Ausgabe 
8.11.1939
 
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Oie Partei Hilst allen Volksgenossen.

Anonym zwecklos!

NSG. Das Gaupresseamt erinnert daran, daß anonyme Schreiben cm den Gauleiter keinerlei Be­handlung erfahren können. Da jedoch in diesen Schreiben oft mit berechtigten Klagen auf Miß- stände hingewiesen wird, deren Abstellung not­wendig sein kann, werden die Beschwerdeführer im Interesse der von ihnen verfochtenen Angelegenheit aufgefordert, diesen Schreiben ihren Namen bei- .zufngen. Nur so werden berechtigte Beschwerden eine Nachprüfung und Behandlung erfahren. Ano­nym vorgetragene schriftliche Klagen jedoch enden im Papierkorb.

Die Partei hilft allen anständigen Volksgenossen in ihren Bemühungen, Dinge abzustellen, die der Volksgemeinschaft schaden. Als wesentliche Voraus­setzung dazu jedoch ist es notwendig, daß die Be­schwerdeführer selbst mit voller Namensnennung zu ihren Klagen stehen. Letzlich ist diese Forderung nicht mehr als ein Gebot allgemeingültiger An­ständigkeit, dessen Befolgung von jedem erwartet werden muß.

Vei Wertungssperre gelockert.

Durch Verordnung des Ministerrates für die Reichsverteidigung vom 31. 10. 1939 ist die bisher auf Grund der DO. vom 1. 9. 39 bestehende Ver­wertungssperre für Liegenschaften und bewegliche Sachen im weiten Umfange gelockert worden. Auf Antrag des Grundstückseigentümers, des Schuldners oder des Gläubigers können die bisher einstweilen eingestellten Versteigerungsverfahren auf Grund der allgemeinen Vorschriften fortgesetzt werden; nur auf besonderen Antrag kann das Vollstreckungsgericht weiterhin das Verfahren einstweilen eingestellt lassen, wenn dies im Interesse eines Beteiligten geboten erscheint.

Die Verwertung beweglicher Sachen ist nunmehr wieder uneingeschränkt zulässig, soweit nicht die all­gemeinen Vollstreckungsschutzvorschriften eingreifen. Insbesondere ist insoweit nach wie vor auf Artikel 6 Abs. 1 Nr. 3 der VO. vom 1. 9. 39 hinzuweisen, der in Kraft geblieben ist. Damit ist vor allen Dingen sichergestellt, daß in Fällen, in denen, wie z. B. bei land- und wehrwirtschaftlichen Erzeugungsbetrieben und bei zum Wehrdienst Einberufenen, eine beson­dere Schutzbedürftigkeit besteht, auch nach dem ge­lockerten Vollstreckungsnotrecht eine ausreichende Sicherheit gegen unbillige Vollstreckungen ge­geben ist.

Heroorzuheben ist aus dem Inhalt der DO., daß nunmehr der allgemeine Vollstreckungsschutz auch für die Verwertung von Sachen gilt, die auf Grund gesetzlichen oder vertraglichen Pfandrechtes mit Be­schlag belegt worden sind.

Schließlich sind in der VO. einige Zweifelsfragen geklärt, die bei der Anwendung der Artikel 6 und 9 der DO. vom 1. September 1939 entstanden waren. Auf Grund einer in der Schlußvorschrift ent­haltenen Ermächtigung kann der Reichsminister der Justiz weitere Durchführungsoorschriften in eigener Zuständigkeit erlassen.

Mit Feuerung sparen!

