Ausgabe 
8.12.1939
 
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Nr. 288 Erstes Matt

189. Jahrgang

Zreitag, 8. Dezember 19Z9

vruL und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei «.Lange in Sieben. Schristlettung und Seschäftrftelle: Schukstratze 7

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Deutschland und die finnische Krage

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Kammerpräsidenten Constanzo Liana gedacht, der von Anfang an dem Großen Rat des Faschismus angehörk hat, und dessen Geist wie Mussolini be­tonte bei seinen Beratungen auch weiterhin im-

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Berlin, 7. Dez. (DNB.) Im Zusammenhang mit der nunmehr zum offenen Konflikt gewordenen sowjetrussisch-finnischen Krise ist von verschiedenen Seiten und vor allem auch der Lügenküche englischer und französischer Amts- und Redaktionsstuben ver­sucht worden, Deutschland die Mitverantwor­tung an den Ereignissen im Norden zu unterschieben. Insbesondere wurde behauptet, Deutschland verletze die von ihm selbstverständlich erwartete Verpflich­tung, Finnland zu helfen, mit dem es soviel gemein­same Bande verknüpfen. Angesichts solcher ebenso böswilligen wie törichten und politisch künstlichen Unterstellungen erscheint es nötig, die Beziehun­gen Deutschlands zu den nordischen Ländern in den letzten 20 Jahren einer kurzen kritischen Prüfung zu unterziehen.

Es ist kein Zweifel, daß die Völker des Nordens in Deutschland immer eine besondere, auf histori­schen und gefühlsmäßigen Gründen beruhende Sympathie genossen haben. Diese Sympathie war aber im Verlauf der 20 Jahre immer mehr eine einseitige geworden. Das Deutsche Reich war in seiner Machtposition in Europa von jeher der natürliche Freund nordischer Interessen. Es ist diesem Grundsatz auch in seiner ganzen Geschichte immer treu geblieben und hat diese Einstellung den kleinen nordischen Ländern gegenüber unzählige- male unter Beweis gestellt. Als nun das Deutsche Reich am Ende des Weltkrieges durch den Wort­bruch der Alliierten in einen Zustand der Ohnmacht versetzt wurde, indem es allen ungerechten und maß­losen Forderungen der sogenanntenSiegermächte" wehr- und hilflos ausgeliefert war, hatte man in Berlin weniger auf eine aktive Hilfe denn dazu waren natürlich diese Länder nicht in der Lage, als doch zumindest ausdieSympathieundmo- ralische Unter st ützung der nordischen Länder in dem Unglück des deutschen Volkes ge­rechnet. Das Gegenteil aber trat ein. In den für Deutschland so bitteren Jahren hat keines der Länder sein Gewicht gegen das dem deutschen Volke angetane ungeheuerliche Unrecht in die

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zeigten. Schweden und Norwegen erklärten, aus prinzipiellen Gründen, Finnland aber hat damals den Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit dem Deutschen Reich a b g e l e h n t, obwohl Deutschland nicht das erste Land gewesen wäre, mit dem Finn­land einen solchen Pakt abgeschlossen hätte. Wenn auch damals in deutschen politischen Kreisen die Haltung Finnlands unverständlich war, so geht man nach den Erfahrungen der seitherigen Ent­wicklung nicht fehl in der Annahme, daß der sei­nerzeitige finnische Entschluß in weitgehendem Maße von den englischen Kriegshetzern beeinflußt war.

Diese Länder haben damit zu erkennen gegeben, daß ihnen in Wirklichkeit trotz ständig wiederholter Neutralitätsbeteuerungen an einer entschlossenen und gleichmäßigen Friedenshaltung gegenüber allen Seiten nicht soviel gelegen war, wie an der Hoff­nung auf das politische Ueberwiegen jener Seite, mit der man aus allerhand unneuttalen Gründen ympathisierte. Es ist in diesem Zusammenhang für die eigenartige Auffassung von Neutralität im Nor­den bezeichnend, daß es gerade die skandinavischen Länder waren, die der Valencia-Regierung nicht nur bis zum Ende, sondern über dieses Ende hinaus, als sie überhaupt nicht mehr existierte, ihre Anerkennung und moralische Unterstützung gewähr­ten, die Franco längst geschuldete Anerkennung da­gegen noch zu einem Zeitpunkt verweigerten, als dieses Hinausschieben nur als eine einseitige Parteinahme gegen Franco, gegen Italien und gegen Deutschland aus- gelegt werden konnte. Weiter ist bezeichnend, daß alle diese Länder bis zum heutigen Tage noch jenem Genfer Völkerbunde angehören, dessen Artikel 16 noch nicht abgeschafft ist, jener berüchtigte Sanktionsartikel, durch den die kleinen Staaten für die Interessen Großbritanniens eingespannt werden.

