führte, setzte es am liebsten französische Streitkräfte für sich ein: mißvergnügte Ritter und ehrgeizige, unbotmäßige Feudalherren, die gegen die Krone Frankreichs ins Feld zogen. Gegen Ende dieses langen Kampfes glückte es England, Karl den Kühnen von Burguyd auf feine Seite zu ziehen, so daß dessen Völker — Flamen, Lothringer, Elsässer — auf den Schlachtfeldern Frankreichs Blutopfer zum Vorteile Englands brachten.
Mit König Friedrich II. von Preußen schloß England am 16. Januar 1756 den Vertrag zu Westminster. Der ältere Pitt, der im Juni 1757 an die Spitze der Regierung trat, setzte durch, daß an diesen Bundesgenossen jährlich vier Millionen Hilfsgelder gezahlt wurden. Die Hoffnungen des neuen Ministers erfüllten sich schnell: wie er selber im englischen Parlament nach der Erstürmung Quebecs sagte, ist Kanada auf den preußischen Schlachtfeldern erobert worden. — Als aber Preußens Kräfte an Geld und Menschen 1761 erschöpft waren, zog sich England kaltlächelnd zurück. In Zukunft war Friedrich von jenem Mißtrauen gegen die Engländer, dieses „immer schwankende Volk", erfüllt, das ihn nie wieder verließ.
Aber es dauerte nicht lange, bis England wiederum auf die Suche nach Bundesgenossen ging. Ohne sie hätte es den Kampf gegen Napoleon nicht bestehen können. Und abermals wurden sie mit Undank belohnt. Namentlich Preußen erhielt auf Veranlassung Großbritanniens im Wiener Kongreß die schlechteste Westgrenze.
Den Gipfel der Rücksichtslosigkeit erstteg England mit seinen Verbündeten, indem es darauf verzichtete, wenigstens den Zaren und seine Familie zu retten, wenn man schon das System nicht retten wollte. Ferner ist es Tatsache, daß Sir George Buchanan sich weigerte, der alten gebrechlichen Gemahlin des Hofministers, die von den bolschewifttschen Bestien verfolgt wurde, Zuflucht in der englischen Botschaft zu gewähren. Wäre der alten Dame nicht Schutz durch den Vertreter eines heidnischen fremden Staates zuteil geworden, so wäre sie von den Bolschewisten ermordet worden.
Schmählichsten Verrat hat England, das ist jetzt unwiderleglich bewiesen, an den Arabern verübt, die sich im Weltkriege gegen die Türken erhoben und der englischen Sache durch ihre Bundeshilfe einen unermeßlichen Nutzen gebracht haben. Die Voraussetzungen waren jene Versprechungen der britischen Unterhändler, die sich für das Jahr 1915 aus der berühmten Macmahon-Korrespondenz ergeben sowie aus der Kairoer Dokumentensammlung des syrischen Oppositionsführers Dr. Schab ander."
Demokratie wird geistige Diktatur.
Die Arme des Moskauer Propagandaupparates reichen um die ganze Erde. Eminent entwickelt sich die politische Bedeutung der kommunisttsch-akade- mischen Jugend in den USA. Eingehend berichtet darüber die Zeitschrift „Contra Comintern":
„Wie im gesamten wirtschaftlichen und sozialen, so ist auch im akademischen Leben der jüdische Anteil ein erstaunlich großer. Die jüdischen Studentenvereinigungen wie der verschiedenen „Jewish Student Clubs" haben sich bereits eine eigene Machtstellung an den Universitäten erobert. Diese Vereinigungen sind teilweise völlig kommunisttsch, und von ihnen geht auch ein wesentlicher Teil der Beherrschung des öffentlichen akademischen Lebens und der akademischen Meinung aus. Sv ist die Chefredakteurin der sehr verbreiteten Studentenzeitschrift „Daily Marovn" eine jüdische Studentin, die ausgesprochen radikalkommumstisch ist. Das Blatt, das den Studenten in erster Linie zwar die neuesten Fußball und Rugbyresultate übermittelt und die nächsten dancing-varies bekanntgibt, bringt nebenbei auch noch kaum merkliche Propaganda. Gewisse Professoren werden gelobt, andere Dozenten totgeschwiegen oder kritisiert und solche, die im Verdacht stehen „faschistenfreundlich" zu sein, mit erlogenen und verdrehten Behauptungen der Lächerlichkeit preisgegeben.
Die Hörerschaft der University of Chicago, einer der bedeutendsten Universitäten des Landes, ist zu etwa 60 bis 70 Prozent jüdisch, dazu einzelne Fakultäten fast vollständig. So ist Jura mit etwa 80 Prozent und die Finanz- und Wirtschaftsvorlesungen auch mit etwa 90 Prozent Mischen Hörern belegt. Dabei kann gerade die University vf Chicago als ausgesprochen kommunistisch bezeichnet werden.
So verwandelt sich die geistige Führung unter den Augen der Demokratie in eine geistige Diktatur. Damit aber werden die Universitäten zu Keimzellen für den Kommunismus, indem sie sich unter dem Dorwand, tolerant zu sein, immer mehr in die
Hände der bolschewistischen Drahtzieher begeben, ohne es selbst zu merken, ohne es je glauben zu wollen. p ,
Einen Studenten der University of Chicago fragte ich einmal in einer Unterhaltung:
„Die Universitäten scheinen mir doch aber reich
lich radikal zu sein. Sind sie im Grunde nicht weitaus politischer als die deutschen Universitäten?"
„Nein", meinte er darauf, „was wollen Sie? Wir sind nicht radikal, wir sind nur liberal, America is a free country.“ (Zeitschrift „Die Bewegung", Folge 29.)
Aus aller Welt.
Schweres Unwetter über dem sudetendeutschen Aiesengebirge.
Am Sonntag erlebten die Bewohner des sudetendeutschen Riesengebirges ein schweres Unwetter, das erheblichen Schaden anrichteie. Auf das drük- kend heiße, hochsommerliche Wetter der letzten Tage folgte ein ungewöhnlich starkes Gepulter, das von einem heftigen Wirbelsturm begleitet war. — In Hohenelbe wurden zahlreiche Dächer beschädigt und teilweise abgedeckt. Licht- und Telephonleitungen wurden zerstört, der Verkehr unterbrochen. In den Ostböhmischen Kalkwerken wurde das hohe Fabrikdach weggerissen und auf das Maschinenhaus geworfen, das durchschlagen wurde. Bäume wurden entwurzelt und umgebrochen. Obstgärten und Ge- tteidefelder bieten ein Bild der Verwüstung. Im Schwimmbad wurde ein SA-Mann durch Teile einer vom Sturm fortgerissenen Badekabine schwer verletzt. Die Straße von Hohenelbe nach Spindelmühle war für jeglichen Verkehr gesperrt, weil der Sturm ganze Bäume umgelegt und auf die Straße geschleudert hatte. Zwei Personenkraftwagen wurden von den stürzenden Bäumen getroffen und schwer beschädigt. In den benachbarten Gebirgstälern sind fast alle Häuser beschädigt worden. In Langenau wurde ein Mann von einem stürzenden Baum getroffen und in schwerverletztem Zustande in das Hvhenelber Krankenhaus gebracht. In Niederhof wurde eine Frau ebenfalls schwer verletzt.
Professor Dr. Lehnich verunglückt.
Auf der Fahrt von Wien nach Karlsbad stieß in einer Kurve der Kraftwagen des früheren Präsidenten der Reichsfilmkammer, des Staatsministers a. D. Professor Dr. Lehnich, auf der Reichsstraße zwischen Petschau und Karlsbad gegen einen Baum. Professor Lehnich wurde schwer verletzt, doch gibt fein Zustand zu Besorgnis kein Anlaß. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und Quetschwunden im Gesicht und am Kopf. Professor Lehnich befindet sich in einem Marienbader Krankenhaus. Der Fahrer des Wagens trug eine Gehirnerschütterung und Rippenbrüche davon.
Hollands jüngste Prinzessin.
Amsterdam, 7. Aug. (DNB.) Am Montag erfolgte unter dem üblichen Zeremoniell im Schloß Soestdijk die Aussetzung der Geburtsurkunde der am Samstag geborenen zweiten Tochter des Kronprinzenpaares. Die Prinzessin erhielt die Namen Irene, Emma, Elisabeth. Zeugen waren bei diesem Staatsakt der ehemalige Ministerpräsident C o l i j n und der Vizepräsident des Staatsrates B e e I a e r t s d a n Blokland. Der Zustand von Mutter und Kind ist weiterhin sehr zufriedenstellend, so daß keine amtlichen Bulletins mehr veröffentlicht werden.
Italienischer Weltrekord für Dassergleitboote.
Ein neuer Weltrekord für Wasser gl ei t- bo o t e mit Luftschraubenantrieb wurde von dem italienischen Obersten G o r i n i auf dem nördlich von Rom gelegenen Braccano-See aufgestellt. Gorini erzielte eine Geschwindigkeit von 176,816 km/st. Der bisherige Weltrekord wurde von dem Franzosen Fischer mit 137 km/st gehalten.
Der Tod auf den Schienen.
Der Weichensteller Wilhelm Bürger aus Worms verunglückte bei Arbeiten an der Reichsautobahn tödlich. Als er das Gleis überschreiten wollte, rutschte er aus, wurde von dem anfahrenden Zuge erfaßt und konnte nur noch als Leiche geborgen werden.
Verkehrsunfälle fordern drei Todesopfer.
In Trier wurde der von Emil Liebig aus Dresden gesteuerte schwerbeladene Lastwagen aus der Kurve getragen; das Fahrzeug wurde fast völlig zertrümmert. Im Fahrersitz erlitt Liebig durch Einklemmen hinter dem Steuer so schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit im Krankenhaus ft a r b. Eine mitfahrende Frau aus dem Saargebiet kam mit leichteren Verletzungen davon.
Infolge zu hoher Geschwindigkeit wurde am Dorfeingang von Mutterstadt (Pfalz) ein Motorradfahrer aus der Kurve getragen und stürzte so schwer, daß er sofort tot war. Auch fein Mitfahrer erlitt so schwere Verletzungen, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte.
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Zwischen Nürburgring und Dottinger Hohe (Eifel) wurde ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen von einem anderen Auto gestreift, geriet aus der Fahrbahn und überschlug sich. Dabei wurde eine Insassin, Loni Radermacher aus Adenau, getötet. Außerdem gab es mehrere Verletzte.
Gasexplosion in einer Saarbrücker Schule.
In der Hindenburg-Schule in Saarbrücken erfolgte eine heftige Gasexplosion, bei der der Hausmeister Kopfverletzungen und Brandwunden erlitt, so daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Auch die Frau des Hausmeisters und eine Hausangestellte erlitten Brandwunden. Die Explosion verursachte außerdem bettächtlichen Sachschaden. Nach den bisherigen Feststellungen hatte ein Jnstallationsgehilfe an der Gasleitung Arbeiten ausgeführt, ohne den Gashahn dicht zu schließen. Das ausströmende Gas entzündete sich plötzlich, als der Hausmeister unvorsichtigerweise mit einem brennenden Streichholz ine Stelle festzustellen versuchte, an der e$ entwich.
Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Wien.
In Wien ereignete sich nach den schweren Unfällen am Wochenende ein weiteres Verkehrs- Unglück, dem abermals drei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Kraftradfahrer, der auf dem Rücksitz seiner Maschine vorschriftswidrig zwei Personen mitführte, fuhr in rasendem Tempo über die Kreuzung zweier Hauptstraßen und rannte mit voller Wucht in einen Straßenbahnwagen hinein. Alle drei Personen, der Fahrer und zwei Mädchen, waren sofort tot. Die Zahl der Opfer, die der Verkehr in Wien am Samstag und Sonntag gefordert hat, erhöht sich damit auf neun.
Englischer Dampfer auf einen Eisberg gelaufen.
Der englische Dampfer „Beaoerhill" ist vor der Nordküste von Neufundland auf einen Eisberg gelaufen. Das Schiff, das mit einer gemischten Ladung von Montreal nach London unterwegs ist und keine Passagiere an Bord hat, soll sich nicht in unmittelbarer Gefahr befinden. Die erste Nachricht traf in Boston von dem Küstenwachschiff „Champlain" ein. Die „Champlain" teilte mit, daß sie sich zur Hilfeleistung an die Unfallstelle begeben hat. Leichter Nebel soll die Hilfe jedoch erschweren. Bei der englischen Versicherungsfirma Lloyds in London ist die Nachricht eingetroffen, daß sich auch der britische Dampfer „Ausonia" und der kanadische Dampfer „Montclare" an die Unfallstelle begeben haben. Die „Beaoerhill", die 10 041 Tonnen groß ist, gehört der Canadian Pacific Railway Company; ihr Registrierungshafen ist London. Das Schiff wurde 1928 gebaut.
Kunst und Wissenschaft.
7000 Arbeiter erleben Vayreulh.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat das Festspielhaus in Bayreuth für vier Tage für den deutschen Arbeiter gewonnen. 7000 Arbeiter aus allen Gauen Großdeutschländs werden nach Bayreuth kommen und dort die einzigartigen Festspielaufführungen erleben. Die Teilnehmer wurden von den „Kraft - durch - Freude"-Dienststellen sorgfältig ausgewählt. Männer und Frauen aller Berufe sind' vertreten, auch 190 Reichsautobahner befinden sich darunter. Der Gedanke der Betriebsgemeinschaft findet einen schonen Ausdruck in der Teilnahme von Betriebsführern, die zusammen mit einer Anzahl ihrer Gefolgschaftsmitglieder nach Bayreuth kommen. Um den Teilnehmern ein volles Erleben der Opern zu vermitteln, wurden in allen Gauen Einführungsvorträge in die Wagneropern gehalten. In Bayreuth selbst findet vor Beginn einer jeden Oper eine Einführung in das auf dem Spielplan stehende Werk Richard Wagners statt. Zur Auf
führung gelangen „Der fliegende Holländer", „Tristan und Isolde" und „Parstfal.
Der italienische Goethepreis verliehen.
In Malcesine am Garda-See wurden die Preise in dem zweiten nationalen Dichterwettbewerb um den Goethe-Preis übergeben. Zunächst wurde an dem Hause, in dem Goethe auf seiner Italien» reise gewohnt hatte, eine Gedenktafel enthüllt. Bruno F a 11 o r i und Marianna Giudici erhielten dann für ihre Gedichte „Gesang der Zwanzigtausend" und ,Linder" zu gleichen Teilen den diesjährigen Goethepreis.
Panzertruppenabzeichen ' der Legion ßonöor.
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In Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Panzerttuppe in Spanien hat der Oberbefehlshaber des Heeres genehmigt, daß das vom Kommandeur der deutschen Panzertruppe in Spanien verliehene Abzeichen auch weiterhin in und außer Dienst zur Uniform getragen wird. Das Abzeichen besteht aus einem ovalen Eichenkranz, in dem sich über einem Panzerkampfwagen ein Totenkopf befindet;
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Wetterbericht
Während sich in den Gebieten östlich der Elbe seit geraumer Zeit wärmeres und im übrigen trockenes und schönes Wetter hält, herrscht im Westen und Süden des Reiches heute unbeständige und niederschlagsreiche Witterung. Dabei kam es auch am Montag wieder zu teilweise gewittrigen Niederschlägen, die örtlich sehr ergiebige Mengen brachten. Da die Luftzufuhr aus Süd-Südwest weiter anhält, ist eine durchgreifende Witterungsänderung vorerst noch unwahrscheinlich.
Vorhersage für Mi ttw o ch : Wechselhaft mit weiteren teilweisen gewittrigen Niederschlägen bei Winden aus Süd bis West. Für die Jahreszett zu kühl.
Vorhersage für Donnerstag: Wechselhafte Bewölkung und noch immer unbeständig.
Lufttemperaturen am 7. August: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 13,3 Grad; am 8. August: morgens 13,3 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm T«(e am 7. August: abends 17,4 Grad, am 8. Augvst: morgens 15,3 Grad. — Niederschläge 8,2 mm. — Sonnenscheindauer 7,2 Stunden._________________ _
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
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den 7. August 1939.
In tiefer Trauer:
Emil Nagele, Zugführer i.R. und Kinder.
Todes-Anzeige.
Am Sonntag, 6. August, 13 Uhr. verschied ganz unerwartet meine
liebe rrau, unsere geliebte, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter.
Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante


