Ausgabe 
8.12.1939
 
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Oer russisch-finnische Konflikt

der

als

Aus Minen gelaufen und gesunken

wird von uns nicht anerkannt, sondern Herausforderung behandelt.

Die strategische Lage.

Riga, 7. Dez. (DRV.) Rach der letzten russi- schen Meldung sind die von kantalahti aus operie­renden russischen Truppen bereits 80 Kilo­meter von Kemijärvi entfernt bis nach Kuolajärvl vorgedrungen. Eine weitere Offensive von russischer Seite ist von Ka- bralahti von Süden her vorgelragen worden, wobei das Ziel der Russen ftuufamo ist, das ungefähr 110 Kilometer südlich von Kuolajärvi ent­fernt liegt. Auch dieser Angriff richtete sich gegen T o r n e a als Endziel und mit der ersten Etappe gegen k o m i s ä r v i. Sollte es den Russen ge­lingen, dieses Ziel zu erreichen, so wäre diese für die Verteidigung des Rordens strategisch wichtige Eisenbahnlinie vom Süden aus abgeschnit­ten, woraus sich eine äuherst ernste Lage für Finnland ergeben mühte. Roch weiter im Süden stehen die russischen Truppen zur Zeit bei dem Dorf S u o m i s f a l m i aus ihrem Vormarsch gegen Uleaborg. Weiter wird aus den am Mittwochabend von der Front einlaufenden Berichten erkenntlich, dah ein Vor st oh gegen Rurmes, an der Eisenbahnlinie Joensuu-Kajana gelegen, von der

Neuer Bruch des Völkerrechts durch England.

Englische Fischerboote mit Geschützen - aber unzureichende VettungSmittel- - Britische Flugzeuge beschießen unbewaffnete Handelsdampfer.

Berlin, 7. Dez. (DNB.) In einer Unterhaus- rode hat Churchill sich damit gebrüstet, daß b e - : reits 1000 englische Handelsschiffe ; bewaffnet worden sind, und daß diese Zahl bald auf 2 000 ft eigen werde. Die britische Admiralität verwendet die bewaffneten Handels­schiffe für Zwecke der Kriegführung gegen Deutsch- lanm. Aus früheren Nachrichten ist bekannt, daß die Reeder und die Kapitäne dieser Schiffe wegen ihres Offensivgeistes nicht nur in der englischen Presse, sondern auch im Unterhaus gelobt wur­den. Englische Berichte haben sich öffentlich über den Handelsschiffkapitäne anerkennend ge­äußert, die das Feuer auf Unterseeboote schon in dem Augenblick eröffneten, als diese Leim Auf­tauchen die Wasseroberfläche durchbrachen. Die offensive Bewaffnung der Handelsschiffe ist nun noch verstärkt worden. Zu der Ausrüstung mit Ge­schützen ist teilweise eine Ausrüstung mit Was- serbomben hinzugetreten, wobei die Bedienung dieser komplizierten Angriffswaffen in Händen von Personal der britischen Kriegsmarine liegt, das zu diesem Zweck auf bewaffnete Handels­schiffe kommandiert wird. Auf die Folgen, die sich hieraus für die deutsche Seekriegführung ergeben, ist von deutscher Seite wiederholt aufmerksam ge­macht worden.

Lin deutsches Unterseeboot hat kürz­lich bei den Hebriden mit einer bewaff­neten Fischerflottille aufge­räumt und mehrere Fischdampfer versenkt, nachdem es den Besatzungen Gelegenheit ge­geben hatte, sich in ihren Booten zu retten. Wenn dieser Vorgang in einer Reutermeldung als Verstoh gegen das U-Voot-Protokoll von 1936 bezeichnet wird, so kann hierzu nur festge­stellt werden, dah die britische Admira­lität s e l b st durch die offensive Bewaffnung ihrer Handelsschiffe auch diesen bewaffneten Fischerfahrzeugen den Schuh des U-Boot-Pro- tokolls entzogen hat.

Das deutsche Unterseeboot hat das Völkerrecht nicht verletzt, sondern trotz eigener Gefahr mehr

Gegend um Repolu im Gange ist. Schließlich wird aus dem Frontabschnitt zu beiden Seiten des L a - doga-Sees berichtet, dah die Finnen dem Druck der Russen bisher haben standhalten können. Im Falle einer Aufgabe Suojärvis könnten die Russen die finnischen Verteidgungstruppen auf der karelischen Landenge aus ihren stark befestigten Stellungen ohne Schwierigkeit vertreiben.

