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Nr. 262 Zweites Blatt______________Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Mittwoch, 8. November 1959

Aus dem Reiche der Krau.

Butter erzieht die Kinder.

Eine Frage, liebe Mutter: Wie geht es dir zu 5)aufe mit den Kindern? Es ist jetzt nicht immer leicht, nicht wahr? Der Vater ist fort, der Schul- unterricht ist vielleicht nicht so regelmäßig wie in Friedenszeiten, viele Lehrer sind eingerückt, es ist also manches anders als sonst für unsere Kinder. Und du hast hier und da das Gefühl, als würden sie dir etwas über den Kopf wachsen... Sonst hat der Vater ein Machtwort gesprochen, wenn es nicht mehr ging; jetzt heißt es einfachMutter läßt uns schon", aber dir ist nicht wohl dabei. Gerade jetzt sollten sie mit verdoppelter Energie in Schach ge­halten werden! Aber wie das anstellen?

Liebe Mutter, du willst auf dem Posten sein trotz aller Sorgen um deine Lieben draußen. Wir wollen versuchen, dir ein wenig Hilfsstellung zu leisten mit ein paar Grundsätzen, an die du bei der Erziehung immer denken sollst.

1. Stelle keine unnötigen oder un­haltbaren Gebote auf! Verlange also im wesentlichen immer nur Dinge, auf deren Durch­führung du unter allen Umständen bestehen kannst! Sage z. V. nicht, ihr werdet schon sehen, von jetzt ab müßt ihr mir den ganzen Nachmittag lernen, denn dazu kommt es ja doch nie, und deine Kinder sagen sich, das wird nur halb so schlimm, bis morgen hat Mutter schon wieder die Lernerei vergessen. Sage besser: Um 4 Uhr hat jeder zum Arbeiten anzutreten, und um 6 Uhr werden mir die schriftlichen Arbeiten vorgelegt. Danach werde ich in Stichproben abhören. Dies aber führe durch, und du wirst bald Erfolg sehen!

2. Laß nicht mit dir verhandeln! Viel­leicht ist das deine schwache Seite die Kinder kennen sie nur zu gut! Sie bitten und betteln so lange, bis du nachgegeben hast. Damit begibst du dich aber in ihre Hände, zu deinem und ihrem Schaden. Ueberlege dir darum zuvor, was du verlangst, und dann bestehe darauf!

3. Laß dich keinesfalls durch irgendeine Kinderuntat, durch Ungehorsam oder Trotz i n Aufregung bringen! Und wenn dir der helle Zorn aufsteigen will, dann sage dir sofort, jetzt bin ich nicht verhandlungsfähig! Denn tatsächlich fehlt dir jetzt der Ueberblick, fehlt dir die innere Ruhe, die für den Erzieher eiserne Regel sein muß. Sage dann nur, mein Freund, so geht das nicht. Geh jetzt hinein ins Wohnzimmer, in einer Viertelstunde spä­testens werde ich auch da sein, und dann werden wir die Sache besprechen. Das Kind wird fick sam- mein in der Zwischenzeit; und auf jeden Fall wirst du dich sammeln können und versuchen, deinen persönlichen Aerger von dem zu trennen, was das Kind aus seiner Unart lernen soll! Wenn du also ruhig geworden bist, wirst du sie ihm sachlich und nüchtern vor Augen führen, du wirst als ernster Kamerad mit ihm sprechen und ihm raten. So ver­hinderst du, daß es sich in unnötigen Trotz hinein­steigert oder in das Gefühl, die Mutter tut mir Un­recht, die Mutter versteht mich nicht. Es lernt deine überlegene Führung auf diese Weise kennen und deinen' ernsten Witten, ihm wirklich zu helfen. Und dies ist für dein Kind maßgebend!

4. Nimm dein Kind immer ernst! Je mehr es sich als dein Kamerad fühlen kann, desto weniger arbeitet es gegen dich, desto mehr folgt es deinen sachlichen Anordnungen, desto kameradschaft­licher hilft es dir in dieser für dich so schweren Zeit.

Nur ein paar Regeln der Erziehungskunst haben wir heute herausgegriffen, liebe Mutter, um dich in deiner Arbeit zu stärken. Wir wiederholen nochmal ganz kurz: Stelle keine unnötigen und Undurchführ­baren Gebote auf! Ueberlege dir immer zuvor, was du verlangst, und dann bestehe darauf! Laß dich nicht aus der Ruhe bringen; strafe vor allem nie im Zorn! Nimm deine Kinder immer ernst und sei ihnen ein guter, verständiger Kamerad!

Berta Geisselbrecht.

HoMpeisen als Ergänzung fettarmer Mahlzeiten.

23 rm Frida Aisch.

Eine geradezu ideale Hilfe in unserer fettarmen Küche ist der Honig. Mit Horrig bereitete Speisen machen satt und halten lange vor, ohne Magende- schwerden zu verursachen. Das Fett braucht zur Verdauung Körperkraft. Honig dagegen geht gleich durch die Magenwände ins Mut und braucht nicht erst verdaut zu werden! Darum koche mit Honig! Einige Beispiele zur Auswahl:

Morgens: Frischer Weißkäse mit Honig und Rettig zum Brot. Mehlsuppe oder Haferflockendrei mit Honig. _

Mittags: Klöße für heiße Milch-, Brüh- und Obstsuppen. Don einer Tasse Milch, einem Teelöffel Rindsfett, einer Tasse Gries oder Mehl kocht man einen festen Ballen und läßt ihn abkühlen. Danach gibt man Salz, ein Eigelb, einen Teelöffel Eier­sparpulver oder andern Eiersatz, nachdem das Ei­gelb mit einer Messerspitze Honig verrührt ist, hinzu. Nach Geschmack mit Muskat würzen. Kleine Kloße abstechen und in der heißen Suppe garziehen lassen.

Seefische mit würziger Senftunke: (Kabliau, Seelachs, Schellfisch.) Nachdem die üb­lichen Gewürze zur guten Ausnutzung ihres Würz­stoffes (Lorbeerblatt, Pfeffer, Piment) 5 Minuten in Salzwasser vorgekocht sind, wobei man weni­ger Gewürze nimmt, als früher, denn sie gehen ja nunmehr aus kommt 3/< Kilo Fisch im gan­zen hinein und zieht durch, ohne zu zerfallen. 30 Gramm Rindstalg, 2 Eßlöffel feingehackte Zwie- dein, 1 Eßlöffel Mehl schwitzt man goldgelb, gibt eine Tasse Knochenbrühe keine Würfelbrühe! hinzu und füllt mit Fischwasser zur sämigen Tunke auf. In zwei Eßlöffeln Mostrich verrührt man einen Teelöffel Honig und einen Eßlöffel geriebenen Meerrettich, gibt alles in die Tunke und schmeckt mit Zitronensaft ab. Der von Haut und Gräten befreite Fisch zieht darin durch und wird recht heiß mit Salzkartoffeln zu Tisch gegeben.

Kastanieneintopf mit Birnen oder Pflaumen. Ein Kilo Obst, Kilo Kastanien, eine Tasse Milch, ein Eßlöffel heller Honig, ein Teelöffel Weizenmehl, Nelken, Zimt, 50 Gramm gewürfelten, goldbraun gebratenen Speck. Die ge­viertelten, geschälten Birnen oder ausgesteinten Pflaumen mit Gewürzen und knapp Wasser kochen. Die Kastanien in Salzwasser fast weich kochen, nb-

schälen und dazu tun. Milch und Mehl anrühren und mit dem gebratenen Speck mitkochen lassen. Vor dem Anrichten in etwas lauwarmer Tunke den Honig verrühren und dazugeben. Das Essen darf kein dicker Brei werden. Für fünf Personen ausreichend zum Sattessen.

Mohnkranz. Von einfachem Hefenteig formt man eine Rolle und drückt sie bis auf Zwei finger­dick- breit. Darauf kommt folgende Füllung: Zwei Eßlöffel Honig, zwei Eßlöffel Margarine miteinan­der verrühren, V< Kilo geriebener Mohn, eine Hand voll geriebener Nüsse und einen Eßlöffel Zucker dazugeben, den Teig zusammenklappen, zum Kranz winden, aufgehen, lassen, bei mäßiger Hitze eine Stunde backen, noch warm mit einem Hauch Butter bestreichen und mit Zucker einpudern.

Salat für Alle. Drei Salzgurken, sechs große Aepfel, drei gekochte Roterüben, acht gekochte, kalte Kartoffeln stifteln. Don zwei Teelöffeln Mehl und drei Eßlöffeln Salatöl eine weiße Einbrenne machen und mit Magermilch sämig kochen. Zn zwei Tee-

Praktische Blusen in zwei Farben aus neuen ober alten Resten haben wir heute skiz­ziert. Und zwar: (in der Mitte) zu einem dunkelblauen Faltenrock eine Westen- bluse aus rotem Duvetine mit grobgestrick­ten, dunkelblauen Wollärmeln und einem schmalen, roten Ledergürtel. Dann: (links) eine

löffeln Zitronensaft eint Messerspitze Honig und ein rohes Eigelb oder entsprechend Ersatz gut verquir­len und in die Tunke geben. Mit Salz, Pfeffer und grüner Petersilie abschmecken, die Stifteln damit mischen und gut durchziehen lassen. Mit Endivien­salat und Weißbrot reichen.

Betthupfer (Gutschen): Zwei ganze Eier ober ein Ei, ein Eiersparpulver, ein Eßlöffel heller Honig, eine Prise Salz, 175 Gramm Zucker, abge­riebene Zitronenschale ober Vanillezucker und einen Teelöffel Backpulver schaumig schlagen. Soviel Mehl dazu kneten, daß sich der dünne Teig weich aus- rollen läßt. Plätzchen ausstechen, mit buntem Zucker bestreuen, ober einer ganzen Kürbismandel ver­zieren und zart lichtbraun backen. Wer wenig Zeit hat, spart sich die Mühe des Ausstechens, wenn er den Teig wie einen Blechkuchen über das ganze Blech dünn ausrollt mit dem Kuchenrädchen in fingerbreite und 2 fingergliedlange Streifen die Länge und Breite teilt und nach dem Backen die Teile zu Plätzchen auseinanderbricht.

Hemdbluse aus hell- und dunkelblauem Waschflanell und unten eine kurzärmelige Bluse aus braunem und sandfarbenem Wall krepp. Zu einem Dirndelkleid paßt gut die kurze Jacke (rechts) aus schwär- 3 e m und rehfarbenem Tuch mit roter Steppnäherei und kleinen Metallknöpfen. H.

Rund um die Haserslocke.

Hafer ist die fett- und eiweißreichste und zugleich leichtverdaulichste deutsche Getreideart. Während der Körnerbildung entwickeln sich im Hafer wertvolle Nährwerte und Bestandteile, die den Stoffwechsel fördern. In Gestalt von Haferflocken wird dieser wertvolle Hafer so schonend von den Hülsen be­freit, wie es bei dem heutigen Stand der Technik überhaupt möglich ist. Dabei bleiben ihm das braune Fruchthäutchen unÖ die im Keim schlum« rnemden Vitamine und Aufbaustoffe tunlichst er­halten. So werden Haferflocken und Hafermark zu! einer Jdealnahrung für die Freunde der Rohkost für alle Personen, die gekochte Speisen bevorzugen^ sowie für jeden, der sich für naturgemäße Lebens« weise einsetzt. Zum Frühstück genossen, verbreiten Haferflocken ein Gefühl des Wohlbehagens im gan« zen Körper, bei Magen- und Darmleiden wirken sis sie beruhigend und lindernd. Sie sind ein ganz ein­faches, natürliche Nahrungsmittel ohne jeglichen! Zusatz und jedermann bekömmlich. Täglich genossen, erhöhen sie die Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Von Rezepten, die Freude bereiten, feien hier einige wenig bekannte angeführt:

Vullermilchsuppe mit Haferflocken:

Zutaten: 5 Eßlöffel Haferflocken (50 Gramms 1 Liter Buttermilch, 1 Eßlöffel Weizenmehl, 1 Priso (1 Gramm) Salz, Zucker, etwas Zitronenschale nach Geschmack, 30 Gramm Fett ober Butter. Zu­bereitung: Die Haferflocken in wenig Wasser mit dem Fett ober der Butter weichkochen, 1 Liter mit einem Eßlöffel Weizenmehl verquirlte Buttermilch zu den Flocken gießen und aufkochen. Zucker, Salz und abgeriebene Zitronenschale nach Geschmack bin- zufügen.

Fleischlose Irish Slew mit Tomaten.

