Ausgabe 
8.12.1939
 
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Staat tm M-er Europas führen, gebührt unter Dani und unser Dank gebührt ror allem auch g u h r « r u d R - r ch s k a n z I e r fiir leine mo^ lische chl'lfe. Den Pariser Streicheiden und Komö­dianten gebührt unsere Verachtung und, wen^es darauf anfommt, unsere Faust."

Bücher als Feldpostsendung.

Ein Appell an die Heimat.

Das Reichspropagandaministerium oeranstaltet in den nächsten Monaten eine Werbung für den ffle. banten der Buch-Feldpostsendung. Zeder Volkse- nosse in der Heimat ist aufgerufen, feinen Ange- Wriflen unj» Freunden an der Front Bücher al- Fewpostsendung zu schicken. Da- deutsche Buch ner- mittelt den tm Felde stehenden Soldaten ein leben- diges Bild von der Heimat mit ihren Kräften von der Gegenwart mit ihren Ausgaben und vor! der Große deutscher Geschichte.

Die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat ver­übens so schreibt Ha n ns I oh st in einem Ge- leitwort zu dieser Aktion. Nun kann man diese Zeit totschlagen, und man kann sie nutzen. Jede Warte­zeit ist ein Stück Freizeit, und Freizeit kann man sich durch em gutes Buch verschönern, oder man kann sie mit Hilfe eines Fachbuches für fein Wei- terkommen nutzen. Nutzen aus der Wartezeit schla­gen, klingt das nicht verlockender, als die Seit sinn­los totzuschlagen? Der Büchermarkt wartet darauf daß ihr euch seiner bedient und eure Lieben im Felde mit Büchern bedenkt. Jedes Buch ist ein Freiwilliger, der gewillt ist, Seite an Seite mit euren Angehörigen draußen im Felde zu bestehen

Als Ratgeber für Buchgeschenke an die Front ist die Buch-Feldpostliste erschienen, die jedem die Auswahl der geeigneten Bücher erleichtert. In übersichtlicher Gliederung werden dabei die Buch- gruppen Weltanschauung und Politik, Dichtung und Unterhaltung, Kultur und Natur aufgeführt Jeder Buchhändler stellt die Liste kostenlos zur Verfügung. Ihr alle, Väter und Mütter, Schwestern und Vrü- dern, Frauen und Kinder bedient euch des Buches als Geschenk für eure Feldgrauen!

Oer Kampf gegen die Rachitis.

Uebelstand dadurch abhelfen, daß wir jedem Säug­ling systematisch den ihm fehlenden Rachitis- schutzstoff zuführten. Und wir könnten damit rechnen, daß bei lückenloser Durchführung der amt­lichen Rachitisaktion die Rachitis weitgehend zum Verschwinden gerbracht werde. Die staatliche An­ordnung geht dahin, daß möglichst sämtliche über zwei Monate alten Säuglinge einer Rachitis- prophylaxe zu unterziehen sind, analog dem Vor­gehen bei der Pockenschutzimpfung; es bleibt der Bevölkerung überlassen, den Schutz im öffentlichen Verfahren oder durch Inanspruchnahme eines Pri­vatarztes vorzunehmen.

Zweckmäßige Arbeitskleidung

Jur Reichskleiderkarte nimmt Dr. I. Reichert || ImReichsarbeitsblatt" das Wort. Er erklärt, der |l erste Eindruck, den der Karteninhaber nach Erhalt | feiner Karte bekomme, daß es nämlich wahrhaftig I richt viel ist, treffe voll und ganz zu. Einen Be- |[ lleidungsluxus könnten wir uns bei dieser rigoro- ien Einschränkung nur noch leisten, soweit vor- |[ hanben. In der Zukunft werde aber auch dieser || Aanz immer mehr verschwinden. Ob General- i Direktor oder ungelernter Arbeiter, solange Krieg ' ft, könne keiner der beiden sich mehr als der an- 1 'ere an Wäsche und Kleidung erlauben. Anders ! .ehe es allerdings mit der Arbeits - und Be- lufskleidung. Dieser Sektor sei ausdrücklich I -usgenommen. Arbetts- und Berufskleidung, die I iiSher bezugscheinfrei war, werde jetzt ebenfalls I bezugscheinpflichtig. Es fei Vorsorge ge- I rossen, den hierin austretenden Bedarf voll I ju decken. Aus dem Baumwoll- und Zellwoll- | Htor werde annähernd d i e H ä l f t e der für den Hwilbedarf zur Verfügung stehenden Spinnstoff- M nengen zur Herstellung von Arberts- I r nd Berufskleidung vorgesehen. Diese Re- I selung zeige, daß auch im zivilen Sektor nach

Dringlichkeit unterschieden werde.

