Ausgabe 
8.8.1939
 
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Nr. 183 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Dienstag, 8. August 1939

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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In schen

Der verlorene

Wirtschaftskrieg

em, die die Aufgabe hat, die gegenwärtig vorhan­denen Tafel- und Keltertraubensorten durch gewis­senhafte Selektionen zu verbessern und durch Aus­lese besondere Zuchtstämme heranzuziehen, die an die Weinbaubetriebe abgegeben werden und Er­tragsmenge wie Qualität erhöhen.

Schwere Zeiten hat der Weinbau nach dem Kriege durchgemacht. Viele Betriebe gerieten bis zur Existenzvernichtung in Verschuldung. Auch dem rhein-mainischen Winzer hat diese Zeit tiefe Wun­den geschlagen, die noch nicht alle wieder geheilt sind. Eines aber ist gewiß: wie sich die Rebstöcke von Jahr zu Jahr fester in die rhein-mainische Erde klammern, so ist auch der rhein-mainische Winzer im Sturm der Zeiten nur fester und treuer und unzertrennlicher mit der Heimatscholle verwachsen. Und wie der Winzer und der Boden, so sind auch die Weine, fruchtig, stahlig und rassig. Angefangen vom kleinsten Konsumwein bis hinauf zur köstlichsten, weltberühmtesten Spitze, vermögen sie jedem etwas zu bieten. Es ist ihre besondere Eigenart, die sie wertvoll machen und gegenüber den anderen Weinen unterscheiden und hervor­heben.

Berlin. 7. Aug. (DRV.) Bei der Kommen­tierung der kürzlichen Rede des polnischen Mar­schalls Rydz-Smigly schreibt am heutigen Montag der konservativeL 300 u. a.. wenn die Behörden der Freien Stadt Danzig polen vor eine vollendete Tatsache zu stellen beabsichtigten, dann würden die polnischen Geschütze dröhnen trotz der Neigung, die die polnische Na­tion für die offen Mauern Danzigs hege, die mit der Geschichte polens so eng verbunden seien.

polnischeDiplomatie".

Die Polen haben sich durch ihren Vertreter in Danzig, Minister Chodacky, ein geradezu tolles Stück Diplomatie geleistet, dem Aehnliches wohl kaum an die Seite zu stellen ist, selbst nicht in der Geschichte der Diplomatie jener Völker, die sich auf dem glatten Parkettboden der diplomatischen Gepflogenheiten erst seit dem Weltkriege bewegen. Dieser polnische Minister rief die Danziger Regie­rung auf Grund eines Gerüchtes an, man wolle die polnischen Zollbeamten in Danzig an der Ausübung ihrer Rechte hindern, und nicht ge­nug damit, setzte er sich hin und wiederholte in einem Schreiben an die Danziger Regierung diese Behauptungen, zog darin Schlußfolgerungen und sprach natürlich im Namen Warschaus. Man kennt die Tonart, in der nicht nur in Warschau Politik gegen alles, was deutsch, ist, gemacht wird.

Die Danziger Regierung hat die Angelegenheit der Qeffentlichkeit übergeben, sie hat festgestellt, daß!

Danzig, 7. Aua. (DNB.) Der Seedienst, dampferHanse st a d t Danzi g", der im Verkehr des Seedienstes Ostpreußen von Swine- münde nach Zoppot verkehrt, rettete heute mor­gen kurz nach 6 Uhr in der Nähe der Halbinsel H e l a die beiden Insassen eines polni­schen Militärflugzeuges. Der Apparat kreiste mehrere Male über dem Schiff, und her Beobachter machte offensichtlich, wie deutlich zu erkennen war, photographische Aufnah- m e n. Kurz darauf stürzte das Flugzeug hinter dem Seedienstdampfer in die See. Innerhalb weniger Minuten war ein Rettungsboot der alarmierten Schiffsbesatzung an Ort und Stelle, und es gelang, . , die beiden Insassen des Militärflugzeuges zu retten.