Oie finnische Gesandtschaft hat Moskau verlassen.

Moskau, 8. Dez. (DNB.) Die Mitglieder finnischen Gesandtschaft in Moskau, ungefähr 30

Am Donnerstagabend mürbe in Helsinki folgender Heeresbericht aus gegeben: Land: Am 6. 12. überschritt der Feind den Taipale, unterstützt von kräftigem Artilleriefeuer. Ein Gegenangriff ist eingeleitet. In Westkarelien werden heftige lokale Kämpfe geführt, bei denen vier feindliche Tanks zerstört wurden. In Salmis verwendeten die Rus­sen Gas. Eine russische Abteilung nähert sich dem Tolva-Fluß. In der Gegend des Kianta sind Kämpfe im Gange. Bon den übrigen Fronten nichts neues. See: Der Feind unternahm am 6. 12. zwei plan­lose Beschießungen unserer Küstenartillerie am Fin­nischen Meerbusen. Am Ladoga-See hat unsere eigene Artillerie erfolgreich an den Kämpfen teil- genommen. Luft: Am 6. 12. unternahmen feind­liche Flieger gegen Pitkäranda, Koirinosa und Ki- tele Angriffe. Abgeworfene Bomben hatten keine Wirkung. In Pitkäranda und Koirinoja wurden Zivilpersonen mit Maschinengewehren beschossen. Einige Personen wurden verletzt.

Feindseligkeit behandelt.Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder hinaus." Das Deutsche Reich kennt sehr wohl die Verpflichtung der Dankbarkeit und der Treue, aber seine Freundschaft liegt nicht auf der Gasse, wo sie jeder nach Belieben sie nehmen könnte, nachdem er sie vorher ausge- geschlagen hatte. Das Deutsche Reich hätt denen die Treue, die chm die Treue hatten, das Deutsche Reich steht denen bei, die ihm beistehen, das Deutsche Reich nützt dem, der ihm nützt. Das deutsche Volk hat nichts gegen das finnische Volk, im Gegenteil. Das deutsche Volk hat keinerlei Feindschaft gegen die Völker des Nordens. Es ist zu hoffen, daß die Leiter der Geschicke unserer nördlichen Nachbarn eines Tages sich darüber Gedanken machen und sich die Frage vorlegen werden, ob es besser ist, wie in den vergangenen Jahren den Einflüsterungen eng­lischer Völkerbundsapostel und Kriegshetzer ein williges Ohr zu leihen oder dem natürlichen Inter­esse ihrer Völker nach einer Freundschaft mit dem deutschen Volke sichtbaren Ausdruck zu verleihen.

eignete sich eine Explosion, die das Schiff in zwei Teile spaltete. Ob die Explosion einem Torpedo oder einer Mine zuzuschreiben ist, steht nicht feft Als die übrigen Schiffe des Geleitzuges und die englischen Kriegsschiffe die Explosion bemerkten, ergriffen alle d i e Flucht und überließen die Schiffbrüchigen ihrem Schicksal. Diese trieben mehrere Stunden lang in einem Rettungsboot auf dem Meere umher und wurden schließlich von einem vorb eikommend en italienischen Schiff ge­rettet.

getan, als völkerrechtlich nötig gewesen wäre. Es hätte die Boote der bewaffneten Fischerflottille w i e Kriegsschiffe a n g r e i f e n und nieder­kämpfen können, gab aber der Besatzung Ge­legenheit, sich zu retten. Die Methode Churchills ist besonders verwerflich. Denn man gibt diesen Fischerbooten zwar Geschütze und setzt sie damit einer zusätzlichen Kriegsgefahr aus, läßt ne aber offenbar mit ganz unzureichenden Rettungsmitteln auslaufen.

Die Bestimmungen des U-Boot-Protokolls können selbstverständlich nicht als ein Verzicht auf An­wendung von Waffengewalt gegenüber feindlichen Schiffen ausgelegt werden, die von der britischen Admiralität mit Offensivwaffen ausgerüstet werden. Es gibt keine Bestimmung des Völkerrechtes, die einen Staat verpflichten könnte, Angehörige seiner Wehrmacht dem Selbstmord auszufetzen.

Die scheinheiligen Beteuerungen Churchills werden durch das Verhalten der Engländer selbst Lügen gestraft. Als am 29. Rovember englische Flugzeuge sich Borkum näherten, haben sie die auf Reede liegenden unbe­waffneten Handelsdampfer mit Maschinengewehren befchosfen. Die nzwisck'en angestellte Untersuchung hat ergeben, ß auf einem der Schiffe acht Einschläge uf der Kommandobrücke und in ihrer Rühe liegen. Diese Handlungsweise stellt nicht nur einen glatten Bruch des Völker­rechtes dar, sondern charakterisiert sich selbst als eine besondere Barbarei. Denn das sinn­lose Feuern auf Zivilpersonen konnte weder einen militärischen Zweck haben, noch der britischen Handelskriegsführung dienen, da die britischen Flieger sich kaum eingebildet haben werden, mit Maschinengewehren ein Schiff versenken zu können. Die einseitige bri­tische These, daß die Deutschen Freiwild sind.

Der russische Heeresbericht.

Moskau, 7. Dezember. (DNB.) lieber die Kampfhandlungen in Finnland wurde folgender Heeresbericht veröffentlicht:

Am Abend des 6. Dezember haben die vormar- fchierenden Truppen des Mlitärkreifes Leningrad im Gebiet von Murmansk den Widerstand der Finnen gebrochen; sie sind bis 35 Kilo­meter südlich von Petsamo vorgestoßen. Bei Oukhta, Repola, Porosozero und Petrosawodsk haben sie im Gefolge glücklicher Gefechte die Eisenoahnlinie Nurmes Joensuu überschritten und sind 60 bis 65 Kilometer weit über die Staatsgrenze hinaus voraestoßen. In der karelischen Landenge haben unsere Truppen nach einer Artilleriebeschießung die Hauptver- teidigungslinie der Finnen längs des unter dem NamenMaginotlinie" bekannten Vouski- Flußsystems durchbrochen, haben den Fluß Taipaleenuini überschritten und bewegen sich in nördlicher Richtung. Im westlichen Teil der Land­enge haben wir die Station Kiviniemi der Eisen- bcchnlinie nach Kexholm, die Stationen Lounatjoki und Perjarvi und das Fort Ino an der Küften- bechnstrecke sowie schließlich auch noch die Ortschaft Hannila an der Küste des Finnischen Meerbusens, 9 Kilometer westlich von Fort Ino, besetzt. Wegen schlechter Witterung konnten nur vereinzelte Auf- klärungsstüge durchgeführt werden.

Der finnische Heeresbericht.

Helsinki,?. Dez. (DNB.) Das finnische Haupt­quartier gab Mittwoch folgenden Heeresbe­richt heraus: Am 5. Dezember sind die Angriffe des Gegners zurückgeschlagen worden. Im Gebiet von Balksjärvi sind acht Kampfwagen zer­stört worden. Die Summe der allein auf der Karelischen Halbinsel von Anfang des Krieges bis zum 5. Dezember abends zerstörten oder beschädig­ten feindlichen Kampfwagen beläuft sich auf 80. Am 5. Dezember unternahm der Gegner einige Auf- kl ä r u n g s f l ü g e über dem Operationsgebiet und machte ergebnislose Bombenabwürfe bei Petsamo und Pitkäranta. Unsere Luftabwehr schoß am 5.12. zwei gegnerische Flugzeuge ab.

Helsinki wurde am Mittwochabend feinem Luftangriff unterworfen. Das Wetter ist fort­dauernd schlecht. Die Schneedecke beträgt in Helsinki, wo der Verkehr so gut wie eingestellt ist, etwa 30 Zentimeter. Durch den starken Schneefall sind auch die finnischen Flugzeuge zum Terl verhindert worden, aufzusteigen. Die Berichte von der Front treffen auf großen Umwegen und mit Verspätungen i- Helsinki ein. Aus ihnen geht hervor, daß Kampf- 1, iSlungen sowohl um Salmijärvi als auch nörd­lich vorn Ladoga-See und an der karelischen Front mit großer Gewalt vor sich gehen. Finnische Trup­pen sollen am Mittwoch in Eilmärschen nach Petsamo unterwegs sein, um die dortigen, starkem russischen Druck ausgesetzten Gar­nisonen zu unterstützen. Der Vormarsch der finni­schen Truppen mußte beschleunigt werden, da sonst die Eisenbahnverbindungen und der Eisenbahn­knotenpunkt in Kemijärvi von den Russen abge- schmtten bzw. zerstört werden.

Aufklärungsflüge gegenEnglandundGchoitlanö

Mißglückte britische Einflugversuche nach Schleswig-Holstein.

Berlin, 7.Dez. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im W e st e n schwache Arttllerietätigkeit.

Die L u f t w a f f e führte Aufklärungsflüge gegen England und Schottland durch. Die Aufklärer stießen wiederum bis zu den Shetlands- Inseln vor. Bei einem Luflkampf westlich der holländischen Insel Texel stießen ein deutsches und ein englisches Flugzeug zusammen und st ü r z - ten ins Meer.

In den Abendstunden fanden fünf Einslüge britischer Flugzeuge von der Deutschen Bucht her nach Schleswig-Holstein statt. Flakfeuer zwang den Gegner zum Abdrehen nach Rorden, wobei er versuchte, über däni­sches Hoheitsgebiet zu entkommen. Bomben wurden über deutschem Gebiet nicht abgewor­fen.

Erneute englische Neutralität« Verletzung von dänischer Seile bestätigt.

Kopenhagen, 8. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Die einwandfreie deutsche Feststellung daß eng­lische Flieger am Mittwoch nördlich von Flensburg über dänisches Hoheits­gebiet geflogen sind, wird jetzt auch von dänischer Seite b e st ä t i g t. Während zu­nächst erklärt wurde, daß von den dänischen Behör­den am Mittwoch kein Fall des Ueberfliegens däni- schen Gebietes feftgeftellt worden sei, wird jetzt aus M a r st a l auf der Insel Aero gemeldet, man habe gestern gegen 20 Uhr das Geräusch eines Flugzeuges gehört, das sich i n sehr großer Höhe befunden haben dürfte. Es seien nun über einem kleinen Bezirk verstreut etwa 10 Flug­blätter gefunden worden, deren Text zwar in deutscher Sprache sei, aber eindeutig einen eng­lischen Ursprung verrate.

Die Insel liegt in der Ostsee auf der Höhe der deutsch-dänischen Grenze, so daß der Verdacht nahe- liegt, daß diese Insel überflogen wurde, nachdem vorher der Weg über das dänische Nordschleswig zurückgelegt worden war.

Deutsche Flieger wieder über London.

London, 7. Dez. (DNB.) Wie gemeldet wird, sind heute deutsche E rt u nbu n g s f I ü g e auch nach London und über Westfrank- r e ich ausgeführt worden. In wetteren Gebieten Frankreichs wurde, wie es in London heißt, Flie­geralarm gegeben. Auf den Orkney-Inseln wurde am Mittwoch Fliegeralarm gegeben. Eine halbe Stunde später ertönte das Entwarnungs­signal. Man konnte das Motorengeräusch eines Flugzeuges Horen. Bald darauf gab es noch einen zweiten Fliegeralarm. Die Entwarnung erfolgte 20 Minuten später. Wie das britische Luftfahrt­ministerium mitteilt, näherten sich feindliche Flug­zeuge kurz nach 12 Uhr der Küste in der Gegend des Firch oft Forth. Jagdflieger der Royal Airforce wurden ihnen entgegengesandt. Die Entwarnung er­folgte eine halbe Stunde später, nachdem die feind­lichen Flieger ab geflogen waren.

Der Generaldirektor der englischen Presse-Zensur zurückgetreten.

London, 8. Dez. (Europapreß.) Der General­direktor der englischen Presse-Zensur, Sir Walther M o n 11 o n, hat gemeinsam mit seinem Stellver­treter Fish, dem Londoner Direktor derDally Mail", seinen Rücktritt eingereicht als Protest gegen die obstruktive Haltung, die die einzelnen Wehrminister feiner Tätigkeit gegenüber ein- nehmen, weil sie der Zenfur die Ermächtigung ver­weigern, über die Verwendung gewisser Nachrich­ten selbst zu entscheiden. Diese Haltung hat regel' mäßig zu langen Verzögerungen in der Veröffentlichung geführt. Der Minister der inneren Sicherheit hat Monkton aupgeforbert, feine Tätig­keit vorläufig fortzusetzen, bis die von ihm einge­leitete Untersuchung abgeschlossen sei.

Deserteure und Renegaten"

Der Stabschef der Hlinka-Garde gegen die Emigranten-Hetze in Paris und London.

Preßburg, 7. Dezember. (Europapreß.) Der Stabschef der Hlinka-Garde, M u r g a s , wandte sich über alle slowakischen Sender gegen die verstärkte Tätigkeit der slowakischen Emigranten in Paris und London. Er führte aus:Dasselbe Paris, das im September 1919 für den für die Freiheit und Rechte feiner Nation kämpfenden Führer des slowakischen Volkes, Hlinka, wederPlatznochDerständnis hatte, wurde zu einem freigebigen Gastgeber für slo­wakische Deserteure und Renegaten, die Volk, Natton und Staat für Judasgroschen des internationalen Juden- und Freimaurerturns ver­raten. Eine ©nippe seelisch entgleister Menschen, wie Osusky, HanNinc, Krno, Wiest, fanden m Paris ein Asyl und die Stadt bot ihnen sogar die Möglichkeit, im Rundfunk zu sprechen. Diese für schmutziges Geld gekauften Soldner wollen der slowakischen Nation, die im eigenen Staat lebt, von Paris aus von Freiheit reden. Diese sittenlosen gefallenen Männer beschmutzen auf feige Art ihre eigene Nation. Mr haben keine überflüssige Zett, den täglichen Kabarettvorführungen vor dem Mi* : krophon dieser Pariser Verräter Beachtung Al i schenken. Die Schmähungen fallen auf ihre Urheber zurück. Auch der gauklerische Veitstanz des traurig i bekannten Dr. Benesch verdient unsere Aufmerk- - samkeit nicht. Für uns gibt es nur eine Sorge, : und zwar, daß sich im slowakischen Staat die [ Fehler des unglücklichen zwanzigjährigen Regi- TW9 nicht wiederholen. Jenen, Mi rmjevor

es gerade die Staaten des Nordens waren, die in ihrer Presse und in ihren Handlungen alles andere als eine wohlwollende Haltung deutschen Belangen gegenüber einneh­men. Jedes Land möge seine Sympathie da wäh­len, wo es ihm am besten dünkt. Es soll sich dann aber nicht darüber beklagen, wenn ihm seinerseits nicht jenes Maß an Sympathie entgegen geb rächt wird, auf das man bei ihm seit Jahren vergeblich gewartet hat.

Dem deutschen Volke ist durch die britischen Kriegshetzer, die nicht zum wenigsten durch skandi­navische Journalisten und Politiker unterstützt wur­den, der jetzige Krieg aufgezwungen worden. Es ist naiv und sentimental zugleich, zu erwarten, daß das deutsche Volk in dem Kampf um seine Zukunft nun plötzlich all den kleinen Staaten beistehen soll, die sich vorher nicht genug tun konnten, Deutsch­land zu schmähen und zu verunglimpfen. Jahre­lang hat man das Reich zumindest mit kühler Gleichgültigkeit, ja mit hochmütiger Ablehnung, oft­mals aber mit einer schlecht verhüllten und offenen

Personen, mit dem Gesandten Drjö Koskinen an der Spitze, haben Donnerstag um 20.50 Uhr Moskauer Zeit mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Dünaburg (Lettland) Moskau verlassen. Die meisten Mitglieder der früheren finnischen Gesandt­schaft wollen sich über Deutschland nach Skandinavien begeben.

England schickt Militärflugzeuge nach Finnland.

Amsterdam, 7, Dez, (DNB.) Wie ein Teil der heutigen Londoner Morgenzeitungen behauptet, werden von England 2 0 Militärflugzeuge an Finnland geliefert werden, die einen Teil des Kriegsmaterials bildeten, das englische Fir­men Finnland zur Verfügung stellen wollten. Die Flugzeuge würden auf dem Seewege transportiert werden.

Die Konferenz der skandinavischen Außenminister.

Kopenhagen, 8. Dez, (DNB.-Funkspruch.) Die Außenminister von Dänemark, Norwegen und Schweden, die am Donnerstag in Oslo versammelt waren, haben, wie von amtlicher dänischer Seite mitgeteilt wird, die Fragen, die sich auf den fin­nischen Appell an die Genfer Liga ergeben, erörtert und sich darüber geeinigt, zu versuchen, alles zu tun, was seitens des Völkerbundes mög­lich sei, um eine friedliche Verständigung zwischen der Sowjetunion und Finn­land herbeizuführen. Sie haben auch die Aus­wirkungen, die der Krieg in Finnland auf die allgemeine Lage haben könne, besprochen, sowie endlich einzelne Fragen von geringerer Bedeutung behandelt, die die Tätigkeit des Völkerbundes be- treffen. Die Außenminister haben die Gelegenheit ihres Zusammenseins benutzt, um sowohl an den isländischen Erstminister wie an den finnischen Außenminister telegraphisch Grüße zu senden.