Zutaten für 4 Personen: 150 Gramm Hafer« flocken, Vz Kilogramm Weißkraut oder Wirsing, 1 Prise (1 Gramm) Salz, 1 Prise (Vs Gramm) Pfeffer, Sellerie, Lauch, 250 Gramm Karotten. 3 bis 4 große Tomaten, etwas gewiegte Petersilie, 1 kleine Zwiebel, 80 Gramm Fett oder Speck, 1 Liter Wasser. Zubereitung: Weißkraut ober Wir­sing verlesen und kleinschneiden. Das Fett im Koch­topf zerlassen, den Kohl (wenn jung roh, wenn etwas älter 3 bis 5 Minuten in Salzwasser lang­sam gekocht) in das Fett geben, m dem zuvor ein«* Zwiebel gelb gedämpft wurde. Das Wasser auf­füllen, den Wirsing ober Weißkohl mit den in Würfeln geschnittenen Karotten Vi bis 3/< Stunde langsam kochen. Die Tomaten einige Minuten in heißes Wasser legen, von der Schale befreien, in Streifen schneiden und hinzutun. Zuletzt die Hafer« flocken unter Rühren hineinschütten, mit den ge­wiegten Kräutern noch einige Minuten kochen und zu Disch geben.

Haferflockenauflauf mit käse.

Zutaten für 4 Personen: 8/< bis 1 Liter ent­rahmte Frischmilch, 100 Gramm Fett ober Mar­garine, 250 Gramm Haferflocken, 2 Eier ober ent« sprechende Menge Milei, 50 Gramm geriebenem Käse, 1 Prise (ca. 3 Gramm) Sülz. Zubereitung:' Die Milch mit 30 Gramm Butter ober Fett und einer Prise Salz kochen. Die Haferflocken hinein­schütten und so lange kochen lassen, bis die Flot­ten eingedickt sind und sich leicht vom Topf lösen. (Vorsicht!) Nach und nach weitere 70 Gramm Fett oder Margarine und 2 Eigelb (Milei) barunter« rühren, abkühlen lassen unb mit bem Eierschnee zum Schluß vermengen. Lagenweise in die Auf­laufform füllen unb jebe Schicht mit bem fleriebe­nen Käse bestreuen. Obenauf einige Butterflöckchen legen unb bei Mittelhitze eine Stunde in der Bratröhre ober 8/< Stunde in der Backform auf offener Gasflamme backen. Mit grünem Salat zu Tisch gereicht, ist dieser Auflauf ein köstliches, nahrhaftes Hauptgericht.

Apfelklöhe mit Haferflocken.

Zutaten für 4 Personen: 200 Gramm Hafer­flocken, 500 Gramm in Würfel geschnittene Aepfel, 2 Eier oder entsprechende Menge Milei, 1 Prise (3 Gramm) Salz, 2 Eßlöffel (30 Gramm) Panier­mehl (semmelgelb), 1 Tasse entrahmte Frischmilch, ein wenig zerlassene Butter, Zucker und Zimt. Zubereitung: Die Haferflocken etwa 10 Minuten in der Milch quellen lassen. Aepfel, Eier (Milei), Paniermehl und Salz daruntermengen unb zu einem festen Teig verrühren. Kleine Klößchen formen, biete in sprudelnd kochendes Wasser legen und garkochen. Beim Anrichten die zerlassene Butter darübergießen und mit Zucker und Zimt bestreuen.

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(Angesalzene Lauchringel für den Winter.

Beim Einschlagen von Suppenwurzeln ist es in manchen Gegenden nötig, auch Lauch mit ins Keller- beet zu nehmen. Im letzten, überaus kalten Winter haben wir gelernt, daß auch mildes Klima einmal Fröste bringen kann, die selbst den winterharten Lauch verderben. Lassen wir darum nicht die ganze Ernte im Freien. Einen Teil Lauch schlagen wir im Selleriebeet mit ein.

Verletzte Lauchstengel aber sollte man in diesem Jahr nicht gleich in Mengen verbrauchen (Lauch­gemüse usw.). Wir können die dicken, weißen Sten­gel viel wirtschaftlicher zu Dauerware verarbeiten. Dauerware hat heute einen guten Klang. Sie macht uns unabhängig von der Jahreszeit und scharfem Frost. Sauber gewaschener Lauch ist zunächst wie­der völlig trocken werden zu lassen. Dann mit scharfem Messer Ringel schneiden, grün und weiß getrennt. Die grünen wieder in zarte und harte Teile (Blätter) teilen und getrennt trocknen. Dis zarten bienen wieJulienne" als Suppen« usw. Würze, bie harten können nur zum Auskochen unb Durchschlagen als Suppenwürze verwenbet werden. Jede Art für sich völlig trocknen (zweimal etwa acht Stunden mit Ruhepause dazwischen trocknen) in Gläsern verkorken und dunkel aufheben.

Die zarten, weißen Lauchringel aber legen wir. mit gleichem Gewicht feinem Salz gut vermischt, in weithalsige Fläschchen fest verkorkt und dunkel aufbewahrt, eine fertige Würze für Kartoffelsalat (wiegen!), Suppen, Tunken usw., die genau mifl Zwiebeln zu verwenden ist.

