Oer Schall Hilst dem Fotografen.
Wunder aus der Welt der Wellen. — Töne als Explosivstoffe.
Von Dl-. $. Irische.
Wir haben es heute mehr denn je mit Wellen zu tun. Ob wir uns noch häufiger als sonst an den Rundfunkapparat setzen, oder ob wir uns mit einem Leuchtknopf schmücken, um im Dunkeln nicht an* zurempeln, oder ob wir gezwungen sind, den heimischen Lichtstrahlen sorgfältig den Weg nach außen zu versperren. Die meisten Menschen, die einst in der Physitstunde verständnislos dagesessen hatten, wissen heute auch über diese Wellen ganz gut Bescheid. Es wäre eine Beleidigung, fragte man einen Rundfunkhörer, ob er sich unter Wellenlänge etwas vorstellen kann. „Na, hören Sie mal? Da nehme ich einen Wasserspiegel und werfe einen Stein hinein. Wo der trifft, rührt er das Wasser auf, so daß Bewegungen kreisförmig über die Oberfläche laufen: sie hebt sich und senkt sich. Die Erhebungen sind dann die „Wellenberge", die Vertiefungen die „Wellentäler". Mit dem Abstand von einer „Talsohle" zur nächsten habe ich die „Wellenlänge". Solch ähnliche Wellen machen die von der Antenne gesendeten elektrischen Schwingungen in der Luft, — aber auch das Licht, das von einer Lampe ausgeht, oder die Wärme, die aus dem Heizkörper strahlt."
Kürzer als ckZMillionstel-Millimeter.
Bel dieser Verwandtschaft mit den Lichtwellen müßte man die Radiowellen doch sehen können, wenn sie aus der Antenne kommen? — Aber man hört doch auch die Wärme nicht, die der Ofen abgibt, obwohl die Schallwellen ebenfalls zu der Verwandtschaft gehören! Das liegt daran, daß alle
diese „Strahlen" zwar als Wellen die Lust, das Wasser oder feste Gegenstände durchdringen, aber sehr verschiedene Längen haben und mit unterschiedlicher Schnelligkeit schwin- g e n. So haben die Radiowellen Längen von mehreren Hundert Metern, während die längsten, bisher gemessenen Wärme st rahlen nur Wellen von 0,33 mm erreichen. Sie liegen damit schon im Gebiet d e s Lichtes, freilich der „infraroten Strahlen", also der Lichtstrahlen, die das Menschenauge noch nicht, sondern erst z. T. die P h o t o p l a t t e „sehen" kann. Die anderen nun schon nicht mehr sichtbaren Lichtstrahlen, die „ultravioletten", haben dagegen nur noch Wellenlängen zwischen 4/10 000 und 13/1000 000 Millimeter. Sie reichen so an das Gebiet der alles durchdringenden Röntgenstrahlen, die noch kürzere Wellenlängen haben. — Man suche sich vorzustellen: Strecken, die kürzer sind als 13 Millionstel-Millimeter!
Fallen die Lichtwellen durch chre Kürze auf, so sind die Schallwellen durch besonders schnelle Schwingungen ausgezeichnet: Wellenberg und Wellental wechseln sich außerordentlich häufig in der Sekunde ab, z. B. bei den für das Ohr hörbaren Schallen der Sprache, Musik oder einfachen Geräuschen 16 bis 20 000 mal. Wie es aber beim Licht noch nicht sichtbare Infrarot- Strahlen und nicht mehr sichtbare Ultraviolett- Strahlen gibt, nennt man die nicht hörbaren Schalle „Infraschall-" und „Ultrafchallwellen". Gerade diese letzteren, also Schallwellen mit mehr als 20 000 Schwingungen pro Sekunde sind in der jüngsten Zeit Helfer der Te chnik geworden.
Töne zersprengen feste Gegenstände.
