fügung gestellt werden. Die Arbeitszeit beträgt 54" Stunden in der Woche.
Es ist eine Freude, die gesunden, gebräunten Gestalten der Jungen und Mädel im Landdienst zu gehen. Man merkt ihnen die Beschäftigung in Irischer Luft und die gute Bauernkost an. Wenn man sie fragt, wie es ihnen auf dem Lande gefällt, j>o hört man immer nur ein gutes Urteil. Ein beträchtlicher Prozentsatz, besonders von den Mädchen, hat den Wunsch, auf dem Lande zu bleiben. Damit ft das große Ziel des Landdienstes der HI., junge Menschen auf das Land zurückzuführen, erreicht.
Le.
Amtsgericht Gießen.
Der K. H. F. in Gießen nahm am 14. Mai 1939 tin Kraftrad, das er in einem Hofe in der Licher Straße in Gießen vorfand, unbefugt in Gebrauch und fuhr damit bei Dunkelheit ohne Licht, und ohne m Besitze eines ordnungsmäßigen Führerscheins ;u sein, etwa 2 Kilometer auf der Grünberger Straße. Der Angeklagte ist geständig und gibt an, -r habe nur einmal eine Fahrt machen wollen, weil -x selbst kein Kraftrad besitze. Der Vertreter der Anklage führte aus, der Angeklagte sei derart vom ttlkohol beeinflußt gewesen, daß er die Lichtzeichen, He ein Zeuge gab, nicht gesehen habe. In diesem Zustand und bei dem Fahren ohne Licht hätte der Angeklagte die Verkehrssicherheit schwer gefährdet. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis- krafe von zwei Wochen. Der Verteidiger hielt die Dat des Angeklagten für einen „Dummenjungen- treid)" und beantragte Einstellung des Verfahrens □egen Geringfügigkeit der Schuld, oder doch, falls ch das Gericht diesem Standpunkt nicht anschlie- s.en könne, nur eine Geldstrafe. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rafe von zwei
Aus der eng
Bauern!
Großdeutschland braucht zur Sicherung seiner Dreiheit dringend eine Steigerung der Fellerzeu- »mg. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- uchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernach. lässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sichern imch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es jeif, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Luch inbei vom Reichsnährstand beraten)
Gedenken an Philipp Köhler.
* Langsdorf, 7.August. Am gestrigen Sonn- g war unser Dorf das Ziel einiger Volksgenossen, he vor mehreren Jahrzehnten mit dem hier am 1 August 1859 geborenen antisemitischen Landtags- ind Reichstagsabgeordneten Köhler eng verenden waren und jahrelang unter den schwierigen Verhältnissen diesen ihren Vorkämpfer gegen bis Judentum unterstützten. Postinspektor Lucas Fießen), Photograph Boller (Langgöns) und Eckereibesitzer Klein (Gießen) gedachten am »rabe Köhlers (aus Anlaß seines 80. Geburts- Wes) dieses Streiters, der damals von feinen poli- :,chen Gegnern gefürchtet, aber auch beachtet wurde, (s kam die Freude zum Ausdruck, daß der Kampf, hn Köhler 20 Jahre lang gegen die Juden geführt Et, von den Nationalsozialisten weitergeführt wurde irib heute siegreich beendet ist.
Neisehung von AltbürgermeisterFendt.
-4- Hungen, 7. Aug. Gestern wurde der weit üier die Grenzen seiner Vaterstadt hinaus bekannte Ülirgermeifter Julius Fendt unter zahlreicher Heiligung der Einwohnerschaft von Hungen und 1 ilnehrner aus der näheren und weiteren Entfer- mng von Hungen zu Grabe getragen. Auf feinen Aunfch trugen ihn Mitglieder der Freiwilligen ^uerwehr, deren eifriger Förderer er während Inner 30jährigen Tätigkeit als Bürgermeister der €:-:abt Hungen mar. Die beiden Gesangvereine „Lie- tarkranz" und „Eintracht" Hungen erwiesen ihm dirch Chorvorträge am Grabe die letzte Ehre. Eänze legten unter ehrendem Nachruf nieder: Reg.»