Kohle ist heute einer der wichtigsten Kraft- und Rohstoffe für die Wirtschaft und den Export. Der Hausbrand muß auf das notwendige Maß be­schränkt werden. Wir richten uns deshalb für die kalten Tage ein. Schlecht schließende Fenster und Türen werden nachgesehen, mit Litze oder altern Stoff abgedichtet. Für Arbeitsplätze am Fenster werden aus altern Material erforderlichenfalls Vor­hänge gearbeitet. Wird die Klicke als Wohnküche benutzt, so überlegen wir vor Beginn der Heiz­periode, ob alle Einrichtungsgegenstände für den Winter am richtigen Platz stehen. Wir halten nach Möglichkeit für die Kinder eine Arbeits- oder Spiel­ecke frei, stellen ein kleines Regal bereit, eine Kiste für Spielzeug und dergleichen, räumen Schrank­fächer und Schubläden auf und teilen sie neu ein, berücksichtigen dabei gelegentliche Schreib- und Näh­arbeit, Aufbewahrung von Lebensmittelkarten, Haushaltsbuch und dergleichen mehr. Ferner sorgen wir für angemessene Beleuchtung, trotz Verdunke­lung. Sie kommt der Arbeit der Hausfrau und ihrer Familienangehörigen zugute und erhöht die Behaglichkeit. Der wärmespendende Herd wird mit Ueberlegung für die Essenzubereitung und für war­mes Wasser ausgenutzt. Achtsamkeit, wieviel Koch­zeit jeweils erforderlich ist, planvolles Arbeiten und Benutzung einer Kochkiste helfen Feuerung sparen. Wer statt mehrerer Zimmer in diesem Winter nur einen Raum für alle Familienmitglieder heizen kann, sollte ebenfalls rechtzeitig die Einrichtung des Zimmers auf die andersartige und erhöhte Inan­spruchnahme abstellen. Unwichtiger Hausrat sollte beiseite gestellt werden, etwa ein Teetisch zugunsten einer Nähmaschine, eine Sesselgarnitur zugunsten von Arbeitstisch und Bücherbord für die Kinder und dergleichen mehr. Jeder kann dann Ordnung halten und sich inseiner Ecke" neben dem Familientisch einrichten. Unnötiges Hin- und Herlaufen und Türenöffnen werden so vermieden. Von einer Hei­zung der Schlafräume sehen wir selbstverständlich ab; in warmen Räumen zu schlafen ist ungesund. Damit sich keine Feuchtigkeit in den Betten nieder- schlägt, ist gutes Lüften und Durchzug täglich not­wendig. Ueber die richtige Behandlung der ver­schiedenen Oefen, über richtige Auswertung von Heizmaterial geben die hauswirtschaftlichen Bera­tungsstellen des Deutschen Frauenwerks Auskunft.

Strafkammer Gießen.

Der A. W. in Friedberg hatte sich wegen Vor­nahme unzüchtiger Handlungen an Personen unter 14 Jahren, begangen im August d. I., zu verant­worten. Der Anklagevertreter beantragte eine Ge- samtgefängnisstrafe von einem Jahr. Der Ange­klagte wurde, unter Freisprechung im übrigen, wegen Sittlichkeitsverbrechens in zwei Fällen zu einer Gesamtgefängnis strafe von acht Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungs­haft, verurteilt. Strafmildernd wurden das reu­mütige Geständnis und die seitherige Unbescholten­heit des Angeklagten berücksichtigt.

August Rink in Gießen, ganz erheblich und auch einschlägig vorbestraft, mar beschuldigt, im August an einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Anklage- Vertreter beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und neun Monaten und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von drei Jahren. Der Angeklagte wurde zu einer Zucht- bausftrafc von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Die bürgerlichen Ehren­rechte wurden ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Dem Angeklagten, auf den die Vor­strafen nicht den erforderlichen Eindruck gemacht haben, wurde eröffnet, daß er im Wiederholungs­fälle mit Sicherungsverwahrung zu rechnen habe.

Abgabe von Schokolade und Lebkuchen im Bereich des Landesernährungsamtes Hessen.

NSG. Mit sofortiger Wirkung sind folgende Mengen an Süßwaren für jeden Verbraucher in der Zeit bis zum 19. November 1939 zum Verkauf freigegeben:

1. 100 Gramm Tafelschokolade ober 125 Gramm Pralinen und berg!.

2. 125 Gramm Lebkuchen aller Art.

Es läßt sich nicht ermöglichen, baß der Ver­braucher in jeder Verkaufsstelle Schokoladenerzeug- nisse gerade in dem oben angegebenen Verhältnis erhält. Die Verkaufsstelle kann also, je nach den vorhandenen Beständen, die Abgabe vornehmen.

Die Abgabe für diesen Zeitpunkt ist ein­malig, d. h. jede Nährmittelkarte berechtigt nur zum einmaligen Bezug der vorstehend bezeichneten Mengen. Dieser erfolgt auf die in Kraft befindliche Nährmittelkarte gegen Abstempelung auf der Vor­

derseite, und zwar für Sckokolwde und Pralinen oben mit dem jeweiligen ZusatzSch bzw.P und für Lebkuchen auf dem unteren Teil des Stammabschnittes der Nährmittelkarte mit dem ZusatzL. Der Einkauf kann von der Verbraucher­schaft in allen Schokoladen- und Süßwarengeschäf­ten, Lebensmittelgeschäften, Konditoreien usw. vor­genommen werden.

Weitere Freigaben sind auch für die Zeit vom 20. November an vorgesehen, über die noch Ver­öffentlichungen seitens des Landesernährungsamtes Hessen erfolgen.

Die Abgabe von Kakaopulver, Schvkoladenpulver und Kakaopulvermischungen ist noch nicht gestattet. Hierüber erfolgt ebenfalls noch Bekanntgabe des Zeitpunktes und der Menge.

Aus der engeren Heimat.

400jähriges Vachaus zu Homberg.

. Homberg (Ohm), 7. Nov. Unser hiesiges Rathaus kann in diesem Jahre auf eine 400jährige Geschichte zurückblicken. Es wurde im Jahre 1539 erbaut. Das Rathaus ziert ein Glockenturm und ein erkerartiges Ecktürmchen mit einem Spitzhelm. Auf dem Glockenturm befand sich ehemals eine kunstvolle Uhr, die neben dem Zifferblatt einen Mann zeigte, der die Stunden durch Pfeifen an­gab; auch ein Hahn war angebracht, der sein Kikeriki" ertönen ließ. Diese Uhr wurde allerdings im Jahre 1612 entfernt. Das stattliche Rathaus ent­hält zwei Schulsäle, das Bürgermeisteramt mit Sitzungssaal, das Standesamt, die Stadtkasse und einen Raum für die Erhebung staatlicher Gelder. In Webenräumen sind Akten und verschiedene Altertümer aufbewahrt. Für das nächste Jahr ist eine äußere Instandsetzung des alten Gebäudes ge­plant.

Vom Voten Kreuz in Alsfeld.

0 Alsfeld, 7. Nov. Unter der Leitung des Kreisführers des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Alsfeld, Land rat Dr. S ch ö n h a l s , fand imDeutschen Haus" die Abschlußprüfung der Teilnehmerinnen des Lehrganges zur Erwerbung der Anwartschaft als Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes statt. Der Kursus war von 24 Teil­nehmerinnen besucht. Die Prüfung wurde durch den Oberfeldführer des Deutschen Roten Kreuzes, Medizinalrat Dr. I o ck e l (Alsfeld) vorgenommen und bestand in einer mündlichen Prüfung und im praktischen Teil im Anlegen von Verbänden. Der Oberfeldführer gab in einer Ansprache seiner An­erkennung Ausdruck für die befriedigenden Lei­stungen der Teilnehmerinnen an dem Lehrgang,

die nunmehr als Anwärterinnen für die Aufnahme in das'Deutsche Rote Kreuz mit einer sechsmonati­gen Probezeit gelten, die ihrer weiteren Aus­bildung gewidmet ist. Anschließend fand ein Karne- radschastsabend der Teilnehmerinnen und der Gäste statt, zu dessen Beginn der Kreisführer auf die Wichtigkeit der Arbeit des Deutschen Roten Kreu­zes hinwies, zur engen Zusammenarbeit mit den Gliederungen der Partei aufforderte und den An­wärterinnen weiterhin eifrige Arbeit an der Fort­setzung ihrer Ausbildung nahelegte. Die Ansprache schloß' mit einem Treugelöbnis an den Führer. Zu der Veranstaltung waren als Gäste der zuständige Ortsgruppenleiter von Alsfeld, sowie Bürgermeister Dr. Dölsing als Vertreter der Stadt und die Ver­treterinnen der örtlichen NS.-Frauenschaft er­schienen.

