Nr. 7 Lrftes Blast
189. Jahrgang
Montag. 9. Januar 1959
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Vor Chamberlains Rom-Mise
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Seite der römischen Besprechungen größere Be- deutung beizumessen, als der politischen. Die Zahlungen im englisch-italienischen Verrechnungsabkommen seien 18 Monate in Verzug. Wenn es gelinge, die Räder des englisch-italienischen Handels zu ölen und seinen Umfang zu steigern, würde das für beide Länder nützlich sein.
Im übrigen spielt die Presse Italien gegenüber mit verteilten Rollen. Garvin lobt im „Observer"
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daß beide Regierungen entschlossen sind, diesen Weg mit aller Energie vorwärts zu gehen. Auf diese Weise wird das Wort Ihres Duce in seiner Reujahrsbotschaft an unseren Führer, daß ..wir gemeinsam marschieren", auch für die Wirtschaftspolitik unserer beiden Länder seine Geltung erhalten. Wir wollen die anderen nicht belehren, sondern durch den Erfolg unserer Arbeit von der Richtigkeit unserer Grundsätze und Methoden überzeugen. Wir sehen den internationalen Geld-, Kredit- und Kapitalmächten die Kraft des Bodens und der Arbeit entgegen. Dir sehen es mit jedem Tag deutlicher, wie die alten Mächte eines nicht mehr lebensfähigen Weltwirtschaftskonzerns die gegen sie anftürmende Gewalt der jungen, national gewachsenen, von hohen Idealen erfüllten und zur letzten Hingabe entschlossenen Kräfte aus den erstarkten nationalen, nach einem Dillen und zu einem Ziele geführten Wirtschaften zu spüren be- kommen und als höchst bedrohlich erkennen. So werden die alten Reichen arm und die jungen Armen reich werden! In dieser Entwicklung sind Italien und Deutschland im vergangenen Iahre einen gewaltigen Schritt vorwärts gekommen, und das neue Jahr wird uns weitere Erfolge bringen.
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LUlifche Volk als so wünschenswert bezeichnet hcüe, als es Chamberlain nach der Rückkehr von Machen so begeistert als Retter des Friedens ge-
Reichsminister Dr. Goebbels in Salzburg.
Salzburg, 8. Ian. (DNB.) Am Sonntag traf Reichsminister Dr. Goebbels in Salzburg ein, wo er mit Gauleiter Dr. Rainer und Landesstatthalter Dr. Reitter Fragen der kulturellen Gestaltung Salzburgs, vor allem die Festspiele des kommenden Sommers und die Neugestaltung des Salzburger Stadttheaters besprach. Am Abend besuchte der Minister im Salzburger Theater eine Aufführung der Lehar-Operette „Land des Lächelns".
R o m, 8. Ian. (DNB.) Reichswirtschaftsminister Funk, der in den letzten Wochen mit seiner Gattin in Sizilien weilte, ist in Rom ein- getrofsen, wo er eine Besprechung mit dem italienischen Minister für Devisenbewirtschaftung hatte, der ein Besuch bei Graf Ciano folgte. Die Unterredung mit Graf Ciano und mit dem Minister Guarneri trug sehr freundschaftlichen Charakter. Es wurden die großen grundsätzlichen Fragen der gemeinsamen Wirtschaft und ihrer Ausrichtung behandelt. Die Besprechungen werden am Montag fortgesetzt. .
Zu Ehren des Reichswirtschaftsministers gab der Minister für nationale Wirtschaft, Guarneri, am Sonntagabend ein Essen, zu dem zahlreiche führende Persönlichkeiten von Wirtschaft und Finanz geladen waren.
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Wer wird Präsident der französischen Republik?
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Mussolinis Mäßigung und Vermittlerrolle, die ihn in gewissen Grenzen zum Wagehalter und Schiedsrichter in Europa mache. Scrutator in der „Sunday Times" aber redet etwas von oben herab. Chamberlain werde gewiß tun, was er könne, wenn Mussolini Englands Hilfe in Anspruch nehmen sollte, damit es Italiens Streit mit Frankreich beilege. Die „Time s" meint, in dem Besuch liege nicht der Versuch, Italien von der Achse wegzulocken. Auch handele es sich nicht um einen Versuch, Frankreichs Widerstand gegen die italienischen Ansprüche zu mindern. Die britische Regierung erkenne den neuen Platz, den Italien sich in der Welt geschaffen habe. Der Korrespondent schreibt dann weiter, die französische Regierung lei in keinem Zweifel über die Haltung des britischen Kabinetts zu dem italienisch-französischen Streit gelassen worden. Wenn Italien auf dem Standpunkt stände, berechtigte Beschwerden zu haben, dann sollten diese Fragen, nach englischer Ansicht, zwischen der französischen und italienischen Regierung direkt ausgehandelt werden. Im Augenblick könne von Vermittlung keine Rede sein. Jedes Mittelmeerproblem werde durch die spanische Frage erschwert. General Francos Vormarsch müsse die Erörterung in starkem Maße beeinflussen.
Aktivere Politik Englands in Ostasien.
London, 9. Ian. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung der „Daily Mail" wird die letzte Ministerbesprechung vor der Romreise Chamberlains der Fernostfrage gelten. Den Ministern sollen zwei Empfehlungen vorgelegt werden, um von Japan die Beibehaltung der „offenen Tür" in China zu erzwingen: erhöhte Steuern auf japanische Waren und eine wirtschaftliche Vorzugs behänd- lung Chinas. Auch die Vereinigten Staaten wollen neue ' Schritte im Interesse Chinas unternehmen, die die Form einer Stützung b er chinesischen Währung annehmen könnten.
Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Regierung unter dem Druck der City-Kreise zu einer aktiveren Chinapolitik übergehen muß. Nach Weihnachten hat die Behandlung der Fernostfrage in der englischen Presse immer mehr an Raum zu- genommen, und immer wieder wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß eine gemeinsame ßinie mit den Vereinigten Staaten für ein Vorgehen in Tokio erzielt werden möge.
Auch die Ministerbesprechung am Freitag vergangener Woche hatte als Hauptgegenstand die Beziehungen zu Japan und die fernöstlichen Interessen Englands.
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Zeitwende im Femen Osten.
Don Otto Corbach
Nach einer Meldung der Londoner „Times" soll Wangtschingwei, der ehemalige chinesische Ministerpräsident, Vorsitzender des chinesischen zentralen polittschen Rates und stellvertretender Vorsitzende der Kuomintang, die neue Hauptstadt der Regierung Tschiangkaischeks, Tschungking, in dem Augenblick verlassen haben, in dem eine Verschwörung entdeckt wurde, die die Provinz I ü n n a rt dem Diktator Rumpfchinas entfremden und die Kontrolle über die diese Provinz durchquerenden Waffentransporte seinem Nebenbuhler in die Hände spielen sollte. Es könnte wohl sein, daß Wangtschingwei grundlos in dieser Weise verdächtigt werden soll, um den Münn noch besser als Landesverräter brandmarken zu können, der das überraschend günstige Friedensangebot Japans als Verhandlungsgrundlage angenommen wissen wollte. An dem Bestehen von Mißhelligkeiten zwischen Tschungking und den örtlichen Machthabern in 5)ünnan ist aber kaum zu zweifeln, und es wäre auch nicht zu verwundern, wenn das Friedensbedürfnis in ganz Südchina sich unter der Decke stark genug entwickelt hätte, um zum Herde einer ausführerischen Bewegung werden zu können.
lieber Uünnan wird Tschiangkaischek nicht nur Kriegsmaterial aus Französisch-Jndo« china, sondern neuerdings auch aus Britisch- Hinterindien zugeführt, nachdem mit größter Beschleunigung die längst geplante Autoftraßenver- bindung zwischen den Verkehrsnetzen Birmas und Südchinas hergestellt wurde. Für die strategische Ausnutzung dieser Verbindung sollen die Vereinigten Staaten Tschiangkaischek 25 Millionen Dollar, England 450 000 Pfund Sterling als Anleihen zur Verfügung gestellt haben.