Alle Stoffe, die ihrer Anlage nach überhaupt schwingen können, haben nämlich eine „Eigenschwingung"; sie schwingen deshalb mit, wenn in ihrer Nähe ein Gegenstand mit der gleichen Schwinaungszahl Wellen aussendet: eine Diolin- saite schwingt mit, wenn eine andere neben ihr angezupft wird. Man kann auch ein Weinglas zum Klingen veranlassen, wenn man in der Tonhöhe hineinsingt, in der es beim Anstoßen ertönt. Singt man aber zu kräftig hinein, so schwingen die Glasmoleküle immer stärker mit und schwingen schließlich auseinander: Das Glas zerspringt So können die Schallwellen alle Stoffe durch Mitschwingen in ihrem Gefüge zerstören, wenn diese mir eine Eigenschwingung besitzen. Der Chemiker vermag z. B. schon mit den hohen Tönen eines Streichinstrumentes den „Eigenton" von Jodftickstoff zu treffen und kann die Jodstickstofftnoleküle durch intensives Schwingen „explodieren" lassen.
Diele Stoffe schwingen aber unhörbar, weil mit mehr als 20 000 oder weniger als 16 Schwingungen pro Sekunde. — Deshalb kann man auch das Licht oder die Wärme nicht hören! — Um ihren „Eigenton" treffen zu können, mußte man künstlich Jnfta- und Ultraschallwellen erzeugen. — Kürzlich entdeckten die Physiker, daß Platten aus Quarzkristall, die man stark zusammen preßt, plötzlich an einer Seite positiv, an der anderen negativ elektrisch geladen sind; beim Aufhöten des Druckes zeigen sie umgekehrte Ladung. Macht man die Seiten aber durch Stromzuleitung künMch positiv und negativ elektrisch, so dehnt sich die Quarzkristallplatte aus oder zieht sich zusammen. Nun legen die Techniker solche Quarzkristallplatten zwischen isolierte Schemen aus leitendem Material, — nach Art eines Kondensators, wie ihn jeder Radioapparat enthält, — und schicken Wechselstrom in die beiden Deckscheiben. Dadurch werden sie
positiv, bzw. negativ aufgeladen, je nachdem, wir der Strom wechselt. Der gewöhnliche Lichtstrom in den Wohnungen wechselt die „Pole' meist hundertmal in der Sekunde; der Polwechsel läßt sich aber durch entsprechende Einrichtungen beliebig vervielfachen. Muß sich die Quarzkristallplatte unter der Induktion so mehrere tausendmale in der Sekunde zusammenziechen und wieder ausdehnen, so setzt sie die umgebende Luft oder Flüssigkeit in entsprechende Schwingungen: Es entstehen Ultraschallwellen.
Auf diese Weise ist es möglich, die Eigenschwingungen aller Stoffe zu treffen, die sich chemisch in Lösungen abscheiden bassen, und so deren Gefüge zum Platzen zu bringen. Man kann z. B. feste Molekülverbindungen, wie etwa Schwefelwasserstoff, auseinanderreißen und den Schwefel ablösen. Auch als Zerstäuber lassen sich die U-Schallwellen verwenden: Das lichtempfindliche B r o m \ i I b e r, das früher nur verhältnismäßig grobkörnig in die „Emulsion" der Photoplatten eingelagert werden konnte, wird jetzt durch die Schwingungen aitfs feinste in der Gelatine verteilt; der Photograph vetdankt also die feinkörnigen Negative die sich fast unbegrenzt vergrößern lassen, den hoch- schwingenden Schallwellen.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich -25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
nach einem segensreichen Leben im Alter von 75 Jahren.
November 1939
6726V
La Traviata
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6732V
Statt Karten.
Wilhelm Haber
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
Die Hinterbliebenen:
7. November 1939
1. Ziehungstag
In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen
Kartenverkaufsstelle der KdF.
6723P
Gießen, Berlin und Bromberg, den 8. November 1939.
DieTrauerfeier findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt
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Von schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ist mein lieber Mann, unser lieber Vater und Großvater
Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 10. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
Katharina Haber, geb. Lorenz Dr. Franz Haber und Frau Carola, sowie 3 Enkelkinder, [geb. Schmitt
im 67. Lebensjahr am Samstag, dem 4. November 1939, durch sanften Tod erlöst worden.
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Die Verlobung ihrer Tochter Walgund mit dem Bannführer Sigurd Taesler geben bekannt
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Sigurd Taesler
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