Wertvolle Münzen gestohlen.

Lpd. Diez, 7. Nov. Aus dem Nassauischen Heimatmuseum im Schloß Oranienstein wur­den mehrere wertvolle Münzen gestoh- l e n. Don dem Dieb fehlt bisher jede Spur, und es mangelt auch an Anhaltspunkten dafür, ob der Diebstahl wegen des Metallwertes der Münzen (Gold), oder aus Sammlerleidenschaft erfolgte.

Landkreis Gießen.

* Leihgestern, 7. Nov. Beim Hantieren mit einem geladenen Flobert, mit dem zwei junge Leute von hier nach Spatzen schießen wollten, entlud sich die Waffe. Das Geschoß drang einem der jungen Männer m den Oberschenkel und verletzte ihn so erheblich, daß die Ueberführung nach Gießen in die Chirurgische Klinik erforderlich wurde.

DeutschlandProtektorat Böhmen und Mähren.

Das erste Kriegs-Länderspiel auf deutschem Boden führt unsere Fußballer am kommenden Sonntag in der Kampfbahn des Breslauer Hermann-Göring- Sportfeldes mit der Auswahl des Protektorats Böhmen und Mähren zusammen. Dieser Fußball­kampf wird weit über die Grenzen des Großdeut­schen Reiches hinaus größtes Interesse beanspruchen, treffen doch hier zwei FußballMannschaften aufein­ander, die zu den besten der Welt zählen. Wenn man die früheren Begegnungen mit der ehemaligen Tschecho-Slowakei berücksichtigt, dann ist der sonn­tägige Kampf in Breslau der vierte zwischen beiden Nationen. Zwei deutschen Siegen steht ein tschechi­scher gegenüber, und das Torverhältnis lautet 5:5.

Folgende Spieler werden unter Leitung des jugo­slawischen Schiedsrichters Popovic den Kampf auf­nehmen:

Deutschland: Klodt (Schalke 04); Janes (Fortuna Düsseldorf), Billmann (1. FC. Nürnberg); Kupfer (1. FC. 05 Schweinfurt), Sold (1. FC. Nürnberg), Männer (Hannover 96); Lehner (Schwa­ben Augsburg), Schön (Dresdner SC.), Conen (Stuttgarter Kickers), Binder, Peffer (beide Rapid Wien).

Protektorat: Burkert (Zidenice Brünn); Burger, Stumpf (beide Sparta Prag); Smejkal (SK. Pardubitz), Boucek, Kols'ky (beide Sparta Prag); Riha, Ludl (beide Sparta Prag), Bican, Ko- pecky (beide Slavia Prag), Puc (Viktoria Zizkov).

Lehners 50. Länderkamps.

Der AugsburgerSchwabe" Ernst Lehner steht am kommenden Sonntag beim Fuhballänderkampf zwischen Deutschland und dem Protektorat Böhmen und Mähren zum 50. Male in der deutschen Natio­nalmannschaft. Dieses Jubiläum verdient besonders gewürdigt zu werden, weil ja Lehner der erste deutsche Fußballspieler ist, der die ,,50" erreicht hat. Ihm am nächsten kommt vorerst der Düsseldorfer Paul Janes, der in Breslau feinen 47. Länder- kämpf bestreitet. Lehners Laufbahn als National­spieler begann im November 1933 in Zürich, wo er mit hals, die Eidgenossen 2:0 zu schlagen. Bis heute spielte der Augsburger dann in 49 Länder­kämpfen gegen 20 Nationen. (!) Interessant ist, daß Lehner in allen 49 Kämpfen Rechtsaußen spielte.