Weber für das Landratsamt und den Land- k -is Gießen, ein Bürgermeister für den früheren W sch en Landgemeindetag, Beigeordneter Mül - l r für die Stadt Hungen, ein Vertreter des DHE.
den Gesamtoerein, Lehrer Schmidt für den 2HC., Zweigverein Hungen, Oberbrandmeister §ühler für die Freiwillige Feuerwehr Hungen, V ein Vertreter der Dampfziegelei Hungen und dren Gefolgschaft.
Auf einem Kran totgedrückt.
LPD. W e tz l a r, 7. Aug. Der Kranführer Heinrich Ei e 11 e r aus Münchholzhausen, der in den hissigen Stahlwerken Röchling-Buderus beschäftigt is'. verließ bei der Nachtschicht das Führerhäuschen dc? Kr a n s, um auf Der Laufschiene etwas nach- iturüfen. Offenbar hat der Mann dabei aus Verben die Antriebsoorrichtung des Krans berührt, )!daß die Laufkatze in Gang kam und den Kann auf der Laufschiene totbrüdte.
Ziegenprämiierung in Hungen.
Hungen, 8. Aug. In Verbinbung mit bem c? em hier abgehaltenen Schweinemarkt fanb auch im Ziegenpramiierung statt, zu der viele 5iire und zum Teil sehr gutes Material vorgeführt möen. Die Prämiierung hatte folgendes Ergeb- is:
Zocke, 3 jährig und älter: Gemeinde Etzenborn-Steinberg la-Preis; Gemeinde Laubach
Gemeinde Laubach 2b-; Gemeinde Großen- it“ecf 2a-Preis.
BJöcfe, 2 jährig : Gemeinde Harbach 3. Preis. Äöcke, Ijährig: Gemeinde Holzheim 2.Preis;
Gemeinde Hattenrod 3. Preis.
I * i e g e n , 3 jährig und älter: 1. Heinrich $imfter, Hattenrod, la-Preis; 2. Ehr. Scheid, Gro- l!r-Buseck, lb=; 3. Wilh. Keil II., Ettingshausen, p» 4. Karl Schmalz, Steinberg, 2a-; 5. L. Scheld, ßt ßen-Buseck, 2b-; 6. Heinrich Münster, Hatten- v! 2c-; 7. Hermann Müller, Eberstadt, 2d=; 8. M Philipp, Steinberg, 2e-; 9. Karl Gerlach, Eber» Mt, 3d=; 10. Valentin Weppler, Harbach; 3b-;
Jakob Lerch, Lich, 3c-; 12. Hugo Keil, Ettings- ir^en, 3a=; 13. Karl Gerlach, Eberstadt, 3e=; 14. M Peter, Laubach, 3k-; 15. Karl Herzberger, ßen-Buseck, Id-Preis; 16. Ernst Mehl, Holzheim, ^'-Wilhelm Wedemann II., Holzheim; 18. Möhning, "; 19. Heinrich Bley, Ettingshausen; 20. Hein-
Bierwirth, Ettingshausen; 21. Eduard Pfeiffer, 6tngshausen, je eine Anerkennung.
siegen, 2-jährig: 1. Ehr. Scheld, Großen- r!l«ck, la-Preis; 2. Karl Wilh. Wagner, Großen»
lb=; 3. Karl Schneider, Eberstadt, 2a-; 4. «iloelm Hahn III., Großen-Buseck, 2b»; 5. Karl Sngel, Holzheim« 2o; 6. Jakob Naumann« Laubach,
Wochen verurteilt. Straferschwerend kam in Betracht, daß sich der Angeklagte in einem üblen und oerkehrswidrigen Zustands auf der Straße bewegte.
Die K. R. in W. hatte sich wegen Betrugs zu verantworten. Sie bezahlte am 14. Mai 1939 eine Milchrechnung in Höhe von 0,96 RM. mit einem außer Kurs gesetzten 20-Markschein und ließ sich darauf 19,04 RM. zurückgeben. Die Angeklagte bestritt, gewußt zu haben, daß der von ihr verausgabte 20-Markschein außer Kurs gesetzt war sie wurde aber überführt. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rücksicht darauf, daß der Schaden ersetzt und die Angeklagte unbestraft ist, eine Geld- [trafe von 100 RÄi. Die Angeklagte wurde unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geld- strafevon 6 0 RM. ersatzweise 12 Tage Gefängnis verurteilt. Der benutzte Geldschein wurde ein- gezogen.
*
Die am 31 v. M. vertagte Verhandlung gegen die W. St. in Gießen wegen gefährlicher Körperverletzung, über die wir bereits berichteten, wurde gestern fortgesetzt. Der Vertreter der Anklage vertrat die Ansicht, daß keine Veranlassung bestehe, die im Strafbefehl ausgesprochene Gefängnisstrafe von einem Monat herabzusetzen. Die Angeklagte wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig erkannt und unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnis st rase von 1 Monat verurteilt.
*
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen den H. S. und die P. D., beide in Gießen, wegen Ehebruchs verurteilt. Die Angeklagten wurden je zu einer (Begängnis ft rafe von 1 Monat verurteilt.
tren Heimat.
3a°; 7. Hermann Müller, Eberstadt, 3b-; 8. Karl Schmalz, Steinberg, 3c-; 9. Otto Diehl, Laubach, 3d°; 10. Karl Stein, Ettingshausen, 3e=; 11. Karl Gerlach, Eberstadt, 3k-Preis; 12. und 13. Heinrich Köhler, Bettenhausen; 14. Valentin iEeppler, Harbach; 15. Hugo Keil, Ettingshausen; 16. Krd. Silz, Laubach, je eine Anerkennung.
Ziegen, l-jährig: 1. Hrch. Harbach, Gro- ßen-Buseck, la-Preis; 2. Wilh. Kutscher, Hattenrod, lb=; 3. Karl Herzberger, Großen-Buseck, 2a=; 4. Wilh. Wagner, Großen-Buseck, 2b-; 5. Wilh. Gorr, Lich, 2c-; 6. Ernst Mehl, Holzheim, 3a=; 7. Herrn. Müller, Eberstadt, 3b-; 8. Karl Stark, Ettingshausen, 3c-; 9. Jakob Naumann, Laubach, 3d-; 10. Wilhelm Stein, Lich, 3k-; 11. K. Wilh. Wagner, Großen-Buseck, 3g--; 12. Hrch. Pfeiffer, Steinberg, 3h»; 13. Hugo Keil, Ettingshausen, 3e-; 14. Wilh. Keil II., Ettingshausen, 3i-Preis; 15. Wilh. Diehl, Holzheim; 16. Hrch Köhler, Bettenhausen; 17. Valentin Weppler, Harbach; 18. Wilhelm Wedemann II., Eber- fta'bt; 19. Karl Pitz II., Steinbach; 20. unb 21. Krb. Silz, Laubach, je eine Anerkennung.
Landkreis Gießen.
= Steinbach, 7.Aug. Der 17jährige Sohn Karl des Chauffeurs Karl Wilhelm Haas verunglückte bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Felde. Als die Fahrkühe durchgingen, versuchte er, die Tiere zurückzuhalten. Dabei glitt er auf dem grasigen Untergrund aus und brach das Bein. Er wurde nach Gießen in die Klinik verbracht, wo ein doppelter Bruch des Schienbeines festgestellt wurde.
(X) Beuern, 7. Aug. Ein Fähnlein Jungvolk, das sich gegenwärtig auf Fahrt befindet und in unserem Dorfe Quartier genommen hat, dankte für die gastfreundliche Aufnahme durch eine unterhaltsame Veranstaltung unter dem Titel „Zelt-Zirkus". Die jungen Gäste, zeigten dabei ihr vielfältiges Können Und brachten Lied- und Gedichtvorträge zur Aufführung, warteten mit Vorträgen in Düsseldorfer Mundart, mit lustigen Boxkämpfen usw. auf. Leider fand die Veranstaltung durch den einsetzenden Regen ein vorzeitiges Ende. Das Fähnlein, das ursprünglich auf dem Roten Holzberg ein Zeltlager aufgeschlagen hatte, wurde wegen des anhaltend schlechten Wetters von den einzelnen Bauern unseres Ortes in Quartier genommen.
Kreis Alsfeld.
—.— Homberg, 6. Aua. Am Samstagabend um 20.30 Uhr trafen die „Renner" hier ein. Sie kamen von Alsfeld über Leusel, Angenrod, Ober- Gleen, Maulbach und beschritten den mit H bezeichneten Höhenweg. Am 12. Juli 1937 hatten sie die gleiche Strecke durchwandert. Im „Frankfurter Hof" machten sie Rast. Einige Mitglieder des hiesigen Wanderoereins leisteten ihnen Gesellschaft. Nach Der Begrüßung durch Wand er führ er Allendör - f e r und nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten ging man zum gemütlichen Teil über. Am Freitagm'orgen wurde unter sachkundiger Führung unser Städtchen besichtigt. Nach dem Gesang ihres Wanderliedes traten dann die „Renner" die Wanderung in Richtung Höingen wieder an. Die Hornberger begleiteten sie ein großes Stück. — Die frühere Kleinkinderschule (Elisabethenschule) geht durch Kauf in den Besitz der Stadt Homberg über. Der bisher in der Stadthalle untergebrachte NSV.- Kindergarten siedelt später in dieses Gebäude über, das gleichzeitig auch den beiden Kinderschwestern als Wohnung dient.
<£ Deckenbach, 8. Aug. Am heutigen Dienstag, 8. August, kann unser Einwohner Peter Lin- gelb a ch II. im Kreise von 6 Kindern und 11 Enkeln und 3 Urenkeln seinen 7 6. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!)
Kreis Wehlar.
# Wißmar, 8. Aua. Am heutigen Dienstag, 8. August, feiert der Lehrer i. R. Georg Pfaff in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Lehrer Pfaff stammt aus einem alten Lehrergeschlecht, das in mehreren Generationen von 1680 bis 1750 in Wißmar und Launsdach tätig war. In Wißmar wirkte der Jubilar 43 Jahre an der Volksschule, nachdem er schon als Präparand vor seiner Seminarzeit ein Jahr eine hiesige verwaiste Lehrerstelle versehen hatte. Dem Jubilar bringen auch mir unseren herzlichen Glückwunsch dar.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 9. August.
5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das Musikkorps eines Flak-Regiments. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Übertragung nach Saarbrücken. Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Konzert. Ausführung: Das Rheinische Landesorchester. In der Pause. 7: Nachrichten. 810: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unterhaltungs
orchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten 10: Schulfunk. Die Auswanderer im Spiegel deutscher Dichtung. Eine Hörfolge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Konzert. Ausführung: Das kleine Orchester. 14: Nachrichten. 14.10: 50 bunte Minuten. (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Aus alten und neuen Operetten. Ausführung: Das Kur» orchester Bad Kreuznach. Einlage: 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Das Recht im All-
Neues für de<
Oer Lyriker Wilhelm von Scholz.
— Wilhelmvon Scholz: Lebensjahre. Gedichte. 60 Seiten. Propyläen-Verlag, Berlin. — (220) — In der Reihe der kleinen Propyläen-Bücher, von denen wir früher schon eine Anzahl mit Beiträgen zur gegenwärtigen deutschen Lyrik angezeigt haben, ist eine neue Sammlung von Gedichten erschienen, die Wilhelm von Scholz seinen Freunden und sich selbst zum 65. Geburtstage beschert. Unsere Leser kennen und schätzen Scholz seit langem als dichterischen Mitarbeiter am Feuilleton und an der Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers und werden sich, darüber hinaus, gern der reichen und unveralteten Gaden erinnern, mit denen er als Dramatiker und vor allem als Novellist und Romancier das deutsche Schrifttum unserer Zeit großartig bereichert hat: ein Buch wie die „Perpetua" ist, wie uns scheint, noch lange nicht nach Gebühr bekannt und gewürdigt, als eines der außer- ordentlichsten Zeugnisse nämlich unserer ganzen neueren Literatur, und wir finden jeden Anlaß, diesen im