Front und Heimat stehen zusammen
Kein unnötigerWechsel des Arbeitsplatzes
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garrenladen z. 23.x der am Samstage den 9, Sext.enchaltserlaubnis erlischt»
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ZU dem letzten Zeitpunkt vorher vorgenommen werden, in dem sie noch in Betrieb waren. Ein Zi-
Zustimmung des Arbeitsamts erforderlich planmäßiger Einsatz jeder Arbeitskraff.
machung aufhalten, nur mit Genehmigung der Kreispolizeibehörde verl affen. Die für weitere Teile des Reichsgebietes erteilte Auf»
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Die Durchführung staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsamer Aufgaben und der Mangel an Arbeitskräften erforderten bereits in den vergangenen Jahren eine straffe Lenkung des Arbeitseinsatzes und im Zusammenhang damit Beschränkungen in der Lösung von Arbeitsverhältnissen und in der Einstellung von Arbeitskräften. Diese Maßnahmen müssen ausgebaut werden, um die erfolgreiche Durchführung des dem deutschen Volke aufgezwungenen Kampfes zu sichern. Ebenso wie von den Soldaten an der Front muß auch von ollen Schaffenden verlangt werden, daß sie ihre ganze Kraft an dem ihnen zugewiese- nen Platz einsetzen. Jede eigenmächtige Aufgabe des Arbeitsplatzes beeinträchtigt den einheitlichen und geschlossenen Einsatz der Arbeitskraft des deutschen Volkes und schwächt dessen wirtschaftliche Schlagkraft.
Wer, gleichgültig ob Betriebsführer oder Gefolgschaftsmitglied, ein Arbeitsverhältnis lösen will, bedarf hierzu der Zustimmung des Arbeitsamtes. Dies gilt auch für Beschäftigungsverhältnisse in der Hauswirtschaft. Ausgenommen von der Zustimmung zur Kündigung sind Arbeitsverhältnisse, über deren Lösung sich die Vertragsteile einig sind, ferner Entlassungen, die durch Stillegen von Betrieben (Baustellen) erforderlich werden, und schließlich Arbeitsverhältnisse, die zur Probe oder Aushilfe eingegangen wurden und innerhalb eines Monats beendet werden. Ferner bedarf es der Zustimmung zur Lösung von Arbeitsverhältnissen nicht bei Arbeitskräften, die gelegentlich Dienste leisten oder gegen geringfügiges Entgelt beschäftigt sind und daher der Krankenversicherungspflicht nicht unterliegen.
Die Zustimmung des°Arbeitsamtes ist auch zur Einstellung von Arbeitskräften er-
standsaufnahme am 11. September 1939 machen.
Großhändler mit Tabakwaren, die Tabakwaren nicht an Verbraucher abgeben, mußten die Bestandsaufnahme auf den 5. September 1939 nicht machen, sie müssen sie aber auf den 11. September 1939 machen.
Die Bestandsaufnahme bei den Kleinhändlern und Großhändlern auf den 11. September 1939 4 Uhr am Morgen ist erforderlich, weil sie ihre Bestände an Bier, Tabakwaren und Schaumwein in einer Summe spätestens am 20. Oktober 1939 dem Finanzamt anzumelden und nach- zuversteuern haben. Für die Hersteller kommt ein solches Nachoersteuerungsverfahren nicht in Betracht. Durch diese Nachversteuerung wird ermöglicht, daß die Unternehmer (ausgenommen die Hersteller und in einigen Fällen die Bierverleger) späterhin die Steuer nicht an das Finanzamt, sondern neben dem Kaufpreis an ihre Lieferer zahlen. Eine zweimalige Bestandsaufnahme kommt demgemäß nur beim Kleinhandel mit Schaumwein und Tabakwaren in Betracht. Diese Unternehmer können bei der zweiten Bestandsaufnahme die erste Bestandsaufnahme verwerten, wenn sie die zwischen den beiden Bestandsaufnahmen liegenden Zugänge und Abgänge der einzelnen Warenarten getrennt nach Menge und Kleinhandelspreis der Tabakwaren und nach Art der Schaumweine (Traubenschaumwein, Obst- schaumwein) und Stückzahl und Größe der Flaschen aufzeichnen.