. Dank der fortgesetzten Steigerung der Gute der j Die ganze Rettungsaktion dauerte 10 Minuten.

Hessen-Nassau, der Gau des Rheinweins

18000 ha Rebfläche. - 30000 Weinbaubetriebe.

Don Gauleiter Reichsstatthalter Jakob Sprenger.

Danzigs Antwort überreicht

Danzig, 7. August. (DNB.) Die Pressestelle des Senats teilt mit: Die Danziger Regierung hat am Montag dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen die Antwortnote in der Angelegenheit der Tätigkeit der polnischen Zollkontrol- teure und der im Zusammenhang damit ergange­nen ultimativen Drohungen Polens überreicht.

polen will mit Menschenleben zahlen.

Die Bettelei um das englische Geld.

Warschau, 7.August (DNB.) Die große Un- Zufriedenheit, die in polnischen Kreisen über den Mißerfolg derAnleiheverhandl ungen in London besteht, kam am Montag zum ersten Male vollkommen imSlowo" zum Ausdruck. Das Blatt gibt ohne jede Beschönigung zu, daß die Verhandlungen des Obersten Koc mit einem vol­len Fiasko geendet hätten. Dieses Fiasko habe nicht nur die Polen, sondern auch alle die Leute in England und Frankreich in Erstaunen gesetzt, die sich ernsthaft auf eine bewaffnete Ausein­andersetzung vorbereiten.Slowo" macht bann England schwere Vorwürfe. England werde, so be­hauptet es, genau so von Deutschland bedroht wie Polen, das über mehr ausgebildete Soldaten ver- füge als England, das aber wieder mehr Geld besitze. Dies Geld sollte England Polen zu Rü­stungszwecken zur Verfügung stellen, und zwar sofort. Dabei handele es sich um lächerliche 8Vr Millionen Pfund, die man Polen zur Vörde- reitungdesKrieges geben solle, also um eine Summe, die einen verschwindend kleinen Bruchteil des englischen Militärhaushaltes und einen Betrag darstelle, den die Staaten der Koalition im Falle des Krieges etwa im Läufe eines einzigen Tages ausgeben würden. Polens Divisionen sollten eigentlich für England eine ausreichende B e - gründung zur Gewährung derAnleihe sein.

Englands Haltung ist nur Heuchelei.

Einsichtige Amerikaner prangern die englisch-polnische Kriegshetze an.

Das deutsche Volk hat in den letzten Monaten allerlei Erfahrungen mit den Polen sammeln kön­nen. Auf die Großzügigkeit Deutschlands gegenüber Polen haben wir eine Gegenleistung erhalten, die an Undankbarkeit und zugleich an Verständnislosig­keit für das eigene polnische Interesse nicht mehr zu übertreffen ist. Die Haßausbrüche, die täglichen Beschimpfungen und Verleumdungen Polens gegen­über dem deutschen Volk und seiner Führung, wie auch der polnische Vernichtungskrieg gegen die deut­schen Volksgenossen im polnischen Machtbereich redeten bisher schon eine deutliche und für jeden gerechtdenkenden Menschen überzeugende Sprache. Was aber jetzt in der oben wiedergegebenen Stimme eines polnischen Blattes 3um Ausdruck kommt, überbietet alle bisherigen Haßgefänge der polnischen Kriegstreiber. Zugleich offenbart sich hier ein Größenwahn, der im umgekehrten Verhältnis ZU den Machtmitteln und der Bedeutung dieses erst durch deutsche Waffentaten im Weltkrieg entstan­denen Staates steht, der sich im weiteren Verlaufe feiner Existenz doch nur durch den beispiellosen Betrug in Versailles und durch gemeinen Raub an Nachbarländern behaupten und erweitern konnte. Die polnischen Kriegstreiber und ihre Hintermänner mögen sich jedoch darüber im klaren sein, daß sich das machtvolle Deutschland Adolf Hitlers nicht end­los provozieren läßt, daß auch einmal der Zeit­punkt gekommen fein wird, an dem Deutschlands Geduld zu Ende ist. Dann werden die Polen die Erfahrung machen, daß die deutschen Waffen eine sehr eindringliche Sprache führen und dem pol­nischen Gernegroß ein für alle mal die Lust aus­treib en werden, Deutschland und die Angehörigen des deutschen Volkstums mit Vernichtung zu be­drohen und diese Vernichtungsabsicht weiterhin in die Tat umzusetzen, wie es jetzt schon in über­reichem Maße in unserem früheren Reichsgebiet Westpreußen, Posen und Ostoberschlesien geschieht. Polen mag sich zur Warnuna gesagt sein lassen, daß es ,im Dienste seiner englischen Geldgeber nicht unbefristet und ungestraft mit der brennenden Fackel am Pulverfaß hantieren und dabei deutsches Volks­tum, deutsches Land und deutsche Städte bedrohen darf.

