tion der Studenten au einem gewissen Abschluß gekommen sei, so müsse jetzt mit aller Kraft an der inneren Entwicklung gearbeitet werden. Die Stadt und die Universität Gießen seien vollkommen dazu angetan, das studentische Leben in jeder Hinsicht zu fördern, da hier in der kleineren Stadt und an der kleineren Universität der persönliche Kontakt viel enger sei, als in der Großstadt an einer großen Universität.
Der Kreisleiter rühmte dann, daß aus unserem deutschen Studententum allzeit Männer heroorge- qangen seien, die stets bereit waren, ihr Bestes für das Vaterland zu geben. An dieser Tatsache könnten auch gewisse weniger erfreuliche Erscheinungen in der Zeit vor der Machtübernahme nichts ändern. Mit besonderer Anerkennung hob er hervor, daß schon vor der Machtübernahme bei den studentischen Wahlen die Studentenschaft auch in Gießen sich rückhaltlos zum Nationalfozialismus bekannt hat. Darauf könnten die Gießener Studenten stolz sein, denn dadurch werde bewiesen, daß auch in jener Zeit der gesunde Kern in der Studentenschaft sich erhalten und durchgesetzt habe. Daher könnten die Gießener Studenten von heute mit Stolz und Freude auf die studentische Tradition in Gießen zurückblicken.
Weiter betonte der Kreisleiter das stete gute Zusammenarbeiten des Studentenführers Frank mit der Partei, wobei er darauf hinwies, daß diese enge Zusammenarbeit mit der Partei für alle Organisationen nur vorteilhaft und damit auch zum Besten unserer Volksgemeinschaft sei. Ferner rühmte der Redner die stets zutage getretene Einsatzfreudigkeit der Studenten, die auch jetzt wieder mit ihrem bereitwilligen Dienst zur Erntehilfe in der Landwirtschaft bekundet werde. Diese Hilfe für den deutschen Bauern und für die Volksgemeinschaft bezeichnete der Kreisleiter als ein wunderbares Zeichen der inneren Einstellung der Studentenschaft. Damit zeige der deutsche Student wieder eindrucksvoll, daß er stets zum Dienst am Vaterland bereit sei. Den Gießener Studenten sprach er dafür seinen besonderen Dank aus.
Mit der Aufforderung, sich auch in Zukunft immer mit aller Kraft für das Werk des Führers durch Mitarbeit in der Partei und ihren Gliederungen und im Einsatz überall da, wo er gefordert werde, mit aller Kraft einzusetzen, schloß der Kreisleiter seine Ansprache, die er mit den besten Wün
schen für einen großen ideellen Gewinn aus dem Gießener Studententag ausklingen ließ.
Oberbürgermeister Stifter
hob hervor, daß der Gießener Studententag nicht nur eine Angelegenheit der Studenten allein, sondern auch der gesamten Universität und der ganzen Stadt Gießen überhaupt sei. Auch hierbei fühle sich die Stadt eng mit den Studenten der Universität wie in einer verschworenen Gemeinschaft verbunden. Das große Vorbild unseres Führers, seine Person und seine Taten, die alle deutschen Volksgenossen zu ehrlicher und treuer Gefolgschaft gewonnen hätten, stehe auch bei diesem Studententag im besonderen Blickpunkt aller Teilnehmer. Dabei werde bei allen erneut der Entschluß gestärkt, zu jeder Zeit und überall den Führer in seinem Kampf zu unterstützen und sein Werk für das Wohl und die Größe Deutschlands mit aller Kraft zu fördern. In diesem Gedanken könnten wir alle in Gießen diesen Studententag mit wahrer innerer Freude feiern.
Der Nationalsozialismus habe von jeher die Forderung vertreten, daß die Erziehung der Jugend in enger Verbundenheit mit dem Lande erfolge. Daraus ergebe sich auch, daß an einer kleinen Universität wie Gießen wesentlich günstigere Vorbedingungen für die Ausbildung und das Leben der Studenten gegeben seien, als in der Großstadt, wo die enge Verbundenheit mit dem Lande nicht bestehe. Unsere Gießener Studentenschaft könne stolz sein auf ihre Tradition, auf alle die Männer, die aus den hiesigen Korporationen in den Krieg zogen und dort als gute, tapfere Soldaten für das Vaterland kämpften. Diese Tradition verpflichte auch die heutige studentische Jugend.
Weiter legte der Oberbürgermeister überzeugend und eindringlich dar, wie groß und weitreichend die Vorteile des Studiums an der kleineren Universität gegenüber der Hochschule in der Großstadt sind, und er leitete daraus die Gewißheit ab, daß auch unsere Universität Gießen in Zukunft noch ein reiches Arbeitsfeld mit vielen fruchtbaren Auswirkungen biete. Mit dem Wunsche, daß der Segen unserer Gießener Universität immer weitere Volkskreise erfassen möge, schloß er seine Ansprache.
Der weitere Verlauf des Abends gab den Teilnehmern während mehrerer Stunden Gelegenheit zu anregendem Gedankenaustausch.
„Tag der
iffenschast."
Oie Hauptkundgebung in der Aula.
Am heutigen Samstagvormittag brachte der „Tag der Wissenschaft" seinen Höhepunkt mit der Hauptkundgebung in der Neuen Aula der Universität. Die Kundgebung in Gegenwart der Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier.
Nach dem Einbringen der Fahnen und dem gemeinsamen Lied „Ein junges Volk steht auf" leitete Studentenführer Frank die Kundgebung mit Begrüßungsworten ein. Im Anschluß an ein Musikstück stand dann der Vortrag von Gauamtsletter, Dozentenbtmd- fiihrer Prof. Dr. Kranz, Gießen über das Thema: „Der Rassegedanke in der geistigen Auseinandersetzung unserer Tage" im Mittelpunkt der Feier. Ein
leitend betonte der Vortragende, daß das Ringen um die rassische Erneuerung unseres deutschen Volkes im Innern als durchaus erfolgreich angesprochen werden müsse und daß unser Kampf um die Anerkennung unseres Rassegedankens nach außen hin, dem inneren Erfolg par.allel laufend, als ein unaufhaltsamer Siegeszug zu bezeichnen fei.
Heber die Kräfteverteilung bei dieser geistigen Auseinandersetzung um den nationalsozialistischen Rassegedanken sagte der Redner, daß auf unserer Seite mit echt germanisch-deutschem Bekennermut, mit kompromißloser Einsatzbereitschaft und den besten geistigen Kräften unserer lebendigen Volksgemeinschaft gefochten wurde, währened auf der Gegenseite vorwiegend die Lüge, die Bosheit und die Verleumdung zum Einsatz gelangten. Im Vordergrund unserer Gegner erkennen wir dabei das Weltjüde-ntum als Kerntruppe und Generalstab des
gegnerischen Lagers, sowie das Weltfreimaurertum, außerdem politische Hetzer und Emigranten.
Der Redner beschäftigte sich hierauf eingehend mit den Positionen in der Frontstellung des Gegners gegen unsere Maßnahmen der Ausmerze kranken Erbautes und gegen den Rassegedanken als solchen. Als solche Positionen nannte er den Kampf unserer Gegner gegen die quantitativen Maßnahmen unseres Aufartungsprozesses, d. h. gegen die staatlichen und parteiamtlichen Bemühungen zur Ueberwindung des Geburtenrückganges; den Kampf gegen unsere Maßnahmen auf dem eigentlichen Gebiet der Rassenpflege und der Ausmerze; schließlich die Frontstellung unserer Gegner gegen den Begriff „Rasse" als solchem
Wenn wir zusammenfassend den Stand des Kampfes auf dem rein erbpflegerischen Gebiet betrachten, so können wir erstens feststellen, daß der Gegner eine große Zahl von Stellungen bereits verloren hat und däß trotz aller Lügen und böswilliger Verdrehungen bei uns und auch bei der übrigen Welt das gesunde und naturgegebene Denken sich immer mehr durchsetzt. Zweitens ist es mit dem Blick auf die Gesundheit unserer kommenden Geschlechter für uns eine ebenso stolze wie glückliche Feststellung, daß sich in unserem Volke bereits die ersten praktischen Auswirkungen des Erbgesund- heitsgesetzes erkennen lassen und daß unser deutsches Volk hinsichtlich der Gesundheit feiner lebendigen Substanz an Leib und Seele für die Zukunft an erster Stelle unter den Kulturvölkern der Erde marschieren wird. Wenn wir den Stand des Kampfes um den Begriff „Rasse" als solchen betrachten, so können mir heute ebenfalls mit Freude und Genugtuung feststellen, daß wir auch diese dritte gegnerische Front aufgerollt haben, daß sich die Wahrheit durchgesetzt hat und die nationale Voreingenommenheit anderer Völker und Rassen gegen unseren Rassenstandpunkt weitgehendst zurückgegangen ist.