Lleberraschende Hanvball-Eraebnisie.

Wieder einmal hat es im Handball w über­raschenden Ergebnissen geführt. Zwei Spiele gingen mit Ergebnissen aus, die man nicht erwartet hatte, der Rest kann vielleicht noch gerade so als in Ord­nung gehend empfunden werden. Vollkommen durchgedreht scheint Lützellinden zu sein. Die Mann­schaft kann sich einfach nicht mehr zusammenfinden und verliert von Sonntag zu Sonntag. Eine Krise scheint auch wieder einmal Holzheim mitzumachen.

Tv. HolzeimTv. Hörnsheim 8:12 (4:7)

Tv. LützellindenTv. Münclcholzhausen 6:9 (3:4).

Tv. KatzenfurtTv. Dutenhofen 12:2

1900 GießenTv. Londorf 8:4 (3:2).

Die Tatsache, daß Holzheim Ersatz einstellen mußte, gab dem Spiel das Gepräge. Es wurde zwar gekämpft, die Spannung, die sonst derartigen Tressen eigen war, fehlte diesmal vollkommen. Auch technische Feinheiten konnte man nur vom Geg­ner sehen, der das Spiel denn auch sicher gewann.

Lützellinden hatte einen ausgezeichneten Start

und lag bald mit 3:1 in Führung. Anstatt diese Führung nun auszubauen, übertraf man sich gegen­seitig in der Versiebung schönster Torgelegenheiten. Knapp aber nicht ganz unverdient konnte Münch­holzhausen gewinnen.

Ersatzgeschwächt und mit teilweise jungen Kräften waren die Dutenhöfer gefahren. Sie kamen deshalb niemals richtig zur Geltung, zumal die Platzbesitzer wieder einmal mehr in großer Form waren.

Eine gute Figur gab die junge Mannschaft der Spvgg. 1900 ab. Wenn auch Londorf gegenüber seinen sonstigen Leistungen nicht wiederzuerkennen war, so überraschte doch die Leistung der Platzbe­sitzer.

Iugendfußball der Spielvereinigung 1900.

1. Jugend Butzbach 1. Jugend 3:0 (1:0).

Die Blau-Weißen weilten am Sonntag mit Zwei Mannschaften zu Freundschaftsspielen in Butzbach. Die 1. Jugend traf dabei auf die gleiche Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit im Kampf um die Bannmeisterschaft 8:1 geschlagen wurde. Die Butz­bacher griffen mächtig an, aber in der 15. Minute

r-UXdL Deutsche! Für den Sieg ist lllllt) ausschlaggebend, welches Dolf ElliW sich jn her Heimat am festesten 'S' mit der Front verbunden fühlt. Auch hier werden wir Deutsche im Ariegs-WHW. 1939/40 starker sein als unsere Feinde es sich vorzustellen vermögen.

fiel doch der erste Treffer für 1900. Trotz ständiger schöner Angriffe blieb es aber zunächst bei dem einen Erfolg. Nach der Pause legten die Butzbacher abermals kräftig los, sie scheiterten aber stets an der Hintermannschaft des Gegners. Schließlich fiel, nachdem schon 30 Minuten der zweiten Halbzeit vergangen waren, das zweite Tor für die Blau- Weißen und wenige Minuten später wurde der Schlußstand hergestellt. Leider schied kurz vor dem Abpfiff der Linksaußen durch eine Kopfverletzung aus. Die Jugend der Blau-Weißen zeigte eine tadellose Leistung und verdiente ein Gesamtlob. Die 2. Jugend trat nur mit 10 Mann an und hatte in der Folge einen schweren Stand. Die spielstarken Butzbacher gingen immer wieder in Führung, wenn den Blau-Weißen der Ausgleich gelungen war. Die 1900er mußten sich dem stärkeren Gegner mit knap­pem Ergebnis beugen.

Die Tabelle der Kuhbail-Vunde.