Die Bestandsaufnahme auf den 11. September 1939 4 Uhr am Morgen kann bei den Betrieben, die 4 Uhr am Morgen nicht in Betrieb sind,
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Kamerad, und ich Kamerad, in diesem Augenblick dort zu stehen haben, wo der Führer befohlen hat.
Es ist in der Maschinenbauabteilung, wo ganz unvermittelt aus den Einzelgesprächen ein großer Kreis plötzlich den Doktor in die Mitte genommen hat. Der Schichtwechsel der Belegschaft dieser Halle wird zu einer kurzen Viertelstunde eindringlicher Prägung. .Auf einmal drängen sich hundert, zweihundert und immer mehr Arbeiterinnen und Arbeiter um den Doktor, und es sieht nicht so aus, als ob er diesem Kreis in den nächsten Minuten entrinnen könnte. Aus Tischen und Stühlen und allerlei Werkzeugen hat man Barrikaden um ihn gebaut und einer von den ältesten Grauköpfen, die hier seit Jahren schaffen und werkeln, muß es gerufen haben: „— vom Führer erzählen!"
Und nun ist aus dem Rundgang doch eine ganz große Feier st unde geworden, denn nun spricht Dr. Ley von Adolf Hitler. Es sind keine Geschichten, die hier Neugierigen berichtet werden. Es ist Geschichte in den einzelnen Stationen jener 15 Jahre, die Dr. Ley das Glück hat, in der Gefolgschaft des Führers marschieren zu können. Dr. Ley spricht nicht laut. Seine Worte sind weder eine Ansprache, noch eine Rede. Es ist ein Zwiegespräch von Herz zu Herz. Die Halle, die eben noch vom Lärm des Arbeitstages erfüllt war, ist für kurze Zeit zur Kanzel des Volkes geworden. Der Aufruf des Führers, die Abschiedsworte an das deutsche Volk vor seiner Fahrt zur Front erfüllen den weiten Raum. Dr. Ley ruft des Führers Feststellung erneut ins Gedächtnis: „Gegen uns steht die jüdische Plutokratie, gegen uns steht das englische Gold, gegen uns und unseren Sozialismus steht die Habgier der gegnerischen Welt!"
Sie verstehen es alle. Sie haben keine Frage mehr auf den Lippen, die Gesichter sind ohne Vorbehalt. „Front und Heimat wird niemand mehr ausein- anderbringen können. Ein November 1918 wird sich nie wiederholen." Der Gruß an den Führer, der die kurze Ansprache Dr. Leys beschließt, wird zum Treueschwur der gesamten Gefolgschaft.
• Von der Arbeit, die kostbar ist, hat keiner was verloren. Aber diesen Schichtwechsel möchte keiner gemißt haben. Mit viel Gewinn in Hirn und Herz gehen die einen zum Feierabend und die anderen nehmen ihre Plätze ein und beginnen ihr Werk mit starkem Herzen.
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Berlin, 7. Sepr. (DNB.) Der Generalbevollmächtigte für ine Wirtschaft hatte angeordnet, daß sämtliche Handel- und Gewerbetreibenden, die Tabakwaren, Schaumweine, Liköre, Weinbrand und Spirituosen an Verbraucher verkaufen, am 5. September eine Bestandsaufnahme dieser Waren worzunehmen hatten. Gemäß § 15 Abs. 3 der Ersten Durchführungsbestimmungen haben Unternehmer, die Bier, Tabakwaren und Schaumwein gegen Entgelt liefern, den Bestand an Bier, Tabakwaren und Schaumwein festzustellen, der am 11. September 1 9 3 9, 4 Uhr am Morgen, vorhanden ist, soweit sie nicht „Steuerzahler^ im Sinne des § 3 der Durchführungsbestimmungen (dies sind in der Regel die Hersteller, z. B. Bierbrauer) sind. Es bestehen Zweifel, ob die Bestände auf den 11. September 1939 in jedem Fall ausgenommen werden müssen, auch wenn bereits eine Bestandsausnahme auf den 5. September 1939 vorgenommen wurde. Die Frage ist für den Kleinhandel mit Tabakwaren und Schaumwein zu bejahen, für den Kleinhandel mit Branntwein zu verneinen.
