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Keine polnische Militärmission für Moskau.

Warschau,?. August. (Europapreß.) Die in der englischen und französischen Presse verbreiteten Ge­rüchte über die angebliche Reise einer polnischen Militärmission zur Teilnahme an den eng- ljsch-französisch-sowsetrussischen Militärbesprechungen werden von hiesigen zuständigen Stellen als voll­kommen aus der Luft gegriffen bezeichnet. Man nerrveift darauf, daß die Moskauer Besprechungen sich zwischen Frankreich, Großbritannien und Sow­jetrußland abspielen und Polen an ihnen nicht teilnehmen werde.

Ausdehnung der antibrittischen Bewegung in Nordchina.

Tientsin, 8. Aug. (Europapreß.) Die a n t i ° britische Bewegung in Nordchina hat jetzt auch auf den von Fremden viel besuchten Luft­kurort P e i p a i h o , 200 Kilometer nordöstlich von Tientsin, übergegriffen. Ueberall in der Stadt wur­

den am Montag antienglische Plakate angebracht Die Geschäftsinhaber wurden ersucht, von den Eng- ländern fünffache Preise zu fordern. Ein Sprecher des japanischen Militärkommandos in Tientsin er­klärte am Montaa, es werde gegen antienglische Kundgebungen nicht eingeschritten werden, solange keine Ausschreitungen vorkämen.

Auf den Protest der Engländer wegen der von japanischen Bomben getroffenen beiden Jangtse-DampferKiangMo^ undChia- Wo" haben die japanischen Marinebehörden die Antwort erteilt, ein Bombenangriff auf die eng­lischen Schiffe habe nicht stattgefunden. Diese Ant­wort wurde von den Engländern als unbefriedigend angesehen. Sie vertreten die Ansicht, der Luftangrif habe den beiden Dampfern gegolten und sei mit voller Absicht" durchgeführt worden. Infolgedessen wurde am Montag ein zweiter Protest abgesandt, auf den die japanische Antwort noch aussteht. Daß der Zwischenfall im Laufe eines Luftangriffs au die von den Chinesen gehaltene Stadt Jtschang entstanden ist, kann auch von englischer Seite nicht geleugnet werden.

Deutschlands Tieskühlflotte im Ausbau.

V. A. In aller Stille ist in Hamburg ein neues Werk der deutschen Hochseefischerei herangereist, das niitdelsen soll, die deutsche Ernährungsgrundlage weiter zu verbreitern. Es handelt sich um den Auf­bau einer Tieskühlflotte, die ähnlich wie beim Walfang aus einem Mutterschiff und mehreren Fangschiffen besteht. Die Fangschiffe, es handelt sich um Fischdampfer modernster Konstruktion, fischen genau wie jeder andere Fischdampfer ihre Bezirke ab, bringen dann den Fang an das Mutterschiff wo er sofort verarbeitet wird. Auf diese Weise ist *5 möglich, unzählige Stunden bisherigen An- und Abmarsches vom Hafen zum Fangplatz und zurück !»inzusparen und mit denselben Einheiten zu wesent- ich größeren Fangerträgen zu kommen.

Es handelt sich bei dieser Tiefkühlflotte aber nicht allein um den höheren Fangertrag, sondern viel­mehr um die neuartige Verarbeitungsweise der Fänae. Das Mutterschiff der Tiefkühlflotte ist in Wirklichkeit eine aanz moderne Fabrikationsanlage. Wenn diese Fangdampfer den Fang gelöscht haben, werden die Fische aus dem Fabrikationsschisf mit tzilfe der modernen Fischverarbeitungsmaschinen 11 Filet verarbeitet. Die Filetstücke werden sauber n Cellophan zu 1-Kg-Paketen verpackt. Danach bmmen sie in den Tiefkühlraum und werden hier lun unter Anwendung sehr hoher Kältegrade in kürzester Zeit eingefroren.

