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9.2.1939
 
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General-Anzeiger für Oberhessen

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Ar. 54 Erstes Blatt 189. Jahrgang , Donnerstag, tz.Zebruar 1959

Gietzemr Anzeiger

Frankreichs Fühlungnahme mit Burgos

Oie Finanzierung der französischen Flüchilingshilfe

f-

Nach Meldungen Grenze haben die räumt, nachdem sic

darauf von den Naoarrabrigaden des Generals Baptista S a n ch e z besetzt. Sie rückten als erste von Süden her in die Stadt ein.

aih.jd?m Hügel Caracol bei Concepcion, viele Tau- serbr von Seemeilen von der Heimat Bismarcks enjrnt, steht ein steinerner, aus grauen Quadern ertötet: Aussichtsturm, der auf halber Höhe Kfißfe

von der französisch-spanischen Bolschewisten Puigcerda ge-

$ hiinaus an die Bucht von Talcohuano, b? der Fluß mündet und wo der chilenische crshafen gleichen Namens liegt. Auch das Städt- (i iTalcuhuano sieht man von hier aus, wenn tu das Fernglas zur Hilfe nimmt, ein kle.nes liodjen, das auf einem steilen Hügel erbaut ist.

Oie Mission Berards.

E. F. Paris, 9. Februar 1939.

Senator Berard, der am Mittwochvormittäg in Paris eintraf, erstattete kurz nach Mittag dem französischen Außenminister Bonnet Bericht. Am Nachmittag wiederholte er diesen Bericht dem Mini­sterpräsidenten Daladier. Der Senator erklärte der Presse, daß er einen ausgezeichneten Eindruck von seinem Besuch in Burgos, von der in Nationalspanien herrschenden Ordnung und vor allem von der Lage der Verpflegung erhalten hat. In der Flüchtlingsfrage bestünden keine Schwierig­keiten. Franco sei bereit, die Frauen, Kinder und Greise ohne weiteres aufzunehmen. Auch für die Rückbeförderung der nach Frankreich geflohenen Milizen habe er guten Willen. Doch müßten die Milizen natürlich einer scharfen Kontrolle unter­worfen werden. Berard teilte mit, er werde seinen Besuch in Burgos unter Umständen wiederholen. Doch könne er nichts darüber sagen, ob er als Bot­schafter für Burgos in Aussicht genommen worden sei. Es treffe zu, daß die italienischen Freiwilligen in Katalonien den Befehl erhalten hätten, nicht über Gerona hinaus an die französische Grenze vor- zurücken.

In der Umgebung des Quai d'Orsay wird bestä­tigt, daß die Frage der Aufnahme normaler diplo­matischer Beziehungen zwischen Nationalspanien und Frankreich demnächst in einem Minister - rat geprüft werden soll. Es herrscht der Ein­druck vor, daß eine Einigung über die meisten zwi­schen beiden Ländern schwebenden Fragen durch­aus. möglich sei. In den Wandelgängen der Kammer hört man über die mutmaßlichen Grund­lagen einer Wiederaufnahme gegenseitiger Be­ziehungen: Unter der Bedingung einer cke jure-An- erfennung Nationalspaniens würde General Franco sich verpflichten, nur rein spanische Truppenteile an 'die französische Grenze rücken lassen. Für die der französischen Regierung durch die Beherbergung der spanischen Flüchtlinge und der Milizen entstehenden Unkosten könne Frankreich sich gegeben-faüs durch die Uebernahme der von den Milizen mitgeführten Waffen, Munitionsbestände und Flugzeuge schadlos halten. Sollte der Gegenwert hierfür als Deckung der Unkosten nicht ausreichen, käme unter Umstän­den ein Rückgriff auf die bei der Bank von Frank­reich hinterlegten Goldbestände der Bank von Spa­nien, die etwa 1,7 Milliarden Franks betragen, in Frage. Die französische Regierung würde sich ihrer­seits zur Rückgabe der nach Genf beförderten spa­nischen Kunst sch ätze an die nationalspanische Regierung verpflichten.