Seit Ausbruch des Krieges mit den Westmächten nun hat sich die Haltung der nordischen Länder nicht etwa geändert, sondern Deutschland, das keinerlei Divergenzen mit den nordischen Staaten hat und chon immer in seiner Geschichte für deren Inter­essen eingetreten ist, muhte wiederum erleben, daß

R o m, 8. Dez. (DRB.-Funkspruch.) Auf der ersten Sitzung des Großen Rates des Faschismus seit Kriegsbeginn hat Außenminister Graf Ciano, wie das amtliche (Kommunique besagt, einen Bericht über die internationale Lage erstattet, der 2V« Stun­den dauerte und vorn Großen Rat mit Beifall auf­genommen wurde, hierauf nahm der Duce das Dort zu einer ^/-stündigen Rede. Sodann wurde folgender Tagesbefehl angenommen:

Rach Entgegennahme des ausführlichen, auf unwiderlegliches dokumentarisches Material gestütz­ten Berichte des Außenministers bestätigt der Große Rat des Faschismus, daß die dem Kriege unmittelbar vorausgegangenen Ereignisse und der Charakter einer statischen Belagerung, den der Krieg an der Westfront selbst angenommen hat, seine Voraussicht auf wirtschaftlichem Gebiet mit der durch Blockade und Gegenblockade erfolgten Ent­wicklung und die in der territorialen Lage sowie in dem Kräfteverhältnis zwischen der Ostsee und den Karpaten eingetretenen Verschiebungen dem Be­schluß des Winisterrates vom 1. September, der die Richtkriegführung" Italiens durchsetzte, in vollem Umfange Recht geben, einem Beschluß, der bis jetzt die Ausdehnung des Kon­fliktes auf Sudofleuropa und das Vlittelmeer ver­mieden hat und den der Große Rat betätigt

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während des Weltkrieges.

irgendwo in England hergestellt wurde. Sie ist sehr sorgfältig gearbeitet und trägt den breiten Keil, ein Zeichen dafür, daß sie offiziell ist. Das ist nur eine kleine Sache, die die Mittäterschaft der britischen Regierung bei etwas ausweist, was man Verbre­chen nennt/'

Hier ist also mit ganz schlichten Worten durch einen Engländer f e st g e st e ll t, daß Herr Winston Churchill hinter den Verbrechen der Eng­länder am irischen Volke stand. Er war es, der zu Beginn des Kampfes ausrief:Man muß die Iren Niederschlagen wie Hunde?" Er organisierte den ganzen Terror gegen Wehr­lose. Er wurde als der Erfinder jener teuflischen Maske entlarvt, mit der friedliche Menschen in ihren Heimen zu Tode erschreckt werden sollten. Der Bericht der Labour Party-Commission bringt außer

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Gegenüber tendenziösen ausländischen Informa­tionen erklärt der Große Rat, daß die Be­ziehungen zwischen Italien und Deutschland so bleiben, wie sie von dem Bündnispakt und bei dem wiederholten Ge­dankenaustausch fe st gelegt worden sind, der vorher und nachher in Mailand, Salzburg und Berlin stattgefunden hat.

Der Große Rat erklärt, daß alles, was i m Donau- und Balkanraum geschehen kann, bei den gemeinsamen Land- und Seegrenzen, die durch die Vereinigung des Königsreichs Alba­nien mit dem Königreich Italien noch größer wurden, Italien unmittelbar inter- e s s i e r en muß.

In bezug auf seinen Handelsverkehr zur See beabsichtigt Italien diesen Verkehr sowohl mit Rücksicht auf sein Prestige als auch seine unbestreit­baren Lebensnotwendigkeiten in der entschie­den st en Weise sicherzustelten.

Schließlich zollte der Große Rat dem vom Außen­minister durchgeführten Werk lebhaften Beifall und erteilte ihm den Auftrag, demnächst vor der Faschi­stischen und Korporativen Kammer Über die Wech­selfälle und Phasen der internationalen Politik der letzten Zeit zu berichten. Zu Beginn der Sitzung hatte der Duce des im Sommer verstorbenen

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zugegen sein werde.