besonderen, geeignet, die Aufmerksamkeit wieder darauf $u lenken, auch auf eine so meisterliche Novelle wie „Die Pflicht" ober die geistreichen und tiefsinnig-amüsanten Untersuchungen über den Zufall als Vorform des Schicksals und die „Anziehungskraft des Bezüglichen" ... Was den schmalen Gedichtband betrifft, den wir heute anzeigen, so darf er als ein lnrisches Brevier der Sammlung, der männlich-menschlichen Reife und Einsicht, der klaren und ruhevollen Rückschau auf ein schöpferisch erfülltes Leben gelten. Was aus den formal und thematisch vielfältig voneinander unterschiedenen Gedichten den Leser ober Hörer anspricht unb nachklingenb bewegt, ist meber eine betörende sprachliche Melobie noch ein gefällig gemaltes Bild, sondern bie dichterisch geformte Erkenntnis der Lebensmächte, bie unser Dasein regieren, und die erschauernde Ahnung letzter Vollendung, die bem künstlerischen Menschen deschieden sein kann. Einer großen, elementaren Gesetzen gehorchenden Natur sind diese Gedichte nicht minder verpflichtet als bem Kreise der Freunbe, dem Erbe der Ahnen und bem ewigen Vermächtnis ber für Deutschland gefallenen Jugend. Das vorletzte Gedicht des Bandes, „Denkmalsweihe 1938" wurde für die Gefallenen des 2. Nassauischen Feldartillerie- Regiments Nr. 63 „Frankfurt" geschrieben, denen auch der als blutjunger Fähnrich 1917 feinen Wunden erlegene Sohn des Dichters zugehört.
Hans Thyriot.
Blick durchs Fenster.
— Friedrich Sieburg: Blick durchs Fenster. Aus zehn Jahren England und Frankreich, Preis in Ganzleinen geb. 6,80 RM. Socie- täts-Verlag, Frankfurt a. M. — (182) — Friedrich Sieburg gehört zu den Auslandsjournalisten, die von ber Hast der Tagesarbeit immer wieder einen besinnlich sich umschau end en „Blick durchs Fenster" tun und daraus erst die Erkenntnis der tiefen Zusammenhänge von Landschaft und Volkstum und der geschichtlichen Bedingtheiten des heutigen geschäftlichen Bildes schöpfen, die ihre politischen Berichte so anregend und fruchtbar machen. Die hier zu einem ungemein liebenswerten Buch vereinigten Essays lassen die Politik ganz am Rande, trotzdem sind sie für den, der sie zu lesen versteht, höchst aufschlußreich, weil sie zum inneren Wesen fremden Volkstums vordringen und uns der Atmosphäre nahebringen, die zum Verständnis der politischen Grundanschauungen eines Volkes gehört. In dieser Hinsicht ist die Plauderei über das englische Landhaus sehr interessant. Sieburgs ganze Liebe gehört bem alten Paris und seiner Geschichte. Mit ihm durch die alten Gassen zu wandern, in dies und jenes Haus einen Blick zu tun und es zum Reden zu bringen von den Menschen, die hier in der Zeit der großen Revolution und der Aera Napoleons ein» und ausgingen, das ist ein hoher ästhetischer Genuß und eine Anregung, Geschichte einmal anders zu betrachten. Ganz impressionistisch, leicht hin- gesetzt, in lichten flimmernden Farben sind die Studien aus bem gesellschaftlichen Leben Frankreichs und Englands. Eindrücke des Augenblicks, wie sie dem stets empfänglichen Beobachter haften blieben, unb immer spürt man die Atmosphäre, bie andersartig ist in Paris und London und wieder ganz anders als bei uns. Das zu erfassen und daraus viele Schwierigkeiten des Alltags zu begreifen, ist auch ein, wenn auch nicht beabsichtigter Erfolg der Lektüre dieses Buches, beffen großer Reiz ja gerade in ber anmutigen Unbeschwertheit und bem bezaubernden Charme biefer Skizzen liegt.
Dr. Fr. W. Lange.
Bücher vom Krieg in Spanien.
Vor uns liegen drei Bücher, in denen von den deutschen Teilnehmern am Krieg in Spanien berichtet wirb. Es sind außerorbentlich fesselnd unb leden- big geschriebene Kriegsgeschichten aus eigenem Erleben, mit denen Angehörige ber einstigen Legion Conbor unser Volk mit biefen Büchern bekannt machen.
In bem Buche „Deutsche kämpfen in Spanien", herausgegeben von der Legion Conbor (Verlag von Wilhelm Limpert, Berlin SW 68, Preis 1,— RM.) — (175) — hat der Leser bie erste amtliche Veröffentlichung über den Einsatz unb bie Kampfleistungen ber in ber Legion Conbor zusam- mengefaßten beutschen Solbaten vor sich. Neben einem geschichtlichen Abriß ber Ereignisse bei ber LC. erfährt ber Leser burch zahlreiche Einzelschilberungen den vielfältigen Einsatz unserer Kämpfer für bas nationale Spanien. Das Buch ist flott geschrieben, der reichhaltige Stoff ist übersichtlich unb aufschlußreich gegtiebert.
Der Verlag Gerhard Stalling in Oldenburg hat bas Buch von Alfreb Lent „Wir kämpften für Spanien" (kart. 2,40 RM., gebb. 2,80 RM.) — (190) — herausgebracht. Hier berichtet ein junger Freiwilliger, ber bei einer Flak-Batterie der Legion Condor mitkämpfte, über allerlei Erlebnisse in ber Etappe, auf bem Marsche, an der Front, im Ruhequartier, im Stellungskampf und bei den großen Offensiven Francos im Jahre 1938. Der einfache Feldsoldat spricht hier, der bie Dinge natürlich nur aus seiner Blickweite sehen kann, aber da-
tag. Der Zeuge unb seine Entschäbigung: 18.15: Kleines Kapitel vom Leben. 18.30: Frauen der Vergangenheit. Charlotte von Stein. Eine Hörfolge. 19: Fliegenbes Deutschland. Westdeutschlands Segel» flieger in der Rhön. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Tanz und Unterhaltung. 21: Abendkonzert. Das große Orchester bes Reichssenders Hamburg. 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Kam- mermufi.f 23: Unterhaltungsmusik. Ausführung: Das Unterhaltungsorchester bes Reichssenders Wien.
t Büchertisch.
mit mitten in bas große solbatische Erleben hineinführt. Die packende Schreibweise, die anschauliche Schilderung der Ereignisse, bie Frische des Stils unb ber oft zutage tretenbe Solbatenhumor machen dieses Erlebnisbuch eines Frontkämpfers nicht nur als Zeitbericht interessant, sonbern ber Leser erhält hier auch einen fesselnben Ausschnitt aus der Geschichte ber spanisch-beutschen-italienischen Waffen» brüberschaft, beren Herzlichkeit in ber Erzählung immer roieber zutage tritt.
„W i r fünfen für Franco" betitelt Hellmut H. Führina bas im C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh (gebb. 2,85 RM.) erschienene Buch. — (213) — Das Buch entstaub nach Aufzeichnungen unb eigenen Photos bes Unteroffiziers ber Luftnachrichtentruppe Heinz Oppermann, ber sich im November 1936 freiwillig zur Legion Conbor melbete. Als Funker, Kraftfahrer und Fernsprecher hat Oppermann an den verschiedensten Kampffronten mitgekämpft, unb er weiß von seinen reichen Erlebnissen als Nachrichtenmann sowohl hinter, als auch mitten in ber fämpfenben Front außerorbentlich fesselnd zu berichten. Dabei kommt auch bas hohe Lied ber engen Frontkamerabschaft mit den Spaniern unb den Italienern prächtig zum Ausdruck. Hellmut H. F ü h r i n g verstand es, diese Erlebnisse in frischer, humorvoller und spannender Art den Lesern zu übermitteln.
Den Büchern gebührt eine warme Empfehlung an alle biejeniaen, bie für das deutsche Soldatentum allezeit aufgeschlossen sind, insbesondere an unsere Jugend, aber auch an alle alten Solbaten.
Ernst Blumschein.
Kulturgeschichte.