Durch ein technisches Versehen ist gestern die Ta­belle der Fußballrunde unrichtig wiedergegeben worden. Wir lassen nachstehend die Tabelle in rich- tiggestellter Form folgen:

Die Tabelle.

Spiele

Gew.

Unentsch.

Verl.

Pkte.

1900 Gießen

6

5

1

0

11:1

Leihgestern

4

3

1

0

7:1

Großen-Buseck

5

3

1

1

7:3

Steinberg

4

3

0

1

6:2

VsB.-R. Gießen

6

2

2

2

6:6

Steinbach

4

1

0

3

2:6

Londorf

5

1

0

4

2:8

Großen Linden

6

0

1

5

1:11

Krofdorf

2

0

0

2

0:4

Wirtschaft.

Derfahrensvereinfachung auf dem Gebiet der Devisenbewirtschaftung.

FWD. Der Reichswirtschaftsminister hat das Ge­nehmigungsverfahren bei den Devisenstellen neu ge­ordnet, um eine wesentliche Verkürzung der Be­arbeitungsdauer zu erreichen und dem Publikum weitgehende Erleichterungen zu verschaffen. Die Mehrzahl der bei den Devisenstellen gestellten An­träge wird auf Grund der neuen Arbeitsmethoden künftig im Regelfälle Zug um Zug erledigt wer­den können.

Bisher wurden die Devisenanträge bei den De­visenstellen formlos eingereicht. Bei formlos einge­reichten Anträaen bestand der Mangel, daß die An­tragsteller häufig nicht wußten, welche Angaben für die deoisenrechtliche Bearbeitung bei den Devisen­stellen erforderlich waren. Für die am häufigsten oorkommenden Anträge sind deshalb einheitliche An­tragsvordrucke eingeführt worden, die bei sämtlichen Banken, Sparkassen und Girozentralen erhältlich sein werden. Aus dem Wortlaut der neuen An­tragsvordrucke vermag nunmehr der Antragsteller zu ersehen, welche Angaben zu machen sind, so daß die Devisenstellen im allgemeinen keine Rückfragen wegen formeller Mängel oder Fragen mehr zu hal­ten brauchen.

Bei Anträgen, die im Zusammenhang mit dem Außenhandel stehen, empfiehlt es sich, an deutlich sichtbarer Stelle den VermerkAntrag detr. Außenhandel" anzubringen. Der Reichswirckschafts* Minister hat angeordnet, daß derartige Anträge von den Devisenstellen unter allen Umständen sofort zu bearbeiten sind.

Die Wirtschaftsgruppen Privates Bankgewerbe Centtalverband des deutschen Bank- und Bankier­gewerbes, Sparkassen und öffentlich-rechtliche Kre­ditinstitute haben die ihnen anaeschlossenen Kredit­institute aufgefordert, das neue Verfahren weitmög­lich zu fördern, da es allen an der Devisenbewirt­schaftung Beteiligten große Vorteile bringen wird.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmartt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Ntain in Gießen wurden 4 Ochsen, 6 Bullen, 45 Kühe, 29 Färsen, 67 Kälber, 151 Schweine, 16 Schafe auf getrieben.

Preise: Ochsen 24 bis 45, Bullen 33 bis 45,5, Kühe 20 bis 43,5, Färsen 33 bis 44,5, Kälber 44 bis 65, Schafe 35 bis 46 Rpf. je xk kg Lebend­gewicht. Für Schweine wurden je kg Lebend­gewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (135 bis 149,5 kg) 1,10, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,10, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d (unter 100 kg) 1,02, ef (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksau en) 1,10, i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen) 1,10, h (Eber) 1,06 RM.

Marktverlauf: Alles ausverkauft:

Vhein-Maiuifche Börse.

Ueberwiegend fest.

Frankfurt a. M., 7. November. Die Börse blieb sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt überwiegend fest. Das Geschäft zeigte aber keine Belebung, da der Nachfrage der Kundschaft in den meisten Fällen nicht das entsprechende Angebot gegenüberstand.