Die maßgebenden Kreise in Pünnan mögen es sich nachgerade einiges Kopfzerbrechen kosten lassen, zu überlegen, was für sie bei einer unabsehbaren Fortsetzung der „Ermüdungsstrategie", die Tschiangkaischek Japan gegenüber zu betreiben wähnt, herausspringen würde. Tschiangkaischek wird durch die immerhin dünnen Rinnsale von Zufuhren über indochinesische ober hinterindische Häfen nicht unabhängig von immer stärkeren Nachschüben aus Sowjetrußland, dessen Hilfe wiederum wenig dazu beitragen kann, der Blockadegewalt der japanischen Seemacht längs der Seeküste und der Ufer der großen Ströme zu trotzen. Selbst wenn die chinesische Kriegsmacht sich erholte und durch Materialzufuhren vom Auslande soweit gestärkt würde, daß sie weite Teile der von Japan eroberten Gebiete zu- rückzugewinnen vermöchte, wäre damit wenig oder nichts gegen Japan als Seemacht ausgerichtet. Solange China über keine eigene starke Kriegsflotte
führte dabei u. a. aus: Deutschland und Italien stehen den gleichen Aufgaben gegenüber und müssen sich in jeder Weise bestreben, die einheimischen wirtschaftlichen Quellen in immer größerem Maße zu verwerten, um ihren Ländern die w e i t e st m o g - l i ch e w i r t s ch a f t l) ch e Unabhängigkeit sicherstellen zu können, welche die notwendige Voraussetzung für die politische Unabhängigkeit und für die fortschreitende Verbesserung der Lebensbedingungen beider Völker darstellt. Das soll nicht bedeuten, daß es in der Absicht Deutschlands und Italiens liege, sich auf wirtschaftlichem Gebiete zu verschließen und geschlossene Märkte zu bilden. Wenn auch die autarkischen Bestrebungen hauptsächlich den Zweck verfolgen, die für das Leben und die Verteidigung der Länder erforderlichen Produkte im Inland zu erzeugen, so bleibt doch eine Menge von Waren übrig, welche einen internationalen Warenaustausch ermöglichen, der sich immer umfangreicher gestalten kann, je größer der Absatz unserer Erzeugnisse auf den Märkten unserer Beschickländer sein wird. Die Entwicklung des Warenverkehrs zwischen Deutschland und Italien, zwei Ländern, die das autarckische Prinzip als Grundlage ihrer Wirtschaftspolitik an- genommen haben, ist der beste Beweis dafür: Die mit Ihnen geführten Unterredungen haben mich in meiner Ueberzeugung gefestigt, daß Deutschland und
Deutsch-italienische Wirtschaftspolitik in gemeinsamem Marsch aus gleichen Wegen
Reichswirtschafisminister Funk in Rom.
Italien dank dem vollen Verständnis, das in der politischen Atmosphäre der Achse den beiderseitigen Notwendigkeiten entgegengebracht wurden, zu gemeinsamem Vorteil die Beziehungen zwischen ihren Wirtschaften immer enger und tiefer gestalten.
Reichswirtschastsminister Funk
antwortete u. a.: Mein Besuch in der interessanten Autarkieausstellung hat mich davon überzeugt, wie im faschistischen Italien alle wirtschaftlichen Kräfte und Energien für die großen politischen und kulturellen Ziele mobilisiert werden und wie eine gute Propaganda auch die psychologischen Voraussetzungen für die Erkenntnis schafft, daß die Wirtschaft von den politischen Kraftströmen geformt wird, daß d i e gleichen Ideale und die gleiche Weltanschauung in der Politik, in der Kultur und in der Wirtschaft lebendig sein müssen, wenn die Wirtschaft ihre höchste Aufgabe erfüllen soll, der Sicherheit der Nation und dem Wohlstand des Volkes zu dienen. Der hervorragende Wert dieser Ausstellung liegt nicht nur darin, daß sie in eindrucksvoller Weise die Naturschätze Ihres Landes und die gewaltige Leistung Ihrer Wirtschaft dem Volke vor Augen führt, sondern daß überall die beherrschende Idee von dem unlösbaren Zusammenhang von Politik, Wirtschaft und Kultur zum Ausdruck kommt.
Ich bin der Meinung, daß eine Aussprache zwischen uns gerade deshalb in diesem Augenblick von größter Bedeutung sein muß, weil wir einen Wandel d e s wirtschaftlichen Weltbildes wahrnehmen, der uns ebenso wie auf politischem und kulturellem Gebiet auch in der Gestaltung unserer beiderseitigen nationalen Wirtschaften ,3 u neuen gemeinsgmen Kraftan- ftrengungen zwingt und es erforderlich macht, daß wir nach Möglichkeiten und Methoden suchen, einen Ausgleich der Kräfte herbei- zuführen, um einen noch stärkeren Einsatz und einen noch größeren Erfolg im gemeinsamen Vorgehen zu erreichen. r ,
Ich bin glücklich, daß unsere Besprechungen bereits das Ergebnis erzielt haben, daß in diesen grundsätzlichen Fragen eine volle llebereinstimmung herrscht und
andere als sicher sein, da er zu sehr im aktiven politischen Leben steht und die Parlamentarier befürchten konnten, er werde im.Falle von innerpolitischen Schwierigkeiten die Verfassung vielleicht nicht nach den Ueberlieferungen achten. Bis zum 1. April können noch manche Kandidaten auftreten. So spricht man auch davon, daß der ehemalige Ministerpräsident Laval sich aufstellen lassen werde, falls ein dritter Wahlgang notwendig werden sollte.
Syrien demonstriert iür seine Unabhängigkeit.
Paris, 8. Jan. (Europapreß.) Einen Tag nach der Ankunft des neuen französischen Ober- ko rn in i s s a r s für Syrien und den Libanon in Beirut kam es zu großen Straßenkundgebungen in den meisten Städten des Landes gegen die von der französischen Mandatsverwaltung unternommenen Versuche, den mit Syrien abgeschlossenen U n - abhängigkeitsvertrag nicht zur Anwendung zu bringen. In Damaskus, Aleppo, Homs und Hama waren sämtliche arabischen Geschäfte geschlossen. In Damaskus zog eine große Menge durch die Straßen und forderte im Sprechchor die syrische Unabhängigkeit.
Die Kundgeber zogen dann vor den Palast des Ministerpräsidenten M a r b a m Bey, der in Paris geweilt hatte, um die Inkraftsetzung des französischsyrischen Vertrages durchzusetzen: er hatte jedoch keinen Erfolg gehabt. Mardam Bey forderte das syrische Volk zur Einigkeit auf. Dadurch werde dis Unabhängigkeit des Landes ermöglicht werden. — In Aleppo nahmen an den Kundgebungen vor allem Studenten teil; um die Mittagszeit wurde eine große Kundgebung in der Moschee durchgeführt.
Die Sonntagsblätter widmen dem bevorstehen- btr Besuch des Ministerpräsidenten und des Menministers in Rom längere Betrachtungen. Se wissen aber wenig Neues zu sagen, Kommen- ti e und Voraussagen sind vorsichtig gehalten. Der „Db ferner" nimmt an, man werde Mussolini als btnt Einladenden die Initiative überlassen. Cham- b« Iain und Lord Halifax würden die ttalienstchen Wunsche mit Bezug auf den Suez-Kanal, D chl- bui Tunis usw. von sich aus nicht berühren, son- btri nur darauf eingchen, wenn ihr Rat in diesen Örcqen von Mussolini oh er Graf Ciano emgeholt müden sollte. Die Fragen von Spanien bis Suez Md darüber hinaus, die früher getrennt er- Mmen seien, konnten jetzt zweckmaßigerweise nur mit der Zukunft der DJlittelmeerfrage in ihrer Eesamtheit geprüft werden.
Die häufig die Ausstossung des englischen Aus- nartiflen Amtes wiedergebende -Sunday Times etllärt, daß eher ein grundsätzliches Ver- flänbnis, als bestimmte Abmachungen das Ziel *m'berfains fei. Eine verstärkte Stabilität in den an das Mittelmeer grenzenden Timten sei ein Feld, aus dem die englisch^tal.emsche 3n jammenarbeit mit nützlichen Ergebnstsen betne- frn werden könne. Man sei an manchen Stellen
London geneigt, der wirtschaftlichen
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sei rt habe.