Die Bestandsaufnahme am 5. September 1939 mußten nur die Kleinhändler mit Tabakwaren, Schaumwein, Likören, Weinbrand und Spirituosen machen. Die Bestandsaufnahme auf den 11. September 1939, 4 Uhr am Morgen, müssen alleUn - ternehmer, die nicht Hersteller* sind, machen, wenn sie Bier, Tabakwaren und Schaumwein gegen Entgelt liefern. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob sie diese Waren im Großhandel oder im Kleinhandel liefern. Sie müssen den vorhandenen Bestand an Bier, Tabakwaren und Schaumwein feststellen.
Kleinhändler mit Bier, z. B. Gastwirte, brauchten die Bestandsaufnahme am 5. September 1939 nicht zu machen, Sie müssen aber die Be-
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forderlich. Der Zustimmungspflicht unterliegt jedoch n i ch t die Einstellung |n Betriebe der L an d- wirtfchaft, des Bergbaues sowie in Haus- h altungen mit Kindern unter 14 Jahren. Für Arbeitskräfte, die nach Eintragungen im Arbeitsbuch zuletzt in der Landwirtschaft beschäftigt waren, ist jedoch in allen Fällen ebenfalls die Zustimmung des Arbeitsamtes erforderlich. Arbeitskräfte, die ohne Zustimmung des Arbeitsamtes ausscheiden können, sind verpflichtet, sich nach dem Ausscheiden aus der bisherigen Arbeitsstelle unverzüglich beim Arbeitsamt z u melden, damit diese? fteigesetzte Arbeitskräfte beschleunigt an Stellen des Bedarfes, insbesondere bei staatspolitisch wichtigen Aufgaben, einsetzen kann.
Aenderung von arbeitsrechtlichen Vorschriften.
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat eine Verordnung verabschiedet, die bestimmt, daß ein bestehendes Arbeitsverhältnis durch eine Einberufung zum Wehrdienst nicht gelöst wird. Lediglich die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten ruhen während der Dauer der Dienstleistung. Eine Werkswohnung, die von den Familienangehörigen des Einberufenen weiter benötigt wird, braucht jedoch nicht geräumt zu werden. Mit der Verordnung werden auch die gesetzlichen Arbeitszeitbeschränkungen und die auf der Grundlage der bisher geltenden Arbeitszeitgesetze in Tarifordnungen vorgesehenen Arbeitszeitbeschränkungen für männliche Gefolgschaftsangehörige über 18 Jahre außer Kraft gesetzt. Es ist aber Vorsorge getroffen worden, daß eine unangemessene Ausnutzung der Arbeitskraft verhindert wird.
'Die Bestandsaufnahmen für Bier, Tabakwaren, Schaumwein und Spiritussen
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„Athenia"-Lüge, typisches «Erzeugnis her Greuelhetze.
Amtliche Feststellung des Oberkommandos der Kriegsmarine.
"Berlin, 7. September. (DNB.) In einzelnen l.rtbern, insbesondere in England und in den 3;reinigten Staaten, wird immer noch durch Rundfunk und Presse die Nachricht verbreitet, wo- ncch ein deutsches l_I° B o ot den Dampfer Athenia" schonungslos durch Torpedoschuß vr senkt haben soll, obwohl dies bereits von wcklicher deutscher Seite ausdrücklich dementiert o:rden ist. Hierzu stellt das Oberkommando itr Kriegsmarine nochmals ausdrücklich fest:
11- Die deutsche Flotte, und zwar jede ein« <1n e Einheit, ist im Besitze des Befehls, sich e der Führung des Seekrieges in jedem ifiUe an die internationalen Verrichtungen zu halten.
L. In dem fraglichen Gebiet, in dem der Ampfer „Athenia" gesunken ist, haben sich 'utsche Seestreitkräfte nicht befun- !•( n.
(8. Es ist damit absolut ausgeschlossen, aß deutsche Seestreitkräfte mit dem Verlust des >impfers „Athenia" in irgendeine^ Weise in Zu- lnmenhang gebracht werden können.
1-. Der Versuch, trotz amtlicher deutscher Wider-
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Am Spätnachmittag des Donnerstag in einem Temvelhofer Werk. In einem Riesensaal an langen Tischen viele Frauen und Mädchen. Fleißig gehen die Hände hin und her. Plötzlich drehen sich die Köpfe, die Hand stockt für eine Minute. Dr. Ley ist unangekündigt im Saal erschienen. Er ist ohne jede Begleitung, neben ihm geht ein Arbeiter, der Betriebsobmann. Hier und da bleibt Dr. Ley an einem Arbeitsplatz stehen. Es wird nicht viel gesprochen zunächst. Dieses Beieinander ist wie ein stilles selbstverständliches Einvernehmen. Mal klingt eine Frage auf nach dem Mann, dem Vater, dem Bruder, dem Bräutigam. Es sind viele Frauen, die hier sitzen und schaffen und irgendeinen draußen an der Front haben. Aber es sind wenige Worte, die darüber gemacht werden. Auch das ist alles so selbstverständlich, daß viele draußen sind, wo der Führer ist, und daß viele andere hier in der Heimat arbeiten, wo die gleiche Pflichttreue verlangt wird.
Dr. Ley ist auf feinem Rundgang inzwischen in die dritte und vierte Halle gekommen. UeberaQ das gleiche Bild. Es wird mit Hochdruck gell r b e i t et, die Stimmung ist fest und zuversichtlich, das Vertrauen zu den Maßnahmen des Führers grenzenlos. Die Hurra-Melodien vergangener Zeiten sind verklungen, aber aufgebrochen ist jene ganz eindeutige und ganz klare Parole: Was geschieht, muß geschehen, um Deutschland willen, um unserer eigenen Existenz willen, für unsere Kinder und für den Bestand unserer Heimat. Was der Führer tut, ist richtig und im übrigen kapitulieren wir nie.
Das ist auf eine Formel gebracht, die Parole der 18 000 Menschen, bei denen Dr. Ley diese Nachmittagsstunden zwanglos verbringt. Sie alle wissen, daß der Mann, der da im Braunhemd durch ihre Rechen geht, ein alter Soldat ist. Einige wissen es sogar ganz genau, daß er im August 1914 als Kriegsfreiwilliger den feldarauen Rock angezogen hat, als Fliegerleutnant 1917 in Flandern abge- schoffen wurde und daß er nach dem Abschuß über den Feindlinien als einer der Letzten aus französischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Sie wissen, daß er auch heute, wenn es nach ihm ge- gangen wäre, draußen bei den Kameraden an der Front wäre. Aber er sagte es auch selbst einigen in der Unterhaltung von Mann zu Mann, daß du
Churchill festgelogen
Die Wucht der entlarvten deutschen Beweisführung im Falle des Dampfers „Athenia" und ihre Wirkung in der ganzen Welt hat sich durch das Zusammentreffen mit der Aufdeckung der Lügen- kampagne um die Schwarze Madonna von Tschen- stochau ganz von selbst erheblich verstärkt. Selbst in solchen Ländern, denen man nicht gerade eine Deutschfreundlichkeit nachsagen kann, beginnt sich der Eindruck durchzusetzen, daß Churchill schon sechs Stunden nach Antritt seines Ministeramtes eine schwere politische Niederlage erlitten hat, die ihn auch persönlich aufs neue stark kompromittiert. Man erinnert sich sehr wohl der Tatsache, daß erst vor wenigen Wochen der engliche Ministerpräsident Chamberlain auf das Ansuchen, den Eintritt Churchills in das Kabinett in Erwägung zu ziehen, geantwortet hat, er könne doch nicht „einen solchen Narren" in die Regierung übernehmen.
Angesichts dieser Entwicklung, die für die englische Regierung nicht weniger bloßstellend ist als für Churchill selbst, setzt dieser Himmel und Hölle in Bewegung, um sich ein politisches Alibi zu verschaffen. Außer dem kindischen Experiment mit den auf Wachsplatten gezogenen Mitgliedern der Schiffsbesatzung werden noch zwei weitere Tricks in der plumpen Manier von Bauernfängern serviert. Da ist einmal die Amerikanerin, die die erstaunliche Aussage macht — wenigstens nach eng* lischen Behauptungen — sie habe eine „Rauchsäule" in einer Meile Entfernung gesehen. Abgesehen davon, daß das Verbrechen mit der „Athenia" wohlweislich in der Nacht durchgeführt wurde, soll die Rauchsäule, die von dieser anscheinend mit Katzenaugen beggbten Amerikanerin gesehen worden sein soll, das Auftreten eines deutschen U- Bootes beweisen. Jeder Deutsche, der jemals etwas von U-Booten gehört, gelesen oder gesehen hat, wird mit unbegrenztem Vergnügen aus jener Behauptung die Ansicht entnehmen, die deutschen U- Boote seien die einzigen in der Welt, die mit —* Dampfmaschinen fahren. Im übrigen muß die angebliche Amerikanerin wohl mindestens das Steuermannsexamen gemocht haben, wenn sie in der Dunkelheit die Entfernung einer englischen oder einer Seemeile schätzen können will.
Die weitere Version — die wievielte insgesamt? — die in London lanciert wird, schiebt das Verbrechen an der „Athenia" jetzt plötzlich den Iren zu. Das tapfere irische Volk kann mit einer solchen ungeheuerlichen Gewissenlosigkeit selbstverständlich nicht in Zusammenhang gebracht werden, selbst die iri^en Freiheitskämpfer in England haben 'hrs Aktionen stets nur gegen tote Objekte, niemals gegen Menschen, am allerwenigsten gegen 1600 Menschen auf einem Schiff gerichtet. Dazu gehört schon jene britische Robustheit, wie sie sich in dem ministeriellen Lügner Churchill verkörpert. B R.
1939 19 Uhr schließt, kann die bei Ladenschluß vorhandenen Bestände aufnehmen, wenn er seinen Betrieb erst am Montag, dem 11. September 1939, 8 Uhr wieder eröffnet.
Behörden, Helfer des Volkes.
Mit Rat und Tat an der Seite der Bevölkerung.
Reichsinnenminister Dr. F^ick spricht in einem Erlaß an sämtliche Behörden die Erwartung aus, daß alle Behörden und Beamten mit vollster Hingabe und Opferfreudigkeit sich für die Erfüllung der Aufgaben rückhaltlos einsetzen, die sich aus der Notwendigkeit des geschlossenen Einsatzes der gesamten Natton ergeben. Bei allen Maßnahmen müsse der Grundsatz vorherrschen, daß die öffentliche Verwaltung der Bevölkerung e t*n e treue Helferin skin soll. Die Volksgenossen und vor allem diejenigen, deren Angehörige zum Wehrdienst herangezogen werden, sind daher, wenn sie sich mit ihren Anliegen an die Behörden wenden, mit Rat und Tat zu unterstützen. Eingaben, die an der unrichtigen Stelle eingehen, sind sofort an die richtige weiterzuleiten. Auch eine nicht zuständige Behörde soll sachgemäß und hilfsbereit eingreifen. Die Entscheidungen sind ohne Verzögerung und frei von bürokratischen Hemmungen zu treffen. Beratung und Aufklärung werden von den Behörden insbesondere für die Bewirtschaftungsmaßnahmen verlangt. Die mit der Ausgabe von Bezugsscheinen befaßten Dienststellen sind mit Bearbeitern zu besetzen, die sich ihrer besonderen Verantwortung bewußt sind und Verständnis für die Nöte der Volksgenos- s e n haben. Eine rasche und zuvorkommende Abfertigung ist sicherzustellen. Anträge auf Ausstellung von Bezugsscheinen sind m i t besonderer Beschleunigung zu bearbeiten. Erstmaligen Anträgen, die auf Deckung eines in den üblichen Grenzen liegenden Bedarfs hinzielen, soll ohne k l e i n l i cb e Ueberprüfung stattgegeben werden. Alle Volksgenossen müssen die Ueberzeugung gewinnen, daß für ihr Wohl bestens gesorgt wird.
Meldevflicht britischer Siaats- ongehöriger und Staatenloser.
Der Reichsminister des Innern teilt mit: Auf Grund der heute in Kraft getretenen Verordnung über die Behandlung von Ausländern werden alle sich im Gebiet des Großdeutschen Reiches aufhaltenden über 15 Jahre alten Staatsangehörigen von Großbritannien und Nordirland sowie der englischen Kolonien, Protektorate und der unter Verwaltung Großbritanniens stehenden Ma n d a t s- gebiete und Indien aitfgeforbert, sich innerhalb von 24 Stunden bei ihrer nächsten Ortspolnei- bebörbe persönlich zumelben. Innerhalb berfefben Frist sinb alle unter 15 Jahren alten Personen, bie biese Staatsangehörigkeit besitzen, burch ihren gesetzlichen Vertreter ber für ben Aufenthaltsort zuständigen Ortspolizeibehörde schriftlich ober münblich anzumelden. Der gleichen persönlichen und schriftlichen Meldepflicht unterliegen auch Staatenlose, die vor dem Eintritt der Staatenlosigkeit zuletzt die erwähnte Staatsangehörigkeit besessen haben, und solche Personen, bei denen es zweifelhaft ist, ob sie diese Staatsangehörigkeit besitzen.
Alle Angehörigen dieser Staaten, ferner die erwähnten Staatenlosen dürfen den Ort, an dem sie sich bei der Veröffentlichung dieser Bekannt-
?$ung fortgesetzt und wiederholt die deutsche Flotte Tu dem Untergang des Dampfers „Athenia" zu rüsten, stellt somit ein typisches Erzeug- 1s der Greuelhetze dar.
zicllen Streitkräfte nur noch auf schwachen Füßen stehen. Der Kampf um die Verteidigung des Pfundes erscheint damit von vornherein al- aussichtslos. Der Leidtragende bei einer unaufhaltsamen Währungsabwertung ist aber nicht die regierende Schicht, die ihre Bankguthaben im neu- :ralen Auslande in Gold und Devisen angelegt hat, onbern die breite Masse der Bevölkerung, bie über die Währungs- und Finanzrnaß- iahmen durch auf Verschleierung berechnete Manipulationen bewußt getäuscht wird.
London läßt die Maske fallen.
Polens Schicksal
ist England völlig gleichgültig.
Berlin, 7. September. (DNB.) Der englische Ministerpräsident hat am Donnerstag im Unterhaus den Abgeordneten regelmäßige Berichte über He allgemeine Kriegslage versprochen. Wenn bie päteren Berichte ebenso gefärbt sind wie der erste, io werden die Unterhausmitglieder wenig erbaut yon diesen Reden fein. Chamberlain behauptete, : aß die Polen „hartnäckig um jeden Meter ihres Landes kämpften", obgleich aus dem raschen Dor- chreiten ber deutschen Offensive hervorgeht, wie chneil die Widerstandskraft der Polen : ebr o chen worden ist. Er erklärte bann, „der Krieg sei eigentlich durch die Versenkung er „Atheni a" eröffnet worden, über die He ganze Welt zutiefst entrüstet sei." In Wahrheit areiß bie ganze Welt, daß der englische Lügenkrieg :itb die skrupellose Stimmungsmache in Amerika urch Churchills Torpedo auf die ,Athenia" eröffnet worden sind, lieber Ein- Llheiten der Mobilmachung, so meinte Chamberlain, könne er noch nichts Mitteilen. Es ist anzu- 'chmen, daß es auch weiterhin viele Angelegenheiten leben wird, über die der Ministerpräsident dem Barlament und dem englischen Volke keine Rechen- chaft zu aeben wagen kann.