DieEpoane" nennt am Donnerstag erneut den radikalsozialistischen Abgeordneten M a l v y als den aussichtsreichsten Anwärter für den Posten des diplo­matischen Vertreters Frankreichs in Burgos. Maloy fei ein enger Freund des nationalspanischen Außen­ministers Generals I o r d a n a , den er während des Weltkrieges in San Sebastian, wo er sich in Ver­bannung aufhielt, kennengelernt habe. Die Frage sei, ob die französische Regierung sofort einen Botschafter oder nur einen diplomatischen Vertreter nach Burgos entsenden werde. Die Pariser Morgenblätter stellen fast einmütig fest, daß Franco auf der sofortigen juristischen Anerkennung seiner Regierung durch Frankreich bestehe, d. h. die Entsendung eines Bot­schafters nach Burgos verlange. Mit einem sog. diplomatischen Vertreter würde sich General Franco nicht zufrieden geben; denn dadurch könnte vorläufig eine offizielle Anerkennung Nationalspaniens durch Frankreich vermieden werden, wie dies in letzter Feit von verschiedenen kleineren europäischen Staaten ge­tan worden sei.

Mehrere Pariser Morgenblätter glauben bestä­tigen zu können, daß zwischen nationalspanischen Stellen und Miaja Verhandlungen wegen eines Friedens ausgenommen worden seien. DasJour?

h d u b ii Ä d n -L u b

ü

Nicht in einen Tops.

Vor der ausländischen Diplomatie und Presse hak Neichsleiter Alfred Rosenberg die Frage, ob weltanschauliche Kämpfe staatliche Feindschaften bedingten, prinzipiell verneint. Er hat in feinen klargesichtigen Ausführungen einen geschichtlichen Rückblick auf das Entstehen der jetzigen weltanschau­lichen Struktur der Nation geworfen, er hat das Judentum sowie den Bolschewismus als Elemente internationaler Zersetzung bezeichnet und sich vor allem auch mit dem Problem der Entstehung der autoritären Staaten in einer Weise befaßt, die wie eine Blendlaterne alle im Ausland verbreiteten Dunkelheiten durchdringt und aufhellt. Das war um so notwendiger, als gemeinhin Nationalsozialismus, Faschismus und Falangismus im Auslande i n einen Topf geworfen und denDemokra­tien" als eineAngreifer"-Front entgegengesetzt werden.

Der französische Staatsmann Gambetta hak einst das Wort geprägt, der französische Antiklerika- lismus fei keine Ausfuhrware. Er wollte damit sagen, daß Frankreich sich nach seinen eige­nen Belangen mit dem Problem der Trennung von Kirche und Staat befassen müsse. Unter C o m b e s , fünfzehn Jahre später, ist das Problem auch gelöst worden. Es ist nun ganz selbstverständlich, daß die drei autoritären Bewegungen in Europa, gerade weil sie aus dem Volke erwachsen, vom Blut und Denken einer besonderen Nation durchpulst sind, jede für s i ch den klaren Anspruch erheben, durch­aus national gebunden zu sein. Im Gegen­satz zu den Ideen der großen französischen Umwäl­zung, die radikal mit allen Traditionen brach und

Concepcion. Vision einer Stadt

Das Erdbeben in Chile.

Eigener Zeucht des Gießener Anzeigers.

3i nächster Nähe der Stadt, sozusagen der Fort- f tu ig eines ihrer Plätze und seiner Grünanlagen, e p:: t sich ein Hügel, einige hundert Meter hoch, oiohlgepflegter, breiter, bequem angelegter Weg Mr hinan, man wandert durch Laub- und Nadel- rali. viele Fichten und Araukarien gibt es hier, die Hufliift erfüllt von köstlichem Nadelduft, genau wie 1 j, k m Bergwäldern unserer Heimat. Diesen Weg f |r) ipir am nächsten Morgen hinausgewandert, er Mr zunächst an eine kleine Aussichtsterrasse, rta der eine alte, grünspanüberzogene Kanone