Der Kampf einer alten gegen eine neue Welt der Ideen wird aber weitergehen. Wir werden in diesem Kampf nicht müde werden, immer wieder an das gesunde rassische Empfinden,-an die menschliche Vernunft und an die Erkenntnis zu appellieren. Wir wissen auch, daß unser Glaube an die Wahrheit unserer Idee und ihre sieghafte Kraft die allergrößte völkische Realität darstellt. Auf allen drei Fronten sind mir unseres Sieges gewiß. Getrost können mir daher in die Zukunft blicken, die immer und zu allen Zeiten denjenigen gehört hat und auch roeiter-- hin gehören mird, die mit der Uederzeugung und der Begeisterung auch die Kraft und das aus ihr strömende Selbstbewußtsein verbinden. Und dankbar malten mir der Vorsehung sein, die uns das verpflichtende und stolze Glück zuteil werden ließ, diese große Zeit des Kampfes und Ringens mitzuerleben und nicht nur Zeitgenossen, sondern auch Volksgenossen und Gefolgsmänner unseres einmaligen Führers zu sein.
Eröffnung des ReichsberufS- wettkampfes der Studentenschaft.
Nach dem packenden Vortrag und einem Musikstück fand die Eröffnung des 5. Reichs- berufsmetttampfes der Deutschen Studentenschaft durch den Leiter des Amtes „Wissenschaft Und Facherziehung", Straube, statt.
Das Schlußwort sprach der Hochschulringführer Professor Dr. Riehm. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Lieder der Nation fand die Kundgebung ihren Abschluß.
Gemeinnühige Baugenossenschaft 1894 Gießen.
135 Häuser mit 228 Wohnungen. — Errichtung von Siedlungshäusern geplant.
In der Bauwirtschaft und Wohnungsproduktion in. Gießen nimmt die Gemeinnützige Baugenossenschaft O1 8 9 4 Gießen eine wichtige Position ein. Es ist erst etwa zehn Jahre her, daß sie eigentlich die alleinige Erbauerin von Wohnhäusern in unserer Stadt mar. Das roaren jene Jahre, in denen die öffentliche Finanzwirtschaft immer mehr ins Hintertreffen geriet. Damals hatte es auch die Gemeinützige Baugenossenschaft 1894 nicht leicht, ihre Wohnungsbautätigkeit fortzuführen. Dank der genossenschaftlichen Treue ihrer Mitglieder, aber auch dank der Unterstützung durch die Stadt nach Maßgabe ihrer finanziellen Möglichkeiten, gelang es dem gemeinnützigen Unternehmen doch immer wieder, beachtenswerte Leistungen im Wohnungsbau zu erzielen. Dann kam freilich auch für die Baugenossenschaft 1894 vor der Machtübernahme der Augenblick, da sie ihre Neubautätigkeit ein» stellen und sich auf die rein verwaltende Seite ihrer Arbeit beschränken mußte. Jedoch schon bald nach der Machtübernahme durch den Führer mar es auch der Baugenossenschaft vergönnt, sich wieder kräftiger regen zu können.