Die „Time s" unterstreicht im Hinblick auf die ^vorstehende Erledigung der polnischen Armee die ;amaßende Chamberloin-Erklärung „gegen jedes Weiterbestehen des H i t l e r i s m u s". Das Blatt drückt also aus, baß Polens Schicksal England jetzt und später gleichgültig sei unb !iaß es sich nicht um Polen, sondern um bie irundsätzliche Feindschaft ber britischen Legierung gegen Deutschland handele. — „Daily Expreß" drückt aus, daß die Operationen im Osten England wenig interessieren. England ömpfe in Wirklichkeit, um das gefährliche deutsche Regime zu zerschlagen, sollte Warschau auch zu- iLmrnenbrechen! Das einheitliche Bild der bekannt- <f) von dunklen Geschäftsinteressen kapitalistischer Sesellschaften abhängigen Londoner Zeitungen bil- let in allen Teilen eine Bestätigung dafür, daß die nglische Regierung ben Krieg vom Zaune brach, »eil sie erkannte, daß ein wirklich gut geführtes Deutschland jede britische Hegemoniepolitik in Eu- 1Dpa zunichte macht. Der Haß der enttäuschten Jm- larialiften spricht aus jeder Zeile unb überzeugt bie Qelt von der ungeheuren Wut darüber, daß die d eutschen endlich eine energische und weitschauende Führung haben, die sich selbst rücksichtslos einsetzt, nenn es sich um Wohl und Wehe des Volkes han- Ht, aus dem sie hervorgegangen ist.
Die englischen Oppositionsparteien, La- ourpartei und Liberale, haben es abgelehnt, osten in der Regierung Chamberlain zu über- chmen. Sie haben jedoch Verbindungsmänner zu einigen Ministerien bestellt, die sie über die Tätig- k it dieser Ministerien unterrichten sollen. Die kleine (t ruppe unabhängiger Liberaler, die hinter Lloyd ( e o r g e steht, hat als einzige Oppositionsgruppe hn Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten des Aeltkrieges, Major Lloyd George, auf einen unter» r c-orbneten Posten in der englischen Regierung ent- V ndt.
Die finnische Zeitung „Helsingin Sanomat" berietet über die Veränderungen im Leben Londons. Sämtliche Theater- und Kinooorstel- I. ngen seien eingestellt worden, ebenso wie de Sportveranstaltungen abgesagt wurden. Auch W Einschränkungen im Benzinverkauf hätten das vißere Bild der Stadt sehr verändert. Stark ver- rngert sei insbesondere auch ber Papierverbrauch. 2:e Preise für Kunstseide seien stark gestiegen. Im !?-ehlverbrauch mürben große Einschränkungen vor- g nommen. Daß ber finnische Korresponbent ein ööig normales Club leb en" feststellen kann, be» iteift nur, daß bie englische plutokratische Oberst icht von Maßnahmen/bie bie Masse des Volkes auf sich nehmen muß, vorläufig nichts spürt. Der .Daily Mail" zufolge wird Schatzkanzler Sir John 2 i mo n im Unterhaus anfünbigen, daß er die Aufstellung eines besonderen „Kriegshaus- yultes" ins Auge faßt. Obwohl noch kein end- airltiger Plan ausgearbeitet worden ist, glaubt nun, daß bie Steuern erhöht werden, ins- )i|onbere die Luxussteuer. Der Kredit von 500 DMonen Pfund, der vom Parlament gelegentlich ’tr Kriegserklärung bewilligt wurde, soll kraft des L»llmachtgesetzes auf dem Wege von Anleihen vlim englischen Volk aufgebracht werden.