Im übrigen müsse der Kleiderkarte zugute ge­lalten werden, daß Erfahrungen aus diesem Ge­llet noch nicht vorliegen. Es sei nicht ausgeschlossen, baß sich im Laufe der Zeit Möglichkeiten ergäben, ene verfeinerte Versorgung je nach dem Grab der Nützlichkeit für die Volksgemeinschaft öurchzuführen. In diesem Krieg, da es um den Be­fand der Nation gehe, sei die zweckmäßige und P-ite Arbeitskleidung wichtiger als der elegante ^raßenanzug. Die Staatsfuhrung habe bei der Lebensmittelrationierung bewiesen, daß alles für deutschen Arbeiter geschehe, was überhaupt mög- lfch sei. Die besondere Behandlung der Berufsklei- bing zeige, daß auch hier der Arbeiter in seinen Ansprüchen gerecht behandelt werde. Beim Arbeiter fit nicht die Frage der Kaufkraftlenkung ausschlag- gebend. Wenn seine Arbeitsleistung auch unter den erschwerten Umständen der Kriegszeit voll auf- vckterhalten bleiben solle, dann fei die wichtigste Bedingung, daß er auch in den Genuß der durch llliiner Hände Arbeit geschaffenen Kaufkraft komme.

Die Anordnungen des Reichsinnenministers über einen durchgreifenden Kampf gegen die Rachitis werden in den Aerztekreisen große Genugtuung aus- Sösen, wie Professor Dr. Rott vom Reichsgesund- heitsamt imDeutschen Aerzteblatt" erklärt. Die Äachttis sei nämlich immer noch die amwei- testen verbreitete Krankheit bei uns. Es sei zuzugeben, daß die schweren Formen der Ra- chisis im Zuge der Verbesserung der hygienischen Lebenshaltung des Volkes verschwunden sein. Die Krankheitsformen geringeren Grades seien aber ge­blieben. Der Grund sei durchweg in der bei uns mangelnden Sonnenbestrahlung zu suchen. In Deutschland sei jeder Säugling rachitisgefährdet. Wir könnten aber dem

Der Besondere Strafsenat beim Reichsgericht.

Berlin, 4. Dez. (DNB.) Der Führer hat bte D itglieder des Besonderen Strastenats beim Reichs- Pricht ernannt. Ihm obliegt die Entscheidung in den ^rafsachen, in denen auf Grund eines vom Ober» nichsonwalt beim Reichsgericht eingelegten außer- ordentlichen E i n f p r u ch e s g e g e n ein rechts- 'saftiges Urteil von neuem zu entscheiden ist ['er in denen der Oberreichsanwalt wegen der Be­ttung der Sache die Anklage vor den Be- loiberen Straftenat erhoben hat. Zu Mitgliedern °i- 31. Dezember 1940 sind ernannt: Reichsgerichts- rDr. Rohde in Leipzig sowie Oberlandes- ^ichtspräsident Dr. M e l t in Graz und zu ihren ^.rtretern Reichsgerichtsrat Dr. Magner m Leip-

Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wllhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Elnzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Ar.4 rurm 1.SevtLMer*

3ifl und Landgerichtspräsident Schnitger in Ber- un; ferner zu Mitgliedern bis 31. Dezember 1941: Nelchsgerichtsrat Goedel in Leipzig sowie Mi- msterialdirektor im Oberkommando der Wehrmacht i h kn ann in Berlin und zu ihren Vertte« tern Reichsgerichtsrat S ch o e r l i n in Leipzig und mrC^Ia^cn^ ^Cs Oberlandesgerichts C a ft n e r in in£n ent .®er neue Senat wird am 6. Dezember 1939 zu feiner ersten Sitzung zufamemntreten.

Am 6. 12. 1939 trat der Besondere Straf» senat des Reichsgerichtes unter dem Vorsitz des Reichsgerrchtspräsidenten Dr. Bumke zu seiner Sitzung zusammen. Der Oberreichsanwalt hatte gegen ein fondergerichNiches Urteil außer­ordentlichen Einspruch eingelegt. Dieses Urteil YE einen vorbestraften Sittlichkeitsverbrecher zu mehrsahriger Zuchthausstrafe verurteilt, weil er un- fc*^U5nu^UTI^L Verdunkelung und unter Be« knit Waffen an einem noch Jugendlichen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen nach § 175 des Strafgesetzbuches begangen hatte. Der Besondere Senat verurteilte den Täter zum Tode.

Reue Rechtsaufgaben.

Die Arbeiten derAkademiefürDeutsches Recht werden um die durch den Krieg gestellten Rechtsfragen erweitert. Der stellvertretende Präsi- dent Professor Dr. Ernge gibt einen Ueberblick ?r den Stand der Arbeiten der Akademieaus- schusse. An erster Stelle nennt er die Bemühungen um die Schaffung eines deutschen Volks gesetz- 1)1(15 Bürgerliche Gesetzbuch ersetzen soll. Wichtige Vorarbeiten dafür sind bereits ge­leistet. Dor dem Abschluß stehen auch die Beratun­

gen an der Erneuerung des Handelsrechts. Der Ausschuß hat sich für die Beibehaltung eines besonderen Handelsgesetzbuches ausgesprochen. Als Zenttalbegriff soll die Unternehmerperfön- lichkeit anerkannt werden. Der Kauf­mannsbegriff fall vereinheitlicht und vereinfacht werden, jeder Inhaber eines nach kaufmännischer Art zu führenden Gewerbes soll die Kaufmannseigenschaft erhalten. Auch Großhandwer- &rn, deren Betrieb eine kaufmännische Führung erfordert, soll der Weg zur Eintragung in das Handelsregister und damit zur Erlangung der Kauf­mannseigenschaft eröffnet werden. Ein Gesetzent­wurf ist ferner für das Recht ber Handels­vertreter und Handlungsreisenden ausgearbeitet worden. Der Handelsvertreter soll als selbständiger Gewerbetreibender bestimmt werden. Zu einem gewissen Abschluß können weiterhin die Arbeiten auf dem Gebiet des Jugend st raf» rechts geführt werden. Aus dem Gebiet des öffent­lichen Rechts wird auf einigen Spezialgebieten die Arbeit fortgesetzt. So geht der Entwurf eines Reichswaffergefetzes der Vollendung ent« gegen. Auch für das Polizeirecht ist ein Ge- setzentwurf ausgearbeit. Der Ausschuß für Kolo« nialrecht wird das Ergebnis seiner Arbeiten demnächst in einem Sammelband veröffentlichen. Der Ausschuß für S o z i a l v e r si ch e r u n g s - recht hat durch die Notwendigkeit der Rechtsan­gleichung in den neuen Ostgebieten wichtige Auf­gaben erhalten. Auch der Ausschuß für Ratio- n a l i t ä t e n re ch t steht infolge der politischen Er­eignisse vor neuen Aufgaben. Schließlich wird der Ausschuß für Völkerrecht in nächster Zeit Ge- legenheit haben, die mit der Kriegführung der Feindmächte zusammenhängenden vötkerrechttichen Fragen in einer Denkschrift zu behandeln.

DerAdois-Hitler-Kanal-Bollendlmg und Anfang

Am 8. Dezember wird der Adolf-Hitler- Kanal dem Verkehr übergeben. Er wandelt den alten Klodnitz-Kanal, den schon Friedrich der Große, der erste Erschließer Oberschlesiens, plante und der 1822 vollendet wurde, in eine mo - l>erne Großschiffahrtsstraße um. Sie verbindet Gleiwitz mit dem Od er-Hafen von Cosel. Der Abolf-Hitler-Kanal ist nach sechs« jähriger Arbeit betriebsfähig geworden und über»

windet den erheblichen Höhenunterschied von ins­gesamt 44 Meter in sechs Doppelschleusen, die auf den sparsamsten Wasserverbrauch eingerichtet sind. Außerdem sind und werden Staubecken angelegt, wobei der abfallende Sand den Gruben für den sog.Bergeversatz", d. h. für die Auffüllung der ausgebeuteten Kohlengruben zur Verfügung gestellt wird. Wenn in diesem Zusammenhang von einem sparsamen Wasserverbrauch die Rede ist, ober die Errichtung von Staubecken erwähnt wird, so wer­den damit schon besondere Schwierigketten gestreift, die jeder Wassersttaße, insbesondere aber der Schiffahrt auf ber Oder, anhaften. Der Binnen­deutsche hat immer eine Neigung zu dem früh- lief)en Glauben, daß eine natürliche oder künstliche

Wasserstraße keine weiteren Probleme mehr stellt. Das ist leider ein großer Irrtum. Gerade bei ber Ober sind die beiden Ertteme fast allzudeutlich ausgeprägt: nämlich das häufige Vorkommen von zu niedrigem Wasserstand oder von Hoch­wasser. Natürliche Wasserstraßen müssen also nicht nur einmal instand gesetzt und Kanäle nicht nur einmal gebaut, sondern auch dauernd bewirtschaftet werden, was durch Anlage von .Talsperren geschieht, die überschüssiges Wasser auf­fangen und in Mangelzeiten ab geben.

Der Adolf-Hitler-Kanal wird einen Verkehr von Massengütern in Höhe von verschiedenen Millionen Tonnen nach dem östlichen Mitteldeutschland und nach Norddeutschland und darüber hinaus in den ganzen Ostseeraum sehr erleichtern. In diesem Sinne ist er eine Vollendung. Er ist zugleich ein Anfana: einmal für einen Kanal zur oberen W e ichsel, von wo aus sich wieder Verbindungs­möglichkeiten zum Dnjestr und zum Pruth an das Schwarze Meer und an die untere Donau ergeben. Da auch die Russen große Ka- nalbau-er sind, ist zu erwarten, daß diese Möglich­keit in einer nahen Zukunft ihre Erfüllung findet.

Im Augenblick steht aber eine andere Wasfer- straßenverbindung aus wirtschaftlichen und poli- tischen Gründen im Vordergrund, nänllich ber Oder-Donau-Kanal mit einer Abzweigung zur oberen Elb4. Die Vereinigung des nord­westlichen Mitteleuropas im Großdeutschen Reich schafft die Voraussetzuna zu diesen Bauten, die einen jahrhundertealten Plan verwirklichen. Schon 1725 lagen in der Wiener Staatskanzlei die Pläne für einen Donau-Oder-Kanal fertig vor und um die Jahrhund-ertwende wurde dieser Gedanke wiederum von einer österreichischen Regierung ein­schließlich einer Kanalabzweigung zur oberen Elbe ausgenommen. Gefchchen ist nichts! Nun, an die­sem 8. Dezember 1939, an dem der fertige Adolf- Httler-Kanal von Cofel nach Gleiwitz dem Verkehr übergeben wird, wird auch der erste Spatenstich zu dem Donau-Oder-Kanal getan, der zunächst dem Odertal folgt, dann die Scheitelftrecke über die mäh­risch-schlesische Pforte in 280 Meter Höhe über­windet und zwei Mündungen hat: die eine unmittel­bar bei Wien und die andere unterhalb Wiens ganz knapp vor Preß bürg bei Theben. Der Donau-Oder-^Kanal verbindet zunächst das altober- fchlesifche Industriegebiet mit dem früheren öster­reichisch-schlesischen Gebiet (Wittkowitz und Mäh­risch-Osttau), dann mit Wien und den Alpenlän- dem, weiter donauabwärts mit dem südöstlichen Mitteleuropa und schließlich mit den Balkanländern und dem Schwarzen Meer an der Donaumündung. Damit ist die weltpolttische Perspektive in vollem Umfange enttollt: die Verbindung des mittel- und südosteuropäischen Raumes unter Vermeidung des Wegs durch den Kanal von Dover, das Mittelmeer und die Dardanellerr.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem Verlagsbuchhändler Dr. Konrad Toechle« Mittler in Berlin aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

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Auf einer Arbeitstagungder Obergau­führerin n en des BDM. unter Leitung der Reichsreferentin Dr. Jutta Rüdiger in der Reichs- führerinn en schule in Potsdam sprach Reichsleiter Alfted Rosenberg. Er betonte die Wichtigkeit ber Erziehungsarbeit, die die Führerinnenschaft des BDM. gerade im Krieg zu erfüllen hat.

Reichssportführer von Tschammer und Osten wurde vom König Georg II. von Griechen­land in Audienz empfangen.

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Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat seine drei­tägigen Besprechungen in Rom mit Unterredungen mit dem Präsidenten des faschistischen Jndustriever- bandes C a p o f e r r i und Staatsrninister F a r i« nacci, Mitglied des Großen Rates des Foschis« rnus, abgeschlossen. Donnerstagabend hat der Reichs­organisationsleiter das Haus der Landesgruppe aufgesucht und wird Freitagvorrnittab mit dem fahr­planmäßigen Frühschnellzug in einem von der italienischen Regierung zur Verfügung gestellten Sonderwagen die Rückreise nach Deutsch­land antreten.

Die deutschen Beauftragten für die Umsied­lung ber Volksdeutschen aus dem früheren Galizien und Wolhynien haben sich in Deutsch-Przemysl versammelt unter Leitung des Hauptbevollmächtigten der Reichsregierung ^-Obersturmbannführer Ho ff mayer. Die Um­siedlungsaktion soll verttagsgemäß beiderseits bis zum 1. März nächsten Jahres abgeschlossen fein.

Der neue Gesandte der Sowjetunion für Ungarn, Eharonow, der zuletzt Geschäfts­träger der Warschauer Sowjetbotschast war, ist mit seinem Personal in Budapest eingetroffen und Hot dem Außenminister Graf Csaky einen Antrittsbesuch abgeftattet.

Im iranischen Außenministerium wurde von Außenminister Alam und dem Sowsetbotschaster Filimonoss ein Protokoll über die Zusammenarbeit der iranisch-russischen Fischereigesell- s ch a s t unterzeichnet. Die Unterzeichnung bedeutet eine Konsoldierung der Freundschaft zwischen Iran und Sowjetrußland. Die iranische Presse hofft, daß nun auch die anderen Probleme schnellste Lösung ftnden, womit auch der Abschluß eines neuen Han­delsvertrages gemeint ist.

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Die Konferenz der gemischten japanisch-mandschu­rischen und russisch-mongolischen Grenzzie­hungskommission in Tschita hat am Don­nerstagvormittag begonnen.

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In belgischen Finanz kreisen hat es Aufsehen er­regt, daß der französische Frank seit vier Tagen nichtmehranberbelgischenBörse notiert wird. Man führt das auf die neuen Pa­riser Finanzmaßnahmen zurück, die derartig kom­pliziert und undurchsichtig seien, daß man sich vor­läufig über das weitere Schicksal des Frank im unklaren sei.

Der Militärattache der deutschen Botschaft, Oberst Bruns, überreichte in Barcelona dem dortigen Kommandierenden General O r g a z, ber seinerzeit Befehlshaber der Nationalarmee vor Madrid war, bas ihm vom Führer verliehene Großkreuz des Drbens do m Deutschen Adler.

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Der König von England und der fron« zösische Staatspräsident trafen sich am Donnerstag in einer Stadt ber Kriegszone. Der König befand sich in der Begleitung des Herzogs von Gloucester. Präsident Lebrun war in Beglei­tung von D a l a b i e r. Das Frühstück wurde in einem Restaurant der Stadt eingenommen.

In Jerusalem wird mit geteilt, daß es zwi­schen britischen Truppenabteilungen und bewaffne­ten arabischen Nattonalisten an der transjorbant« schen Grenze zu einem größeren Gefecht kam. Hierbei wurden sechs Araber getötet, sechs fielen als Gefangene in die Hände ber Engländer. Oie englischen Verluste werden bemerkenswerter Weise nicht angegeben.

Oas Ehrenzeichen für deutsche Volkspfleqe im Krieqsbereich.

Das Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege kommt auch im Rahmen der Kriegsaufgaben als Aus« zejchnung für entsprechende Verdienste in Betracht. Es erhalten Angehörige des Sanitätsdienstes, soweit sie sich über den Rahmen ihrer dienst­lichen Tätigkeit hinaus Verdienste auch in Pflege von Kranken und Verwundeten erworben haben. Soldaten und Beamte, die sich um das Rote Kreuz im Rahmen seines Aufgaben­gebiets praktisch besonders verdient gemacht haben. Soldaten und Beamte, die sich um das W H W. in tätiger Beteiligung besonders verdient gemacht haben. Militärattaches zur Pflege des deutschen Volkstums im Ausland. Teilnehmer an größeren Rettungs« und Hilfsaktionen, die für eine Auszeichnung für Errettung aus Le­bensgefahr nicht vorgefchlagen werden können. Nichtwehrmachtangehörige, die während des Krieges im Bereich der Wehrmacht und in ihrem unmittel­baren Auftrag tätig find, für Verdienste in der Verwundeten- und Krankenpflege. Während des Krieges kann die Verleihung an Wehr­machtangehörige nur erfolgen, wenn die Verdienste nicht zu den dienstlichen Obliegenheiten gehören. Nichtwehrmachtangehörige, die in dienstlicher Tätig­keit Gelegenheit haben, sich bas Kriegsverdienstkreuz zu erwerben, kommen für das Ehrenzeichen nicht m Betracht.