Das erste Echo der ttaliemschen presse

Oer Tagesbefehl des Großen Faschistischen Rates.

Oie Beziehungen zwischen Italien und Oeutschland bleiben die alten. Italien wird seinen Handelsverkehr zur Gee auf das entschiedenste sicherstellen. - Oer Bündnispakt mit Oeutschland voll bekräftigt.

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wenn es nicht gelang, rechtzeitig Revision zu schaf­fen. Anstatt nun aber in dieser Richtung zu wirken, waren die nordischen Staaten von Anbeginn der Gründung des Genfer Völkerbundes die treue­sten Anhänger und Verfechter dieses S y st e m s , das in seiner ganzen Struktur auf nichts anderes als die Niederhaltuna Deutschlands auf ewige Zeiten abzielte. Die nordischen Länder haben dem Völkerbund auch dann noch die Treue gehalten, als seine wahre Natur als Exekutor von Versailles und als Hüter des Status quo auch d5m naivsten politischen Gemüte klar geworden sein mußte.

Vergebens wartete Deutschland damals auf Zei­chen der Sympathie, auf eine wirksame Unter­stützung, aber man war entweder zu uninteressiert oder man beschränkte sich auf ideologische, fast- und kraftlose Auseinandersetzungen im Rahmen des Gen­fer Debattier-Klubs. Immer mehr geriet der Nor­den in das Fahrwasser der englischen Politik. Symptomatisch hierfür war auch die Haltung im Abessinenkonflikt, als die Nordländer sich als solch eifriger Verfechter des Nachkriegs- Systems entpuppten, daß sie sich nicht nur in treuer Ergebenheit an den Sanktionsbeschlüssen gegen Italien beteiligten, sondern diese mit einer fast selbstmörderisch zu nennenden Gewissenhaftigkeit gegen Italien durchführten. Die wenigen 'erfreu­lichen Ausnahmen betätigen nur diese Grundein­stellung.

Als in Deutschland der Nationalsozialis­mus die Macht übernahm und das deutsche Volk unter Adolf Hitler begann, seine Fesseln abzuschüt-

der in obiger Rede schon erwähnten Kopie des Packzettels, mit dem die Masken zu den britischen Truppen befördert wurden, noch die Aussagen eines Iren, der mit feiner Familie selbst einem nächt­lichen Ueberfallvon Soldaten mit sol­chen Ma sken ausgesetzt war. Das Inter­essante hierbei ist, daß diese Soldaten unter dem Schutz dieser Vermummung dem unglücklichen Opfer fein gesamtes Bargeld stahlen.

Das war damals in Irland die Art der Kriegführung von Minister Winston Churchill. Welch ein Beitrag zu der Charakteristik des Ooer- befchlshabers der britischen Flotte! Ein Beitrag aus englischem Munde! Genügt die Geschichte von Winston Churchills Maske nicht, um ihn selbst zu demaskieren?

Rom, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Beschlüsse des Großen Rates des Faschismus stehen im Mittel­punkt der römischen Morgenpresse, die, wenn sie auch noch keine redaktionellen Kommentare dazu bringt, doch schon in den Schlagzeilen die über­ragende außenpoUttsche Bedeutung der Präzisierung der ttaliemschen Haltung unterstreicht. Vor allem werden dabei dievolle Bekräftigung des B ü nd ni s p ak t e s mit Deutschland", die. Bestätigung des Ministerratsbeschlusses über die Nichtkriegfuhrung Italiens, der Hinweis auf das italienische Interesse am Schicksal des Donauraumes und des Balkans, sowie der Entschluß, den Han­delsverkehr zur See sicherzu st eilen, hervorgehoben. Mit großem Interesse wird schließ­lich die Ankündigung verzeichnet, daß Außenminister Graf Ciano demnächst vor der Faschistischen und Korporativen Kammer ausführlich über die inter­nattonale Lage berichten wird.

teln, da wurde von dem überwiegenden Teil der Presse des Nordens dieses Ereignis nicht etwa freudig begrüßt, sondern fast jeder Schritt zur deut­schen Selbständigkeit und jede Tat des Führers zur Beseitigung des Versailler Vertrages einer hemmungslosen Kritik unterworfen. Besonders auf­fällig zeigten sich die Folgen der systemattschen Hetze gegen Deutschland in den nordischen Ländern, als Deutschland sich im Laufe dieses Jahres bereit er­klärte, mit den kleinen Staaten des Nordens Nicht- angriffsuerträge abzuschließen. Während mit Dänemark und den baltischen Staaten die Ver­träge Mm Abschluß kamen, waren es Schweden,

Oer Offizier von 1939.

Die vom Oberkommando der Wehrmacht heraus» gegebene ZeitschriftDie Wehrmacht" veröf­fentlicht eine Charakterisierung des Offiziers von 1939. Der Verfasser, Oberstleutnant z. V. Mat- thaei sagt darin, daß der Offizier von 1939, der in Polen, am Westwall, zur See und in der Lust vor die Bewährungsprobe seines Lebens gestellt war, eine eigene Prägung habe, die jetzt im Feuer erhärtet ward und erst im Schlachten­lärm sichtbar hervorbrach. Niemals wohl in der deutschen Geschichte habe sich ein Führerkorps so entschlossen zur Tat, so pflichterfüllt gegenüber der rassischen Gemeinschaft des eigenen Volkes und fo hart gegen sich selbst in der Durchführung der Be- fehle des Führers gezeigt, wie das Offizierkorps der deutschen Wehrmacht in jenen jagenden Wochen und Monaten seit dem 1. September dieses Jahres.

Die jugendlichen Generale in den fünf­ziger Lebensjahren, die im polnischen Feldzug so sichtbar hervortraten, bedeuteten einen ausschlagge­benden geistigen und soldatischen Wert der Wehr­macht überhaupt. Wenn ein Generaloberst einen Strom durchschwamm, um zu feinen vordersten Tei­len zu gelange», wenn die leuchtenden Uniform- unü Gradabzeichen der Generale oft ganz vom bei den Truppen zu schen waren, wenn der Soldat sie neben sich im Feuer liegen sah, so feien das Tatsachen, deren Auswirkung auf die Truppe und ihren Geist greifbar und bildhaft waren.

Aber ebenso und in der gleichen Haltung sah die Truppe den ihr besonders nahen Offizier der unteren Dien st grade, den Leutnant und neben ihm den Unteroffizier. Der schnelle Ausbau der Wehrmacht habe die Verjüngung des Offizierkorps und der Unteroffiziere aller Grade bis nach unten hin durchgesetzt. Daß diese jungen Män­ner s i ch durch gesetzt haben, zeige ihre Be­währung beim Einsatz vor dem Feinde ebenso wie das militärisch-kriegerische Ergebnis ihrer Erziehung der von ihnen vielfach bereits im Frieden ausge- bldeten Truppe. Bei dem Typus des Offiziers von 1939 fei die Schule des Körpers ebenso be­deutsam wie die Tatsache, daß mancher erst ernst­haft einem bürgerlichen Beruf nachging und dann erst, wenn die innere Stimme, die ihn zum ganzen Soldaten drängte, nicht mehr schweigen wollte, alles hinter sich warf, um als Waffenträger und Offizier seine Lebensaufgabe zu finden. Ein verinnerlichtes Soldatentum fei heran- Hewachsen.

Zum Verhältnis des Offiziers zum Soldaten wird bemerkt, daß die Soldaten des Feldzuges 1939 sahen, daß ihre Offiziere, der junge Leutnant und Oberleutnant immer die er st en am Feinde waren. Bei den besonders hartnäckigen Kämpfen vor Lemberg seien in wenigen Ta­gen vom Offizierkorps der fünf Bataillone einer Gebirgsbrigade 14 tot auf dem Schlachtfeld ge­blieben und 10 schwer verwundet davongetragen worden. Auf teilweise je 15 Mann kam dann schon ein Offizier, die verstanden hatten, was ver­sterb en heißt und die im bewußten Einsatz des eigenen Ich der Truppe das unauslöschliche Bei­spiel des Opfers gaben. Die Wirkung solchen Ein­satzes beweise das Ergebnis des Feldzuges. Un­zählige Beispiele solchen Offizierseinsatzes und Ein­satzes des Unteroffiziers lägen aus allen Wehr­machtteilen vor. Aus so hartem und sauberen Holze' sei der Offizier von 1939 geschnitzt; eine 200jährige soldatische Ueberlieferung habe er ausgebaut und, fest wurzelnd in der nationalsozialistischen Idee, im Glauben an das ewige Deutschland, dem Gipfel entgegengeführt.

Berlin, 7. Dez. (DNB.) Der heutige Ober­befehlshaber der britischen Flotte Winston Chur­chill gehörte bekanntlich in der gleichen Stellung dem englischen Koalitionsministerium an, das unter der Führung von Lloyd George in den Jahren 1916 bis 1922 die Regierung Großbritanniens bildete. In jene Zeit fiel d i e Erhebung der Irlän­der, die endlich nach einer beispiellos harten Knechtschaft von 700 Jahren das englische Joch abzuschütteln versuchten. Der Krieg, der damals fünf Jahre lang (1916 bis 1921) auf der grünen Insel tobte, wurde von den englischen Trup­pen und Polizeiaufgeboten (den sogenannten Black and Tans) unter General Maxwell mit einer geradezu unvorstellbaren Grausamkeit geführt. Die irische Freikämpfer, Mitglieder der berühmten, von Devalera geleiteten Organisation Sinnfein, hatten, wenn sie in die Hände der britischen Unterdrücker fielen, d i e furchtbarsten Qualen und Foltern auszustehen und wurden zu Hunderten vom Militärgericht in Dublin zum Tode ver­urteilt. Doch damit nicht genug! Die Engländer, getreu der ihnen eigenen Art der Kriegsführung, i stürzten sich vor allem auf die unbewaffnete Zivilbevölkerung, metzelten sinnlos wütend Männer, Frauen und Kinder nieder, zerstörten zahl­reiche Häuser, Fabriken, ja ganze Städte, lieferten weite Kreise dem Hungertode aus, indem sie be- i sonders Lebensmittelgeschäfte und Molkereien in Schutt und Asche legten und übten einen bar­darischen Terror aus, der in der ganzen Welt einen Sturm der Entrüstung hervorrief.

_ Schließlich begab sich eine Kommission der eng- ! 'ischen Labour Party unter Arthur Henderson | Aach Irland, um genaue Feststellungen über das Vorgehen der Soldateska zu treffen. Sie erstattete Lnde 1920 einen Bericht, der im Januar 1921 Anter dem TitelReport of the Labour-Commission I Io Ireland als eine Druckschrift von 116 Setten ^schien. Dieser Bericht, in dem eine in der Ge- chichte wohl einzigartige Fülle von Grausamkeiten - Asammengestellt ist, enthält auch die Reden, die s mehrere Mitglieder der Kommission nach ihrer Rück- I aus Irland vor dem Londoner Unterhaus » I teilen. In einer dieser Reden nun findet sich I legender Absatt:

Was die Verantwortung der (englischen) Re- I tierung anbelangt, so schien General Thomsen (der I nrlitärische Berichterstatter über die Vorgänge) diese | 'M Hinblick auf die Vergeltungsmaßnahmen ver- lecken zu wollen. Es kann sein, daß er recht hatte. Cs kann sein, daß nicht nur Lloyd George, Sir I framar Greenwood oder Minister Winston Chur- biII nicht für die Repressalien in Irland verant- I wörtlich wären. Aber bei Durchsicht dieses Berichtes . t»ttd man auf gewisse Zeugnisse über das Eindrin- cen Bewaffneter in Häuser stoßen und im Anhang iie Kopie eines offiziellen Packzettels finden, der für gewisse Masken z u nächtlichen A n- Skiffen bestimmt war, die von den Militär­behörden, also von Winston Churchill, von einer egend Englands in eine Gegend Irlands gesandt vorden sind. Stellen Sie sich einmal selbst vor, venn Sie mit Frau und Kind ruhig schlafen und otnn eine Anzahl Männer mit Masken herein- siurzt (der Sprecher weist hier eine der Masken öir). Dies ist eine Maske, die von Winston Churchill geliefert wurde, um Männer und grauen m Schrecken zu versetzen« eine Maske« die

Die Maske Winston Churchills.

Englands Marineminister der Schuldige an der grausamen Kriegführung in Irland

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Waagschale geworfen.

Jeder vernünftig Denkende mußte sich klar dar­über sein, daß dieses Unrecht früher ober spater feine Vergeltung nach sich ziehen und daß damit dieu/uim vujiuwm, Welt erneut in schwerste Unruhe geraten mußte, Norwegen und Finnland, die sich desinteressiert

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen