Marsch zur Front begegnet ist, man muß an ble verlottert aussehenden Bewohner der kleinen polnischen Städte und Dörfer denken, an die vielen Judenvisagen, die einem in diesen Städten begegnen; man muß auch an die schmutzigen und primitiven Wohnungen der Polen denken: diese Gesichter, die man da am.Damm vor sich hat, haben mit alldem nichts zu tun. Diese Gesichter sind — je länger man sie anschaut, desto gewisser wird man — sind deutsch, und die Männer beweisen dies sofort. Der eine zieht einen Brief von einer Braut aus Schneidemühl aus der Tasche, der andere holt ein Medaillon mit den Bildern der Eltern hervor, und ein dritter zeigt eine Reihe von Photos.
Unsere Infanteristen geben den Uederläufern zu rauchen und zu trinken und lassen sich von ihnen erzählen, wie es bei den Polen aussieht. Da hören sie das bestätigt, was sie in den letzten Tagen bei ihren Kämpfen mit den Polen selbst erlebt haben. Die Polen leisten nur geringen Wiederstand. Jetzt, da die Warthestellung gefallen ist, erst recht. Die Ueberläufer werden unter Bewachung mrückge- bracht, man wird genau prüfen, ob ihre Angaben stimmen. Daß in der polnischen Armee genügend Volksdeutsche wider Willen dienen müssen, wissen wir ja. Daß die Polen damit, einen Unsinn begangen haben, werden sie auch jetzt erkennen. Denn von diesen Volksdeutschen läßt sich keiner in der polnischen Armee halten, sie laufen zu den Deutschen über.
Straffe Zusammenfassung der Forst- und Holzwirtschaft.
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die besondere Bedeutung der Versorgung unserer Kriegswirtschaft mitdemRoh - und Werk st off Holz hat den Reichsforstmeister veranlaßt, eine R e i ch s st e l l e für Holz zu schaffen, in der alle Fäden der deutschen Holzerzeugung und -Bedarfsdeckung zusammenlaufen. In ihr gehen auf: die seitherige Reichsstelle für Holz als Ueberwachungs- stelle für die Einfuhr und die Marktvereinigung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft mit allen Aufgaben, Befugnissen, Rechten und Pflichten dieser Stellen. Die Reichsstelle für Holz ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und ihre Nachgeordneten Dienststellen sind die durch die Verordnung über die Wirtschaftsverwaltung errichteten Forst- und Holzwirtschaftsämter. Zum Reichsbeauftragten, der die Reichsstelle für Holz leitet, wurde Ministerialrat Parchmann, Abteilungsleiter im Reichsforstamt, ernannt. Die Erzeugung sowie die Regelung und Deckung des Bedarfes an Holz und forstlichen Nebenerzeugnissen ist durch Schaffung der Reichsstelle, die unter Umständen auch Beschlagnahmen auf Grund des Reichsleistungsgesetzes vornehmen kann, sichergestellt.
Einsatz für die Derufskameraden in der Front.
Reichsminister Dr. Hans Frank, Reichsleiter der NSDAP., spricht in einem Aufruf an die Rechtswahrer Großdeutschlands die Erwartung aus, daß jeder da feine Pflicht tun möge, wo ihn die Führung des nationalsozialistischen Reiches hinstellt. Der Reichsgeschäftsführer des NSRB., Dr. Heuber, appelliert an das Gemeinschaftsgefühl der Rechtswahrer, die daran denken müßten, daß viele der an der Front kämpfenden Bundeskameraden in der Wirtschaft, als Anwälte oder sonst i n freien Berufen tätig gewesen sind. Die Anwälte, die noch im Beruf tätig sind, werden ermahnt, freiwillig den Aufgabenkreis der an der Front kämpfenden Kameraden zu übernehmen und ihnen durch diese freiwillige Arbeit die oft in Mühe und Not aufgebaute L e b e n s st e l - l un g zu sichern. Diejenigen Bundesmitglieder der freien Berufe, deren Tätigkeit nicht mehr den Einsatz ihrer ganzen Person erfordert, sollen sich bereit halten, ihre Dienste dem Vaterland an geeigneter Stelle zur Verfügung zu stellen. Die Reichsführung des NSRB. werde alles vorbereiten, daß sie ihre Kraft und das Können eines ganzen Mannes beweisen können. Schließlich gelte es, Frauen, Müttern und Kindern der an der Front stehenden Kameraden die Kraft der Gemeinschaft zurSeite zu stellen, ihnen mit Rat und Tat beizustehen und sie, wenn nötig, in die eigene Familie auszunehmen.
Gemeinden im Dienste der Landesverteidigung.
Reichsinnenminister Dr. Frick hat Maßnahmen an geordnet, um auch in den Gemeinden die Vereinfachungen durchzuführen, die im Interesse der Landesverteidigung notwendig sind. Durch die Unterstellung der Körperschaften des öffentlichen Rechts unter die Aufficht der obersten Reichsbehörden sind die Beschränkungen, denen die Kommunal- aufficht unterliegt, vorläusig aufgehoben. Die Gemeinden und Gemeindeverbände sind jetzt den Aufsichtsbehörden gegenüber Nachgeordnete Dienststellen, die deren Weisungsrecht unterliegen. Es ist aber nicht Sinn und Zweck dieser Regelung, daß die Eigenoerantwortung allgemein ausgeschaltet wird. Von der Weisungsbesugnis ist vielmehr nur dann Gebrauch zu machen, wenn dringender Anlaß hierfür vorliegt. Auch bei den Gemeinden sind diejenigen Arbeiten zurück z u st e l l e n, deren Fortführung nicht aus Gründen der Landesverteidigung geboten ist. Das gilt auch dann, wenn eine Verwal
tung an sich noch über hinreichende Dienstkräste verfügt. Die gesamte Verwaltung soll von im Augenblick nicht notwendigen Aufgaben entlastet werden. Völlig e i n z u st e l l e n sind u. a. die Arbeiten über die Aenderung von Gemeindegrenzen und zur Hebung der Verwaltungskraft kreisangehöriger Gemeinden. Ebenso sind die Arbeiten der Verkehrsämter, der Heimatpflege, des Städtebaues und der Planung weitgehend einzustellen. Der Gemeindeleiter >hat sofort zu prüfen, welche weiteren Einschräntungsmaß- nahmen zu verfügen sind. Auch für die Gemeinden wird der Grundsatz durchgeführt, daß nach Möglichkeit Verwaltungsentscheidungen, für die höhere Behörden zuständig wären, auf Nachgeordnete Behörden übertragen werden. In zahlreichen Fragen des gemeindlichen Verfassungsrechts, des Wirtschaftsrechts und des Beamten- und Arbeitsrechts werden die Entscheidungen der Gemeinden künftig ohne Einschaltung der Auffichts- behörde getroffen. Auch im Bereich der Steuern und des Kreditwesens werden solche Vereinfachungen durchgeführt. Namentlich auf dem Gebiete des Finanz- und Besoldungsrechts erfolgt eine weitgehende Befreiung von der aufsichtsbehördlichen Mitwirkung. Die Gemeindeleiter, so heißt es, müssen sich bewußt sein, daß die im Kriege mehr denn je notwendige geordnete Finanzwirtschaft nur gesichert werden kann, wenn alle Mittel ausschließlich für die Kriegs- und lebenswichtigen Aufgaben eingesetzt werden.
Aus aller Welt.
Unfall des Kopenhagen-Verlin-Expretz.
Der Kopenhagen-Berlin-Expreß ist Freitag zwischen Nykjöbing und Gjedser aus den Schienen gesprungen. Die Lokomotive stürzte eine Böschung hinunter. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden auf der Stelle getötet. Die Lokomotive riß den einzigen mit elf Personen besetzten Wagen mit sich. Die Fahrgäste trugen jedoch keinen Schaden davon. Das Unglück wurde durch ein Pferd verursacht, das gegen die Lokomotive gerannt war.
Prado-Kunslschähe wieder in Spanien.
Die Genfer Stellen, die die Kunstschätze des Prado vorübergehend in ihrer Obhut hatten, erfahren aus Spanien, daß die Kunstwerke wohlbehalten an der spanischen Grenze angekommen sind. Eine MorÄNUNg des spanischen Außenministeriums nahm aus dem Bahnhof von Jrun die Kunstschätze in die Obhut der spanischen Delegation.
Zwölf Wasserhosen auf einmal!
Ein äußerst seltenes Naturschauspiel ereignete sich an d er lettläirdisch en Küste bei L i b a u. Kurz vor
Sonnenuntergang erhob sich ein heftiger Sturm, der jedoch die örtlichen Fischer nicht zur Einstellung ihres harten Handwerks veranlaßte. Plötzlich ertönte donnerähnliches Grollen verbunden mit einem bisher unbekannten eigenartigen Geräusch. In nächster Nähe des Ufers erhoben sich mit Blitzesschnelle riesige Wassermassen und bildeten gleichzeitig zwölf „Wasserhosen". Die Fischer berichteten, sie seien von der Gewalt dieses Naturschauspiels so erschreckt gewesen, daß sie sich fluchtartig an Land begeben hätten. Die Höhe der Wasser* säulen habe mindestens 100 Meter betragen. Dis mit den Wasserhosen verbundenen Geräusche sind viele Kilometer weit gehört worden.
Lose der Reichslotterie können noch erneuert werden.
Der Präsident der Deutschen Reichslotterie gibt bekannt: Die Ziehung der 5. Klasse der 1. Deutschen Reichslotterie ist im Gange. Lose, die bisher
FOTO-Arbeiten preiswert 277D FotO-Ruhl, Seltersweg 67 nicht rechtzeitig erneuert werden konnten, können bei den Lotterie-Einnehmern auch jetzt noch angefordert werden, soweit die Lose bis zum Zeitpunkt der Einzahlung des Lospreises noch nicht gezogen find. Ist einem Spieler die derzeittge Anschrift seiner Lotterie-Einnahme nicht bekannt, so kann er das Los bei der Deutschen Reichslotterie, Berlin W 35, Viktoriastraße 29, anfordern und an diefs bezahlen. Dabei ist das Los der 4. Klasse einzusenden^
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachs mittags geschloffen.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder^ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z. Z. abwesend), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend)^ i. V.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodo? Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsn druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen« Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehrtz Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.- mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis« liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Todesanzeige.
Am Donnerstag, dem 7. September, vormittags 11.30 Uhr, verschied plötzlich und unerwartet an einem Herzschlag In Altenglan (Saarpfalz) mein lieber Mann, mein guter Vater, mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Herr Karl Oßwald
Polizei-Hauptwachtmeister
Im 45. Lebensjahr,
In tiefer Trauer?
Frau Elisabeth Oßwald nebst Sohn
Familie Daniel Oßwald
Familie Heinrich Krämer
Familie Hans Markert
Gießen, Gießen-Wieseck, den 9. September 1939.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. September, nachm. 3% Uhr, auf Wunsch des Entschlafenen vom Elternhaus in Wieseck, Ecke 4, aus statt
_________________________________________________________________________5883D
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen, im September 1939.
5888V
04209
Für die innige Teilnahme, die uns beim Hinscheiden unserer lieben und unvergeßlichen Mutter
Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene herzliche Teilnahme sprechen wir unseren innigsten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Döll.
Gießen, im September 1939.
Frau Elise Proescher
geb. Rausch
erwiesen wurde, sagen wir unseren herzlichsten Dank.
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