Warum ist die Gasrechnung wieder so hoch?

Da kommt nun allmonatlich der freundliche Gas­mann mit dem unerfreulichen Auftrag, die Gas­rechnung zu präsentieren. Unb richtig, wieder, wie schon oft, wird er mit dem Ausruf begrüßt: Warum ist denn die Gasrechnung wieder so hoch?" Dabei liegt es in den weitaus meisten Fällen an der Hausfrau, die es nicht versteht, ihren Gasherd sachverständig unb ein wenig liebevoll zu behandeln. Dazu gehört in erster Linie die Sauberkeit des Gasherdes, und nicht nur außen. Speisen, die über­gekocht sind, verstopfen den Brenner, lassen ihn rosten und verderben ihn. Die Gasflamme brennt bei diesen verstopften Brennern oft besonders hoch, ober sie hat nicht die Heizkraft. Das Essen kocht länger, und die Gasrechnung klettert in die Höhe. Man nehme deshalb jede Woche mindestens einmal den Brenner heraus, reinige ihn sorgfältig mit einer harten Bürste und fette ihn leicht ein.

Zurückschlagen der Flamme ist der Aerger der Haus­frau. Meistens kommt es daher, daß die Flamme zu viel Luftzufuhr hat. Man stellt deshalb den Schieber der Luftklappe, der sich an jedem Gas- Herd befindet, so lange ein, bis die Flamme nicht mehr zurückschlägt. Man muß immer das Gas erst eine Sekunde einströmen lassen, ehe man es an­steckt, denn sonst schlägt die Flamme auch leicht zurück. Gelb brennende Gasflammen leiden an Luftmangel, eine solche Flamme heizt auch nicht. Auch hier wird am Luftschieber reguliert. Ist der Luftschieber zu klein, läßt er zu viel Luft durch, so kann man sich mit einem Blechstreifen Helsen, den man dazwischen schiebt, am besten läßt man natür­lich solche Reparaturen vom Fachmann machen, Ex­perimente am Gasherd haben manchem schon das Leben gekostet! Ein halb zugedrehter Haupthahn ist nicht etwa sparsam, rote manche Hausfrauen meinen, sondern kostet das dop­pelte Gas. Man kann nur Gas sparen, indem

man die Sparbrenner benutzt und hier regu­liert. Die Sparflammer brauchen nur den achten Teil des Gases, aber es müssen fachlich einwand­freie Brenner sein, nicht etwa solche, die man irgendwo an der Haustür vom Hausierer kaufte.

Die Kochtöpfe müssen richtig gewählt werden. Breite, flache Töpfe find vorteilhafter als hohe unb schmale, in ihnen kocht das Essen schneller, und die Wärme wird richtig ausgenutzt. Niemals darf der Boden des Kochtopfes den ganzen Ringausschnitt füllen, denn dann heizt die Flamme nicht den Koch­topf allein, sondern auch noch das Innere des Herdes. Aber auch über den Topfboden darf die Flamme nicht herausschlagen, denn bann wirb die Umgebende Luft geheizt. Die beste Einstellung der Flammengröße ist: zwei Zentimeter vom Topfrand entfernt! Wenn es nachGasriecht,so bestreiche man das Gasrohr mit Seifenlauche. An der Stelle, wo sich eine große Blase bildet, tritt das Gas aus, dort ist das Rohr oder der Schlauch undicht. Nie­mals etwa mit offener Flamme nach dem Schaden suchen das ist lebensgefährlich! P.

Imprägnieren von Stoffen.

Stoffe können wasserdicht gemacht werden durch ein einfaches Verfahren. Man löst 100 Gramm essigsaure Tonerde in 5 Liter Wasser auf, taucht in diese Mischung die wasserdicht zu machenden Klei­dungsstücke hinein, läßt sie 10 Minuten darin lie­gen, windet sie leicht aus unb hängt sie zum Trock­nen auf. In noch feuchtem Zustand werden sie auf der linken Seite gebügelt. Um Seide wasserdicht zu machen, läßt man sie längere Zeit in der essig- sauren Tonerde liegen. Dann hängt man sie zum Trocknen auf, ohne sie aber vorher auszudrücken. Nach völligem Trockenfein wiederholt man dieses Verfahren noch zweimal. Zuletzt wird die Seide hängend angetrocknet, bann zusammengerollt und ge­bügelt.

Ä)as sotten wir tragen?

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