Neue Aufgaben für das BOM.-Werk Glaube und Schönheit^.

Unter Leitung der neuen Beauftragten für das BDM.-WerkGlaube und Schönheit, Annemarie K a f p a r, fand eine Tagung der Beauftragten für das BDM.-Werk statt. Außer prattischen Fragen wurden vor allem die Probleme ideeller Mü­de l f ü h r u n g im Kriege besprochen. Gerade im Kriege hat die persönliche Lebensgestaltung der älteren Mädel besondere Bedeutung, da die An­spannung im Beruf einen Ausgleich fordert. Die Freizeit soll daher die Schönheit, Erhebung und Entspannung erschließen, die jede Beschäfttgung mit deutscher Kultur und Kunst vermittelt. Sämtliche 17jährigen Mädel des BDM.-Werkes befinden sich gegenwärtig in der Ausbildung für den Gesundheitsdienst. Schon in Kürze werden bereits die 16jährigen Mädel diese Grundausbil­dung erhalten, so daß in den Arbeitsgemeinschaften des BDM.-Werkes darauf auf geb aut werden kann. Neben den Arbeitsgemeinschaften, die sich mit Fra­gen des völkischen Lebens, mit Volkstumsarbeit, Sport und Gymnastik befchäfttgt, werden die Ar- beitsgemeinschasten für Kochen und Hauswirtschaft, sowie für bäuerliche Berufsertüchtigung fortgesetzt. Besonderen Wert haben diese Arbeitsgemeinschaften für das Mädel auf dem Lande.

Oie Brauwirtschaft spart Gerste ein.

Berlin, 7. Dezember. (DNB.) Die Notwendig­keiten des Krieges machen es erforderlich, einen Teil von der Brauwirtschaft verbrauchten Gerste einzusparen, um sie für andere Zwecke, so insbeson­dere für die Herstellung von Nährmitteln, Kaffee- Ersatz und zur Erweiterung unserer Futtergrund­lage zu verwenden. Daher ist künftig grundsätzlich die Herstellung von Bier mit einem Stammwürze- gehalt von mehr als 10,3 v. H. verboten. Er soll jedoch aus Qualitätsgründen nicht weniger als 9 v. H. betragen.' Bei dem größten Teil der üiblidyen Kon­sumbiere betrug der Starnrnw ürz eg eh alt bisher etwa 12 v. H. Andererseits wurde im Weltkriege der Stammwürzegehalt bis auf 3 v. H. herabgesetzt.

Die'se Maßnahme ist notwendig und vertretbar, da damit rund 500 000 Tonnen Gerste, die bisher für die Bierherstellung verwendet wurden, für an­dere Ernährungszwecke frei gemacht werden.

Aus aller Welt.

Drei ilalienifche Bombenflugzeuge abgestürzk.

Eine Anzahl italienischer Bombenflugzeuge hat, wie amtlich bekanntgegeben wird, am Mittwoch einen Uebungsflug von Oberitalien nach Sizilien unternommen. Durch den hefti­gen Sturm und Eisbildung an den Trag­flächen waren die Flugzeuge stark behindert. Von einer sehr heftigen Böe sind drei Flugzeuge über der Stadt Lucca erfaßt und zum Absturz ge­bracht worden. Ein Teil der Bemannung konnte sich durch Absprung mit dem Fallschirm retten.

Unwetter in Italien.

Nach dem schweren Gewitter in der Nacht zum Donnerstag ist auf den Rom umgebenden Ber­gen heftiger Schneefall eingetreten. Infolge des auch im Golf von Neapel herrschenden schweren Unwetters ist der DampferAngelo Emo" mit einer Ladung von 900 Tonnen Kleie durch Sturm und hohen Seegang auf den Wellenbrecher von Torre Annunziata geworfen worden und gesun­ken. Der Vesuv trägt eine Schneehaube.

Fünf Geschwister 418 Jahre alt.

Es gehört wohl zu den Seltenheiten, daß fünf Geschwister in bester Gesundheit und Frische ein Lebensalter von zusammen 418 Jahren erreichen. Dieser Fall wird von Irmgarteichen bei Siegen be­richtet. Die Spitze bei den fünf Geschwistern hält die Witwe Kath. Wolf, geb. Ax, die jetzt 92 Jahre alt wurde. Das Durchschnittsalter der fünf Geschwister liegt bei 84 Jahren.