Es ist das Bemerkenswerte an dieser Derarbei- ung, daß der Tiefkühlprozeß die Nährwerte des -ischfleisches nicht zerstört, sondern ihn in vollem mfange erhält. Eiweiß, Vitamine und sonstige ^ ebensaufbaustoffe bleiben in ihrer natürlichen Zu- nrnrnensetzung und biologischen Kraft bestehen. Ein- x-hende Untersuchungen haben gezeigt, daß man liefe tiefgekühlten Fischfilets über zwei Jahre ein­wandfrei aufbewahren kann. Es ist unnötig, näher Liszuführen, welche ernährungswirtschaftliche Be« Tutung die nunmehr mögliche Vorratsstapelung wn Fischfleisch unter Anwendung des Tiefkühlver- mhrens gewinnen kann.

Ist die Fabrikationsgrenze des Mutterschiffes er» ächt, dann werden die Fischmengen in einem be» nberen Tiefkühlhaus des Hamburger Hafens, das iit den modernsten Kältemaschinen ausgerüstet ist, weiter verwahrt. Die Belieferung des Derbrauchers

erfolgt über den üblichen Fischoersandhandel. Um die Kühlkette nicht zerreißen zu lassen, werden für den Versand dieser tiefgekühlten Filets besondere Tiefkühltruhen benutzt, die absolute Gewähr für ausgezeichnete Erhaltung des Nahrungsgutes bis zum Verbraucher bieten.

Die deutsche Tiefkühlflotte, die von der Reederei Andersen & Co., Hamburg, erbaut wird, hat aber noch andere Aufgaben zu erfüllen. So gehört z. B. eine Fischmehlfabrikationsanlage zur Ausrüstung des Mutterschiffes. Abfälle und sonstige nicht ver­wertbare Fische werden zu Fischmehl verarbeitet, einem Produkt, das bisher noch in jedem Jahre in großem Umfange eingeführt werden mußte, trotz der von Jahr zu Jahr gestiegenen deutschen Pro­duktion. Neben der Fischmehlgewinnung wird man auf dem Mutterschiff aber auch Fisch öl gewinnen, dessen wertvolle Bestandteile und mannigfache Ver- wendungsmöalichkeiten es zu einem begehrten Ar­tikel der Fischwirtschaft gemacht haben.

Das Mutterschiff der Tieskühlflotte wird begleitet von insgesamt vier Fangschiffen, die in Größe und Ausrüstung unseren modernsten Fischdampfertypen entsprechen. Die ersten drei dieser Fangschiffe sind inzwischen von Stapel gelaufen; es sind dieHar­vestehude", dieBahrenfeld" .undSt. Georg", Namen alter Hamburger Stadtteile. Diese Fisch­dampfer sind selbstverständlich auch in der Lage, unabhängig vom Mutterschiff auf den Frischfisch- fang zu fahren, und chre Kapazität ist so groß, daß sie im Durchschnitt 5000 bis 5600 Zentner ein« bringen können.

Dieser neueste Zweiß unserer Hochseefischerei, von dem man in der Oefsentlichkeit bisher wenig gehört hat, wird die Leistungsfähigkeit der deutschen Fisch­wirtschaft um ein erhebliches steigern und die Fisch­versorgung Deutschlands später einmal bis zu einem gewissen Grade unabhängig machen von dem saisonmäßigen Anfall des Fisches. Wenn sich das Verfahren bewährt, wird der Ausbau dieser Fang­flotten dem Ausbau unserer Walfangflotten entspre­chen. Die dann mögliche fischwirtschaftliche Vor­ratshaltung wird in entscheidenden Stunden für den notwendigen Ausgleich auf dem Lebensmittel­markt von nachhaltigem Einfluß f-ewu

Sind die Reichsautobahnen blitzsicher?

Beruhigende Antwort auf eine vielerörterte Frage.

Oberammergau probt für 1940.

Der Spielernachwuchs stellt sich vor.

Als Auftakt zum Festspieljahr 1940, das wieder Aufführungen des Oberammer­gauer Passionsspiels bringen wird, veranstaltet Oberammergau in diesem Som­mer von Juni bis September im Kleinen Theater Uebungsfpiele. Zur Aufführung ge­langen diePestnot anno 1633", ein Stück, das die Entstehungsgeschichte des Passions- spiels schildert, undDer Brandtner Kaspar schaut ins Paradies", ein Volksstück von Joses Maria Lutz.

Wenn ein Passionsjahr heranrückt, dann beginnt die Welt jedesmal mit Spannung zu fragen: wie steht es mit dem Spielernachwuchs in Oberammergau? Sind in den Jahren seit dem letzten Passionsspiel neue Kräfte herange­wachsen? Ist dem Pafsionsdorf eine neue große Spielbegabung erstanden?