Die Jahres-Hauptversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1894 am heutigen Samstag läßt das Wirken dieser genossenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit wieder besonders in den Vordergrund treten. Man erinnert sich dabei der erfreulichen Tatsache, daß die Genossenschaft im Verlaufe ihres bisherigen Wirkens einen erheblichen Beitrag zur Linderung des Wohnungsmangels in unserer Stadt, besonders auch im Kampfe gegen die Klein-wohnungs- not, geleistet hat. Es tritt aber auch die erfreuliche Tatsache wieder hervor, daß von der Baugenossenschaft 1894 gute Klein- und Mittelwohnungen geschaffen wurden, nicht etwa Steinklötze mit einer Anzahl von mehr oder minder kleinen Räumen, etwa im Mietskasernenstil. Erfreulich ist es ferner, daß das Eigenheim mit Garten, wie z. B. in der Jahnstraße, im Bauprogramm der Genossenschaft 1894 eine gebührende Pflegstatt hat. So ist es erklärlich und auch durchaus berechtigt, wenn die Leitung der Baugenossenschaft 1894 heute mit Stolz und Genugtuung im Geschäftsbericht für 1938 auf ihr Wirken eingeht.
Eine Durchsicht dieses Berichts zeigt zahlreiche achtunggebietende Erfolge der Genosfenschaftsarbeit. Der gesamte Besitz der Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1894 Gießen weist die für Gießener Verhältnisse außerordentlich bedeutsame Höhe von 9 5 Ein - und 40 Mehrfamilienhäusern mit einer Gesamtzahl von 2 7 8 Zwei- bis Sechszim - merwohnungen auf. Die Summe dieser Häuser und Wohnungen stellt gewissermaßen eine kleine Stadt dar. Daß bie Baugenossenschaft ein Zusammenschluß von Volksgenossen der verschiedensten wirtschaftlichen und sozialen Lagen ist, erhellt aus der Höhe der Mietsätze für die Wohnungen, die zwischen 28,45 RM. .auf der unteren Grenze und 125 RM. auf der obersten Linie pro Monat fixiert sind, dazwischen aber in den verschiedensten Höhen liegen. Und daß man gerne wohnt in diesen Häu
sern, beweist die Tatsache, daß im Geschäftsjahr 1938 keinerlei Leerstand an Wohnungen zu verzeichnen und die Nachfrage nach Genossenschafts- wohnungen größer als das Angebot war. Wohnungswechsel trat nur in 25 Fällen ein. Ein Bauprogramm auf lange Sicht, nämlich die Errichtung von Siedlungshäusern, ist von dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Genossenschaft erschöpfend vorbereitet morden, es konnte aber roegen Geländeschmierigkeiten bis jetzt noch keine bestimmte Form annehmen. Der Vorstand der Genossenschaft will bemüht fein, dieses Projekt zu gegebener Zeit zu verwirklichen, wie er auch die Schaffung von weiteren G e s ch o ß m o h n u n g e n in der Friedens st raße bis jetzt noch nicht verwirklichen konnte, da bisher die Baugenehmigung noch nicht vorliegt. Auch für dieses Projekt sind die Vorbereitungsarbeiten soweit gediehen, daß im Augenblick der Bauerlaubnis die Verwaltungsorgane über den Baubeginn entscheiden werden. Die im Mai vorigen Jahres begonnene Errichtung von zwölf Dreizimmerwohnungen mit Badezimmer, Bodenzimmer und sonstigem Zubehör in drei Doppelhäusern, wodurch praktisch das Zweifamilienhaus entstand, konnte so beschleunigt werden, daß diese neuen Wohnungen zum 15. Oktober bzw. 1. November und 1. Dezember v. I. zum Bezug freigegeben wurden. Der Genossenschaft gehörten am 31. Dezember 1938 insgesamt 541 Mitglieder an, gegenüber 523 Mitgliedern am 31. Dezember 1937. Die Mitgliederzahl setzt sich zusammen aus 278 Mietern und 263 fördernden Mitgliedern und Wohnungsinteressenten.
In der Uedersicht über die Bilanz wird der Bilanzwert des Wohnhausbesitzes der Genossenschaft für Ende 1938 auf 2 1 00 783,88 Mark beziffert. Die in der Jahnstraße errichteten Einfamilienhäuser im Gesamtwert von 130 688 Mk. sind verkauft und infolgedessen in dem vorgenannten Bilanzwert nicht enthalten. Die Abschreibungen konnten um rund 4560 Mark höher vorgenommen werden, als im Voranschlag von 1938 vorgesehen mar. Für die folgenden Jahre sind im Interesse der Rentabilität höhere Abschreibungen auf überteuerte Wohngebäude vorgesehen. An Mietrückstand wurde am 31. Dezember 1938 der Betrag von 1956,30 Mark, das sind 1233,40 Mark weniger als am Schlüsse des Vorjahres ausgewiesen. Dieser Rückstand verteilt sich auf die Jahre 1936 bis 1938 einschließlich. Für ausgeliehene Hypotheken hatte die Genossenschaft am 31. Dezember 1938 den Betrag von 31 278,47 Mark zu fordern, das sind- 3061,52 Mark weniger als 1937. Die Tilgungen erfolgten im Jahre 1938 vertragsgemäß. ' Von dem sonstigen Umlaufsvermögen ist ein Betrag von 72 000 Mark für erste und zweite Hypotheken für die Neubauten im Tannenweg, die noch nicht in Anspruch genommen wurden, von Interesse Die Geschäftsguthabender Mitglieder bezifferten sich Ende 1938 auf 1 4 2 6 1 4,65 Mark. Im Reservefonds ist die gesetzliche Rücklage mit 30 889,97 Mark um 1 264,10 Mark höher als Ende 1937. Die Hilfsrücklage wird mit 139 494,98 Mark
ausgewiesen. Die Bauerneuerungsrückstellung ist mit 42 508,15 Mark upi 9293,94 Mark höher als Ende 1937. Die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten der Genossenschaft bezifferte, sich am Schluffe des Geschäftsjahres 1938 auf 1 9 46 342,1 8 Mark, das sind 13572,27 Mark weniger als am Schlüsse des Vorjahres. .In der Gesamtsumme der Verbindlichkeiten sind die vorerwähnten 72 000 Ndark für die Neubauten im Tannenweg, die noch nicht in Anspruch genommen wurden, enthalten. Die Tilgung auf Hypotheken belief sich im Berichtsjahre auf 30 157,31 Mark.
In der Verlust- und Gewinnrechnung werden unter „Aufwendungen" insgesamt 36 799,36 Mark Abschreibungen auf Wohngebäude, Geschäftseinrichtung und Mieten erwähnt. Die Geschäftsunkosten zifferten sich auf 9769,85 Mark = 5,85 v. H. der Sollmiete ober 36,70 Mark pro Wohnung und Jahr. An Betriebskosten wird eine Gesamtausgabe von 34 725,66 Mark genannt, an Instandsetzungskosten ein Gesamtaufwand, einschließlich einer Zuweisung an die Bauerneuerungsrückstellung, von 12 202 Mark ausgewiesen. Für Zinsen wurden 71510,36 Mark gezahlt, das sind 3077,28 Mark weniger als im Vorjahre. Unter den „Erträgen" wird eine Sollmiete einschließlich Mietzuschüsse von 167 077,35 Mark, das sind 1860,54 Mark mehr als im Jahre 1937 angeführt. Sonstige Kapitalerträge erbrachten 5476,09 Mark. Der Reingewinn für das Geschäftsjahr 1938 wird mit 7161,40 Mark verzeichnet.
Die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft wird dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Gesamt- oermögen von 2 310 323,53 Mark auf fremdes Kapital 1 954 815,78 Mark entfallen, das Vermögen der Genossenschaft selbst sich auf 355 507,75 Mark beläuft und gegenüber der Endrechnung 1937 um 9849,77 Mark höh ex ist. Das Genossenschaftsvermögen beträgt also etwa 15,4 v. H. des gesamten Geschäftsvermögens. Die Genossenschaft ist mit 63 524,4 1 Mark l i - q u i b e , ihre Zahlungsbereitschaft kann somit als gut bezeichnet werben.
Aus bie(en Zahlen vom Schlüsse des Geschäftsjahres 1938 ist ersichtlich, baß bie Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894 Gießen auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein bebeutfamer Faktor in unserer Stabt ist. Nimmt man ihre bisherigen Leistungen als Erbauer unb Vermieter von Wohnungen hinzu, so ergibt sich als Gesamtbild ein Wirken von so gutem gemeinnützigen unb wirtschaftlich erfolgreichen Gepräge, daß man dieser genossenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit 'nur volle Anerkennung zollen kann. ' B.
KdF-Urlauber im Vogelsberg.
NSG. Zwei Sonderzüge der NS.-Gemeinschaft ...Kraft durch Freude" kommen in diesem Monat mit Urlaubern in den Vogelsberg. Sie bringen am 24. Juli Arbeitskameraden der Opelbetriebsgemein- schaft in Rüsselsheim. Die Urlauber bleiben bis zum 31. Juli im Kreis Büdingen.
Ferienzeit — goldene Zeit!
„Ferien" — ein Zauberwort! Wochenlang schon hat man sich darauf gefreut. Urlaub auf ein paar Wochen! Es ift immer bas gleiche befeugenbe Gefühl. Unb immer bie gleiche, wie bei Kindern, nid)t weitbenkenbe Vorstellung am Anfang, bie kein Enbe biefer schönen Zeitspanne sieht, kein Später, kein Nachher. Die ganze Welt wirb sich roanbeln, wäh- renb man weg ist, alles muß sich zum Guten brehen. Nur Schönes wirb fürberhin in der Welt noch fein, bie — ganz gewiß — irt ber Zwischenzeit noch einmal neu erschaffen wirb. Das lebenshungrige, siegessichere Ich triumphiert über alles Ungemach, bas war — unb niemals wieberkommen wirb.
Unb bann neigen sich bie" Ferien bem Enbe zu; wie ein schöner Traum gehen sie bahin. Der heran- rücfenbe graue Alltag stiehlt sich hin unb mieber schon ins Bewußtsein unb entlockt einen kleinen Seufzer. Der letzte Tag steigt auf, der letzte Abend hängt dunkel über der lieben Ferienbleibe. Noch einmal versammelt sich die kleine Gemeinschaft aus allen Gegenden zusammengekommener Urlauber um ben großen Tisch, spricht von ben gemeinsamen Erlebnissen ber Ferienzeit, hell klingen die Gläser auf und fröhlich — oder verstohlen. — guckt man in andere Augen. „Leb' wohl!" — Die Trennung steht vor der Tür.
Der Reisemorgen graut, ber letzte Tag ber, ach, s o schönen Ferienzeit! Nach einigen Stunben erreicht man eine Stabt. Wie schwer sich ber bumpfe
Bec Optiker am Lahlchof j
„Mief" auf bie voll Lanbluft gepumpten Lungen legt! Man steigt um, fährt, fährt ... ist enblich in der Heimatstadt!!! Luft!? — Und bas Gehupe und Geklingele von Automobilen, Straßenbahnen — unb überhaupt ber ganze Krach! Mißmutig ruckt man ben Koffer in bie anbere Hanb. Viel schwerer zieht er an ben Schultern als bamals, als man fröhlich beschwingt mit ihm hineinfuhr in bie Ferienzeit. Unb babei ist hoch garnicht ein Tüpfelchen mehr barin. Verbrießlich schlenbert man seinen Weg nach Hause.
So geht es allen. Unb bas ist im Grunbe gut so. Denn hätten wir nur Ferientage, würbe uns balb ihre Unerträglichkeit packen. Immer würden wir verdrießlich schauen unb uns nie mehr recht unserer golbenen Freiheit freuen können. Gar nicht mehr sehen würben wir, wie gut wir es haben in ben Ferien, bem Urlaub auf ein par Wochen, — ein paar Wochen unb ein Reisetag! Unb bann kommt einem auf einmal ein Bekannter entgegen: wie gut man aussähe unb wie braun gebrannt man sei; bas seien boch sicher schöne Ferien gewesen. „Ja, bas waren sie auch", — unb ba tauchen auch gleich bie abwechslungsreichen Freuben, bie neuen Bekannten mieber vor bem geistigen Auge auf, überhaupt all' bas, was ben Ferien ihr Gepräge gab. Nun freut es einen auf einmal, von all bem Schönen erzählen zu können. Damit hat auch bie Stabt mieber ein ganz anberes Gesicht; man grüßt bie altbekannten Häuser, überhaupt bas liebe Gewohnte. Unb ziemlich vergnügt hält man seinen Einzug in bie behagliche Stube zu Hause. Unb wie- ber läßt sich erzählen von ber schönen Zeit, bie gewesen.