<)f dasMonumento chileno genannt, das chi- rif-'oe Denkmal, zum Andenken an ein Ereignis der fischen Geschichte. Die Terrasse gewährt einen fit in Blick über die Stadt, über den Fluß Biobio,

Tcr-Flusses nach Prafs de Mollo zu kommen. Bek Puigcerda ist ein ganzer Artilleriepark auf französischem Boden angesammelt worden. Er umfaßt etwa 200 Geschütze aller Kaliber. In Cer- bere sind außer den 200 Waggons mit Kriegsmate­rial, die sich schon auf dem internationalen Bahnhof befanden, weitere 60 Waggons eingetroffen. An allen Grenzabschnitten kamen auch zahlreiche Lastwagen mit fabrikneuen Waren an. Aus der Fülle des Materials gewinnt man den Eindruck, daß die sowjetspanischen Milizen nicht an Materialmangel litten. So erklärte auch ein Mit­glied der internationalen Brigaden, die Milizen seien im Material erstickt, aber sie hätten sich dieses Materials nicht zu bedienen ge­wußt, oder sie hätten keine Lust dazu gehabt.

Um die llebergabe Mnorcas.

BcrhandlungenzwischenLondonundBurgos

London, 8. Febr. (Europopreß). Aus diplo­matischen Kreisen verlautet, daß in London und Burgos zwischen der englischen und der national- spanischen Regierung Verhandlungen über die Zu­kunft der Baleareninsel Minorca geführt werden. Parallel damit laufen Besprechungen der engli­schen Marinebefehlsftellen im 'jjtittelmeer mit der sow- jetspanischen Garnison von Minorca. Diese Ver­handlungen sollen nach glaubwürdigen Quellen nicht nur sich um die Entsendung nationalspa- nischer Unterhändler nach Port M^vn an Bord eines englischen Kriegsschiffs drehen. Vielmehr be­steht die Möglichkeit, daß englische Kriegsschiffe im Falle einer kampflosen Kapitulation der )owjct- spanischen Besatzung von Minorca einen national- spanischen Gouverneur nebst Stab von Barcelona nach Port Mahvü beföftigni würden.

Regrinamtiert" auf der Grenze

Große Waffenlager sammeln sich an.

r) nahe der Bucht erblickt man die großen Ge- tii) der Wersten und Arsenale.

3 iter führt der Weg, durch grünen Wald und r Wiesen. Es ist ein so herrlicher Tag, die Luft . st >u und mild und frühlingshaft, und der Nahel- d si, Der uns entgegenschlägt, weckt schone Erinne­rt^ u an unsere ferne Heimat und an Wanderun- gi|t inferer Jugendzeit. Und nun stehen wir vor Midßiel demMonumento aleman, dem deut- schh Denkmal, dem Bismarckturm. Ja, hier.

vorher das Munitionsmagazm in die Luft gesprengt hatten. Puigcerda wurde

töt zu verletzen. In den Ausführungen des Blattes wird dann auf die Geschäftigkeit der bol­schewistischen Machthaber auf französischem Boden hingewiesen und erklärt, die Tatsache, daß ihnen noch gestattet werde, herumzureisen, Erklä­rungen abzugeben, zu verhandeln, Anweisungen zu erteilen usw. mache mit einem Schlage jener Neu­tralität gegenüber dem spanischen Kriege ein Ende, die in amtlichen französischen Erklärungen dem fran­zösischen Hoheitsgebiet und der französischen Poli- ttk beizulegen versucht worden sei.

Auch puigcerda gefallen.

Bilbao, 9. Febr. (DNB.) Der nationalspani­sche Heeresbericht meldete am Mittwoch, daß die von den nationalen Truppen erreichten Stellungen infolge des außerordentlich raschen - Vormarsches und der Zerstörung der Telefonverbindungen durch die Bolschewisten nicht bekannt sind. Man weiß bis zur Stunde nur, daß die Orte Santa Pan und Sellen an der Straße Olot-Banolas er­obert wurden. Auch der Ort D a n o 1 a s , ein wich­tiger Straßenknotenpunkt, befindet sich bereits iin nationalen Besitz.

nal" schreibt, die englische und französische Regie­rung hätten den sowjetspanischen Stellensehr dringliche Ratschläge" im Hinblick auf ihre Unterwerfung gegeben. In unterrichteten Krei­sen verlautet, daß Franco ein Expeditionskorps von 10 000 Mann bereitgestellt habe, das sich aus­schließlich aus Spaniern zusammensetzt, um die Eroberung von Minorca vorzunehmen.

Mo bleibt

Frankreichs Neutralität?

Italienische Kritik.

Rom, 8. Febr. (Europapreß.) Das halbamtliche Giornale d'Jtalia" glaubt, der Befehlshaber von Madrid, Miaja, werde zunächst versuchen, den Widerstand fortzusetzen, da den rotspanischen Macht­habern jegliches Verantwortungsgefühl fehle und sie stets ohne Menschenleben zu schonen, die Massen in das Feuer geschickt hätten. Trotzdem würde der Widerstand Miajas kaum lange dauern, weil das jetzt noch bolschewistische Zentralspanien von Franco leicht blockiert werden könne.

Das Blatt untersucht weiter die politische Seite des neuen Abschnittes der spanischen Krieges und verweist darauf, daß die geflüchteten bol­schewistischen Machthaber immer noch so aufträten, als seien sie im Besitze der Macht. Nach internationalem Recht dürfe keine Regierung einer anderen gestatten, auf ihrem Gebiete irgendeine Tätigkeit ausguüben, ohne damit d i e Neutra l i -

Welcher Wechsel des friedlichen Bildes, hervor­gerufen durch einen fechzigfekundigen Erdstoß. Ein gewaltiges Beben der Erde, des Grund und Bodens, der unsere Existenz trägt und Häuser stürzen ein, Städte werden vernichtet, Menschen erschlagen, Jammer und Not über Familien und Geschlechter gebracht. Ganze Straßenzüge der ehedem so freund­lichen Stadt Concepcion sind eingestürzt, das idyl­lische kleine Seebad Thome ist zum großen Teil vernichtet, und, wer weih, vielleicht sind auch die Felsenklippen am Strand, wo wir damals saßen, durcheinandergeschüttelt worden. Doch davon wird man nicht viel merken die Natur tut sich selber nichts zuleide, sie hat es bei den seltenen, dafür aber um so größeren Katastrophen, von denen die Menschheit betroffen wird, auf das Werk ihres ewi­gen Feindes, des Menschen, abgesehen, der immer wieder versucht, die Natur zu beherrschen. Sie läßt sich solche Herrschaft stets eine Weile gefallen, die Natur, bis dann eines furchtbaren Tages aus dem Dunkel die große, unbekannte, nie zu beherr­schende Macht hervorbricht, und dem armen Men­schen zeigt, daß all sein Tun nur Stückwerk, all sein Fühlen vergebens war. Der Mensch ist sterblich, ewig aber ist die Natur. Concepcion ist zerstört, aber die Bäume auf dem Hügel Caracol sind geblieben.

Die Verteidigung Chinas.

T s ch u n g t i n g , 8. Febr. (DNB.) Am Diens­tag erfolgte die Errichtung des Obersten Aus­schusses zur Verteidigung Chinas, die vor zehn Tagen vom Zentralausschuß der Kuomintang be­schlossen worden war. Den Vorsitz führt Marschall Tschiangkaischek, Generalsekretär ist General T s ch a n g ch u n. Außerdem wurde ein ständiges Komitee von elf Personen gebildet.

artig den Kopf Bismarcks trägt und der erbaut wurde von den in Concepcion ansässigen Deutschen und Nachkommen von Deutschen, die auf diese Weise öen Schöpfer des Zweiten Reiches geehrt haben. Es gibt seit langem eine stattliche deutsche Kolonie in Concepcion, auch eine Reihe Deutsch-Schweizer leben hier, und die deutsche Schule der Stadt hat ihren guten Ruf als eine der besten Bildungsstätten Mit­telchiles bis weit in den Süden hinein ... Dort oben vorn Bismarckturm aus hat man einen noch weiteren Blick als vom Monumento chileno aus man sieht über Talcahuano und die Bucht hinaus bis aufs freie Meer, bis auf den Pazifik.

