacht ge­worden waren. Wenn Frankreich sich für diese bri- ttsche Feindschaft hat einfangen und mißbrauchen lassen, so ist Frankreich für England immer dabei nur das Werkzeug. Allen Ernstes hat ja ein eng­lischer Politiker kürzlich dem französischen General­stab den Vorschlag gemacht, doch auf eine eigene Luftwaffe z u verzichten, den Schutz der Luft ganz England zu überlassen und dafür die gesamte französische Volkskraft nur zum Ausbau und zur Stärkung der französischen Land­armee einzusetzen. Bei der heutigen Bedeutung der Luftwaffe zeigt dieserVorschlag", wie sehr der französische Soldat endgültig der Söldner der britischen Weltmachtpolitik .sein soll, wobei allerdings den Sold für ihn noch das fran­zösische Volk allein zu zahlen hätte.

Lassen wir uns noch einmal kurz zu dem Gedan­ken zurückkehren, den wir unserer Betrachtung vor­angestellt haben. Die Schlußfolgerungen, die dann von jedem Einsichtigen in der Welt gezogen werden müßten, sind völlig eindeutig und klar. Das große 90-Millionen-Volk der Deutschen im Herzen Euro­pas kämpst um sein Recht, kämpft um seinen Lebensraum. England ist es in

dabei zumute war. ..

Aber zwei, drei Stunden weiter weg, nämlich über dem fogenannten Heideacker, ging bald her­nach das Schauspiel los, nur war jetzt das Stau- .....' V m ..._____ -S.____ htf

Unteroffizier Böhme.

Don Heinrich G. Kromer.

Um Morgen des 25. September 1915, kurz nach acht Uhr, sahen die Bewohner des Dorfes Haslach im Schwarzwald in großer Höhe über ihrem Ort ungebetenes Geflügel, nämlich drei Flugzeuge, Die aus dem Westen gekommen waren. Sie bestaunten zwar, die surrenden Vögel, dachten sich aber nichts Gutes dabei, sei es aus Haß oder aus Furcht. Sie wußten, wenn dergleichen was fallen ließ, war es nicht, wie von einem Spatzen; sie hielten sie ohne weiteres und mit Recht für feindliche Flieger, Fran­zosen oder auch Engländer, und fragten sich be­sorgt, wo die wieder mit Bomben und Granaten ihren Besuch ankündigten. Der galt zwar nicht den guten Haslachern, die sich drum wieder an die Ar­beit machten und das Ereignis ruhig ober auch aufgeregt und unruhig besprachen, je nachdem jedem

Die Stadt selbst wurde 1224 zuerst geschichtlich als Fischerdorf erwähnt. Bis 1526 war sie Residenz der Herzöge von Masvvien. Im Jahre 1550 erhob König Siegmund die Stadt zur Residenz, aber erst, als 1596 die Residenz der Polenkönige von Krakau nach Warschau verlegt worden war, begann das Aus blüh en der Stadt als Mittelpunkt Polens. Seit 1656 war Warschau auch der Sitz des berüchtigten polnischen Landtags", in dem das Veto eines einzigen Schlochtschitzen, der Adligen, die Versamm­lung in die Luft sprengen konnte. Während die pol­nischen Bauern Jahrhunderte hindurch von ihrer Schlachta wie das Vieh gehalten und mit Religion und Schnaps gefüttert wurden, wuchs Warschau durch fremde, vor allem deutsche Hilfe. Es verschönerte "wenn auch heute noch im Judengetto und

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anderen Stadtteilen für westliche Ohren, Augen und Nasen undefinierbare Miasmen aufsteigen.

Im Jahre 1656, vom 28. bis 30. . Juli, wurde hier König Kasimir von einer schwedischHranden- burgischen Armee unter dem Großen Kurfürsten und Karl Gustav vernichtend geschlagen. Im großen nordischen Krieg wurde Warschau 1702 durch Karl XII. von Schweden besetzt. Nach den schweren Rück­schlägen durch die .Aufstände der Schlachta wurde Warschau 1795 Hauptstadt der preußischen Provinz Südpreußen, 180613 war es Hauptsitz des von Napoleon gegründeten Großherzogtums Warschau. Seit 1815 bis zum Weltkriege stand Polen mit Warschau unter russisches Herrschaft, aber die miß­glückten Erhebungen warfen Warschau immer wie­der zurück. Im Weltkrieg als Brückenkopf von Be­deutung, wurde es am 5. August 1915 durch die 9. deutsche Armee genommen und blieb bis zum 11. November 1918 in deutschem Besitz. Nach dem Weltkrieg wurde Warschau von den Russen bedroht, die aber in der Schlacht bei Warschau vom 6. bis 21. August 1920 ab gedrängt wurden.

Wenig bekannt ist, daß Warschau genau so wie Krakau die stärksten Antriebe von der deut­schen Siedlung empfangen hat, die hier im 13. Jahr­hundert die Weichsel aufwärts im Sumpf- und Oed­land die damals moderne Dreifelderwirtschaft und auch schon die Ansätze einer Entwässerung des Lan­des brachte. Auch die Eigenschaft teilt Warschau mit Krakau, daß in beiden Städten deutsche und,ita­lienische Kunsteinslüsse sich kreuzten. Wenn man will, so kann man sagen, daß sich hier und in Krakau die westöstliche und die nordsüdliche Kulturentwick- lung überschnitten. Im 17. Jahrhundert gibt es be­reits zwei deutsche Druckereien in Warschau. 1757 erscheint die erste Nummer derWarschauer Zei­tung", die ständig die Straßennamen der polnischen Hauptstadt in deutscher Sprache nennt. Da gibt es also eine Krakauer Vorstadt, ein Eisernes Tor, eine Marschall-, Gold-, Senatoren-, Taubenstraße usw.

Als vor einigen Jahren in Warschau eine Aus­stellung veranstaltet wurde, welche die Entwicklung

nen und Verwundern bei den 51 iegern selbst, die plötzlich ihrer viere waren und nicht gleich wußten, ob sie da einen Genossen bekommen hatten oder einen Widersacher. Freilich blieb ihnen zu solchen Fragen wenig Zeit, um so längere aber zum Kämp­fen und Abwehren; denn da droben, wo es weder Boden noch Balken gibt, umeinander herum surren und Maschinengewehr- und Flintenmusik machen, obendrein gegen einen so kühnen, zähen Gesellen wie diesen feindlichen Stößer, der ihnen auf den Schwingen das Eiserne Kreuz wies dafür moch­ten drei Viertelstunden wohl eine Ewigkeit dünken.

Aber sie nahm ein Ende: der Deutsche, der sich als Einzelflieger mit dreien hedumbalgte, schoß zwei der Flugzeuge ab, jedes mit zwei Mann besetzt, eins davon mit Vater und Sohn, wobei die zwei aus demselben luftigen Platz gemeinsam zu rühmlichem Tod kamen: hoch oben erschossen! Im andern Bogel mar der eine tot, sein Begleiter wundersamerwei e heil. Jetzt hielt es der dritte für ratsam, das Wette zu suchen, und es mochte ihm seltsam zumute sein, als er einsam die französische Grenze wieder über­flog, seinem Befehlshaber zu melden, wo er jeme Kameraden gelassen hatte.

Für den deutschen Flieger aber war es ein Glück, daß der dritte das Hasenpanier ergriff. Ihm waren nämlich, kaum, daß er die andern niedergezwungen, Flug- wie Schießstoff aus gegangen; denn er hatte ursprünglich nur einen Probeflug rorgebabt und nur aus Vorsicht und zur Hebung das Nötigste mitt genommen. Aber von Kolrnar im Elsaß bis Haslach in Baden und darüber hinaus kann einem in Kriegszeiten manches zustoßen, auch hoch in der Luft. Er ging also mit seinem Flugzeug nieder, wie nach vollbrachtem Tirili eine Lerche ins Stoppelfeld, und kam unversehrt bald nach den abgeschossenen Feinden an.

Dort auf dem sicheren Boden hat ein Schwarz­wälder Landmann beim Grasmähen, der Schultes- bauer von Mühlenbach, dem bösen Kampf über sich zu gesehen, auch mit bösem Bangen, wer da Meister werde, und ist denn auf den einen abgeschossenen Vogel zugestürzt, eben als der französische Oftizier heil das Weite suchen will. Er schwingt wie der leibhaftige Tod von Basel die Sense über ihm, fahrt ihm dann an die Gurgel und fragt, ob sonst noch einer unter dem Vogel stecke. Der Franzose hebt den einen Zeigefinger, das heißt auf deutsch einer, mit der Linken weist er zu Boden und sagt: Kaputt. Das war sein ganzes Deutsch, aber der Bauer ver­steht es. Er schultert ruhig die Sense und nimmt den Offizier gefangen, wie nach Vorschrift.

Wie er nun in der Nähe einen weiteren Vogel niedergehen sieht, bedeutet er dem Franzosen mit einem Fingerzeig, auf dem tfled rennt auf das Flugzeug los und mochte den Fahr­gast, der eben ausgestiegen ist, wie vorhin den Franzosen an der Gurgel nehmen. Aber der wirst ihm fürs erste ein paar faßliche Tiernamen zum Gruß hin, duzt ihn und gibt ihm schließlich em besondere Einladung, worob der Schultesbauer stutzt und einstweilen auf einen Bayern rat. Das ist der Flieger denn auch, und zwar kein anderer a s der Unteroffizier Böhme, em blutjunger Soldat, der auf seinem Uebungsflug das feindliche Dogelge- schwader zufällig entdeckte und verfolgte und un­schädlich machte, bevor es feine Eier auf friedliche deutsche Städte hatte fallen lassen können

Böhme und seine Tat wurden schnell bekannt.. Die deutsche Heeresleitung erwähnte am 26. Sep­tember feinen Namen im Tagesbericht, und in

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I Bequemlichkeit d er Durchfahrt zu tun." DiesePolitik der Hammelrippchen" hört sich nach außen so harmlos, ja fast gemütlich an. In Wahr­heit aber ist sie seit Jahrhunderten die Ur fache des Unfriedens und der Kriege in der Welt. Denn die offenstehenden Gasthäuser, die Hammelrippchen und die Postpferde auf den Stra­ßen der Welt zu seinen überseeischen Besitzungen glaubt England nur bann gesichert, wenn auf die- sen Weltstraßen möglichst zersplitterte und ohnmächtige Staaten liegen, die jederzeit bereit sind, der geflissentliche Diener des britischen Imperiums zu sein. Deshalb führte England ein Jahrhundert hindurch den Kampf gegen Frank­reich. Deshalb wandte es sich gegen Deutsch­land, sobald das Deutschtum in seinem starken und mächtigen Reich geeint war. Deshalb spielt England sich so gern als der huldvolleFreund der Kleinen" auf, weil eben diese kleinen Staaten

Wahrheit nicht eine Sekunde lang auf Polen selbst an gekommen. Es können genügend englische Stim­men angeführt werden, die zeigen, wie der Eng­länder in Wirklichkeit über Polen denkt. England kam es allein darauf an, d i e deutschen Lebensrechte im Osten zu beschneiden, um Deutschland nicht zu seiner natürlichen Stärke und Macht kommen zu lassen. Es ist die Angst um die Hammelrippchen und um die Postpferde, von der das britische Verhalten dikttert wird, die Sorge, sich durch eine ehrliche Verständigung mit der groß­deutschen Macht die Hammelrippchen und Post- pferde sichern zu müssen, anstatt sie durch eine Zer­splitterung der kontinentalen Kräfte ohne einen Verständigung s will en gesichert zu sehen.

Während also das Machtstreben des deutschen Nationalstaates allein die Sicherung des eigenen Lebensraumes zum Ziele hat, sind Machtstreben und Sicherheitsgedanken des Britischen Weltreiches nur von dem Ziel erfüllt, alle anderen Staaten in Ohnmacht zu schlagen ober in Abhängigkeit zu hal­ten. Wo aber liegt bei diesen Tatbeständen bas Recht? Muß man die erst noch aussprechen? Es ist die britische Politik Hammelrippchen und Post- pferde, die sich immer gegen bas natür­liche Recht großer National st aaten ge­richtet hat. Diese Politik, die sich, wie die zitierten Worte von Lorb Palmerston zeigen, so gern das Gesicht des Biedermanns gibt, zeigt dann der Welt von Zeit zu Zeit ihr wirkliches Antlitz. Sie hat dies getan, als England in der Form eines unver­schämten Ultimatums uns den Krieg ansagte. Wir aber glauben daran, daß in dem jetzt von England vom Zaune gebrochenen Ringen bas Recht sie­gen wird. Niemals wieder wirb es England ge­lingen, durch ben Triumph seiner Lügenpropaganda die innere Geschlossenheit Deutschlands zu zerstören und damit Deutschland ein Versailles aufzuzwingen. Wir kennen heute die englische Politik und die englische Lügenpropaganda. Wir wissen, daß die deutsche Macht stark genug ist, dem deutschen Recht zum Siege zu verhelfen. So gehen wir voll Zuver­sicht in den uns aufgezwungenen Kampf mit der Gewißheit, daß Recht und Macht und damit der

I Sieg auf unserer Seite sind.