— Im „Gang der menschlichen Kultur über die Erde", den das große „Handbuch der Kulturgeschichte" (Akabemische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam) schildert, kommt den orientalischen Kulturen, allein nach dem Erdraum gemessen, über den sie sich erstrecken, eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu. In fünf Teilthemen gliedert sich ber Stoff. Prof. Dr. Erich Schmitt (Bonn) läßt die 4 Jahrtausende alte Kultur Chinas lebendig werben in ihrer untrennbaren Einheit von Religion unb Leben, von Naturphilosophie und Staatslehre und zeigt bie Bestrebungen Jungchinas, dieses große Ahnenerbe organisch auszubauen und sinnvoll zu erweitern durch die moderne Wissenschaft und Technik des Abendlandes. Dr. Oskar Kreßler (Bonn) schildert den einzigartigen kulturellen und zivilisatorischen Werdegang bes japanischen Volkes. Die Kultur der Inder behandelt Professor Dr. Willibald Kirsels. Professor Dr. Hans Heinrich S ch a e d e r gibt eine Darstellung bes „Vorderen Orients". Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Christentum und Islam, Arabien und die Türkei, das sind einige Stichworte aus einem historischen Umkreis, der gerade in kulturgeschichtlicher Perspektive die größten Zusammenhänge offenbart. Aegypten endlich, über das Professor Dr. Walther Wolf (Leipzig) schreibt, rundet den sich zu einer großartigen kulturgeschichtlichen Schau zu- sammenschließenden Kreis.
Ulrich von Hutten.
— In der von der NSG. „Kraft durch Freude", Gauamt Hessen-Nassau, herausgegebenen Reihe „Feiersiunben beutscher Meister" erschien im Verlag von Karl Christ, Gießen, als Banb 1: Ulrich von Hutten. Bearbeitet von Alwin Rüffer. — (18) Das Buch will, wie bas Vorwort bemerkt, nicht nur eine kleine, schnell orientierenbe Biographie sein, sonbern auch zur Veranstaltung besinnlicher Feier- ftunben anregen. Den Hauptteil des Inhaltes bilden charakteristische Proben aus Huttens kämpferischen Schriften; ferner findet man Leseproben aus Will Vespers Hutten-Roman unb aus bem Spiel „Laßt Hutten nicht Derberben!" von Erich Bauer, das alljährlich auf der Steckelburg aufgeführt wird. Das mit guten Silbern geschmückte Bänbchen enthält auch einen gebrängten Ueberblick über Huttens bewegtes Leben in Stichworten unb zum Schluß eine kleine Literaturzusammenstellung. Das hanbliche Büchelchen erscheint wohl geeignet, ben im Vorwort umschriebenen Zweck zu erfüllen und mag auch vor allem junge Leser zu eingehenderem Studium anregen. hth;
Deutsche Erzähler.
— Gerhard Scholtz: Reich mir deine Hand. 142 Seiten. 2,80 RM. Eugen Salzer Verlag, Heilbronn. — (128) — Eine klar und sauber geschriebene Erzählung von den letzten Lebenstagen unb dem Ende des Generalmajors Carl von Clausewitz. Die menschliche Reife und Charakterstärke des großen Soldaten unb Kriegstheoretikers, der zu den unvergänglichen Gestalten preußischer Geschichte gehört, wird dem Leser biefer historisch wohlfunbierten Silberung zum nachhallenben Erlebnis. hth.
— „Lügengeschichte n." Band 223 der Kleinen Bücherei des Verlages Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Rps. Noch heute sind in deutschen Lanben ßügenbeuteleien im Schwange, bie von Munb zu Munb gehen und immer wieder Anlaß geben zu fröhlichem Lachen und saftigem Behagen. Heinz Diewerge gibt hier eine Auswahl biefer köstlichen, herzhaften Aufschneidereien, die in der unveränderten Frische festgehalten sind, wie sie bis auf diesen Tag allenthalben unter Bauern, Jägern unb Handwerkern in allen Landschaften unseres Volkes, erzählt zu werben pflegen.
— Lena Christ: „21 us meiner Kind- h e i t". Banb 102 der Kleinen Bücherei des Verlags Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Rps. In diesem Bändchen der Dichterin aus bayrischem Stamme, bie sich in Ehren neben Ludwig Thoma behaupten kann, begegnen mir einem Stück Kindheit von besonderem menschlichen Reiz. Das Hineinwachsen eines Kindes in das bäuerliche Leben des Hofes, ber Familie unb einer altbayrischen Dorfgemeinschaft ist echt unb voll sehnsüchtiger Liebe nach einer glücklichen, für immer entschwundenen Zeit geschildert worden. — (169b.)
Sprechstunden oc tiou.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschloffen.