Kopenhagen, 7. Dez. (Europapreß.) Der eng­lische Krieg hat am Sonntag wieder, wie erst am Mittwoch in Kopenhagen bekannt wurde, ein Opfer von der dänischen Handelsflotte gefordert. Am Sonntag ist um 12.30 Uhr vor der englischen Ost- küste der dänische 2135-Tonnen-DampferO v e Io ft" auf eine Mine gelaufen und ge­sunken. 21 Mann waren an Bord, davon konnten 15 Mann gerettet werden. Der Dampfer war mit einer englischen Kohlenfracht auf dem Weg nach Göteborg. Daher erklärt es sich auch, daß die ersten Meldungen hier über Schweden eingetroffen sind.

Nach einem in Göteborg eingetroffenen Tele­gramm ist der DampferDing a", 1930 Tonnen, nach einer Explosion gesunken. Die Besatzung von 21 Mann wurde von einem dänischen Dampfer an Bord genommen. Der Sekretär der britischen Ad­miralität bedauert, berichten zu müssen, daß H. M. TrawlerW a s h i n g t o n", 209 Tonnen, in der Nordsee auf eine Mine lief und sank. Der britische DampferO r s a" von 1478 Tonnen ist in der Nord­see untergegangen. Ferner ist der 4607 Tonnen große englische DampferChancellor" infolge eines Zusammenstoßes mit einem anderen Dampfer im Atlantik gesunken. Der Kapitän und die Besatzung wurden gerettet

Aus Amsterdam werben drei weitere Schiffe als durch Minen versenkt gemeldet. Der englische Dampfer Huntsman" (8200 Tonnen) wird von seiner Reederei als überfällig gemeldet. Der griechische DampferP a r a I o s" (3435 Ton­nen) ist mit einer für Griechenland bestimmten Ladung deutscher Steinkohle in der Themse­mündung auf eine Mine gelaufen und gesunken. Ferner wird gemeldet, daß das in Diensten der britischen Admiralität stehende FischerbootOui- xotic" in den Gewässern von Dundey unterge­gangen ist. Die Besatzung konnte gerettet werden. Der norwegische DampferP r i m u l a" (1024 Tonnen) ist an der schottischen Küste auf eine Mine gelaufen und innerhalb von zwei Mi­nuten gesunken. Don der 15 Mann starken Besatzung

werden noch 8 vermißt. In Amsterdam ist eine tele­graphische Mitteilung des Kapitäns des Dampfers T a j a n d v e n" eingetroffen, in der es heißt, das Schiff fei nach einer heftigen Explosion innerhalb von 25 Minuten 30 Meilen nördlich der Insel Ouessant untergegangen. Alle Fahrgäste seien gerettet, sechs Mann der Besatzung werden ver­mißt. Das belgische SchiffLouis Scheid" werde die Geretteten in Weymouth an Land bringen. Das holländische FrachtschiffTajondoen" der Dampfschiffahrtsgesellschaft Nederland hatte 8159 Registertonnen. Er war auf dem Wege nach Nieder- ländisch-Jndien. Einschließlich der Fahrgäste befan­den sich 67 Personen an Bord. Der holländische FischdampferSilvaln" ist seit längerer Zeit überfällig. Es wird angenommen, daß er ge­sunken ist. Wie aus Ostende gemeldet wird, hat der belgische FischdampferM e m I i n g" in der Nähe der englischen Küste 25 Schiffbrüchige des norwegischen TankdampfersBritt a" gerettet, der in den englischen Gewässern gesunken ist. Die Britta" (6214 Tonnen) hatte eine Besatzung von 31 Mann. Man glaubt, daß sechs von ihnen ums Leben gekommen sind. Die geretteten Besatzungs- Mitglieder, unter denen sich sechs Verwundete be­finden, wurden in Neylyn an Land gesetzt.

Englische Kriegsschiffe ergriffen die Flucht..

Oslo, 8. Dez. (Europapreß.) Die Mannschaft des untergangenen norwegischen 12 000-Tonnen- SchiffesReals" ist in Bergen eingetroffen. Sie berichtete interessante Einzelheiten über die Um­stände beirrt Verlust ihres Schiffes. Dieses befand sich mit einer Ladung Benzin und Del auf der Reise von Amerika nach Dänemark. Es wurde von den Engländern ungehalten und nach Kirkwall ge­bracht. Dort wurde eine englische Prisenmannschaft an Bord gesetzt, die das Schiff in einem Geleitzug nach London bringen sollte. Aus dieser Fahrt er-