Spielbegabungen gibt es in Oberammergau feit 300 Jahren immer; denn jeder Oberammergauer hat Künstlerblut in den Adern. Und wenn er selbst auch noch nicht gespielt hat, so haben doch seine Vorfahren in der Passion irgendeine Rolle ver­körpert.

Zudem wird schon in den kleinen Kindern der Spieltrieb geweckt. Die erste Rolle, die ein Ober­ammergauer spielen kann, ist dasAdams- kind", das in einem der lebenden Bilder des Spieles auf dem Schoß seiner Mutter Eva sitzt. So ein herziges Adamskind ist meist nicht viel älter als zwei Jahre, aber schon begreift es, daß es still- halten muß, daß es auf der Bühne ist. Etwas grö­ßere Kinder spielen dann bereits in den Straßen- (jenen in Jerusalem mit, und damit wächst die Jugend bann allmählich hinein ins Fach der Solo- rollen.

Den Spieltrieb wecken darüber hinaus auch die Kinder untereinander. In Oberammergau werden nur selten Spiele gespielt wie in anderen Orten. Die Oberammergauer Kinder spielen immer nur eines: die Passion. Sie kennen alle den Text aus­wendig; sie haben ihn ja gehört, wenn der Vater, der größere Bruder, ihre Rollen lernten, sie kennen ihn vielleicht vom Großvater her, der einApo­stel" oder einHoher Priester" gewesen ist. Und nun spielen also die Kinder auf ihre Weise die Passion in den Gärten, auf den Wiesen hinter dem elterlichen Anwesen. Wer sie jemals sah, war er­staunt und gerührt über den Ernst und die Ver­tiefung, die dieses kindliche Spiel beseelen.

Mit dem Spielgedanken im Herzen wachsen die Kinder heran. Schon bald zeigt es sich, ob in einem ber jungen Burschen, einem der jungen Mädchen eine besondere Begabung steckt. Denn es ist altes Herkommen, daß in jedem Jahr zwischen den Pas­sionen irgendein Bühnenstück gespielt wird, in dem junge Kräfte herausgestellt werden. Man spielt Thoma, Anzengruber, Ganghofer, Stücke religiösen Gepräges, und sehr bald stellt sich heraus, wer echtes Künftterblut in sich hat.

In diesem Jahr, das der Passion 1940 voraus­geht, werden gleich zwei Stücke aufgeführt. Im Juni, Juli und August werden abwechselndD i e Pest not anno 1 633" undDer Brandt­ner Kaspar schaut ins Paradies" ge­geben. Beide Stücke ergänzen sich aufs beste. Das Pestnotspiel" ist ernst und zeigt die geschichttichen Hintergründe des Passionsgelübdes der Oberammer­gauer vor 306 Jahren. Das andere ist ein gemüt­liches Volks stück, besinnlich heiter wie die weiß- goldenen Barockkirchen in Bayern. Joseph Maria Lutz hat das Stück geschrieben; er gehört selber

zu Oberammergau, denn sein Vater ist Oberammer­gauer gewesen.

Im Pestnotspiel, das bereits 1933 als Vorberei­tung auf die Jubiläumspassion 1934 aufgeführt wurde, sieht man zum großen Teil die Spieler, die auch bei der Passion 1934 auf der Bühne standen. ImBrandtner Kaspar" jedoch stellt sich der Spie» lernachwuchs vor, von dem man den besten Eindruck bekommt. Man sieht, die jungen Oberammergauer sind mit aller Freude bei dem Stück, in dem der schlaue Tegemseer Jäger, der Brandtner Kaspar, den Tod überlisten will, schließlich aber doch vom noch schlaueren Gevatter Tod besiegt wird. Diesen Brandtner Kaspar, der so am Leben hängt und gar nicht gern sterben will, spielt der S ch we i g h o f e r Ludwig. Der Schweighofer Ludwig ist nach allen Richtungen hin besehen ein Unikum. Erstens stammt er aus einer Familie, die noch nicht gespielt hat, was in Oberammergau eine große Seltenheit ist. Dann ist er bisher immer nur in der Musik ver­wendet worden. Er ist ein großartiger Musiker; aber eines Tages wünschte er sich auch einmal eine Bühnenrolle und da war das Erstaunen groß. Denn der Schweighofer Ludwig stand als voll­endeter Schauspieler auf der Bühne! Er gilt heute als eines der größten Spieltalente im Dorf und jeder, der ihn als Brandtner Kaspar sieht, ist davon überzeugt. Denn dieser zähe Jäger, der den Tod überlistet, um noch etwas länger zu leben, ist eine Prachtleistung.

Mit ihm zusammen tritt dann der beste junge Nachwuchsspieler Oberammergaus auf: Hermann Hafer. Don Beruf ist er Schnitzer; er sitzt in der Werkstatt des Oberammergauer Schnitzverlags Lungs Erben am Marktplatz, und seine Künstler­hände fertigen zahlreiche der schönen Oberammer­gauer Schnitzereien, die in alle Welt gehen. Im Brandtner Kaspar" spielt er den Petrus, der die abgeschiedenen Seelen in den Himmel hineinläßt; und er spielt ihn wundervoll echt, ganz so, wie sich Kinder den Petrus vorstellen: mit weißem Locken­bart und einer langen Pfeife. Seine Darstellung ist mit herrlichem bodenständigen Humor gewürzt. Man setzt große' Hoffnungen auf Hermann Hafer in Oberammergau, und man wird ihn bestimmt 1940 im Passionsspiel Wiedersehen.

In den weiblichen Rollen kommen die Nach­wuchsspielerinnen Maria Lang, die die Frau vom Brandtner Kaspar verkörpert, und Hermine F r e i s l, die eine Sennerin spielt, zur Geltung. Auch zwei kleine Oberammergauerinnen spielen als Engel mit. 3m ganzen sind es vierzehn künstlerische Kräfte, die man aus dem Nachwuchs ausgewählt und im gemütlichen Dolksftück vom Brandtner und vom Tod auf die Bühne gestellt hat. Die Spielleitung, die fo wie die der Passion in den Händen von Georg Lang liegt, gab diesen Nachwuchsspielern Zwei der bekannten Rollenträger von 1934 zur Seite: den Tod, der sich so gern betrügen läßt, um dafür einmal menschlich fühlen zu dürfen, spielt Melchior B r e i t s a m t e r, der Pilatus der letzten Passion; den Jäger-Sepp verkörpert Willy Bier­ling, der 1934 den Johannes gespielt hat. Heini Rutz, der Orchesterdirigent von 1934, ist auch der musikalische Leiter der Brandtner-Äaspar-Aussüh- rung.

Welche Rollen dem Nachwuchs, der in diesem Jahre auf der Bühne steht, in der kommenden Passion zugeteitt werden, weiß noch niemand. Das große Rätselraten wird anhalten bis zu dem Tag im Oktober, an dem die gewählten Spieler ver­kündet werden. Eines aber ist sicher: daß sie eine Rolle erhalten werden, und daß ihnen ein Ausstieg als Passionsspieler bevorsteht. Sophie Rützow.

:$n den jetzigen Hauptreisewochen, wie überhaupt t Verfolg der zunehmenden Motorisierung, des netteren Ausbaues der Reichsautobahnen und ihrer huern-b steigenden Benutzung wird immer häufiger he Frage gestellt, ob die Reichsautobahnen in ihrer (flamten Formung und bahntechnischen Ausstattung ,!ützficher" für den Autoverkehr sind. Es verbinden W mit dieser Frage, die übrigens nicht nur von s-aftsahrern gestellt wird, sondern auch die Allge- rreinheit stark interessiert, keinerlei Vorurteile oder tofce Angstgefühle, (andern die Empfindung ist maßgeblich, daß der Kraftwagen auf der breiten bahn der Strecke im Landschaftsbild, insbesondere ii der Ebene, den einzigen erhöhten, wenn auch smell beweglichen Punkt darstellt. Der Autofahrer chht von der landläufigen Meinung aus, daß er» ähte Punkte im offenen Landschaftsbild im Der« firften Maße blitzanziehend wirken.

.Wie auf dem Gebiete der Blitzgefährdung noch mnche falschen Meinungen und Regeln an der Ta» gsortmung sind, so ist auch diese Frage der Blitz» siyerheit auf den Reichsautobahnen im Interesse bp- Verkehrswirtschaft, der Motorisierung und der oij gemeinen Aufklärung des Publikums überaus wchtig und einer Erörterung wert.

Allgemein ist zunächst die Feststellung von Be- öiutung, daß bisher kaum Fälle bekannt geworden jijb, wonach der Blitz unmittelbar in ein in Fahrt diiindliches Auto auf freier Strecke eingefchlagen |tf. Lediglich aus Amerika kennt man einen zlll, wonach der Blitz in das Heck eines Roadsters schlagen haben soll. Der Wagen wurde zerstört,

Fahrer kam mit einer vorübergehenden Betäu- .i-ng davon. Damit ist allerdings erwiesen, daß ächt, wie man denken könnte, Kraftwagen durch die stierende Gummibereifung grundsätzlich gegen den Dtz gefeit sind. Gegen eine so hohe elektrische La- cMg, wie sie beim Blitzschlag eintritt, schützt auch ii< Gummibereifung nicht. Außerdem ist der himmi ja beim Gewitterregen naß und damit leit« äig geworden. Wenn im übrigen von Autokata- r phen während eines Gewitters berichtet wird, so vcr niemals, wie einwandfrei feststeht und mit konderem Nachdruck vermerkt sein muß, der Blitz- fpg in das Auto die unmittelbare Ursache, son- hm man erkannte wegen schlechter Sicht zu spät Ndernisse auf der Fahrbahn, etwa durch Sturm iti Blitz in die Bahn geschleuderte Bäume. Natür- ö ist beim Bau der Reichsautobahnen von vorn- '«Lin die Baumbepflanzung an den Seiten so be» ?mzt, daß eine Gefährdung der Fahrbahn aus« schlossen ist. Aus den gewöhnlichen Reichsftraßen

Landstraßen ist es selbstverständlich, daß ein Mtfabrer im Unwettergebiet gerade mit Rück« auf diese Unfallmöglichkeiten mit höchster Dor» M fährt.

.bezüglich der Blitzsicherheit der Autobahnen^ die * in erster Linie interessiert, ist vom General- i vektor für das deutsche Straßenwesen festgestellt, ..4: >eit Bestehen und Inbetriebnahme der Reichs- oiIdahnen, also seit fünf Jahren, keinerlei Schä- , Witz an Fahrzeugen oder Personen auf y1 Reichsautobahn vorgekommen sind, noch hat es lgmdeine durch Blitz verursachte Verkehrsstörung

gegeben. Doch man ist noch weiter gegangen und hat die gegenwärtig rund 3000 Kilometer um­fassende Betriebsstrecke der Reichsautobahnen be­züglich Blitzeinwirkungen auf der Betonstrecke un­tersucht. Es sind insgesamt sechs Fälle gefunden worden, bei denen kleine Stücke aus der Beton­schicht gesprengt waren. Don diesen sechs Fällen be­fanden sich drei im Küstenbezirk der nordwestdeut­schen Reichsautobahnen, die anderen Fälle verteil­ten sich auf das ganze Reichsgebiet. Die von fach­männischer Seite darauf vorgenommenen Boden­grunduntersuchungen ergaben, daß diese wenigen und in ihrem Wirkungsgrad harmlosen Fälle mit Blitzschlägen durch unterirdische Wasseradern zu- sammenhingen. Die Tatsache, daß drei der Fälle ausschließlich im nordwestdeutschen Küstengebiet der Reichsautobahnen vorgekommen sind, berechtigt zu der Vermutung, daß in diesem Gebiet entweder ein ausgesprochener Gewitterherd liegt, so daß pro­zentual sehr viele Gewitter vorkommen, oder daß die flache Landschaft ohne hohe Bäume weniger Ablenkungspunkte aufweist. Vielleicht wirken aber auch die Grundwasserverhältnisse in dieser Gegend besonders blitzanziehend. Doch das sind Fachfragen, die für die Praxis des Kraftwagenverkehrs auch auf dieser Strecke völlig ohne Bedeutung sind.

Wenn man nun weiß und berücksichtigt, mit wel­cher Sorgfalt die Reichsautobahnen ständig von den Ueberwachungsstellen beobachtet werden, und wenn man namentlich in Rechnung stellt, daß diese sechs Fälle sich im ganzen Reichsgebiet auf fünf Jahre und mehr als 3000 Kilometer Betriebsstrecke ver­teilen, so kann man wohl sagen und das wird vom Generalinspektor für das deutsche Straßen­wesen besonders betont daß die Blitzgefahr auf den Reichsautobahnen außerordentlich gering ist. Es sind nicht die geringste Ursachen für zweckentspre­chende bauliche Maßnahmen gegeben. Herrschte in Kraftsahrerkreisen bisher schon gemeinhin die An­sicht, daß für ein Auto in normaler Fahrtschnelle auf offener Strecke keine Blitzgefahr besteht, so ist diese Ansicht auch für die im äußeren Sinne stärker blitzanziehend wirkenden Reichsautobahnen nach den bisherigen Erfahrungen unbedingt gerechtfertigt. Im übrigen braucht nicht besonders betont zu werden, daß die vereinzelten Fälle geringer Betonbeschädi­gung, die wir oben nannten, schon Anlaß dazu geben, auch diesem gewissen blitzanzichenden Ein­fluß unterirdischer Wasseradern zukünftig vorzu­beugen, so daß diese letzte, praktisch wohl kaum in Betracht kommende Gesahrenguelle noch ausgemerzt wird.

So unbekümmert der Kraftfahrer mithin bei Ge­witterlagen die Autobahnen benutzen kann, umso notwendiger erscheint es allerdings, Fußgänger vor dem Betreten der Reichsautobahnen bei Gewitter m warnen. Was für das schnellfahrende Auto ab­solut gefahrlos ist, wird für den stillstehenden bzw. wesentlich langsamer sich fortbewegenden Fußgänger zu einer großen Gefahr. Der Fußgänger stellt als erhöhter Punkt auf der Reichsautobahn die gleiche Anziehung dar, wie er sie auf freiem Felde erzeugt, er übernimmt dann die Rolle des in der Ebenen- landschaft alleinstehenden Baumes . St

Der Hinweis - ein Ä in die Zeitschriften.

Der Mensch über vierzig

ist keineswegs von minderwertiger Leistungsfähig­keit. Statistische Untersuchungen über die Arbeits­leistungen der verschiedenen Lebensalter bringt die ZeitschriftDer Ausländsdeutsche" (Juliheft) unter bem TitelEin wichtiges und interessantes Prü­fungsergebnis":

Unter irgendwelchen Einflüssen machte sich nach dem Kriege allenthalben die Meinung breit, daß der Mensch, der die Vierzig überschritten hatte, beruflich weniger leisten könne, als der jüngere. Wir wissen, zu welch traurigen Folgen diese Meinung in der ganzen Welt führte: sie machte überall die älteren Angestellten, die Familienväter also, brotlos.

Fetzt hat die Abteilung Organische Betriebsgestal­tung des Amtes für Berufserziehung und Betriebs­führung der DAF. die Ergebnisse der Untersuchun- aen vorgeleat, die sie in Textilbetrieben angestellt hat, um diese Meinung, die zu erheblichen sozialen Störungen führte, auf ihre RichtiAeit hin zu prü­fen.

Die Untersuchungen bezogen sich sowohl auf die güte-, als auch mengenmäßigen Leistungen. Sie er­gaben, daß sich unter den 34 Webern mit unge­nügender oder schlechter Leistung' nur zwei ältere befanden. Bei der Untersuchung des Akkordver­dienstes von 141 Zweistuhlwebern ergab sich, daß die 26 Bestleistungen zur Hälfte von solchen Webern erzielt wurden, die im Lebensalter zwischen 50 und 65 Jahren standen. Bei den mittleren Akkordver­diensten zeigte sich, daß die besten Verdienste beim Mann zwischen 42 und 45 Jahren, bei der Frau zwischen 45 und 50 Jahren liegen.

Wir ersehen daraus, wie falsch jede Meinung von der verminderten Leistungssähigkeit der über 40 Jahre alten Schassenden ist und wie wichtig es ist, daß man die Gelegenheit wahrnimmt, von der grö- jeren Erfahrung der Aelteren, von ihren größeren Kenntnissen und Fähigkeiten am richtigen Platz den richtigen Gebrauch zu machen."

Wanderer an der Donau.

Entwicklung und heutigen Stand des Donau­deutschtums jenseits der Grenze macht Karl von Möller zum Gegenstand eines Beitrages in der ZeitschriftDie Westmark" (Jutiheft). Er schließt diese Ausführungen (Donaudeutsches Volkstum"):

Wie waren die Kolonisten stammesmäßig ge­gliedert? Der Herkunftsforscher Friedrich Lotz in Neusatz, Jugoflawien, errechnete, daß zum Beispiel in die Batschkaer Ortschaft Torza 117 Pfälzer Fa­milien kamen gegen 25 aus Rheinhessen, 34 aus Rheinpreußen, 18 aus Baden, 7 aus oem Elsaß, 2 aus Lothringen, 4 aus Württemberg uff., ftr Crvenka kommt er zu ähnlichen Ergebnissen. In Se- kitsch verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des unteren Elsaß und Lothringens. Serbas wieder ist weitgehend pfälzischer Herkunft. Im Banat über» wiegen die Pfalz und ihr Umkreis fast in den mei­

sten Ortschaften; Saderlach bildet hier eine auffal­lende Ausnahme; es ist alemannisch. Im Komitat Karasch aber leben Deutschböhmen, in den Berg- feengebiefen auch Nachfahren von Tirolern, Steier­märkern und Zipfern.

In den Städten liegen die Dinge zum Teil an­ders. Die ersten Einwanderer für den Hauptort des Donaudeutschtums Temeschburg-Temesvar zum Beispiel stammen aus der Ostmark, aus Bayern und weithintecher erst aus der Saarpfalz, Baden, Hes» sen usw. Wien versah auch in der Folge diese deut» sche Stadt mit Bürgern und Beamten aller Schot- tierungen. Die Mundart der Temeschburger Bevöl­kerung ähnelt heute noch der der Wiener.

Es wäre irrig, anzunehmen, daß die Bauern­schaft, der Volkskern also, 70 ja vielleicht 80 v. H. aller Donaudeutschen, ungarisch geworden sei; bloß die Städte und die Jntelektuellen des Landes muß­ten daran glauben, daß alle in Ungarn lebenden Menschen von Arpad abstammten und aus Asien zu­gewandert seien auf kleinen Rossen mit dem Fleisch für die Mahlzeit unferm Sattel.

Heute freilich bekennt sich auch wieder dieobere Schicht" des Donaudeutschtums zum Muttervolk, ausgenommen ein Teil noch derIntelligenz" im heutigen Ungarn.

Man findet die deutsche Herkunft einer Ortschaft auf ihre Stirn geschrieben, wo die Siedlung auch liegen mag, ob im Banat, in der Botschko, der Baranya, ob in Galizien oder in Syrmien. So ge­ordnet, sauber, gehoben ist keine fremdvolkliche Nie­derlassung, so zu wirtschaften wie die Donaudeut- schen versteht kaum wo ein anderer deutscher Volks­splitter. Wer würde die Städte Weißkirchen etwa und Werschetz nicht sogleich als deutsche Schöpfun­gen ansprechen, wer kann die Herkunft selbst Ofens verkennen, die Entstehung Fünfkirchens, die der Stadt Esseg, der Festung Peterwardein, des Kernes von Temefchburg? Und wer unterschiede nicht auf den Märkten die donaudeutschen Frauen, ohne erst der Tracht zu achten, auf den ersten Blick von den juaoslawischen, rumänischen, ungarischen?

Und muß nicht ein nachdenklicher Wanderer durch diese Gebiete zu der Annahme kommen, daß dieser blühende, fleißige, fortschrittliche Stamm auch Gei­stiges von Belang geschaffen habe? Wie in der Ur­heimat, wie in der Pfalz, mit der sich das Donau« deutschtum geistig und seelisch auf das Innigste ver­bunden fühlt."

Wie ost verriet England?

Eine Uebersicht auf Englands Verräterpolitik seit sechshundert Jahren gibt Ernst Schultze im Juliheft der ZeitschriftGeist der Zeit" in einem Beitrag Englands Verrat an seinen Bundesgenossen". Aus dem inhaltreichen Material, das der Verfasser wie eine Chronik vor uns aufreiht, bringen wir einige Auszüge:

Schon in dem hundertjährigen Kriege, den Eng­land seit 1340 auf dem Festland gegen Frankreich