Dann packt man die Sachen aus; hin und wieder stiehlt sich ein kleiner Seufzer dazwischen, anders schon als in den letzten Ferientagen. Da sind ja auch die Photographien und bie Postkarten. Schnell wirb bas eine und andere an die Wand geheftet, von sehnsüchtigen Blicken begleitet. Und noch ein kleiner Seufzer dazu. Aber dann sind die Ferien mit heimgewandert in die Stube, bie wohlbekannte, unb bie sieht nun schon gar nicht mehr so trüb unb grau aus, wie es zuerst wohl schien. Lilles erfreut auf einmal, unb bie Sehnsucht plagt nicht mehr so sehr. Unb später, wenn wir erst richtig zur Ruhe gekommen sinb, wirb bas Album mit ben Photographien mit Liebe zusammengestellt; in Gedanken spüren wir schon, wie oft es uns unb lieben Freun- ben noch Freube bereiten wirb.
Nun schnell noch ein paar Einkäufe zum Abenb- brot, überhaupt, was so in bie „Küche" gehört; auch babei mieber erzählen, m i e schön es mar, unb hören, mie gut erholt man aussähe. Hernach noch bas Arbeitszeug in Orbnung gebracht, benn dazu mar am Tage der Abreise mirklich keine Zeit mehr. Und pünktlich am anderen Tage ist man an der Arbeitsstätte. Auch hier erfreuen die alten, bekannten Gesichter, das ganze Drum und Dran. Unb irt ber Frühstückspause mird erzählt, erzählt, — benn! es ist boch gar zu schön gemesen.
Kräftig packt man bie Arbeit an, unb alles geht so viel leichter von ber Hanb als vorher. Das macht ber Urlaub, bie, ach so schöne Zeit unb ihre Erinnerung baran ... unb bie Heimkehr, die schließlich gar nicht so schrecklich mar, mie es am Anfang scheinen mollte. L. Fr.
Vornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gießener Studententag 1939: 19 Uhr Sommer* fest in ben Räumen, unb im Garten des Studenten* Hauses. — Baugenossenschaft 1894: 20 Uhr Jahres- Hauptversammlung im „Burghof". — Turnverein 1846: 20.30 Uhr: Außerordentliche Hauptversammlung im „Schipkapaß".
Tageskalender für Sonntag.
Gießener Studententag 1939: 11 Uhr Volksdeutsche Morgenfeier im Garten des Studentenhauses. ■— Gloria-Palast, Seltersmeg: Weiß Ferdi „D'er arme Millionär".
Erweiterung des Personenkreises der Arbeitsbuckinhaber.'
Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß eine Ermeiterung des Personenkreises der Arbeitsbuchinhaber erfolgt. Der Leiter des Arbeitsamts Gießen hat heute miederholt in ber öffentlichen Bekanntmachung sämtliche Landwirte unb ihre mit* helfenden Familienangehörigen zur Antragstellung aufgefotbert. Die für bie Antragstellung vorgesehenen Formulare sind beim Arbeitsamt, seinen Nebenstellen unb den Bürgermeistereien erhältlich.
Zur Antragstellung sind verpflichtet die Betriebsinhaber, sowie grundsätzlich alle Personen, bie als Familienangehörige im Betrieb bes Ehegatten, ber Eltern, Voreltern, von Abkömmlingen ober sonstigen Verwanbten ober Verschwägerten mitarbeiten, ohne baß ein Arbeitsvertrga geschlossen ist. Danach erhalten bas Arbeitsbuch z. B. Ehefrauen ober nicht mehr volksschulpflichtige Kinber, die in ber Landwirtschaft des Ehemannes bzw. ber Eltern mit- helfen.
Es wirb nochmals darauf hingewiesen, baß es