Am Nachmittag find wir dann ans Meer ge­fahren, nach Thome, einem kleinen Seebad nicht weit von Concepcion, an einer Nebenlinie der Eisenbahn gelegen. Altmodische, kleine Wagen, ganz anders als die modernen sauberen Wagen der gro­ßen Strecken. Thomä ist oder, so muß man heute auch wohl sagen: war ein idyllisches Städtchen, dessen Einwohner von der Fischerei und, im Som­mer, vom Fremdenverkehr lebten. Jetzt, im Früh­jahr, waren die Hotels noch geschlossen, der Strand, unterbrochen durch malerische Felsenklippen, lag ein­sam und großartig da, nur ein paar Kinder waren zu sehen, die im Sande nach Muscheln und Meer­tieren suchten, die von der letzten Flut noch übrig­geblieben waren. Und wir saßen lange an diesem stillen Strand und sahen den Wellen zu ...

as. Buenos Aires, 3. Februar 1939.

Schreckensnachricht aus Chile: Ein Erdbeben ver- i chtete in sechs Provinzen Mittelchiles Städte und Dörfer. Tausende von Menschen kamen ums Leben, ^hntausende wurden verwundet. Der Sachschaden tzht in viele Millionen. Zerstört wurde der Kllr- c t Chillan , eine blühende Stadt von 48 000 ( nwohnern, Parral, von 15 000 Einwohnern, 6 a n Carlos, etwa so groß wie Parral, zum Heil zerstört wurden die Städte Talca, so groß t e Chillan, Concepcion, die drittgrößte Stadt ? (yilcs mit nahezu 100 000 Einwohnern, Tal- cihuano, der Kriegshafen bei Conception, und iis hübsche kleine Seebad am Pazifischen Ozean, 28) o m e ...

Wir sitzen am Radio, das fieberhaft arbeitet, Audio Santiago, Radio Valparaiso dazwischen Amateursender, die Nachrichten aus Ortschaften er­mitteln, mit denen sonst keine Verbindung besteht. 8 ist kaum zu fassen, was alles durch einen Erd- r.zf von einer Minute vernichtet wurde, das A^rk üpn Jahrzehnten, Häuser und Kirchen, Pa- ; litte und Hütten, die Arbeit ganzer Städte und Povinzen, ein Trümmerfeld. Und zwischen den 3iimmern irren die Ueberlebenöen einher, auf der

che nach Verwundeten oder Toten, mit der Bitte, si zu melden, ein Lebenszeichen zu geben denen, b vielfach und sehnlich darauf warten und in Angst nr das Schicksal Vermißter sind.

Da spricht Radio Santiago. Man versucht, eine Drbindung mit Radio Concepcion herzustellen. Nun hick man die Stimme eines Radiosprechers aus (hicepcion; der Hauptstadt des mittleren Chile, der Dittgrößten Stadt des Landes, berühmt durch ihre Nliiioersität. Der Sprecher aus Concepcion teilt mit, hfl er wichtige Nachrichten zu übermitteln habe, fit r daß er Radio Santiago nicht vernehme. Aus Santiago kommt die Antwort, daß man dort Con- <c;xion gut höre. Wieder ertönt die Stimme von pOio Concepcion: Ich höre nichts, hoffentlich mcöe ich gehört, ich habe wichtige Nachrichten, ihn nun folgt die Mitteilung: 1200 Tote und Ver- m löete, mehr als die Hälfte der Stadt wurde zer- Itirtt, 15 000 Menschen sind obdachlos, es fehlt uns «^Medikamenten, an Aerzten, an Serum gegen Te= los, an Zelten, an Lebensmitteln, an Wasser,