Dieses Fehlen einer wehrwirtschaftlichen Vorbe­reitung geht keineswegs allein zu Lasten der deut­schen Wirtschaft. Wie der frühere Staatssekretär von Delbrück in seinem BucheDie wirtschaftliche Mo­bilmachung in Deutschland 1914" darlegte, hatten bereits im Frieden viele bedeutende Industrien Vorsorge getroffen, um im Falle eines Krieges ihren Betrieb aufrechterhalten zu können. Auch Helfferich hat in seinem WerkDer Weltkrieg" aus­geführt, daß Vertreter des Wirtschaftslebens schon vor dem Kriege auf die Notwendigkeit einer wehr- wirtschaftlichen Rüstung hingewiesen hatten. Auch trifft die deutsche Wirtschaft fein Vorwurf, daß sie nicht fähig gewesen wäre, sich für den Krieg und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse umzustellen. Die deutsche Wirtschaft hat hierin vielmehr bewunderns­werte Erfolge erzielt.

Wenn trotz allem der wirtschaftliche Zusammen­bruch Deutschlands im Kriege nicht abzuwenden

es sich hier um böswillige Gerüchte han- dele, daß der Ton des grobendiplomatischen" Schreibensals eine Unverschämtheit" angesehen werden müßte und die Regierung es daher ablehne, mit diesem Vertreter Polens über einen überhaupt nicht existierenden Fall in einen Briefwechsel ein­zutreten. Klarer und deutlicher kann eine polnische Provokation, auf Gerüchte hin Ultimaten zu stellen, nicht beantwortet werden.

Aber was sagen die Freunde Polens in London und Paris zu diesem merkwürdigen Ausflug der polnischen Diplomatie der Hysterie und der Provo­kationen? Wir sind gewiß, daß sie diese merkwür­dige Tattik für gut halten, da sie non Polen aus­geht, und die Londoner und Pariser Sonntagsblät­ter schlagen denn auch in die polnische Kerbe. Trotz­dem ist der Vorgang eine offene Blamage für die Polen und sie kann auch durch größenwahnsinnige polnische Worte nicht bemäntelt werden. Wir ken­nen sie zur Genüge, als daß wir uns sonderlich darüber aufregten, aber was sich auf der Legionärs­tagung in Krakau Marschall Rydz-Smigly ge­stattete, übersteigt doch alles selbst einem Polen Erlaubte. Rydz-Smigly sagte kurz und bündig, Danzig sei die Lunge Polens. Er scheint also Danzig als die deutsche Lunge in einem polnischen Dolkskörper zu betrachten und nicht Gdingen, das das gleiche Polen zu einer Konkurrenz gegen Dan- Zlg hochgezüchtet hat. Ein Körper mit zwei Lun­gen, die sich zudem stritten, ist aber ein Unding. Er wäre nicht lebensfähig. Ueberdies, wenn das deutsche Danzig wirklich die Lunge für Polen wäre, hätten die Polen alles getan, um die Funk­tion dieser Lunge zu unterbinden, denn der Wirt­schaftsboykott, der Wirtschaftsterror, die Wirtschafts­spionage sie richten sich nicht nur gegen die Volksdeutschen im polnischen Gemengsel-Staat son­dern auch gegen Danzig. Das ist eine so bekannte Tatsache wie die, daß Danzig s e l d st deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird. Alle Pro­vokationen auf Grund konstruierter Gerüchte, alle pathettschen und unlogischen Beteuerungen von höchster polnischer Stelle können daran nichts ändern. E. S.

Polen droht Danzig mit Geschützen.

Neue Ausschreitungen des polnischen Größenwahns und Deutschenhasses

Weine und des stillen, zähen Fleißes des Winzers hat sich der deutsche Wein im ganzen Volke einen Platz erobert, den er nie mehr verlieren wird. Freude und Frohsinn hat er dem deutschen Men­schen seit alterher vermittelt. Nirgends in deutschen Landen klingen so viele schöne Volkslieder, nirgends hat sich Brauchtum, Tanz und Mundart so boden­ständig erhalten wie in den Weinbaugebieten. Möge dieser Glanz von Freude und Frohsinn um den deutschen Wein und den deutschen Winzer für alle Zeiten hineinstrahlen in das schöne großdeutsche Vaterland.

Deutsche retten polnische Militärflieger.

Der Nationalsozialismus stellt in den Mittel- funtt seiner politischen Arbeit den Menschen. Er veiß darum auch, welches Kleinod an Dolkskraft br Winzer ft and ist, der seit Jahrtausenden itimerfort durch die Arbeit am Boden, da, wo er cm steilsten und steinigsten ift.in eine unerbittliche Acht und Auslese genommen wurde. Geschlechter im Geschlechter haben sich seit unvordenklichen Zei- tat in diesem Beruf gehalten, haben aus felsigen (-eröllhängen blühende Gärten gemacht und viele jinber großgezogen. Ein altes Wort sagt, daß der Sein eine Gabe Gottes fei. Diese Gabe aber s:llt dem Menschen nicht von selbst zu. Am aller­wenigsten in meinem Gau. Was hier alljährlich feit Tihrtausenden die Erde an Reben trägt, muß der linder mühselig und hart in andauerndem Kampf rit pflanzlichen und tierischen Schädlingen den Einigen Schieferböden und steilen Hängen des feines, wie den tiefgründigen Lehm-, Kalk- und E^ndsteinböden abringen. Genügsam und fleißig tut dr rhein-mainische Winzer Jahr für Jahr jene Pflicht. Oft hat ein einziger Nachtfrost, ein T «etter- oder Hagelschlag ihn um den Ertrag feiner ferneren Arbeit gebracht. Hat er es aber einmal gjjchafst, dann belohnt ihn auch die Natur mit eiern Erzeugnis, wie es nirgends in der Welt eKer heroorgebracht werden kann.

Die Geschichte des rhein-mainischen Weinbaues bginnt nachweislich schon lange vor der - n« r 3 e i t. Die hier ansässigen Kelten und Ger- ninen haben bereits die Pflege des Weinstockes rcld die Kunst der Weinbereitung gekannt, wie ziylreiche Kulturdenkmäler aus jener Zeit beweisen. Ds Römer haben lediglich ihre reichere Erfahrung ir der Rebpflege mitgebracht und sie unseren Vor- 1euren vermittelt. Auf der vor zwei Jahren in Äninz veranstalteten GauausstellungRhein und Dein" hatten auch die ältesten Reben der Welt D fstellung gefunden. Sie stammen aus Hessen- 51 jfau, aus Frankfurt-Niederrad und aus der Stet ter au, wo sie im warmen Klima vergange- »r Zeiten wuchsen, aus denen sie glückliche Um- fttibe als Versteinerungen in unsere Tage retteten. 5fcr nicht nur alles das, was das vorrömische Dinvorkommen in Deutschland beweist, findet sich in reichlichem Maße in Hessen-Nassau, sondern eben­so «auch Lie Zeugnisse dafür, wie die Germanen den W'inbau weiterbildeten und ihm mit der Erfindung be Fasses einen belebenden Stempel aufdrückten.

Aus jener Zeit heraus hat sich der rhein-mainische D inbau dank der Aufgeschlossenheit und der Schaf- fersfraft und Zähigkeit hes Winzers zu einer Voll­kommenheit entwickelt, die mit allen Weinbauge- fciren Schritt hält und in vieler Beziehung sogar rrdildlich ist. Der Gau Hessen-Nassau ist die H e i - tu: t des Rheinweins, dessen Weltruf un- flriitig ist. Rund 18 000 Hektar Red fläche das beinahe ein Viertel des Gesamtwein - bctu g e b i e t e 5 des Altreiches liegen im <&iu Hessen-Nassau. Sie verteilen sich auf 243 D.nbaugemeinden mit 30 000 Weinbaude- tr eben. Davon können 1600 als reine Wein- ba.lbetriebe angesprochen werden. Der Rest umfaßt lomwirtschaftlich-weinbaulich gemischte Betriebe. Di Weinerzeugung betrug im Durchschnitt der letzten bn Jahre über 700 000 Hektoliter mit pir m Gesamtwert von durchschnittlich 34 Millionen Ncchsmark.

0ine bedeutende Rolle spielen in Hessen-Nassau bi der großen Zahl der Kleinbetriebe die Win- Pe genoss ensch ast en. Es gibt deren heute Bl gegenüber 32 im Jcchre 1933. Fast alle Klein- U< mittleren Winzer der größeren Weinbau- »riemben gehören heute den Genossenschaften an, pr i durch geschulte Fachkräfte für eine einheitliche k-l^rwirtschaft, für vorschriftsmäßigen Ausbau der Lcme und gesetzmäßige Weinbehandlung Sorge firoen. Durch das immer weitere Vordringen der ^kllaus, des größten Feindes des Weinbaues, sind > h» rreblausverseuchten Weinbaugemeinden gezwun- tzi veredelte Reben mit Amerikaner-Unterlagen zu - Anzen, die nicht reblausanfällig sind. Don den j)/Millionen Amerikaner-Unterlagen, die jährlich lu die Herstellung von Veredelungen erforderlich sstd werden allein drei Millionen in den zehn ! fobmuttergärten erzeugt. Die Veredelungen werden IM 57 Rebenveredelungsgenossenschaften und eini- cien Privatbetrieben Dorgenommen. Um auch eine fihc.emäße und einheitliche Schädlingsbekämpfung r® Leinbau auf der Grundlage der' Gemeinschaft kiwä führen zu können, wurden in den letzten drei schien in allen größeren roeinbautreibenben Ge- 1 Hürden, im ganzen 100 an der Zahl, große Spritz- t tifnnlagen errichtet, wozu ein öOprozentiger Zu- shis zu den Kosten gegeben wurde. Eine neue Iifctabe ist den Genossenschaften durch den Vier- 1 ol)r e 5 p l a n auf dem Gebiet der Trauben- f itfernung zur Delgeminnung erwach- s er, Die ebenfalls von 56 Genossenschaften durch- llfii rt wird. Von 14 000 Hektar Weinbergflache ijrhen die gewonnenen Trester den Entkernungs- Ittün zugefuhrt und rund 20 Millionen Doppel- iwtber nasse Kerne geliefert.

IW Förderung des Qualitätsweinbaues und der -usüldung des Winzernachwuchses dienen drei ndauschulen und fünf Landwirtschafts- s Mn mit Weinbauberatungsstellen, von denen die iLc und Versuchsanstalt in Oppenheim mit ganz- Jjjfärem Unterricht für Winzersöhne eine führende 9Mit in der Beratungstätigkeit wie in dem aus- Versuchswesen in allen Gebieten des ÜStnbaues spielt. Eine besondere Stellung nimmt die Rebenzuchtanstalt in Alzey

Zistin Miß M c C 0 r m i ck der Legende entgegen, Polen sei eine Demokratie. In Wirklichkeit habe Polen noch größere politische Fehler gemacht als die Tschecho-Slowakei. Seine Minderheitenpoli­tik z. B. bestehe lediglich in gewaltsamer K 0 - l 0 n i f i e r u n g der anderen Volksteile.

ImGaelic American" unterzieht der Leitartik­ler des Blattes die hinterhältige englische Außen- Politik einer beißenden Kritik. Er weist darauf hin, daß in Danzig neben 95 v. H. Deutschen auch ein paar Polen leben, ebenso wie in Neuyork einige Chinesen. Es würde aber niemand einfallen, Neuyork als eine chinesische Stadt zu bezeichnen, und die Neuyorker Chinesen träumten auch nicht davon, daß Neuyork jemals ein Teil Chinas werde. Wenn man behaupte, daß Danzig wirtschaftlich von Polen abhängig fei, dann fei Danzig wohl in er- fter Linie zur Entscheidung über oiefe Frage be­rufen. Polen bilde sich doch wirklich nicht ein, daß Danzig für seine politische Sicherheit Polen brauche. Der Verfasser schließt feine Betrachtungen mit Worten der Sympathie für das polnische Volk, aber auch mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß Polen Frieden und Sicherheit finden möge, bevor es sich die Finger verbrenne, indem es Kasta - nien aus dem Feuer hole, umder Welt den britischen Imperialismus zu erhalten."

diesen Tagen, in denen sich die ersten beut« Siege des Weltkrieges zum 25. Male jähren, ist es notwendig, sich auch die wirtschaftlichen Er­eignisse, die der Weltkrieg in Deutschland zeitigte, in Erinnerung zu rufen. Dieses um so mehr, als das heldenmütiae vierjährige Ringen der feldgrauen Front nicht zuletzt an dem Fehlen jeglicher wehr- wirtschaftlicher Vorbereitung zerbrach.

Neuyork, 7. Aug. (DNB.) Das Danzig- Problem steht feit der Vertagung des Kongresses wieder im Vordergrund des amerikanischen Inter­esses, wobei es neben zahlreichen, von Geschichts­fälschungen und Verdrehungen strotzenden hetzerischen Meldungen und Artikeln auch nicht an einsichtigen Stimmen fehlt, die in derHaltung Englands lediglich einen heuchlerischen Vorwand zur Tarnung der wahren brittschen Absichten sehen.

So schreibt Casseres am heutigen Montag in dem HearstblattJournal America n", England wolle anscheinend einen Krieg heraufbeschwören, um die Rückkehr der deutschen Stadt Danzig ins Reich Zu verhindern, genau so, wie es im vergangenen September in Gemeinschaft mit Frankreich des Sudetenproblems wegen Europa beinahe in einen Krieg gestürzt habe. Der Verfasser des Artikels fragt in diesem Zusammenhang, was die Weltmei- n u n a wohl sagen würde, wenn Deutschland England mit Krieg bedrohte, um Irland oder Indien zu befreien, oder wenn Japan die Ver­einigten Staaten von Nordamerika anzugreifen drohte, wenn die Vereinigten Staaten den Philip­pinen nicht sofort die volle Unabhängigkeit gewähr-, ten. All das unaufrichtige Geschwätz über die sog. Unabhängigkeit kleiner Staaten sei nur Heuche - lei zur Verschleierung machtpolitischer Absichten.

In derNew Dort Times" tritt die Publi-