Der Pariser Berichterstatter des Blattes glaubt Mellen zu dürfen, daß die Haltung der französischen Presse nicht mehr ganz unnachgie- lia und ablehnend gegenüber den natürlichen 4iisprüchen des italienischen Volkes sei wie früher, ^sichtlich Dschibutis und des S u e z k a n a l s »Härten jetzt verschiedene Blätter Zugeständnisse Frankreichs an Italien für möglich, und hier und dr werde auch die Gewährung eines neuen Statuts fii die tunesischen Italiener als nicht um denkbar bezeichnet. Dies sei noch keine Stellung; nähme der leitenden französischen Persönlichkeiten. Jipmerhin aber fänden sich derartige Auslassungen in Blättern, die dem Außenminister Bonnet nahe- ftihben.
Englische Vorschau.
abs. London, 9. Jan. 1939.
Hom, 8.' Jan. (Europapreß.) „Voce d'Jtalia" Ichlldert in Berichten ihrer Londoner und Pariser Ä.rtreter die Stimmung in den beiden Hauptstädten imittelbar vor der Romreise Chamberlains. Aus )e englischen Presse gewinne man den Eindruck, ital der Besuch eine freundschaftliche Geste darstelle, üii erneut die Absicht der englischen Regierung be- krsttige, die durch das englisch-italienische Abkomme wiederheraestellte Freundschaft in eine sichere M Mrklichke11 umzuwandeln. Ferner habe man 1 g« dtz Gefühl, daß die verantwortlichen Männer die HD eUlische Oeffentlichkeit davon zu überzeugen suchten, M l dotz England und Italien heute zwei Mächte o; f gleicher Ebene seien, von deren Hor- ■■■ tn:nie und Zusammenarbeit nicht nur die Stabilität 5»j[, i in dem für das britische Empire lebenswichttge i Mittelmeer abhänge, sondern auch jene all« , ; gern eine Neuordnung Europas, die das
■ SHrJP rtfG In miinlrhpnsmprt bezeichnet
E. F. Paris, 8. Ian. 1939.
Die wichtigste Handlung, welche das französische Parlament in der am Dienstag beginnenden außer- nnentlichen Frühjahrssession vorzunehmen haben wrd, ist die Wahl des Präsidenten der Republik, der auf sieben Jahre gewählt wrd. Das Mandat des gegenwärtigen Präsidenten, Abert Lebrun, läuft am 10. Mai ab. Nach der Virfassung findet die Wahl einen Monat vor - h r also am 10. April, statt. Da der 10. April je« dich auf den Ostermontag fällt, ist es wahrscheinlich, Ikg die Wahl bereits am Donnerstag, 6. April, flittfinöen wird. Die Wahl wird von Kammer und Snat, die sich zur Nationalversammlung konstituie- td, im Schloß von Versailles vorgenom- ^Bereits jetzt werden in politischen Kreisen die Kandidaturen ernstlich erwogen. Man glaubt, Zbrun werde sich nicht wieder zur Wahl aufstel- lc lassen. Der Kandidat, der vor einigen Monaten mch die größte Aussicht hatte, gewählt zu werden, In Kammerpräsident-He rr i o t, hat sich seit dem i rfall der Volksfront von allen Kämpfen, die vor c Wahl zwischen den politischen Parteien geführt irben, zurückgezogen. Der aussichtsreichste Kan- ;>i:<it ist zur Stunde der ehemalige Ackerbauminister radikalsozialistische Senator Q u e u i 11 e , dessen 2 rzug gerade darin besteht, daß er politisch bisher nr)t besonders hervorgetreten ist. Auch der ehema- ltz- sozialistische Kammerpräsident B o u i s s o n nrb als ein aussichtsreicher Kanbibat genannt, whrend Senatspräsibent Jeanneney sich wohl wigen seines Gesundheitszustandes nicht zur Wahl f den wirb. In gewissen Kreisen wurde in den letz- 11 Wochen auch der Name D a l a d i e r s genannt, cb»r so sehr auch das Ansehen Daladiers im Lande unb im französischen Parlament gewachsen ist, so Mrde feine Wahl zum Staatspräsidenten doch alles
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerel R. Lange in Siehrn. 5chrlftlei1ung und SeschSstsftelle: Schulftrahe 7