»fehlt auch an Benzin für Automobile, die den phransport der Toten und Verwundeten besorgen ini (en ... helft, sendet rasch Flugzeuge ... Eine Richterliche Nachricht. Wenige Worte nur, und doch mipannen sie das Schicksal Tausender. Eine blü- pt'iDe Stadt ist in tiefste Not versunken.

iiine blühende Stadt! Und während wir am Radio sitz-1, steigt vor unseren Augen auf das Bild der btiöt Concepcion am Biobio-Fluß, wie sie einst- l)i:[s war, vor mehr als zwei Jahren, da wir sie ^sichten. Es war im November. Wir kamen gegen ubnb an, nachdem der Zug viele Stunden lang km Fluß vorbeigefahren war, am Biobio, der sich ial" bei Concepcion seenartig erweitert. Wälder ui! weite Wiesen wechselten am Ufer des Flusses ib. Gin Bild stillen Friedens und sanfter Schön- Iji: In der Stadt feierte man gerade das Früh- iiKsfeft, Studenten in langen schwarzen Mänteln vierten einen Zug, voran die Musik, dann eine hbie luftiger Masken, darunter eine, die sich als fy? verkleidet hatte und sich ein Vergnügen daraus ia*Ote, die anderen mit einem langen Besen durch- ^mderzujagen. Die Menschen standen auf den Üiigerfteigen, betrachteten das Schauspiel, das in die Jugend gab, und lachten. Eine Welle un- ||r-gter Heiterkeit flutete durch die Stadt, man |rne sich mit den Studenten, daß der Frühling da ich man jubelte der hübschen, mit Blumen ge= imrudten Festkönigin zu, die traditionsgemäß ge- 1 cih t worden war, und die in den Kinos und CFi:5, namentlich indem" Cafe der Stadt, das na- tiHtf) an der Plaza lag und der Treffpunkt der (l'jhefleibeten war, konnte man an diesem Abend fäJi Plätze bekommen.

Perpignan, 9. Febr. (Europapreß.) N e g r i n hat eine originelleZwischenlösung" gefunden, um feine gar nicht mehr bei ihm liegende Ent­scheidung über die Frage, ob seineRegierung" endgültig nach Frankreich flüchten solle oder sich nach Madrid oder Valencia zur Fortsetzung des vergeblichen Widerstandes begeben soll, noch ein letztes Mal hinauszuschieben. Er hat jetzt nämlich zusammen mit dem sog.Generalstab" der sowjet- spanischen Armee in einem Hause in L e Perthus, das in der Hauptstraße dieses Ortes liegt und die Nummer 22 trägt, seineDienststelle" eingerichtet. Dieses Haus, obgleich es fcfjon dies­seits der französisch en Grenze liegt, gehört zusammen mit 23 anderen Anwesen zum spanischen Gebiet. Der eine Teil der Straße bildet französisches, der andere spanisches Gebiet. Dieses Gebiet ist jedoch auf der Straße nur durch das Passieren der spanischen und der ftanzösischen Grenzwachen zu erreichen. Praktisch befindet sich Regrin also auf französischem Gebiet, legal ober auf spanischem Boden. Es kann sich jedoch nur um eine sehr kurzeZwischenlösung" handeln, denn die nationalen Truppen werden nach Schätzungen der französischen Grenzbewohner bereits im Laufe des Donnerstags an der Grenze eintreffen, womit eine Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes dann nicht mehr möglich fein dürfte.

Im Abschnitt von Le Perthus sind am Mittwoch die 9. und die 11. Internationale Brigade auf fran­zösisches Gebiet übergetreten. Sie führten zahl­reiches Kriegsmaterial mit sich. Im Ab­schnitt von Prats de Mollo sind etwa 30 000 An­gehörige der sowietspanischen Milizen, die auf dem Wege zur französischen Grenze waren, von den na­tionalen Truppen abgeschnitten worden. Sie verjuchen nun, auf dem Wege durch das Tal des