Am Aktienmarkt hielten sich die Erhöhungen in etwas engeren Grenzen als am Tage zuvor, es überwogen aber Besserungen von 0,25 bis 1 v. H. Stärker erhöht waren Heidelberger Zement mit 135 (133) und am Montanmarkt Rheinstahl mit 131,75 (130,50). Im übrigen befestigten sich u. a. IG.-Färben auf 158,75 (158,25), Felten auf 137,50 (137), Gesfürel auf 133,50 (132,50), Daimler auf 116 (115), AG. für Verkehr auf 110 (109) und Verein. Stahl auf 93,50 (93,40). Nach dem kürz­lichen Anstieg etwas leichter waren Demag mit 142,25 (143), Westdeutsche Kaufhof mit 78,25 (78,50) und Lechwerke Augsburg mit 104 (104,50). Hoesch eröffneten mit uno. 108, desgleichen Scheide anstatt mit 208 und Betula mit 150.

Arn Rentenmarkt hatten die neuen Reichs­bahn-Schätze starke Nachfrage zu 98,75, ferner blie­ben Pfandbriefe, Ligui-Pfandbriefe und Industrie- Obligationen gesucht. 5 v. H. Mittelstahl 100 (99,75), 5 v. H. Gelsenberg und 5 v. H. Gelsenbenzin je 99,50 (99,25), 4,50 v. H. Main-Kraft 96 (95,65). Von Liqui-Pfandbriefen Meininger 102,40 (102), von Stadt anleih en 4,50 v. H. Heidelberg 95,50 (95). Länderanleihen zeigten z. T. Abweichungen bis 0,25 v. H. Don Auslosungswerten Reichsaltbesitz auf den näherrückenden Ziehungstermin weiter gefragt mit 135,40 (135,25). Steuergutscheine I, Kommunal- Umschuldung und Schuldbuchforderungen lagen wenig verändert.

In der zweiten Börsenstunde traten kaum noch Veränderungen ein, das Geschäft blieb beschränkt. Die später festgestellten Kurse zogen zumeist 0,50 bis 1 v. H. an, darüber hinaus stiegen Aschaffen­burger Zellstoff auf 95,50 (93,13), Holz mann auf 145 (143,50), Südd. Zucker auf 218 (216).

Im Freiverkehr nannte man u. a. Bürbach Kali mit 86, Ellsäss. Bad. Wolle mit 74 bis 76, Katz & Klumpp mit 91,50 bis 93,50 und Rastatter Waggon mit 38 bis 40. TagesgeD 2 (1,75) v. H.

.Frankfurter Sck»!achtviehmarkt

Frankfurt, 7. Nov. Auftrieb: Kälber 566 (ge­gen 537 am 31.10.), Hämmek und Schafe 450 (291), Schweine 2123 (1994). Notiert wurden je 50 Kilo­gramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c)45 bis

50 (46 bis 50), d) 30 bis 40 (32 bis 40). Hämmek

a2) 49 bis 51 (49 bis 50), b2) 44 bis 48 (44 bis 47), c) 30 bis 42 (30 bis 42). Schafe a) 40 bis 42

(40 bis 42), b) 36 bis 39 (37 bis 39), c) 20 bis 32

(20 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Marktverkauf: Kälber, Hämmek, Schafe und Schweine zugeteilt.

jRunbfunfprogramnt

Donnerstag, 9. November.

6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.05: Morgengym­nastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. 8.20: Musik am Vormittag. Aus­führung: Musikzug der SA.-Gruppe Hessen. 9.30: Schulfunk. 10: Konzert. 11: Konzert. Ausführung: Der Chor und das große Orchester des Reichs- senders Frankfurt. 12: Stadt und Land Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nach­richten. 14: Nachrichten. 14.15: Immer, wenn Sol­daten fingen ... 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.15: Konzert. Dazwischen 19.10: Berichte. 19.30: Ansprache zum 9. Nov. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschland­sender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten.