Ausgabe 
8.7.1939
 
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Buhbach-Licher Eisenbahn AG

* Butzbach, 7. Juli. ImHessischen Hof" fand heute die ordentliche Hauptversammlung der Butz­bach Licher Eisenbahn statt. Die Gesell­schaft, deren Hauptaktionär die Aktiengesellschaft für Verkehrswesen, Berlin, ist, verfügt über Bahn­anlagen in einer Länge von 57,05 Kilometer.

Wie aus dem Jahresbericht zu entnehmen ist, wurden im abgelaufenen Jahr 221712 Personen und 228 521 Tonnen Güter (einschließlich Tiere) befördert. Zur Zeit des Baues der Reichsautobahn von Frankfurt nach Alsfeld war die Bahn stark in Anspruch genommen. Nach der Fertigstellung dieser Baustrecke haben die Verfrachtungen nachge­lassen, so daß auch der Betriebsüberschuß zurückge- gangen ist. Der aus der Gewinn, und Derlustrech- nung verfügbar bleibende Betrag in Höhe von 33 097,72 Mark reicht aus, um die vorgeschriebene Einlage in den Erneuerungsfonds voll zu decken. Um diesen für die Instandhaltung des Oberbaues und der Betriebsmittel und damit für die Aufrecht- erhaltuna des Bahnbetriebes notwendigen Betrag zur Verfügung zu haben, wurden die Inhaber der Schuldverschreibungen um den Erlaß der Zinsen für 1938 und um Stundung der für 1939 fällig wer- denden Zinsen bis zur Feststellung des Abschlusses 1939 gebeten. Wie aus dem Bericht weiter zu er­sehen ist, stehen den Betriebseinnahmen von 363 512,98 Mark Betriebsausgaben von 328 461,01 Mark gegenüber, so daß ein Betriebsüberschuß in Höhe von 35 051,97 Mark verbleibt.

Die Jahresbilanz schließt in Aktiven und Passiven mit 5146 644,40 Mark. Die Sonderrückloge hat sich von 33 765,51 Mark um 1350,62 Mark für Zin­sen auf 35116,13 Mark erhöht. Bei dem Fonds besteht bis zur Auffüllung ein Einlagerückstand von 13 136,21 Mark. Der Erneuerungsfonds hat sich von

40 595,97 Mark um 3853,57 Mark aus Einnahmen und um 33 097,72 Mark in der Gewinn- und Der- lustrechnuna nachgewiesenen Einlage auf 77 547,26 Mark erhöbt. In Ausgaben wurde der Fonds mit 40 645,76 Mark belastet, so daß sein Bestand 36 901,50 Mark beträgt. Die Aktiven der Bilanz weisen ein Anlagevermögen (Bahnbetriebsgrund, stücke, Bahnkörper und Betriebsgebäude) 2 284 023,10 Mark, Gleisanlagen 2 058 024 Mark, Streckenaus­rüstung usw. 25 787 Mark, bebaute und unbebaute Grundkapital, 923 129,23 Mark gesetzliche Rücklage, 586 900 Mark, Werkstattmaschinen, Werkzeuge usw. zusammen 15 000 Mark) von zusammen 4 975 234,10 Mark, Umlaufsvermögen 101 485,95 Mark, Posten zur Rechnungsabgrenzung 69 924,35 Mark aus. Die Passiven setzen sich zusammen aus 1 756 000 Mark Grundkapital, 923 129,23 Rtark gesetzlilche Rücklage, 35116,13 Mark Sonderrücklaae, 36 901,50 Mark Erneuerungsfonds, 961 966,42 Mark diverse Posten, 1301216,62 Mark Staatszllschuß und 132 314,50 Mark zur Rechnungsabgrenzung. Die Gewinn- und Derlustrechnung schließt mit 395 259,62 Mark.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden Entlastung erteilt. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus: Direktor Dr. Stephan, Berlin (Vorsitzer), Oeko- nomierat Hoffmann, Hof-Güll (Stellvertreten­der Vorsitzer), den Bürgermeistern Geil, Lich, Hahn, Bad-Nauheim, und Dr. M o e r s ch e l, Butz­bach, ferner aus Pfarrer Nies, Ettingshausen und Derkehrsdirektor K a b i s ch , Berlin. Den Vor­stand bilden die Regierungsbaumeister i. R. N o a ck und K a b i tz aus Berlin.

Im Anschluß an die Hauptversammlung fand eine Sitzung der Inhaber der Schuldverschreibungen statt.

lieber 900 Nennungen für das Neit- und Fahrturnier Bad-Nauheim.

Im vergangenen Jahr erreichte das Reit-, Spring- und Fahrturnier in Nad-Nauheim einen Höhe­punkt in sportlicher Hinsicht und daneben einen Er- sola bei den vielen tausend Zuschauern, der eine weitere Steigerung fast unmöglich erscheinen ließ. Das kommende Turnier am 15. und 16. Juli scheint jedoch seine Vorgänger noch übertreffen zu können. Es wird in genau vem gleichen Rahmen gehalten, wie es sich seit 1939 bewährt hat. Lediglich mit dem Amazonen-Jagdspringen Klasse M ist eine weitere Springkonkurrenz angefügt worden. Die Zahl der Nennungen hat 900 bereits überschritten. Groß­artig besetzt sind die Springwettbewerbe. Uebertrof- fen werden diese vielleicht noch von den Gespann­prüfungen. Allein 27 Einspänner, teilweise über» ragender Klasse sind genannt worden, darunter auch Gespanne aus Hannover. Zwei große Gelände­ritte und zwei Vielseitigkeitsprüfungen werden mit riesiger Beteiligung entschieden werden.

Schon vor dem eigentlichen Turnierbeginn wer­den die Ereignisse auf der Marathonfahrt Der Wehr- macht-Gespanne allenthalben Interesse wecken. Diese wichtige Gebrauchsprüfung sieht wieder in drei­tägiger Folge Dauerleistungen von Zweispännern und Diererzügen vor und wird mit einemSchnell­wettbewerb" beendet, lieber diese Fahrt, an der über 100 Pferde beteiligt sind, wird noch zu reden sein, zumal sie weit nach Oberhessen und Hessen- Nassau hineinführt. Die Veranstalter des Turniers: Generalkommando des IX. Armeekorps und SA.- Gruppe Hessen, haben auch mit dem Einsatz von zwei eindrucksvollen Schaunummern der Wehrmacht sicher den Geschmack ihrer Zuschauer getroffen.

Gau Hessen

beglückwünscht Paul Schüler.

Wir haben in unserer Ausgabe vom 29. Juni aus Anlaß des goldenen Turner-Jubiläums des langjährigen Gießener Bezirks- bzw. Kreisober- turnwarts Paul Schüler (Wetzlar) die turnerische Laufbahn dieses treuen Helfers am Aufbau der deutschen Leibesübung eingehend gewürdigt. Auch der Gau XII Hessen hat die Perdienste Paul Schü­lers anerkannt.

Dem Jubilar ging aus Kassel folgendes Glück­wunschschreiben zu:

Kassel, im Juli 1939.

Lieber Kamerad Paul Schüler! Zu Ihrem 50- jährigen Turnerjubiläum übermittle ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche, zugleich auch im Namen aller Kameradinnen und Kameraden des Gaues XII Hessen.

Wir alle wissen, welcher Idealismus, wieviel Liebe zu unserer Sache und welche Einsatzbereit­schaft dazu gehören, um 50 Jahre aktiver Turner zu sein und außerdem in dieser Zeit noch nahezu 30 Jahre lang in führender Stellung der turne­rischen Arbeit zu wirken. Deshalb auch kommen unsere Glückwünsche zu Ihrem Ehrentage aus tiefstem Herzen. Wir hoffen gerne, daß wir Sie noch recht viele Jahre in den Kreis unserer Kameraden zählen dürfen.

Heil Hitler!

Hermann Schäfer, Gaufachwart Turnen.

Schwimmfest

im Licher Waldschwimmbad

Anläßlich der Einweihung des hiesigen Wald- schwimmbades und des damit verbundenen Schwimmfestes vor zwei Jahren wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, dieses Schwimmfest jedes Jahr durchzuführen. Die Stadt stiftete auch damals einen Pokal für den Sieger in einer 4X50- Meter-Bruststaffel. Im letzten Jahr mußte die Veranstaltung wegen den im Waldschwimmbad abgehaltenen Kreisschwimmwettkämpfen ausfallen. Liesen Sommer nun sollen die Kämpfe wieder zur Austragung kommen, weshalb auch Bürgermeister Geil vergangenen Mittwoch die Vertreter der Partei, deren Gliederungen und der sporttreibenden Vereine zu einer Besprechung eingeladen hatte. Den Ausführungen des Bürgermeisters mar zu entneh- men, daß das Schwimmfest am Sonntag, dem 23. Juli abgehalten werden soll. Neben der 4X50- Meter-Bruststaffel um den Pokal der Stadt Lich, an der sich alle aktiven Mannschaften der Licher Gliederungen, der Hitler-Jugend und der Vereine beteiligen können, werden noch verschiedene Einzel­wettkämpfe ausgeschrieben werden. Pokaloerteidiger ist die Tb Auch die Jugend (Jungvolk, BDM. usw.) wird eine 4X50-Meter-Bruststaffel schwimmen. Die siegreiche Mannschaft erhält eine Tornister. Die technische Leitung liegt in den Händen von Gou- schwimmwart Sauer. Gießen, dem hiesige be­

währte Kräfte zur Seite stehen werden. Sehr wahr- scheinlich werden auch einige Gießener Schwimmer und Schwimmerinnen Schauvorführungen im Schwimmen und Kunstspringen zeigen. Tanz- und Musikvorträge des HJ.-Mufikzuges werden zur Unterhaltung beitragen.

Gesteigerte Geschwindigkeiten.

Zweiter Trainingslag zu Rund um Schollen.

Auf dem schnellen Schottener Kurs herrschte auch am zweiten Tage wieder lebhafter Trainingsbetrieb. Von dem abermals günstigen Sommerwetter ge­fördert, gab es in allen Klaffen Geschwindigkeiten, die über den Vortagsleistungen lagen. So ver­besserte sich der Auto-Union-Fabriksahrer Petruschke mit der 2 5 0 er- Maschine auf 8:51,0 (111,1 km/sr). Der Karlsruher Prioatfahrer Gablenz kam auf 8:52,1 108,1 km/st. In der 350er-Klasfe waren diesmal die Privatfahrer ganz unter sich, da sich der Fabrikfahrer der Auto - Union, Walfried Winklek, noch einen Tag Ruhe gönnte. Er wird erst am Samstag fein Können zeigen. Der Berliner Richnow schnitt auf seiner Rudge mit 8:21,3 (115,4 km/st) am besten ab, gefolgt von dem Karlsruher Nitschky auf DKW. in 8:34,4 (112,4 km/st). In der großen Klasse war der Stuttgarter Schmid auf Norton mit 8:16,2 (116,6 km/st) eine Kleinig­keit besser als Vaasen (Hambach) am Vortage. Der Mannheimer Bock brachte seine BMW. in 8:18,2 mit einem Mittel von 116,15 km/st über den Kurs. Der Vorjahrssieger Ziemer (Danzig) mutete dies­mal feiner NSU. schon etwas mehr zu und er­reichte 8:18,3 (116,1 km/st). In den Vormittags­stunden wohnte auch Gruppenführer Prinz Richard von Hessen dem Training bei. Auch die Sport­wagenfahrer drehten gehörig auf. In der Klasse bis 1500 ccm schaffte W. Spindler (Pößneck) die beste Runde mit 9:30,3 Minuten. Der große Favorit Roese (Düsseldorf) brachte es mit dem BMW. auf 9:41,3. Reichenwallner (München) benötigte in der kleinen Klasse mit dem Fiat 10:00,1, und in der Kategorie bis 2000 ccm legte von Haustein auf BMW. den Kurs in 8:26,0 Minuten zurück.

Sommerkampfspiele der Schulen.

Arn Dienstag wurden auf dem Sportplatz von Ettingshausen die Sommerkampfspiele der Schulen Ettingshausen, Harbach, Hattenrod und Göbelnrod ausgetragen. Zu- früher Stunde traten die Spiel­mannschaften zum Grenzballspiel an. Ergebnisse:

Knaben: Ettingshausen gegen Harbach 16:0; Ettingshausen gegen Hattenrod 23:0; Harbach gegen Göbelnrod 11:2; Harbach gegen Hattenrod 6:3.

Mädchen : Ettingshausen gegen Hattenrod 16:1; Ettingshausen gegen Harbach 8:3; Harbach gegen Göbelnrod 13:1; Harbach gegen Hattenrod 7:0.

Amerikaner

gewinnt das Männer-Einzel.

Bobby Riggs (USA.) siegte im Endspiel des Män- ner-Cinzels bei den englischen Tennis-Meisterschaf, fen in Wimbledon gegen seinen Landsmann Ellwood Cooke 2:6, 8:6, 3:6, 6:3, 6:2. Im Trostrunden-Tur- nier scheiterte Roderich Menzel in der Vorschluß­runde an dem Amerikaner Don McNeill 7:9, 1:6.

Amtsgericht Gießen.

Der H. D. in Gießen erhielt durch Strafbefehl eine Haftstrafe von fünf Wochen. Er fuhr am 31. März und 1. April 1939 in Gießen ein Kraft­fahrzeug, obwohl er unter erheblicher Wirkung von Alkohol stand. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Haupt­verhandlung wurde er überführt. Der Vertreter der Anklage beantragte, auf zweimal sechs Wochen Haft zu erkennen und daraus eine Gesamtstrafe von zehn Wochen Haft zu bilden. Wegen lieber» tretung der Straßenverkehrszulassungsordnung wurde der Angeklagte zu einer Haftstrafe von sechs Wochen verurteilt.

Kleine Strafkammer Gießen.

H. S. in Gießen erhielt durch Strafbefehl eine Haftstrafe von drei Wochen, weil er sich feiner gesetzlichen Unterhaltspflicht gegenüber feiner aeschie» denen Ehefrau und seinem Kind entzogen hat, so daß fremde Hilfe (Sozialamt) in Anspruch genom­men werden mußte. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, er wurde aber in der Hauptoerhandlung vor dem Amtsgericht Gießen am 28. April 1939 überführt und erhielt wiederum drei Wochen Haft. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Zu der gestrigen Berufungsver­handlung war der Angeklagte trotz ordnungs­mäßiger Ladung nicht erschienen. Seine Berufung wurde daher verworfen.

Oie Frauen in der Erntehilfe.

lleberall kann der Landfrau geholfen werden.

NSG. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink hat die Frauen zu kamerad» fchaftlicher Hilfe in der Erntezeit aufgerufen, da es in der Landwirtschaft an Arbeitskräf­ten mangelt. Im Gau Hessen-Nassau hat sich auf diesen Appell hin auch bereits eine große Anzahl hilfsbereiter Kräfte zur Verfügung gestellt. Wenn wir an dieser Stelle verschie­dene Arten des Einsatzes beleuchten, so sollen diese Vorschläge Wegweiser sein für unsere hilfsbereiten Frauen und Mädel, um der Landfrau und allen denen, die jetzt während der Erntezeit arbeitsfähige Kräfte benötigen, eine wesentliche Entlastung zu bringen.

Denken mir einmal an die stundenweise Hilfe, die gar nicht ausschlaggebend erscheint, für den gefaul­ten Einsatz, aber von großer Bedeutung ist. Wir wissen alle, wie der Tag der Siedlerftau bis zur letzten Stunde ausgefüllt ist und daß gerade jetzt zur Obst- und Gemüsezeit viel Arbeit verrichtet wer- den muß. Hier können wir mit viel Erfolg einsprin­gen! Wohl jede Hausftau ist mit den Geheimnissen des Einmachens vertraut. Fahren die Frauen nun einen Tag hinaus in die Siedlung und beginnen mit dem Pflücken des Obstes, dann wird die Sied­lerfrau beglückt fein, von dieser Arbeit entbunden xu werden, denn gerade hierbei verliert sie Zeit, die sie noch nutzbringender verwerten könnte. Gibt es wohl eine schönere Freude als wenn man nach ge­taner Arbeit die vollen^ Gläser und Flaschen im Keller aufstellen kann und die Siedlerfrau ihre Ernte geborgen weih? Um die Landfrau nicht zu belasten, nehmen die grauen sich ihre Verpflegung mit. Später soll auf diese Weise auch das Gemüse eingemacht werden.

Frauen, denen es ganz unmöglich ist, au* nur für Stunden aus dem Hause zu gehen ober Die so wohnen, daß die Fahrt auf das Land schon viel Zeit erfordert, sind durchaus nicht von der Hilfe aus­geschlossen. Schon die Tatsache, daß die Bäuerinnen ihre Wäsche zum Waschen und Stopfen in die Stadt geben können, bedeutet für sie eine wesentliche Er­leichterung. Hier ist ein Weg, den alle die Stadt» frauen einxuschlagen vermögen, die durch kleine Kin­der gehunoen sind und die doch noch gerne eine oder die andere Stunde helfen mochten, oder für ältere Frauen, die zu ihrem Teil auch noch mit» helfen wollen. Schon in vielen Gegenden gehen regelmäßig Flickkörbe von Hand zu Hand. Auch in unserem Gau wird niemand, der noch ein wenig Zeit für eine so wichtige Hilfe übrig hat, zurück­stehen wollen.

Wenn auch diese stundenweise Form des Einsatzes auf dem Lande und für die überbeanspruchte Bäuerin schon vieles vermag, so soll vor allem der ganztägigen Erntehilfe unsere Sorge gelten. Ganz- und halbtägiges Bereitstehen einer Städterin be­deutet für Die Landfrau, daß ein Mensch für sie da ist, der ihr in der Zeit des größten Arbeits­anfalls entweder die Sorge für den Haushalt und die Kinder abnimmt, oder sie bei der Feldarbeit so entlastet, daß sie sich dem Haushalt zu widmen ver­mag.

Es wird im wesentlichen wohl so sein, daß die Stadtfrau sich bei einem ganztägigen Einsatz um den Haushalt der Landfrau kümmert. Manches wird ihr zwar auch im Landhaushalt fremd fein, manche Bequemlichkeit, manche Erleichterung, an die sie gewähnt ist, wird sie vermissen, aber die Arbeit leibt im Grunde dieselbe. Und wenn eine Frau zur Hilfe entschlossen ist, wird es sie wenig küm­mern, daß diese Hilfe eine kleine Umstellung ver­langt. Diese kleine Mühe wird durch den Dank der Landftau reich vergolten.

Sollte eine Frau besondere Freude an Garten­oder leichter Feldarbeit haben, an der Arbeit am Boden selbst, die bei aller Schwere die größte Be­friedigung zu gewähren vermag, so stehen natürlich auch hier alle Möglichkeiten offen. Es gibt ja so viele Stellen, an Denen frauliche Hilfe eingesetzt werden kann. Diese Hilfe darf die Bäuerin, die selbst nie gezaudert hat, mit allen ihren Kräften für die Nahrungsfreiheit einzustehen, von den Frauen der Stadt erwarten, von denen vor allem, die keinen Beruf haben oder die nur einen kleinen Haushalt versorgen.

Die Bäuerin ist sich in diesen Jahren stets be« mußt gewesen, was sie für uns alle zu leisten hat, und das war mehr, als von irgendeiner anderen Berufsgruppe in Deutschland verlangt wurde. Die Frauen aus den Städten unseres (Baues werden sich daher nicht beschämen lassen, wenn sie in diesem Sommer, in dem die Bäuerin es nicht mehr allein schaffen kann, zur Hilfe aufgerufen werden. An­gesichts des Mangels an landwirtschaftlichen Ar­beitskräften und der Ueberbeanspruchung der Land­frau wird jede Frau ihren Stolz darin sehen, nach ihren Kräften zur Einbringung der Ernte und da­mit zur Sicherstellung der Ernährung ihres Volkes beizutragen.

Anmeldungen zur Erntehilfe, auch von Nichtmit- gliedern der NS.-Frauenfchaft-Deutsches Frauen­werk, nimmt jede Ortsfrauenschaftsleiterin entgegen.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 9. Juli.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Schone, kleine Suiten. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 8.40: Dichter im Dritten Reich: Die Erscheinung. Kurz- erzahlung von Hermann Eris Busse. 9: Morgen­feier der Hitler-Jugend: Heber den Glauben an Deutschland. 9.25: Deutsche Meister. 1. Sinfonie in C-dur, Werk 21, von Ludwig van Beethoven. Ver­stärktes Städtisches Orchester Freiburg. 10:Gläu­biges deutsches Herz". Eine Stunde der Besinnung zum Feiertag. 10.50: Zauber der Melodie! (Jndu- strie^Schallplatten.) 11.15:Die Lust ist voller Ler- chenlaut." Eine sommerliche Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13:Rund um Schotten". Die Rennen der Motorradfahrer. 13.15: Musik am Mittag. 14: Unfer Kasperl für groß und klein. Kasperle auf Ent- deckungsfahrt zwischen zwei Bratwürsten. Ein hei­teres Spiel von Josef Stander. 14.30: Unterhalt tungskonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. DazwischenRund um Schotten". 3.Meisterschaftslauf der Sport­wagen. 15.15: Volkstum und Heimat: Du, Bauer, sollst ein Junker sein! Ein historisches^ Hörbild. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt anläßlich der Grup­penwettkämpfe der SA. der Musikzug der SA.- Gruppe Westmark unter Leitung von Obersturm­führer Hermann Passens. Einlage: Die Gruppen­wettkämpfe der SA.-Gruppe Westmark. 18: Aus Eppstein i. T.: Froher Dorfsonntag. Spiel und Tanz unter der Dorflinde. Unfere Jungen und Mädel in froher Runde mH der Dorfgemeinschaft. 19: Kleine Tonfilm-Revue. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen­aufnahmen.) 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.50:Rund um Schotten". Ausweisfahrer, Lizenz-

fahrer und Führer der Sportwagen: Die Sieger. 20: Nachrichten. 20.15:Waldmeister". Operette in drei Akten von Johann Strauß. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltungs­konzert.

Montag, 10. Juli.

5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Wetterbericht. Gym­nastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Mu'sikkorps des Jnf.^Regts. 75. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unter« Haltungsorchester unter Emil Gielnik. 10: Schulfunk: Der starke Hans. Nach einem nordischen Volks­märchen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. Ausführung: das Niedersachsenorchester. 13: Nach­richten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Deutscher Volkslied ^Schatz. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Aus­führung: Kurorchester Bad Homburg. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Die ungleiche Waage. Eine ernste Betrachtung um den Kampf gegen die Landflucht. 18.30: In froher Runde 3/< Stunde. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen auf- nahmen.) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen- aufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Ein froher Sommerabend in Traben»Trarbach an der Mosel in Verbindung mit der NS.-GemeinsachftKraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.15: Sportnach­richten in Kürze. 22.20: Weltwirtschaftlicher Mo­natsbericht für Juni 1939. 22.35 bis 24: Kurz vor Mitternacht.

Wirtschaft.

Neue Frühkartoffel-Erzeugerpreise.

Fwd. Für die Zeit vom 10. bis 15. Juli werden für Speise früh k a rto fiel n folgende Ei/zeugerfestpreise je 50 kg in RM. netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt: weiße, rote und blaue Sorten 4,95, runde gelbe Sorten 5,35, lange gelbe Sorten 5,75 RM.

Fwd. IG. -Farben-Anleihe nicht un­erheblich überzeichnet. Wie der DHD. er­fährt, ist die JG.-Farben-Anleihe, deren Zeichnungs­frist bekanntlich am 6. 7.1939 ablief, nicht unerheb­lich überzeichnet worden, fo daß volle Zuteilung nicht erfolgen kann.

Nhein-Mainische Börse.

Millagsborse still und uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 7.Juli. Die Börse ent­behrte jeder Anregung und lag daher auf allen Gebieten ziemlich still. Am Aktienmarkt ent­wickelten sich die Kurse infolge Der Zufälligkeit der Aufträge sehr unregelmäßig, wobei die Schwankun­gen bis 1,50 v. H. erreichten. Montanwerke waren allgemein nur knapp behauptet, Mannesmann 103,75 (104,25), Hoesch 105,13 (106), Ilse Genuß 126,75 (128). IG. Farben gingen nach unverändert 145 auf 144,50, ferner Scheideanstalt auf 208,50 (209) zurück, während Metallgesellschaft auf 112,25 (111,50) anzogen. Von Elektropapieren kamen ledig­lich einige Nebenwerte mit unveränderten Kursen zur Notiz. Im einzelnen setzten u. a. Daimler mit 119 (120,40), Westdeutsche Kaufhof mit 94.50 (96,13), Deutscher Eisenhandel nach Pause mit 131,40 (132,75) ein. Anderseits erhöhten sich AG. für Verkehr auf 109 (107,50), VDM. auf 163,50 (162), Conti Gummi auf 212 (210), Reichsbank auf 179,65 (179,40) und Heidelberger Zement auf 139,50 (139).

Am Rentenmarkt war die Geschäftsstille noch ausgeprägter, doch wiesen die Kurse weiterhin nur wenig Abweichung auf. Reichsoltbeiitz 131,30 (131,25), Rrichsbahn-. 121,75 (121,90). Steuer- gukjcheine 1 schwankend mit 99,20 bis 99,00 bis

99,20 (99,50). Die Kurse der Serie II lagen weiter- hin kaum verändert. Von Industrie-Anleihen be­festigten sich 6 o. H. IG. Farben auf 119,25 (118,75), von Stadtanleihen 4,50 v. H. Heidelberg auf 96,65 (96), und von Liquidationspfandbriefen gingen Meininger auf 101 (101,25) zurück.

Äm Verlauf horte jede Geschäftstätigkeit auf. Man hörte vielfach 0,25 bis 0,50 o. H. abbröckelnde Kurse. Auch bei den erst später festgestellten Kursen be­trugen die Schwankungen bis zu 1,50 v. H. Fest lagen u. a. Felten mit 137 (133,75), Holzmann mit 150,50 (148), anberfeit. u. a. Bemberg 127 (128,65), Harpener 130,50 (132,50), Rheinmetall 113,50 (115,25), AEG. 110,65 (112,25). Daimler gingen nach 119 auf 118,50, Deutsche Erdöl von unver­ändert 118 auf 117,50 und von Renten Reichsbahn- VA. auf 21,65 nach 121,75 zurück.

Der Freiverkehr war geschäftslos. Tages­geld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörse unverändert.

Das kleine Geschäft der Abendbörse wickelte sich bei meist wenig veränderten Kursen ab. Nach dem vorwiegend schwächeren Mittagsverlauf bestand je­doch eher etwas Nachfrage, was sich allerdings kursmäßig kaum äußerte. IG. Farben konnten 0,40 v. H. anziehen auf 144,90, Siemens gewannen gegen Berlin 0,50 v. H. auf 187,50 (letzte hiesige Notiz 183,75), ferner waren AEG. 0,40 v. H. und MAN. 0,65 v. H. erholt auf 111 bzw. 134,75 und Rhein­stahl um 0,25 o. H. auf 133. Dagegen waren Ges- fürel 1 v. H. niedriger im Angebot mit 123 bei einem Berliner Kurs von 122,75. Knapp gehalten waren außerdem Mannesmann mit 103,50 (103,75), Verein. Stahl mit 99,50 (99,65), Buderus mit 91,50 (92) und Westdeutsche Kaufhof mit 94,40 (94,50). Im übrigen notierten u. a. unverändert: Adlerwerke 97,50, Scheideanstalt 208,50, Metallgesellschaft 112,25, Moenus 115,50, Rheinmetall 113,25 und Reichsbank 179,50. Am Rentenmarkt wurden 4,50 v. H. Wies­baden mit 98,30, 4,50 Preuß. Boden-^oD R 21 mit 99 gehandelt, Reichsbahn-VA. zu unverändert 121,65 und 6 v. H. IG. Farben zu unverändert 119,25 gefragt. Steuergutscheine ruhig, kleine Um­sätze hatten Serie I in allen Abschnitten zu 99,20.